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Acan - Die Weltraumstadt, #3 von 3

ACAN Die Weltraumstadt Teil 3 von 3

 

von Alfred Bekker

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

 

 

 

 

„Ranvic und seine Gruppe melden sich nicht mehr“, stellte Sven Roothaar fest.

Arc Wegu schlug mit der Hand gegen die Ruine.

„So ein Mist“, schimpfte der Lord von Acan.

„Wir müssen ihnen folgen“, meinte Cart Rhegan.

Petrowitsch schaute den Schacht hinunter.

„Das sieht nicht gerade gastfreundlich aus“, meinte der Extremwelter nebenbei.

Die Männer stiegen den Schacht hinunter.

Sie gingen die langen Gänge entlang. Schließlich kamen sie in die Halle, in der sich die Gänge trennten.

„Wir werden uns nicht teilen“, verkündete Arc Wegu den etwa fünfzig ASA-Spezialisten, die mit in den Schacht gestiegen waren. Aber auch Han Suurbier, Shelbar Gryk, Ren Borker und Walik Dark waren mitgekommen.

„Warum sollen wir uns nicht teilen?“, fragte Lars Tradino, einer der ASA-Agenten.

Arc Wegu lächelte.

„Weil Ranvic und seine Gruppe wahrscheinlich den selben Fehler gemacht haben. Wir werden in den linken gehen.“

Arc Wegu konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass beide Gänge zum selben Ziel führten. Sie erreichten schließlich die Luftschleuse und gelangten dann in die Halle der Kugeln.

Sven Roothaar nahm den Energiemesser zur Hand und stellte fest, dass in den Kugeln selber eine Kälte von weniger als 30 Kelvin herrschte. Eine Temperatur, die der Kälte im Weltraum sehr nahe kommt.

Aber die Kugeln stießen keine Kälte in den Raum ab.

Hinter einer der Kugeln kamen zwei insektoide Wesen hervor. Ihre Augen flimmerten gefährlich.

Han Suurbier wollte seinen Strahler aus dem Halfter ziehen, aber Arc Wegu hielt ihn zurück.

Hätte der Lord gewusst, in welcher Gefahr sie schwebten, so hätte er vermutlich selber blitzschnell zur Waffe gegriffen. Aber so sah die Situation anders aus.

„Wir wollen erst sehen, was sie wollen“, meinte Arc Wegu dazu.

Suurbier zuckte mit den Schultern. Vielleicht war es tatsächlich besser erst zu warten, was die Insektoiden tun würden.

Das Flackern in den Augen der Fremdwesen wurde immer schneller und bedrohlicher. Die Augenfarbe wechselte von Sekunde zu Sekunde. Arc Wegu begann zu schwindeln. Alles begann sich um ihn zu drehen. Da erst erkannte er die Gefahr. Instinktiv griff er zum Strahler. Er feuerte wild drauflos, und dann verschwanden Schwindel und Übelkeit von einer Sekunde zur anderen. Vor Wegu auf dem Boden lagen die beiden Insektoiden. Es steckte kein Leben mehr in ihnen.

Arc drehte sich zu seinen Leuten um.

Sie schienen ganz in Ordnung zu sein.

„Das waren eine Art Suggestiveinflüsse“, erklärte Ivan Petrowitsch.

„Ich schätze, Ranvics Gruppe ist auch diesen Hypnos zum Opfer gefallen“, meinte Cart Rhegan niedergeschlagen.

Da begann plötzlich eine der Kugeln zu pulsieren. Die Farbe änderte sich von dem milchigen Weiß auf Dunkelrot.

Die Kugel wurde größer und kleiner. Sie tat dies offenbar in einem bestimmten Rhythmus. Abrupt drehten sich die Männer von der ASA zu der Kugel um.

Für einen Moment erschien das Gesicht Tronar Ranvics auf der Oberfläche der Kugel.

„Die Temperatur ist auf 100 Kelvin gestiegen“, rief Sven Roothaar aufgeregt.

Die Kugel nahm nun die grüne Farbe an.

„150 Kelvin.“

Wieder erschien das Gesicht Ranvics. Diesmal nicht nur für einen Augenblick, sondern für Minuten. Es zeigte allerdings immer denselben Gesichtsausdruck. Es regte sich nichts.

„200 Kelvin.“

Die Kugel wurde blau.

„290 Kelvin.“

Nun stieg die Temperatur nicht mehr an. Die Kugel nahm jetzt eine gelbliche Farbe an. Und dann knackte die Schale der Kugel. Das Gebilde sprang auf.

Arc Wegu trat einen Schritt zurück.

Das Material wurde transparent und bekam Risse. Durch die transparent gewordene Außenhaut der Kugel konnte man einen menschlichen Körper sehen. Es war Tronar Ranvic. Er schien zu schlafen, aber er konnte ebenso gut tot sein. Die Außenhaut brach in sich zusammen und bildete viele winzige Splitter, die in alle Richtungen flogen. Ranvic schlug nun die Augen auf.

Vorsichtig kamen die Männer näher.

Ranvic stand auf und stand mit einem Satz bei den anderen.

„Wie kommen Sie da rein, Tronar?“, fragte Arc Wegu.

„Das weiß ich nicht“, sagte Ranvic abwesend.

„Aber Sie müssen doch eine Erinnerung haben“, beharrte Ren Borker.

„Wo hören Ihre Erinnerungen auf?“, fragte nun der Extremwelter Ivan Petrowitsch.

„Als die Rieseninsekten kamen. Ja, so sahen sie aus. Wie riesige Heuschrecken. Ich wollte meinen Strahler ziehen und dann …“

„Was war dann?“, drängte Petrowitsch weiter.

„Dann war nichts mehr. Ich habe die Besinnung verloren.“

Der massige Extremwelter wandte sich nun der zerstörten Kugel zu.

„Ich frage mich, welchen Zweck sie hatte und warum sie zersprungen ist“, meinte Petrowitsch wie zu sich selbst.

„Was halten Sie davon, Ivan?“, wurde der Wissenschaftler von Arc Wegu gefragt.

„Das könnte eine Tiefkühlkammer gewesen sein“, vermutete Petrowitsch.

„Das könnte sein“, meinte auch Cart Rhegan.

„Schließlich hat hier gerade eine Temperatur von weniger als 30 Kelvin geherrscht.“

Dr. Lionel Brackett, ein Artz der ASA, ging mit einem Diagnosegerät zu Ranvic.

Brackett brachte einige Elektroden an Ranvics Körper an.

„Ich fühle mich vollkommen gesund“, protestierte der ASA-Chef.

Brackett sagte nichts, sondern nahm die Elektroden wieder von Ranvics Körper. Ein Blick auf den Schirm des Diagnosegerätes genügte ihm, und er konnte über Ranvics Zustand berichten.

„Mr. Ranvic ist offenbar tiefgefkühlt worden“, meinte Brackett.

„Tiefgekühlt?“, fragte Ranvic ungläubig.

„Jawohl. Man kann theoretisch auf diese Weise Lebewesen viele Jahrtausende lang speichern und konservieren.“

Arc Wegu schaute Lionel Brackett verwundert an.

„Dann sind die Kugeln hier Tiefschlafkammern, in denen alle möglichen Lebewesen konserviert liegen, und vielleicht schon seit tausend Jahren hier liegen.“

„Es spricht viel dafür“, sagte Ivan Petrowitsch.

„Und diese Kugel hier schien defekt zu sein“, ergänzte Lionel Brackett, wobei er auf die zersprungene Kugel deutete. Ranvic ging nun auf die beiden Insektoiden zu, die am Boden lagen.

„Die sind mir und Korl auch begegnet“, flüsterte er.

Sie setzten ihren Weg nun fort und erkundeten die riesige Halle, die eine Fläche von mehreren Quadratkilometern haben musste.

Überall waren Kugeln zu sehen. Große und kleine, aber keine von ihnen pulsierte. Auch waren keine Insektoiden mehr zu sehen. Die Halle wirkte verlassen, obwohl dies eigentlich jeder Logik widersprach.

Dann kamen sie an eine Reihe von Schaltpulten. Ein riesiger Maschinenblock ragte dahinter auf. Aber es war kein Personal zu sehen.

„Waren die beiden Insektoiden die einzigen, die hier in der Halle waren?“, fragte Arc Wegu verzweifelt. Er konnte das einfach nicht akzeptieren.

„Vielleicht werden von hier die Anlagen gesteuert“, meinte Ivan Petrowitsch und ging zu den Schaltpulten hin.

Da rutschte der riesige Extremwelter plötzlich um und verlor das Gleichgewicht. Er versuchte sich an den Schaltpulten festzuhalten, aber es gelang ihm nicht. mit voller Wucht knallte er zu Boden und streifte dabei viele Schalter und Knöpfe. Zumindest einen roten Knopf, der eine Schlüsselposition innezuhaben schien.

Die Kugeln begannen zu pulsieren. Einige zersprangen, und wieder andere zeigten gar keine Wirkung. Hier und da gab es kleinere Explosionen, die aber nicht weiter gefährlich waren. Aus den zersprungenen Kugeln sprangen die merkwürdigsten Wesen, die Arc Wegu je gesehen hatte. Riesige Insekten und winzige Zwerge.

„Die Schläfer erwachen“, stellte Cart Rhegan fest.

In der Halle begann sich bald ein Chaos auszubreiten. Immer mehr Kugeln sprangen auf, in denen immer seltsamere Intelligenzen geschlafen hatten. Aber nun geisterten sie in der Halle umher. Einige waren bewaffnet und begannen sich zu erschlagen. Andere verspeisten ihre Mitschläfer. In diesem Durcheinander würden Cupider, Manninger und Qualtorsky keine große Chance haben zu überleben.

Petrowitsch sah entsetzt in die Halle hinein, als er sah, was er angerichtet hatte.

„Machen Sie sich jetzt keine Vorwürfe“, riet Arc Wegu dem Wissenschaftler. Aber auf ihn wirkten die Worte des Lords nicht. Dabei ließ sich im Augenblick gar nicht sagen, ob es gut war, dass die Schläfer erwacht waren oder nicht.

Ein 3 Meter großer Omeganer kam auf die Männer von der DEIMOS zu. Omega war eine Extremwelt, ähnlich der Welt Omikron, von der Ivan Petrowitsch stammte. Nur herrschten auf Omega noch härtere Bedingungen, entsprechend sahen die Omeganer auch aus.

„Payne Oklant!“, rief Shelbar Gryk dem Omeganer entgegen. Der Riese drehte sich zu Gryk um und kam mit einigen Sätzen zu Gryk.

Lionel Brackett wollte seinen Energiestrahler ziehen, aber der Katzer hielt ihn zurück.

„Das ist Payne Oklant. Er war früher mit mir auf der ANAKONDA“, erklärte Gryk.

Payne Oklant lächelte.

„Wie kommen Sie denn hierher, Mr. Oklant?“

„Das weiß ich selber nicht. Ich habe keine Erinnerung daran. Ich weiß nur noch, wie ich auf Edincor einigen Insektoiden begegnet bin.“

„Das stimmt. Die ANAKONDA stand in einem Orbit um Edincor. Wir hatten hier einen Mittelsmann. Payne ist dann von einem Erkundungstrip nicht zurückgekehrt. Wir glaubten ihn tot“, ergänzte Gryk.

„So war es“, stimmte Han Suurbier zu.

Aus einer Tür, die weit entfernt in einem Steinsockel war, strömten jetzt hunderte von Insektoiden, um die entflohenen Schläfer wieder einzufangen.

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