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Der Pfad der Intuition

Die Alten unterschieden nie zwischen dem Herzen und dem Denken

… denn beides wurde als eins betrachtet.

Die Alten trennten Geist und Körper nicht voneinander und somit

auch nicht Denken von Emotion.

Sie trennten nicht den Gedanken von der Tat.

Sie trennten nicht die Logik von der Intuition.

Indem sie das Denken als synonym mit dem Herzen betrachteten,

vermieden sie tausend philosophische Probleme.

Wir, die wir vergessen haben, dass Herz und Denken eins sind,

könnten tausend tägliche Probleme lösen, wenn wir uns nur an das

eine Wort erinnern würden: Herz.

Deng Ming-Dao

Inhalt

Einleitung

Die Rolle der Intuition in meinem Leben.
Ein Fallbeispiel

Intuition – die innere Stimme

Verbündete auf unserem Pfad: Entspannung und Achtsamkeit

Intuition und die angewandte Trilogos Methode

Nachwort

Anhang: Glossar – Literatur – Das Trilogos im Internet

Einleitung

Das Bewusstsein des Menschen hat sich in den vergangenen Jahrhunderten bis zum heutigen Zeitpunkt immer weiter verschoben: weg von der Welt, wie sie ist, und hin zu der Welt, wie wir sie mithilfe modernster Technologien gemacht haben. Immer mehr Daten prasseln auf uns ein: rund 11 Millionen Sinneseindrücke, die von den Nervenzellen zu unserem Gehirn weitergeleitet werden – und zwar pro Sekunde! Und die Tendenz ist steigend, Stille längst ein Luxus. Nun hat unser Gehirn zwar genug Speicherkapazität, um solche Datenmengen zu empfangen und zu identifizieren. Doch wenn es ums Verarbeiten geht, sieht es anders aus: Aktuellen wissenschaftlichen Forschungen zufolge nehmen wir gerade mal 40 bis 60 Eindrücke pro Sekunde bewusst wahr. Unser Bewusstsein filtert aus, was es für wichtig erachtet. Der größte Teil unserer Wahrnehmungen aber wird von unserem Unbewussten erfasst – und zwar aus Selbstschutz, damit wir uns selbst nicht überlasten und uns in der Welt weiterhin zurechtfinden können.

Immer wieder erleben wir, wie Impulse aus dem Unbewussten in unser Tagbewusstsein dringen: dann nämlich, wenn ein untrügliches Gefühl uns durchfährt, uns leitet, ermutigt oder warnt – unsere Intuition. Intuition wird gemeinhin definiert als „plötzliche Eingebung“, „ahnendes“ oder „nicht auf Reflexionen beruhendes Erkennen“ – oder auch als „mediale Fähigkeiten“. Damit stößt sie bei reinen Rationalisten, die diese unbewusste Intelligenz gern im Bereich der Künstler und Phantasten ansiedeln, nicht unbedingt auf Beliebtheit.

Doch in Wahrheit hat die Intuition nichts Mystisches, sondern gründet auf einer Synthese von bewusstem und unbewusstem Wissen, Wahrnehmungen und Erfahrungen. Wie ein Kompass leitet sie uns durchs Leben und befähigt uns, in Bruchteilen von Sekunden Menschen und Sachverhalte klar einzuschätzen sowie Entscheidungen zu treffen, die mehr als reine Logik verlangen.

Wer andauernd begreift, was er tut,

bleibt unter seinem Niveau.

Martin Walser

Das Unbewusste verfügt wie ein Whistleblower über Insiderinformationen, die ein neues Licht auf alle möglichen Sachverhalte werfen – ein Licht, das unser logisches Denken allein nicht erzeugen kann. Ob wir auf dem Finanzmarkt erfolgreich investieren, beim Speed-Dating den Partner fürs Leben finden, ein Auto oder eine neue Bratpfanne kaufen, ob ein Bergführer bei blauem Himmel ein heraufziehendes Unwetter erahnt oder ein Arzt lieber schnell noch eine Biopsie macht, obwohl alles unauffällig aussieht: Immer ist es die Intuition, die hierbei ihre Hand im Spiel hat.

Deshalb raten Hirn- und Bewusstseinsforscher: Je komplexer eine Entscheidung, desto mehr sollten wir auf unsere Intuition und unser Unbewusstes bauen.

Leicht gesagt – aber wie funktioniert das? Wie nutzen wir die Intuition willentlich? Woher wissen wir, was Wunschvorstellungen und was Intuitionen sind? Und was tun, wenn rationale Einwände das Bauchgefühl wegdrängen oder übertönen?

Allein schon, wenn es darum geht, besagtes Bauchgefühl zu verorten, wird es komplex. Der eine spürt ein unbestimmtes Ziehen im Solarplexus, den anderen kribbelt es im Rücken, und der Nächste empfindet eine Klarheit, die keinen Widerspruch kennt. Wieder andere erleben intuitive Impulse nicht als Gefühl, sondern als inneres Wissen, inneres Bild, hören eine innere Stimme oder nehmen einen unbewusst imaginierten Geruch wahr. Denn die Art, wie die intuitiven Impulse sich Ausdruck verleihen, ist so mannigfach wie wir Menschen selbst.

Genau hier setzt die Trilogos Methode an: Sie hilft, das Dreigestirn Imagination – Intuition – Inspiration zu erforschen, macht uns mit unseren inneren Sinnen vertraut und regt die Arbeit mit dem Unbewussten durch ihre ganzheitlichen Übungen an. Darüber hinaus strebt sie eine Synthese von Gefühl und Vertrauen an (siehe Kapitel 3).

Der Nutzen der Intuition erstreckt sich auf alle Lebensbereiche. Nur rein logische Aktionen scheinen vom Einfluss der Intuition ausgenommen. Sprich: Wenn ich ein Museum besuche, brauche ich meine Intuition nicht, um an der Kasse den Eintritt zu bezahlen.

Wenn ich mich aber durch die Ausstellungsräume treiben lasse und bei bestimmten Gemälden oder Exponaten stehe bleiben, ist sehr wohl meine Intuition beteiligt, die mit meinem Unbewussten in Verbindung steht. Mein Inneres tritt in Resonanz zu dem, was ich sehe. Ich lasse das Bild, das Ausstellungsstück zu mir sprechen – weil meine Intuition weiß, dass es mir etwas zu sagen hat, mich berührt.

Intuition kommt auch im Bereich der Urteilskraft und Entscheidungsfindung zum Tragen – eine Tatsache, die heutzutage insbesondere Führungskräfte im Management bewegt. Auf bewusster Ebene lassen sich Entscheidungen in den meisten Fällen beleuchten, hinterfragen und begründen. Der Verstand kann binnen Sekunden ellenlange Pro- und Kontra-Listen erstellen – ein eher rational geprägtes Vorgehen.

In Wahrheit jedoch – so fanden Forscher heraus – wurde die Entscheidung längst getroffen: vorgeblich rational, in Wirklichkeit aber mithilfe des Unbewussten und der persönlichen Erfahrung. Es ist ein bisschen so, als würde man eine Münze werfen, wenn man sich nicht entscheiden kann: Spätestens wenn die Münze fällt, weiß man meist ganz genau, welches Ergebnis man einen Tick lieber gehabt hätte.

Dennoch führt uns nicht alles, was aus dem Bereich der Intuition stammt, automatisch in die richtige Richtung. Die Qualität des gefühlten Wissens ist immer abhängig vom Input und der Erfahrung. Der Intuitionsforscher und Autor Gary Klein vergleicht die Intuition sehr treffend mit dem Immunsystem: Dieses muss in Bruchteilen von Sekunden entscheiden, ob eine Immunreaktion ausgelöst wird oder nicht. Genau hier kommt die Erfahrung ins Spiel: Unser Immunsystem ist lernfähig, es entwickelt sich. Jeder, der ein Kindergartenkind hat, weiß, wie oft es anfangs krank wird: Noch kennt das Immunsystem die meisten Erreger nicht. Doch mit jeder Infektion wächst die Fähigkeit, Keime erfolgreich abzuwehren. So wie wir mit jeder Erfahrung, die wir sammeln, qualitativ bessere intuitive Impulse bekommen.

Nicht immer jedoch arbeitet das Immunsystem zuverlässig: dann zum Beispiel nicht, wenn Krebs ins Spiel kommt. Wenn mutierte Zellen nicht erkannt bzw. nicht eliminiert werden. Oder wenn die Immunabwehr geschwächt ist. Und ganz ähnlich verhält es sich auch mit unserer Intuition: Manchmal hören wir nicht hin. Weil wir es nicht können; weil die rationalen Stimmen sich mit Macht zu Wort melden und uns verunsichern; weil Zweifel und Ängste über uns regieren; weil wir unseren Wahrnehmungen nicht trauen.

Intuition hat immer auch mit Vertrauen und mit Individuation zu tun, dem Weg zu uns selbst. Je tiefer wir uns kennenlernen und den Pfad zu unserem Unbewussten von Hindernissen im Innen und Außen frei räumen, desto authentischer und weiser können wir handeln, und desto mehr trauen wir uns zu.

Und genau davon handelt dieser Ratgeber:

• Von der Kraft der Intuition und wie wir lernen, unsere intuitiven Fähigkeiten wahrzunehmen und zu stärken.

• Von der Achtsamkeit im Umgang mit unseren Wahrnehmungen.

• Von der Synthese zwischen Ratio und Gefühl.

• Von dem Zusammenspiel aus Gefühl und Glauben/ Vertrauen – oder, trilogisch ausgedrückt, von EQ und SQ.

Unsere Intuition steht in tiefer Verbindung mit unserem wahren Wissen, mit der Natur, mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Lernen wir, sie vermehrt in unser Leben zu integrieren, und öffnen wir uns für die Synthese aus logischer Betrachtung unserer intuitiven Impulse und dem Urvertrauen.

Dann gelingt es uns, in dem Fahrwasser aus Millionen Möglichkeiten den eigenen Weg zu finden, zu uns selbst und zum Nutzen aller. Die Intuition ist nämlich nie allein auf uns bezogen, sondern durch ihren unbewussten Anteil mit dem kollektiven Unbewussten verbunden. Und das macht auf spiritueller Ebene letztlich ihren wahren Nutzen aus.

Eure Zeit ist begrenzt.

Vergeudet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben.

Lasst euch nicht von Dogmen einengen – dem Resultat des Denkens anderer.

Lasst den Lärm der Stimmen anderer nicht eure innere Stimme ersticken.

Das Wichtigste: Folgt eurem Herzen und eurer Intuition.

Sie wissen bereits, was ihr wirklich werden wollt.

Steve Jobs

Die Rolle der Intuition in meinem Leben. Ein Fallbeispiel

Unsere Gesundheit zählt – neben Beziehungen zu anderen Menschen und unserem Betätigungsfeld – zu den großen Lehrmeistern im Leben. Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk der Evolution, doch er ist den Gesetzen der Natur unterworfen: Er kann aus der Harmonie fallen, angreifbar und krank werden, und er ist vergänglich.

Meine Gesundheit hat mir etliche Lektionen beschert. Ich kann mich glücklich schätzen, dass die Intuition, gepaart mit tiefem Urvertrauen, mich darin unterstützt hat, die bisherigen Lektionen anzunehmen, zu verinnerlichen und letztlich zu meistern.

In Wartezimmern und Krankenhäusern begegnet man unzähligen Menschen, die aus eigenem Antrieb kommen, aus einem drängenden Gefühl heraus, das sie sich selbst nicht erklären können. Bei meinen Besuchen auf Krebsstationen bin ich immer wieder Menschen begegnet, die erzählt haben, wie es zu ihrer Diagnose kam. Die meisten dieser Gespräche begannen mit: „Ich hatte da so ein komisches Gefühl … Irgendwas hat nicht mit mir gestimmt …“

Ganz ähnlich war es auch bei mir. Schon früh musste ich die Erfahrung machen, dass auch ein Mensch in tiefer Verbundenheit mit einer höheren Macht eine fragile Gesundheit haben kann. So, wie wir Raubbau mit der Natur betreiben, tun wir das häufig auch mit uns selbst – und ich bin oft auf einem Grat zwischen Selbstüberforderung und dem Wunsch gewandelt, im Leben einfach alles zu geben. Meine Vorsorgeuntersuchungen aber nahm ich ernst, denn mir war stets bewusst, dass der Körper ein großes Geschenk ist, das es zu schützen gilt.

Im Dezember 2014 war demzufolge wieder einmal eine Magenspiegelung fällig. Aus einem intuitiven Impuls heraus schob ich den Termin auf Mitte Januar 2015. Der Spezialist sah nichts Auffälliges, doch ich fragte ihn – auch wieder aus dem Bauch heraus –, ob er denn zwischen den ganzen Hautschichten die Magenwand sehen könne. Der Arzt machte verschiedene Biopsien, und wenngleich ich mir von Herzen ein anderes Ergebnis gewünscht hätte, erhielt ich wenige Tage darauf die Diagnose Speiseröhren-Magen-Krebs.

Es war ein winziger Tumor, die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Bei der darauffolgenden Untersuchung stellte sich heraus, dass der Tumor hochgradig aggressiv und somit schnell wachsend war. Im Dezember, dem eigentlichen Termin der Vorsorgeuntersuchung, wäre er noch zu klein gewesen, um ihn zu ...

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