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Dem Urvertrauen auf der Spur

Von der Welt noch immer umflutet, erkennst du das Wunder des Menschseins.

Kein Leben ist mit dem eines andern zu vergleichen, jedes ist einmalig, zu achten in seinem Verlauf.

Die Meere öffnen sich, und – vor dir liegt der Pfad zu neuem Bewusstsein.

Vertraue dem Zauber der inneren Stimme, folge ihr willig und leichten Sinnes.

Zuversichtlich und bescheiden lebe deine Melodie, im Wissen, dass die große Kraft dich weiter und weiter – hin zur Menschwerdung lenkt.

Linda Vera

Inhalt

Einleitung

Urvertrauen — der Schlüssel zu einem Leben in Fülle

Urvertrauen und Spiritualität

Urvertrauen und die Trilogos Methode

Zum Schluss

Anhang: Glossar – Literatur – Das Trilogos im Internet

Einleitung

Wenn wir uns auf die Spur des Urvertrauens begeben, könnten wir im Hier und Jetzt beginnen – bei all unseren gegenwärtigen persönlichen und globalen Sorgen. Schließlich stellt der Zustand, in dem sich unsere Welt im frühen 21. Jahrhundert befindet, eine wahre Herausforderung für unser aller Vertrauen dar. Die Demokratie und unsere Werte, ja, unsere Sicherheit sind in Gefahr, Bienen, Insekten und Singvögel sterben, das Klima stellt uns vor Herausforderungen, die einzelne Länder kaum bewältigen können.

Doch ist es je anders gewesen? Haben sich nicht immer schon Natur- und später dann von Menschen verursachte Katastrophen sozusagen die Hand gereicht? Gab es nicht immer schon Not, Kummer, Kriege, Flucht, Krankheiten, Verluste? Doch wem können wir noch vertrauen?

Statt Gefahr zu laufen, der Angst und Sorge um unsere Existenz in die Falle zu gehen, möchte ich Sie auf eine kleine Zeitreise einladen – nach Ägypten, in das mystische Land der Pharaonen.

Alexandria, 1. Jahrhundert nach Christus. In der prachtvollen Stadt am Nildelta, die seit Jahrhunderten als Hochburg der Wissenschaften und Kultur gilt, herrscht ein Klima der Stagnation. So mancher fragt sich, ob man nicht längst alles entdeckt hat, was es zu entdecken gibt: die Elemente, die Gesetze der Mathematik, die Himmelskunde, die Heilkunst … Doch während die Gelehrten sich die Köpfe zerbrechen, blüht im Geheimen eine Wissenschaft, die Naturphilosophie, aristotelische Forschung und mystische Kulte in sich vereint: die Alchemie.

Stellen wir uns eine Werkstatt am Rande der Stadt vor. Eine Frau namens Maria, auch „Maria, die Jüdin” genannt, hat sich in einer steinernen Hütte ein antikes Labor geschaffen.

In dickbauchigen Kesseln mit doppelter Wand bringt sie verschiedene Substanzen langsam zum Schmelzen. (Würden wir uns für die feine Küche und nicht für das Urvertrauen interessieren, so würden wir an dieser Stelle festhalten, dass Speisen gern in einem Wasserbad warm gehalten werden, dessen französischer Name noch heute „bain-marie“ lautet und auf jene Erfindung Marias zurückgeht.) Die Frau, über deren Leben nur wenig in Erfahrung zu bringen ist, hat noch weitere Laborgeräte entwickelt, vermutlich das erste Destilliergerät und verschiedene Finessen, die in abgewandelter Form in modernen Laboratorien zu finden sind. Was mag sie angetrieben haben, wer oder was hat sie wohl inspiriert?

Anders als der dunkle Hokuspokus des Mittelalters sucht die Alchemie der Antike nach den Gesetzmäßigkeiten der Natur und bedient sich wissenschaftlicher Methoden, wenngleich sie die Mystik in ihre Erforschung des Lebens einbezieht. Überzeugt davon, dass es mehr geben müsse als die vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft, sucht Maria nach dem Stein der Weisen, jener Schlüsselsubstanz, die eine Transformation von Niederem in Höheres möglich macht.

Die meisten ihrer Schriften sind längst zerstört oder in den Aufzeichnungen ihrer Nachfolger aufgegangen. Doch weiß man, dass Maria in das Opus Magnum eingeweiht war, das Meisterstück der Alchemisten. Und wenn auch ihre Kunst als Wissenschaftlerin und Adeptin nach und nach in Vergessenheit geriet, erinnern viele Jahrhunderte später Goethe in seinem Hexeneinmaleins und schließlich C.G. Jung mit dem „Axiom der Maria Prophetissa“ („Die Eins wird zu Zwei, die Zwei zu Drei, und aus dem Dritten wird das Eine als Viertes“) an die bemerkenswerte Forscherin.

Doch was haben Alchemie und Urvertrauen miteinander zu schaffen?

C. G. Jung war von der Alchemie fasziniert, meinte, in ihr ein Gegenstück zu seiner Psychologie des Unbewussten zu erkennen: Den Wunsch der Alchemisten, Stoffe zu Gold zu vervollkommnen, sah er als spirituellen Aspekt, ähnlich der Vereinigung des bewussten Teils der Persönlichkeit mit dem unbewussten. Und tatsächlich geht aus den frühen Aufzeichnungen der Alchemisten hervor, dass auch sie an einer allumfassenden Vervollkommnung arbeiteten. Maria war eine der Ersten, die praktische Versuchsreihen in einen theoretischen Rahmen setzte. Der wichtige Vorgang des Destillierens, den Maria mit ihren Erfindungen immer mehr verfeinerte, galt zugleich als Prozess der Läuterung und Vergeistigung mit dem Ziel der Wiedervereinigung mit der Materie.

Springen wir zurück in die Gegenwart. Haben wir nicht alle schon in Situationen gesteckt, in denen wir sprichwörtlich aus Blei Gold machen mussten? Krankheiten, Verluste, Ängste – unser aller Leben ist gezeichnet von kleinen und großen Katastrophen, an denen manche von uns zerbrechen. Einigen anderen aber gelingt es, sie durchzustehen, sie zuweilen sogar als Herausforderung zu nehmen und in etwas Positives umzuwandeln. Wie die frühen Alchemisten klauben sie die Trümmer des Lebens auf und schmieden daraus etwas Neues, das den Kern des Alten in sich trägt und doch den Glanz des Neuen aufweist. Manche Menschen finden ihre Bestimmung, nachdem sie eine schwere Krankheit durchlaufen haben, Konkurs anmelden mussten oder einen anderen Verlust verarbeitet haben.

Oft erkennen wir in der Rückschau, dass wir in schwierigen Phasen unseres Lebens tatsächlich eine Transformation durchlaufen haben und innerlich gewachsen sind. Dann wären wir geneigt zu sagen: Hätte ich das gewusst, hätte ich mir weniger Sorgen gemacht. Oder: Hätte ich Vertrauen gehabt, hätte ich loslassen können, hätte Zuversicht gehabt, dass ich diese Phase meines Lebens durchstehe.

In Zeiten der Herausforderung, der Krise lautet unser alchemistisches Lebensrezept, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken, aus dem Gefühl heraus, dass wir, was immer geschieht, einen Sinn für uns darin finden können. Und so ist das Urvertrauen eine wichtige Substanz: das Schlüsselelement unserer Transformation und unseres inneren Wachstums.

Immerzu wünschen wir uns Glück – doch glücklich sind nicht zwangsläufig all jene, deren Leben frei von Leid ist. Vielmehr nennen diejenigen Menschen sich glücklich, die teils extreme Herausforderungen meistern mussten und an ihnen gewachsen sind. Die in der Folge eine neue Einfachheit für sich entdeckt haben. Die Freude über den Windhauch, der das Haar zaust. Den Geschmack reinen Wassers. Den Geruch frisch gefallenen Schnees. Und immer wieder das Wunder eines neuen Sonnenaufgangs.

Doch warum schaffen es manche, mit Schicksalsschlägen fertig- und auch noch glücklich zu werden, während andere an Hindernissen zerschellen? Warum ist der eine resilient, und warum brennt der andere aus oder zerbricht?

Blicken wir tiefer, erkennen wir, dass das Urvertrauen der gemeinsame Nenner ist, der uns Menschen befähigt, im Leben unseren Weg zu finden und auch zu gehen. Wenn wir Vertrauen in uns, in den Kosmos haben, werden Hindernisse zu Wegweisern, die unserem ureigenen Pfad die richtige Richtung geben. Denn wo Vertrauen herrscht, kann die Angst nicht überhandnehmen.

Vielleicht haben Sie schon einmal ein kleines Kind beobachtet, das sich vertrauensvoll fallen lässt, in die Arme seiner Eltern. Wenn wir Vertrauen haben, überwinden wir Ängste und lassen los – wir sind wie Kinder des Universums, allzeit sicher, dass dieses uns auffangen wird, wenn wir einmal straucheln sollten.

Doch woher stammt das Urvertrauen? Wo finden wir diesen „Stein der Weisen“?

Mit dieser Frage beschäftigen wir uns auf den folgenden Seiten: Was ist Urvertrauen? Wie stellt es sich tri-logisch dar – also rational, emotional und spirituell betrachtet? Was liegt ihm zugrunde?

Und was kann jeder von uns tun, um sein Vertrauen (wieder) aufzubauen und es als wichtige Ressource im Leben zu nutzen?

Kehren wir an dieser Stelle noch einmal zurück zur Alchemie und beherzigen wir ein kleines Rezept, das uns eine große innere Transformation ermöglicht:

Verwandle Angst in Antrieb

Sorge in Vertrauen

Widerstand in Akzeptanz

Wut in Gelassenheit und

Probleme in Lösungen.

 

1

Urvertrauen – der Schlüssel zu einem Leben in Fülle

„Die irrationale Fülle des Lebens hat mich gelehrt, nie etwas zu verwerfen, auch wenn es gegen alle unsere Theorien verstößt oder sich sonst wie als unerklärlich erweist. Man ist dadurch zwar beunruhigt; man ist nicht ganz sicher, ob der Kompass richtig zeigt, aber in Sicherheit, Gewissheit und Ruhe macht man keine Entdeckungen.“

C. G. Jung

Vertrauen ist ein komplexes Gebilde. Wir wissen instinktiv, wie es sich anfühlt, vertrauensvoll auf das Leben und unsere Mitmenschen zuzugehen. Da weht Freiheit mit – Handlungsmöglichkeiten, Entscheidungsspielraum, Sich-Einlassen, Fülle. Und wir wissen auch, wie es sich anfühlt, wenn Vertrauen zerstört wird – wenn das Gebäude unserer Gedanken und Gefühle, das Konstrukt unseres Lebens im Bruchteil eines Augenblicks einstürzt. Es kann Jahre dauern, es wieder aufzubauen.

Vertrauen ist zukunftsbezogen und zugleich ein Ergebnis unserer Vergangenheit, ein Zustand zwischen Wissen und Nicht-Wissen, fragil bis unumstößlich, verwoben mit Urgefühlen und frühesten Erfahrungen. Mitunter ist es zerstörerisch, es macht uns angreifbar, lässt uns erkennen, dass wir das Außen nicht kontrollieren können und oftmals falsch einschätzen. Und doch sind wir in höchstem Maße auf Vertrauen angewiesen, wenn wir ein gelingendes Leben führen möchten und aus der Fülle, nicht aus der Angst agieren wollen.

Auf der Palette des Urvertrauens, dem wir uns weiter unten zuwenden, ist das Vertrauen eine der Grundfarben. Andere Nuancen sind das Sich-verlassen-Können, die Zuversicht, Hoffnung, das Zutrauen, der Glaube, Auf-etwas-Bauen und, feiner noch, das Selbstvertrauen.

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