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Aufrecht, mutig und bescheiden

tredition


Eine Frau kämpft für das Recht auf Bildung

Sigmaringen 1895: Die 23-jährige Hildegard Ziegler legt als erste Frau in Preußen ihr Abitur ab. Kein leichtes Unterfangen, die Pfarrerstochter muss extra aus der Schweiz anreisen, wo sie als Frau schon studieren kann. Dass Frauen, die lernen wollen, Steine in den Weg gelegt werden, wird sie noch oft erleben. Trotzdem schafft sie nicht nur ein gutes Abitur, sie erwirbt den Doktortitel und wird Lehrerin. Nach der Heirat mit dem Berliner Arzt Max Wegscheider und der Geburt ihrer zwei Söhne muss sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Frauenrecht und Bildungschancen bleiben ihr großes Lebensthema. Ganz besonders, als sie nach der Scheidung 1906 alleinerziehende Mutter wird und weiter arbeitet. Die Weimarer Republik erlebt sie als Abgeordnete der SPD im Preußischen Landtag und Schulreformerin in Berlin. Erst die Machtübernahme der Nazis stoppt sie in ihrem Engagement, man entlässt sie und streicht ihr die Pension. Aber sie macht weiter, bei ihr treffen sich Oppositionelle und sie hilft Verfolgten. Nach dem Krieg werden ihre Verdienste gewürdigt und sie erhält 1953 das Bundesverdienstkreuz.

Diese Romanbiographie über Hildegard Wegscheider erzählt nicht nur von ihren großen Verdiensten als Vorkämpferin für Frauenrechte. Sie beleuchtet auch das private Leben dieser bemerkenswerten Frau, die bescheiden und aufrecht die Herausforderungen ihrer Zeit meisterte.

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Luise Wegscheider – geboren während der Berliner Blockade 1949 – ist eine Verwandte von Hildegard Wegscheider. Die Autorin lebt nach 40 Jahren Tätigkeit als Studienrätin im Ruhestand in ihrer Heimatstadt.

Unter dem Pseudonym „Vera Wendt“ veröffentlichte sie zwei Romane: „Ilona – verführt zur Stasi-Agentin in Bonn“ (2015) und „Nicht nur am Leben bleiben“. (2020)

 
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