Logo weiterlesen.de
Cover zur kostenlosen eBook-Leseprobe von »Fünfzehn Jahre Sibirien«

Leseprobe vom

Fünfzehn Jahre Sibirien

tredition


Der Hitlerjunge Willi Nagel wird im Jahr 1944 zum Wachdienst eingeteilt. Hungrige Städter begehen immer wieder Einbrüche. Ein Dieb will fliehen, sein Vorgesetzter ruft: ,,Schieß". Willi legt an und drückt ab. Auf die Dorfstraße stürzt ein Mann, es ist ein russischer Zwangsarbeiter, der Hunger hat. Nach Einmarsch der Russen wird Willi verhaftet und zum Tode verurteilt. Später Begnadigung zu fünfzehn Jahre Zwangsarbit in Sibirien, Abtransport im Viehwaggon. Der Sträfling arbeitet einige Jahre beim Straßenbau, dann in einem Kohlebergwerk, bei Wassersuppe und Brot. Ein wenig Rattenfleisch ist die einzige Kraftnahrung. Willi wird im Kohlebergwerk schwer verletzt. Er verliebt sich auf der Krankenstation in eine georgische Krankenschwester, die von ihm ein Kind erwartet. Sie stirbt kurz nach der Entbindung. Nach 15 Jahren reist Willi an das Schwarze Meer nach Sotschi zu seinem Kind. Was ihren Vater sehnlichst erwartet. Ein Jahr säter fliegt der Vater, mit der kleinen Natascha, zurück nach Deutschland. Zur Einschulung spricht sie perfekt Deutsch. Wenn Willi nicht ständig so furchtbare Hungeranfälle plagen würden, wäre er ein Bürger wie jeder andere.

 
Leseprobe lesen
Web-Ansicht
Download
EPUB
Kaufen

Cover zur kostenlosen eBook-Leseprobe von »Geschunden und missbraucht«

Leseprobe vom

Geschunden und missbraucht

tredition


Häusliche Gewalt ist das Schlimmste, was einem Kind widerfahren kann, zumal es einem persönlich betrifft. Herrgott wo bin ich hingeraten, soeben gibt Franz zum Besten, das Produkt eines Versehens zu sein. Wie besoffen beide in der Silvesternacht waren, als ungewollt dieser lästige Esser gezeugt wurde. Sogar meine Schwester lässt sich von deren Hass anstecken: ,,Mullevus", nennt sie mich. Was das bedeutet, kann das Mädel nicht erklären, Hauptsache es klingt verächtlich. Warmes Wasser in der Waschschüssel ist verboten. Alles kostet viel Geld, Wasser zu erwärmen, eine Küche zu heizen, vor allem das viele Brot was vertilgt wird. Dafür könnte man ein Schwein füttern. Wir Geschwister gehen in diesen Notzeiten mit Mutter Hildegard zum Ähren lesen, Kartoffeln stoppeln und Zuckerrüben klauen. Während unser Vater als selbstständiger Tischler im Keller werkelt. Manchmal wird auch die Reparatur eines Kinderstuhls fertig, Das Geld reicht nicht hinten noch vorne aus, wir nagen am Hungertuch. Von den Einnahmen bleibt nichts übrig für die Familie. Alles ist weggeschlossen, das Brot, die Marmelade, auch der selbst gemachte Rübensaft. Wo kommen wir hin, wenn so viel gefressen wird. Immer wieder benutzt mich Franz, für seine Amateurfirma, als Arbeitskraft. Ein ungemein herzlicher Vater, der nicht so oft zuschlägt. Dafür umklammert er mit beiden Händen den Hals und drückt die Kehle zu. Eines Tages werde ich das Monster töten. Als Zwölfjähriger fehlt mir noch die Kraft dazu. Wer weiß, ob es jemals gelingt das Erwachsenenalter zu erreichen, wenn die mir ständig nach dem Leben trachten. Manchmal funktioniert das mit einem Stromschlag an defekten Kabeln, dann bricht eine Sprosse der Leiter. Bei der letzten Reihenuntersuchung in der Schule wurde Unterernährung festgestellt, mit Verdacht auf Tuberkulose. Trotzdem sich Franz niemals die Finger schmutzig macht, ziehen wir in ein riesiges Berggrundstück außerhalb der Stadt. Hier soll der reinste Wohlstand entstehen, aber für wen?

---

Rolf Völkel, geb. am 09.10.1938 in Naumburg. Lehre in einem Metallberuf, 10. Klasse nachgeholt, Fachschule in Erfurt. Lehrausbilder im Montagewerk Halle. 33 Jahre Inhaber einer Firma. Zum Schreiben kam ich im Jahr 2000, als der Ruhestand begann.

 
Leseprobe lesen
Web-Ansicht
Download
EPUB
Kaufen