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Auslandsblog - In 12 Tagen durch den Balkan

tredition


Mein Trip beginnt in München am Busbahnhof, das heißt, eigentlich erst in Tuzla, dem ersten Ziel meiner Reise. Doch das ist auch nur ein Zwischenstopp, wie Srebrenica. In Potocari findet eine Gedenkveranstaltung zum 20. Jahrestag des Massakers an bosnischen Muslimen statt, doch die Landschaft ist und bleibt überwältigend. In Sarajevo, der Hauptstadt Bosniens angekommen, freue ich mich auf die Olympic Mountains, die ehemaligen Skisprungschanzen und die Biathlonanlage. Doch auch hier lebt der Geist der Vergangenheit. Einschusslöcher und nach wie vor nicht entschärfte Minen trüben die Idylle. Mein Halt in Podgorica stimmt mich wieder fröhlich: die Berge, der Stadttrubel, die hübschen Frauen. Montenegro - ein Land zum Verlieben! Über mehrere Stationen erreiche ich in einem überfüllten Kleinbus endlich Tirana, eine Stadt der Gegensätze. Während ich in meinem Hostel vergleichsweise viel Komfort genießen kann, hängt über den albanischen Wohnvierteln Armut und Elend. Ein Flieger bringt mich nach Athen, doch auch hier gesellen sich Kranke und Bettler zu den Wahrzeichen der Stadt. Auf dem Weg zur Akropolis sehe ich einen Obdachlosen, der dringend medizinische Hilfe benötigt. Das mindeste, was ich tun kann, ist seine verschmutzte Wunde zu desinfizieren und den Verband zu wechseln. Während ich in Thessaloniki auf meine Verbindung nach Skopje warte, betrachte ich das Meer, in dem Jahr für Jahr Tausende ihr Leben lassen, in der Hoffnung Krieg und Elend zu entkommen. Die Hitze am Bahnhof von Idomeni macht mich fertig, aber die Flüchtlinge freuen sich über die Wasserflaschen, die ich ihnen gebe. Die Fahrt von Tetovo nach Prizren ist komplizierter als gedacht, da kaum ein mazedonischer Taxifahrer die kosovarische Grenze überqueren möchte. Abends relaxe ich auf der Veranda meines Hostels in Pristina und reflektiere meine Zeit im Balkan. Sechs Länder in zwölf Tagen haben mir mein Herz geraubt – fliege ich morgen wirklich zurück in meine Heimat oder fliege ich nur nach Stuttgart?

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Miguel Looft ist 1986 im brasilianischen Alagoinhas, Bahia geboren und in Stuttgart aufgewachsen. Nach seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann studierte er International Business. In mehreren Reisen lernte er die Menschen und Kultur des Balkans nicht nur kennen sondern lieben. Dies ist sein erstes literarisches Werk, das sich mit dem Balkan befasst.

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