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Ohne Fluchtpunkt 2

tredition


Die dreizehn Erzählungen, Augenblicke des Bodenlosen, sind Blicke auf ein falsches Leben. Die Protagonisten der einzelnen Texte sind meist der Schicht der Bildungsbürger zuzuordnen. Einige der Figuren sind dabei, sich von der Ideologie der Leistung und materiellen Sicherheit loszusagen, stehen für einen Moment an einem Wendepunkt: einer eigenen Wahl, einem verdrängten Lebenswunsch, einer erkannten Schuld. … Sie scheitern meist an Normen der globalen Tauschgesellschaft, die in einzelne der Warenform scheinbar enthobene Bereiche, wie Kunst, Musik, Ethik, … vordringen, alle Werte einebnen, ebenso Sprache, Psyche und Zusammenleben der Menschen tangieren und sie an der Entfaltung zu selbstverantwortlichen Subjekten hindern. – Mit ihrem Scheitern in entscheidenden Situationen wird die Identität einzelner Figuren in Frage gestellt. Vor der gleichen Frage steht der Leser. Gelingt es ihm, in der Welt der Erzählungen Fuß zu fassen, sieht er sich mehr oder weniger beschädigten, gleichwohl achtbaren Individualitäten gegenübergestellt. Da einzelne Episoden im Widerspruch zueinander stehen, keineswegs einer zu einem Ziel führenden Handlung folgen, vermag der Leser eigene Mutmaßungen über ein Davonkommen oder Scheitern der Protagonisten anzustellen.

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Winfried Klose wurde 1939 in Oppeln, heute Polen, geboren.

Kindheit – bis 1945 – in Neiße, Jugendzeit in Coburg und Bamberg.

1960 Abitur in Coburg. Studierte Germanistik, Geschichte und politische Wissenschaften in Göttingen und Erlangen.

Von 1967 bis 1997 als Gymnasiallehrer in Franken tätig.

2004 Roman in Flashbacks „Ohne Fluchtpunkt – eine Jugend in den fünfziger Jahren“, Aarachne Verlag Frankfurt/Wien.

2009 Roman „Die angelehnte Tür“, Altern zwischen Umtriebigkeit und Resignation, Sardes Verlag Erlangen.

 
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