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Leseprobe vom

Goethes Verhältnis zur Musik

tredition


Goethe mochte Schubert nicht? Er ließ sich von Musikfreund Zelter zu

viel sagen? Eigentlich stimmt das nicht. Aber Goethes Verständnis von

Musik wurde gerne unterschätzt.

Schuberts Komposition des „Erlkönig“ begeisterte Goethe, und viele

musikalische Fragen durchschaute er tiefer als Fachmann Zelter.

Allerdings blieb der Dichter, auf vielen Fachgebieten ein Profi, durch und

durch ein „Augenmensch“: Bei Konzerten studierte er gerne das Outfit

der Musiker oder fühlte sich gar durch ihre Bewegungen gestört. Als alter

Mann kannte er sich mit Musik aber besser aus als mancher Profi, und

für gute Musik besaß er einen Instinkt. Beharrlich vertrat er die Ansicht,

dass das Tongeschlecht Moll auf natürliche Weise entstanden sei – und

das gegen die zementierte Meinung der damaligen Fachwelt. Heute

wissen wir, dass Goethe recht hatte, und nicht die Komponisten – wie

etwa Rameau.

Unterhaltsam zeichnet Küpper die spannende Entwicklung Goethes

zum fundierten Musikkenner nach. Irrtümer werden klar benannt, und

nicht – wie oft geschehen – aus vorauseilender Ehrfurcht uminterpretiert.

„Mir haben bei der Lektüre besonders zwei Dinge sehr gefallen: zum einen eine stets verständliche Sprache... zum anderen ist das Buch auch weder rückhaltloser Lobpreis noch Rettungsversuch dort, wo sich Goethe ... entweder irrte oder aber wo die Grenzen seines Verständnisses für diese Form der Kunst(ausübung) lagen.“ (Dr. Johannes John, Bayerische Akademie der Wissenschaften)

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Nach Abschluss ihres Magisterstudiums in Germanistik und Musikwissenschaft arbeitete Dietlinde Küpper fünf Jahre in Italien als Lehrerin und Übersetzerin. Für den Bayerischen Rundfunk und die Deutsche Welle verfasste die Autorin u. a. Features über Mozart, Händel und zeitgenössische Musik sowie mehrere Essays über Richard Wagner. Sie veröffentlichte eine Studie über die amerikanische Sinfonikerin Gloria Coates.

 
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