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Leseprobe vom

Ich im Paradies

tredition


Mannfred Acunoğlu, ein farbiger Industriekaufmann aus Stuttgart, macht sich in einem chicen Raumgleiter auf den Weg ins Paradies. Sein Arbeitgeber, eine Künstliche Intelligenz, die das Geschehen auf der Erde kontrolliert, hat Mannfred gestattet, sich im gesamten Universum den Ort auszusuchen, an dem er den Rest seines Lebens verbringen möchte. Dorthin begleitet den Schwaben ein Wesen, das der KI in allen Belangen überlegen ist; nicht weil es schneller denkt, sondern weil es anders denkt – in N0ll, einer Sprache, die ohne die Null auskommt und das Krümmen der Zeit ermöglicht.

Was sich wie eine vom Glück gesponserte Kaffeefahrt anlässt, wird für das ungleiche Paar rasch zu einer existenziellen Odyssee. Denn die Suche nach dem Paradies erweist sich für Mannfred als Suche nach sich selbst, auf der er den Geheimnissen der Azteken nachspürt, Cranach, Bosch und Brueghel begegnet, sich mit der Pfützner-Malinka-Theorie auseinandersetzt, im Vorübergehen die Riemann-Hypothese beweist und auf ein wenig bekanntes, in Hexametern abgefasstes Paradiesepos aus dem 17. Jahrhundert stößt.

Konfrontiert mit seiner verschollenen Vergangenheit nimmt Mannfreds Persönlichkeit im selben Maße Gestalt an, wie seine Familienverhältnisse sich klären. Doch sehr zu Mannfreds Missfallen entpuppt sich diese als eine ihm völlig fremde und unheimliche Persönlichkeit. Um dem Einhalt zu gebieten, fasst Mannfred einen mörderischen Plan. Derweil verfolgt die KI mit ihm ganz eigene Pläne. Die allerdings hat der mysteriöse Skede schon mehrfach durchkreuzt. Wer letzten Endes den Masterplan hat, und wo sich das Paradies befindet, beginnt Mannfred erst zu ahnen, als es schon zu spät scheint. Da kann ihn nur noch ein zu allem entschlossener Leser vor sich selbst retten.

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Dr. Marc Dressler (Jg. 1970) lebt und arbeitet als Wissenschaftsjour­nalist in Stuttgart, wo er auch geboren ist. Studiert hat er Philosophie, Biolo­gie, Physik, Mathe­matik, Jura, Volks­wirtschaftslehre, Psychologie, Angewandte Kulturwissen­schaft und Kulturmanagement in Heidel­berg, Konstanz, Barcelona, Wien, Karls­ruhe, Oslo, Hagen, Rotterdam, Madrid, Hohenheim und Mannheim, wo er insge­samt sieben Universitätsabschlüsse erwor­ben hat.

Außer der Wissenschaft haben Sport und Sprachen den Lebensweg des Sozialdemo­kraten geprägt. Der ehemalige Quarterback der Studierendennationalmannschaft hält lokale leichtathletische Rekorde und be­herrscht ein Dutzend Sprachen.

Für Zeitungen und Zeitschriften schreibt Dressler seit seiner Schulzeit am Gymnasi­um, von dem er mit 16 Jahren per Schul­verweis geflogen ist.

 
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