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Gleise in den Tod

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In Form einer fesselnden Gerichtsreportage zeichnet Roman Cílek den Prozess vor dem Landgericht München II im Jahr 1964 gegen den Verbindungsoffizier zwischen Himmler und Hitler nach: Karl Wolff, General der Waffen-SS und SS-Obergruppenführer – „Himmlers Wölfchen“. Dutzende Zeugen der Anklage und der Verteidigung sollten Klarheit darüber schaffen, in welchem Ausmaß der Angeklagte über das nationalsozialistische Massenmordprogramm informiert war und welche persönliche Verantwortung er trug.

Die Schilderung des Prozessverlaufs wird dreimal unterbrochen, um die Aussagen von Tätern und Verfolgten des Holocaust mit persönlichen Schicksalen zu konfrontieren: die Lebensgeschichten der Tschechen Richard Glazar, der am Aufstand im Vernichtungslager Treblinka beteiligt war, und František Kraus, der Theresienstadt, Auschwitz und Blechhammer überlebte, und schließlich der Ungarin Ema Stern, die Auschwitz, Ravensbrück und einen Todesmarsch durchleiden musste. Was vor dem Münchner Gericht als entfernte Vergangenheit erscheinen mochte, tritt so noch einmal in all seiner unvorstellbaren Grausamkeit vor Augen, verbindet sich mit konkreten Menschen, die durch ihren Mut, durch Zufälle und durch sehr viel Glück dem Tode entronnen sind.

Als Autor von über fünfzig historisch-politischen Sachbüchern sowie Kriminalromanen gehört Roman Cílek zu den bekanntesten und erfolgreichsten tschechischen Schriftstellern der Gegenwart.

"Es ist ein zutiefst menschliches, ehrliches und gutes Buch. Es gehört zum Besten, was über den Zweiten Weltkrieg geschrieben worden ist und kommt auf seinem Gebiet der Perfektion nahe. Beim Lesen war ich tief ergriffen und beim Schreiben dieser Zeilen läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Es ist ein wunderbares Buch über abscheuliche Dinge, deren Zeugen wir auf den Gleisen der Geschichte in den Tod geworden sind."

Arnošt Lustig

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Roman Cílek wurde 1937 im rastlosen und suchenden Sternzeichen der Fische in České Budějovice geboren. Seine Kindheit und Jugend war geprägt von der Verhaftung und Hinrichtung seines Vaters während der Heydrichiade – der Terrorwelle, mit der die deutschen Besatzer nach dem erfolgreichen Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich am 27. Mai 1942 das Land überzogen und die rund 5000 Todesopfer forderte. Cílek lebte in Soběslav und in Ústí nad Labem, bevor er in den Nachkriegsjahren Prag als Wohnsitz wählte, wo er bis heute lebt.

Lange Zeit arbeitete Cílek als Journalist. In mehr als einem halben Jahrhundert literarischen Schaffens hat er Dutzende von Sachbüchern und psychologisch raffinierte Detektivgeschichten veröffentlicht. Einige seiner Werke gewannen bedeutende Preise und wurden verfilmt: "Výstřely ve vile Edelweiss" (Schüsse in der Villa Edelweiss); "Olga Hepnárová – zabíjela, protože neuměla žít" (Olga Hepnárová – sie tötete, weil sie nicht leben konnte). In den letzten Jahren fesselten unter anderem Cíleks Bücher "Přejde nás smích aneb Prokletí moci" (Das Lachen vergeht uns oder Der Fluch der Macht – hinter den Kulissen politischer Prozesse in der Nachkriegszeit); "Doživotní ztráta svědomí" (Lebenslanger Verlust des Gewissens); "Skorzeny: život na hraně" (Skorzeny: Leben am Abgrund); "Eichmann: architekt holocaustu" (Eichmann: Architekt des Holocaust); "Krvavá předehra – španělská občanská válka a zahraniční intervence 1936-1939" (Blutige Ouvertüre – Spanischer Bürgerkrieg und ausländische Intervention 1936-1939) seine Leser.

 
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