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Leseprobe vom

Unterwegs ins Paradies

tredition


Franz Prenner - Vom Hütejungen der Familienkühe zum Mann mit der Pferdeherde auf dem elterlichen Hof in der Ost-Steiermark/ Österreich

Franz ist der Junge, dem als Kind die verantwortungsvolle Aufgabe anvertraut wird, die kostbaren Kühe der Familie zu hüten. Mächtig stolz achtet er darauf, dass sie nicht weglaufen. Das tun sie aber und Franz erfasst, dass sie Abenteurer sind und spannt seinen Buben Clan von 6-7jährigen ein und dazu die Großen, die dem Vater schon geholfen haben das Pferd führen, die Grete.

Sie schleichen sich an, als wäre es eine Büffelherde und die Kühe sind wunderbare Spielgefährten, denn sie reagieren kaum - weil sie sie ja kennen und so gibt es gleich ein Erfolgserlebnis. Viel Spaß haben sie und erfinden immer neue Spiele. Mittendrin in der Natur, selbst Naturburschen, kein Grund Angst zu haben – das ist ihr Spielfeld, vertraut und sicher. Sie lieben die Herausforderung, ganz besonders, wenn sie der Hafer sticht.

Ein paar Kühe gibt es heute noch. Der Hof allerdings ist vom Selbstversorger Bauernhof in den letzten 30 Jahren herangewachsen zum Pferde-Herde-Hof mit viel Weideland. „Nie hat Franz eines abgegeben“, sagt seine Mutter. Alle durften hier in Ruhe leben und auch sterben.

Der Stall ist offen, Reiten nebensächlich. 14 nicht dressierte Pferde, geleitet von ihrer selbsternannten orientierend führenden Leitstute und dem Leithengst.

Kommen Menschen im Rahmen des Spiegel-Spiel, die von den Pferden wissen wollen, warum es ihnen wie geht, bringt Franz sie zur Weide und die Pferde entscheiden, welches von ihnen gerade das Richtige ist, als Spiegel zu dienen. Die Führung übernehmen sie von Franz und gehen dann alle miteinander los.

Boxen gibt es nicht.

„Wenn sich die Abendstille auf diesen Ort legt, auf diese Oase der Begegnung von Menschen und Pferden, kannst Du in Ruhe reflektieren und Frieden finden. Schläfst Du in einer Jurte, kannst Du die Pferde schnauben hören. Die Stille, die von ihnen ausgeht, wenn sie da des Nachts alle zusammenstehen, verbindet Himmel und Erde und Du bist mittendrin“. (Zitat aus dem Buch)

Seine Tochter Rebecca, vor 30 Jahren geboren, als ihr Vater Franz begann, sich seinen Traum von einer Pferdeherde zu erfüllen, hat das gleiche Selbstverständnis im Leben mit den Pferden. Sie spricht ohne Worte mit ihnen die universelle Pferdesprache, die, die alle verstehen, auch in Ägypten, das hat sie dort erfahren. Sie ist mit ihnen in dieser universalen Liebe. Drüber reden? „Da gibt’s nichts zu reden“, sagt sie. „Das ist mein Leben mit ihnen“.

Dennoch hat sie mir Geschichten erzählt, oh ja, spannende und die habe ich aufgeschrieben. Vom ersten Zupfen am Seil als Siebenjährige, um sich bemerkbar zu machen bei den beiden Pferden, die ihr Vater ihr plötzlich wie selbstverständlich anvertraut und sie sich erstmal doch verwirrt als Zwerg zwischen zwei Riesen fühlt. Doch es funktioniert, sie verstehen sie - bis zum Freihändig-Galoppieren zum Reit-Bogenschießen.

Ich habe von November 2018 bis Juni 2020 in der Steiermark im und am Michaelihof gelebt. In dieser Zeit habe ich von Menschen die hier wohnen und aus dem Umfeld bis nach Wien und Graz, die immer wieder herkommen, Sicht- und Lebensweisen bei Gesprächen und Interviews in Geschichten, Erzählungen und Gedichten eingefangen. Ebenso meine eigene Entwicklung in dieser Zeit – vom eher ängstlichen Fluchttier-Menschen mit viel Respekt vor den großen Tieren, schön hinter dem Elektrozaun stehenbleibend, zum respektvollen auf sie zugehen ohne Angst und innerlich niederknieend vor ihrer liebenden Lebensweise. Getoppt mit einer Verständigung in Verbindung, die ich mir niemals zuvor hab träumen lassen.

 
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