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Wolfsherz und Silbertinkturen

Was bisher geschah ...

Falls ihr euch nicht mehr erinnert, eine kurze Zusammenfassung, wie mein Leben gerade aus der Bahn geraten ist: Erstens, ich habe erfahren, dass meine Eltern nicht meine Eltern sind und stattdessen Hexer, die mich bei sich aufgenommen haben, um mich vor meinem echten Schicksal zu schützen. Zweitens: Mein echtes Schicksal ist, dass ich in Wahrheit von Sirenen abstamme und somit gewissermaßen eine ... Nixe bin? Und drittens: Habe ich einen stoischen Vampirprinzen kennengelernt, für den ich eine Art Projekt geworden bin. So. Da habt ihr es.

Ich weiß nicht, ob ihr weiterlesen solltet.

Denn seid gewarnt: Das hier muss nicht unbedingt gut ausgehen (oder so, wie ihr es erwartet.)

1

Am nächsten Morgen zwitscherten die Vögel draußen im Garten, Regenluft wehte herein durch das immer noch geöffnete Fenster und ich lag auf meinem Bett und stellte mir vor, dass nichts von allem passiert war. (Immer noch hatte ich Probleme damit, dies mit der Realität zu vereinbaren. Aber keine Sorge, bald würde ich vollends daran glauben.)

Ich machte mich fertig (eine schnelle kalte Dusche, meine alten Klamotten anziehen, Haare kämmen, die leider momentan nicht türkisfarben leuchteten) und stieg dann mit angehaltenem Atem die Treppe hinunter.

Unten war jedoch Radau.

»Warum habt ihr es ihr gesagt?«

»Weil sie es so oder so herausgefunden hätte ...«

»Na und?«

»Sie muss doch endlich wissen, wer sie ist und wer wir sind.«

Oh je. Die Stimme meiner älteren Schwester, Irene.

(Meine Geschwister, nach Alter sortiert, waren:

Irene.

Michael, den wir Mike nannten.

Hanna.

- Hier zwischen kam ich. -

Pina.

Ben.)

Im Flur öffnete sich die Haustür und Rasmus trat ein, im Regencape und mit dem Schlüssel in der Hand. Seine Haare waren nass und ... war er etwa schwimmen?

»Ich habe dahinten so einen hübschen See gesehen, als wir hergefahren sind. Da musste ich kurz einmal untertauchen«, sagte er und grinste mich an. »Ist zu empfehlen, wenn du den Kopf freibekommen willst. Oh. Was ist denn hier los?«

Die Lautstärke im Wohnzimmer wurde immer lauter. Irene war schon immer unsere große Schwester gewesen, die uns vor allem und jedem beschützt hatte und nie davor zurückschreckte, laut zu werden. Papa behauptete, dass sie ihre Stimmbänder bestimmt ölte und auch deshalb Gesangsstunden nahm. (Sie war Musikerin, hatte an einer renommieren Privatschule studiert und war nun Teil eines Orchesters. Geige. Aber eigentlich wollte sie schon immer Sängerin werden.)

»Irene«, sagte Pina, die auch die Treppe herunterkam. In einem großen pinken Hausmantel und mit pinken Haaren. Ihre Haarfarbe wechselte, seit sie das Teenageralter erreicht hatte, eigentlich regelmäßig. »Und? Hast du dich beruhigt, Gwen?« Als sie unten am Treppenabsatz ankam, lächelte sie mich verschwörerisch an. »Und wer war denn bitte schön der heiße Typ, der da gestern in unserem Garten herumgelungert hat?«

»Ein anderer heißer Typ als ich?«, fragte Rasmus entrüstet.

»Ehm, er war ... ein ...«

Sobald er jedoch meinen Blick bemerkte, verschwand das Schmunzeln aus Rasmus' Gesicht. »Nein, oder? Sag es nicht. Sag nicht, dass der ...«

Doch bevor ich ihm Rede und Antwort stehen musste, stürmte Irene aus dem Wohnzimmer. Mit wehendem rotem Mantel und stark geschminkt, als befände sie sich auf dem Weg zu einer Hochzeit. Sie war so groß, dass Pina und ich sofort den Kopf zurücklegten und sie betrachteten. Sie schnaubte, doch als sie mich entdeckte, veränderte sich der wütende Ausdruck in ihrem Gesicht und wurde sanfter. »Ach, Gwen ...«

Ich spürte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen.

Bis zu diesem Moment war mir nicht bewusst gewesen, wie sehr ich sie vermisst hatte.

Unwillkürlich breitete sie die Arme aus und kam auf mich zu, um mich zu umarmen. Sie war von der Statur her ein Abziehbild unserer Mutter, mit dunkelblondem lockigem Haar und Augen wie aus Kristall. Eisblau. »Du hättest es nicht so erfahren sollen«, flüsterte sie. »Doch nicht so. Aber nun gut ... Jetzt hasst du uns bestimmt alle.«

Ich schluckte. »Vielleicht. Für immer und ewig.«

Sie lachte leise und ließ mich los. »Ich habe dein Bild gesehen. Es soll jetzt sogar als Postkarte verkauft werden.«

»WAS?«

Immer noch: Der verdammte großmütterliche Blumen-BH.

Der jetzt auf Postkarten abgedruckt werden sollte?!

»Und ich habe gehört, dass du jetzt einen adeligen Verehrer hast. Einen Ravenstein.« Sie schnalzte mit der Zunge. »Ich bin einmal bei ihnen aufgetreten auf der Burg. Und ehrlich gesagt: Sie leben schon sehr spektakulär. Mir haben sie auch ein Cocktail angeboten, aber es ... schimmerte so rubinrot, dass ich es sofort abgelehnt habe.«

»Womöglich hat dieser adelige Verehrer sie sogar heute Nacht besucht«, warf Pina erneut ein.

Meine kleine Schwester konnte nicht die Klappe halten, sie musste immer alles brühwarm weitererzählen.

»Oh.« Irene riss die Augen auf. »Den darfst du auf keinen Fall vertreiben, Gwen. Die Grüfte seiner Familie sind voller jahrhundertealter Schätze.«

Von der Seite sah ich, wie Rasmus hingegen die Augen verdrehte. Er schien überhaupt nicht materialistisch veranlagt zu sein.

»Er ist immer noch ein Dämon«, sagte Papa, der nun aus der Bibliothek trat mit gleich drei Büchern unter dem Arm. »Nun lasst uns frühstücken.«

Wir folgten ihm zum Esszimmer (das gleichzeitig eine Art Wintergarten war und von allen Seiten mit Fenstern bebaut). Draußen tanzten ein paar Meisen um das Vogelhaus herum und pickten nach Futter.

Der Tisch war bereits von Ben angerichtet worden. Mein Studentenherz schlug schneller. DAS hier hatte ich am meisten vermisst. Das Frühstück im Hause meiner Eltern. Es war so vielseitig angerichtet, dass mir mein trockenes Toastbrot mit labberigem Käse in der WG wie aus einer anderen Welt vorkam. Knusprig angebratene Spiegeleier, Rührei mit Tomaten, Mozzarella, frisch gepresster Orangensaft, allerlei Brotsorten, Brötchen, Croissants, Kuchen, Cornflakes, Haferflocken und und und. Für meine Eltern war das Frühstück eine Art Zeremonie.

»Trotzdem«, hauchte mir Irene ins Ohr und wickelte sich den Schal um ihren Hals, »falls er dich ehelichen will, würde ich keinen Ehevertrag unterzeichnen.«

Rasmus, der hinter uns eintrat, schnaubte und schüttelte heftig mit dem Kopf. »Sie wird ihn sicherlich nicht heiraten. Sag es ihr, Gwen.«

Ich zuckte mit den Achseln. »Ehm, er ist ja sowieso schon verlobt.«

»Und er ist ein Dämon«, warf Papa ein. »Ich möchte bitte nicht, dass eines meiner Kinder mit Dämonen verkehrt. Sie nennen sich schließlich nicht umsonst: Dämonen

»Ihr und eure altertümlichen Sichtweisen ...« Irene setzte sich neben mich, obwohl eigentlich Rasmus neben mir Platz nehmen wollte. Doch sie verwies ihn aufs andere Ende des Tisches. Er seufzte und wanderte weiter, bis er sich hinten neben Ben niederließ. »Heutzutage läuft das nicht mehr so. Es gibt Krähen, die mit ... sagen wir mal ... Wölfen verkehren und Fledermäuse, die sich unsterblich in Fische verlieben. Und früher hat man Hexen angezündet. Und jetzt sind sie bis auf die Märchenfassungen ganz angesagt. Die Ravensteins sind nicht so schlimm. Außerdem bezahlen sie echt gut.« Sie nahm sich mit der Gabel eine Gurkenscheibe und biss drauf.

Mama, die gerade mit einem Tablett voller frisch gebackener Plätzchen hereinkam, runzelte die Stirn. »Soll das etwa bedeuten, dass du in Berlin mit Wölfen verkehrst, Irene?«

Irene lief sofort dunkelrot an und kaute schnell weiter.

Den Rest des Frühstücks verbrachten wir schweigend. (Bis auf Rasmus, der seinen Teller so volllud, dass er vor Genuss schmatzte. Auch für ihn war so ein üppiges Essen bestimmt eine willkommene Abwechslung vom Studentenleben.)

Was bedeutete es schon, dass sie Hexer waren?
Hier, mittendrin, wieder am alten Frühstückstisch mit der Sonne, die durch die Scheiben hereinfiel und uns in einen goldenen Morgenschimmer hüllte, war alles wie früher. Vielleicht hatten sie recht, vielleicht musste sich nicht viel verändern.

Bis auf ...

2

Es musste sich alles verändern.

Gerade, als wir das Geschirr abräumen wollten, schien ein Beben durchs Haus zu gehen. Ich sah, wie Mama und Papa schnell einen Blick wechselten. Sie sprangen hoch, legten ihre Bücher beiseite und eilten in den Flur. Irene wischte sich den Mund ab und rannte ihnen hinterher. Pina knotete ihre Haare zusammen und steuerte auch auf die Haustür zu. Einzig Ben blieb auf dem Stuhl sitzen und starrte mit glasigen Augen auf seinen leeren Teller, seine Hände klammerten sich verkrampft um die Tischkante.

»Was ist hier los?«, fragte Rasmus ihn. Er kaute immer noch.

Ben war bleich angelaufen und schüttelte den Kopf, versuchte nach Luft zu schnappen und zu antworten, aber es gelang ihm nicht.

Auch Rasmus und ich standen auf, lugten in den Flur, wo ... verdammt. Nelly und die anderen standen. Natürlich. Wie dumm von mir. Wenn schon Alex Ravenstein darauf kam, dass ich mich hier bei meinen Eltern befand, würden die Wölfe es auch herausbekommen.

»Gelbaugen sind hier nicht erwünscht«, sagte Papa und stellte sich vor alle anderen.

Doch Mama schob ihn sanft beiseite, damit sie sich neben ihn stellen konnte.

Nelly grinste breit und -

Ich spürte, wie sich Arme um mich legten. Rasmus presste mir die Hand auf den Mund, damit ich offenbar nicht schrie. Dann riss er mich mit sich, durch die Hintertür des Wintergartens hinaus in den Garten, durch das Gestrüpp weiter bis zum dahinterliegenden Wald. Ich strampelte mit den Beinen, versuchte, mich aus seiner Umklammerung zu lösen, doch Rasmus ließ es nicht zu und fluchte. »Gwen, du musst weg. Sie sind wegen dir hier.«

Und meine Familie?

Als hätte Nelly bereits geahnt, dass wir durch den Hinterausgang fliehen würden, wartete hinter dem Zaun eine fünfköpfige Gruppe von Wölfen. Sie rannten auf uns zu, bewegten sich dabei in unmenschlicher Geschwindigkeit, obwohl sie noch nicht einmal verwandelt waren. Rasmus fluchte und lief schneller, was schwierig war, mit mir zappelnd in seinen Armen.

»Lass mich los, verdammt«, presste ich mit zusammengebissenen Zähnen hervor.

»NEIN.«

Er zog mich hinter hohe Sträucher, presste mich gegen einen Baumstamm, damit sie uns nicht sahen. Seine warmen Arme hielten mich umschlungen und er war mir so nahe, dass ich seinen Atem auf meinem Gesicht spürte. Er roch nach Brötchen und Marmelade.

»Ich muss zurück«, wisperte ich.

Doch er schüttelte den Kopf und flüsterte zurück: »Das möchten deine Eltern bestimmt nicht, dass du wieder gefangen genommen wirst. Sie werden das schon verstehen.«

»Und wohin sollen wir dann? Sie werden uns schnappen. Sie sind so schnell.«

»Aber wir haben ein paar ...«, er lächelte mich an, »spezielle Helfer.«

Und wie herbeigerufen tauchte am anderen Ende des Pfads eine goldäugige Gestalt auf, die uns kurz zunickte, mir einen bösen Blick zuwarf und dann laut schrie: »HIER SIND SIE NICHT!«

Charlotte.

Sie knurrte uns aus der Ferne an und verschwand dann wieder.

»Werden sie ihnen etwas antun?«, fragte ich leise.

Aber Rasmus schüttelte den Kopf. »Nein, ich glaube nicht, dass irgendjemand deiner Familie etwas antun kann. Sie sind schon ziemlich cool, das muss ich zugeben. Obwohl sie ... na ja ... Krähen sind.«

»Krähen?«

»Hexer.«

Als sich die Geräusche um uns herum beruhigt hatten, ließ er mich wieder los. Seine Arme waren so warm gewesen, dass mir die Welt plötzlich viel kälter vorkam ohne ihn. Ich fröstelte und er zog sich, galant wie er war, den Pullover über den Kopf und reichte ihn mir. Darunter trug er nur ein weißes Unterhemd.

»Danke.«

Ich schlüpfte in seinen Pullover, der mir dreifach so groß war und an mir eher wie ein eigentümliches Kleid wirkte.

»Dafür wird sie mich umbringen«, sagte er und schüttelte den Kopf.

»Hm?«

»Charlotte. Dass ich mich so sehr um dich kümmere. Sie wird mich fragen: Warum tust du das? Und ganz ehrlich: Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll.«

Er kannte mich gar nicht und half mir trotzdem.

»Ich habe dich halt beobachtet«, sagte er, »die letzten Monate lang, im Schwimmbad, habe gesehen, was du drauf hast, wenn du denkst, dass niemand dich sieht. Wenn du unter Wasser sein kannst. Wie anders du dich dann verhältst, dich bewegst ... Ich glaube, dass ich dich kenne. Vielleicht deshalb. Oder vielleicht sehe ich dich auch als kleine Rekrutin, oder gar Schwester.«

Er führte mich weiter durch den Wald, an hohen Tannen vorbei, und wir entfernten uns vom Architektenhaus am Ende des Waldes, das einer Familie von Hexern gehörte. Meiner Familie.

Unsere Schritte waren ganz leise, knirschten ein wenig auf dem Waldboden und ein paar Vögel flatterten davon, sobald wir in ihre Nähe kamen.

Schließlich kamen wir an dem See an, den Rasmus mir zuvor beschrieben hatte. Neunzehn Jahre hatte ich hier gelebt und ihn nie gesehen - oder hatten mich meine Eltern davor bewahrt? Ihn zu entdecken?

Er schimmerte trüb im Morgenlicht und spiegelte die Umgebung voller Tannen und Felsen.

»Und jetzt«, sagte Rasmus, »schwimmen wir weg. Na? Bist du bereit?«

»Bereit«, sagte ich und nickte.

3

Mit dem Wissen, dass ich hierher gehörte, fühlte sich alles noch mal anders an. Hier, im See, verwandelte ich mich nicht (weil ich es offenbar noch nicht beherrschte, mich auf Knopfdruck zu verändern). Im Gegensatz zu Rasmus.

Es war merkwürdig, alles aus der Perspektive eines Außenstehenden zu beobachten. Wie er sich veränderte, wie seine Beine plötzlich von glänzenden grünen Schuppen überschwemmt wurden (bei ihm entwickelte sich jedoch keine Flosse wie bei mir). Wie ein helles, gleißendes Licht von ihm ausging, während er auf mich zuschwamm und dann die Arme um mich legte.

Weil wir so offenbar noch schneller waren.

Ich begriff plötzlich, warum Alex Ravenstein dermaßen fasziniert von mir war.

Denn nun war ich genauso fasziniert von Rasmus' Anblick.

Er lächelte.

»Jetzt bist du wohl doch beeindruckt, hm?« Seine Lippen bewegten sich gar nicht, trotzdem konnte ich ihn hören.

Er hielt meine Hand und dann ...

schwebten wir durchs Wasser.

Es war wesentlich dreckiger als das Wasser an der Nordsee, vermutlich auch deshalb so trüb, trotzdem fühlte ich mich wohl. Es lagen absichtlich verlorene Kühlschränke auf dem Grund, es schwammen ein paar verwaiste Goldfische umher, die sich vor Rasmus und mir erschraken und schnell hinter ein paar Steinbrocken versteckten. Hier unten wimmelte es von Menschenmüll.

Als Rasmus meinen traurigen Blick bemerkte, strich er mir zärtlich über die Handinnenfläche. »Ich habe schon oft Aktionen organisiert mit anderen, um diese Orte zu säubern. Aber ... es hört nicht auf. Hier ist es noch relativ überschaubar. Du müsstest dich mal in Großstädten umschauen.«

Mit ihm an meiner Seite schwammen wir so schnell, dass letztendlich alles neben mir zu einem Mischmasch aus Farben und Lichtflecken wurde und ich komplett vergaß, dass ich an die Wasseroberfläche musste, um zu atmen. Auch Rasmus schien es vergessen zu haben. Denn solange ich nicht verwandelt war, konnte ich nicht unendlich lange hier bleiben.

Plötzlich war mir schwindelig, ich schwankte, spürte, wie meine Finger aus seiner Hand glitten - und dann wurde auf einmal alles schwarz.

4

»Gwen. Verflucht. Gwen. Warum habe ich nicht ...«

Ich spürte eine Hand auf meiner Brust, die presste und drückte. Einen fremden kalten Mund auf meinen Lippen. Der mich beatmete. Und dann wieder ... Ich blinzelte und spuckte einen Schwall Wasser aus, hustete und beugte mich vor.

Rasmus saß mit blassem Gesicht vor mir und sah mich schuldbewusst an. »Ich habe dich überfordert, tut mir leid. Ich habe gedacht, dass du bereit dafür bist ...«

Das Leuchten, das ihn im Wasser begleitet hatte, war längst weg. Nun wirkte er blass und unscheinbar. Wie ich. Sein Unterhemd war nass und er zitterte. Wegen mir. »Geht es?«, fragte er leise.

Ich nickte.

»Ich hätte dich fast getötet«, flüsterte er und schüttelte den Kopf. »Du bist immer noch ein Mensch und ... Ich hätte besser aufpassen müssen.«

»Aber ... ich bin nicht tot.«

Ich versuchte zu lächeln und legte mich dann zurück, auf eine kleine taunasse Wiese. Sah in den Himmel, der dunkel geworden war. Zog ein Sturm auf? Wie spät war es? Wie ging es meinen Eltern? Meinen Geschwistern? Neben mir fiel auch Rasmus zurück und fluchte weiter. Seine Hand griff wieder nach meiner. Strich darüber. Seine Finger waren kalt.

»Du musst dich in Zukunft früher melden, wenn was ist«, sagte er, »du musst nicht schüchtern sein. Nicht bei mir. Bei niemandem.«

»Ich habe es nicht gemerkt«, wisperte ich.

Das Wasser war für mich nie eine Gefahr gewesen. Wenn andere Kinder sich vor dem Schwimmunterricht fürchteten, sprang ich sofort über den Beckenrand, ohne mir Gedanken zu machen.

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