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Wo der Fettschwanzmaki fremdgeht

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Vorwort
  5. Afghanistan
  6. Ägypten
  7. Albanien
  8. Algerien
  9. Andorra
  10. Angola
  11. Antigua & Barbuda
  12. Äquatorialguinea
  13. Argentinien
  14. Armenien
  15. Aserbaidschan
  16. Äthiopien
  17. Australien
  18. Bahamas
  19. Bahrain
  20. Bangladesch
  21. Barbados
  22. Belgien
  23. Belize
  24. Benin
  25. Bhutan
  26. Bolivien
  27. Bosnien und Herzegowina
  28. Botsuana
  29. Brasilien
  30. Brunei
  31. Bulgarien
  32. Burkina Faso
  33. Burundi
  34. Chile
  35. China
  36. Costa Rica
  37. Dänemark
  38. Deutschland
  39. Dominica
  40. Dominikanische Republik
  41. Dschibuti
  42. Ecuador
  43. El Salvador
  44. Elfenbeinküste
  45. Eritrea
  46. Estland
  47. Fidschi
  48. Finnland
  49. Frankreich
  50. Gabun
  51. Gambia
  52. Georgien
  53. Ghana
  54. Grenada
  55. Griechenland
  56. Großbritannien und Nordirland
  57. Guatemala
  58. Guinea
  59. Guinea-Bissau
  60. Guyana
  61. Haiti
  62. Honduras
  63. Indien
  64. Indonesien
  65. Irak
  66. Iran
  67. Irland
  68. Island
  69. Israel
  70. Italien
  71. Jamaika
  72. Japan
  73. Jemen
  74. Jordanien
  75. Kambodscha
  76. Kamerun
  77. Kanada
  78. Kap Verde
  79. Kasachstan
  80. Katar
  81. Kenia
  82. Kirgisistan
  83. Kiribati
  84. Kolumbien
  85. Komoren
  86. Kongo - Demokratische Republik
  87. Kongo - Republik
  88. Kroatien
  89. Kuba
  90. Kuwait
  91. Laos
  92. Lesotho
  93. Lettland
  94. Libanon
  95. Liberia
  96. Libyen
  97. Liechtenstein
  98. Litauen
  99. Luxemburg
  100. Madagaskar
  101. Malawi
  102. Malaysia
  103. Malediven
  104. Mali
  105. Malta
  106. Marokko
  107. Marshallinseln
  108. Mauretanien
  109. Mauritius
  110. Mazedonien
  111. Mexiko
  112. Mikronesien
  113. Moldawien
  114. Monaco
  115. Mongolei
  116. Montenegro
  117. Mosambik
  118. Myanmar
  119. Namibia
  120. Nauru
  121. Nepal
  122. Neuseeland
  123. Nicaragua
  124. Niederlande
  125. Niger
  126. Nigeria
  127. Nordkorea
  128. Norwegen
  129. Oman
  130. Österreich
  131. Osttimor
  132. Pakistan
  133. Palau
  134. Panama
  135. Papua-Neuguinea
  136. Paraguay
  137. Peru
  138. Philippinen
  139. Polen
  140. Portugal
  141. Ruanda
  142. Rumänien
  143. Russland
  144. Salomonen
  145. Sambia
  146. Samoa
  147. San Marino
  148. São Tomé und Príncipe
  149. Saudi-Arabien
  150. Schweden
  151. Schweiz
  152. Senegal
  153. Serbien
  154. Seychellen
  155. Sierra Leone
  156. Simbabwe
  157. Singapur
  158. Slowakei
  159. Slowenien
  160. Somalia
  161. Spanien
  162. Sri Lanka
  163. St. Kitts und Nevis
  164. St. Lucia
  165. St. Vincent und die Grenadinen
  166. Südafrika
  167. Sudan
  168. Südkorea
  169. Südsudan
  170. Suriname
  171. Swasiland
  172. Syrien
  173. Tadschikistan
  174. Tansania
  175. Thailand
  176. Togo
  177. Tonga
  178. Trinidad und Tobago
  179. Tschad
  180. Tschechien
  181. Tunesien
  182. Türkei
  183. Turkmenistan
  184. Tuvalu
  185. Uganda
  186. Ukraine
  187. Ungarn
  188. Uruguay
  189. USA
  190. Usbekistan
  191. Vanuatu
  192. Vatikanstadt
  193. Venezuela
  194. Vereinigte Arabische Emirate
  195. Vietnam
  196. Weißrussland
  197. Zentralafrikanische Republik
  198. Zypern
  199. Über die Autoren

Helge Hesse
Josi Kemmann
Henning Hesse

WO DER
FETT
SCHWANZ
MAKI
FREMDGEHT

Das Länderlexikon
der erstaunlichen Fakten

Vorwort

»Die Welt ist voll unzähliger Dinge. Ich bin sicher wir sollten alle glücklich sein wie Könige.«

Robert Louis Stevenson

Schuhgröße, Haarfarbe, Geburtsort – zack und wir kennen einen Menschen?! Natürlich nicht. Auch den Ländern dieser Welt kommen wir durch Einwohnerzahl, Fläche und Regierungsform kaum näher. Beim einen wie beim anderen sind es eher die kleinen und größeren Eigenheiten, die den Charakter ausmachen. Wo der Fettschwanzmaki fremdgeht – Das Länderlexikon der erstaunlichen Fakten spürt diesem Charakter nach und findet ihn in den Kneipen Namibias, den Haaren der Brasilianer und dem lächelnden Nein der Thailänder. Mit jedem neuen Land werden Sie ein bisschen mehr zum Globetrotter, dem keiner mehr was vormachen kann.

So, wie jedes Land in der UNO eine Stimme hat, erhält hier jedes den gleichen Raum: Vanuatu bekommt zwei Buchseiten, genauso wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Denn jedes Land, ob groß oder klein, macht die Welt reich. Ach ja, und sollten wir trotz emsiger Überprüfung mal in eine Infofalle getreten sein, lassen Sie es uns wissen:

mail-an-maki@web.de

Doch wo geht der Fettschwanzmaki jetzt fremd?

Viel Spaß beim Herausfinden!

Helge Hesse

Josi Kemmann

Henning Hesse

Berlin, Düsseldorf im Oktober 2012

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Afghanistan

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»Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Sport universell funktioniert.«

IOC-Sprecher Mark Adams, nach afghanischen Überlegungen, den Nationalsport Buzkashi olympisch zu machen. Beim Buzkashi spielen Reiter Polo mit einer geköpften Ziege, und wer den Kadaver als Erster in den Zielkreis zerrt, hat gewonnen. Irgendwann in den letzten 2000 Jahren entstanden, wurde der Sport unter den Taliban verboten, lockt heute aber wieder Tausende Zuschauer, dazu Fernsehen und Sponsoren.

Name

Der Afghane. Mindestens 13 Arten gibt es und dennoch ist er einmalig. Einst war dieser Hund so kostbar, dass es verboten war, ihn außer Landes zu bringen. 2005 haben koreanische Wissenschaftler einen aus einem Ohr nachgemacht. Der erste Hundeklon der Welt war Afghane.

Rekord

Der erste Skiclub und das erste Skirennen des Landes. Im Koh-e-Baba-Massiv, 180 Kilometer westlich von Kabul, macht der »Bamiyan Ski Club« aus dem Fehlen von Skiliften eine Tugend und richtet die »Afghan Ski Challenge« aus, bei dem der Start schon beim Aufstieg beginnt. Die Teilnehmer kommen aus aller Welt, doch auf dem Siegertreppchen standen 2012 nur afghanische Skifahrer.

Das können die Afghanen besser

Kein anderes Land hat so häufig das Fähnchen gewechselt. 24-mal seit 1880. Im Jahr 1929 gab es allein vier verschiedene Flaggen. Eine wurde nur drei Tage hochgehalten, so lange wie der damalige König.

Danke für …

… den Lapislazuli. Der Halbedelstein wurde bereits vor über 7000 Jahren abgebaut. Zermahlen war er der Stoff, mit dem Kleopatra ihren Lidstrich zog. Die Maler der Renaissance nutzten ihn für die Roben der Madonna. Und Yves Klein inspirierte er in den 1950ern zu seiner berühmten Markenfarbe »International Klein Blue« (IKB). Ein Kilo reines Ultramarin kostet 20 000 Euro. Die Lapislazuli-Reserven in Afghanistan werden auf rund 3000 Tonnen geschätzt.

Nur hier

Keiner will die 39 auf dem Auto-Kennzeichen. Auch Häuser mit der 39 finden keine Käufer, Telefonbesitzer lassen sich eine neue Nummer geben und 39-Jährige sagen, sie seien schon 40. Denn mit der 39 wird man ausgelacht. Keiner weiß, warum, aber die gängigste Theorie ist, dass ein Zuhälter die Zahl auf Nummernschild und Wohnungstür hatte. Andere sagen, dass die Beamten der verschiedenen Behörden das Gerücht gestreut haben, denn sie verdienen an den Leuten, die die 39 loswerden wollen.

Es war einmal

Alexander der Große, Dschingis Khan, Timur Lenk, die Briten, die Sowjets und die NATO. Immer wieder war das Land aufgrund seiner Lage Ziel von Kriegsherren.

Afghanistan fühlen

Der Hochzeitskuchen wird im Kilo verkauft. Im Durchschnitt liegt das Gewicht bei 20 kg. Das entspricht einer Masse von 30 Eiern, 5 Kilo Creme und 7 Kilo Zucker.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

92 Prozent des weltweit gehandelten Opiums werden hier produziert. Die daraus hergestellten Drogen werden aber nicht nur exportiert: Die Afghanen stehen auf Platz 5 der Nutzerliste (pro Kopf).

Übrigens

Vom Helden zum Ausgestoßenen: Abdul Ahad Mohmand war 1988 der erste und einzige Afghane im Weltraum, nahm den Koran mit und sprach in Paschtu mit der Erde. Das Problem: Er flog mit der Sojus, wurde »Held der Sowjetunion« und damit bald Feind. 1992 flüchtete er nach Deutschland, nach Ostfildern in Schwaben – der einzige afghanische Raumfahrer ist heute Deutscher.

Ägypten

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»Ich wünsche dir allen Wohlstand, insbesondere einen langen Pimmel!«

Siebenjähriger ägyptischer Junge zu Gustave Flaubert im Jahr 1849.

Der französische Schriftsteller notierte ein hohes Maß an sexueller Offenheit und Obszönität, auch unter den vornehmsten Damen und Herren.

Name

Einst bildeten die koptischen Christen die absolute Mehrheit im Land. Von den Griechen wurden sie »aigyptos« genannt. Heute liegt ihr Anteil bei rund zehn Prozent.

Rekord

In keinem anderen Land wird das Wort Sex so häufig gegoogelt. Ähnlich interessiert ist man in Indien und in der Türkei.

Das können die Ägypter besser

Von allen UN-Diplomaten bekommen die Ägypter die meisten Strafzettel in den Straßen von New York. Da Diplomaten dank ihres Sonderstatus nicht zahlen müssen, erlaubten sich die Ägypter von 1997 bis 2009 insgesamt 17 633 Tickets für 1,9 Millionen US-Dollar. Die Norweger sammelten vier.

Danke für …

Die heutigen Sportkletterer haben von den Ägyptern gelernt. Von 3500 Jahre alten Wandbildern guckten sie sich eine bestimmte Körperhaltung ab, die sie den »Ägypter« nennen. Er wird oft in überhängendem Gelände angewandt.

Nur hier

Tote und Lebende wohnen Wand an Wand in Al-Qarafa, dem Friedhofsbezirk von Kairo. Über 300 000 (lebende) Menschen haben sich hier über die Jahre niedergelassen. Gruften wurden zu Häusern, in Nachbarschaft von Prinzessinnen und Sultanen, die ihr Grabmal vor über tausend Jahren bezogen.

Es war einmal

Im Sommer 2012 wurde ein nur 20 Zentimeter langer Sarkophag von Dresden nach Kairo zurücküberführt, mit einer Spitzmaus darin. Auch auf dem Deckel sieht man sie, vergoldet. Im alten Ägypten wurde sie wohl getötet und einem Menschengrab beigelegt. Spitzmäuse symbolisierten, blind geboren, den Gott der Blinden: »Chenti-irti«. In der Dunkelheit des Grabes sollten sie den Verstorbenen Orientierung geben. Die Maus, 1948 gestohlen, hat jetzt im Museum am Tahir-Platz ihre letzte Ruhe gefunden.

Ägypten fühlen

Kairo ist laut wie ein Rasenmäher, hat das ägyptische Forschungszentrum herausgefunden: 85 Dezibel im Durchschnitt zwischen morgens um 7 und abends um 22 Uhr. Am Tahir- oder Ramsis-Platz sind es sogar 95 Dezibel. Das ist kaum leiser als ein Schlagbohrer.

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Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

In Ägypten vermutet man die meisten Landminen. Nach den Kriegen gegen Israel 1956, 1967 und 1973 blieb viel liegen, zusätzlich zu den über 20 Millionen Minen der Deutschen und Briten aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Wüstenvölker nennen die verseuchten Gebiete Todesgärten.

Übrigens

Noch um 1920 verkauften deutsche Pharmazeuten zermahlene ägyptische Mumien als Heilmittel: »Mumia vera aegyptiaca, 12 Mark pro Kilo«. Seit dem Mittelalter schluckte man das Pulver oder rieb sich damit ein – gegen »Husten, Halsweh, Schwindel, Gichtbrüchigkeit, Herzweh, Zittern, Nierensucht und Kopfschmerzen«. Es war so beliebt, dass die Mumien knapp wurden. Die Europäer nahmen daher heimlich Moorleichen oder Arme vom Friedhof.

Albanien

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»Warum Albanien?« »Warum nicht?«

»Was haben sie uns getan?« »Was haben sie für uns getan? Was wissen Sie über die?« »Nichts.« »Sehen Sie? Die bleiben unter sich, sind gerissen. Man kann ihnen nicht trauen.«

Dialog aus dem US-Film Wag the Dog. Der amerikanische Präsident will irgendein Land angreifen, um von seinen persönlichen Schwierigkeiten abzulenken.

Name

Die Albaner selbst nennen sich »Shqiptarët« von »shqiptoj« (»aussprechen«). Daraus wurden im Deutschen die Skipetaren. Das Land der Skipetaren, wie ein Buch von Karl May heißt, nennt sich heute in der Landessprache Skipetarische Republik.

Rekord

Albanien wurde 1967 von den regierenden Kommunisten zum »ersten atheistischen Staat der Welt« erklärt. Religionsverbot! Das wurde 1990 rückgängig gemacht, heute leben hier bis zu 70 Prozent sunnitische Muslime.

Das können die Albaner besser

Inbrünstig Mercedes fahren. In kommunistischen Zeiten durfte die normale Bevölkerung keine Autos besitzen. Die Dienstwagen der Partei waren ausschließlich Mercedes. Das machte Albanien zum Land der einen Automarke. Heute ist der Mercedes noch immer ein Statussymbol, was man in Videos vom Straßenverkehr in Tirana auf YouTube bewundern kann. Autos mit dem deutschen Länderkennzeichen »D« waren zeitweise besonders begehrt.

Danke für …

… John (Blues Brothers) und James Belushi (Die Glücksritter), US-Schauspieler mit albanischen Eltern, die ihre Söhne in dem Land großzogen, das in Wag the Dog Albanien angreifen wird.

Nur hier

Die Albaner kennen kein Wort für Kopfschmerzen.

Albanien fühlen

Newsweek wählte Albanien in einer Studie 2010 zur Nummer 1 unter den Nationen mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen in der Welt. Es punktet bei der Bildung (99 Prozent können lesen), beim Gesundheitssystem und bei der Lebensqualität. Obwohl sie in einem der ärmsten Länder in Europa leben, werden Albaner im Durchschnitt 78 Jahre alt, Frauen sogar 81. Im Vergleich: Deutsche leben durchschnittlich 79 Jahre.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Die Blutrache ist heute vor allem noch in Nordalbanien beliebt. Davon bedrohte Männer verlassen das Haus nicht mehr, da sie laut »Kanun«, dem Regelwerk für Stolz und Ehre, in den eigenen vier Wänden geschützt sind.

Es war einmal

»Lasset uns die revisionistischen Thesen des 20. Parteitags der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und die antimarxistischen Stellungen der Chruschtschowgruppe verwerfen! Lasset uns den Marxismus-Leninismus verteidigen!« Aus einer der Reden des von 1944 bis 1985 regierenden stalinistischen Diktators Enver Hoxha. Fünf Jahre nach besagtem sowjetischem Parteitag, der 1956 die Entstalinisierung eingeleitet hatte, brach Hoxha 1961 mit der Sowjetunion.

Übrigens

Enver Hoxha hat in den 1970er- und 1980er-Jahren 750 000 kleine Betonbunker ins Land bauen lassen, aus Angst vor einer westlichen Invasion. Das Konzept: ein Bunker für jeweils vier Albaner. Heute werden sie als Liebesnester, Scheunen oder Klos genutzt, doch die meisten zerfallen. Sie kosteten damals jährlich zwei Prozent des Nettoinlandproduktes.

Algerien

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»Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.«

Albert Camus (1913–1960), Literaturnobelpreisträger, als Algerienfranzose in Algerien geboren und aufgewachsen.

Name

Algeriens Hauptstadt heißt genauso wie der populäre internationale TV-Sender Al Jazeera (aus Katar). Das Wort »Algier« kommt von »al-Jazā‘ir«, was so viel wie »die Inseln« bedeutet. Der Sender steht für die arabische Halbinsel.

Rekord

Das größte Land des Kontinents (seit der Teilung des Sudans 2011) braucht auch die größte Moschee: die Djamaâ el Djazaїr Moschee, geplant von Frankfurtern und bezahlt von Chinesen, soll ab Herbst 2015 alle Rekorde brechen: 270 Meter hohes Minarett, Platz für 120 000 Gläubige, eine Milliarde Euro in den Sand gesetzt.

Das können die Algerier besser

Tee ist der Luxus der Tuareg: Als Gast bekommen Sie drei Gläser aus drei Aufgüssen: Das erste Glas schmeckt bitter wie das Leben, das zweite süß wie die Liebe und das dritte sanft wie der Tod. Nach der Zeremonie steht man unter dem Schutz der Tuareg. Lehnen Sie nie ein Glas ab!

Danke für …

… den beliebtesten Franzosen! Zinédine Zidane, Sohn algerischer Einwanderer, war laut Umfrage 2012 der meistgemochte Mann in Frankreich.

Nur hier

… wurde Fußball zur politischen Waffe. Am 13. und 14. April 1958 schlichen sich zwölf algerische Fußballer aus Frankreich heimlich nach Algerien, um eine Nationalelf zu gründen. Die »Unabhängigkeitself« bestritt bis zum Ende des Algerienkrieges 1962 um die 80 Länderspiele – auch gegen die weltweite französische Diplomatie. Die meisten Spiele gewann die Elf souverän.

Es war einmal

»Springmaus« nannten die Franzosen eine Atombombe, die sie in der algerischen Wüste testeten. Die Sprengkraft lag bei 70 Kilotonnen: Hiroshima mal fünf. In das Experiment einbezogen wurden nicht nur 300 Soldaten ohne Schutzkleidung, sondern auch ihre ungeborenen Kinder und Enkel.

Algerien fühlen

Kein Land hat so viel Sahara! 85 Prozent Wüste, 15 Prozent Wüstensteppe.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Schafsbockkämpfe.

Übrigens

In Algier wurde 2011 die einzige U-Bahn im Maghreb eröffnet, erst die zweite in ganz Afrika (nach Kairo). Hat länger gedauert: Erst 30 Jahre nach den ersten Planungen übergab Siemens das Ganze schlüsselfertig. Zunächst nur eine Linie, 8,5 Kilometer lang, zehn Stationen.

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Andorra

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»Ewig werde ich mich nach den Frauen dieses Landes zurücksehnen. Welcher Seelenadel! Welcher Zauber! Welches Feuer!«

Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller, in dem 1927 erschienenen Pyrenäenbuch.

Name

Man streitet. Heißt Andorra nun »Der Wald« oder »Land der Büsche«?

Rekord

Andorra la Vella liegt 1011 Meter hoch und ist nicht nur die höchstgelegene Hauptstadt Europas, sondern auch die einzige Stadt im Land.

Das können die Andorraner besser

Pins sammeln. Hier und nirgendwo sonst gibt es ein Pin-Museum. Mit 52 000 Ansteckern aus aller Welt – und sogar ein paar aus Andorra.

Danke für …

14 von 28 Parlamentsmitgliedern sind Frauen – Europarekord! Und weltweit der zweite Rang hinter Ruanda.

Nur hier

… stehen Spanier und Franzosen gleichzeitig an der Staatsspitze. Im 13. Jahrhundert kämpften sie noch um das Land. Als 1278 die Vernunft siegte, vereinbarten sie, gemeinsam zu herrschen. Seitdem teilen sich der Bischof von Urgell und der französische Staatspräsident als Kofürsten das Amt des Staatsoberhaupts. Noch bis 1993 waren die Andorraner tributpflichtig: In ungeraden Jahren bezahlte man Monsieur le Président 960 Francs, in geraden Jahren erhielt der spanische Bischof 460 Peseten, zwölf Hühner, zwölf Schinken und zwölf Käselaibe.

Es war einmal

König Boris I., der Hochstaplermonarch! Im Juli 1934 schaffte es der zugereiste Russe Boris Michailowitsch Skossyrew, die andorranischen Räte davon zu überzeugen, ihn zum König zu ernennen. Er versprach den armen Bauern, ihr Land in ein Steuerparadies wie Monaco zu verwandeln, prompt wählten ihn 23 der 24 Volksvertreter. Doch der Bischof von Urgell erfuhr davon und schickte vier spanische Polizisten, die ihn verhafteten. Keiner der Räte schritt ein. König Boris verstarb 1989 in Rheinland-Pfalz.

Andorra fühlen

Armes kleines Andorra! Bei den »Spielen der kleinen Staaten«, die seit 1985 alle zwei Jahre (mit Liechtenstein und Luxemburg, Malta und Monaco) ausgetragen werden, damit auch sie mal etwas gewinnen, schneidet Andorra regelmäßig am schlechtesten ab. Zypern hat zehnmal so viele Goldmedaillen.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

»Den größten Duty-free-Shop« Europas nennen sich die Andorraner. An den Wochenenden wird die Stadt von Einkaufstouristen aus den Nachbarländern verstopft. Wie es sich für ein kleines europäisches Fürstentum gehört, gibt es auch praktisch keine Steuern und – einmalig in der Welt! – daher auch kein Finanzamt (was wiederum Steuern spart). Die Freiheit nutzen Wohlhabende aus ganz Europa, um ihr Vermögen vor dem Allgemeinwohl zu retten. Nur ein Drittel der Einwohner sind daher richtige Andorraner.

Übrigens

Andorra und Karl der Große – ein Traumteam. Anfang des 9. Jahrhunderts kämpften sie zusammen gegen die Sarazenen (Araber) und gewannen. Karl dankte es Andorra mit dem eigenen Land, Andorra dankte es Karl 1100 Jahre später mit der Nationalhymne zu seinen Ehren: »El Gran Carlemany, mein Vater, befreite mich von den Sarazenen …«

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Angola

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»Ich weiß nicht viel über Angola, aber eins weiß ich: Die kriegen jetzt ’ne Menge Ärger.«

Charles Barkley, Ex-Basketballer, bei Olympia 1992 in Barcelona vor dem Spiel gegen Angola. Angola wird mehr als nur ernst genommen: Im Basketball ist Angola eine Macht, Nummer 13 in der Welt und dominant auf seinem Kontinent. Zehn der zwölf letzten Afrikameisterschaften gewann Angola.

Name

Im 16. Jahrhundert residierte im Königreich Ndongo ein Herrscher namens N’gola (Angola).

Rekord

Luanda ist die teuerste Stadt der Welt – zumindest für die mit dem Öl angeschwemmten Ausländer: Die Förderung von über zwei Millionen Barrel täglich machen die Stadt reich. Die Miete für ein Apartment liegt bei 12 500 Euro im Monat, das Fast-Food-Menü kostet 15 Euro und der Milchkarton 3,50 Euro. Da aber genug Öl da ist, kostet der Liter Bleifrei nur 50 Cent. Zumindest den könnte sich der normale Angolaner kaufen – der von 1,50 Euro pro Tag lebt.

Das können die Angolaner besser

Schön sein und sich hohe Ziele setzen: Leila Lopes, 25, Wirtschaftsstudentin aus Benguela, ist die Schönste nicht nur hier, sondern auch jenseits der sieben Meere. 2011 wurde sie zur »Miss Universe« gewählt: »Ich glaube, das Universum braucht meine Stimme und meine Hilfe. Und jetzt, als Miss Universe, hoffe ich, viel mehr bewegen zu können«, sagte sie in ihrer Dankesrede.

Danke für …

30 Kilometer vor Luanda steht eine Stadt, in der keiner wohnt. 500 000 Angolaner hätten hier Platz, aber die Apartments in den Hochhäusern kosten ab 120 000 Dollar aufwärts. »Nova Cidade de Kilamba« hat auch ein Dutzend Schulen, doch die Schüler kommen täglich von weit her. Die Geisterstadt wartet darauf, dass der Ölboom die normale Bevölkerung erreicht. Wer traut sich an solche Investments? China!

Nur hier

Wirtschaftswachstum von über zehn Prozent pro Jahr, das ist ungeschlagen in Afrika.

Es war einmal

Der »Capoeira« hieß ursprünglich »Capoeira Angola« – die Kampfkunst, die Schüler in Berlin-Prenzlauer Berg und Hausfrauen in Düsseldorf-Flingern zur Zerstreuung lernen, kommt eben nicht von den Brasilianern, sondern von den Angolanern. Und die brauchten sie zum Überleben: Vier Millionen versklavte Angolaner schleppten die Portugiesen im 16. Jahrhundert nach Brasilien. Viele flohen, schlugen sich durch die Wälder und der Capoiera wurde zum Teil ihres Freiheitskampfes.

Angola fühlen

Kuduro, der Tanz, heißt so viel wie »harter Arsch«. Kuduro, die Musik, hat inzwischen auch Angolas Ex-Mutterland Portugal und Europa erobert. »Danza Kuduro« etwa war 2011 die Nummer 1 in Deutschland, Schweiz, Österreich und wird im Hollywood-Blockbuster Madagascar von einer Giraffe, einem Zebra und einem Nilpferd getanzt.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Das regierungstreue Blatt Jornal de Angola ist die einzige Tageszeitung und erscheint mit einer Auflage von 40 000 Exemplaren täglich.

Übrigens

Die Frauen-Handballnationalmannschaft kann sich sehen lassen. Bei den Afrikameisterschaften nahmen die Spielerinnen bei 20 Turnieren elfmal Gold mit nach Hause.

Antigua & Barbuda

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»Auf Verlangen, ein fettes Schaf jährlich.«

Der Preis, den Anfang des 18. Jahrhunderts die britische Königin Anne für die Überlassung der Karibik-Insel Barbuda (für 99 Jahre) der Familie Codrington nannte. Die Codringtons waren jahrhundertelang die mächtige englische Sippe hier.

Name

Wadadli und Wa‘omoni hießen die beiden Inseln. Aber das sagte den Spaniern nichts, so nannten sie sie »alt« (Antigua) und »bärtig« (Barbuda), so wie die Feigenbäume ihnen dort erschienen.

Rekord

1257 Handelsschiffe nennen den kleinen Hafen von St. John (25 000 Einwohner) ihre Heimat (2010). Pro forma. Wenn die Deutschen nicht wären, wären es schlappe 163, denn die stecken sich die Flagge Antiguas ans Heck, um deutsche Steuern und Heuern zu sparen. Holländer und Dänen tun das auch. Nur 42 Schiffchen sind wirklich aus Barbuda.

Das können die Antiguaner und Barbudaner besser

Entweder heiraten die Menschen hier öfter oder Europäer und Amerikaner fliegen zum Trauen hierher. Die Inseln hatten zuletzt die höchste Hochzeitsrate der Welt: 21,5 auf 1000 Leute jährlich.

Danke für …

… einfache Lebensweisheiten. Etwa: »Higher monkey climb, de more he show he arse« ist breitestes Kreol-Englisch für »Je höher der Affe klettert, umso mehr zeigt er von seinem Arsch«.

Nur hier

Antigua ist Ziel der längsten Ruderregatta der Welt, des Atlantic Rowing Race, das die Reiseroute des Kolumbus nachrudert. Nach 4700 Kilometern von den Kanaren aus über den Atlantik erreichen die Zwei-Mann-Boote nach 40 oder 50 Tagen English Harbour.

Es war einmal …

… eine tiefe Abneigung gegen die beiden Inseln: Der große britische Admiral Horatio Nelson, der als junger Mann die karibische Flotte kommandierte, mied hier den Landgang und blieb 1784 monatelang auf seiner Fregatte. Nelson: »ein widerwärtiger Ort«, ein »erbärmliches Loch«. Vor den Engländern hatten die Spanier, Franzosen, Holländer Antigua & Barbuda lieber links und rechts liegen gelassen, weil sie die dort lebenden Kariben fürchteten, die selber Besetzer waren. Erst die Engländer trauten sich 1632, bauten Plantagen und holten Sklaven aus Westafrika.

Antigua & Barbuda fühlen

1600 gegen 80 000 Einwohner: Die kleinere Insel Barbuda fühlt sich vernachlässigt. »Barbuda ist hinter dem Rücken Gottes«, sagt ein Sprichwort. Schon unter den Briten war sie nur Sklavenhort für Antigua und noch immer ist sie nur »abhängiges Gebiet«. Und ihre Partei, das Barbuda People’s Movement, hat nur einen Sitz im Parlament.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Der Manchinelbaum, hier auch »Manzanilla de la muerte« genannt (»Äpfelchen des Todes«), ist so giftig, dass man vom Rauch der brennenden Rinde blind wird, dass Regentropfen, die von den Blättern auf die Haut fallen, Blasen bilden und der Genuss der Frucht tödlich endet. Die Kariben banden ihre Feinde an den Stamm, um sie möglichst schmerzhaft sterben zu lassen.

Übrigens

Da gibt es noch das Königtum von Redonda. Das ist eine kleine Insel, eher ein größerer Fels, der auch dazugehört. Mindestens vier »Könige von Redonda« behaupten heute, Nachfolger »König« Felipes (1880 bis 1947) zu sein, der angab, sein Vater hätte die Insel einst der britischen Queen Victoria abgeschwatzt. Mit bürgerlichem Namen hieß er Matthew Phipps Shiell und war Fantasy-Autor.

Äquatorialguinea

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»Er kann sich entscheiden zu töten (…), ohne zur Hölle zu fahren, weil er mit Gott selbst im ständigen Kontakt ist, der ihm seine Kraft gibt.«

Ein Regierungssprecher im Staatsradio über Präsident Teodoro Obiang Nguema (seit 1979).

Name

»Papa Macias« nannten sie den Onkel des heutigen Präsidenten. Auch er war Präsident, bis ihn sein Neffe 1979 absetzte und 101 Mal zum Tode verurteilte. Vielleicht hatte er es verdient. Weihnachten 1975 ließ er 150 Gegner im Stadion hinrichten. Festlich erschienen alle Todesschützen im Nikolaus-Kostüm. Die Lautsprecher spielten des Diktators Lieblingslied: Those Were the Days.

Rekord

Sie hat mehr Tore geschossen als alle anderen in der Bundesliga: 22-mal traf Genoveva Añonma in der Saison 2011/12. Die Potsdamer Stürmerin ist außerdem Kapitänin der äquatorialguineischen Nationalmannschaft – der Frauen wohlgemerkt. Denn die Gegner aus den afrikanischen Nachbarländern sagen, sie sei ein Mann und zwei andere Teamkameradinnen auch. Ist sie aber nicht, sie sieht nicht einmal so aus. Im afrikanischen Fußball wird mit harten Bandagen gekämpft.

Das können die Äquatorialguineer besser

94 Prozent der Erwachsenen können lesen, mehr als in jedem anderen afrikanischen Land.

Danke für …

Hier dürfen wir unseren Nuklearmüll abladen. Seit 24 Jahren strahlt die Insel Annobón 500 Kilometer vor dem Festland. 3400 Einwohner teilen sich das Eiland mit vielen Millionen Tonnen atomarem und sonstigem Giftmüll, den britische und amerikanische Firmen dort hinkippen. Die Pflanzen sterben, und jedes zweite Neugeborene ist krank. 200 Millionen US-Dollar bringt das der Präsidentenfamilie jährlich.

Nur hier

Eine Megacity mitten im Dschungel: Oyala. Drei Brücken in der Innenstadt gibt es schon, Straßen werden gerade gebaut und die stolze Schrägseilbrücke für den Kontakt mit der Außenwelt. Nur die geplante Millionenstadt lässt auf sich warten. Im ganzen Land gibt es nur 740 000 Menschen.

Es war einmal

Mit einer Wildcard startete Eric Moussambani bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. Nach nur acht Monaten Schwimmpraxis sprang er allein ins 50-Meter-Becken, um den Vorlauf über 100 Meter Freistil zu bewältigen. Seine beiden Wettbewerber schieden wegen Fehlstarts aus. Fast schien es, als müsse er auf der Zielgeraden vor dem Ertrinken gerettet werden. Er schlug bei 1:52,72 an, war damit 64 Sekunden hinter dem Weltrekord, erreichte allerdings seinen persönlichen und den nationalen Rekord. Journalisten gaben ihm den Namen »Erich der Aal«.

Äquatorialguinea fühlen

In der Hauptstadt gibt es kein Kino, kein Café, keinen Buchladen, kein Museum, es erscheint keine Tageszeitung und es gibt auch keinen Kiosk, an dem man sie kaufen könnte.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Die Straße zum Flughafen wird gesperrt, wenn Mangue, der Sohn des Präsidenten, seinen Ferrari ausfahren will, an der Hand den brillantbestückten Handschuh von Michael Jackson für 3,2 Millionen Dollar. In den USA hat er sich für 70 Millionen US-Dollar ein Strandhaus, einen Jet und 24 Autos gekauft. Äquatorialguinea müsste das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt haben, doch die »Erste Familie« hat das Geld auf ihren privaten Konten, um es vor »Korruption« zu schützen, sagen sie.

Übrigens

Das Staatsmotto lautet: »Einigkeit, Frieden, Gerechtigkeit«. Von 1972 bis 1979 wurde es unter dem Onkel des jetzigen Diktators für ein paar Jahre geändert in: »Es gibt keinen Gott außer Macías Nguema.«

Argentinien

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»Ich glaube nicht, dass es irgendetwas tat-

sächlich Wertvolles gibt, das man mit Anstrengung erreichen kann.«

Jorge Bucay (geb. 1949), berühmter argentinischer Psychotherapeut.

Name

Vom Silberfluss und Silberland. Den Mündungstrichter der Ströme Paraná und Uruguay, der an sonnigen Tagen wie Edelmetall schimmerte, nannten die Spanier »Rio de la Plata« (»Silber« auf Spanisch), das Land Argentinien (»Silber« auf Latein). Es zeigt, worauf die Eroberer hofften.

Rekord

Die breiteste Straße der Welt: Die Avenida 9 de Julio im Zentrum von Buenos Aires ist 140 Meter und 20 Spuren breit. Für das Überqueren braucht man ein paar Minuten Zeit, da man über vier unterschiedliche Ampeln muss.

Das können die Argentinier besser

Polo: Die Argentinier schauten es sich von den Engländern ab, gewannen die Olympischen Spiele und dominieren heute den gesamten Sport. Die Handvoll Superstars mit Handicap 10 sind alle Argentinier. Darum hat man bei den Weltmeisterschaften das Team-Handicap auf 14 begrenzt – damit die anderen auch eine Chance haben.

Danke für …

»Ich gehe zum Markt. Öffne nicht die Tür. Egal, wer es ist. Okay?«, ruft die Mutter. »Und wenn es das Glück ist?«, antwortet Mafalda. Peanuts auf Argentinisch: Mafalda, ein kleines Mädchen aus der Mittelschicht, ist ihren Eltern immer ein Stück voraus. Die Comicfigur des Argentiniers Quino erschien zum ersten Mal 1964 und wurde in 26 Sprachen übersetzt, auch ins Deutsche.

Nur hier

Argentinien hat die einzige zivile Siedlung auf dem Festland der Antarktis: Base Esperanza. 43 Gebäude für 55 Einwohner, inklusive Schule und Radio. Hier wurde auch 1978 das erste Antarktis-Baby geboren. Witzigerweise nur, um die Briten zu ärgern, die den Argentiniern das Land hier streitig machen. Also flogen die Argentinier eine Schwangere im siebten Monat ein, nur um sagen zu können: Wir bekommen hier sogar unsere Kinder!

Es war einmal

»Maradona dreht sich wie ein kleiner Aal, entzieht sich dem Ärger, der kleine gedrungene Mann … überläuft Butcher innen und lässt ihn stehen, überläuft Fenwick außen und lässt ihn stehen und schiebt den Ball rein … und das ist, warum Maradona der größte Spieler der Welt ist!« Diego Armando Maradonas Traumtor gegen England 1986 wurde selbst von der BBC gefeiert und von der FIFA zum besten WM-Tor des Jahrhunderts gewählt. Drei Minuten zuvor hatte er bereits ein Tor per Hand (Maradona: »die Hand Gottes«) erzielt: »Manchmal denke ich, dass ich das Tor, das ich mit der Hand gemacht habe, dem anderen vorziehe […] es war in etwa so, als würde ich den Engländern die Brieftasche klauen.«

Argentinien fühlen

Psychotherapie ist in Argentinien Alltag. In Buenos Aires gibt es 795 Psychologen pro 100 000 Einwohner, so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt. New York hat 100, Berlin nur 25. Der Stadtteil mit den meisten Psychotherapeuten heißt »Villa Freud«.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Überraschung: Die schwersten Gewitter weltweit gibt es östlich der Anden in Argentinien. Hier trifft warm-feuchte Luft oft mit kühl-trockener zusammen und da kracht es zwar nicht häufiger, aber heftiger. Das hat der seit 1998 kreisende NASA-Donnerwettersatellit beobachtet.

Übrigens

Warum haben 40 Millionen Argentinier 55 Millionen Rinder? Nicht, um sie ins Ausland zu verkaufen, sondern um sie zu essen. 68 Kilogramm verspeist der Durchschnittsargentinier im Jahr, etwa sechsmal so viel wie der Deutsche. In Argentinien wird befürchtet, dass man in den nächsten Jahren sogar Tiere aus Brasilien importieren muss. Eine nationale Schmach wäre das.

Armenien

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»Eine gute Schwäche ist besser als eine schlechte Stärke.«

Charles Aznavour oder Schahnur Waghinak Asnawurjan, armenisch-französischer Sänger, Komponist, Liedtexter, Schauspieler. Seit 2009 ist Charles Aznavour armenischer Botschafter in der Schweiz. In der armenischen Hauptstadt Eriwan gibt es ein fünfstöckiges Aznavour-Museum.

Name

Offiziell heißt das Land Hajastan, genannt nach Urvater Haj, »einem stattlichen und freundlichen Mann mit lockigen Haaren, funkelnden Augen und starken Armen … von gigantischer Statur, ein mächtiger Bogenschütze und furchtloser Kämpfer«, wie der erste armenische Geschichts- bzw. Legendenschreiber im dunklen 5. Jahrhundert notierte.

Rekord

In Armenien trainieren die Kinder ihre Synapsen mit Königen, Damen und Bauern. Schach ist Pflichtfach in den Schulen. Bisher weltweit einzigartig. In ihrer Sportart Nummer 1 sind die Armenier 2011 in China sogar Weltmeister geworden, vor den Chinesen! Den Schachverband leitet übrigens Staatspräsident Sersch Sarkissjan persönlich.

Das können die Armenier besser

Wer bläst die Melancholie in die Hollwoodfilme? Der Duduk. Die armenische Flöte spielt immer, wenn es im Kino entweder traurig (Harry Potter leidet, Sean Penn stirbt, William Dafoe hängt am Kreuz) oder irgendwie fremdartig werden soll (George Clooney im Libanon, Leonardo DiCaprio in Afrika, Cameron Crowe im alten Rom). Doch der Duduk bläst nicht von alleine. Schlaue Regisseure rufen den Meister des Duduk, den armenischen Komponisten Djivan Gasparyan an.

Danke für …

Die Aprikose ist eine Armenierin (aus welchem Holz wird wohl der Duduk geschnitzt)?

Nur hier

… stehen 40 000 Monolithen, bis zu drei Meter hoch. Die »Chatschkare« (»Kreuzsteine«, da sie ein Kreuz in der Mitte abbilden) dokumentieren seit der Befreiung von den Arabern im 9. Jahrhundert die Geschichte des Landes: militärische Siege und Kirchenbauten, dazu Ranken, Trauben und Rosetten, künstlerisch filigran in Stein gemeißelt.

Es war einmal

Im Mittelalter wurde die »terra armenia«, die fette Tonerde Armeniens, gegen Krankheiten eingesetzt, gegen die sonst kein Kraut gewachsen war: Pest, Schwindsucht und Organleiden. Heute sind die Ansprüche gesunken und sie heilt, was Naturheilmittel so heilen: Magen-Darm-Probleme, Gelenkbeschwerden, Cellulite … und natürlich eingewachsene Nägel. In die Haare kann man es sich auch schmieren. Als Pflegemittel.

Armenien fühlen

… mit armenischem Weinbrand (Ararat). Die Armenier behaupten, Winston Churchills Lebensmotto sei »Cuban cigars, Armenian brandy and no sport!« gewesen. Richtig ist, dass Stalin ihn darauf gebracht hat. Der schickte ihm während des Zweiten Weltkriegs mehrere Dutzend Kisten. Auch bei der Konferenz von Jalta 1945 wurde der Weinbrand schon tagsüber ausgeschenkt, neben kaukasischem Champagner, von dem Churchill, so sein Assistent, »Eimer trank«. Die Kiste Ararat bekommt man heute für 230 Euro.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Mezamor. Ein klappriges Atomkraftwerk mitten im Erdbebengebiet sorgt für 40 Prozent des armenischen Stroms. 1973 stellten es die Sowjets ohne Sicherheitsmantel mitten in den Großraum Eriwan, in dem heute 1,4 Millionen Menschen leben. Wenn das alte Werk in Rente geht, übernimmt ein neues, wieder ein Typ aus Russland. Für erneuerbare Energien ist die Regierung weniger zu haben.

Übrigens

Immerhin Siebte wurden die Armenier beim Eurovision Song Contest 2010. Und wie hieß der Song? Apricot Stone! Djivan Gasparyan und sein Duduk waren auch wieder dabei.

Aserbaidschan

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»Heute Abend konnte niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, wählen zu können. Und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf deiner Reise, Aserbaidschan: Europa beobachtet dich.«

Anke Engelke in der TV-Live-Schaltung zur Bekanntgabe der deutschen Punkte für den Eurovision Song Contest 2012 in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. In den vergangenen 20 Jahren gab es in dem Kaukasusland keine freien und demokratischen Präsidentschaftswahlen.

Name

Die Hauptstadt Baku heißt »Vom Wind geschlagene Stadt«.

Rekord

1050 Meter soll das höchste Gebäude der Welt in den Himmel ragen – im Kaspischen Meer vor der Küste Bakus. Darum soll eine Stadt auf 41 künstlichen Inseln entstehen, mit Golfplatz und Pferderennbahn. Bis 2025. »Eine Million Menschen werden hier leben. Es wird Venedig sein, das neue Venedig!«, sagt der Projektleiter und Freund des Präsidenten.

Das können die Aserbaidschaner besser

Häkeln. Beim Wettbewerb der »Sieben Schönheiten« drückt man sieben Schönheiten Nadel und Faden in die Hände. Gewonnen hat die, die in einer bestimmten Zeit die tollste Häkelarbeit abliefert.

Danke für …

… die Fuzzylogik. Zwischen richtig und falsch, ja und nein, schwarz und weiß gibt es noch eine andere Realität. Platon sinnierte schon darüber und Lotfi Zadeh (geb. 1921 in Baku) legte sie frei. Er entwickelte die Theorie der unscharfen Mengen, die aus der Computerwissenschaft und der Elektrotechnik nicht mehr wegzudenken ist.

Nur hier

… bekommt ein »blinder« Linienrichter eine eigene Briefmarke und wird auch noch Namenspate des Nationalstadions. Tofiq Bahramov, immer wieder als »russischer Linienrichter« bezeichnet, war in Wahrheit Aserbaidschaner und brachte Deutschland 1966 um den Weltmeistertitel, als der Ball von der Latte auf die Linie und wieder heraus sprang und er trotzdem »Tor für England« gab.

Es war einmal

»Nahe der georgischen Grenze«, berichtete Marco Polo 1264, »ist eine Quelle, aus der ein Strom von Öl sprudelt, in solcher Fülle, dass hundert Schiffe auf einmal beladen werden können. Dieses Öl ist nicht gut zum Essen, aber gut zu verbrennen und als Salbe für Menschen und Kamele, die Hautkratzer oder Ausschlag haben.« 1848 wurden bei Baku die ersten Öltürme der Welt gebaut, sechs Jahre früher als in den USA. Heute sind Öl und Gas Basis des Reichtums.

Aserbaidschan fühlen

Schach ist Volkssport. Das Brettspiel steht in zahllosen Schachcafés und Teehäusern auf dem Tisch. Garri Kasparow, einer der besten Schachspieler aller Zeiten, wurde in Baku geboren und ging hier zur Schachschule.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

»Ich sagte ›Hallo‹, aber sie akzeptierten es nicht, weil es kein Schmiergeld war.« Fużūlī, aserbaidschanischer Dichter (ca. 1483–1556).

Übrigens

Nach dem neuen Wahlgesetz bekommen nur noch Parteien mit mehr als 61 zugelassenen Kandidaten kostenlose TV-Sendezeit. Die Partei des Präsidenten ist die einzige, die das Kriterium erfüllt.

Äthiopien

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»Sie wollte mit mir Essen gehen – äthiopisch. Die hungern doch – was mag’s da geben? Leere Teller?«

Billy Crystal im US-Film Harry und Sally. Das Image Äthiopiens ist bis heute von der großen Hungersnot 1984/85 geprägt, weshalb die Ethiopian Airlines noch regelmäßig Anfragen bekommt, ob auf ihren Flügen auch Mahlzeiten gereicht werden.

Name

»Verbranntes Gesicht«, sagten die alten Griechen zu den Äthiopiern.

Rekord

Dallol in Nordäthiopien, 130 Meter unter dem Meeresspiegel, ist der heißeste Ort, an dem je Menschen gelebt haben. Bis in die 1960er-Jahre wurden hier Kalisalze abgebaut, und die Arbeiter maßen im Jahresschnitt 34 Grad Celsius. Übrig geblieben sind ein paar verrostete Autos, Maschinen und eingestürzte Gebäude aus Salz. Keine Straße führt hierher, nur Kamelkarawanen.

Das können die Äthiopier besser

Er lief den Marathon-Weltrekord ganz ohne Schuhe: Abebe Bikila hatte bei Olympia 1960 keine passenden mehr gefunden, ging barfuß an den Start – wie immer – und schlug alle. 37 Jahre später rannte sein Landsmann Haile Gebrselassie beim Berlin-Marathon ebenfalls zum Weltrekord – mit leicht angewinkeltem linken Arm. In dem hatte er als Kind seine Schulbücher getragen, täglich 20 Kilometer weit.

Danke für …

… den Kaffee. Der Name und die Pflanze kommen aus Kaffa im Südwesten des Landes. Sogar die Sträucher, von denen man heute in Kolumbien erntet, stammen ursprünglich von hier. Ein Hirtenjunge namens Kaldi soll auf die Bohnen gekommen sein. Seine Ziegen hatten welche gegessen und sich seltsam benommen. Kaldi zeigte die Bohnen einem alten Mann. Als der sie ins Feuer warf, brachte der Duft die beiden auf die Idee, die Bohnen in heißem Wasser zu zerstoßen.

Nur hier

Die Zehn Gebote liegen hier! Und die Bundeslade! Zwei Steintafeln also und die Kiste, in der sie sich befinden. Sicher verwahrt in Aksum, in der Kirche der Heiligen Maria von Zion. Ob es aber wirklich Moses echte Gebote sind, ist schwer rauszukriegen. Denn ein Mönch bewacht sie unablässig. Er ist der Einzige, der sie sehen darf. Sein ganzes Leben verbringt er in der Kapelle, als »Häftling des Heiligen, der nur für diese Aufgabe geweiht wird – und der seinen Nachfolger immer selbst bestimmt«.

Es war einmal

Ardi, Lucy und die Omo-Jungs – alle unsere ältesten Vorfahren sind Äthiopier. Die ältesten Homo sapiens, die Skelette Omo 1 und Omo 2, 195 000 Jahre alt, fand man hier in den 1960er-Jahren. Deren Vorfahrin Lucy, der mit 3,4 Millionen Jahre älteste »Vormensch«, wurde dann in den Siebzigern entdeckt. Bis man in den Neunzigern Ardi fand, eine Frau, die noch eine Million Jahre früher durch die damals grünen Wälder spazierte – in der Wiege der Menschheit.

Äthiopien fühlen

Christen und Muslime leben seit 1541 friedlich Seite an Seite.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Nirgendwo gibt es weniger Toiletten. 94 von 100 Äthiopiern müssen im Freien ihr Geschäft machen. Weltweit geht es etwa 2,6 Milliarden Menschen so.

Übrigens

In Äthiopien gibt es ein Dorf, das den Göttern abgeschworen hat, Jesus, Allah und allen anderen. Etwa 450 Menschen leben in Awra Amba auf 2000 Meter Höhe im Norden sehr weltlich im nordafrikanischen Vergleich. Westliche Organisationen, Medien und Soziologen pilgern hierher, denn der Ort hat es mit seinen in Äthiopien außergewöhnlichen Regeln zu bescheidenem Wohlstand gebracht: Gleichberechtigung der Geschlechter, kein Alkohol, kein Beten mehr. In den Nachbardörfern sind die Menschen von Awra Amba unbeliebt.

Australien

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»Anders als alle anderen Völker der Welt scheinen sie von diesem Syndrom frei zu sein, dass auf der anderen Seite des Zauns das Gras grüner sei, und erklären rundweg Australien sei vielmehr diese andere Seite dieses Zauns.«

Douglas Adams (1952–2001), britischer Schriftsteller (Per Anhalter durch die Galaxis).

Name

Unter der »Terra Australis incognita«, dem »unbekannten südlichen Land«, stellte man sich seit der Antike einen riesigen warmen Kontinent vor, der bis zum Südpol reichte. Man fand aber zwei kleine: einen, der bis zum Pol reichte, und einen, der warm war. Mit Letzterem konnte man mehr anfangen und nannte ihn »Australien«.

Rekord

31:0 – Australien hat den höchsten je aufgezeichneten Fußballsieg errungen, und zwar gegen Amerikanisch-Samoa. Kunststück: Das US-Außengebiet nimmt auf der FIFA-Rangliste konstant den 202. und damit letzten Rang ein. Zudem hatte Australien zum WM-Qualifikationsspiel 2002 nur 19 der ursprünglich 20 Spieler einreisen lassen, so mussten die Samoaner mit einer Jugendmannschaft spielen. Was hat es Australien gebracht? Für die WM qualifizierten sie sich dennoch nicht.

Das können die Australier besser

Geheimnisse bewahren: Der Australian Secret Intelligence Service war 20 Jahre lang so geheim, dass selbst die Regierung nichts davon wusste. Eingerichtet von Premierminister Robert Menzies 1952, wurde das australische Pendant zur CIA erst 1972 durch die britische Zeitung Daily Telegraph enttarnt. 1977 gab Australien die Existenz zu.

Danke für …

»Granny« Maria Ann Smith fand 1868 auf dem Komposthaufen ihres Apfelgartens ein neuartiges Bäumchen. Das pflegte sie, und bald trug es grüne Äpfel. Wie werden die wohl heute genannt?

Nur hier

… der Bumerang und Kylie Minoque, was im Grunde auf das Gleiche hinausläuft. »Kylie« ist die englische Verballhornung des indigenen Worts »Karli« für einen Kriegsbumerang.

Es war einmal

1902: Die Australier führen landesweit das Frauenwahlrecht ein. Als Erste!

Australien fühlen

Immer am Zaun entlang: Der längste der Welt ist mit 5230 Kilometern der Dingozaun im Südosten Australiens. Er soll den Wildhunden den Weg zu den Schafen versperren. Aber auch der Zaun gegen die Milliarden von Kaninchen (Nachkommen von zwei Dutzend, die ein Einwanderer im 19. Jahrhundert mitbrachte, weil er etwas zum Jagen haben wollte) kann sich sehen lassen. Der steht im Westen und ist mit seinen verschiedenen Abschnitten 3256 Kilometer lang.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Tigerotter (Tod nach 12 Stunden), Steinfisch (2 Stunden), Trichternetzspinne (15 Minuten), Große Blauringkrake (10 Minuten), Textil-Kegelschnecke (5 Minuten), Seewespe (3 Minuten), Taipannatter (3 Sekunden).

Ach ja. Das Salzwasserkrokodil läuft außerhalb des Wassers schnell wie ein Pferd.

Übrigens

Die Rinderfarm Anna Creek Station in Süd-Australien ist größer als Hessen, achtmal größer als die größte Ranch in Texas und … ach, die größte der Welt: 23 677 Quadratkilometer, 14 000 Tiere.

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Bahamas

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»Hurrikan Anna Nicole verwüstet die Bahamas!«

US-Botschafter Brent Hardt in einem Brief nach Washington. Das amerikanische TV-Starlet Anna Nicole Smith bekam seine Aufenthaltsgenehmigung 2006 innerhalb eines Monats – was sonst ein Jahr dauert. Der Einwanderungsminister betonte, sie sei wie alle Bewerber behandelt worden – bis man bei ihm 10 000 US-Dollar fand und ein Foto von ihm und Anna Nicole im Bettt.

Name

Rolle-Town, Exuma-Inseln: Der Plantagenbesitzer John Rolle hatte im 18. Jahrhundert 300 Sklaven, die, wie in dem Business üblich, alle seinen Namen trugen. Als das Geschäft bergab ging, befreite er sie und schenkte ihnen das Land mit der Auflage, dass es auf ewig in der Familie bleibe. Wer wollte sich also fortan nicht »Rolle« nennen? Heute heißt die Hälfte der Einwohner der zentralen Exuma-Inseln so und aus Dankbarkeit auch Straßen, Brücken und Städte: Rolleville und Rolle-Town etwa.

Rekord

Long Island: Dean’s Blue Hole ist das tiefste Blue Hole der Welt. Im flachen, hellen Wasser der Bahamas tut sich ein dunkles, 25 Meter breites und 200 Meter tiefes Loch auf, ein Mekka für Apnoe-Taucher ohne Atemgeräte. 101 Meter tief sank hier der Neuseeländer William Trubridge ohne Flossen und Hilfsmittel, nur mit Badehose – Weltrekord.

Das können die Bahamaer besser

Auf der Insel New Providence ist es ein beliebtes Kinderspiel: Alle bilden einen Kreis, einer geht in die Mitte und tanzt zum Lied der anderen: There’s a brown girl in the ring – tra la la la la – She looks like a sugar in a plum. Plum, plum! 1977 machte der Deutsche Frank Farian das Lied mit seiner Band Boney M. weltweit zur Nummer 1.

Danke für …

… Cat Island: Sidney Poitier – aufgewachsen ist er als jüngstes von sieben Kindern in Armut – kommt von hier, US-Schauspieler und Held des schwarzen Amerika in den Sechzigerjahren. Dabei hätte ihm sein dicker bahamischer Akzent fast die Karriere gekostet: »Hör auf, deine Zeit zu vergeuden, hol dir einen Job als Tellerwäscher«, sagte ihm der Regisseur beim ersten Vorsprechen in New York.

Nur hier

Little Hall’s Pond Insel: Johnny Depp findet hier seine Ruhe. Nur auf den Bahamas gibt es genug unbewohnte Eilande (670 von 700) und Desinteresse an Hollywoodstars. Hier wohnen Sean Connery, Lenny Kravitz, Tiger Woods, Shakira, Michael Jordan, John Travolta, Mariah Carey, Eddie Murphy und Nicolas Cage, der sagt: »Die Leute hier freuen sich zwar, dich zu sehen, aber sie wollen dich nicht ausnutzen.«

Es war einmal

Bimini Insel: 500 Kilo schwer war der Marlin, den Schriftsteller Ernest Hemingway 1936 vor Bimini an der Angel hatte. Doch die Haie rissen an dem müden Tier. Patrone um Patrone jagte Hemingway mit seinem Gewehr in die hungrigen Haileiber. Doch als der Fisch endlich an Bord war, hingen daran nur noch 230 Kilo zerrupftes Fleisch und er sah aus »wie ein Apfelkern«. Wie kam Hemingway eigentlich auf die Story von Der alte Mann und das Meer?

Die Bahamas fühlen

»Bahama Mama«: 2 cl Rum (weiß), 4 cl Rum (braun), 2 cl Kokoslikör, 2 Spritzer Grenadine, 1 cl Zitronensaft, 4 cl Ananassaft, 4 cl Orangensaft.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Big Major Insel: Die frei schwimmenden Schweine sollen einst von einem Schiff gefallen und hier gestrandet sein. Braun und pink sind sie, bewegen sich völlig frei auf der Insel, tummeln sich am Strand und planschen mit den Touristen um die Wette.

Übrigens

New Providence Insel: Das »Drama auf den Bahamas« in Nassau war Muhammad Alis letzter Boxkampf. 1981 war der »Größte aller Zeiten« schon 39 Jahre alt und man zerrte ihn trotz sichtbarer Symptome seiner Parkinson-Krankheit noch einmal in den Ring. Er verlor klar nach Punkten.

Bahrain

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»Ich bedaure die Ereignisse des letzten Jahres. Aber es gibt keine Opposition in Bahrain, nicht im Sinne eines einheitlichen Blocks. So etwas steht nicht in unserer Verfassung. Es gibt nur Leute mit verschiedenen Ansichten, und das ist gut so.«

Bahrains König Hamad Bin Issa Al Chalifa 2012.

Bei Demonstrationen für mehr Demokratie kamen 2011 in Bahrain 46 Menschen ums Leben, 3000 wurden festgenommen.

Name

»Al-Bahrain« bedeutet »Zwei Meere«. Gemeint sind der Persische Golf und ein Meer von Grundwasser.

Rekord

Bahrain hatte einst das Monopol auf die kostbarsten Perlen der Welt. Das Perlentauchen war die Haupteinnahmequelle, bis Anfang der 1920er-Jahre Zuchtperlen den Weltmarkt fluteten und die Taucher ihre Arbeit gegen einen Job in der Erdölgewinnung tauschten. Die »Echten« kommen immer noch von hier und kosten 40 000 US-Dollar pro Stück. Der Verkauf von Zuchtperlen ist hier streng verboten.

Das können die Bahrainer besser

Bereits 2500 v. Chr. verewigte man die Umrisse arabischer Vollblüter an Felswänden. Um etwa 400 n. Chr. begann man auf der arabischen Halbinsel mit der Zucht. Allein in Bahrain aber züchtet man seit Jahrhunderten ununterbrochen und achtet dabei streng auf die Reinrassigkeit seines Gestüts. Den edlen Araber-Stuten darf kein fremdes Blut zu nahe kommen. Angeblich handelt es sich um die einzige Vollblutzucht, die als wandelnde Genbank betrachtet wird.

Danke für …

Von wegen Mimose: Der »Baum des Lebens«, ein 400 Jahre altes Gewächs dieser Gattung, steht groß gewachsen und ausladend mitten in der Wüste der Hauptinsel und gilt als Naturwunder. Niemand weiß, woher er sein Wasser bekommt.

Nur hier

Die in Bahrain produzierte arabische Version der TV-Sendung Big Brother (hier Al-Ra’is = Der Boss) wurde 2004 nach nicht einmal zwei Wochen eingestellt. Die Proteste waren zu groß, der Gedanke der gemischten WG zu progressiv. Das Urteil: »Unterhaltung für Tiere!«

Es war einmal

Schon vor 4000 Jahren drängelten sich Könige, Piraten und Eroberer auf der Insel. Sie hinterließen 170 000 Hügelgräber.

Bahrain fühlen

An den Wochenenden kommen Scharen von Saudis und bevölkern die Bars in den Hotels. Hier können sie Alkohol kippen, so viel sie wollen, denn zu Hause ist auch nur mal kurz Nippen verboten. Ihre Frauen gehen derweil in den Malls von Bahrain shoppen.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

»Wenn wir nicht hier wären, würde niemand über Bahrain sprechen. Es gibt viele andere Länder, über die man viel mehr schreiben könnte«, sagte Formel-1-Macher Bernie Ecclestone, als der Rennzirkus im April 2012 in der Kritik stand. Man veranstaltete ein Rennen in Bahrain, wollte aber nicht auf die erneut aufflammenden Proteste im Land gegen die politischen Verhältnisse angesprochen werden.

Übrigens

Für den Fall, dass in absehbarer Zukunft die Hauptölquellen im Land versiegen sollten, gibt es Alternativen. Um die Einnahmequellen weiter sprudeln zu lassen, hübscht sich Bahrain für internationale Investoren auf und reiht sich ein in die Steuerparadiese dieser Welt. Für das Ambiente ist gesorgt: Auf 13 künstlichen Inseln entsteht das Zentrum »Durrat Al Bahrain« mit 3000 Apartments, 2000 Villen, Golfplätzen und Jachthäfen.

Bangladesch

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»Am reichsten sind die Menschen, die auf das Meiste verzichten können.«

Rabindranâth Tagore (1861-1941), bengalischer Dichter, Philosoph, Komponist und 1913 erster asiatischer Nobelpreisträger (für Literatur). Tagore verglich die bengalische Sprache mit Zucker. Sie sei immer süß. Die Nationalhymnen von Indien und Bangladesch hat er getextet.

Name

Bangladesch ist das Land bzw. der Staat (desh) der Bengalen.

Rekord

Bangladesch ist die dünnste Nation der Welt. Mehr als die Hälfte der Frauen und Kinder sind untergewichtig.

Das können die Bangladescher besser

Bangladesch war das erste Land der Welt, das Plastiktüten 2002 komplett verbot. Man hatte herausgefunden, dass die Tüten mitverantwortlich für Überschwemmungen waren, da sie die Abflüsse von Kanälen verstopften.

Danke für …

… die meisten Blauhelm-Soldaten: 10 609 waren es 2011. Fremd- oder Eigennutz? Vor allem die USA vermuten, Bangladesch wolle so seinen Einfluss vergrößern. Deutschland stellt 268 Blauhelme, Palau einen, die USA keinen.

Nur hier

Oder besser: Von hier kommt der Bungalow – ein kleines, einstöckiges Haus mit großer Veranda. Das Wort entstand über die Inder und Engländer, die den Baustil eben »bengalisch« nannten, das damalige Wort für »bangaladeschisch«. Das Haus würde heute also etwa »Bungaladeschow« heißen.

Es war einmal

Der US-amerikanische Architekt Louis Kahn starb 1974 auf der Toilette der Penn Station in New York. Er war gerade aus Bangladesch zurückgekehrt – einsam, unbekannt und hoch verschuldet. Erst neun Jahre später wurden in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka die 23 Jahre währenden Arbeiten an einem der größten Parlamentsgebäude der Welt beendet. Das von Louis Kahn entworfene Jatiya Sangsad Bhaban ist eines der Meisterwerke moderner Architektur. Gebaut aus Beton, ist es Licht, Raum, Tradition, Zukunft und der Stolz von Bangladesch.

Bangladesch fühlen

Ab ins Wasser bis zum Hals. Warum? Das Land liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, hat mehr als 700 Flüsse, darunter den Brahmaputra (der fruchtbaren Schlamm aus dem Himalaya mitbringt) und den Ganges und das größte Flussdelta der Welt.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Bangladesch ist der am dichtesten bevölkerte Flächenstaat der Welt. Mittlerweile leben hier nahezu 1000 Menschen pro Quadratkilometer, etwa 150 Millionen auf einer Fläche doppelt so groß wie Irland.

Übrigens

Bangladesch ist das im Leistungssport erfolgloseste Land. 80 Staaten haben noch nie eine olympische Medaille gewonnen, davon ist Bangladesch mit seinen 150 Millionen Menschen der größte. In dem Riesenland gibt es kein professionelles Schwimmbecken. Daher schied Schwimmer Mahfiziur Rahman bei Olympia 2012 ebenso früh aus wie der Läufer, der Turner, die Gewehrschützin und der Bogenschütze.

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Barbados

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»Pride and Industry«

»Stolz und Fleiß« steht auf dem Wappen von Barbados. Beides galt einst vor allem der Zuckerindustrie. Heute gilt es vor allem dem Tourismus.

Name

Den portugiesischen Entdecker Pedro a Campos erinnerten 1536 die Feigenbäume mit ihren herabhängenden Wurzeln an Bärtige (Las Barbadas, siehe auch Antigua & Barbuda). 100 Jahre später wurden viele Iren von Oliver Cromwell »barbadosed«, »gekidnappt«, und für die Arbeit auf den Plantagen hierher verschleppt.

Rekord

Auf Barbados – und nur hier – lebt die kleinste Schlange der Welt. »Leptotyphlops carlae« ist gerade mal so groß wie ein Regenwurm. Entdeckt hat sie 2008 der US-Biologe Blair Hedges. Der fand auch schon den kleinsten Frosch und die kleinste Eidechse.

Das können die Barbadier besser

Admiral Horatio Nelson steht steinern auf einer Säule über dem Trafalgar Square. Wie in London. Nur stand er hier in der Hauptstadt Bridgetown noch 27 Jahre früher als in England. Barbados ist die britischste Insel der Karibik.

Danke für …

… den »Stolz von Barbados«, so wird der Pfauenstrauch auch genannt. Man findet ihn weltweit mit üppigen Blüten in Parks und Blumenkübeln (20 Samen für 4,50 Euro, »der Hingucker im Garten«).

Nur hier

1961 bauten die USA und Kanada am Strand von Barbados eine riesige Kanone auf und begannen, schwere Projektile senkrecht in die Luft zu feuern. Mit dem High Altitude Research Project (HARP) wollte man Fracht in den Weltraum transportieren. Die Kanone konnte 180 Kilogramm schwere Geschosse in eine Höhe von 180 Kilometern bringen, was bis heute Weltrekord ist. Für den Orbit waren die Geschwindigkeiten allerdings zu gering. Das Projekt wurde 1966 beendet. Dessen kanadischer Leiter Gerard Bull arbeitete später für Saddam Hussein und sollte für ihn eine weitreichende Kanone entwickeln. 1990 wurde Bull in Brüssel erschossen. Man vermutet, es war der israelische Geheimdienst Mossad.

Es war einmal

Stede Bonnet, ein reicher Plantagenbesitzer, galt als belesen und hatte den Ruf eines Gentlemans. Doch 1717, mit 29 Jahren, wurde er Pirat. Die Meckerei seiner Frau Mary, mit der er vier Kinder hatte, soll ihn aufs Meer getrieben haben. Schnell zeigte sich, dass Bonnet das Seeräuberhandwerk nicht beherrschte. Der berüchtigte Pirat Blackbeard nahm ihn gefangen, und nach nur einem Jahr als Pirat war Bonnet tot, hingerichtet am Galgen von Charleston, South Carolina. Zum Zeichen seiner Reue hielt er einen Blumenstrauß in der Hand.

Barbados fühlen

Fliegender Fisch ist das Nationalgericht im »Land des Fliegenden Fisches«. Das Tier ist allgegenwärtig, so auf der Dollar-Münze und im Landeswappen.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Der »ABC-Highway« ist nach den Politikern Adams, Barrow und Cummins benannt. Für die Einheimischen aber steht der Straßenname für always be careful.

Übrigens

Der 21. Februar ist »Rihanna Day« in Barbados. Die Rhythm-and-Blues-Sängerin verkaufte mit mehr als 25 Millionen Alben fast hundertmal so viele Scheiben, wie ihre Heimat Einwohner hat.

Belgien

Abbildung

»Pestbeulen! … Ikonoklasten! … Sie zoologisches Abfallprodukt!«

Kapitän Haddock aus den Comics um die Abenteuer des Reporters Tim und seines Hundes Struppi vom Belgier Hergé.

Name

In Brüssel, der Hauptstadt des Landes der Belger, wie sie Julius Cäsar einst nannte, ist der biblische Name »Adam« Nummer 2 unter den männlichen Babynamen. Nummer 1 ist »Mohammad«.

Rekord

Der größte Raub der Geschichte – mitten im berühmten Antwerpener Diamantenzentrum. Steine im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar wurden gemopst, 123 von 160 Safes aufgebrochen, in einem Komplex, der als unknackbar galt, beschützt von Wärmedetektoren, Radaren, Magnetfeldern, seismischen Sensoren, Kameras und einem Schloss mit so vielen Kombinationsmöglichkeiten wie Dollar im Schrank. Noch immer ist unklar, wo die Beute ist. Der verurteilte Dieb kommt 2015 aus dem Gefängnis.

Das können die Belgier besser

Comics. Außer Hergé (Tim und Struppi) gibt es noch Morris (Lucky Luke), André Franquin (Spirou und Fantasio, Marsupilami, Gaston), Peyo (Die Schlümpfe), Jijé (Jerry Spring).

Danke für …

… das Saxophon. Von dem Belgier Adolphe Sax 1840 erfunden.

Nur hier

Miesmuscheln mit Pommes frites sind das Nationalgericht. Die Amerikaner nennen die von den Belgiern erfundenen Pommes frites zwar French Fries, dies aber, weil die Wallonen, die sie den amerikanischen Soldaten im Ersten Weltkrieg anboten, Französisch sprachen.

Es war einmal

Maurice Simon stieg in seinen neu gekauften Opel Rekord, ließ sich schnell Pedale und Schaltung zeigen und fuhr kurz darauf drei Menschen tot. Er durfte weiterfahren und verursachte drei Tage später den nächsten Unfall. Seine Schwiegermutter jagte ihm schließlich eine Kugel in den Kopf. Einen Führerschein gibt es in Belgien erst seit 1967. Wer vor der Einführung schon ein Auto hatte, konnte ohne Schein fahren und tut das noch heute.

Belgien fühlen

»Belgier. Das ist ein tolles Volk – die verstehen zu leben. Jeden Abend 20 davon, das wäre was!«, sagt Lars Hentschel, Oberkellner im berühmten Hamburger Hotel Atlantic.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

Die alte Industriestadt Charleroi ist für die Leser der niederländischen Zeitung De Volkskrant die hässlichste Stadt der Welt.

Übrigens

Der erfolgreichste Tischfußballspieler des noch jungen Jahrtausends ist ein Belgier: Frédéric Collignon.

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Belize

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»Sub umbra floreo.«

»Ich blühe im Schatten« – Der Wahlspruch von Belize, das unter dem Schatten des gewaltigen Mahagonibaums, dem Nationalgewächs des Landes, gedeihen möchte. Einst schlugen die Briten hier die Bäume in ihrer einzigen mittelamerikanischen Kolonie Britisch-Honduras.

Name

Der schottische Pirat Peter Wallace benannte die Gegend 1603 nach sich selbst. Unterstützt von King James I. gründete er hier »Wallace« am Fluss »Wallace«. Doch obwohl die Briten das Land gegen die Spanier behaupteten, änderte sich der Name langsam auf deren Seekarten: von Valize zu Balize und schließlich Belize.

Rekord

Belize hat die Nationalflagge mit den meisten Farben. Zwölf! Außerdem ist sie die einzige mit Menschen drauf: Ein Weißer hat eine Axt geschultert, ein Schwarzer ein Paddel. In ihrer Mitte steht der unvermeidliche Mahagonibaum.

Das können die Belizer besser

Am Karfreitag schwimmt man hier nicht in Seen, Teichen oder im Meer. Es bringt Pech.

Danke für …

Das 256 Kilometer lange Belize Barrier Reef ist das größte nach dem australischen Great Barrier Reef. Und es ist kaum entdeckt: 90 Prozent der Arten dort, glaubt man, kennen wir noch gar nicht.

Nur hier

Hier leben die konservativsten und gläubigsten deutschen Mennoniten Mittelamerikas: Immerhin über 10 000 in einem Land von 300 000.

Es war einmal

Als 1961 die damalige Hauptstadt Belize City vom Hurrikan »Hattie«

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