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Wer sagt mir eigentlich wo's lang geht? Kopf oder Bauch?

Heike Fischer

Wer sagt mir eigentlich wo's lang geht?

Kopf oder Bauch?

Ein Erfahrungsbericht zum Mitmachen

© 2017 Heike Fischer

Autorin: Heike Fischer
Umschlaggestaltung, Illustration: Astrid Bowinkelmann

Verlag: Westfälische Reihe, Münster

ISBN: Paperback 978-3-95627-644-6
Hardcover 978-3-95627-645-3
e-Book 978-3-95627-646-0

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Worum es in diesem Buch geht:

Dieses Buch handelt von meinen Prozessen – und wie sie zu meiner Heilung führten. Welche Übungen ich gebraucht habe, um aus meiner Trauer, meiner Wut, meiner Verzweiflung herauszukommen, um mehr Freude, Selbstbewusstsein, Liebe, Leichtigkeit, Wohlstand und Fülle in mein Leben zu bringen. Es erzählt, wie ich von einem gestressten Leben ins Gleichgewicht gekommen bin, statt vor mir davonzulaufen.

In meinen Heilungsprozessen habe ich meine inneren Stimmen, wie zum Beispiel die Kritikerin, die Antreiberin, die Perfektionistin, das Innere Kind und viele mehr, lebendig werden lassen, indem ich meine inneren Dialoge beschrieben und aufgeschrieben habe. Während des Schreibens taten sich neue Prozesse auf, die ebenfalls eine Chance auf Heilung boten.

Manche Gefühle erscheinen uns Menschen so schmerzhaft, dass wir den Gedanken haben: „Wenn ich das fühle, muss ich sterben.“ Was natürlich Unsinn ist. An einem Gefühl ist noch keiner gestorben.

Indem ich die Stimmen in meiner Vorstellung unter anderem in einen Bus einlade, möchte ich Ihnen diese inneren Stimmen, die in uns allen sind, humorvoll näher bringen. Mit gezielten Übungen gehen wir gemeinsam durch den Dschungel der Gefühlswelt.

Habe ich Sie neugierig gemacht? Prima, das ist genau mein Ziel!

Wenn es mein Leben verändert hat, kann es auch Ihres verändern. Denn: Es gibt nur einen Menschen in Ihrem Leben, der Ihr Leben verändern kann: Sie!

Was brauchen Sie, um Ihr Leben zu verändern?

Sie brauchen die Bereitschaft!

Erfüllen Sie sich Ihren Herzenswunsch: Machen Sie sich glücklich!

Sind Sie bereit, sich zu verändern?

Wunderbar, dann nehme ich Sie mit auf eine Reise zu sich selbst.

Inhaltsverzeichnis

imageVorwort

imageEinleitung

imageVoice Dialogue – Stimmen in meinem Kopf? Wo kommen die denn her?

imageDas Innere Kind – der Schlüssel zu mir und meiner reichen Gefühlswelt

imageRund um meine Geburt: Was man als Kind so alles wahrnimmt oder für bare Münze hält

imageDas Innere Kind – von Du-Botschaften, einem viel zu vollen Rucksack, Spiegelgesetzen und Gefühlen aus der Kindheit

imageÜbung mit dem Inneren Kind

imageAngst und Vertrauen: Passt das zusammen?

imageAngst-– oder besser gesagt: Mut-Übung

imageDie liebe Not mit der Wut

imageIdeen für Wut-Entschlackungen

imageÜber Schuld, noch einmal den Rucksack der Gefühle und die Kritikerin

imageÜbung: Schuld-Entladung und Vergebens-Ritual

imageVom Visualisieren und vom Umgang mit Körpersymptomen

imageÜbung: das Visualisieren üben

imagePositives Denken und was Sie damit tun oder lassen können – und was die inneren Stimmen dazu meinen

imageÜbung: Ich bin Drehbuchautor, Regisseur und Cutter

imageKommunikation mit meinen Fahrgästen – und was ich Ihnen noch über Kommunikation mitteilen möchte

imageÜbung: für die Ohren, das Mitgefühl, das Miteinander

imageIntuition: Bauch oder Kopf?

imageÜbung: entspannte Intuition

imageAnnehmen, was ist: den dicken Bauch, die Krampfadern an den Beinen, die immer dünner werdenden Haare, die Traurigkeit, die Wut – oder was auch immer

imageÜbung: Annehmen, was ist – auch die Kritikerin, den Antreiber, die Krampfadern ...

imageEnt-Scheidungen oder: Von was wollte ich mich noch mal trennen?

imageÜbung: Fühlen Sie mal in Ihre Ent-scheidung hinein

imageVoice Dialogue – neue Fahrgäste

imageÜbung: Lernen Sie Ihr Team kennen

imageAtem – warum wird der angesprochen? Der ist doch einfach da!

imageÜbung: Ich spür’ mal in meine Räume rein

image...-Kiste für Ihr Selbstbewusstsein basteln

imageÜbung: Jetzt wird gebastelt!

imageDie Liebe

imageÜbung: Ich bin toll, und das sag’ ich mir sogar vor einem Spiegel, direkt ins Gesicht

imageDankbarkeit

imageLos-lassen

imageÜbung: Ich bin bereit, los-zu-lassen

imageRituale

imageSeien Sie liebevoll mit sich selbst

imageLast but not least

imageDanksagung

Mein Team in diesem Buch:

Image Meine Kritikerin: „Heike will sich mitteilen. Na, was da wohl wieder kommt …“
Image Mein Antreiber: „Los, komm schon, beeilen wir uns!“
Image Mein Inneres Kind: „Ich will auch mit! Wartet auf mich!“
Image Meine Perfektionistin: „Da will ich mal sehr gut zuhören!“
Image und natürlich: ich

Vorwort

Ich möchte Sie mit diesem Buch ermutigen, Ihren eigenen Gefühls-Weg zu gehen, auch wenn es mal holprig wird. Ihren Gefühls-Weg können nur Sie gehen. Am Ende des Lebens, wenn Sie vor Gott stehen und dieser fragt: „Liebes Menschenkind, hast du gelebt? Hast du dein Leben genossen? Hast du all das mitgenommen, was ich dir mit meiner Hand gereicht habe?“, können Sie entweder sagen: „Ja, ich habe mein Leben aus vollem Herzen genossen und viel Freude und Liebe erfahren.“ Oder Sie können sagen: „Ach weißt du, Gott, mein Leben bestand nur aus Arbeit. Ich hatte gar keine Zeit, Freude zu empfinden oder aus ganzem Herzen zu lachen. Denn mir war gar nicht zum Lachen zumute. Meinen Ärger, meine Angst und Traurigkeit musste ich auch immer runterschlucken, damit ich dann auch 150prozentig arbeiten konnte.“

Dieses Buch erzählt von mir und wie gut ich funktionierte in einem Leben ohne Gefühle wie Angst, Trauer, Schuld oder Wut. Funktionierte in dem Sinne, dass ich zu 87 Prozent aus „Ich muss arbeiten und Geld verdienen“ bestand. Meine übrige Zeit verteilte sich auf meine Tochter mit fünf Prozent, meinen Freund mit fünf Prozent, meine Freundinnen mit zwei Prozent. Für mich blieb ein sattes Prozent, das ich mit Haushalt, Einkaufen und Sauna füllte. Für Gefühle hatte ich keine Zeit! Und weil ich keine Zeit für mich und meine Gefühle hatte, zeigten sich Symptome in meinem Körper. Meine Muskulatur war hart. Meine Beweglichkeit im Nacken war eingeschränkt. Mein Rücken schmerzte ohne Ende. Blockaden an der Wirbelsäule begleiteten mich. Meine Schilddrüse schlug Alarm – Unterfunktion. Mein Verdauungstrakt war „out of order“. Da tat sich so gut wie nix. Ich war verstopft! Verstopft mit nicht gefühlten Gefühlen.

Meine Schwester ist Heilpraktikerin, und im Juni 2013 lag ich in ihrer Praxis auf der Massageliege. Sie folgte ihrer Intuition und führte mich mit einer Fantasiereise in einen Wald zu einem Haus.

In meiner Vorstellung schloss ich die Haustür auf und traf auf Menschen, die umher hopsten und -sprangen und mich freudig begrüßten. Bevor ich mich um die Menschen kümmern konnte, musste ich jedoch in den Keller gehen. Auf einer Liege lag ich als fünfjähriges Mädchen und wimmerte vor mich hin: „Ich werde versagen! Ich werde scheitern!“ Ich ging näher zu diesem Kind, öffnete mein Herz ganz weit und umschloss es mit all meiner Liebe ... und es passierte Unglaubliches! Der ängstliche Kind-Teil löste sich auf! Von der Kopf-Angst zack! ins Herz, in die Liebe. Einfach so! Schwups! Leichtigkeit durchströmte mich. Wow!

Danach ging ich ins Wohnzimmer. Die Menschen saßen mittlerweile auf der Erde. Ich setzte mich in einen Lesesessel und nahm das Buch, das dort lag. „Mein Leben“, stand auf dem blauen Buch mit goldener Schrift. Ich schlug es auf, und ganz tief aus meinem Bauch kam ein Gefühl, das bisher ohne Worte geblieben war. Ich hörte mich zu meiner Schwester sagen: „Ich soll meine Erfahrungen aufschreiben.“ Ich habe mich so erschreckt!

Dabei lag dieses Buch seit Jahren in einer Schublade und war schon zur Hälfte fertig. Die Angst zu scheitern war zu groß.

Wie Sie sehen, habe ich meine Komfortzone verlassen und folge meiner Intuition, meinem Herzenswunsch, ein Buch zu schreiben. Deshalb war es wichtig, den Teil, der so viel Angst vor dem Versagen hatte, liebevoll zu mir zu nehmen.

Liebevoll fing ich auch an, Kontakt zu meinem Ärger, meiner Angst, meiner Traurigkeit und anderen nicht gefühlten Gefühlen aufzunehmen. Langsam, ganz langsam, Schritt für Schritt. Meine Erfahrung hat gezeigt: Je mehr ich mich diesen Gefühlen stellte, sie fühlte, desto mehr Freude, Selbstbewusstsein, Liebe, Leichtigkeit, Wohlstand und Fülle kam in mein Leben.

Es war, als würden die nicht gefühlten Gefühle aufpoppen, um gesehen zu werden, damit sie sich dann verabschieden konnten.

Ich habe gelernt, dass ein Gefühl da sein darf, dass es mich nicht umhaut, dass es gesehen und dann gefühlt werden möchte. Ich habe gelernt, meine Gefühle zu beobachten, meinen Atem dabei lang und tief werden zu lassen. Mir die Erlaubnis zu geben: Mein Gefühl, das gerade da ist, darf da sein.

Lesen Sie dieses Buch mit Offenheit für etwas Neues. Stellen Sie sich vor, Ihr Gehirn sei ein Werkzeugkoffer, der neu bestückt wird. Sie machen ihn auf und legen alle Werkzeuge hinein, die Sie brauchen, um glücklich zu sein.

Und dann leben Sie dieses Buch! Nehmen Sie sich Zeit für sich, Zeit, damit Sie sich verändern können. Schieben Sie kein Fensterputzen, den Partner oder die Partnerin, die Kinder, die Eltern, die Wäsche, die Arbeit oder Sonstiges vor. Tragen Sie sich Zeiten in Ihren Kalender ein. Ihre Zeiten!

Ziehen Sie sich für die Übungen zurück. Teilen Sie Ihrer Familie mit, dass Sie sie lieben und sich eine Auszeit gönnen, damit Sie auch weiterhin für sie da sein können. Hängen Sie ein Schild mit den Worten „Meine Zeit“ vor Ihren Rückzugsort.

Bevor Sie nun ins Lesen einsteigen, habe ich zwei Fragen an Sie:

Warum haben Sie sich dieses Buch gekauft?

Welches Ziel verfolgen Sie beim Lesen dieses Buches?

Auf der nächsten Seite haben Sie Gelegenheit, Ihr Ziel aufzuschreiben.

Lassen Sie dieses Buch zu Ihrem Wegbegleiter auf Ihrem Weg werden.

Mein Ziel:

Ich finde, heute ist ein guter Zeitpunkt, um mit der Verwirklichung Ihres Zieles anzufangen.

Warum Sie das tun sollten? Damit Sie sich in sich wohl fühlen. Ein Ankommen bei sich selbst. Vom Kopf zack! ins Herz. Geben Sie sich die Erlaubnis, glücklich zu sein.

Auf geht's!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Stöbern, Lesen und Umsetzen.

Dieses Buch ersetzt keine Therapie bei einer Ärztin oder Heilpraktikerin, keine Psychotherapeutin oder Medikamente. Die LeserInnen handeln selbstverantwortlich bei den Selbsthilfeübungen. Ich übernehme keine Haftung für Schäden egal welcher Art, die direkt oder indirekt aus der Anwendung der Angaben in diesem Buch entstehen sollten.

Da ich aus meiner Sicht geschrieben habe, habe ich in den meisten Fällen die weibliche Form verwendet. Gemeint sind natürlich alle, Männer und Frauen.

Einleitung

Meine Stimmen in meinem Kopf haben Namen. Da gibt es um Beispiel meine Kritikerin, meinen Antreiber, meine Perfektionistin (mein langjähriges Dream-Team) sowie meine Inneren Kinder, zum Beispiel die Neugierige, die Verspielte, die Ängstliche, die Mutige, die Trotzige. Dann gibt es noch meinen Beschützer und meinen Kontrolleur, meine gute Mutter, meine schlechte Mutter, meine Intuition, meine Erschöpfung, meine Liebe, meine Faulenzerin – und viele andere Stimmen.

In meiner Vorstellung lade ich meine Stimmen in einen Bus ein. Vor Jahren saß mein Dream-Team am Steuer und ich in der letzten Reihe. Das war die Zeit, in der ich funktionierte und kaum etwas gefühlt habe.

Eine Geschichte aus meinem Leben:

Kennen Sie den Moment?

Der Wecker klingelt. Sechs Uhr. Der erste Gedanke: „Oh nein, viel zu früh!“ Sie drehen sich noch mal um ... und noch mal ...

Stimme Nr. 1: „Ach, es ist jedes Mal das Gleiche! Los! Du musst raus! Es ist schon fünf nach sechs!“

Stimme Nr. 2: „Lass mich in Ruhe, ich will schlafen!“

Stimme Nr. 1: „Raus aus den Federn! Sonst wird der Tag nur stressig werden!“

Nein, es ist nicht meine Mama, die versucht, mich zu wecken. Es ist Stimme Nr. 1, der Antreiber, der mich aus dem Bett scheucht. Die 2. Stimme, die Erschöpfte, will nur schlafen. Doch der Antreiber versteht sich gut auf seinem Gebiet. Er ist ja auch schon mindestens fünfzig Jahre bei mir.

Und er gewinnt! Ich stehe auf, gehe ins Bad, schaue in den Spiegel.

Meine Kritikerin ist hellwach: „Diese Haare! Egal ob sie länger oder kürzer sind: Sie stehen immer zu Berge! Boah, und Wassereinlagerungen hattest du auch heute Nacht! Die Augen sind total geschwollen! Obwohl du doch Faltencreme nimmst ... Wird auch immer mehr! Und schau mal hier ... “

Ich: „ Ach, ich geh’ erst mal in die Küche und trinke ein Glas Wasser.“

Kritikerin: „Und denk ja an die homöopathischen Tropfen! Die vergisst du auch andauernd.“

Antreiber: „Ach, Heike, das ist doch nicht so schwer. Los, mach hinne! Wasser kochen. Medikamente ins Glas, Wasser drauf, schlucken!“

Erschöpfte: „Das ist mir jetzt alles viel zu viel. Ich will wieder ins Bett.“

Antreiber: „Nix da! Jetzt ziehst du gleich deine Jogging-Sachen an und dann geht’s los.“

Kritikerin: „Ja, genau. Du willst doch abnehmen! Von nix kommt nix. Schau dir mal deinen Bauch an. Also los! Da hat der Kollege Antreiber schon recht ...“

Erschöpfte: „Ich will doch nur meine Ruhe haben ... “

Antreiber: „Ach, die Erschöpfte! Die lassen wir jetzt mal außen vor.“

Erschöpfte: „Heike, kannst du mich denn nicht hören?“

Nein, Heike kann die Erschöpfung nicht wahrnehmen. Sie zieht ihre Jogging-Sachen an und läuft los. Nach dem Joggen ist sie stolz auf sich: „Juhu, ich war ganz früh morgens joggen!“

Antreiber: „Na, siehst du, ich will doch nur das Beste für dich. Jetzt machst du noch ein paar gymnastische Übungen für Bauch, Beine, Po, und dann schauen wir mal weiter.“

Erschöpfte: „Wie wäre es denn mit Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung? Vielleicht meditieren?“

Antreiber: „Ach ja, das muss sie ja auch noch machen. War ja so vorgeschrieben in der Ausbildung. Wann plane ich das denn ein? Also gut: Bauch, Beine, Po, dann duschen. Frühstücken. Ach nee, frühstücken schaffen wir nicht mehr. Das wird später gemacht. Nach dem Duschen Autogenes Training, dann ab zur Arbeit, dann ...“

Perfektionistin: „Und bitte alles 120-prozentig! Darunter läuft ja wohl gar nichts. Wenn du schon nicht die Zeit hast, dann mach es schnell, aber gründlich!“

Sie können sich sicher vorstellen, wie der Tag von Heike F. aus MS. verläuft.

22:30 Uhr.

Antreiber: „Ja, das war doch mal ein guter Tag! Voll geplant, durchstrukturiert.“

Kritikerin: „Das war ja wohl nix! Du hast gar nicht alles geschafft! Du wolltest noch die Fenster putzen. Ach, du bist so langsam! Der Tag hatte doch schon 15 ½ Stunden. Reicht das denn nicht? Ja, und 120 Prozent, das hat ja auch nicht geklappt. Das muss besser werden!“

Perfektionistin: „Ich hab’ mein Bestes gegeben. Ihr müsst mir mehr Raum lassen, damit ich bei Heike noch mehr bewirken kann.“

Antreiber: „Mal sehen, wie ich das noch einbauen kann. Ach, ich finde, wir sind ein tolles Team. Schlaft gut.“

Kritikerin: „Ja, ja, jetzt haste keine Lust mehr zu reden!“

Perfektionistin: „Jetzt schlafen wir erst mal perfekt ein und auch durch, damit die Heike morgen wieder volle Leistung bringen kann.“

Erschöpfte: „Ich bin viel zu erschöpft, um einzuschlafen.“

Kennen Sie den Moment?

Der Wecker klingelt. Sechs Uhr. Der erste Gedanke: „Oh nein, viel zu früh!“ Sie drehen sich noch mal um ... und noch mal ... Antreiber: „Ach, es ist jedes Mal ...“

Stimmen in meinem Kopf. 60.000 Gedanken täglich. Können Sie mir sagen, was Sie heute Morgen um 10:03 Uhr gedacht haben? Und welche Stimme in Ihnen gesprochen hat?

Es hat lange gedauert, bis ich verstand, dass ich, Heike, die Chefin bin und den Bus fahre und dass ich diese Stimmen liebevoll annehmen darf. Und je mehr ich mich mit diesen Stimmen in mir auseinandersetzte, desto mehr Vertrauen machte sich in mir breit. Ich verlor die Angst vor meinen eigenen Gefühlen. Ich lernte mich kennen und lieben. Je mehr Anteile (Stimmen) ich zu mir nahm, desto schöner und witziger wurde mein Leben. Manchmal sind meine Bilder im Kopf besser als jeder Film im Fernsehen.

Ich stelle mir vor, dass ich in meinen Bus einsteigen und mich mitteilen möchte.

Ich habe erst einen Fuß in den Bus gesetzt, da höre ich schon eine vertraute Stimme.

Kritikerin: „Na, was ist denn jetzt schon wieder los?"

Ich betrete den Bus.

Ich: „Hallo, alle zusammen. Schön, dass ihr so zahlreich erschienen seid.“

Sie schauen mich alle erwartungsvoll an.

Ich: „Ich möchte mich mitteilen.“

Meine Kritikerin rollt schon mit den Augen.

Ich: „Ich werde ein Buch schreiben. Ein Buch über meine Erfahrungen. Mit diesem Buch möchte ich den Menschen die Angst vor dem Fühlen nehmen. Ihnen zeigen, wie man vom Kopf ins Herz kommt.“

Manchmal erwarte ich dann ja Stille. In meinem Bus jedoch ist die Hölle los! Alles redet durcheinander. Wimmern ist zu hören. Einer brüllt. Getuschel.

Meine Kritikerin übernimmt als Erste das Wort: „Heike, hast du dir das auch genau überlegt? Du bist manchmal zu schnell mit deinen Entscheidungen! Wer will das denn lesen? Geht das denn gut? Die zerreißen dich doch in der Luft!“

Antreiber: „Was für eine tolle Idee! Lass uns sofort loslegen!! Schau gleich nach, was wir brauchen, um ein Buch zu schreiben. Du kannst auch Martin kontaktieren, der hat doch schon Bücher geschrieben. Setz dich gleich hin und fang an zu schreiben!“

Perfektionistin: „Das wird toll! Ich steh’ ganz oben auf deiner Liste! Ich mach’ das für dich. Das schaff’ ich doch mit links. Sogar 120-prozentig!“

Inneres Kind: „Ich hab’ Angst! Ich werde versagen!“

Erschöpfte: „Ach, lass mal. Ich bin so müde!“

Neugierige: „Wie spannend! Was uns da wohl erwartet?“

Kritikerin: „Was soll uns da schon erwarten? Ein Flop wird das werden.“

Und wenn ich diese Gespräche, die ja in mir stattfinden, so weiterlaufen lassen würde, ginge das den lieben langen Tag so.

Ich: „Leute, Leute, ich wollte mich mitteilen. Wisst Ihr noch? Mitteilen heißt, einer erzählt, und die anderen hören zu.“

Kritikerin: „Ich teile mich ständig mit, und du hörst mir keineswegs zu.“

Ich: „I C H habe jetzt das Wort. Denn ich sitze am Lenkrad und steuere den Bus. Ist das klar?“

Einvernehmliches Nicken ist zu sehen.

Ich: „Ich danke euch allen für eure Kommentare. Ich weiß es zu schätzen, dass ihr euch Sorgen um mich macht. Ich weiß, ihr wollt nur das Beste für mich. Dafür danke ich euch. Dieses Buch wird ein Buch mit eurer Hilfe.“ Aufatmen ist im Bus wahrzunehmen. „Und erinnert euch daran: Ich fahre und lenke diesen Bus. Ich bin der Chef.“

Kritikerin: „Naja, lass sie mal anfangen.“

Antreiber: „Ja, du. Lass sie doch mal starten und halt dich zurück!“

Perfektionistin: „Ruhe jetzt! Ich hab’ alles im Griff.“

Und jetzt bin ich diejenige, die mit den Augen rollt, und ich schicke meinen Stimmen einen liebevollen Gedanken. Weiß ich doch mittlerweile, dass sie es gut mit mir meinen.

Voice Dialogue – Stimmen in meinem Kopf? Wo kommen die denn her?

Als ich mit der Voice-Dialogue-Methode (Dialog der Stimmen) anfing, dachte ich, ich werde verrückt. Stimmen, die schon immer in meinem Kopf waren, bekamen Namen wie Kontrolleur, Antreiber, Kritikerin, Perfektionistin, Beschützer, Inneres Kind (in all seinen Phasen: trotzig, wütend, kuschelig, ängstlich, mutig usw.), Richter, die gute Mutter, die böse Mutter, Aphrodite, Faulenzerin, die Prinzipienreiterin. Da gibt es Frau Schlaumeier, genannt die Korinthenkackerin, die Rücksicht, das Helfersyndrom oder Helferlein, die Einzelgängerin, die Freiheit in mir, das jubelnde Herz, die Feministin, den Macho, die Liebe, den Hass, die Vergebung – und so viele mehr.

Die Voice-Dialogue-Methode ist ein Modell, das mir geholfen hat, mehr zu mir zu kommen. Im Jahr 2001 lernte ich meine Stimmen während meiner Ausbildung „Ganzheitliche Integrative Atemtherapie“ kennen. Ich lernte, mit welchem Teil ich gerade identifiziert bin. Identifiziert heißt: Dieser Teil regiert mich, hat das Sagen in mir, ist in mir an der Macht. Ich lernte die eine Stimme von der anderen zu unterscheiden; sie mir bewusst zu machen. Ich lernte, dass ich nicht diese Stimmen bin, sondern wie ich – Heike – Chefin meines Körpers und meiner Gedanken sein kann. Ich lernte, mich anzunehmen, wie ich bin (und das ist auch heute noch ein fortlaufender Prozess).

Als ich anfing, mir meine Stimmen bewusst zu machen, wurde es allmählich friedlicher in mir. Ich entwickelte mehr und mehr Verständnis für mich und die Gründe, aus denen ich so bin, wie ich bin. Mein Hüllen-Dasein veränderte sich zu einem Dasein mit viel Gefühl. Ich vertraute mir und dem Leben immer mehr. Die Stimmen und ich wurden ein Team.

Unter anderem möchte ich Ihnen dieses Kennenlernen der inneren Stimmen in diesem Buch näher bringen. Denn das Ziel der Stimmen ist, uns zu beschützen, wenn unsere Erfahrungen zu schmerzhaft werden. Sie entstehen in der Kindheit und übernehmen das Ruder, damit wir nicht noch weitere schmerzhafte Erfahrungen machen. Bei einem Gefühl von „Ich fühle mich wertlos“ kommt ein Beschützer-Teil auf den Plan: „Ich werde dich vor schmerzhaften Gefühlen beschützen und ziehe eine große und hohe Mauer um dich herum.“ Dieser Beschützer geht seiner Arbeit nach. Er beschützt. Dieser Teil bekommt nicht mit, dass dieses Kind dadurch einsam wird und sich zurückzieht. Er erledigt seine Aufgabe. Er bekommt dafür normalerweise jedoch kein Lob, keine Anerkennung. So strengt er sich mächtig an, damit er gesehen wird, und bekommt unbewusst viel Macht. Bleibt er unbewusst, fährt er immer größere und höhere Mauern auf.

Die Kritikerin, der Antreiber und die Perfektionistin kommen in unser Leben, wenn wir Fehler machen. Auch sie machen ihre Arbeit sehr gut. In unserer Kindheit lernen wir täglich, stündlich, ja sogar sekündlich, und natürlich passieren Fehler. Wir lernen zwar auch Sätze wie „Übung macht den Meister“ oder „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“. Doch diese Sätze passen nicht zu unserem unangenehmen Gefühl, wenn wir bei einem Fehler ertappt oder gar gehänselt werden. Wir hörten dann auch: „Das kannst du doch besser. Streng dich mal an!“ So strengten wir uns mit Hilfe unserer Kritikerin, unseres Antreibers und seiner Kumpelin, der Perfektionistin, mächtig an. Denn: Wir wollten gut sein und uns gut fühlen. Wir wollten geliebt werden. Wir wollten, dass Mama, Papa und die ganze Welt stolz auf uns sind.

So entstehen mit unseren Erfahrungen noch viele andere Teile in uns. Diese Teile bleiben jedoch in der Kindheit stecken. Sie entwickeln sich nicht mit, sie handeln immer noch „kindgerecht“, merken nicht, dass wir erwachsen geworden sind, und lassen uns somit keine neuen Erfahrungen machen, mit denen wir unser Verhalten verändern könnten. Machen wir uns diese Stimmen bewusst und gehen in Kontakt mit ihnen, sehen sie, danken ihnen, werden selbst zur Busfahrerin, dann können wir viele Krankheiten in uns verhindern.

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