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Wenn Grainger die Falle stellt

Wenn Grainger die Falle stellt

Western von Uwe Erichsen

Der Umfang dieses Buchs entspricht 119 Taschenbuchseiten.

Nur um Haaresbreite entgeht Grainger dem Tod, als sein Feind Justice ihn in der Wüste ohne Wasser, Pferd und Waffe zurücklässt. Nun will Grainger Rache. Er weiß, dass Justice einen Banküberfall plant, eine Chance, nicht nur Rache, sondern auch die Beute zu bekommen. Aber das wird nicht leicht, denn es gibt einen skrupellosen Rancher, der selbst mit Grainger abrechnen will.

1

Grainger stöhnte dumpf auf, als die Stiefelspitze in seine Rippen krachte. Er hatte nicht mehr die Kraft, den schweren Tritten auszuweichen. Diese drei tanzten um Grainger herum wie in einem wilden Rausch.

Grainger war fertig.

Justice war nicht allein. Zwei unterwürfige Figuren waren bei ihm, die ihn anhimmelten wie verblendete Weiber einen Sektenprediger.

Er konnte nicht einmal mehr die Muskeln spannen, musste alles hinnehmen, was sie ihm antaten.

Aus, dachte er. Sie haben dich. Nur ein einziges Gefühl hielt den Mann aus der Wüste noch bei Bewusstsein: Wilder Hass.

Er fühlte den warmen Sand an seinem Gesicht, spürte die salzigen Körner in seinem trockenen Mund. Und die Strahlen einer unbarmherzigen Sonne. Sandkörner stachen wie Nadeln mitten in sein Gesicht, wenn er die Lider öffnete.

Grainger keuchte. Die Luft war flüssige Glut, die seine Lungen verbrannte, und dann gab es nur noch heißes Blut, das heftig durch seine Adern pulste. Er wollte nicht aufgeben, auch wenn seine Chancen gleich bei Null standen. Er starrte in die grelle Sonne, unfähig, den Kopf zu drehen.

Undeutlich sah er ein paar Beine gegen den hellen Hintergrund.

„Du hättest dich eben nicht mit uns einlassen sollen!“, grölte Justice. Dieser massige Mann hatte die Stimme eines Betrunkenen, aber Grainger wusste, dass er so nüchtern war wie ein Strolch im dritten Jahr in den verfluchten Steinbrüchen von Quijotoa. Grainger sah sein Gesicht mit dem breiten Mund. Der massige Justice hatte die Sonne im Rücken und starrte auf den Mann zu seinen Füßen nieder. Earl Raise und Bernie Johnson grinsten bösartig.

„Steh auf“, sagte Justice. Er genoss diese Szene, das war nicht zu übersehen.

Sollte die Qual denn nie enden? Grainger zog das rechte Bein unter den Körper und stemmte sich in die Höhe. Unendlich langsam hob er den Kopf, streckte die Arme. Sein Blick fiel auf den Kadaver des braunschwarzen Ponys, das Justice ihm unter dem Sattel weggeschossen hatte. Es war ein gutes Tier gewesen.

Grainger richtete seinen Oberkörper auf. Er stand auf den Knien, sein Kopf pendelte kraftlos hin und her. Die geballten Fäuste schlossen sich um Sand.

„Auf die Füße!“, wiederholte Justice seinen Befehl.

Sie wollen dich töten, dachte Grainger, und er sollte stehend sterben. Gut. Er wollte es auch. Im Stehen, aufrecht, einen Fluch zwischen den Zähnen zerkauend.

Grainger blickte in die Runde. Raise und Johnson lehnten an ihren Ponys. Raise trank aus einer Lederflasche, die er dann Johnson zuwarf. Johnson packte die Flasche mit schmutzigen Klauenfingern und setzte sie an seine Lippen. Braune Flüssigkeit rann an seinem spitzen Kinn herab, während er die glitzernden Augen auf Grainger geheftet hielt.

Justice streckte eine Hand aus. Johnson wieselte herbei und gab seinem Boss die Flasche. Justice grinste, und die anderen beiden taten es ihm nach. Bei ihnen sah es hämisch aus.

Justice glitt einen Schritt auf Grainger zu. Grainger betrachtete gebannt die Kolben der beiden Sechsschüsser in den Holstern. Da ließ er seine Fäuste vorzucken. Die Finger gaben den Sand frei, und die feinen Körner trafen die Augen des anderen.

Aber Justice hatte eine Sekunde vorher die Faust mit der Flasche vorschießen lassen, und ein breiter Strahl Whisky traf Graingers Augen. Grainger sprang vor, ohne auf das Feuer in seinen Augen zu achten. Blind zerrte er einen der beiden Revolver aus dem Holster.

Johnson und Raise schrien auf. Nur Justice behielt die Nerven. Er stieß Grainger sein Knie zwischen die Beine und schmetterte ihm die Flasche über den Schädel.

Wie ein gefällter Baum stürzte Grainger in den Sand.



2

Grainger bewegte sich ein wenig. Er lag wieder auf dem Gesicht. Sein Mund war voller Sand, der Körper schmerzte wie eine einzige große Wunde, und in seinen Augen brannte das Feuer. Sie mussten ihn wieder misshandelt haben, dachte er. Er konnte sich kaum noch rühren. Seine Arme hatten jedes Gefühl verloren.

Aber die Kerle waren noch da. Grainger spürte ihre Anwesenheit. Ein Pony schnaubte ungeduldig, und dann knarrte Sattelzeug. Grainger versuchte, seine Augen zu Öffnen. Die Lider waren verklebt. Justice’ Stimme traf ihn wie ein Peitschenhieb, obwohl sie weit, weit weg zu sein schien.

„Du sollst verrecken, du Schwein“, sagte er. „Uns wirst du nicht mehr in die Quere kommen, verstehst du? Verrecken wirst du hier!“

Die Hufe der Ponys knirschten im Sand. Grainger vernahm das Geräusch direkt in seinem Kopf. Jemand schnalzte mit der Zunge, und die Hufe der Tiere stampften. Der braune Sand war nachgiebig. Die Pferde hatten es nicht leicht, Grainger riss die Augen auf. Wie durch einen Schleier sah er die Gestalten der drei Männer auf den Ponys. Sie ritten davon.

Grainger konnte es nicht glauben. Sie ließen ihn allein. Einen Mann in der Wüste ohne Wasser und ohne Pferd zurückzulassen bedeutete den sicheren Tod. Einen langsamen, qualvollen Tod.

Aber nicht für einen Mann wie Grainger, der die Wüste kannte wie kein Zweiter. Er musste nur aufstehen und nach Osten oder Südosten gehen. Dort würde er auf die Cimmaron-Postkutschenlinie stoßen. Die Kutsche fuhr einmal in der Woche die Strecke Bisbee –Tombstone – Florence. Eine unwichtige Linie, die nicht so bekannt war wie die anderen, wie die Lordsburg oder Albuquerque-Routen.

Grainger konnte es kaum fassen. Zu Fuß war er ein toter Mann. Mit der Bisbee-Kutsche konnte er leben. Wenn er sie rechtzeitig erreichte.

Einmal in der Woche! Vielleicht fuhr sie gerade heute. Graingers Herz begann schmerzhaft zu trommeln, während er sich zu erinnern versuchte, welcher Wochentag heute war.

Montag — am Montag hatte er Justice und seine Figuren in La Osa, an der mexikanischen Grenze, getroffen. Vor vielen Jahren waren er und Justice eine Zeitlang zusammen geritten, und sie hatten das Wiedersehen mit fünf Flaschen Tequila begossen.

Am Dienstag hatten sie sich ausgeruht, Am Mittwoch wollte Justice Geld besorgen. Er hatte seine Barschaft in einem Freudenhaus jenseits der Grenze verjubelt und brauchte dringend Nachschub. Grainger hatte abgewinkt. Justice war zu impulsiv, und er gab sich mit Kleingeld zufrieden. Er, Grainger, hatte den Mittwoch verschlafen, und erst am Abend hörte er in der Cantina, was geschehen war.

Drei Männer hatten eine kleine Siedlung östlich von La Osa, am Santa Cruz River, überfallen. Dabei hatten sie vier Frauen, sechs Männer und zwei Kinder ermordet. Sie hatten dabei zwölf Dollar und fünf Flaschen selbst gebrannten Schnaps erbeutet.

Am Donnerstag war er den drei Banditen in die Wüste gefolgt und am Freitag in die Falle getappt.

Freitag.

Am Samstag ging die Kutsche in Bisbee los.

Okay, das konnte er schaffen. Er blieb im warmen Sand liegen. Die Sonne brannte immer noch auf seinen Rücken. Er wollte sich noch ein wenig ausruhen, bevor er sich auf den langen Marsch nach Osten machte. Grainger wollte nicht sterben. Er wollte Justice und seine Truppe treffen.

Die Sonne verbrannte seinen Nacken. Grainger spürte es kaum. Die Schmerzen in seinem Körper waren schlimmer. Er wollte warten, bis sie etwas nachließen. Ein wenig nur …

Er hörte den weichen Flügelschlag, als der erste Geier neben seinem Pony aufsetzte. Grainger riss die Augen auf. Der hässliche Vogel schwang den langen Hals, dann stieß der Kopf herab, und der gekrümmte Schnabel fetzte ein Stück Fell vom Rücken des toten Pferdes.

Grainger stieß einen heiseren Schrei aus und hob eine Faust. Der Geier äugte herüber. Ein starres rotgerändertes Auge. Er machte einen schwankenden Schritt auf Grainger zu. Grainger zog die Beine an. Er stöhnte laut, als er sich in die Höhe stemmte. Der Geier breitete die schwarzen Schwingen aus. Grainger trat nach ihm. Der Vogel schrie zornig auf. Grainger setzte ihm nach und traf ihn mit einem harten Tritt vor die Brust. Der Geier kreischte, breitete die Flügel aus, und hob ab. Grainger hörte sein Gekreisch noch lange in der unbewegten Luft.

Grainger war dem Vogel dankbar. Er war so müde und schlapp. Vielleicht wäre er liegengeblieben und nicht mehr aufgewacht, so wie Justice sich das gedacht hatte. Justice, der ihn eigentlich besser kennen müsste. Seinen Hass und seinen Willen zu leben.

Die Sonne stand jetzt über den spitzen Gipfeln der Maricopas im Westen. Grainger setzte einen Fuß vor den anderen und lief seinem Schatten nach.



3

Ein einsamer Mann allein in der Wüste. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde es schnell kühl, dann kalt. Der jähe Temperaturwechsel machte Grainger zu schaffen. Der Durst quälte ihn jetzt nicht so sehr, aber die Kälte zehrte an den Resten seiner Kraft. Er musste die schmale Straße am Westhang der Santa Catalinas vor Morgengrauen erreichen, sonst war er verloren. Der nächste Ort war zu weit entfernt, und über die Berge kam er nie.

Seine einzige Hoffnung war die Kutsche der Wells Fargo. Grainger grinste salzig. Ausgerechnet die Wells Fargo hatte er dazu ausersehen, ihm das Leben zu retten. Dabei hatte die Wells Fargo einen Preis auf seinen Kopf ausgesetzt. Die Wells Fargo hatte ihn ruiniert, und er führte einen erbitterten Krieg gegen diese Gesellschaft. Die Wells Fargo mit ihrem dichten Netz von Post- und Passagierkutschen, Frachtlinien, Telegrafenbüros; mit ihren Agenten und Detektiven und ihren Killern, die jeden, der der Gesellschaft in die Quere kam, ausschaltete.

Grainger schüttelte den Gedanken an die Wells Fargo ab. Ein riesiger silbriger Mond schwamm am tiefschwarzen Himmel und ließ die gezackten Kämme der Catalinas zum Greifen nahe erscheinen. Der Mond wanderte über den Himmel, während Grainger nach Osten marschierte, immer auf die Berge zu, die so nah zu sein schienen und doch kaum näher kamen.

Die Zeit verstrich, und irgendwann registrierte Grainger, dass er den Mond im Rücken hatte, und als er sich einmal umdrehte, war die Hälfte der silbernen Scheibe bereits hinter dem Horizont verschwunden, und der Himmel über ihm zeigte die ersten grauen Flächen.

Und dann zuckten rote Strahlen wie Riesenfinger über den Kämmen der Catalinas, zerteilten das Grau, stießen es förmlich in die Höhe. Die Berge brannten. Grainger schloss vor der blendenden Glut die Augen. Er blieb stehen. Die Haut seines Gesichtes wurde warm, und als er die Augen wieder öffnete, stand die Sonne als greller Sonnenball tief im Osten.

Grainger ließ sich auf die Knie fallen. Der Sand war noch kalt. Er suchte einen Stein, seine rauen, gefühllosen Finger strichen darüber, dann beugte er den Kopf und leckte die Tautropfen von dem Stein, bevor die Sonne die letzte Feuchtigkeit aus der Wüste saugen konnte.

Die Berge erschienen jetzt näher, und Grainger stellte fest, dass das Gelände bereits sanft anstieg. Geröll versperrte ihm immer häufiger den Weg. Er blieb oft stehen, kniff die Lider zusammen und suchte nach Merkmalen, die ihm ein Erkennen des Kutschentrails ermöglichen konnten.

Sagueros, die riesigen Feigenkakteen, reckten ihre stacheligen Äste in den Himmel, und hartes Gras knisterte unter seinen Sohlen. So weit das Auge reichte, erschien das Land gleichförmig, ohne besondere Kennzeichen. Grainger heftete den Blick auf den Boden. Die Wagenspuren würden ihm nicht entgehen.

Er fand sie gegen Mittag. Einen breiten Pfad mit tiefen Spurrillen, der sich um die Felsbrocken und Feigenkakteen wand. Grainger hockte sich in den schmalen Schatten eines Sagueros und wartete geduldig. Die Kutsche musste aus dem Süden kommen. Es gab ein Seitental, über dem die Luft flimmerte.

Während des langen Marsches hatte er keinen Gedanken an Justice verschwendet, aber jetzt hielt er sich mit seinem Hass auf diesen Mann wach. Er wusste, dass Justice nach Norden wollte, in die Gegend um Phoenix. Nicht nach Phoenix, aber vielleicht nach Temple. Justice hatte etwas vor. Er wollte ein Ding dort drehen, und Grainger würde dort sein. Justice hatte seine Zunge nicht im Zaum halten können, nachdem er zwei Flaschen Tequila getrunken hatte. Er hatte ein paar Freunde irgendwo am Gila River, die ihm weiterhelfen würden. Grainger ließ Sand zwischen seinen Fingern verrinnen.

Er sah den gewaltigen Staubball, der wie eine riesige Wolke aus dem Tal wehte und die Kutsche einhüllte. Grainger grinste hohl. Die Wells Fargo war für ihre Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit berühmt.

Die Wolke war noch mindestens drei Meilen entfernt. Scheinbar langsam rollte sie auf ihn zu, aber Grainger wusste, dass der Kutscher hier aufdrehte. Das Land war einigermaßen eben und fiel, vom Tal her gesehen, leicht ab. Er konnte den Wagen und die Pferde noch nicht erkennen, als er mühsam aufstand und sich mitten auf die staubige Straße stellte. Sein Haar klebte an seinem Kopf, das Hemd war zerfetzt, das Gesicht grau vom Staub der Wüste, und die Augen lagen tief und brennend in den Höhlen, in ihnen loderte der Hass.



4

„Ho!“, schrie der Kutscher, als er die hochgewachsene Gestalt des Mannes durch den dichten Staubschleier gewahrte. Er zerrte am Zügel. Der bewaffnete Beifahrer klemmte die Winchester unter die Schulter. Er hatte den Hut tief in die Stirn geschoben, und Grainger konnte seine Augen nicht erkennen.

Schwankend kam das hohe Gefährt zum Stehen. Oben auf dem Dach und hinten auf dem Gepäckständer waren mehrere Koffer festgeschnallt. Grainger schätzte die Zahl der Passagiere auf drei oder vier. Es würde eng werden da drin.

Die sechs Pferde warfen die Köpfe hoch und schnaubten wild. Es waren gut genährte, ausdauernde braune Bays. Dort, wo der Schweiß das Fell nässte, lag dichter Staub verkrustet auf der Haut der Tiere.

Die Mündung der Winchester wies auf Grainger, der Mann hinter dem Gewehr mahlte mit einem breiten Unterkiefer. Er sagte nichts.

„Habe mein Pferd verloren“, sagte Grainger. Seine Stimme klang rau, und er spuckte in den Sand. „Ihr könnt mich ein Stück mitnehmen.“

Er sah die Handbewegung des Schützen auf dem Kutschbock nicht, aber er hörte das metallische Klicken, als der Bursche eine Patrone in den Lauf hebelte. Grainger erstarrte.

„He, was soll das!“, rief er. Sein Mund wurde noch trockener, als er ohnehin schon war, „Ich bin unbewaffnet!“

Der Schütze schien Grainger unverwandt unter der herabgezogenen Hutkrempe anzustarren. Grainger kniff die Lider zusammen. Verdammt, dachte er, dieses breite Kinn ... Er musste den Kerl schon mal irgendwo gesehen haben. Und umgekehrt. Aus den Augenwinkeln sah er den Kopf eines älteren Mannes, der sich aus dem Seitenfenster der Kutsche beugte und Grainger neugierig betrachtete.

„Du bist Grainger“, sagte der Mann auf dem Kutschbock plötzlich.

Grainger liebte es nicht, seinen Namen zu verleugnen, und er tat es auch diesmal nicht, obwohl er damit vielleicht Erfolg gehabt hätte. So wie er aussah — heruntergekommen, eingefallene Wangen und ein mehrere Tage alter Bart.

„Grainger“, wiederholte der andere, und da schoss er auch schon.

Grainger sprang mit einem gewaltigen Satz auf die Pferde zu. Die Kugel pfiff an seinem Hals vorbei. Der Kerl über ihm wollte kein Risiko eingehen. Graingers Steckbrief hing in jeder Station der Wells Fargo, und ein Wächter, dem es gelang, Grainger umzulegen, konnte mit einer Karriere im Sicherheitsdienst der Gesellschaft rechnen.

Grainger warf sich neben den Pferden in den Sand, rollte herum und kam wieder auf die Füße, Das Gesicht im Türfenster zuckte zurück. Grainger riss die Tür auf und packte den Mann vorne an der Jacke. Mit einem mächtigen Ruck zog er ihn heraus und warf ihn in den Sand.

Zwei weitere Augenpaare richteten sich erschreckt auf ihn. Eins gehörte einer üppigen Blondine in einem roten Samtkostüm, das andere einem mageren Gecken, der eine lange schwarze Jacke trug. Grainger bemerkte den Kolben eines großen Revolvers unter dem rechten Aufschlag.

Grainger warf sich vor. Seine Faust schloss sich um den Kolben. Durch das andere Fenster sah er den Wächter, der vom Bock gesprungen war und in die Passagierkabine hineinschaute.

Grainger spannte den Hahn, hob die Waffe und drückte ab. Er hatte in diesem Augenblick keine. Wollte er am Leben bleiben, musste er den Gegner ausschalten. Rücksichten auf die Passagiere nahm er keine.

Die Blondine schrie erschreckt auf, als verbrannte Pulverrückstände in ihr Gesicht sprühten. Sie verdeckte ihre Augen mit den Händen.

Der Wächter hatte ein Loch zwischen den Augen. Der Lauf seines Gewehrs lag auf der Fensterkante.

Grainger klopfte den Staub von seiner Hose, wobei er jeden einzelnen im Auge behielt, doch von diesen Leuten drohte keine Gefahr mehr.

„Aussteigen“, sagte er, „Und du da — runter vom Bock!“

Der Kutscher ließ die Zügel los und kletterte steifbeinig vom Bock. Die drei Passagiere standen zitternd nebeneinander. Grainger entdeckte eine Wasserflasche, die mit Lederriemen am Sitz des Fahrers befestigt war. Er riss sie ab, öffnete sie, und trank in langen Zügen.

„Abschirren“, sagte er zum Kutscher.

Der Kutscher war ein alter Mann, der nichts riskierte. Vorsichtig löste er die Schnallen von der langen Deichsel, dann sah er Grainger fragend an, Grainger bewegte den Kopf, und der Kutscher führte die Bays ein paar Schritte vom Wagen weg.

Grainger schob den Colt in die leere Holster an seiner Hüfte. Er stellte sich mit dem Rücken gegen die Kutsche, beugte die Knie, und legte die Hände um den unteren Tritt. Er spannte alle Muskeln, als er jetzt die Beine streckte, mit dem Rücken gegen die Seitenwand der Kutsche drückte und die Kabine in schaukelnde Bewegung versetzte.

Die Lederbänder ächzten, dann hoben sich die hohen Räder, und mit einer mächtigen Anstrengung kippte Grainger die Kutsche auf die Seite.

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