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Weil Liebe niemals fragt

Valerie le Fiery

Weil Liebe niemals fragt


Sämtliche Personen und Handlungen in diesem Buch sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind somit rein zufällig und nicht beabsichtigt.


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Anmerkung der Autorin

Anmerkung der Autorin:

„Schokoeis mit Sahne“ ist unter dem gleichen Titel bereits in der Sammlung der „Homo-Schmuddel-Nudeln Band 4.1“ erschienen.

Bei „Wilder Rosmarin“ handelt es sich um eine bereits früher allein veröffentlichte Kurzgeschichte.

Wer sie allerdings nicht kennt, dem wünsche ich nun viel Spaß beim Lesen.

Valerie le Fiery

Schokoeis mit Sahne

Leicht genervt stand Sascha an der Tür des Eiscafés und ließ seinen Blick über die schwatzenden und kichernden Gäste wandern. Immer diese Schulklassen. Machten einen Haufen Arbeit und brachten natürlich auch kein Trinkgeld ein. Das war durchaus verständlich, denn vom Taschengeld konnte man sich eben nur ein oder zwei Kugeln der süßen Leckerei leisten, und trotzdem … warum mussten sie unbedingt in seiner Schicht hier auflaufen? Eine knappe Stunde später und er wäre weg gewesen. Schön bei sich zu Hause auf der Couch mit einem Glas Rotwein und einem guten Buch.

 

Bei dem Gedanken daran, dass niemand auf ihn wartete, verdunkelte sich Saschas Blick und seine Stirn legte sich in unwillige Falten. Warum zum Teufel gelang es ihm nicht, den Menschen zu finden, mit dem er endlich glücklich werden konnte? Alle hatten mittlerweile jemanden. In seinem Bekannten- und Freundeskreis war er der Einzige, der bislang unbeweibt, oder besser gesagt unbemannt war. Es lag sicher nicht daran, dass er schwul war. Das waren in seinem Umfeld eine ganze Menge Leute. Klar, man kannte und erkannte sich. An seinem Aussehen konnte es auch nicht liegen. Zumindest hatte sich bislang noch keiner geschämt, sich mit ihm auf der Straße zu zeigen und auch sein Spiegel war noch nicht vor Schreck zerbrochen. Was war es dann? 

 

Lag es an seinem Job? Wohl kaum, was war an einem Kellner in einer Eisdiele wohl Schlechtes? Eben, gar nichts. Und er lag auch niemandem auf der Tasche, hatte keine Schulden, war ehrlich und treu, liebte Hunde und sogar kleine Kinder. Selbst hatte er zwar keine, aber er war begeisterter Onkel. Also warum zum Kuckuck war er allein? Sein Herz sehnte sich schon so lange wieder danach, lieben zu dürfen. One-Night-Stands waren nicht so sein Ding, auch wenn die meisten Menschen immer noch davon ausgingen, dass Männer wie er ihre Lover schneller wechselten, als andere ihre Hemden. Sascha seufzte leise vor sich hin und hätte jetzt gerne eine Zigarette geraucht. Leider war das während des Dienstes streng verboten. 

 

Er sah, dass die Schülergruppe zum Aufbruch rüstete und beeilte sich mit dem Abkassieren, denn die Lehrerinnen wirkten etwas gestresst und blickten immer wieder ungeduldig auf ihre Uhren. Wahrscheinlich mussten sie den nächsten Zug erreichen. Hier kamen oft Tagesauflügler mit der Bahn an, Sascha kannte das schon. 

 

Endlich kehrte Ruhe ein und Sascha räumte die leer gegessenen Eisschälchen auf sein Tablett, wischte schnell mit dem Lappen über die Tische und drehte sich dann in Richtung Tresen, um das Tablett an seinen Kollegen zu übergeben. Er wollte schnell noch die großen Marktschirme etwas verschieben, denn manche der Tische standen jetzt in der prallen Sonne. Da traf sein Blick auf zwei braune Augen. Wie gebannt starrte er in ein Augenpaar, das ihn kurz ziemlich intensiv musterte, dann aber weiter nach einem freien Plätzchen im Schatten Ausschau hielt. 

 

Sascha hatte Mühe sein Tablett gerade zu halten und nicht ins Stolpern zu geraten. Sein Herz wummerte und schlug ihm bis zum Hals. Solche Augen gehörten eigentlich verboten. Vorsichtig balancierte er das Tablett ins Innere des Cafés und setzte es aufatmend auf dem Tresen ab. Dann fuhr er sich einmal mit der Hand über die kurzen, blonden Haare, die immer etwas verwuschelt aussahen. Ein schneller Blick in den Spiegel an der gegenüberliegenden Wand, ein rascher Handgriff, um die lange Schürze geradezurücken, und dann machte er sich auf den Weg nach draußen, um bei diesem sexy Typ die Bestellung aufzunehmen. Er konnte sehen, dass dieser unter dem letzten Schirm Platz genommen hatte und die Eiskarte studierte. 

 

Langsam setzte Sascha seine Beine in Bewegung und steuerte den Tisch an, immer den Blick auf den jungen Mann gerichtet und ihn dabei ausführlich musternd. Dass er eine große, schmale Statur mit einem gut geformten Brustkorb hatte, das war ihm sofort aufgefallen, als er ihn angesehen hatte. Jetzt wanderten seine Blicke an der Rückseite des Typen auf und ab. Dunkle, fast schulterlange Haare, ein schmaler Nacken, definierte Rückenmuskeln, die auf regelmäßiges Training schließen ließen sowie ein kleiner, wohlgeformter Hintern. Diesen konnte er einen Augenblick lang ausgiebig betrachten, denn dem Besitzer desselben war sein Handy vom Tisch gerutscht und er beugte sich nach unten, um es aufzuheben. 

 

Dann endlich stand Sascha neben dem Tisch und fragte möglichst beiläufig: 

 

„Was darf ich bringen?“ 

 

Er merkte selbst, dass seine Stimme heiser klang, und als ihn dann diese Augen wieder ansahen, ja sogar fast verschlangen, da spürte er, wie sich das Blut aus seinem Hirn zurückzog und ein paar Etagen tiefer zu sammeln begann. Seine Härte begann sich aufzurichten und zum ersten Mal war er dankbar für diese unsägliche, lange Schürze, die er hier tragen musste und die er sonst immer verflucht hatte. Jetzt verdeckte sie die Beule, die sich unaufhaltsam vergrößerte, je länger er in diesen Augen versank. Eine leichte Röte stieg in sein Gesicht.

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