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Verstopfung, Obstipation - Behandlung mit Pflanzenheilkunde (Phytotherapie), Akupressur und Wasserheilkunde

Robert Kopf

Verstopfung, Obstipation - Behandlung mit Pflanzenheilkunde (Phytotherapie), Akupressur und Wasserheilkunde

Ein pflanzlicher und naturheilkundlicher Ratgeber





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis "Verstopfung, Obstipation - Behandlung mit Pflanzenheilkunde (Phytotherapie), Akupressur und Wasserheilkunde" ISBN 978-3-7309-3289-6

Vorwort

1. Allgemeines
Wissenswertes zur Verstopfung (Obstipation)
Stoffwechselblockaden bei der Behandlung und Vorbeugung einer Stuhlverstopfung (Obstipation)
Gesunde Leber – gesunder Darm
Wissenswertes über unseren Stoffwechsel

2. Ernährung
Ernährungsempfehlungen zur Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation
Vegetarische Eisenlieferanten zur Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation
Essener Brot zur Vermeidung einer Stuhlverstopfung - Rezepte zur Herstellung
Heilfasten hilft bei der Änderung Ihrer Ernährungsgewohnheiten
Gute und schlechte Fettsäuren
Statt Diät intelligent ernähren

3. Naturheilkunde
Was Sie bei einer Obstipation tun können
Verstopfung - Obstipation behandeln und vorbeugen mit der Heilkraft der Pflanzen
Teerezepte zur Behandlung und Vorbeugung einer Stuhlverstopfung (Obstipation)
Rezepte für selbstgemachte Kräuterweine zur Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation
Rezepte für pflanzliche Tinkturen und Pulver bei Stuhlverstopfung
Rezepte für selbstgemachte pflanzliche Tinkturen und Pulver zur Vorbeugung und Behandlung einer Obstipation
Blumentherapie zur Vorbeugung einer Obstipation ausgelöst durch Stress, Nervenschwäche und Umwelteinflüsse
Wasseranwendungen zur Vorbeugung und Behandlung einer Verstopfung, zur Stärkung des Immunsystems, Stoffwechselanregung, Entgiftung und Entschlackung des Körpers

4. Akupressur
Akupressur zur Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation
Akupressur bei Obstipation zur Stimulierung der Darmdurchblutung und des Stoffwechsels
Akupressur bei Verstopfung zur Kräftigung der Verdauungsorgane
Akupressur bei Obstipation zur Normalisierung der Funktionen von Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse und Nieren
Akupressur bei Obstipation zur Stärkung von Herz und Kreislauf
Akupressur bei Stuhlverstopfung zur Steigerung der Abwehrkräfte des Darmes
Akupressur bei Verstopfung durch Stress, Überlastung und Nervenschwäche

Nachwort
Meine weiteren eBooks für Ihre Gesundheit

Vorwort

Von Robert Kopf, Autor für Naturheilkunde und Heilpraktiker

Viele Menschen leiden unter Stuhlverstopfung (Obstipation). Die häufigsten Beschwerden sind Blähungen, Völlegefühl, Unwohlsein, Mundgeruch und Kopfschmerzen. Verstopfung ist eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten. Im Darm entsteht bei einer Obstipation Fäulnis und Gärung. Dies übersäuert unseren Organismus, schwächt das Immunsystem und öffnet chronischen Erkrankungen (auch Krebs) Tür und Tor.

Die Ursachen einer Obstipation sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Zuckeraustauschstoffe, Geschmacksverstärker), Ernährungsfehler, ein Mangel an Ballast-Stoffen, zuviel Weißmehlprodukte und Süßigkeiten, eine gestörte Darmbewegung, Bewegungsmangel und unregelmäßige Lebensführung, hastiges Essen, zu geringe Flüssigkeitszufuhr, eine Übersäuerung des Darmes, hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Klimakterium), bestimmte Medikamente (Eisenpräparate), psychische Faktoren (Ängste und Sorgen), Erkrankungen des Nervensystems, Stress und nervliche Überlastung, ein Mangel an Verdauungsenzymen, eine geschädigte Bauchspeicheldrüse, Leber- und Herzerkrankungen, eine verringerte Gallebildung in der Leber, Störungen der Darmflora und bakterielle Fehlbesiedlung im Darm.

Eine Übersäuerung des Körpers ist die Ursache von vielen Erkrankungen. Sie führt zu Stoffwechsel- und Hormonstörungen und schwächt die Abwehrkräfte. Mit Übersäuerung ist eine Anhäufung von Säuren im Blut und Körpergewebe gemeint. Sie ist meist die Folge von falscher Ernährung und einer ungesunden Lebensweise. Der Körper muß die entstandenen Säuren neutralisieren. Dies geschieht mit Hilfe basischer Mineralien, die den Mineralstoffdepots des Körpers entnommen werden. Eine Obstipation kann die Folge sein.

Toxische Darmgase: Ein wichtiger Punkt ist die Überernährung. Die durch falsche Ernährung entstehende Schwäche der Verdauungsorgane vermindert die Aufnahme von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen aus der Nahrung. Wer nicht nur Falsches isst, sondern davon auch noch zuviel, bekommt Gärung und Fäulnis im Darm. Die dadurch entstehenden giftigen Gase belasten und übersäuern zusätzlich den gesamten Organismus. Ein intaktes Verdauungssystem dagegen beeinflusst den Stoffwechsel, das Immunsystem und die Gesundheit positiv.

Bei der naturheilkundlichen Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation dienen Entgiftungs- und Ausleitungstherapien der Stärkung des Darmes, des Stoffwechsels, des Nerven- und Hormonsystems, der körpereigenen Abwehrkraft und Durchblutung. Pflanzliche Zubereitungen regen den Magen und Darm, die Bauchspeicheldrüse, Leber-Galle-Funktionen und Nieren an. Sie reinigen den Körper, kräftigen das Gewebe und scheiden die gelösten Stoffwechselschlacken, Säuren und Toxine über den Darm, die Harnwege, Lunge und Haut aus. Zugleich sorgen sie für einen ausgeglichenen Säurebasenhaushalt - der Grundlage unserer Gesundheit sowie jeder Behandlung und Vorbeugung einer Stuhlverstopfung. Die Folge: Der Stoffwechsel (Metabolismus) und das Immunsystem werden gekräftigt, der Grundumsatz steigt und die Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert. Die naturheilkundliche Behandlung entsäuert, mineralisiert und führt zu einer ausgeglichenen Lebensenergie.

Einleitend möchte ich Ihnen die in diesem Ratgeber vorgestellten Therapien zur Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation erläutern:

Die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) zur Behandlung und Vorbeugung einer Stuhlverstopfung

"Keine chemische Fabrik dieser Welt arbeitet so exakt und vollkommen wie eine einzige jener kleinen Pflanzen, die Dein Fuß achtlos zertritt". Die Phytotherapie ist auf allen Kontinenten und in allen Kulturen beheimatet. Das Wissen vieler Generationen ist in der Pflanzenheilkunde enthalten. Pflanzen sind die ältesten Heilmittel der Menschheit. Mit ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten - zum Beispiel als Tee, Tabletten, Tropfen, Salben, Wickel, Bäder und ätherische Öle - ist die Pflanzenheilkunde eine der wichtigsten Therapien.

Warum sind Pflanzen bei der Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation heilkräftig? Weil sie Salze, Säuren, Vitamine, Öle und Nährstoffe enthalten. Diese wirken im Körper auflösend, ausscheidend, anregend, kräftigend und aufbauend. Sie verwandeln den kranken Zustand in einen gesunden. Solche Pflanzenmineralstoffe sind vor allem Fluor, Jod, Kalium, Kalzium, Kohlenstoff, Chlor, Eisen, Schwefel, Phosphor, Magnesium, Natrium und Kieselsäure (Silizium). Heilpflanzen normalisieren den Stoffwechsel und stärken das Immunsystem. Nur ein gut funktionierender Stoffwechsel sowie ein intaktes Hormon-, Nerven- und Immunsystem können eine Obstipation verhindern.

Was von den Kräutern brauchbar und heilkräftig ist, wird von unseren Körpersäften aufgenommen und den Zellen zugeführt. Was aber unbrauchbar ist, wird durch die Nieren, Haut, Lunge und den Darm nach dem Verbrennungsprozeß ausgeschieden. Heilkräuter in richtiger Form und Dosis genommen, beeinflussen in unserem Organismus die Körperfunktionen, die Verdauungsorgane sowie das Nerven- und Hormonsystem sehr vorteilhaft. Die Pflanzensalze vermitteln dem Körper die zur Abwehrsteigerung und zum Aufbau der verschiedenen Zellsubstanzen notwendige Energie. Sie lösen Heilblockaden, stärken die Selbstheilungskräfte, bewirken eine Steigerung der Lebenskraft und die Behebung von Schwächezuständen.

Holen Sie Ihre Heilpflanzen in der Apotheke. Dort laufen diese unter dem Begriff "Medikament". Für Medikamente gelten strenge Vorschriften und Kontrollen bezüglich Zulassung, Inhaltsstoffen, Reinheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit. Wer seine Heilkräuter lieber selbst sammelt, kann diese sofort frisch verwenden.

Die Aufbewahrung der Heilpflanzen: Hierfür müssen die Kräuter vorher getrocknet werden. Bekommen sie zuviel Licht, Wärme oder Feuchtigkeit, verflüchtigen sich die Wirkstoffe. Am Besten geeignet zur Lagerung ist ein Keramikbehälter mit einem Deckel, der locker aufliegt. Die Haltbarkeit der Heilpflanzen beträgt maximal 1 Jahr. Danach haben sich die Wirkstoffe verflüchtigt.

Die Akupressur zur Selbstbehandlung und Vorbeugung einer Obstipation

Die Akupressur und die Akupunktur stammen aus dem fernen Osten und erfreuen sich nun auch bei uns wegen der großen Heilerfolge zunehmender Beliebtheit und Akzeptanz. Bei der Akupunktur werden Nadeln in bestimmte Punkte gestochen, bei der Akupressur werden diese Punkte gedrückt, massiert oder beklopft. Beide Behandlungsmethoden haben den Vorteil, dass Sie bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen haben.

Etwa 400 Akupressurpunkte werden ständig verwendet, wobei aber wesentlich mehr bekannt sind. Sie liegen auf den 12 Hauptmeridianen und den Sondermeridianen, die man sich als die Energiebahnen des Körpers vorstellen muß. Solange die Energie auf diesen Energiebahnen gleichmäßig verteilt ist, geht es dem Menschen gut. Nach fernöstlichem Verständnis wird der Mensch aber krank, wenn der Energiefluß gestört ist. Durch das Akupressieren bestimmter vom Krankheitsbild abhängiger Punkte wird der Energiehaushalt zwischen den Meridianen ausgeglichen, die Selbstheilungskräfte werden aktiviert und der Mensch hat wieder genügend Kraft, um gesund zu werden.

Ernährung ist die Quelle unserer Gesundheit, aber auch häufig die Ursache unserer Krankheiten. Die richtige Ernährung ist ein entscheidender Faktor bei der Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation, für eine gute Lebensqualität sowie für unsere Gesundheit und Abwehrkraft. Mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung führen Sie Ihrem Körper die notwendigen Nährstoffe zur Stärkung des Hormonsystems, der Nervenkraft und Verdauungsorgane zu. Zugleich unterstützen Sie Ihren Stoffwechsel und sorgen für einen ausgeglichenen Säurebasenhaushalt - der Grundlage unserer Gesundheit. Eine gesunde Ernährung trägt auch dazu bei, Giftstoffe aus dem Körper auszuleiten und Heilblockaden aufzulösen.

Die Wasserheilkunde: Kneipptherapie - Mehr als Wassertreten

Lebenselixier Wasser - kalt belebt es, warm entspannt es. Wasser ist nach Kneipp eine der fünf Säulen der Gesundheit. Wie modern das alte Kneippsche Naturheilverfahren ist, erfährt man jetzt wieder in Kurkliniken und Wellnesshotels. Dort boomen die Therapien mit Wasser, Kräutern, Bewegung, gesunder Ernährung und Entspannungsübungen. Die Therapien des schwäbischen Pfarrers aus Bad Wörishofen sind aber auch zu Hause möglich. Die Anwendungen stärken den Stoffwechsel, die Verdauungsorgane, das Hormon- und Immunsystem, den Kreislauf und die Nerven.

Der Pionier der Wassertherapie startete mit einem Selbstversuch. Er kurierte seine damals als unheilbar geltende Tuberkulose durch kurze Bäder in der kalten Donau. Danach wusste er, "dass Gott uns die halbe Apotheke im Wasser und die andere Hälfte in den Kräutern bestimmt hat". Sein ganzheitliches Heilkonzept war eine Revolution.

Wasser bewirkt einen positiven Heilreiz bei der Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation. Die Hydrotherapie (Wasserheilkunde) beinhaltet Bäder, Waschungen, Wickel, Auflagen, Packungen, Dämpfe, Wasser- und Tautreten. Kneipp heilte vor allem mit kalten Güssen. Kalte Güsse kräftigen die Verdauungsorgane, kurbeln den Stoffwechsel an und stärken das Immunsystem im Kampf gegen Pilze, Bakterien und Viren. Sie hellen sogar die Stimmung auf. Gegen körperlichen sowie psychischen Stress härten die Anwendungen ebenso ab, denn sie wirken harmonisierend auf das Nerven- und Hormonsystem. Bei Kneipp wird übrigens gegossen und nicht geduscht.

Bewegung hält den Stoffwechsel fit
Bewegung fördert die Verdauung, stärkt die Psyche, den Stoffwechsel, erhöht die Lebenslust und hält gesund. Kneipp hatte aber eher Spaziergänge als Marathonläufe oder andere sportliche Höchstleistungen im Sinn. Um Schäden vorzubeugen, sollte man sich lieber "wenig und oft als viel und selten" bewegen. Ausdauersportarten wie Walken, Radeln und Schwimmen überlasten weder die Gelenke, Herz und Kreislauf noch die Wirbelsäule. Vor allem Gehen und zügiges Laufen sind neben kalorienarmer Kost die wichtigsten Schlankmacher und lösen selbst bei intensiverem Training keine Heißhunger-Attacken aus.

Die Ernährung - vor allem einfach und naturbelassen
Kneipp erkannte, dass viele Erkrankungen (auch Verstopfung) von falscher Ernährung herrühren und riet deshalb zu einer einfachen, weitgehend naturbelassenen und schonend zubereiteten Kost. Er empfahl Brot aus vollem Korn, vor allem aus Dinkel, viel Pflanzliches, möglichst wenig Fleisch, Salz und Süßes. Kneipp war seiner Zeit weit voraus, aber er war nicht radikal und gönnte sich auch mal eine Zigarre.

Leben im Gleichgewicht
Überlastung und Stress führen auf Dauer zu Verdauungsbeschwerden, Erschöpfungszuständen und depressiven Verstimmungen, die sich organisch niederschlagen können. Den Körper kann man nicht heilen, solange die Seele nicht in Ordnung ist. "Es muss das Gleichgewicht hergestellt werden zwischen der Lebensweise und dem Verbrauch an Nervenkraft", forderte Kneipp. Wer sich also regelmäßig Zeit nimmt um abzuschalten, tankt damit Energie für Körper und Seele.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Ernährungshinweise und Empfehlungen, wie Sie eine Obstipation mit Hilfe der Pflanzenheilkunde, Akupressur und Wasserheilkunde behandeln und vermeiden können. Vorgestellt werden die bewährtesten Heilpflanzen, Teerezepte, Extrakte, Rezepturen für Tinkturen und Kräuterweine zum Selbermachen, Akupressurpunkte und Wasseranwendungen. Die Naturheilkunde wirkt ganzheitlich. Sie behandelt nicht nur einzelne Symptome, sondern hat den gesamten Mensch im Blick, also Körper, Seele und Geist. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, Lebensfreude und vor allem Gesundheit.

Robert Kopf
www.heilpraktiker-robert-kopf.de

Wissenswertes zur Verstopfung (Obstipation)

Ein alter Spruch der Naturheilkunde lautet: Darm gesund - Mensch gesund. Im Allgemeinen spricht man von einer Verstopfung, wenn der Gang zur Toilette weniger als dreimal pro Woche erfolgt, beim Gefühl der unvollständigen Entleerung oder wenn der Stuhl so hart ist, dass er nur unter starkem Pressen abgesetzt werden kann. Verstopfung kann allein oder in Verbindung mit anderen Verdauungsstörungen, wie z. B. Blähungen, Krämpfen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Völlegefühl, auftreten. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Vorübergehend helfen bei einer Verstopfung Abführmittel. Bei einem Dauergebrauch reagiert der Darm aber kontraproduktiv. Seine Ansprechbarkeit auf Füllungsreize lässt nach. Außerdem kann es zu einem Kaliummangel kommen. Das provoziert erneut eine Verstopfung (Pseudo-Obstipation). Besser wäre es, ohne Abführmittel auszukommen und den Lebensstil darmfreundlicher zu gestalten.

Die Ursachen einer Verstopfung (Obstipation):

Bewegungsmangel und kalte Füße

Eine ballaststoffarme Ernährung (Weißmehlprodukte, Fettes, Süßes) und hastiges Essen. Verarbeitete Nahrungsmittel haben einen hohen Gehalt an Fett und Zucker, die den Verdauungsprozess verlangsamen können. Dadurch wird zu viel Flüssigkeit aus dem Stuhl absorbiert und eine Verstopfung entsteht.

Unterdrückt man wiederholt den Stuhlgang, kann das zu einer Unempfindlichkeit des Darmes führen. Mit der Zeit merkt man den Stuhldrang nicht mehr und eine chronische Verstopfung ist die Folge.

Ein unregelmäßiger Tagesablauf: Menschen, die beruflich wechselnden Tag-Nacht-Rhythmen ausgesetzt sind, klagen sehr häufig über Verstopfung.

Wirbelsäulenprobleme

Eine Schilddrüsenunterfunktion: Es gibt kaum eine Körperzelle, die nicht von den Schilddrüsenhormonen beeinflusst wird. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann zu Obstipation und schlimmstenfalls zur Darmlähmung führen. Auch Antriebslosigkeit, eine trockene Haut und starke Kältempfindlichkeit können auf zu wenig Schilddrüsenhormone hinweisen.

Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.
Während der Schwangerschaft kommt es sehr häufig zu einer Verstopfung. Der Darm wird durch den Einfluss steigender Spiegel der Östrogene und Gestagene (weibliche Geschlechtshormone) immer träger. Zusätzlich wird sein Raum durch den heranreifenden Embryo und die sich vergrößernde Gebärmutter zunehmend enger.

Auch medikamentöse Behandlungen führen häufig zu einer Verstopfung. Einige dieser Medikamente sind: Schmerzmittel (Opiate), Narkosemittel, Blutdrucksenker, Antacida (Säureblocker), Beruhigungsmittel, Antihistaminika (z.B. gegen Allergien), Hustenmittel, Antidepressiva, Eisenpräparate, Diuretika ("Wassertabletten"), krampflösende Mittel, Chemotherapeutika, häufiger Gebrauch von Abführmitteln

Funktionelle Verdauungsstörungen (Dyspepsie)

Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und neurologische Erkrankungen (Morbus Parkinson, Multiple Sklerose usw.). Der Grund: Manche Krankheitsbilder können zu Nervenschädigungen führen. Der Darm kann dadurch nicht mehr richtig angesteuert werden und bewegt sich langsamer.

Mangelndes Selbstbewußtsein: Die Betroffenen unterdrücken oft den Stuhldrang oder empfinden den Stuhlgang als etwas Unangenehmes oder Unsauberes. Diese Form der Obstipation kann nur durch eine Psychotherapie behoben werden.

Darmverengungen: Verengungen im Darm aufgrund von Narbengewebe, Tumoren oder Divertikeln (Ausstülpungen, die sich mit Kot füllen und entzünden können) können zu Verstopfungen führen.

Störungen der After-Schließmuskulatur und krankhafte Veränderungen in der Enddarm-/ Analregion: Der muskulöse und schüsselförmige Beckenboden schließt die Bauchhöhle nach unten ab. Durchlässe gibt es für Harnröhre und Mastdarm, bei der Frau auch für die Scheide. Der Afterschließmuskel ist mit dieser hochkomplizierten Konstruktion eng verwoben. Beim Stuhlgang ist der Beckenboden entspannt. Beim sogenannten "Anismus" wird der Darmausgang durch eine erhöhte Spannung der Muskeln blockiert.
Der übersteigerte "Anspannungsreflex" entsteht durch die Bauchpresse. Das Phänomen wird auch "paradoxe Schließmuskelverspannung" genannt, denn eigentlich soll der willkürlich erhöhte Druck der Bauchmuskeln dabei helfen, den Afterbereich zu dehnen und so die Darmentleerung in Gang zu setzen. Trotz eines eigentlich weichen Stuhls ist der Vorgang der Entleerung schmerzhaft.
Auch bei einer Verkrampfung des Schließmuskels im Rahmen einiger seltener neurologischer Erkrankungen oder bei psychischen Störungen kann der Widerstand am Darmausgang erhöht sein.

Dyschezie: Unter Dyschezie versteht man die Unfähigkeit zur Stuhlentleerung, obwohl Stuhldrang vorhanden ist. Die Ursache ist eine mangelnde Koordination zwischen Schließmuskel und Beckenbodenmuskulatur.

Stress: Das Verdauungssystem und das Gehirn sind über Nervenbahnen eng miteinander verknüpft. Bei Stress reagiert der Darm sehr sensibel und wird träge. Eine Verstopfung ist bei den ständigen Überlastungen im Alltag keine Seltenheit. Wird der Stress abgebaut und dadurch die Stresshormone reduziert, entspannt sich auch der Darm und die Verdauung kommt wieder in Gang.

Auch bei akuten Erkrankungen mit Bettlägerigkeit und/oder Fieber kann es zu einer vorübergehenden Verstopfung kommen. Treten neben einer akuten Verstopfung auch Erbrechen, Übelkeit oder Blut im Stuhl auf, sollten Sie Ihren Behandler aufsuchen.

Eine akute Verstopfung kann aber auch durch einen Darmverschluss (Ileus) ausgelöst werden. Hier handelt es sich um einen akuten Notfall, der eine sofortige medizinische Behandlung im Krankenhaus erfordert. Oftmals treten hierbei weitere Beschwerden wie heftige Schmerzen, ein aufgeblähter Bauch, Fieber oder Schock auf.

Stoffwechselblockaden bei der Behandlung und Vorbeugung einer Stuhlverstopfung (Obstipation)

Zur Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation ist ein intakter Stoffwechsel sehr wichtig. Es gibt aber mehrere Stoffwechselblockaden:

1) Der Säure-Basen-Haushalt
Unnatürliche Ernährungsgewohnheiten führen dazu, dass der Basenanteil in unserem Körper ständig zu gering ist. Ein Zuviel an Zucker, Weißmehlprodukten, Fleisch und Wurst übersäuert den Körper. Um die Säuren zu neutralisieren, werden kostbare Basen (vor allem Kalzium) verbraucht. Eine Übersäuerung des Körpers ist die Grundlage von vielen Beschwerden und Krankheiten. Was nicht neutralisiert wird, landet als "Sondermüll" im Bindegewebe und führt zu dessen Übersäuerung. Dadurch verlangsamen sich die Stoffwechselprozesse. Wir neigen zu Darmerkrankungen, Obstipation, haben eine unreine Haut, erkranken häufig und nehmen zu, auch wenn wir kalorienbewusst essen und uns viel bewegen.

2) Das Bindegewebe
Das Bindegewebe ist mehr als nur ein Bindeglied und Lückenfüller zwischen den Organen. Es dient als Nährstoffspeicher und Zwischenlager für Stoffwechselprodukte. Im Bindegewebe entsorgen die Zellen ihre "Schlacken". Damit die Giftstoffe und Säuren den Körper verlassen können, müssen genügend Mineralsalze vorhanden sein. Bei einem Mangel verbleiben Säuren und Stoffwechselrückstände im Bindegewebe und binden Wasser. Es kommt zu Darmstörungen und Wassereinlagerungen (Ödeme) im Gewebe.

3) Die Verdauung
Umweltbelastungen, zu üppige Ernährung, Genussgifte und Medikamente belasten die Leber, unser zentrales Stoffwechselorgan. Magen, Bauchspeicheldrüse und Darm leiden mit. Viele Stoffwechselvorgänge geraten ins Stocken. Es kommt zu Unverträglichkeiten, depressiven Verstimmungszuständen, Stuhlverstopfung (Obstipation) und Magenproblemen.

4) Unser Wasserhaushalt
Jeden Tag schwemmt der Organismus Säuren und Schlacken, welche durch die Nieren herausgefiltert wurden, als Harn aus dem Körper. Ein Teil davon landet aber auch im Bindegewebe, weil für den Abtransport Mineralsalze wegen einer Übersäuerung des Körpers fehlen. Eine Obstipation ist die Folge.

5) Die Eiweißverdauung
Eiweiß ist wichtig für die Bildung von Enzymen, Hormonen, Muskeln und Bindegewebe. Bei der Spaltung von Eiweiß entsteht jedoch Ammoniak, ein starkes Zellgift. Die Leber wandelt Ammoniak in ungiftigen Harnstoff um, der mit dem Urin ausgeschieden wird. Eine hohe Zufuhr von Eiweiß bedeutet deshalb eine starke Entgiftungsarbeit für die Leber und unsere beiden Nieren, was wiederum zu Verstopfung führt.

6) Die Fettverdauung
Wir brauchen Fette, denn sie liefern essenzielle Fettsäuren. Fett ist aber auch der beste Energiespeicher für Notzeiten. Der Körper bunkert es besonders gern an den Oberschenkeln und Hüften, an Bauch und Po. Im Fettgewebe lagert er aber auch Giftstoffe ab, die später freigesetzt werden. Mögliche Anzeichen hierfür sind Unverträglichkeiten und Allergien, Darmstörungen, depressive Verstimmungen, Stoffwechselstörungen, Krankheitsanfälligkeit und Kopfschmerzen.

7) Die Kohlenhydratverdauung
Kohlenhydrate sind Energie pur. Im Überfluss sind sie aber auch für unser Übergewicht verantwortlich. Was nicht verbrannt werden kann, wird in Fett umgewandelt und gespeichert. Besonders Süßigkeiten und Weißmehlprodukte haben es in sich. Sie lassen den Blutzuckerspiegel rasant in die Höhe steigen. Das führt zu einer starken Insulinausschüttung. Insulin normalisiert den Blutzucker, unterbricht aber gleichzeitig die Fettverbrennung. Es schleust Fette aus der Mahlzeit in die Körperspeicher, hält Wasser im Körper zurück und verursacht schnell neuen Hunger.

Wie Sie die genannten Stoffwechselblockaden zur Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation überwinden können, lesen Sie im Kapitel "Verstopfung - Obstipation behandeln und vorbeugen mit der Heilkraft der Pflanzen".

Gesunde Leber – gesunder Darm

Das wichtigste Stoffwechselorgan zur Behandlung und Vorbeugung einer Obstipation ist die Leber. Unser moderner und meist ungesunder Lebensstil gefährdet die Gesundheit der Leber, was wiederum zu Stuhlverstopfung und Darmerkrankungen führen kann. Sie erfüllt zentrale Aufgaben bei der Aufnahme und Verwertung von Nahrungsbestandteilen, sorgt für die Bereitstellung lebenswichtiger Eiweißstoffe und greift regulierend in das Hormon- und Immunsystem ein. Die Leber filtert Giftstoffe aus dem Blut und sorgt für deren Abbau. Erkrankungen der Leber (Hepatopathien) nehmen immer mehr zu.

 

Pro Minute durchströmen unsere "Entgiftungsstation" ca. 1,5 Liter Blut. Dieses wird fortwährend von Giftstoffen, abgestorbenen Zellen und Fett gereinigt, bevor es seinen Weg weiter in Richtung Herz fortsetzt. Außerdem bildet die Leber Gallenflüssigkeit, die als Verdauungssaft im Darm zur Verwendung kommt. Sie produziert auch eine Vielzahl von wichtigen Eiweißen, die wir u. a. für gesunde Gelenke und Muskeln, die Blutgerinnung und die Abwehrkraft benötigen. Unsere Leber ist geduldig und gefährdet. Ein moderner Lebensstil mit fettreichem Fast Food, Alkohol und Stress bekommt ihr nicht.

 

Eine Fettleber entsteht, wenn der Leber mehr Schadstoffe (z.B. Alkohol, Umweltgifte) zugeführt werden, als sie verarbeiten kann. Das Fett wird dann in der Leber gespeichert, sie vergrößert sich. Die Symptome einer beginnenden Lebererkrankung sind Verdauungsstörungen, eine unreine Haut, Unverträglichkeiten und Allergien, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwäche, depressive Verstimmungszustände, ein Druckgefühl im rechten Oberbauch und Übelkeit.

 

Bei einer Leberentzündung (Hepatitis) kommt es zunächst zu grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen), Verdauungsstörungen und Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen. Später kommen Gelbsucht, dunkler Urin, lehmfarbener und blasser Stuhl hinzu. Eine Hepatitis kann sehr leicht chronisch werden.

 

Zu einer Leberzirrhose (Leberverhärtung) kommt es, wenn Lebergewebe in Bindegewebe umgebaut wird. Dabei treten zusätzliche Beschwerden auf wie Blutarmut (Anämie), Hormonstörungen, Blutungen der Speiseröhre, Bauchwassersucht (Ascites) und Hämorrhoiden. Oft kommen schmerzende Gelenke und Juckreiz dazu. Im späten Stadium kann die Leber ihre Funktion vollständig verlieren.

 

Die Ursachen von Lebererkrankungen sind Gallensteine, Störungen der Darmflora, Übergewicht, Umweltgifte, chronische Verstopfung, Alkohol- Drogen- und Medikamentenmissbrauch, Fehlernährung, Infektionen (Viren, Bakterien, Parasiten), Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, Gicht, Adipositas) und eine Übersäuerung des Körpers.

 

Der Gesichtsausdruck des lebergeschädigten Menschen neigt zur Freudlosigkeit. Der Blick ist traurig, müde und leer. Der Patient ist arbeitsunlustig, unzufrieden, oft launisch und schnell verärgert. Die Haut hat einen fahl-gelblichen oder grauen Grundton. Sie juckt, ist runzelig und hat tiefe Falten. Die Augenbindehaut ist häufig schleimig verklebt. Auf der Zunge finden wir einen gelblichen, grünlichen oder schmutzig-braunen Belag. Auf dem Harn ist oft ein grünlicher Schaum zu sehen. Menschen, bei denen die Leber nicht mehr in Ordnung ist, erwachen oft morgens zwischen 1 Uhr und 3 Uhr.

 

Deftiges Essen leichter verdaut

 

Klar, die Leber verzeiht mal eine Currywurst. Sie brauchen auch nicht den Rest Ihres Lebens nur Salat zu knabbern. Aber insgesamt sollte die Ernährung ausgewogen sein, viel Gemüse enthalten und vor allem wenig Fett. Eine ständige Überlastung der Leber, die zusammen mit der Gallenblase für die Fettverdauung zuständig ist, schadet ihr genauso wie Übergewicht und kann zu Obstipation, Darmerkrankungen und Unverträglichkeiten führen.

 

Nach einer fettreichen Mahlzeit plagen uns manchmal Völlegefühl oder Blähungen. Dann schaffen pflanzliche Helfer Erleichterung. Die Artischocke regt den Gallefluss an und unterstützt auf diese Weise die Fettverdauung. Dadurch liegt auch üppiges Essen nicht wie ein Stein im Magen. Eine Kur mit einem Artischockenextrakt hat auch einen positiven Einfluss auf die Blutfettwerte (Cholesterin).
Ein Tee mit Löwenzahnblättern tut der Galle gut, fördert den Gallefluss und macht fettes Essen bekömmlicher.

 

Wer lange und gründlich kaut, kann der Leber ebenfalls Gutes tun. Denn das, was im Mund bereits fein zerkleinert ist, wird durch Enzyme im Speichel leichter vorverdaut. Dadurch hat die Leber weniger Arbeit zu leisten. Gewürze erhöhen die Speichel- und Magensäureproduktion. Dadurch wird die Verdauung noch besser unterstützt.

 

Viel trinken ist ein prima Mittel, um die Leber zu entgiften. Aber wichtig ist, was und wann wir die Flüssigkeit zu uns nehmen. Wenn wir nämlich reichlich zu den Mahlzeiten trinken, wird der Verdauungssaft im Magen verdünnt und damit die Aufspaltung der Nahrung erschwert und vermindert. Deshalb ist es besser, Wasser oder verdünnte Säfte eine halbe Stunde vor oder eine Stunde nach einer Mahlzeit zu trinken.

 

Wer sich nach dem Essen zu einem Spaziergang aufmacht, kurbelt nicht nur den Stoffwechsel an, sondern fördert auch den Energieumsatz der Muskeln und Gelenke. Das ist wichtig, denn ein Überschuss an Energie wird in den Fettdepots der Leber eingelagert und belastet sie. Ein halbstündiger strammer Spaziergang dreimal die Woche beugt Leberproblemen vor.

 

Nudeln belasten die Leber nicht, ebenso wenig wie Kartoffeln und Reis. Wird bei der Zubereitung etwas weniger Fett verwendet, muss die Leber weniger Gallensaft zur Aufspaltung produzieren.

 

Olivenöl ist die gesunde Alternative zu tierischem Fett und schützt die Leber vor krankhaften Veränderungen.

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