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Toni, der Taschenbär

Maria von Brunnen

Toni, der Taschenbär

Der Taschenbär sucht neue Freunde





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Kapitel 1

Der Taschenbär Toni hatte schlechte Laune. Er saß in seinem Ballonhaus auf dem Bett und guckte aus dem Fenster. Es regnete den ganzen Tag, und gutes Wetter war nicht in Sicht. Dazu war es langweilig. Niemand rief den Bären an, und es waren auch keine Briefe da.

Der Bär hatte sich selbst dieses ruhige Plätzchen ausgesucht. Und war auch sehr zufrieden, als sein fliegendes Ballonhaus auf dem hohen Baum gelandet war. Aber nach ein paar Tagen im Wald fühlte sich Toni doch sehr einsam.

„Wer denkt schon an einen kleinen Bären mit grünen Augen. Er kann doch nur zaubern”, dachte Toni beleidigt. Obwohl, in der Tiefe seines Herzens wusste er, dass das nicht stimmte. Aber der Bär wollte es nicht zugeben und redete weiter mit sich selbst:

„Keiner fragt: Wie geht es dir, Toni? Wie war dein Tag, Toni? Alle Kinder wollen nur, dass ich ihre Wünsche erfülle. Sonst braucht mich niemand.”

Tonis Laune wurde noch schlechter. ”Wenn ich nur keine Zauberkräfte hätte. Dann wüsste ich genau, dass mich jemand nicht nur deswegen mag. Und dann noch dieser Regen.” Der Bär wurde nachdenklich.

Der Himmel war fast schwarz, und es regnete wie aus Eimern. Frühmorgens sah es noch ganz anders aus, und Toni plante einen Ausflug zum See. Er wollte sich die schöne Jacht, die auf der anderen Seite des Sees lag, ansehen. Und vielleicht auch mit ihrem Besitzer zusammen eine Tour über den See machen. Der Taschenbär interessierte sich auch für das Schloss, welches nicht weit vom See stand, und das sehr schön und geheimnisvoll aussah. Aber bei so einem Regen musste Toni sich eine andere Beschäftigung ausdenken.

Da kam dem Bären eine Idee: „Ich schreibe eine Anzeige! Ja, das mache ich und zwar sofort.” Wie aus dem nichts kamen ein Bleistift und ein Blatt Papier auf den Tisch geflogen und der Bär begann zu schreiben.

 Ein kleiner Bär sucht neue Freunde

 Ich heiße Toni, der Taschenbär.

Ich bin klein,

habe grüne Augen und weiße Flügel.

Mein Haus steht am Rande des Waldes am See.

Wenn du mein Freund sein willst,

dann komm einfach vorbei.

Ich warte auf Dich.

  Toni, der Taschenbär

 „So, fertig.” Der Bär las seinen Text noch mal laut vor und machte sein Fenster auf.

Es knisterte ein alter Zweig und aus dem einen Blatt Papier wurden Hunderte, die sofort vom Wind in alle Richtungen verweht wurden. Toni machte sein Fenster wieder zu und legte sich schlafen. Weil schlafen, das ist die beste Methode, um sich die Zeit zu vertreiben.

 Am nächsten Tag war das Wetter nicht viel besser, aber Toni hatte sich eine tolle Beschäftigung ausgedacht. Er zauberte für sich ein kleines Häuschen aus Holz und machte es sich darin gemütlich. Der Bär hoffte, dass seine Flugblätter die richtigen Leute erreichte und jemand zu Gast käme. Und mit dem Haus wollte der Taschenbär einen guten Eindruck auf seine Besucher machen.

 Tonis neues Haus hatte ein Wohnzimmer und eine Küche. Im Wohnzimmer war eine gemütliche Rundecke mit einem Tisch. Gegenüber am Fenster stand ein großer Fernseher, links an der Wand eine schöne Wohnwand. Das kleine Ballonhaus hing jetzt an der Decke und wirkte wie eine Designer-Kugel. Die Küche war mit allen nötigen Geräten zum Kochen ausgestattet, der Kühlschrank war voll mit Essen, und auch die Regale waren voll mit leckeren Sachen für die Gäste. Es müssten nur einige kommen.

Als alle Vorbereitungen fertig waren, legte sich Toni auf das Sofa und schaltete den Fernseher an. Ein weiches Kissen und ein Honigglas sollten auch nicht fehlen. So verbrachte der Bär den ganzen Tag. Er aß, schaute sich verschiedene Filme an und stand mehrmals auf, um nach draußen zu sehen. Oft guckte er auch hinter seine Haustür, in der Hoffnung, dass da jemand stand und sich nicht traute, einfach anzuklopfen.

 Es wurde Abend. Endlich hörte es auf zu regnen, und die Sterne glänzten freundlich am Himmel, aber das alles war dem Bären jetzt egal. Toni war sehr traurig und enttäuscht. Niemand hatte ihn heute besucht. Der Bär hatte keine Lust mehr, auf Gäste zu warten. Er schaltete den Fernseher aus und wollte schon ins Bett gehen, als es plötzlich an der Tür klopfte.

„Wer ist da so spät?” fragte Toni nach.

„Ich, Davina. Bist du der Taschenbär, der neue Freunde sucht?” hörte der Bär eine aufgeregte Kinderstimme. Toni machte die Tür auf.

“Ja, das bin ich. Und wer bist du? Und was machst du so spät hier im Wald?” fragte Toni neugierig.

„Ich heiße Davina. Ich wohne in dem Schloss am See. Ich wollte dich kennen-lernen und dir meine Freundschaft anbieten. Oder hast du schon zu viele Freunde?” fragte das Mädchen besorgt.

„Nein, keiner war heute da”, antwortete der Bär leise.

„Aber ich bin jetzt hier. Darf ich reinkommen?“

„Ja, gerne. Komm, mach es dir hier in der Rundecke gemütlich. Ich hole Kekse aus der Küche. Magst du Kekse?”

Davina nickte nur mit dem Kopf und nahm Platz. Es dauerte nicht lange, und Toni war wieder da mit einer Schüssel voll mit den verschiedensten Keksen.

„Hier, bedien dich.” Der Bär setzte sich seinem späten Besuch gegenüber und betrachtete das Mädchen.

Davina hatte dunkelblonde Haare und blau-graue traurige Augen. Außerdem hatte sie ein grässliches langes schwarzes Kleid an und darüber trug sie eine schwarze Schürze mit großen Taschen. Das Kleid fand der Bär komisch, aber er sagte nichts.

„Entschuldige, dass ich so spät gekommen bin, aber es ging nicht anders.”

„Warum?” wollte der Bär wissen.

„Unsere Eltern mussten für drei Monate geschäftlich verreisen, und jetzt passen Moni und Moti auf uns auf. Und die erlauben uns gar nichts”, sagte Davina.

„Auf uns, dann bist du nicht alleine im Schloss?”

„Ich habe noch eine Schwester. Sie heißt Shania und ist 7 Jahre alt, und ich bin neun.”

„Und wer sind Moni und Moti?”

„Das sind unsere Betreuer, aber ich nenne sie Aufpasser. Und jetzt ist unser Leben noch schlimmer als in einem Gefängnis”, erzählte das Mädchen.

„Wirklich?” Toni konnte es nicht glauben.

„Du wirst es selbst sehen, wenn du uns besuchst. Aber Moti und Moni dürfen es nicht erfahren. Sonst bekommen wir Ärger. Niemand darf uns besuchen.”

„Nicht einmal deine Freunde?” wunderte sich Toni.

„Ja”.

„Das ist ja merkwürdig”, sagte der Bär und schüttelte mit dem Kopf.

Davina sah sich neugierig Tonis Wohnzimmer an.

„Und woher kommst du? Das Haus steht noch nicht so lange hier im Wald.”

„Das ist so.

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