Logo weiterlesen.de
Tiger schnurren nicht

Cecilia Bennett

Tiger schnurren nicht

Erotischer Liebesroman


Die Geschichte basiert auf der Fantasie der Autorin und ist frei erfunden. Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder Handlungen sind rein zufällig und nicht gewollt. http://cecilia-bennett.wix.com/cecilia-bennett https://www.facebook.com/Cecilia-Bennett-1030774876969439/?fref=ts Alle Rechte vorbehalten. Insbesondere das Recht der Vervielfältigung und des Nachdrucks in jeglicher Form. Nachdruck und Vervielfältigung jeder Art ist verboten und wird strafrechtlich verfolgt.


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Überredet

 

Eigentlich war Avery meine beste Freundin. So etwas wie ein Sidekick. Batman hatte Robin und ich hatte eben Avery Edwards. Doch in manchen Augenblicken zweifelte ich wirklich daran, ob ihre Definition von Freundschaft dieselbe wie meine war. So wie in diesem eingefrorenen Moment. Dieser verdammte Hundeblick. Nein, diesmal würde ich nicht nachgeben, das tat ich viel zu oft. Sie akzeptierte einfach kein nein und bohrte so lange, bis man sich geschlagen gab.

»Du musst ja nicht gleich einen von denen heiraten«, sagte sie Augen klimpernd.

»Avy, das mache ich nur, damit du endlich Ruhe gibst«, erwiderte ich, denn es machte ja doch keinen Sinn, sich zu wehren.

Erstaunt sah sie mich an. »Wirklich?« Ihre Brauen schnellten hinauf und die Augen wurden immer größer.

»Wirklich. Aber das ist der allerletzte Verkupplungsversuch, was mich angeht«, stellte ich klar, obwohl ich ganz genau wusste, dass sie die nächste sich bietende Gelegenheit ergreifen würde, mich unter die Haube zu bringen.

»Also, ich muss ja mal sagen«, setzte sie an und griff nach einem Glas vom Tresen, um es im Spülwasser zu versenken. »Schlimmer, als deine Verflossenen kann es nicht mehr werden.«

Das stimmte allerdings. In den letzten Beziehungen war alles daran gescheitert, dass sich die Typen als Arschlöcher entpuppt hatten. Dummerweise hatte ich das Talent vom Regen in die Traufe zu kommen, was Männer anging.

»Denk doch nur mal an Dean.«

»Dean. Er ist der Letzte, an den ich jetzt denken will«, erwiderte ich und kramte in meiner Tasche nach dem Portemonnaie. »Was bekommst du von mir?«

Ich wollte dieses Gespräch schnellstens beenden. Diese Wunde war einfach zu frisch und sie war die Tiefste von allen. Immerhin hatte ich Dean nach einer viermonatigen Beziehung in flagranti mit meiner Nachbarin ertappt.

»Geht aufs Haus«, erwiderte sie und stützte sich mit verschränkten Armen auf dem Tresen auf. Dabei neigte sie ihren Oberkörper nach vorne und spitzte ihre Lippen. »Vielleicht solltest du dir einfach mal ein bisschen Spaß gönnen.«

Ich wusste, was jetzt kommen würde, und blockte sofort ab. »Ne, das ist nichts für mich. Poppen und gehen, da bin ich nicht der Typ für.«

Schnell legte ich den Gurt meiner Tasche über die Schulter und wandte mich zum Gehen um.

»Dann sehen wir uns heute Abend. Zieh dir was Nettes an«, rief sie mir hinterher, als ich bereits die Tür öffnete.

Ich seufzte und hielt inne, dann drehte ich mich um. »Hör mal, Blind Dating ist nicht gerade das, wo man den Traumprinzen entdeckt. Ich komme so«, entgegnete ich und zupfte an meinem Shirt.

»Nix da! Eine Frau muss zeigen, was sie hat.«

Das reichte. Mit Avery konnte man nicht diskutieren, ohne den Kürzeren zu ziehen. Jedes weitere Wort schluckte ich hinunter und verließ das Melody. Auf dem Weg zum Auto schaltete sich mein Verstand ein. Wie konnte ich denn nur zusagen? Jeden Monat veranstaltete Avery dieses dumme Blind Dating und bis jetzt hatte ich mich doch immer gut davor gedrückt. Verärgert darüber, dass es mir dieses Mal nicht gelungen war, stieg ich in mein Auto und stellte die Tasche auf dem Beifahrersitz ab.

»Wirklich gut gemacht, Madison Connor«, beschwerte ich mich über mich selbst und stemmte die Arme ins Lenkrad.

»Zieh dir was Nettes an«, äffte ich Avery nach. »Gönn dir ein bisschen Spaß.«

Gott, wie mir ihre unverschämte Art manchmal auf den Keks ging. Ich holte tief Luft und atmete scharf wieder aus.

»Nicht aufregen. Du gehst hin, sagst Hallo und verkrümelst dich dann schnell wieder«, sagte ich mir und startete den Motor.

Was ich jetzt unbedingt brauchte, war ein warmes Bad. Heute war einer dieser Tage, an denen man besser im Bett geblieben wäre. Aber ich konnte ja das New Balance nicht alleine lassen. Wenn ich nicht da war, ging alles drunter und drüber. Ella baggerte an Mitch rum und ließ die Kunden unverfroren lange warten. Mitch genoss die Aufmerksamkeit und nahm unzufriedene Kundschaft in Kauf. Der Gedanke daran, dass es vielleicht nicht bei der Anmache blieb und die beiden im Pausenraum miteinander viel weiter gingen, jagte einen kalten Schauer über meinen Rücken. Das Kosmetikstudio war mein Jugendtraum, den ich mir mit harter Arbeit erfüllt hatte. Und nun war ich sogar damit überfordert, meine Angestellten in die Schranken zu weisen. Stattdessen sorgte ich dafür, die meiste Zeit über da zu sein, damit sie keinen Unsinn anstellten. Außerdem lag mir die Sache mit Dean schwer im Magen. Er war kurz nach Kevin in mein Leben getreten. Kevin - der größte Fehler meines Daseins. Nach einem halben Jahr waren wir verlobt, vier Monate später dann der Hochzeitstermin. Zum Glück war er nicht zur Trauung erschienen, denn wie sich später herausstellte, war ich nur eine von vielen. Dieser Kerl hatte doch tatsächlich einen Sport daraus gemacht, Frauen um ihr Erspartes zu bringen. Dabei ging er nicht gerade sanft vor. Schlimmer noch, er hatte mich ausgenommen, wie eine Weihnachtsgans. Durch ihn würde ich lange keine grünen Zahlen mehr sehen, denn die Schuldensumme war fünfstellig. Und das war der springende Punkt. Menschen machten in meiner Gegenwart einfach, was sie wollten. Ganz ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn das so weiterging, würde ich nie Zufriedenheit erlangen. Nicht im Job und schon gar nicht auf zwischenmenschlicher Ebene. Nach Kevin war ich bereits angeknackst und durch Dean garantiert nicht mehr beziehungsfähig. Vielleicht hatte Avery genau das ausgesprochen, was tief in meinem Inneren schon länger brodelte. Spaß zu haben war nicht verkehrt. Nur wusste ich nicht, ob ich einfach so mit jemandem in der Kiste landen konnte, ohne ihn zu kennen. Versuch macht klug, sagte meine Mutter früher immer. Einen winzigen Augenblick ließ ich den Gedanken zu, bis ich ihn feige fortwischte.

Die Ampel zeigte gelb. Ich trommelte mit den Fingern auf dem Lenkrad herum und wartete ungeduldig auf die Schaltung. Ausgerechnet jetzt meldete sich mein Handy mit einem tief brummenden Vibrationsalarm. Während meine Hand in der Tasche versank, sprang die Ampel um und der Wagen hinter mir leitete ein hysterisches Hupkonzert ein. Just in dem Moment, als ich losfahren wollte, scherte der Wagen hinter mir aus und zog vorbei. Dabei zeigte mir der Kerl hinterm Steuer energisch den Mittelfinger. Das Handy vibrierte noch immer, aber ich ignorierte es und konzentrierte mich auf den Verkehr.

 

Zu Hause angekommen schleppte ich mich schwerfällig die Stufen der drei Stockwerke hinauf. Schwungvoll warf ich die Tür hinter mir ins Schloss und stellte meine Tasche auf dem Weg ins Bad im Flur ab, entledigte mich meiner Schuhe und ließ sie liegen. Mir fehlte einfach die Kraft, sie ordentlich wegzuräumen. Zielsicher steuerte ich die Badewanne an, verschloss den Abfluss und ließ mir ein warmes Bad ein. Es gab nichts, wonach ich mich gerade mehr sehnte, als nach Entspannung. Während das Wasser einlief, begab ich mich ins Schlafzimmer, um mir passende Klamotten herauszusuchen. Dummerweise gab mein Schrank nichts Brauchbares her. Entweder waren die Kleider unscheinbar, oder aber so kurz, dass sie eher als Longshirt durchgingen, andere wiederum waren lang genug, besaßen aber einen Ausschnitt, für den man einen Waffenschein brauchte. Die konnte ich vergessen. Mit einem langen Seufzer ließ ich die Schultern hängen. Was sprach eigentlich dagegen, in Alltagskleidung zu gehen? Schließlich hatte ich ja gar nicht vor, jemanden abzuschleppen. Schon gar niemanden, der nur auf Oberflächlichkeiten achtete. Und für tiefgründige Gespräche war so ein Blind Date einfach nicht gemacht. Aus welcher Sicht man es auch betrachtete, es war eine dumme Idee, dort überhaupt aufzuschlagen. Aber ich hatte Avery zugesagt und konnte mich nicht drücken. Wie ich sie kannte, würde sie nicht lockerlassen. Schlimmer noch, sie würde wahrscheinlich mit potenziellen Kandidaten bei mir zu Hause auftauchen.

Die schwarze Röhrenjeans lachte mich aus dem Hosenfach an. Entschlossen zog ich sie heraus und suchte nach einem schwarzen Shirt. Ich warf die Kleidungsstücke auf mein Bett, aber etwas fehlte noch. Etwas, das die Kurven ein wenig verdeckte. Intuitiv griff ich nach einer ebenfalls schwarzen Strickjacke und hielt inne. Das war wohl ein bisschen viel Schwarz. Man könnte mich für depressiv oder sonst was halten. Also tauschte ich sie gegen eine Beige aus und legte die Jacke zu den anderen Sachen. Sie passte wunderbar zu den beigefarbenen Stiefeletten, die ich dazu anziehen wollte.

Das Plätschern des einlaufenden Badewassers war dumpfer geworden. Demnach war die Wanne bereits voll. Auf dem Weg ins Bad fragte ich mich abermals kopfschüttelnd, wie ich mich darauf nur einlassen konnte. Vorsichtig ließ ich mich in das wohltemperierte Wasser gleiten. Es schmeichelte samtig weich meiner Haut. Zurückgelehnt schloss ich die Augen und suchte nach der Leichtigkeit des Seins. Doch ich war so überladen vom Alltagsstress, dass ich sie nirgends finden konnte. Das Wasser war bereits abgekühlt, aber entspannt war ich noch nicht. Also fügte ich noch ein wenig Heißes hinzu und lehnte mich erneut zurück. Ich musste für Entspannung sorgen, wollte ich den heutigen Abend überstehen. Andernfalls könnte mich morgen eine ausgewachsene Migräne in die Knie zwingen, oder schlimmer noch: Ich könnte im Melody die Beherrschung verlieren. Einfach nur herumliegen funktioniert nicht. Also griff ich nach der Badequaste, versenkte sie im schaumigen Wasser und fuhr damit sanft den Arm hinauf. Das kitzelte angenehm auf meiner Haut. Ich drückte die Quaste kraftvoll über der Schulter aus. Es fühlte sich unheimlich gut an, als das Wasser meinen Rücken hinunter rann. Eine gewisse Erregung stellte sich ein. In der Wärme fühlte ich mich geborgen und lehnte mich abermals mit geschlossenen Augen zurück. Die Quaste wanderte langsam von der Schulter meine Brust hinunter. An der Brustwarze hielt ich inne. Sie war empfindlich und eine Gänsehaut flutete mich bei der geringsten Berührung. Wie zufällig glitt die Quaste zwischen meine Brüste und fuhr zart den Bauch hinunter. Dann folgte sie der Senke und mein Herz schlug schneller. Die sanfte Berührung zwischen meinen Schenkeln sorgte dafür, dass meine Atmung beschleunigte, während sich die Brustwarzen in junge Knospen verwandelten. Ich fuhr den Schenkel hinauf und meine Fantasie schenkte mir einen dunkelhaarigen Leibssklaven, ein Meister im Zungenspiel. Die Finger meiner anderen Hand umspielten mit sanftem Druck meinen Kitzler. Das verursachte einen Rausch in meinem Kopf, der alles andere ausblendete. Und es kurbelte meine Fantasie noch weiter an. Ein zweiter Brünetter tauchte auf. Er umsorgte nun meine Brüste mit sinnlichen Küssen. Ein Finger vergrub sich zwischen meinen weichen Lippen und drang in das Warme meines Innersten. Eine Woge der Lust ergriff mich. Mit einem sinnlichen Seufzer bäumte ich mich auf, während ich ihn herauszog und härter wieder hineinstieß. Dabei stellte ich mir vor, wie der Zungenakrobat an meinem Kitzler wahre Wunder vollbrachte. Ich ließ die Badequaste fallen und nahm nun die andere Hand zur Hilfe, um meiner Vorstellung Nachdruck zu verleihen. Bereits die erste Berührung sorgte für ein Zucken vor Wollust. Dann ergab sich mein Körper flehend den Berührungen meiner Finger. Ich bebte vor Begierde und begann die gereizte Perle zu reiben. Zunächst mit sanftem Druck, dann zunehmend stärker. Ebenso steigerte sich meine Erregung, bis ich mich in ihr verlor und mein Uterus erbebte. Der Typ in meiner Fantasie versenkte nun seine pralle Erektion in mir, während der andere mich unter den Berührungen seiner Zunge immer tiefer in meinen Rausch zog. Er stieß immer härter, immer schneller zu und lockte die Ekstase an die Grenze des Erträglichen. Meine Finger untermalten die Vorstellung des Geschlechtsverkehrs. Schließlich hielt ich es kaum mehr aus und erreichte einen Punkt absoluter Erregtheit, die mir in einer ausgedehnten Explosion das Gefühl einer unbeschreiblichen Leichtigkeit schenkte. Ein leises Stöhnen floh aus meiner Seele, während ich in entspanntem Hochgefühl bis zum Kinn im Wasser versank.

Das Mauzen meines tierischen Mitbewohners holte mich zurück auf den Boden der Realität.

»Hallo Biest. Wo hast du denn gesteckt?«, warf ich ihm entgegen.

Er starrte mich aus seinen großen grünen Augen vorwurfsvoll an und miaute ein weiteres Mal.

»Hast Hunger, was?«, sagte ich und löste den Abfluss. Dann stemmte ich mich am Badewannenrand hoch und stieg tropfend aus dem bereits kalten Wasser. Biest entfernte sich einige Schritte, ließ sich in der Nähe der Tür nieder und beobachtete aufmerksam, wie ich mich abtrocknete und in meinen Bademantel schlüpfte. Dieser Kater genoss Vorzüge, die nicht einmal meinem Partner zueigen gewesen waren. Er war das einzig Gute, das Dean mir hinterlassen hatte. Er brachte das Tier mit in die Beziehung und stahl sich aus der Verantwortung. Ihm hatte der schwarze Kater mit dem weißen Ohr auch seinen Namen zu verdanken. Völlig unpassend, wie ich fand. Denn der kleine Kerl war alles andere als biestig. Er hatte einen ausgeglichenen Charakter und trug so viel Liebe in sich, dass sich so mancher Mann eine gehörige Scheibe davon abschneiden konnte.

Auf dem Weg zur Küche bückte ich mich nach meinen Schuhen, um sie in den Schrank zu stellen. Dabei stachen mir Deans alte Turnschuhe ins Auge. Die musste ich vollkommen übersehen haben, als ich seinen Krempel in die Mülltonne geworfen hatte. Er hatte nicht einmal den Anstand besessen, sich für seinen Fehltritt zu entschuldigen. Stattdessen hatte er sich damit gerechtfertigt, er sei auch nur ein Mann und sein Herz gehöre nur mir allein. Außerdem hatte er gemeint, ich müsste mich nicht wundern, wenn ich Handarbeit seiner Ausstattung vorzog. Pah, was sollte ich mit seinem Herzen, wenn sich der Rest in fremden Betten tummelte.

Angewidert nahm ich die Schuhe mit Daumen und Zeigefinger und beförderte sie direkt in den Küchenmüll. Biest sah mir aufmerksam zu und wandte sich schnurrend um meine Beine, kaum war der Deckel zugefallen.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Tiger schnurren nicht" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

buchhandel.de

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen







Teilen