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The Art of Asking

Inhalt

  1. Über das Buch
  2. Über die Autorin
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Widmung
  6. Vorwort
  7. Kapitel 1
  8. Kapitel 2
  9. Kapitel 3
  10. Kapitel 4
  11. Kapitel 5
  12. Kapitel 6
  13. Kapitel 7
  14. Kapitel 8
  15. Kapitel 9
  16. Kapitel 10
  17. Epilog
  18. Nachwort
  19. Hinweis der Autorin
  20. Danksagung

Über dieses Buch

Um Hilfe zu bitten fällt uns oft schwer, weil wir Angst haben, schwach und bedürftig zu scheinen. Eine völlig falsche Sichtweise, meint Amanda Palmer. Die Musikerin ist eine wahre Expertin darin, sich helfen zu lassen, bat sie doch bei unzähligen Gelegenheiten um die Unterstützung ihrer Fans. Dabei hat sie erfahren, dass der ausgetauschte Gefallen stets für beide Seiten ein Gewinn ist. Wer um Hilfe bittet, zeigt sich zwar verletzlich, erhält aber auch die Chance, Vertrauen zu beweisen und Beziehungen aufzubauen.

Amanda Palmer hat ein großes Buch über Menschlichkeit geschrieben; über Ängste und Schwächen und über die Kraft der Güte und des Vertrauens.

Über die Autorin

Amanda Palmer wurde als Musikerin zunächst mit ihrer Band The Dresden Dolls bekannt, inzwischen arbeitet sieals Solokünstlerin oder tourt mit ihrer Band, dem Grand Theft Orchestra, durch die Lande. Sie ist über alle möglichen Kanäle ständig mit ihren Fans in Kontakt, mit Ehemann Neil Gaiman ebenfalls.

Amanda Palmer

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Wie ich aufhörte, mir Sorgen
zu machen, und lernte,
mir helfen zu lassen

Aus dem amerikanischen Englischen von
Viola Krauß

Dieses Buch ist meiner Mutti gewidmet –
die Erste, die mir mit ihrer Liebe gezeigt hat,
wie man um etwas bittet

Vorwort

von Brené Brown

Vor ungefähr einem Jahrzehnt ist Amanda in den Straßen von Boston als lebendige Statue aufgetreten – als weiß geschminkte, zweieinhalb Meter große Braut-Statue, um genau zu sein. Von Weitem hätte man beobachten können, wie ein Fußgänger anhält und Geld in den Hut vor ihrer Kiste wirft und wie er dann lächelt, weil Amanda ihn liebevoll anschaut und ihm eine Blume überreicht. Mich hätte man nicht so leicht gesehen. Ich wäre diejenige gewesen, die den weitest möglichen Bogen um die lebendige Statue gemacht hätte. Es ist nicht so, dass ich kein Geld in solche Hüte werfe – das tue ich schon. Ich halte nur lieber einen sicheren Abstand und begebe mich schnurstracks wieder in die Anonymität. Ich hätte alle möglichen Anstrengungen unternommen, nur um keinen Augenkontakt mit einer Statue aufnehmen zu müssen. Ich wollte keine Blume; ich wollte unerkannt bleiben.

Von Weitem haben Amanda Palmer und ich nichts gemeinsam. Während sie in Berlin crowdsurft und nichts trägt außer einer roten Ukulele und Kampfstiefeln; während sie plant, die Musikindustrie zu Fall zu bringen, fahre ich wahrscheinlich gerade in einer Fahrgemeinschaft mit, erhebe Daten oder sitze – wenn es Sonntag ist – vielleicht sogar in einer Kirche.

Bei diesem Buch aber geht es nicht darum, die Menschen von einem sicheren Ort aus zu betrachten – dieser verführerische Ort, an dem die meisten von uns leben, wo wir uns verstecken und hinflüchten auf der Suche nach vermeintlicher emotionaler Sicherheit. The Art of Asking ist ein Buch über das Kultivieren von Vertrauen und wie man Liebe, Verletzlichkeit und einer Bindung mit anderen so nahe wie möglich kommt. Unangenehm nahe. Gefährlich nahe. Wunderschön nahe. Und unangenehm nahe ist genau da, wo wir sein müssen, wenn wir die Kultur des Mangels und elementaren Misstrauens verändern wollen.

Distanz lügt. Sie verzerrt unsere Selbstwahrnehmung und unser Verständnis von anderen. Nur sehr wenige Autoren rufen wie Amanda diese Realität in uns wach. Ihr Leben und ihre Arbeit untersuchen die Phänomene Intimität und Bindung. Ihr Labor ist die Liebesgeschichte mit ihrer Kunst, ihrer Gemeinschaft und den Menschen, mit denen sie ihr Leben teilt.

Die meiste Zeit meines Lebens habe ich damit verbracht, zu allem Ungewissen und allen, die mich verletzen könnten, Abstand zu halten. Genau wie Amanda habe ich jedoch gelernt, dass man das Licht in der Dunkelheit erst dann findet, wenn man die Menschen nicht von sich stößt, sondern sich direkt in ihre Arme fallen lässt.

Wie sich gezeigt hat, sind Amanda und ich gar nicht so unterschiedlich. Nicht, wenn man näher hinschaut – und nur diese Art des Hinschauens zählt, wenn es um Bindung geht.

Die Familie, die Forschung, die Kirche – ihnen widme ich mich mit leidenschaftlicher Hingabe, und ihnen fühle ich mich im Leben verbunden. Aus ihnen ziehe ich, was ich brauche: Liebe, Bindung, Glaube. Dank Amanda tue ich heute Folgendes, wenn ich mich ausgezehrt oder ängstlich fühle oder wenn ich irgendetwas von meinen Gemeinschaften brauche: Ich bitte. Ich bin nicht besonders gut darin, aber ich tue es. Und wissen Sie, was ich an Amanda am allermeisten liebe? Ihre Ehrlichkeit. Sie ist auch nicht immer gut im Bitten. Sie hat damit zu kämpfen wie wir anderen auch. Und in ihren Geschichten von genau diesem Kampf – dazustehen und sich verletzbar zu machen – erkenne ich mich, mein eigenes Ringen und unser geteiltes Menschsein wieder.

Dieses Buch ist ein Geschenk. Es wird uns dargeboten von einer unbefangenen Künstlerin, einer mutigen Vorreiterin, einer abgebrannten Unruhestifterin – einer Frau, die die feinfühlige und hart erkämpfte Gabe besitzt, das an unserem Menschsein zu sehen, was am dringendsten gesehen werden muss. Nehmen Sie diese Blume.