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Tee? Kaffee? Mord! – Die blauen Pudel des Sir Theodore

Inhalt

  1. Cover
  2. Tee? Kaffee? Mord! – Die Serie
  3. Über diese Folge
  4. Über die Autorin
  5. Titel
  6. Impressum
  7. Prolog
  8. Erstes Kapitel
  9. Zweites Kapitel
  10. Drittes Kapitel
  11. Viertes Kapitel
  12. Fünftes Kapitel
  13. Sechstes Kapitel
  14. Siebtes Kapitel
  15. Achtes Kapitel
  16. Neuntes Kapitel
  17. Epilog

Tee? Kaffee? Mord! – Die Serie

Davon stand nichts im Testament …

Cottages, englische Rosen und sanft geschwungene Hügel: das ist Earlsraven. Mittendrin: das »Black Feather«. Dieses gemütliche Café erbt die junge Nathalie Ames völlig unerwartet von ihrer Tante – und deren geheimes Doppelleben gleich mit! Die hat nämlich Kriminalfälle gelöst, zusammen mit ihrer Köchin Louise, einer ehemaligen Agentin der britischen Krone. Und während Nathalie noch dabei ist, mit den skurrilen Dorfbewohnern warmzuwerden, stellt sie fest: Der Spürsinn liegt in der Familie …

Über diese Folge

Skandal auf der Hundeshow! Die drei Königspudel von Sir Theodore – bislang die unangefochtenen Champions – haben von einer Sekunde zur nächsten ein blaues Fell! Sir Theodore bezichtigt den Veranstalter Mason Mayfield lauthals der Mittäterschaft. Als Mayfield kurze Zeit später ermordet aufgefunden wird, ist Sir Theodore der Hauptverdächtige. Doch Nathalie ist fest von seiner Unschuld überzeugt und gemeinsam mit Louise und den Pudeln begibt sie sich auf die Suche nach dem wahren Mörder …

Über die Autorin

Geboren wurde Ellen Barksdale im englischen Seebad Brighton, wo ihre Eltern eine kleine Pension betrieben. Von Kindheit an war sie eine Leseratte und begann auch schon früh, sich für Krimis zu interessieren. Ihre ersten Krimierfahrungen sammelte sie mit den Maigret-Romanen von Georges Simenon (ihre Mutter ist gebürtige Belgierin). Nach dem jahrelangen Lesen von Krimis beschloss sie vor Kurzem, selbst unter die Autorinnen zu gehen. »Tee? Kaffee? Mord!« ist ihre erste Krimireihe.

Ellen Barksdale lebt mit ihrem Lebensgefährten Ian und den drei Mischlingen Billy, Bobby und Libby in der Nähe von Swansea.

Ellen Barksdale

Tee? Kaffee?
Mord!

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DIE BLAUEN PUDEL
DES SIR THEODORE

Aus dem Englischen von Ralph Sander

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Prolog, in dem die Vorbereitungen für einen Anschlag getroffen werden

»Guten Abend, kommen Sie rein«, sagte die junge Frau zu ihrem Besucher, nachdem sie die Tür zu ihrem kleinen Labor im Untergeschoss geöffnet hatte. »Ich habe Sie schon früher erwartet.«

»Ich wollte auch viel früher hier sein«, erwiderte der ältere Mann. »Aber unsere lieben Ordnungshüter haben wohl die Chance gewittert und versucht, auf der Strecke, die ich nehmen musste, einen Weltrekord in Sachen Radarfallen aufzustellen. Dadurch hat die Fahrt fast doppelt so lange gedauert.«

Die Frau grinste ihn an. »Das heißt, normalerweise wären Sie doppelt so schnell gefahren? Da können Sie ja froh sein, dass Sie nicht geblitzt wurden.«

»Ja, das stimmt. Zumindest hoffe ich, dass sie bei der ersten Radarfalle diesen noch schnelleren Porsche erwischt haben, der mich in dem Moment überholt hat, als es blitzte.« Er schüttelte den Kopf. »Moderne Wegelagerei ist das. So was gehört eigentlich verboten.«

»Kommen Sie, ich habe etwas, das Sie aufmuntern wird«, sagte die Frau, obwohl es einen Moment lang so schien, als wollte sie widersprechen.

Aber einem Kunden widersprach man nicht, wenn man mit ihm später auch noch Geschäfte machen wollte. Er wusste das, und auch sie hatte das bereits verinnerlicht, obwohl sie so jung war.

Er ging vorbei an einer Reihe von Vitrinenschränken, in denen auf mehreren Etagen braune Glasflaschen dicht gedrängt aneinanderstanden. Jede war akribisch mit ihrem Inhalt und ergänzenden Hinweisen beschriftet worden. Auf manchen klebten zusätzlich kleine orangefarbene oder rote Etiketten, die vor einer tödlichen oder ätzenden Wirkung warnten.

»Hm«, machte der Mann. »Chemie war für mich immer ein Buch mit sieben Siegeln. Diese unzähligen Kürzel für tausend verschiedene Elemente waren mir von dem Tag an ein Rätsel, an dem wir das erste Mal Chemieunterricht hatten.«

»Schade, dabei ist es eine so interessante Materie, die unendlich viele Möglichkeiten bietet«, meinte die junge Frau und griff nach einer Sprühflasche. »Wie zum Beispiel dieses hier.«

»Ist es das?«

»Das ist Ihr kleines Zaubermittel, mit dem Sie die Damen, wie gewünscht, in Panik versetzen können.«

Er lächelte zufrieden. Sollte die junge Frau ruhig glauben, dass es um einen harmlosen Streich ging. Ob sie ihm andernfalls das Spray ausgehändigt hätte, war keineswegs sicher. »Und wie funktioniert das genau?«

Die Frau zog ihre Mundwinkel leicht nach unten. »Wenn Sie mit Chemie nichts zu schaffen haben, ist Ihnen nicht geholfen, wenn ich Ihnen die Bestandteile aufzähle und erkläre, welche Substanz mit welcher wie reagiert.«

»Mir reicht die Laienversion«, gab er ein wenig ungeduldig zurück. Er wollte nur wissen, wie das Mittel wirkte und worauf er zu achten hatte.

»Okay. Also, da ist zum einen der Farbstoff, der das Haar einfärbt, aber der ist zusätzlich von einem Hemmstoff umschlossen, der den Farbstoff davon abhält, seine eigentliche Aufgabe zu erledigen.« Während sie redete, betrachtete sie mit stolzer Miene die Flasche in ihrer Hand. »Dazu kommt ein Lösungsmittel, das seine Wirkung erst entfaltet, wenn es ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten lang mit Sauerstoff in Berührung kommt. Das Lösungsmittel spaltet sozusagen den Hemmstoff, und dann kommt der Farbstoff zum Einsatz. Das ist, vereinfacht gesagt, das, was dann passiert.«

Der ältere Mann nickte zufrieden. Das war genau das, was er haben wollte. »Sehr gut, das kann sogar ich verstehen. Vielen Dank.« Er streckte die Hand nach der Flasche aus.

»Erst das Geld«, machte sie ihm klar.

»Hier sind Ihre dreißig Pfund«, erwiderte er, nachdem er die Brieftasche aus der Jacke geholt hatte.

»Fünfzig.«

»Wie?«

»Wir hatten fünfzig vereinbart«, betonte sie.

»Tatsächlich?«

»Für die Arbeit, die ich damit hatte, könnte ich sogar hundert verlangen«, sagte sie. »Und jetzt antworten Sie lieber nicht, dass Sie es für den Preis selbst machen könnten. Das könnten Sie nämlich nicht, weil Sie nicht mal wüssten, welche Grundsubstanzen Sie brauchen.«

»Schon gut, Sie haben ja recht«, gab er hastig zurück. »Heute will jeder nur noch handeln, da dachte ich … na, auch egal. Hier haben Sie die fünfzig.«

»Danke.« Die junge Frau sah ihr Gegenüber skeptisch an, schließlich händigte sie ihm die Sprühflasche aus. »Denken Sie daran, es darf keine Luft an den Inhalt gelangen, sonst verwandelt sich die Mischung innerhalb von Minuten in stinknormale Sprühfarbe.«

»Ja, schon klar. Vielen Dank für Ihre Bemühungen.« entgegnete er und wandte sich zum Gehen. Sie folgte ihm zur Tür, die sie abgeschlossen hatte, nachdem er hereingekommen war, und entriegelte sie wieder.

»Gern wieder«, sagte sie. »Vielleicht haben Sie ja beim nächsten Mal etwas richtig Kompliziertes für mich.«

Er nickte ihr zu und ging zu seinem Wagen. Als er eingestiegen war, fiel ihm auf, dass sie jetzt wusste, welchen Wagen er fuhr und welches Kennzeichen er hatte. Er stöhnte leise auf, weil er nicht daran gedacht hatte, woanders zu parken. Aber die Frau würde vermutlich ohnehin nie erfahren, wozu ihr kleines Meisterwerk in Wahrheit dienen sollte. Die Meldung würde nicht bis zu ihr vordringen, weil der Vorfall zu unbedeutend war. Und selbst wenn, würde die Frau keinen Zusammenhang zwischen ihrer Mixtur und den Folgen für die nichtsahnenden Opfer erkennen – weil sie nach ganz anderen Opfern Ausschau halten würde.

Bislang lief alles nach Plan, jetzt musste er nur noch den richtigen Moment abpassen. Dann würden die Dinge unweigerlich auf einen großen Knall hinauslaufen, mit dem alles erledigt sein sollte …