Logo weiterlesen.de
TEUFELSJÄGER 081-082: Blutige Hölle

W. A. Hary

TEUFELSJÄGER 081-082: Blutige Hölle

...und "Dämonenherz"


Nähere Angaben zum Herausgeber und Autor siehe WIKIPEDIA unter Wilfried A. Hary: http://de.wikipedia.org/wiki/Wilfried_A._Hary


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Wichtiger Hinweis

Diese Serie erschien bei Kelter im Jahr 2002 in 20 Bänden und dreht sich rund um Teufelsjäger Mark Tate. Seit Band 21 wird sie hier nahtlos fortgesetzt! Jeder Band (siehe Druckausgaben zum Beispiel hier: http://www.hary.li ) ist jederzeit nachbestellbar.

 

TEUFELSJÄGER 081:

W. A. Hary

Blutige Hölle

Sie bedeutet unendliche Pein

aber auch unendliche Macht!“

Das Gebilde sah aus wie von einem surrealistischen Maler auf schmutzige Leinwand geklatscht. Eine verwirrende Anordnung durchsichtiger Schläuche, in denen eine teils grüne und teils blutigrote Flüssigkeit zirkulierte. Hinzu kamen verdrehte Elemente wie zerdrückte Trümmerstücke, blatternarbig, verdreckt. Der Anblick war so hässlich, dass ein Betrachter unwillkürlich zu würgen begonnen hätte. Aber es gab keinen Betrachter, denn dieses Gebilde befand sich dort, wo niemand hingelangen konnte. Zumindest nicht uneingeladen. Als würde es sich nicht in der diesseitigen Welt befinden, sondern in einer extra dafür künstlich geschaffenen, unerreichbar fremden Sphäre…

Außer diesem Gebilde gab es nur noch den Schrei, der von den tausend Peinigungen der Hölle zeugte, unablässig, ohne jemals abzubrechen, bis in alle Ewigkeit nicht.

Wäre der zufällige Betrachter dem Ursprung des Schreies gefolgt, hätte er die Vertiefung in dem ekelerregend surrealistischen Gebilde gefunden – und in dieser Vertiefung so etwas wie ein grausig verzerrtes Gesicht mit weit aufgerissenem, schreiendem Mund. Die Augen waren halb geschlossen. Man konnte von den Augäpfeln nur das Weiße erkennen.

Ein hässliches Kichern mischte sich ein, kaum in der Lage, den grausigen Schrei auch nur zum Bruchteil zu übertönen. Eine Stimme schloss sich dem an:

„Ja, schrei nur, Batic Heil! Schrei so gellend du kannst. Schrei uns die Höllenpein vor, die du erleiden musst, doch schrei dir nicht die Seele aus dem verstümmelten, gemarterten Leib, denn diese brauchen wir noch!“ Aus dem Kichern wurde ein kreischendes Gelächter, wie über einen besonders gelungenen Scherz: „Je größer deine Qualen und je lauter dein Geschrei, desto mehr mehrt es unsere Macht. Besser noch: Meine Macht!“

1


Ich trat vor das Apartmenthaus in Bayswater und blinzelte einen Augenblick, weil die grelle Sonne mich blendete. Wenn man aus dem Halbdunkel des Treppenhauses trat, war die Sonnenglast fast wie ein Schock.

Als ich wieder klar sehen konnte, vertrat mir ein noch ziemlich jung wirkender Mann den Weg.

„Mark Tate?“, erkundigte er sich.

Ich schreckte unwillkürlich einen Schritt vor ihm zurück. Ich hatte ja schon einiges erlebt, vor allem in letzter Zeit. Nach dem letzten Mordanschlag vor knapp einem Monat war ich doppelt vorsichtig geworden, denn gegen eine tödliche Waffe half mir auch mein Amulett, der geheimnisvolle Schavall, nicht. Deshalb war ich bemüht, den Abstand zu dem Fremden zu wahren.

Der junge Mann indessen machte keinerlei Anstalten, den Abstand wieder zu verkleinern. Eher das Gegenteil war der Fall. Mir schien, er schielte dabei nach meiner Brust, wo sich unter der leichten Jacke der Schavall befand.

Oder war dieser Blick nur ein Zufall?

„Wer will das wissen?“

„Mein Name ist Heil, Batic Heil!“, behauptete der junge Mann und räusperte sich in die hohle Hand. Als er dazu die Hand hob, zuckte ich unwillkürlich zusammen. Danach verfluchte ich meine Nervosität. Verflixt, nicht jeder, der mich auf offener Straße ansprach, wollte mein Leben auslöschen.

„In Ordnung, ich bin es.“

„Der Mark Tate, den man den Teufelsjäger nennt?“, vergewisserte er sich.

Ich nickte nur.

„Gut!“ Er atmete sichtlich auf und senkte den Blick zu Boden. „Nun, ich benötige Ihre Hilfe – als eben dem Teufelsjäger.“

„Dann schlage ich doch vor, wir gehen hinauf in mein Büro, im fünften Stock“, meinte ich freundlich. Ich benötigte ziemlich viel Selbstbeherrschung, um meine Stimme überhaupt so freundlich klingen zu lassen. Irgendwie war mir der Typ nicht geheuer.

Ich betrachtete ihn genauer. Er war schätzungsweise einmeterfünfundsiebzig groß und mit einem fast bodenlangen Lodenmantel bekleidet. Um den Hals hatte er sich einen dicken Schal geschlungen, dessen Enden vorn und hinten lang herabfielen. Sein Gesicht war fein geschnitten, wenig männlich. Anscheinend war ihm das klar, weshalb er einen Dreitagebart trug, um wenigstens dadurch männlicher zu wirken. Fast war ich versucht, ihn einen Schönling zu nennen. Dazu passten auch die halblangen Haare. Nicht ganz eine Frisur, die man modern nennen durfte, doch sie stand dem jungen Mann ausgesprochen gut.

Er hob den Blick und schaute mich direkt an.

„Leider, Mark Tate... Ich – ich kann Ihnen nicht folgen in Ihre Wohnung.“

„Und wieso nicht?“

„Als würden Sie das nicht wissen.“

„Nun, ich weiß es nicht!“, behauptete ich.

„Wegen den vielen Dämonenbannern geht das nicht“, gab er unumwunden zu.

„Ach?“ Unwillkürlich rutschten meine Augenbrauen nach oben. Ich konnte es nicht verhindern.

„Es wäre mir auch lieb, wenn Sie diesen – äh – Schavall ablegen würden. Es ist unerträglich für mich, ihn so nah zu spüren.“

Das war doch nicht möglich: Der junge Mann da vor mir war ein Diener des Bösen? Und er trat vor mich hin und gab das auch noch unumwunden zu? Das war ungefähr so unmöglich wie die frohe Kunde, der Papst sei ein idealer, weil bewährter Familienvater.

Was, um alles in der Welt, sollte ich von einer solch kuriosen Begegnung halten?

Ich hätte jetzt einfach nur unter die Jacke greifen müssen. Dann hätte ein einziger Satz genügt, mit dem Schavall in der Hand, um die Entfernung zu dem Fremden zu überbrücken. Der Schavall hätte diesen Diener des Bösen ein für allemal vernichtet.

Aber er schien das sogar zu wissen. Deshalb diese deutliche Panik in seinen Augen - um nicht zu sagen: Seine Todesangst!

Und trotzdem hatte er es riskiert.

Aus welchem Grund?

Ja, das hätte ich gern von ihm erfahren, weshalb ich fragte: „Was wollen Sie eigentlich von mir? Doch wohl kaum, dass ich Sie erlöse?“

Er winkte mit beiden Händen schwach ab.

„Hören Sie, Mark Tate, es tut schrecklich weh. Ich habe das Gefühl, bei lebendigem Leib zu verbrennen. Diese Nähe zum Schavall…“

Ich griff jetzt tatsächlich unter die Jacke.

Er sah es und prompt versteifte sich seine Haltung. Sein Mund öffnete sich wie zum Schrei. Seine Augen weiteten sich.

Ich berührte den Schavall mit der Hand und bemerkte, dass er sich erhitzt hatte. Die Hitze war vom Hemd abgehalten worden. Deshalb hatte ich sie noch nicht bemerkt. Sie war auch nicht so groß, dass ich hätte annehmen müssen, mir drohe eine direkte Gefahr.

Ja, drohte mir denn eine?

Der junge Mann machte einen so panikerfüllten Eindruck auf mich, dass ich mir das schwerlich vorstellen konnte.

Ich zog die Hand wieder zurück und zeigte sie ihm: Leer!

Er atmete sichtlich erleichtert auf und schöpfte tief Atem.

„Glauben Sie mir, ich hätte es niemals gewagt, Sie anzusprechen, Mark Tate, wenn es nicht ganz besonders dringend wäre.“

„Und was ist Ihrer Meinung nach besonders dringend?“

Ich hatte mich entschieden: Ich würde ihn nicht vernichten, nicht bevor ich seine Motive erfuhr. Wenn ich jetzt den Schavall gegen ihn einsetzte, würde ich diese nie erfahren.

„Es – es geht gar nicht um mich selber“, stotterte der junge Mann. Wahrscheinlich handelte es sich keineswegs um einen Typen, wie er da scheinbar vor mir stand. Ich neigte eher zu der Annahme, dass es sich lediglich um ein schwarzmagisch erzeugtes Trugbild handelte. Wie sah der Typ eigentlich in Wirklichkeit aus?

Und wieso, um alles in der Welt, war er im langen Lodenmantel und einem dicken Schal erschienen? Der Mantel reichte bis fast zum Boden und spottete damit eigentlich allem, was man moderne Mode nannte.

Ich hielt von dieser zwar persönlich absolut gar nichts und kleidete mich selber grundsätzlich so, wie es mir gerade gefiel, ohne Rücksicht auf Verluste modischer Art, aber der junge Mann – oder das, was sich hinter dieser Erscheinung verbarg – übertrieb in der Tat.

Außerdem war es für einen Mantel und für einen solchen Schal wesentlich zu warm. Ich hatte noch im Treppenhaus bereits bereut, überhaupt auch nur eine Jacke angezogen zu haben.

„Um wen geht es denn dann? Immerhin gehen Sie ein großes Risiko ein.“

„Ja, gehe ich das, Mark Tate? Würden Sie wirklich…? Würden Sie mich wirklich vernichten wollen?“

„Natürlich würde ich das. Dass ich noch zögere, sollten Sie nicht zu Ihren Gunsten auslegen. Ich kenne keine Gnade mit Ihresgleichen.“

„Dabei wissen Sie gar nicht, was das ist – meinesgleichen!“, warf er mir vor. „Ja, ja, ich weiß, Sie haben sich dem Kampf gegen das Böse verschrieben. Seit vielen tausend Jahren oder so. Sie sind ein Wiedergeborener. Ich weiß alles über sie, was von Bedeutung ist – für mich von Bedeutung wohlgemerkt. Aber sind Sie in all diesen Jahrtausenden jemals auf die Idee gekommen, vielleicht auf der falschen Seite zu kämpfen?“

Das reizte mich jetzt doch tatsächlich zum Lachen.

„Auf der falschen Seite? Ich war ein Gorite, einst. Die Goriten haben das Böse aus der Welt verbannt…“

„Ohne nachhaltigen Erfolg!“, belehrte er mich.

„Sie haben zu spät bemerkt, dass es ohne das Böse nicht das Gute geben kann. Der Mensch ist der bestimmende Faktor. Er verkörpert in sich beides. Kein Wunder, denn er ist ein Ergebnis der Natur – und auch diese birgt in sich beides, ganz grundsätzlich gesehen. Gut und Böse sind untrennbar miteinander verbunden, ein ehernes Naturgesetz, wenn man so will. Genauso wenig wie es Licht ohne Schatten gibt, wäre das Gute ohne das Böse denkbar.“

„Was soll jetzt der Vortag?“, beschwerte er sich.

Passanten, die zufällig vorbei kamen, schauten uns verwirrt an. Was sie von unserem Gespräch mitbekamen, schien sie glauben zu machen, es handele sich bei uns beiden um zwei Verrückte.

Ich ließ mich davon nicht beirren.

„Ich beziehe mich nur auf Ihre Behauptung, ich würde möglicherweise auf der falschen Seite kämpfen. Es gibt nicht falsch oder richtig. Ich bin das, was man ein Regulativ nennen könnte. Ich kämpfe einerseits auf der Seite des sogenannten Guten – gegen das Böse. Andererseits sind meine Methoden nicht immer die des Guten. Und ich bin mir stets darüber im Klaren, dass es unmöglich sein wird, das Böse für immer von dieser Welt zu verbannen. Die Goriten haben damals die Augen davor verschlossen, das Ergebnis haben wir hier und heute.“

„Ein Regulativ, eh?“, fragte er - und irgendwie sah er dabei so aus, als würde er neuen Mut schöpfen. „Das bedeutet im Umkehrschluss ja auch, dass nicht nur das Gute obsiegen darf, sondern auch nicht… das sogenannte Böse?“

„Genauso ist es. Leute wie ich haben den Auftrag, dafür zu sorgen. Egal, wie wir uns nennen, ob nun Teufelsjäger oder Geisterjäger oder gar im krassesten Fall Dämonenkiller.“

„Gut gebrüllt, Löwe!“ Es klang, als wollte er sich über mich lustig machen, aber sein Gesicht sprach dabei eine andere Sprache: Es verzog sich schmerzlich.

Ich schöpfte tief Atem.

„Wollen wir jetzt hier herumstehen und stundenlang philosophieren oder würden Sie endlich auf den Punkt kommen? Ich meine: Weshalb gingen Sie das Risiko ein, sich mir zu offenbaren? Auch noch mit Ihrem Namen, falls der überhaupt Ihr richtiger Name ist?“

„Er ist mein richtiger Name, worauf Sie sich verlassen können, Mark Tate. Und ich bin auch genau das, als was Sie mich einschätzen: Ich bin einer Ihrer Todfeinde. Ich würde nicht einen Sekundenbruchteil zögern, Sie zu vernichten, würde es mir einen Vorteil bringen. Ich tu es deshalb nicht, weil Sie diesen verfluchten Schavall haben, mit dem Sie sich erfolgreich gegen eine Attacke von mir wehren könnten. Außerdem tu ich es nicht, weil es niemanden auf dieser Welt gibt, den ich dringender benötige!“

„Aha? Und jetzt verrate ich Ihnen, wieso Sie überhaupt noch existieren: Auch ich würde keinen Sekundenbruchteil zögern, Sie zu vernichten – normalerweise. Aber es ist Ihnen gelungen, mich neugierig zu mache. Mehr noch: Ich glaube, diese Neugierde ist durchaus angebracht.“

Er nickte heftig.

„Ich weiß, was Sie vor Wochen erlebt haben. Ich kenne also auch die Attacken vom sogenannten ‚Zorn Afrikas’ gegen London, mit den vielen Toten. Blutige Übergriffe der grausigen Art – für Ihresgleichen. Für mich jedoch eine Demonstration der Macht, wie sie mir imponiert. Ich weiß auch, dass Sie jemandem wie Edward Harmstorf begegnet sind, in dem ein Dämon sich eingenistet hatte, den er lange Zeit unter Kontrolle hielt, bis er ihn nicht mehr halten konnte… Und ich weiß, was dieser Edward Harmstorf vor seiner endgültigen Vernichtung Ihnen erzählt hat.“

Ich wollte etwas sagen, doch er winkte mal wieder ab und kam mir rasch zuvor:

„Ich weiß, Sie haben ihn nicht vernichtet, sondern haben ihn befreit. Ich kenne die Auslegung von Ihresgleichen. Entschuldigen Sie aber, wenn ich das völlig anders sehe.“

„Ich verstehe immer noch nicht, worauf Sie hinaus wollen“, gab ich zu.

„Also sind auch die sogenannten Kämpfer für das Gute nicht gegen Lügen gefeit.“ Er lachte humorlos. „Denn dies war soeben eine glatte Lüge: Sie wissen sehr wohl, weshalb ich hier vor Ihnen stehe. Es geht um die X-Organisation, von der Sie zum ersten Mal von Edward Harmstorf erfahren haben. Diese jedoch kennt Sie viel besser als Ihnen lieb sein darf. Obwohl die X-Organisation Sie gleichzeitig völlig falsch einschätzt – Sie und Ihre Möglichkeiten. Ich verstehe das nicht so ganz, wenn ich ehrlich sein will, aber ich bin jetzt hier, vor Ihnen, weil ich Ihnen den Vorschlag machen will, diese scheinbare Überlegenheit strategisch auszunutzen!“

„Aha, ausnutzen in Ihrem Sinne, wie ich vermute?“ Ich lächelte unverbindlich. „Sie benötigen mich als Werkzeug – im Konkurrenzkampf gegen jene Organisation, die Sie X-Organisation nennen. Keine besonders intelligente oder gar innovative Bezeichnung.“

„Wäre Ihnen denn ‚Zorn Afrikas’ lieber? Aber das ist sowieso nur eine Facette von vielen dieser Organisation. Sie ist mächtig, viel mächtiger als Ihnen lieb sein kann. Und Sie haben keine andere Möglichkeit gegen die, als mit unsereins zu paktieren. Sonst sind nicht nur Sie verloren, sondern letztlich die Menschheit.“

„Und alle Diener des Bösen, die nicht dieser Organisation angehören, gleich mit?“, vermutete ich.

„Glauben Sie, was Sie wollen, Mark Tate, aber denken Sie dabei stets an das, was Sie selber behaupten: Es darf keinen Überhang des Bösen geben! Das Gleichgewicht der Kräfte muss gewahrt bleiben, sonst gerät die Welt aus den Fugen. Und ich sage Ihnen hier und heute: Es ist längst passiert: Die Welt hat bereits begonnen, aus den Fugen zu gehen. Nur haben die Betroffenen das noch nicht bemerkt. Sowohl die betroffenen Dämonen wie die betroffenen Menschen und sogar die Teufelsjäger halten sich blind gegenüber den Tatsachen. Sie, Mark Tate, sind da keineswegs die Ausnahme.“

Ich betrachtete ihn lauernd. Er hatte das alles mit solchem Eifer von sich gegeben, dass ich beinahe gewillt war, ihm zu glauben.

Aber ich wusste jetzt immer noch nicht, was er eigentlich von mir erwartete.

Und ich hatte keine Lust mehr, ihn noch einmal danach zu fragen.

Das brauchte ich auch gar nicht, denn er rückte endlich mit der Sprache heraus:

„Mark Tate, legen Sie den Schavall ab. Nur so können Sie sich mit mir verbünden. Und gemeinsam werden wir dort ansetzen, wo wir die X-Organisation am empfindlichsten treffen können, nämlich an der Quelle ihrer Macht!“

Quelle ihrer Macht?, echote es in meinem Kopf. Was meinte er eigentlich damit?

Ich ahnte jedenfalls, dass es sehr bedeutend sein musste, und griff wieder nach dem Schavall.

Sollte ich ihn wirklich ablegen? Sollte ich dieses vielleicht für mich tödliche Risiko wirklich eingehen?

Und es gab sogar Schlimmeres, was mich erwarten konnte – Schlimmeres als „nur“ der Tod, wie mich meine Erfahrung lehrte…


2


„Kommen Sie!“, versuchte mich der Fremde zu ermuntern. Ich glaubte inzwischen endgültig nicht mehr, dass es sich wirklich um den jungen Mann handelte, als der er mir erschien. Was verbarg sich hinter dieser Maske? Hatte er den langen Mantel an, um sich vor dem Sonnenlicht zu schützen, weil dieses für ihn zu schädlich war? Dem Gesicht schien es nichts auszumachen. Oder war das nur eine perfekte Maske?

Alles war möglich!

„Sie haben sich doch auch im Fall ‚Zorn Afrikas’ mit dem Bösen verbündet!“, behauptete er.

Ich runzelte unwillkürlich die Stirn.

„Wie kommen Sie darauf?“

„Ich weiß es definitiv. Sonst würde Sie die X-Organisation nicht als so mächtig einschätzen. Sie haben denen vorgegaukelt, dies seien Ihre eigenen Kräfte.“

„Vorhin haben Sie noch behauptet, sie wüssten nicht, wieso ich von denen überschätzt werde“, erinnerte ich ihn.

„Ich habe das behauptet, weil ich es noch nicht zugeben wollte. Es wäre verfrüht gewesen.“

„Aha – und da glauben Sie im Ernst, ich könnte so etwas wie Vertrauen in Sie gewinnen, wenn Sie mich schon von vornherein so belügen?“

„Sie würden mir sowieso niemals trauen, egal, was ich dafür anstellen würde. Weil Sie wissen, wen Sie vor sich haben. Aber ich biete Ihnen einen Deal an - und Sie sind eigentlich nicht in der Lage, diesen abzuschlagen. Seien Sie so mächtig, wie die Sie einschätzen. Aus sich selbst können Sie das nicht sein. Was haben Sie denn noch außer dem Schavall? Glauben Sie wirklich, damit hätten sie eine Chance gegen die? Was würden Sie denn beispielsweise tun, wenn jetzt hier ein Auto vorbei käme mit mehreren Mordschützen an Bord? Wie man es aus alten Gangsterfilmen kennt: Vorbei fahren, anlegen, los ballern, bis sich nichts mehr rührt!“

Unwillkürlich warf ich einen Blick auf die Straße. Um sogleich irgendwie erleichtert aufzuatmen: Gerade kam kein Auto vorbei.

Ich musste dem Typen eigentlich recht geben: Der Schavall hätte mich gegen eine solche Attacke durchaus nicht beschützt.

Er wertete meine Reaktion als Zustimmung.

„Na, sehen Sie!“ Es klang triumphierend aus seinem Munde. „Ohne mich kommen Sie nicht nur gegen die nicht an, sondern Sie werden niemals herausfinden, um wen es sich handelt. Einmal abgesehen davon, dass Sie selbstverständlich auf deren Abschussliste stehen und zwar ganz oben. Dass Sie überhaupt noch leben, verdanken Sie Ihrem Verbündeten im Fall ‚Zorn Afrikas’.“

„Was haben Sie damit zu tun?“, hakte ich prompt nach.

„Gar nichts!“, behauptete er. „Ich weiß auch selber nicht, um welchen Verbündeten es sich handelte. Ich weiß nur eins: Zur Zeit steht er nicht zur Verfügung, aus welchen Gründen auch immer. Für mich war es die einzige Gelegenheit, die mir noch blieb, um mich an Sie zu wenden. Ja, richtig gehört: Nicht nur Sie haben keine andere Wahl mehr, sondern auch ich! Oder glauben Sie, es macht mir Spaß, hier auf offener Straße mit Ihnen zu verhandeln? Einmal abgesehen davon, dass dadurch die Möglichkeit entsteht, dass unsere gemeinsamen Gegner auf mich aufmerksam werden. Damit wäre alles verloren. Wir könnten niemals gemeinsam die Quelle ihrer Macht finden und ausmerzen.“

„Ich verstehe: Ich soll nur Ihr Werkzeug sein, Ihre Marionette, während Sie die Fäden ziehen.“

„Ich biete Ihnen ein Bündnis an, einen Deal. Wir werden gleichberechtigte Partner sein in diesem Bündnis. Keiner wird der Sklave des anderen.“

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "TEUFELSJÄGER 081-082: Blutige Hölle" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen