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Stockholm ist keine Stadt

Stockholm ist keine Stadt

 

Stockholm ist keine Stadt

 

 

Gay - Hardcore - Thriller

 

 

 

© by Bonnyb. Bendix 2014

 

 

http://gay-zone-bonnyb.jimdo.com/

 

 

bonnybbx@googlemail.com

 

Was ist die Faszination des Unterwerfens? Was die des unterworfen Werdens ...

Wieso findet ein Mensch Spaß und sexuelle Erregung, wenn er einem anderen Schmerz zufügt, ihn demütigt und warum ist es genau dieser Schmerz und die Demütigung, der/die beim Gegenüber Lust auslöst. Würde sich das Buch um BDSM handeln, könnte man diese Frage in Foren eindeutig klären. Aber dieses Buch handelt nicht von BDSM, sondern es behandelt eine prekäre Thematik, die Entführung und Unterwerfung eines Menschen. Dies ist die Geschichte von Jamie, seine Gedanken und Gefühle, die zwischen Angst, Hass, Schmerz, Hingabe, Lust und einer Art Liebe zu seinem Peiniger hin und her springen. Diese Geschichte ist frei erfunden, und mit dem Wissen, dass erzwungener Sex, Unterwerfung und Entführung strafbar war, ist und bleibt. Es handelt sich um Fiktion. Trotzdem wird versucht, die Realität nicht aus den Augen zu verlieren, besonders wenn es darum geht, die seelischen und körperlichen Folgen bei den Opfern einer Gewalttat zu reflektieren. Wer mit der detaillierten Darstellung von Gewalt ein Problem hat, sollte dieses Buch nicht lesen!!!

Prolog

Was, wenn du zur falschen Zeit am falschen Ort bist, du dich in den falschen Typen verguckt hast? Was, wenn du entführt wirst und dir Gewalt angetan wird? Was, wenn du nicht mehr weißt, ob du hassen sollst oder nicht, wenn es nur noch darum geht zu überleben?

Kannst du meine Seele befreien? Oder befreist du dich damit selbst? Kannst du die Spirale von Gewalt und Hass durchbrechen? Wen demütigst du eigentlich? Dich oder mich? Einer bleibt immer auf der Strecke, oder?

Entscheidungen sind da, um gefällt zu werden! Du entscheidest und du musst damit leben! Wie viele falsche Entscheidungen hast du schon getroffen? Wer entscheidet? Kopf oder Bauch? Oder vielleicht das Herz? Ganz sicher nicht, oder? Welche Entscheidung wirst du bereuen?

Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt auch etwas dazwischen! Im Nebelgrau siehst du die Hand vor Augen nicht! Niemand wird böse geboren! Wir sind ein Produkt des Weges, den wir zu gehen haben, und derer, deren Wege wir kreuzen! Dumm nur, wenn der Falsche deinen Weg kreuzt! Oder bist du einfach gestolpert und von deinem Weg abgekommen?

Egal wie sehr du bereust, es klebt Blut an deinen Fingern! Egal, wie sehr du es ungeschehen machen willst, es liegt nicht mehr in deiner Hand, denn es war deine Hand, die es getan hat! Wirst du mit den Konsequenzen leben können? Absolution erteilt dir keiner! Vor dem Spiegel musst du dir ins Gesicht blicken!

Verzeihen, aber nicht vergessen! Erdulden, aber nicht genießen! Glauben, aber nicht vertrauen! Hoffen aber nicht wissen! Fallen, aber wieder aufstehen! Es gibt nur ein Leben und das hast du versaut! Nur ein Leben, zurückspulen geht nicht!

Wo fang ich an, wo höre ich auf. Bei meiner Geburt? Meiner Kindheit, meiner Pubertät? Gibt es einen Anfang und ein Ende?

Ich würde sagen:“Nein“. Es gibt einen Weg und diesen Weg gehen wir seit unserer Entstehung. Es wurden uns Dinge in die Wiege gelegt. Unsere Eltern gaben uns etwas mit. Erst in unseren Genen und dann mit unserer Erziehung. Sie sind oder waren Wegbereiter und Begleiter. Sie haben uns eine Richtung gegeben und einen Weg bereitet. Gehen müssen wir ihn selbst und auch entscheiden, ob wir ihm folgen oder eine andere Richtung einschlagen. Auf unserem Weg begegnen uns andere Menschen. Und jeder dieser Menschen beeinflusst die Richtung unseres Weges und die Art wie wir ihn gehen. Aufrecht oder gebeugt, fröhlich, traurig oder teilnahmslos. Wird unsere Weg gerade oder im Zickzackkurs verlaufen? Lassen wir uns ablenken oder hinterlassen die Menschen, die unseren Weg kreuzen, so tiefe Spuren darin, dass wir nur noch stolpern und stürzen? Mein Weg verlief ohne große Kurven. Meine Gene sorgten für einen eher gebeugten Gang durch diese Welt und meine Eltern versuchten, mir den Weg zu ebnen, waren aber mit ihrem eigenen Leben zu beschäftigt. Menschen kreuzten meinen Weg, die mich oftmals rechts und links an den Bordstein drängten, aber ich drängte mich wieder zurück. Bis dieser eine Mensch kam, der, der den Platz auf der Straße für sich allein benötigte und der mich in seiner Spur laufen ließ, mich nicht mehr frei gab. Jemand, der so tiefe Spuren auf meinem Weg hinterließ, dass man sie nicht mehr ausbessern kann. Unsere Wege kreuzten sich und vorher haben auch andere Menschen seinen Weg gekreuzt.

Ich bin kein gläubiger Mensch, aber meine Oma pflegte zu sagen: „Die Wege des Herrn sind unergründlich.“ Und da stimme ich mit ihr und dem Herrn überein. Die Wege, die wir zu gehen haben, sind unergründlich und es gilt nicht zu stolpern und wenn es doch passiert, müssen wir aufstehen und weitergehen ...

Mein Name ist Jamie und ich erzähle von etwas, was mir widerfahren ist. Etwas, das alles in meinem Leben änderte. Ich weiß, dass ich mich niemals so entwickelt hätte, wie ich jetzt bin, wenn „es“ mir nicht passiert wäre. Eine Grenzerfahrung, die mich mein Leben hätte kosten können. Mir passierte Etwas, oder Jemand! Dieser Jemand kannte mich besser als ich mich selbst, wählte mich genau deshalb aus, weil ich war, wie ich war. Nämlich das ideale Opfer. Ich will kein Opfer mehr sein, und ich versuche daran zu arbeiten, zusammen mit meinem Psychiater. Es ist mühsam und es tut weh und ich stelle fest, dass ich schon viel eher als ich glaubte, den Weg verlassen, mich selbst zum Opfer gemacht habe. Oder waren es meine Eltern, die mir nicht genügend gute Gene und Selbstvertrauen gegeben haben? Auch das muss ich ablegen. Schuld verteilen! Ich muss an mir arbeiten, nicht mehr versuchen, die Schuldigen zu suchen, zu hassen, verantwortlich zu machen. Es ist mein Leben und das gilt es in den Griff zu bekommen. Ich hab nur dieses eine und es gehört mir. Nie wieder werde ich jemanden erlauben, darüber zu bestimmen. Jedenfalls hoffe ich, dass ich es schaffe. Genau das sagte ich auch David, als ich ihn verabschiedete. Nein, ich sagte es ihm nicht, sondern ich flüsterte es, als er hinter der Tür verschwand, nachdem ich ihm versprach, ihn hier wieder abzuholen, später, viel später, wenn meine Wunden geheilt sein würden. Abgeheilt zwar, aber sichtbar, schmerzend, wenn das Wetter umschlägt. Wenn seine Wunden geheilt sein würden, wenigstens soweit, dass er mit ihnen Leben konnte, ohne anderen weh zu tun. Er ging, mit einem hoffnungsvollen Lächeln um die Lippen. Und ich schenkte ihm eins, dass uns beiden Mut machen sollte. Aber gegen meine Gedanken konnte ich mich nicht wehren. David ...

~Egal wie sehr du bereust, es klebt Blut an deinen Fingern! Egal, wie sehr du es ungeschehen machen willst, es liegt nicht mehr in deiner Hand, denn es war deine Hand, die es getan hat! Wirst du mit den Konsequenzen leben können? Absolution erteilt dir keiner! Vor dem Spiegel musst du dir ins Gesicht blicken, David! Und wenn du das kannst, dann werde ich da sein, und unsere Wege kreuzen sich hier erneut. Ich lass mich überraschen, ob sie ineinander verschlungen sein werden oder sich dann trennen. Sicher ist aber, dass du Spuren hinterlassen hast, Spuren auf meinem Weg, tief und nur schwer auszubessern. Es gibt nur ein Leben und das hast du versaut! Nur ein Leben, zurückspulen geht nicht! Ich hab dir verziehen, aber ich werde nicht vergessen ...~

Zur falschen Zeit am falschen Ort



Ticktack, die Uhr des Lebens macht keine Geräusch. Ihre Zeiger bewegen sich lautlos. Keine Glocke schlägt zur vollen Stunde und selbst im Uhrwerk rasten die Zahnräder ohne einen Laut ineinander. Kein Ticktack, kein Hinweis, wann du besser die Party verlassen sollst, oder wann es sinnvoll wäre, an der Straße stehen zu bleiben. Kein Wecker, der aufgeregt klingelt, um dir zu sagen, dass du zur falschen Zeit am falschen Ort bist. Du merkst es erst, wenn es zu spät ist, wenn du mittendrin steckst, in einer Situation, bei der du nur zu gern die Zeit wieder zurückdrehen würdest. Aber das geht nicht. Diese Uhr lässt sich nicht zurückdrehen. Sie muss nie aufgezogen und auch nie gestellt werden. Und wenn deine Zeit abgelaufen ist, wirst du es merken. Es war einer dieser Abende, an dem ich nicht allein zu Hause sitzen wollte. Ich brauchte Leben um mich herum, Abwechslung und genau dieser Wunsch sorgte dafür, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Jeden Abend nach einer anstrengenden Schicht am Fließband der hiesigen Fabrik für Autozubehör verbrachte ich allein auf dem Sofa. Es machte mir nicht viel aus, für mich allein zu sein. Bücher und das Fernsehprogramm schafften genug Ablenkung, aber manchmal sehnte ich mich auch nach dem Trubel einer Disco, dem ungezwungenen Tanzen und auch einem Flirt war ich nicht abgeneigt. An diesem Tag war mein Vertrag ausgelaufen, ohne Verlängerung. Kein Grund zum Feiern, aber auch keiner, um hier zu sitzen und Trübsal zu blasen. Ich machte mich ausgehfein und beschloss, in meine Stammdisco zu gehen. Tanzen und vielleicht auch mal jemanden kennenlernen, danach stand mir der Sinn. Ich wohnte in einer kleinen Dreizimmerwohnung, die in einem sozialen Brennpunkt der Stadt lag. Keine von den riesigen Hochhäusern, sondern eine Altbauwohnung, die dringend hätte renoviert werden müssen. Die Miete war niedrig und meine Ansprüche nicht hoch. Einzig die Umgebung hätte mittelständiger sein können. Die unpersönliche und anonyme Nachbarschaft war für mich, einen jungen Mann, der aus einer Kleinstadt stammte, eine enorme Umstellung.

Der Türsteher im „Hardcore“ ließ sich wie immer meinen Ausweis zeigen. Zwar volljährig sah ich wohl trotzdem noch jünger aus, weshalb ich mich auch beim Kauf von Alkohol ständig ausweisen musste. Obwohl ich die Lokalität schon öfter besucht hatte, schien er sich mein Gesicht nicht merken zu können. So ging es mir eigentlich auch schon so lange ich denken konnte. Ich hatte zwar ein hübsches aber ein Allerweltsgesicht. Niemand sah ein zweites Mal hin, oder registrierte meine Anwesenheit. Schon öfter war mir ein junger Mann aufgefallen, vielleicht vier oder fünf Jahre älter wie ich. Eigentlich gar nicht mein Typ, aber irgendwie interessant. Ich hoffte, ihn auch diesmal hier zu entdecken und anschmachten zu können. Nachdem ich die Jacke abgegeben hatte, lief ich mit einem Glas Bier in der Hand suchend umher und hielt Ausschau nach ihm. Ich hatte Glück. Ich entdeckte ihn schnell. Er stand an der Bar und trank ein Bier. Ich kannte ihn nur vom Sehen, aber außer ein paar intensiven Blicken hatten wir nichts miteinander ausgetauscht. Kein Gespräch, kein Körperkontakt, nichts. Irgendwie wirkte er gefährlich auf mich, aber dadurch auch sexuell sehr anziehend. Er war groß. Ich musste meinen Kopf in den Nacken legen um ihm in die Augen schauen zu können. Dunkelhaarig, Dreitagebart, breite Schultern, aber nicht übermäßig muskulös. Sein Blick undurchsichtig und geheimnisvoll aus blauen, eiskalten Augen. Sein Körper wirkte gestählt und wenn er sich bewegte, glich er einer Katze auf der Jagd. Im „Hardcore“ wurde bevorzugt House und Techno gespielt. Ein recht junges Publikum tummelte sich dort. Das Soundsystem sowie die Lichtanlage ließen keine Wünsche offen, was man von dem derzeitigen DJ nicht behaupten konnte. Wie immer war ich allein hier und hatte mich auch nicht verabredet. Mein eher zurückhaltendes Wesen ließ mich auf Abstand zu anderen Menschen bleiben. Der Umzug in eine andere Stadt, aufgrund der besseren Arbeitsaussicht, tat den Rest dazu, dass ich noch keinen Anschluss gefunden hatte. Freunde konnte ich noch nicht mein eigen nennen, nur flüchtige Bekannte, mit denen ich mich gelegentlich, oder eher zufällig traf. Meine in Scheidung lebenden Eltern waren froh, dass ich das Haus verlassen hatte, denn sie wollten mit ihren neuen Lebenspartnern lieber ihre traute Zweisamkeit genießen. Ich meldete mich sporadisch bei ihnen, mal mehr, mal weniger. Sie wussten, dass ich in der Lage war, mich allein zu versorgen, denn bis jetzt hatte ich mich durch Aushilfsjobs immer allein durchgeschlagen. Ich hatte aufgrund meines schlechten Schulabschlusses keine Ausbildung gefunden und bereute bereits, so faul gewesen zu sein.

Nachdem ich den fremden, aber überaus heißen Kerl eine Weile beobachtet hatte, beschloss ich zu tanzen, um ihn vielleicht so auf mich aufmerksam zu machen. Eher gelangweilt tanzte ich zu der ziemlich miesen Musik, starrte aber immer wieder an die Bar, wo „er“ stand und seine Blicke irgendwie gierig über meinen Körper gleiten ließ. Eigentlich hasste ich, wenn man so offensichtlich zeigte, dass man sexuelles Interesse hatte, aber diesmal spürte ich, wie es eng in meiner Hose wurde.

Ich gehörte zu den sexuell Unentschlossenen und empfand beide Geschlechter als interessant. Bisher hatte ich aber nur gelegentlich mal etwas mit Jungs. Nicht allzu oft und mehr als eine heftige Fummelei hatte nie stattgefunden. Ich gehörte eher zu den Spätzündern, denn mit meinen achtzehn Jahren war ich noch Jungfrau. Viel zu schüchtern um jemanden anzusprechen, ergab sich meist etwas aus Zufall, weil mich jemand ansprach und ich nicht aktiv werden musste.

Verdammt, was hatte der Typ nur an sich. Immer wieder starrte ich zu ihm rüber, suchte seinen Blick und versuchte, ihn zu halten. Ich drehte ihm den Rücken zu und legte noch mal einen Schritt drauf, schwang lasziv die Hüften, versuchte ihn anzumachen. So offensiv ging ich eigentlich nie vor, aber diesmal glich es ein Spiel mit dem Feuer. Ich wollte wissen, wie weit ich an ihn herankommen, ob er anbeißen würde. Als ich mich wieder umdrehte, um zu sehen, ob er mich weiterhin anstarrte, war er verschwunden. Hatte ich die Zeichen etwa so falsch gedeutet? Verwirrt und genervt beschloss ich, die Disco zu verlassen. Sprang ich einmal über meinen Schatten und ergriff die Initiative, ging es glatt daneben. Mein Selbstwertgefühl sank wieder einmal auf den Boden. War ich zu unattraktiv, oder was stimmte nicht mit mir? Ich beschloss, meine Jacke zu holen, um dann den Laden zu verlassen. Das Ganze hatte mir die Stimmung verhagelt.

„Ticktack“, hätte die Uhr bloß ein Geräusch gemacht, aber sie tickte lautlos weiter und die Sekunden verstrichen. Vielleicht hätte ich bleiben sollen, aber ich ging und das Unheil nahm seinen Lauf. Etwas unheimlich war es jedes Mal, wenn ich mich allein auf den Weg machte, vorbei an gruseligen, dunklen Hauseingänge, aus denen man nach mir zu greifen schien. Jegliche Horrorfilme spielten sich im Geiste vor meinem inneren Auge ab, wenn ich im Dunkeln nach Hause lief. Aber ich war nun mal allein und niemand ging in meine Richtung. Immer griffbereit befand sich das Pfefferspray in der Jackentasche. Ich war sauer. Was bildete der Kerl sich eigentlich ein? Erst glotzen, dass ihm beinahe die Augen aus dem Kopf fielen, und dann einfach verschwinden. Meine Wut hielt so lange an, bis ich in die erste dunkle Straße einbog. Naja, ich war nicht wirklich hilflos, aber als stark konnte ich mich nun auch nicht bezeichnen. Mein Körper gefiel mir eigentlich, nicht zu groß, nicht zu klein, Muskeln am rechten Fleck, schlank, aber gute Proportionen. Die konnten prima über meine trotzdem fehlende Kraft hinweg täuschen, über mein mangelndes Selbstvertrauen sowieso. Die Mädels standen auf mich, die Boys auch. Anerkennende Blicke erntete ich oft, trotzdem kam ich nie aus mir heraus, hatte Angst mich zu blamieren, etwas falsch zu machen, oder nicht gut genug zu sein. Darum war bisher nie mehr passiert als Gefummel und Geknutsche. Ich war eben ein Spätzünder. Warum ich gerade heute diesen süßen, aber doch recht gefährlich wirkenden Typ angemacht hatte, wusste ich selbst nicht. Der war eindeutig eine Nummer zu groß für mich. Wahrscheinlich war es besser für mich, dass er mich nicht angesprochen hatte. Was, wenn er wirklich was von mir gewollt hätte?

Hastig ging ich die Straße entlang, horchte angestrengt in die Dunkelheit. War da nicht ein Geräusch? Ich musste mich verhört haben. Um jeden dunklen Hauseingang machte ich einen Bogen, verfluchte das Klappern meiner eigenen Schuhe. War da nicht doch etwas? Gleich war das dunkle Stück Straße zu Ende. Die Laterne in 150 Meter Entfernung würde genug Licht spenden. Ich beschleunigte meinen Schritt, versuchte die Angst zu unterdrücken und da, wie aus dem Nichts, ich hatte es mehr gespürt, als gesehen, griff jemand nach mir. Eine Hand legte sich auf Mund und Nase, ein scharfer Geruch ließ mich schwindlig werden. Ich versuchte, mich mit aller Kraft zu wehren, aber ich schaffte es nicht, mich zu befreien. Bevor ich ohnmächtig wurde, meinte ich doch tatsächlich, einen harten Schwanz an meinem Po zu spüren, doch da war es auch schon vorbei und tiefe Dunkelheit umgab mich. Ticktack, die Uhr schlug lautlos, eine volle Stunde des Schicksals, einschneidend für den gesamten Verlauf des weiteren Lebens.

Als ich wieder zu mir kam, brummte mein Kopf und ich wusste erst mal gar nicht, was los war. Aber sehr schnell hob sich der Nebel und ich wurde glasklar.

Verdammt, wo war ich? Ich versuchte mich zu bewegen, aber meine Hände und meine Füße waren fest verschnürt. Die Fesseln schnitten in die Handgelenke und meine Finger schienen leicht taub. Wer auch immer mich hierher gebracht hatte, hatte mir die Hose in die Kniekehlen gezogen und ich hockte mit dem blanken Po auf kaltem Stein, mit dem Rücken an der Wand. Spärlich fiel das Mondlicht durch ein winziges Kellerfenster an der gegenüberliegenden Seite. Ich mich befand mich in einer kleinen Zelle, karg, mit nichts drin außer einem alten Eimer. Drei gemauerte Wände und die Front bestand aus dicken Gitterstäben. Die Zellentür wies eine kleine Einbuchtung auf, unter der man Gegenstände hindurch schieben konnte, ohne sie öffnen zu müssen. Der Rest des Raums lag im Dunkeln und ich konnte ihn nicht einsehen. Ich fror, da ich auch kein Oberteil mehr trug. Panik stieg in mir hoch, die mir die Luft zum Atmen nahm. Mir wurde schlecht. Verzweifelt versuchte ich, es zu vermeiden, aber die Übelkeit suchte sich ihren Weg nach oben. Ich drehte den Kopf schnell zur Seite, übergab mich, konnte es nicht verhindern. In was für einer beschissenen Situation befand ich mich hier? Was für ein Alptraum! Mein Kopf drehte sich, Gefühle und Emotionen wirbelten darin umher und ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Wie war ich hierher gekommen, wo war ich überhaupt? Wer hatte daran Interesse, mich zu entführen und warum mich, jemand, der gerade genug Geld hatte, um die Miete zu bezahlen? Niemand wartete zuhause, dem ich wichtig war. Und während ich den letzten Gedanken gefasst hatte, passten die Rädchen in meinem trägen Hirn zusammen. Genau das war der Grund, warum ich es war. Niemand würde mich vermissen! Die Klarheit über diesen Umstand verstärkte meine Panik zusehends.

Ich robbte ein Stück weiter, um nicht in meiner eigenen Kotze sitzen zu müssen. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich sah mich schon irgendwo tot und verscharrt, in einem Waldstück vor mich hin faulen. Was hatte man mit mir vor? Was sollte ich jetzt tun? Ich versuchte, mich durch meine Arme zu quetschen und da ich recht gelenkig war, gelang es mir nach etlichen Versuchen wirklich. Meine Gelenke schmerzten, aber die Arme waren nun vorn. Sollte ich um Hilfe schreien?

Ich entschied mich dagegen. Das würde meinen Entführer wahrscheinlich böse machen und so lange ich nicht durch das Fenster erkennen konnte, wo ich mich befand, war das eh zwecklos. Außerdem, ich war wehrlos, solange ich gefesselt war. Gab es hier nichts, um die Fesseln zu durchschneiden? Langsam wurden meine Hände immer tauber und erneut stieg eine Panikattacke in mir hoch.

„Hallo ... ist hier jemand?“, versuchte ich zaghaft. Ich lauschte, aber kein Geräusch signalisierte mir die Anwesenheit von irgendjemandem. Ich begann zu heulen, jammerte vor mich hin. Schaukelte lethargisch vor und zurück. Ein paar Mal rief ich noch zaghaft in die Dunkelheit, aber nichts geschah. Nach einer gefühlten Unendlichkeit musste ich wohl doch eingeschlafen sein, aber das Erwachen war ein einziger Schock. Ein Eimer eiskaltes Wasser wurde mir übergeschüttet. Klar, dass mein Herz beinah aus meiner Brust sprang. Das hier war kein Traum. Ich lag nicht in meinem Bett und kein Wecker erlöste mich aus dieser Misere. Nein, das kalte Wasser auf meinem Körper und ein eisiger Wind, zeigten mir, dass das hier Realität war. Ich wusste, ich würde meinem Entführer jetzt gegenübertreten. Die Begrüßung war wenig erbaulich, erst recht nicht die Worte, die er mir entgegenschleuderte.

„Steh auf, Fickstück, denn nichts weiter bist du. Beeil dich, du hast lang genug geschlafen.“ Die Stimme klang eiskalt und jagte mir eine Gänsehaut den Rücken hinunter und verursachte einen Knoten in meinem Bauch. Erstaunlicherweise schien das Wort in meinem Kopf eine Folge von körperlichen Reaktionen hervorzurufen, erst recht, als mir dessen Bedeutung klar wurde. Ich spürte, wie sich das Blut schlagartig in meinem Unterleib sammelte. Ich hoffte, er meinte das nicht ernst, denn das verhieß nichts Gutes.

Ich blieb vorsichtshalber in meiner Ecke sitzen, völlig eingeschüchtert und geschockt, und blinzelte nach oben. Er war nur schemenhaft zu erkennen. Keine Ahnung, wen ich da vor mir hatte. Er bot mir an, die Fesseln zu lösen, was sich sehr verlockend anhörte, aber ich hatte Angst, mich in seine Nähe zu begeben. Im Grunde eine dumme Reaktion, denn wenn er mich einfach nur hätte töten wollen, wäre ich es längst. Leider schien ihm meine starre Haltung nicht zu gefallen. Mir wurde Prügel angedroht, wenn ich mich nicht sofort an seine Anweisung hielt und um dem ganzen Nachdruck zu verleihen, trat er noch fest gegen das Metallgitter, dass sie klirrten und vibrierten. Ich bibberte vor Angst, bekam das Zittern, welches mich überfiel, nicht in den Griff. War das etwa ein Lächeln, das ich schemenhaft wahrgenommen hatte? Weidete er sich an meiner Angst? Wahrscheinlich! Denn das war sicher Sinn und Zweck der Übung, um mich später dann doch um die Ecke zu bringen.

Vorsichtig kroch ich aus meiner Ecke, nach vorn an die Gitter. Und dort konnte ich sein Gesicht erkennen. Was ich sah, wollte ich nicht glauben und dennoch hätte ich von allein darauf kommen müssen. Es war der süße Typ aus der Disco.

Warum, zum Teufel, tat der mir so etwas an? Ich hoffte, dass er meine Überraschung nicht bemerkte, nicht ahnte, dass ich ihn erkannt hatte. Brachte man seine Opfer nicht um, wenn diese wussten, wer man war?

Da kniete ich nun, fast nackt, vor diesem Typ. Meine für mich unerklärliche Erektion löste sich glücklicherweise in Luft auf und ich hoffte, dass er sie nicht bemerkt hatte. Noch nie in meinem Leben hatte ich solche Angst. Ich beschloss mit dem Rest Verstand, der nur träge in meinem Kopf arbeitete, praktisch kurz vor dem Abstürzen war, lieber zu tun, was er wollte, robbte nach vorn an das Gitter und kam seinem Wunsch nach, mich seitlich davor hinzulegen. Alles bekam ich nicht mit, war ich immer nah vor einer Ohnmacht. Aber als er auch noch ein Messer zückte, war es ganz vorbei. Mein Körper versteifte sich. Er durchtrennte die Fesseln, riss mir die Hose aus, zog sie durch die Gitter nach draußen und warf sie weit weg, aus meiner Reichweite. Es war mir egal. Für Schamgefühle, die sich versuchten breit zu machen, war keine Zeit, angesichts des kaltglänzenden Stahls, der vor meinen Augen tanzte. Seine Hand griff fest in mein Haar und er bog meinen Kopf zurück, überstreckte meinen Hals und legte das Messer an meine Kehle. Wenn er etwas zu mir sagte, dann kam es nicht bei mir an, denn der kalte Stahl an meinem Hals blockierte alle Sinne. Erst als er das Messer entfernte, konnte ich wieder etwas anderes wahrnehmen.

Diese Wahrnehmung war eigentlich angenehm, denn seine warme Hand legte sich um mein halbsteifes Genital. Dennoch empfand ich es als entwürdigend, dass er meine Wehrlosigkeit ausnutzte. Und meinen Körper hasste ich dafür, dass er mir, trotz dieser misslichen Lage, eine Härte bescherte. Es glich fast einer Vergewaltigung. Seine Hand fuhr geübt über meinen Ständer und in meinem Unterleib begann es verdächtig zu ziehen. Aber so plötzlich, wie er angefangen hatte, beendete er das Ganze, stattdessen packte er meine Hoden. Auch dort wusste er, wie es aussah, was man dort so machte und ich hielt die Luft an, erst recht, als sich sein Finger zwischen meine Pobacken schob, und versuchte, in mich einzudringen. Ich rutschte weg, aber ein kräftiger Zug an meinen empfindlichen Hoden, hielt mich davon ab. Dann spürte ich auch schon, wie er zügig seinen Finger in mir versenkte, obwohl ich das natürlich gar nicht wollte. Noch nie hatte jemand so etwas mit mir gemacht und dass es jetzt und hier, in dieser Umgebung, in dieser Situation und von diesem Kerl sein musste, missfiel mir unglaublich. Jetzt griff das Gefühl der Scham mit Macht um sich, wurde ich mir meiner Nacktheit bewusst. Ich hatte es mir schon oft vorgestellt, wie es sein würde, mit jemandem, den ich mochte, in den ich verliebt war. In einem kuscheligen Bett, mit Kerzen, die für romantische Stimmung sorgten. Nicht so wie hier, auf einem kalten Betonboden hinter Gittern, noch dazu erzwungen. Die Empfindungen waren trotzdem heftig, heftig und schmerzhaft. Heiß pulsierte das Blut in meinem Unterleib. Ein Gefühl zwischen Lust und Schmerz, ungewollt und trotzdem intensiv. Er schob noch einen weiteren Finger hinterher, vögelte mich hart und nur mit Mühe konnte ich ein Aufstöhnen verhindern, nicht weil es mir gefiel, sondern weil es mir unangenehm und schmerzhaft war und ich mich schämte.

„Na kleine, dreckige Schlampe, ich wusste, dass dir das gefällt.“ Er verhöhnte mich, denn das hier wollte ich bestimmt nicht und nur weil mein Körper anders reagierte als ich tatsächlich fühlte, brauchte er nicht glauben, dass es Lust war, die er wahrnahm. Dennoch hatten die schmutzigen Worte aus seinem Mund wieder den Effekt, mich leider noch härter werden zu lassen. So überraschend er das Ganze begonnen hatte, so beendete er es auch wieder.


Stattdessen forderte er mich barsch auf, mich hinzuknien. Was ich sah, ließ mich ahnen, was folgen sollte. Er hatte seinen Penis aus seiner zu engen Hose befreit und durch die Gitterstäbe gesteckt. Ich sollte blasen und wenn ich wagen würde zu beißen, dann würde es mit mir kein gutes Ende nehmen. Ich richtete mich schnell auf, um ihn ja nicht zu verärgern. Als ich das glänzende, harte Genital vor meiner Nase hatte, packte mich der Ekel. Nicht, dass ich mir das nicht schon mal vorgestellt hätte, einen Mann mit dem Mund zu verwöhnen, aber nicht so, nicht bei ihm, nicht unter Zwang. Tränen brannten in meinen Augen. Tapfer unterdrückte ich sie, kniff die Lider zusammen und kam lieber schnell seiner erneuten Aufforderung nach, ihn endlich mit dem Mund zu bearbeiten.

Ich versuchte, mir vorzustellen, dass er jemand anderes wäre, jemand, den ich mochte, der mich mochte. Den Gedanken, dass ich in der Disco bei seinem Anblick genau an diese Dinge gedacht hatte, verdrängte ich einfach. Überhaupt den Gedanken, dass ich ihn dazu eventuell provoziert hatte. War mein Tanz vielleicht zu lasziv gewesen? Vielleicht hatte ich vermittelt, dass ich eine billige Schlampe war?

~Denk an etwas anderes, stell dir vor, er wäre dein Freund~ Ich öffnete meinen Mund, schob meine Lippen über die Eichel und umfuhr diese mit der Zunge. Ich hatte so was noch nie gemacht und erst einmal hatte ein Mädchen mir einen geblasen. Ich musste meinen Würgereiz unterdrücken. Nicht, dass er schlecht geschmeckt hätte, aber trotzdem packte mich Ekel. Die Situation war einfach unwürdig, demütigend. Scheinbar machte ich aber alles richtig, denn wenig später spürte ich, dass meine sicher noch ausbaufähigen Bemühungen gleich von Erfolg gekrönt sein würden. Mein Peiniger stöhnte auf und entlud seine Ladung in meinen Rachen. Es war klar, dass ich zu schlucken hatte, das brauchte er mir nicht erst barsch entgegen zu schreien. Atemlos vor Erregung klang seine Stimme, was mir wiederum einen Schauer den Rücken hinunter laufen ließ, der sich in der Mitte meines Körpers sammelte. Eine Empfindung, die nicht von meinem Verstand gesteuert wurde, sondern instinktiv passierte. Seine Erregung übertrug sich auf mich, und das, obwohl ich mich ekelte. Widersprüchlicher konnten Empfindungen gar nicht sein. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass ich meinen Körper hasste, für das, was er empfand. Nachdem mein Entführer gekommen war, verließ ich mein Arbeitsfeld sauber, wie es von mir verlangt wurde. Dann war die Sache für ihn erledigt. Er drehte sich um und ging einfach. Kein Wort, was nun passieren würde, nichts. Er ging und ließ mich zurück.

Ich fror, zog mich an die hinterste Wand zurück. Ekelte mich vor dem Geschmack auf meiner Zunge, fand aber nichts, womit ich mir den Mund hätte ausspülen können. Das flaue Gefühl in meinem Bauch ließ mich tief Luft holen. Ich schämte mich, vor ihm, vor mir und überhaupt. Gerade hatte ich den ersten Blowjob meines Lebens gemacht und es fühlte sich nicht so an, wie ich es mir gewünscht hatte. Kein Stolz darüber, dass mein Gegenüber gekommen war, kein Kuss, der als Wertschätzung erfolgt war. Nichts! Ein kalter Blick, mehr hatte er nicht für mich über gehabt. An der hinteren Wand fühlte ich mich sicherer, hatte wenigstens das Gefühl, nicht sofort greifbar zu sein, mich vielleicht wehren zu können, da ich das Quietschen der Gittertür hören würde. Tausend Gedanken verwirrten meinen Verstand. Zu viele, um klar zu denken. Einerseits froh, dass er weg war und anderseits Panik, allein zu sein. Ich kam mir verloren vor. Hilflos wie ein Kind, welches sich verlaufen hatte.

Lange blieb ich nicht allein. Dieser Umstand gefiel mir genauso wenig, wie davor das Gegenteil. Er kam wieder hinunter, machte das erste Mal Licht. Ich konnte mich in dem kargen Raum umsehen, dessen Wände grob verputzt waren und sicher schon mal bessere Tage gesehen hatten. Ein wackliger Tisch mit einer einzelnen Glühlampe ohne Schirm, die darüber hing. Ein Szenario, wie es in den billigsten Horrorfilmen vorkam, mit einem bequemen grünen Ohrensessel aus Cord stand da, mehr nicht. Er schob mir ein Hundenapf ähnliches Gefäß unter den Stäben durch. Das war mein Wasser und ich solle es mir gut einteilen. Klar, dass er mich dabei beobachten wollte, wie ich daraus trank. Auf allen Vieren, wie ein räudiger Köter. Es bedurfte keiner Anweisung, um zu wissen, dass mir das Benutzen der Hände untersagt war. Demütigung gehörte wohl zu seinem Lieblingsprogramm. Er selbst setzte sich mit einem Teller dampfender Nudeln an den Tisch und aß, seelenruhig. Der Duft brachte mich fast um den Verstand. Das Wasser lief mir im Mund zusammen. Aber für mich war an essen nicht zu denken. Er genoss meine hungrigen Blicke und ich wünschte ihm die Pest an den Hals. Wäre ich nicht in diesem Gefängnis, hätte er gern an den Nudeln ersticken können. Und ich sah ihn schon vor mir liegen, mit verdrehten Augen, röchelnd. Aber leider passierte nichts dergleichen. Die Angst, hier gefangen zu sein, wechselte mit Fluchtgedanken, die vollkommen unsinnig waren. Dann meldete sich noch Hass zu Wort, aber die Überhand gewann immer die Mutlosigkeit. Er aß und ließ eine Handvoll Nudeln über. Dann schlug er mir mit einem selbstgefälligen Grinsen im Gesicht einen Handel vor. Fragen beantworten gegen Essen.

„Wenn du etwas essen willst, dann beantworte mir ein paar Fragen. Und ich warne dich, wenn du lügst, wird es nicht zu deinem Vorteil sein. Antwortest du nach meinem Geschmack, beantworte ich dir vielleicht auch ein paar Fragen.“ Ich schenkte seinen Worten Glauben, denen er damit Ausdruck verlieh, dass seine Faust mit Wucht auf den Tisch traf. Seine Art, Gewalt auszuüben, war wenig subtil. Was er wissen wollte, waren sehr intime Dinge und egal, wie ich sie beantworten würde, ob wahrheitsgemäß oder nicht, es würde meine Situation nicht verbessern. Ich entschloss mich für die Wahrheit, er würde es gewiss merken, wenn ich log, denn ich war ein erbärmlicher Lügner.

„Ich bin 18 Jahre.“ begann ich. „Ich heiße Jamie!“ sagte ich leise. Keine Reaktion seitens des Fragestellers.

„Meine Mutter hielt einen englischen Namen wohl für interessanter als einen deutschen. Mein Vater mochte ihn nie“, erzählte ich freimütig. Er lächelte beinah nett und sah mich auffordernd an, weiter zu reden.

„Ich habe kaum Erfahrung in Sachen Sex und Jungfrau bin ich auch noch. Bin ein Spätzünder, was das angeht!“ Ich hatte keine Lust, mehr über meine sexuelle Erfahrung preiszugeben als irgendwie nötig war. Was ich ihn fragen sollte, wusste auch ich nicht. Würde er mir überhaupt die Wahrheit sagen? Erst einmal wartete ich ab, ob ihm die Beantwortung der Fragen so genügte. War es schlau, zuzugeben, noch Jungfrau zu sein? Würde es mir schaden, wenn er es jetzt wusste? Er schien über das Gesagte nachzudenken und nickte dann. Gnädig schob er mir den Teller unter dem Gitter durch. Ohne Gabel natürlich und essen war, wie das Trinken, nur ohne Hände erlaubt. Ich kniete also über dem Teller und beugte meinen Kopf darüber, versuchte zu vergessen, dass er mir zusah. Ich musste jede Chance nutzen, um bei Kräften zu bleiben. Essen war da sehr hilfreich. Es schmeckte gut. Kochen konnte er und ich vergaß fast die unwürdige Position, die ich innehatte. Ich aß alles auf, tat ihm sogar den Gefallen, den Teller sauber zu lecken. Wie demütigend das Ganze war, versuchte ich zu verdrängen.

„Und was hast du für Fragen an mich?“ Mit hochgezogenen Augenbrauen sah er mich an. Immer leicht spöttisch, wie mir schien.

„Was hast du mit mir vor? Und wann wirst du mich gehen lassen?“, antwortete ich, wie aus der Pistole geschossen. Abwartend saß ich da und sah ihn an.

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