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Stilsicher im Beruf

Teil 1: Knigge für Beruf und Karriere

[1]

Vorwort

Zwanzig Berufsanfänger hatten sich beworben, vier waren eingeladen. Jetzt sitzen der Personalchef und der Abteilungsleiter wieder zu zweit am Tisch. Und die Entscheidung ist gefallen: Herr P. hatte die besten Noten. Sogar bessere als Frau M. Aber seine Umgangsformen … Und die waren nicht allein der Nervosität zuzuschreiben. Hätten die Kollegen auf Dauer gut mit ihm zusammenarbeiten können?

Dieses Szenario ist nicht aus der Luft gegriffen. Höfliche Umgangsformen und die Fähigkeit, auch in prekären Situationen souverän und freundlich zu bleiben, sind von großer Bedeutung. Viele Personalabteilungen legen darauf Wert. Und zu Recht. Schließlich verbringen Sie mit Ihren Kollegen mehr Zeit als mit Ihrem Partner.

Ob Sie in dieser Beziehung noch etwas lernen können, wissen Sie allein. Was es aber alles zu lernen gibt, das können Sie in diesem Buch lesen. Doch bevor Sie das tun, noch eine Bemerkung:

Wenn Ihnen jemand weißmachen will, was richtig höflich sei, Ihnen sich aber dabei die Haare sträuben, dann geben Sie mir einfach Bescheid (horst.hanisch@knigge-seminare.de).

Und last but not least: Herrn Ulrich Leinz danke ich für die tatkräftige Unterstützung bei der Bearbeitung des Manuskriptes.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Horst Hanisch

Gewandt und sicher auftreten

Höflichkeit ist wie ein Luftkissen: Es mag wohl nicht viel drin sein, aber es mildert die Stöße des Lebens.

Arthur Schopenhauer

Vielleicht nicht, wenn der (oder die) Liebste Sie gerade vor die Tür gesetzt hat – aber in vielen anderen Situationen geht es Ihnen doch sicherlich auch so, dass Sie Ihren Mitmenschen sympathisch und angenehm in Erinnerung bleiben wollen. Und zwar von Anfang an. Doch wie können Sie das machen?[2]

Lesen Sie im folgenden Kapitel

  • wie Sie von Anfang an sympathisch wirken,

  • wie Sie Ihr Gegenüber taktvoll begrüßen, richtig anreden und wann Sie die Hand reichen,

  • welche Kleidung zu einem bestimmten Anlass passt,

  • wie Sie Parfüm, Kosmetik und Schmuck richtig einsetzen und

  • wer wem den Vortritt lässt.

Von Anfang an sympathisch

Lässt sich Sympathie einfach „machen“? Einerseits nein. Sympathie lässt sich nicht machen – gerade in Situationen, in denen Sie einem Menschen das erste Mal gegenüberstehen. Denn ob Sie einer anderen Person sympathisch sind (und sie Ihnen), entscheiden Sie nicht bewusst, sondern Areale Ihres Gehirns, die zwischen Freund und Feind unterscheiden – wie zu Urzeiten und da musste es verständlicher Weise sehr schnell gehen. Daher läuft dieser Prozess blitzschnell ab. Schon in wenigen Sekunden sind die Weichen gestellt. Und schließlich ist der Prozess sehr komplex.

Dennoch sind Sie Ihrem Unbewussten nicht vollkommen ausgeliefert. Sie haben, wie der Psychologe Hans-Georg Häusel (u. a. in seinem Buch „Think Limbic“) feststellt, innerhalb der unbewussten Reaktion einen weiten Entscheidungsspielraum, da der Prozess so komplex ist und alle Details nun auch nicht unbewusst geregelt sein können. Und da es beim Thema Sympathie um mindestens zwei Personen geht, potenziert sich die Anzahl der ungeregelten Details. Darin liegt Ihre Chance zur Sympathie.[3]

Bilden Sie Ihre Höflichkeit

Der Spielraum, den die bewussten Entscheidungen innerhalb der unbewussten Reaktionen haben, ist der Ansatzpunkt: Hier können Sie den höflichen Umgang weiter ausbilden, um mehr Menschen in fast allen Situationen sympathisch zu sein. Und zwar indem Sie lockerer werden, an innerer Souveränität gewinnen und Ihr Gegenüber respektieren. Und sich Lockerheit, Souveränität und Respekt in Ihren Umgangsformen ausdrücken. Und zwar nicht erst, nachdem Sie „warm gelaufen“ sind, sondern schon von Anfang an, wenn Sie jemandem begegnen.

Wichtig

Denn der erste Kontakt, die ersten Sekunden, prägen den Verlauf einer Begegnung ganz außerordentlich.

Lockerheit, Souveränität und Respekt sind aber noch sehr allgemein. Deswegen gehen wir ins Detail und versuchen herauszufinden, welche Aspekte bei einer ersten Begegnung wichtig sind.

Wie war das beim ersten Mal?

Dafür bitte ich Sie zu überlegen, was Ihnen in Erinnerung ist von z. B. der ersten Begegnung mit Ihrem Chef (oder Ihrer Chefin) oder mit einem Kunden … (Um die Situation wieder in Erinnerung zu rufen, überlegen Sie zuerst: Zu welchem Anlass war das? Wie bin ich dorthin gekommen? Wie war dort die Situation?) Nehmen Sie dann Stift und Zettel zur Hand und notieren Sie der Reihe nach, was für einen ersten Eindruck Sie von dieser Person hatten.

Vergleichen Sie nun das Ergebnis Ihrer Erinnerung mit der hier geschilderten Begegnung. Natürlich nicht in der direkten Beschreibung, aber von den Gesichtspunkten her werden sich wahrscheinlich einige von diesen auch bei Ihnen finden: Und wenn sie sich ähnlich sind, dann war es sicher ein sehr sympathischer erster Eindruck, den Sie hatten:[4]

  1. Sie waren beruhigt, weil Ihr Gegenüber sich für Sie erhoben hatte

  2. und angenehm überrascht, weil er sogar Ihren Namen wusste.

  3. Dann war sein Händedruck fest und herzlich

  4. und er lächelte Sie freundlich an.

  5. Wie er sich kleidete, bestach durch eine leger individuelle Note

  6. und Sie nahmen einen dezenten Duft wahr.

Diese sechs Punkte sind zentrale Aspekte, auf die wir im Folgenden weiter eingehen. Zentral sind sie deswegen, weil fast alle Sinne berücksichtigt sind – und das Empfinden für soziale Hierarchien: der Tastsinn (Handschütteln), der Sehsinn (Blick in die Augen und auf die Kleidung), der Geruchssinn (Körpergeruch) und das Gefühl der Gleichrangigkeit (Erheben) und das Entgegenkommen (Nennung des Namens).

Können Sie sich entschuldigen?

Es gibt Situationen, in denen plötzlich klar wird, dieser Person bin ich gerade gar nicht sympathisch. Vielleicht waren Sie es einmal. Aber das ist nun vorbei. Und Sie könnten sich selbst ohrfeigen. Denn was Sie da soeben zu Ihrer Kollegin gesagt haben, ist Ihnen derart unangenehm. Es ist Ihnen einfach so herausgerutscht. Und Sie können bestens nachvollziehen, dass sie gekränkt ist. Aber was sollen Sie tun?

Was Sie tun können, ist für einen höflichen Umgang grundlegend. Sie können sich entschuldigen. Das setzt Lockerheit, Souveränität und Respekt vor dem anderen voraus. Den Respekt wollen Sie wiederherstellen. Dazu brauchen Sie Souveränität, um Ihr Verhalten kritisch betrachten zu können. Und Lockerheit, damit Sie auf die Person, die Sie verletzt haben, zugehen können. Und das sollten Sie tun.[5]

Aber kann sich denn jemand selbst entschuldigen? Es ist zwar sprachlich so üblich („Ich entschuldige mich“), aber logisch ist es nicht. Entschuldigen kann doch nur der, an dem Sie sich schuldig gemacht haben. Daher kann es wohl nur möglich sein, um Entschuldigung zu bitten. Aussprechen aber muss die Entschuldigung der andere.

Ist Ihnen ein Fauxpas passiert, so bitten Sie um Entschuldigung. Tun Sie es am besten sofort. Wenn Sie meinen, es handelt sich um eine kleinere Sache, brauchen Sie nicht um Entschuldigung zu bitten. Das kann auch zu dramatisch wirken. Sagen Sie stattdessen, dass es Ihnen (sehr) leidtut.

Und wenn Sie in Gegenwart mehrerer jemanden gekränkt haben, so bitten Sie am besten auch in deren Gegenwart um Entschuldigung. Denn manchmal sind Dritte nachtragender als der Betroffene.

Wie Sie taktvoll begrüßen

In einer Begrüßung kommt es immer darauf an, dem Gegenüber seinen Respekt zu erweisen. Das können Sie in einer einfachen und doch wirkungsvollen Geste ausdrücken: Indem Sie sich zur Begrüßung erheben. Wenn es auch im beruflichen Alltag nicht üblich ist, so sollten Sie doch schon bei einem Meeting, auf jeden Fall aber bei Kongressen, Firmenjubiläen etc. keine Chance verstreichen lassen. Und: Gestalten Sie die Begrüßung.[6]

Erheben Sie sich (natürlich nur, wenn Sie gerade sitzen),

  • wenn jemand zur Begrüßung auf Sie zukommt,

  • wenn Sie jemandem vorgestellt werden oder

  • wenn Sie sich selbst vorstellen.

Wichtig

Jeder erhebt sich für eine andere Person – ganz abgesehen von deren Status.

Es wird zwar immer noch den einen oder anderen Mann verwundern – aber Frauen erheben sich zur Begrüßung ebenso wie Männer; es ist heute schlicht überall im geschäftlichen Bereich höflicher Umgang. Bringen doch Frauen, die sich erheben, ganz selbstverständlich zum Ausdruck, dass Sie mit den Männern auf einer Ebene stehen.

Als Herr achten Sie darauf, Ihr Jackett, das Sie, bevor Sie sich gesetzt hatten, geöffnet haben, nun wieder zu schließen: Einen Knopf zu schließen reicht vollkommen aus.

Wie begrüßen Sie Ihre Gäste zu Hause oder in der Firma?

Sie werden den Gast zuerst ins Gebäude bitten, um ihn anschließend höflich willkommen zu heißen. Und vergessen Sie nicht, sich dafür zu bedanken, dass der Gast Ihrer Einladung gefolgt ist.

Erwarten Sie als Gastgeber eine größere Anzahl Gäste, so sollten Sie jemand anderen bitten, die Begrüßung an der Tür zu übernehmen. So sind Sie flexibler und können Ihre Aufmerksamkeit mehreren Gästen widmen.

Dame oder Herr – wen zuerst begrüßen?

Wenn Sie zu einer Feier kommen und Sie mehrere Personen begrüßen wollen, sollten Sie auf die Reihenfolge achten. Üblich sind dabei diese Regeln: Sie grüßen

  • die Dame vor dem Herrn,

  • die ältere Person vor der jüngeren,

  • die in der Hierarchie höher stehende Person vor der hierarchisch tiefer stehenden.[7]

Was tun bei „regulärem Chaos“?

Was tun Sie aber, wenn die Regeln einander widersprechen? Wenn Sie z. B. zu einer Feier kommen und gleich an der Tür steht der Chef und alte Freund Ihres Vaters. Zwei Meter weiter erblicken Sie jedoch die junge Ehefrau Ihres Kollegen, der Sie eingeladen hat. Wen begrüßen Sie zuerst? Den Älteren vor der Jüngeren (Regel 1: zuerst den Freund Ihres Vaters), die Dame vor dem Herrn (Regel 2: zuerst die Gattin Ihres Kollegen) oder doch den Chef vor der Kollegengattin (Regel 3)?

Manchmal müssen Sie mit den ihnen bekannten Regeln kreativ umgehen und eine höfliche Lösung finden. Wie in diesem Fall: Die räumliche Distanz bietet sich dazu an. Grüßen Sie die näher stehende Person vor der entfernter stehenden. Aber schenken Sie zuerst der entfernter stehenden Person einen aufmerkenden, freundlichen Blick.

Nachdem Sie den Freund Ihres Vaters und danach die Gastgeberin begrüßt haben, gehen Sie weiter und treffen nun auf eine kleine Gruppe. Lassen sich die Geschlechter klar unterscheiden, so stehen sie hier vor dem Problem, dass Sie nicht wissen, welche der Damen in der Gruppe die älteste ist. Was tun Sie in diesem Fall? Sie begrüßen der Reihe nach und sagen (in einer rhetorischen Frage): „Darf ich Sie einfach der Reihe nach begrüßen?“

Erhebend gelassen begrüßen

Nehmen Sie sich einen Stuhl, einen Tisch und einen Spiegel (oder einen Freund). Setzen Sie sich auf den Stuhl und dicht an den Tisch heran. Den Spiegel haben Sie zuvor links von Ihnen aufgestellt, sodass Sie sich darin von der Seite beobachten können.[8]

Nun stellen Sie sich vor, jemand, den Sie kennen, tritt von hinten links an Sie heran und sagt: „Hallo Herr/Frau X, darf ich Ihnen Frau Y vorstellen.“ Daraufhin tun Sie Folgendes:

  • Sie erheben sich,

  • schließen das Jackett und

  • wenden sich Frau Y zur Begrüßung zu.

Spielen Sie nun den Bewegungsablauf nach und versuchen Sie, die Situation zu meistern.

Dazu müssen Sie den Stuhl zurückschieben – ohne ihn Ihrem Bekannten oder gar Frau Y in den Unterleib zu stoßen: Also springen Sie nicht hektisch auf. Schieben Sie auch nicht den Stuhl mit den Kniekehlen beim Aufstehen über den Boden. Sondern greifen Sie die Arm- oder Stuhllehne, heben Sie den Stuhl etwas an und schieben ihn zurück.

  • Sie schließen das Jackett, indem Sie sich schon drehen und Ihrem Bekannten – besser aber noch Frau Y – in die Augen schauen. Sie müssen sich dazu das Jackett schließen können, ohne auf Ihre Finger zu schauen.

  • Nun drehen Sie sich weiter Frau Y zu. Aber drehen Sie sich mit dem ganzen Körper, also auch mit den Füßen! Sonst laufen Sie Gefahr, sich bei einem anschließenden Smalltalk mit der Zeit mehr und mehr zu verkrampfen.

Der oben erwähnte Freund kann selbstverständlich auch eine Freundin sein und die Aufgabe des Spiegels viel besser übernehmen: als Choreograph, Trainer und Kritiker. Sie können die Rollen auch wechseln – dann genieren Sie sich vielleicht weniger und es macht Ihnen mehr Spaß.

Sie können die Übung noch variieren, indem Sie sich verschiedene Personen vorstellen, die auf Sie zukommen, um Ihnen Frau Y vorzustellen, solche, die Sie sehr mögen, und solche, die Sie eher weniger mögen. Versuchen Sie dennoch sich gelassen zu erheben.[9]

So reden Sie richtig an

Das, was wir so gemeinhin „Anrede“ nennen, besteht, wenn Sie genauer hinsehen, aus bis zu vier Teilen, nämlich aus:

  • einer Begrüßungsformel,

  • eventuell einem Titel,

  • einer Anrede und

  • dem Namen.

Bei der Wahl der Begrüßungsformel richten Sie sich am besten nach der Tageszeit. Benutzen Sie als Gruß

  • bis etwa 10.00 Uhr:    Guten Morgen

  • bis 18.00 Uhr:             Guten Tag

  • und ab 18.00 Uhr:       Guten Abend

Um diese Formeln herzlicher und persönlicher zu gestalten, sagen Sie: „Ich wünsche Ihnen einen schönen guten Morgen.“ Und entsprechend formulieren Sie zu den anderen Tageszeiten. Benutzen Sie keine nur regional üblichen Begrüßungsformeln. Es gibt geeignetere Momente, in denen Sie Ihre Heimatverbundenheit unter Beweis stellen können als gleich zu Beginn einer ersten Begegnung.

Die richtigen Anreden

  • Akademische Grade wie „Doktor“ oder „Professor“ sind selbstverständlicher Teil der Begrüßung. Falls Frau Doktor B. auch Professorin ist, wird sie mit dem Professorentitel und ihrem Namen angesprochen: „Frau Professor B.“

  • Das Adelsprädikat ist in Deutschland seit 1919 und der Weimarer Reichsverfassung kein Prädikat mehr, sondern Teil des Namens. Es wird entsprechend nicht mehr verliehen, sondern nur noch vererbt – und in der Anrede genannt. Richtig ist es also, den Vornamen vor dem ehemaligen Prädikat zu nennen: Ferdinand Graf Ritterburg (und nicht Graf Ferdinand Ritterburg).[10]

  • Bei Personen in politischen, militärischen oder kirchlichen Ämtern wird in der Anrede meist die Funktionsbezeichnung ohne Namen genannt: Frau Bundestagspräsidentin, Herr General, Frau Bischöfin. (Falls eine Frau Regierungsrätin Wert darauf legt, Regierungsrat genannt zu werden, so respektieren Sie diesen Wunsch.)

  • Im bürgerlichen Bereich reden Sie mit Frau D. beziehungsweise Herr K. richtig an. (Die Anrede Fräulein ist antiquiert und bleibt ansonsten älteren Damen vorbehalten, die gezielt mitteilen, dass Sie so angesprochen werden wollen.)

  • Der Name wird ganz ausgesprochen, auch wenn es sich um einen Doppelnamen handelt.

Den Namen vergessen?

Ihnen fällt partout der Name Ihres Gesprächspartners nicht ein. Und es wird auf die Dauer nicht angenehmer, ständig so zu formulieren, dass Sie seinen Namen nicht nennen müssen. Was können Sie tun?

Vor allem nicht drum herum reden – fragen Sie direkt nach: „Würden Sie mir Ihren Namen nochmals ins Gedächtnis rufen?“ oder „Bitte helfen Sie mir bei Ihrem Namen noch mal auf die Sprünge.“ Oder schauen Sie auf die Visitenkarte, falls Sie die schon ausgetauscht haben.

Stellen Sie sich vor …

Ihr Gastgeber hat keine Zeit. Stehen Sie dann etwa, da Sie niemanden kennen, so lange herum, bis er Zeit hat Sie mit seinen anderen Gästen bekannt zu machen? Selbstverständlich nicht: Sie gehen auf die anderen Gäste zu und stellen sich selbst vor. (Es könnte eher als Arroganz gewertet werden, wenn Sie sich nicht bekannt machen.)[11]

Als Formel empfehle ich Ihnen – entsprechend der eleganten und doch einfachen englischen Wendung „May I introduce myself“ –

  • „Darf ich mich Ihnen vorstellen, mein Name ist …“ oder selbstbewusster:

  • „Ich darf mich vorstellen, mein Name ist …“

Wichtig

Wenn Sie die Formel etwas verlängern, geben Sie demjenigen, dem Sie sich vorstellen, mehr Zeit zu reagieren: „Einen schönen guten Abend. Ich glaube, wir kennen uns noch nicht. Darf ich mich Ihnen vorstellen ….“

Manchmal ist es auch notwendig, dem Gastgeber, wenn er Ihren Namen vergessen hat, aus der Patsche zu helfen. Wenn er also zögert Sie vorzustellen, tun Sie es selbst. Stecken Sie jedoch selbst in der unangenehmen Lage, den Namen eines Gastes vergessen zu haben, und Ihre Gäste stellen sich einander ohne Ihre Hilfe vor, so überspielen Sie dieses Missgeschick und entschuldigen sich: „O, das tut mir leid, ich hatte ganz vergessen Sie miteinander bekannt zu machen.“

Bei Tagungen oder größeren Empfängen, bei denen Sie nicht damit rechnen können, vorgestellt zu werden, ist es eine Selbstverständlichkeit, auf andere Teilnehmer bzw. Gäste zuzugehen und sich vorzustellen. Auch wenn bei einer Tagung Namensschilder zum Anheften verteilt wurden, stellen Sie sich mit Namen vor. Es kann ja sein, dass Ihr Gegenüber Ihren Namenszug nicht lesen kann.

Wichtig

Bauen Sie eine Eselsbrücke aus Ihrem Namen, wenn Sie sich vorstellen. Dann kann sich Ihr neuer Bekannter Ihren Namen besser merken. Achten Sie dabei aber auf einen positiven Bezug.[12]

Wie Sie Ihre Gäste einander vorstellen

Wenn Sie einige Personen einander vorstellen, so tun Sie das ebenso unter Rücksichtnahme von Geschlecht, Alter und gesellschaftlicher Bedeutung wie bei der Begrüßung. Hinzu kommen noch drei weitere Regeln bezüglich des Bekanntheitsgrades, der geografischen Herkunft und der momentanen Anwesenheit.

Stellen Sie daher

  • den Herrn der Dame vor,

  • die jüngere Person der älteren,

  • den Rangniedrigeren dem Ranghöheren,

  • den Bekannten dem Fremden,

  • den Inländer dem Ausländer und

  • den, der schon da ist, demjenigen, der neu hinzukommt.

Das heißt, dass Sie zunächst die Person (die Dame bzw. die ältere) anschauen, der Sie die Person vorstellen (nämlich den Herrn, die jüngere Person etc.), und dabei die Vorstellung durch erklärende Worte einleiten: „Frau G., darf ich vorstellen …“ An diesem Punkt angelangt, wenden Sie den Kopf und schauen jetzt zu der Person, die Sie vorstellen, und fahren dabei mit den Worten fort: „… das ist Herr S.“

Bis hierhin haben Sie aber nur Herrn S. vorgestellt gegenüber Frau G. Das ist erst die halbe Vorstellung! Drehen Sie es jetzt um und stellen Frau G. dem Herrn S. vor. Dazu brauchen Sie sich keine anderen Formeln einfallen zu lassen. Andererseits kann Abwechslung nicht schaden.

Ist es an Ihnen, vorgestellt zu werden, reichen Sie der anderen Person die Hand und antworten mit einer der folgenden Formeln: „Freut mich (sehr)“, „Es freut mich, Sie kennenzulernen“, „Es freut mich sehr, Sie kennenzulernen, Frau G.“. Oder Sie wiederholen Ihren eigenen Namen: „Thomas Sturm, guten Abend.“ Veraltet wirken jedoch Antworten wie „angenehm“ oder „sehr angenehm“.[13]

Wichtig

Wenn Sie vorgestellt wurden, führen Sie mit Ihrem neuen Bekannten einen Smalltalk und runden so die Vorstellung ab (siehe Abschnitt „Smalltalk – ein Genuss zu plaudern“).

Treten Sie näher – aber nicht zu nah!

Die meisten Menschen halten zu ihrem Gesprächspartner intuitiv die richtige Distanz ein. Indem Sie diese Distanz über- oder unterschreiten, können Sie die Wirkung auf eine andere Person, insbesondere bei der ersten Begegnung, selbst in die Hand nehmen und gestalten.

Die Distanz ist:

  • größer als 3 m: Halten Sie diese „öffentliche Distanz“ ein, wenn Sie z. B. eine Rede halten.

  • 3 m bis 1 m: Bleiben Sie in dieser Entfernung stehen, wenn Sie einen Raum betreten und sich Überblick verschaffen wollen.

  • 1 m bis 50 cm: Sie stehen in „persönlicher Distanz“ und führen Smalltalk oder ein angenehmes Gespräch.

  • weniger als 50 cm: So nahe sollten Sie im Geschäftsleben keiner Person kommen (es sei denn Ihr Lebenspartner begleitet Sie zu einem Empfang). Ansonsten könnte diese Distanz als Geheimnistuerei gedeutet oder als indiskretes Verhalten verurteilt werden.

Wie Sie sich aus einem Gespräch ausklinken

Genauso schwierig wie es scheint, auf eine Gruppe zuzugehen, kann es auch sein, sich von dieser Gruppe wieder zu entfernen.

Haben Sie zum Beispiel andere Gäste entdeckt, die Sie begrüßen möchten, verabschieden Sie sich von Ihren Gesprächspartnern in dieser Art: „Entschuldigen Sie bitte, aber ich sehe gerade, dass ein Bekannter … Wir sehen uns!“[14]

Sehen Sie aber keinen Bekannten, sagen Sie es fast genau so: „Entschuldigen Sie bitte, aber ich sehe gerade …“ Sie wollen doch nicht lügen, oder?

Wenn Ihr Gesprächspartner Sie aber mit seinen Ausführungen langweilt oder er Sie so in Beschlag nimmt, dass eine Begegnung mit anderen Gästen kaum möglich erscheint, scheint es nur die Lösung zu geben, sich relativ radikal aus der Bindung zu befreien. Zum Beispiel so: „Das Gespräch mit Ihnen ist wirklich interessant. Wir sollten es zu einem späteren Zeitpunkt fortführen. Sicherlich sehen wir uns heute im Laufe des Abends noch. Viel Vergnügen wünsche ich Ihnen. Bis später.“ Nun sollten Sie so schnell wie möglich das Weite suchen.

Wann Sie die Hand reichen

Wenn Sie einer anderen Person zur Begrüßung die Hand reichen, so dringen Sie bis an die Grenze der persönlichen Distanz vor und in den sensiblen Bereich des körperlichen Kontaktes ein. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es zwei Bereiche klar voneinander zu trennen gilt: den geschäftlichen Bereich, in dem Sie so oft wie möglich die Hand reichen sollten, und den gesellschaftlichen, in dem es sich nicht immer geziemt, die Hand zu reichen.

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