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Soulkeeper

Bonnyb Bendix

Soulkeeper

Wenn Engel lieben


Die Bibel wurde in diesem Text frei interpretiert. Diese Geschichte ist nicht frei von Gewalt und wer damit ein Problem hat, sollte sie nicht lesen.


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Prolog


Der Himmel tat sich auf und es erschienen die Engel Gottes ...

Geflügelte Menschen, schön und schrecklich zugleich, gütig und gerecht.

So stellen sich die Menschen Engel vor.

Gekleidet in strahlendem Weiß bringen sie den Segen Gottes auf die Erde.

Walteten in Gottes Namen.

Aber so gestaltet es sich natürlich nicht.

Gottes Helfer waren sie tatsächlich. Aber gerecht und gütig?

Nicht immer. Waren sie doch einmal Menschen und Menschen waren fehlbar.

Seine vier Erzengel Gabriel, Michael, Raphael und Uriel hatten die Erde oft besucht und in ihrer Herrlichkeit Unzucht mit den Menschen getrieben.

Heraus kamen Halbengel, Bastarde, die alles andere als gerecht und gütig waren.

Je mehr sich die Blutlinie mischte, desto mehr kehrten diese Abkömmlinge dem Himmel den Rücken und wendeten sich dem Bösen zu.

Dann hatte Luzifer leichtes Spiel, rekrutierte diese zu seiner Armee des Bösen.

Himmel und Hölle, Gut und Böse, Licht und Dunkel, seit Anbeginn müssen diese Mächte nebeneinander existieren.


Kapitel 1 – Kain

Der Kampf tobte seit Anbeginn der Menschheit.

Dies ist die Geschichte von Kain (direkter Nachfahre von Erzengel Gabriel) und von Damion (Nachfahre von Erzengel Raphael).

Seine Mutter fiel der Armee des Bösen zum Opfer. Sie wurde getötet, sah sterbend, wie ihr Kind in dämonische Hände geriet. Erst dreijährig vergaß der Junge seine Herkunft schnell und wuchs unter widrigen Verhältnissen auf.

Der Zuhälter Dimitrij Jegor verbarg das Kind in seinem Bordell. Kain kannte seine edle Herkunft nicht, verlor seine übernatürlichen Fähigkeiten durch die grausame und lieblose Behandlung, die er bei Dimitrij erfuhr. Schläge und Demütigung gehörten zu seinem täglichen Brot.

Er kannte nur das Bordell und die schmutzigen Hinterhöfe, die es umgaben. Das war sein Zuhause, seine Welt. Seiner überirdischen Schönheit jedoch konnte weder die Behandlung noch seine Unterbringung etwas anhaben.

Gabriel, der Schönste unter Gottes Engeln, hatte ihm seine edlen Gesichtszüge vererbt. Die schlanke, anmutige Statur, das schwarze Haar, welches wie der Nachthimmel glänzte, und die porzellanfarbene Haut. Am meisten aber bestachen seine Augen, nachtschattengrau und eindringlich, fast kalt, aber mit einer Tiefe, die einem scheinbar bis in die Seele schauen konnte. Sein Vater besaß diese Gabe, wie es bei Engeln üblich war. Kain jedoch hatte sie verloren oder nie besessen.

Er wuchs heran und seine Schönheit wurde ihm zusehends zum Verhängnis. Schon immer hatten ihn die gierigen Blicke der Besucher des Bordells verfolgt. Seine Jugend hielt diese davon ab, sich an ihm zu vergreifen, aber kaum hatte er das achtzehnte Lebensjahr erreicht, begann das Martyrium für ihn.

Dimitrij hatte ein ganz besonders hinterhältiges Geschenk für ihn. Er versteigerte Kains Jungfräulichkeit meistbietend. Und Gebote gab es zuhauf. Die strahlende Unschuld des Halbengels, der nicht wusste, was er war, zog die Freier in Scharen in den kleinen, schmutzigen Raum, den man nur durch eine Hintertür erreichen konnte.

Der junge Mann, den bis zu diesem Zeitpunkt niemand berührt hatte, erfuhr auf die harte Tour, wie man seine Unschuld verlor. Keine Zärtlichkeit, nein, grobe Brutalität herrschte vor, zielgerichtet auf die Befriedigung seines Freiers. Von dem Zeitpunkt an gab es nichts anderes mehr für ihn.

Egal wie geschunden er aussah, wie viele blaue Flecken seinen Körper auch zierten, die Aura, die Kain umgab, machte ihn unwiderstehlich für seine Freier. Freier, die keine Rücksicht kannten, die Zärtlichkeit für überflüssig hielten. Sie vollbrachten es fast Kain zu brechen, der stoisch ertrug und alles scheinbar gleichgültig hinnahm.

Wäre er nicht ein Halbengel, so hätten Jegor und seinesgleichen es längst geschafft, aber die edle Blutlinie machte ihn stärker als normal Sterbliche.

Die Kälte, die seine Augen ausstrahlte, war für viele nicht zu ertragen, weshalb sie ihm oft die Augen verbanden. Dennoch wollten sie diesen Körper besitzen, der, egal wie oft er benutzt wurde, diese reine Unschuld ausstrahlte.

Kain hatte sein Martyrium nun schon zwei Jahre ertragen. Mit dem Erreichen des einundzwanzigsten Lebensjahres stand eine neue Prüfung für hin bevor.

Luzifer persönlich würde sich seiner annehmen. Einen Halbengel zu versklaven, noch dazu einen direkten Nachfahren von Gabriel, bedeutete für ihn eine besondere Genugtuung. Nur noch wenige Monate blieben bis zu dieser Prüfung, die ihn schrittweise für den dunklen Herrscher vorbereitete. Erst ein Brandzeichen, dann das Entreißen seiner Flügel, von deren Existenz er nicht einmal wusste und zum Schluss das Trinken von Luzifers Blut.

Nur noch Wochen, um den Halbengel zu finden und ihn vor dem Teufel zu retten. Seit seiner Entführung wurde nach ihm gesucht und niemand hatte ihn gefunden. Nun hatten die Untergebenen Gabriels einen jungen Halbengel ausgesandt, um einen letzten Versuch zu unternehmen, Kain zu finden, zu retten und zurück zu den geflügelten Dienern Gottes zu bringen, oder ihn zu töten, um ihn nicht in der Hölle leiden zu lassen. Denn eines war klar, die Häscher Satans würden ihn mit der Vollendung seines einundzwanzigsten Lebensjahrs versklaven. So war es üblich. Die Hoffnung lag auf der Stärke seiner Blutlinie, die ihn vielleicht davor bewahren könnte, dem Hass zu verfallen und von allein zum Dämon zu mutieren.

Kapitel 2 – Damion





Alle Hoffnungen lagen auf Damion, einem Nachfahren des Erzengel Raphaels, schon die zweite Linie, aber die übernatürlichen, himmlischen Kräfte waren stark in ihm. Behütet aufgewachsen begab er sich schon im Alter von neun Jahren in eine besondere Klosterschule. Im Gegensatz zu Kain wusste er von Anfang an, dass er ein Engel war und die Schule bereitete ihn auf seine künftigen Aufgaben vor. Er wurde darin unterrichtet, seine Kräfte zu beherrschen, seine Aura für Menschen und Dämonen zu verbergen. Gottes Wort wurde für ihn Gesetz, seine Keuschheit ein Geschenk an seinen Herrn.

Er durchlief die Ausbildung zum Schutzengel, eigentlich für Menschen zuständig, aber sein besonders sensibler Spürsinn sollte dazu führen, dass ihm der Auftrag erteilt wurde, Gabriels Sohn zu finden und zu retten. Wenn es sein musste, auch mit dem Tode. Eine Herausforderung, der er sich kaum gewachsen fühlte. Noch dazu sein erster Auftrag überhaupt.

Lange waren seine Bemühungen, Kain ausfindig zu machen, im Sande verlaufen. Ewigkeiten tappte er im Dunkeln. Er hatte die Hoffnung ihn zu finden, schon fast aufgegeben, als er den entscheidenden Hinweis bekam. Spät, denn es blieben ihm nur zwei knappe Wochen Zeit, Kains Vertrauen zu gewinnen und ihn auf die Seite des Lichts zurückzuführen.

Eine Dienerin Gottes, eine Nonne des Franziskaner Ordens, hatte in der Nacht als Kains Mutter von den Bastarden Luzifers ermordet worden war, gesehen wie diese das Kind einem Mann übergeben hatten. Sie hatte den Namen des Mannes tief in ihrem Gedächtnis vergraben, er war fast verschüttet gewesen.

Damion musste sich ihr in seiner ganzen schrecklichen Schönheit präsentieren, damit sie ihr Geheimnis preisgab. Vor ihren Augen wuchs er und sein Antlitz begann zu leuchten, von innen zu strahlen, wunderschön und schrecklich zugleich war er anzusehen.

Sie flehte um Gnade vor Gott und bekreuzigte sich, wimmerte und wälzte sich vor Angst auf dem Boden. Damion hatte große Mühe, die alte Frau wieder zu beruhigen. Er legte ihr die Hand auf die Stirn und ein Teil seiner Energie ging strahlend auf die alte Nonne über.

Langsam beruhigte sie sich, starrte auf die Male, die sich auf ihren Händen gebildet hatten. Die Zeichen Christi, blutende Wunden, wie er sie bei seiner Kreuzigung zugefügt bekommen hatte. Ihre Füße würden die gleichen Spuren aufweisen und unter ihrer Rippe würde sie eine blutende Stelle vorfinden. Genau dort, wo Jesus, der Sohn Gottes, mit der Lanze verletzt worden war.

Damion verschwand genauso unauffällig, wie er gekommen war; ließ eine erleuchtete Nonne, eine eifrige Dienerin Gottes zurück. Er verschwand mit dem Namen, den er brauchte, um Kain zu finden. "Dimitrij Jegor", so hieß der Mann. Ein Diener der Bastarde Luzifers. Ein Mann ohne Gewissen. Ein Dämon in vierter Blutslinie hatte sich Kain angenommen, ihn wahrscheinlich mit seiner ganzen Boshaftigkeit für immer für den Himmel unbrauchbar gemacht. Wer sein ganzes Leben bei einem skrupellosen Zuhälter verbrachte, der konnte nichts Gutes gelernt haben.

Damion konnte nicht ahnen, wie schlimm es wirklich um seinen Schützling stand. Er konnte nicht ahnen, dass Jegor ihn gedemütigt und zum Anschaffen gezwungen hatte. Er konnte nicht ahnen, dass er einen gebrochenen Halbengel ohne Emotionen, ohne Vertrauen in Gott oder sonst eine Person, vorfinden würde.

Er hatte es geschafft, Jegors Bordell ausfindig zu machen. Tagelang beobachtete er, wer ein- und ausging und hoffte, dieses Haus der Sünde nicht betreten zu müssen. Er dachte, mit etwas Glück würde Kain das Haus verlassen und er könnte sich ihm nähern. Aber niemand, den er als Engel hatte identifizieren können, hatte das Haus verlassen. Nur etliche dämonische Diener hatte er gesichtet. Das hieß nichts Gutes. Kam er vielleicht schon zu spät? Hatte sich Kain bereits dem Bösen verschrieben?

Nachdem er weitere zwei Tage vergebens vor der Tür in dieser schäbigen ratten- und dämonenverseuchten Gegend ausgeharrt hatte, beschloss er widerwillig, alle Vorkehrungen zu treffen, um sich ins Innere dieses Sündenpfuhls zu begeben.

Er kontaktierte einen seiner menschlichen Mittelsmänner, die gottesfürchtig die Engel unterstützten. Eine geheime Bruderschaft, die sich weltweit vernetzt hatte. Um ihren Platz im Himmel zu sichern, dienten sie den Engeln bei ihrem Kampf gegen das Böse. Sie beschafften alles, was für die Mission eines Engels gebraucht wurde. Geld, Papiere, Alibis, manchmal sogar Waffen. Waffen, die nur gegen Luzifers Häscher eingesetzt wurden. In diesem Fall brauchte Damion eine Legende, die wasserdicht war und Geld, sehr viel Geld. Was Damion sich nicht besorgen konnte, war die nötige Selbstsicherheit.

Er fragte sich sowieso, weshalb gerade er für diesen Job ausgesucht worden war. Gänzlich unerfahren war er und dann sollte er Gabriels Sohn retten, auch noch aus solch einem Milieu. Diese Aufgabe schien ihm eine Nummer zu groß zu sein. In diesen Kreisen fühlte er sich nun gar nicht zu Hause. Er war mit seinen zwanzig Jahren gänzlich unerfahren was Sex betraf.

Sein Vater, Enkel von Erzengel Raphael, hatte dafür gesorgt, dass seine Mutter ihn gottesfürchtig erzog - und sie hatte ganze Arbeit geleistet, nach ihr dann das Kloster. Er hatte sich sein ganzes Leben nur auf die Aufgabe, als Schutzengel zu fungieren, vorbereitet. Fleischlichen Gelüsten hatte er nie auch nur annähernd nachgegeben, nicht mal an sich selbst hatte er Hand angelegt. Und nun DAS, nun sollte er hier eine Seelenrettung vornehmen, noch dazu in einem Bordell.

Nachdem er sich bei Nathan, dem Buchhändler, mit Geld und einer Legende ausgestattet hatte, die besagte, dass er der reiche Sohn irgendeines Autohändlers war, stattete er einem, den Engeln ergebenen Herrenausstatter einen Besuch ab und kleidete sich standesgemäß ein. Damion wunderte sich, dass er sich nicht einmal vorzustellen brauchte. Der Inhaber, Georgius Wolkow, schien ihn sofort als das zu erkennen, was er war.

Ehrerbietig senkte er sein Haupt und wollte den silbernen Siegelring küssen, den Damion extra angelegt hatte. Normalerweise trug er ihn an einer Kette in der Hosentasche. Damion fühlte sich peinlich berührt, wusste nicht, wie er sich verhalten sollte. Georgius nahm sich seiner an. Sofort wurde Maß genommen, damit er dem jungen Engel den Anzug auf den Leib schneidern konnte.

Die besten Stoffe wurden ausgesucht und Damion wurde mit Kaffee und Kuchen versorgt, während die Näherinnen den Anzug ohne Umschweife zu nähen begannen. Passendes Schuhwerk wurde auch gefunden. Ein weißes Hemd komplettierte das Outfit. Zwei Stunden später verließ der Halbengel mit einem maßgeschneiderten Anzug den Laden von Georgius Wolkow.

So gerüstet stand er wenig später vor dem schäbigen Gebäude, das wenig einladend aussah. Der Putz bröckelte bereits an vielen Stellen von der Wand, die auch nicht mehr weiß, sondern eher dunkelgrau geworden war.

Die Gegend, in der sich das heruntergekommene Bordell befand, wimmelte nur so vor zweifelhaftem Pack, Diebesgesindel, Drogenabhängigen und Dämonen. Damion hatte Mühe, sich durch die von stinkendem Schwefel geschwängerte Luft, die für Menschen nicht wahrnehmbar war, nicht zu übergeben. Trotzdem, tief Luft holend, um seine Aura zu verbergen, klopfte er an die Tür. Nichts geschah. Er klopfte noch einmal lauter mit dem großen, gusseisernen Türklopfer an den hölzernen Eingang, der auch schon bessere Tage gesehen hatte.

Eine kleine Klappe wurde in Augenhöhe geöffnet und man starrte ihn von innen an.

"Wohl in der Tür geirrt, Bürschchen?"

Der Mann hinter der Tür lachte böse in sich hinein. Damion hoffte, seine Aura gut verborgen zu haben, denn dass hinter dieser Tür ein Dämon seinen Dienst innehatte, das roch er zehn Meter gegen den Wind. Dieser faulige Geruch hing ihm in der Nase und er war unverkennbar. Er tastete nach dem goldenen Kreuz, welches er in der Hosentasche mit sich trug, strich beruhigend mit den Fingern darüber. Den Ring hatte er in der Anzuginnentasche verstaut. ~ Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren ~ dachte er bei sich.



"Ich denke, ich bin hier goldrichtig, um mein Geld loszuwerden."

Damion hatte die Schultern gestrafft und wedelte jetzt mit einer großen Geldnote vor dem Dämon herum. Dieser verengte die verschlagenen Augen zu Schlitzen, man hörte, wie er den Schlüssel im Schloss umdrehte und die Tür öffnete. Knarrend schwang sie auf und Damion kam ein Schwall übelriechender Luft entgegen. Hier hielt sich definitiv mehr als ein Dämon auf, denn einer allein konnte nicht so schrecklich stinken. Normale Menschen konnten den Geruch eines Dämons nicht wahrnehmen, aber Damions Sinne waren schärfer.

Er trat dem grobschlächtigen Mann entgegen, der nach dem Geldschein schnappen wollte.

Halt!", blaffte Damion ihn barsch an und demonstrierte etwas, das er im Moment gar nicht fühlte. Selbstbewusstsein! Anscheinend klappte die Täuschung aber, denn der Türsteher machte erschrocken einen Schritt zurück, sah Damion an und wartete, was dieser ihm zu sagen hatte.

"Von außen lässt dieser Laden hier einiges zu wünschen übrig, aber mir wurde Ihr außergewöhnliches Angebot wärmstens empfohlen."

Damion versuchte ein anzügliches Grinsen. Der Türsteher lachte verschlagen.

"Das ist wohl wahr, in einer halben Stunde beginnt wieder eine Versteigerung. Unser bester Stricher wird versteigert, jeweils für maximal eine Stunde. Er macht alles, was du willst und du kannst mit ihm machen, was dir beliebt."

Die Tür wurde geschlossen und Damion wurde es eng um die Brust. Er fühlte sich in der Falle, eingesperrt. Er hatte mühe, seine Aura zu verbergen, und fürchtete, entdeckt zu werden. Wenn der Dämon bemerkte, wen er hier vor sich hatte, dann wäre, im wahrsten Sinne des Wortes, die Hölle los.

Das Kreuz in seiner Tasche gab ihm erneut Halt und er fand wieder zu sich, zu Gott, an diesem gottlosen Ort. Möglichst locker schlenderte er hinter dem Türsteher her, versuchte die Übelkeit zu ignorieren, die durch den Geruch des Dämons hervorgerufen wurde.

Verstohlen ließ er seine Blicke in den schmuddeligen Räumlichkeiten umher gleiten. Überall saßen potenzielle Freier herum, die ihre lüsternen Blicke über die Körper der jungen, willigen Männer und Frauen gleiten ließen. Und nicht nur ihre Blicke. Die Prostituierten wurden wie Ware begrapscht.

Damion musste sich einen angewiderten Blick verkneifen. Er war geschockt. Fühlte sich mit Dingen konfrontiert, die er noch nie gesehen hatte und eigentlich auch gar nicht sehen wollte.

Hätte er gewusst, was in dem kleinen Raum hinter der Bar vor sich ging, wäre er wahrscheinlich sofort wieder verschwunden. So suchte er unter den Anwesenden nach seinem Schützling. Er hatte keine Ahnung wie Kain aussah, aber er war sich sicher, ihn sofort zu erkennen. Den Sohn von Erzengel Gabriel konnte man nicht übersehen. Seine Aura würde zu spüren sein, da war sich Damion absolut sicher.

Er bestellte sich einen Drink, um nicht aufzufallen. Nippte aber nur daran, denn Alkohol vertrug er nicht, er trank doch nie welchen. Er hasste es, wie dieses Zeug das Wesen veränderte, wahrlich ein Getränk, das der Teufel erfunden hatte.

Der Türsteher winkte ihm zu, zeigte auf die Tür hinter der Bar. "Hier hinein, junger Herr. Es wird nicht lange dauern und der kleine Stricher kommt von seinem Fick zurück. Wenn es dich nicht stört, dass er schon gebraucht ist, dann setz dich und ergötze dich an seinem Antlitz." Er lachte und hielt Damion die Tür auf.

Bei den harten Worten war er unwillkürlich zusammengezuckt. ~ Oh Gott, warum tust du mir das an? ~ dachte er. Er verstand nicht, warum ihm sein Herr diese Aufgabe erteilt hatte. In dem kleinen, dunklen Zimmer waren ca. zwanzig Stühle in zwei Reihen aufgestellt. Dreiviertel davon waren bereits besetzt.

Es war zu schummrig, um zu erkennen wer hier saß, aber die Luft war geschwängert von Gerüchen und den dazugehörigen Emotionen. Damion wollte sie nicht alle fühlen und versuchte, sich noch weiter abzuschirmen. Die Fähigkeit Gedanken und Gefühle anderer zu lesen, wurde in Räumen mit vielen Menschen zur Plage. Sich abzuschirmen war anstrengend. Trotzdem gelang es ihm. Er konnte aber die Anwesenheit des Bösen spüren.

Er umschloss das Kreuz in seiner Tasche fest, straffte sich. Er hatte Angst, dass das Böse genauso stark seine Anwesenheit spüren konnte, wie umgekehrt. Aber seine Angst war unbegründet. Die Männer waren allesamt zu lüstern, ihre Gedanken nur auf das sündige Fleisch fixiert, welches gleich auf die Bühne geführt werden würde.

Damion setzte sich in die hinterste Reihe, schlug die Beine übereinander und wartete. Er nahm einen großen Schluck und stellte erschrocken das Getränk zur Seite. Betrunken nützte er niemandem.

Die Quelle des Bösen war für Damion nicht klar auszumachen, schwächte ihn aber irgendwie. Dann wurde seine Aufmerksamkeit auf die Bühne gelenkt. Eine Tür ging auf und ein sehr junger und noch dazu nackter Mann, wurde auf die Bühne gezerrt. Von seiner Stirn tropfte Blut. Damion konnte es riechen. Seine Hände waren mit Handschellen gefesselt, die viel zu eng waren und in sein Fleisch schnitten. Das schwarze, bis über die Schultern reichende Haar hing ihm ins Gesicht und verdeckte seine Augen. Sein Blick war auf den Boden gerichtet und er hielt sich mühsam auf den Beinen. Sein schlanker Körper war von porzellanfarbener Haut umgeben. Eine milchige Flüssigkeit lief seine Beine hinunter.

Der Mann, der ihn hereingebracht hatte, drückte ihn grob auf den einzigen Stuhl, der in der Mitte der Bühne stand. Er schob ihm die Schenkel auseinander und entblößte dessen Scham, stellte ihn zur Schau, strich mit den Fingern über dessen Geschlecht.

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