Logo weiterlesen.de
Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 10: Der Koloss vom Lake Syrior

Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 10: Der Koloss vom Lake Syrior

Tomos Forrest and Joachim Honnef

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 10: Der Koloss vom Lake Syrior

Klappentext:

1.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.

17.

18.

19.

20.

21.

22.

23.

24.

Also By Tomos Forrest

Also By Joachim Honnef

About the Publisher

image
image
image

Klappentext:

image

Seit einiger Zeit verschwinden immer wieder junge Mädchen – spurlos.

Man munkelt, dass ein grausamer Dämon sein Unwesen treibt, oder der blutrünstige Drache vom Lake Syrior sich wieder ein neues Opfer geholt hat.

Ritter Morgan bekommt von seinem Vater, Sir Ronan of Launceston, dem Sheriff von Cornwall, den Auftrag der Sache auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit den beiden Waffenknechten Cynan und Rhodri macht er sich auf die Suche. Nur, um gleich zu Beginn seiner Mission in eine Falle zu gehen, die sein Leben bedroht und absolut ausweglos erscheint ...

***

image

image
image
image

1.

image

Flüchtig dachte Morgan an den Auftrag, den ihm sein Vater, Sir Ronan of Launceston, High Sheriff of Cornwall, erteilt hatte. Vornehmlich in der Umgebung von Dartmoor waren in der letzten Zeit viele Mädchen und junge Frauen verschwunden. Spurlos. Abergläubische Leute sprachen von Zauberei. Von einem feuerspeienden Drachen war die Rede, der die Frauen einfach verschlinge. Andere munkelten von einem Dämon im Berg, der sich des Nachts seine Opfer hole. Ritter Morgan war mit seinen beiden treuen Waffenknechten Cynan und Rhodri unterwegs, um das Geheimnis zu lösen.

Zunächst jedoch geleitete Morgan Elin, Tochter eines Köhlers, nach Hause. Das Mädchen hatte den jungen, blonden und gut aussehenden Ritter in einer Wegschenke angesprochen, weil sie sich vor dem Heimweg fürchtete. Nicht Cynan und Rhodri, die beiden Waffenknechte des Sheriffs, sondern Morgan wurde von ihr gebeten, obwohl nichts an seinem Äußeren auf seinen Stand als Ritter hinwies. Elin hatte ein paar Besorgungen im Dorf getätigt und sich dabei verspätet, sodass sie nicht vor Einbruch der Dunkelheit die väterliche Köhlerhütte erreichen würde. Die Zeiten waren schlecht geworden, Räuberbanden trieben in ganz Britannien ihr Unwesen.

Morgans Blick glitt über den See, zu den bewaldeten Hängen, an denen die goldene Oktobersonne die Blätter färbte. Ein Sperling schwebte zwitschernd über das tiefblaue Wasser, auf dem einige Sonnenstrahlen glitzerten. Es war ein schöner Nachmittag, und der Lake Syrior bot eine Idylle des Friedens. Das war wirklich kein Ort zum Fürchten, und Morgan sagte es Elin.

Sie stimmte ihm lächelnd zu.

„Es ist wie Zauberei. Wenn Ihr in meiner Gegenwart seid, ängstige ich mich gar nicht mehr. Noch nie habe ich einen Soldaten wie Euch gesehen!“

„Hast du denn überhaupt schon einmal Soldaten gesehen?“, neckte Morgan das junge Mädchen, das darauf kichernd antwortete:

„Nur die groben Waffenknechte des Sheriffs.“

Das allerdings verschlug Morgan etwas die gute Laune. Sicher, die Männer im Dienste seines Vaters waren ein raues Volk. Mussten es aber auch sein, denn in ganz Corwall waren Banden unterwegs, die das Land unsicher machten.

Nun, sie wusste nicht, dass Morgan ein Ritter war, und Elin brauchte es ebenso wenig zu erfahren wie die anderen Leute in dieser Gegend. Wer immer für das Verschwinden der Mädchen verantwortlich war, konnte sonst auf die Idee kommen, dass man Nachforschungen anstellte, wenn sich ein Ritter mit Soldaten in diesem einsamen Gebiet umsah. Er konnte gewarnt werden.

Im Gasthof hatten sie erzählt, sie wollten in den Wäldern jagen und Fallen stellen. So konnten sie sich in der Umgebung des Lake Syriors herumtreiben, ohne Argwohn zu wecken.

Elin war die Tochter einer Köhlerfamilie, und vielleicht hätte sie auch etwas von ihrer unkomplizierten, offenen Art verloren, wenn sie erfahren hätte, dass sie nicht von Morgans Stande war.

„Und wenn ich nun ein Räuber wäre?“, scherzte Morgan.

Sie verstand es als Spaß, denn sie lachte heiter.

Die beiden Tiere standen abseits zwischen einer Buchengruppe. Elins Esel verstand sich recht gut mit Morgans Hengst. Der hatte die Ohren gespitzt, witterte zu den Fichten am Berghang hin und schnaubte unwillig.

Als dann die Männer zwischen den Baumstämmen am Berghang hervorsprangen, war es Morgan, als erwachte er jäh aus der Idylle am See.

Sein Kopf flog herum.

Sieben Kerle stürmten heran. Es waren finstere, heruntergekommene Gestalten, die Keulen und Schwerter schwangen.

Morgan reagierte schnell und kaltblütig. Elin schrie auf, als einer der Kerle seine Keule warf. Morgan duckte sich geistesgegenwärtig, und die Keule klatschte hinter ihm in den See. Danach fegte er den Angreifer mit einem Schwerthieb von den Beinen. Der Kerl taumelte brüllend gegen einen Kumpan und riss ihn mit zu Boden.

Gleich darauf war einer der wilden Gesellen heran, der mit einem Schwert bewaffnet war. Ungestüm griff er an. Morgan parierte den wuchtigen Hieb und kreuzte mit dem Mann die Klinge. Der Angreifer, ein untersetzter, graubärtiger Mann mit einer Knollennase, stieß einen überraschten Laut aus. Die graublauen, tiefliegenden Augen blinzelten. Offensichtlich war er von Morgans Kampfkraft überrascht.

Morgan trieb den Graubart mit hartem Klingenschlag zurück, und als der Kerl auf eine Finte hereinfiel, schlug Morgan ihm das Schwert aus der Hand.

Ein anderer Mann stürmte mit erhobener Keule auf Morgan zu. dieser sah die herabsausende Keule aus dem Augenwinkel und wich gedankenschnell aus. Doch die Keule streifte ihn noch an der Schulter und ratschte über das Kettenhemd. Morgan schlug aus der Drehung heraus mit dem Schwert zu. Schreiend stürzte der Kerl ins Gras.

Morgan empfing den nächsten, keulenschwingenden Angreifer. Er hieb ihm mit dem Schwert auf die Finger, und der Mann ließ die Keule fallen. Mit wutverzerrtem Gesicht zog er das Messer aus der Lederscheide am Gurt.

„Nein!“, rief einer der Kerle, doch in seiner Rage hörte der Angreifer nicht.

„Du Hundsfott!“, brüllte er und stürmte mit vorgehaltenem Messer auf Morgan zu, um es ihm in die Brust zu stoßen. Morgan schnellte sich im letzten Augenblick zur Seite. Die Hand mit dem Messer stieß ins Leere, und der Mann konnte seinen Schwung nicht mehr abfangen. Er strauchelte und fiel ins aufspritzende Wasser.

Morgan wirbelte bereits zu dem nächsten Angreifer herum. Er wollte ihm das Schwert aus der Hand schlagen, doch der Mann stolperte just in diesem Moment, und Morgans Klinge traf ihn in die Schulter. Mit einem röchelnden Laut brach der Mann zusammen. Morgan riss sein Schwert zurück. Blut schimmerte auf der Klinge.

Morgan erfasste mit einem schnellen Blick, dass nur noch ein Gegner mit einem Schwert bewaffnet war. Er parierte dessen Angriff, der schwerfällig und ungeschickt erfolgte. Der Bursche schwitzte und schnaufte vor Anstrengung. Morgan trieb ihn mit wuchtigen Schlägen zurück.

Aus dem Augenwinkel heraus sah er, dass Elin aufgesprungen war, ihr Gewand raffte und zu den Tieren rannte. Sie tat genau das Richtige. Und wenn sie erst einmal aus der Gefahrenzone war, sollte es ihm schon gelingen, mit diesen Männern fertig zu werden. Trotz der Übermacht rechnete sich Morgan gute Chancen aus. Kämpfer waren diese Strolche wohl allesamt nicht. Zwei hockten benommen im Gras, einer lag im Wasser und der an der Schulter verletzte Mann starrte mit glasigen Augen vor sich hin. Morgan schmetterte dem schwitzenden, plumpen Kerl das Schwert aus der Hand und wich einem Keulenhieb aus.

Dann erschrak er.

Er sah, wie einer der Strolche hinter Elin herlief.

Klar, dass der Halunke den Kampf auf diese Weise beenden wollte. Er wollte sich das Mädchen schnappen und Morgan zum Aufgeben zwingen.

„Halt, oder dich trifft mein Schwert!“, rief Morgan.

Der Kerl hörte nicht auf ihn. Nur noch fünf Schritte trennten ihn von Elin, und das Köhlermädchen stolperte gerade. Morgan zögerte keinen Augenblick mehr. Er holte mit dem Schwert aus und schleuderte es wie eine Lanze. Er zielte tief und traf. Das Schwert drang dem Kerl ins Bein, und er schlug brüllend der Länge lang nach hin.

Morgan spürte eine Bewegung hinter sich und wirbelte herum.

Doch es war zu spät.

Die Keule sauste bereits auf ihn herab.

Der Kerl, der in den See gefallen war! Er hatte sich die Keule eines anderen aus dem Wasser gefischt und war fast lautlos hinter Morgan aufgetaucht.

Elin schrie gellend auf. Dann krachte die Keule auf Morgans Schädel, und der Schlag löschte den Schrei aus.

Morgan sank ins Gras.

Es waren doch zu viele, dachte er noch. Dann wurde es dunkel und still um ihn, und er dachte nichts mehr.

––––––––

image

2.

IM DORFKRUG GING ES hoch her. Cynan und Rhodri hatten einen recht kurzweiligen Nachmittag verbracht. Die Schenke bot allerlei Vergnügungen. Das war ja schon die reinste Spielhölle!

Da gab es zum Beispiel das Axtwerfen.

Die Spielregel war recht einfach. Es galt, mit der geworfenen Axt einen Baumstamm so zu treffen, dass sie stecken blieb. Wer bei einem Durchgang mit jeweils drei Würfen die meisten Axtwürfe auf diese Weise schaffte, hatte gewonnen, und der Gegner musste einen Becher Bier bezahlen. Nun waren die heimischen Burschen recht kräftig und konnten durchaus eine Axt werfen. Aber sie hatten die Technik nicht raus und erreichten zwar den Baumstamm, aber immer wieder prallte die Axt dagegen und fiel herab.

Cynan und Rhodri hatten von ihrem Waffenmeister noch ganz andere Dinge gelernt und beherrschten den Axtwurf perfekt.

So tranken die beiden eine Zeitlang gratis, und die Einheimischen machten sich in ihrem Ärger einen Spaß daraus, jedes Mal ein anderes Getränk auszugeben, mal Wein, mal Bier. Man hoffte, dass die Technik der Fremden dadurch wohl einmal nachlassen würde. Doch es war wie verhext. Die warfen nach wie vor sehr zielsicher, und immer blieb ihre Axt mit der scharfen Schneide im Baumstamm hängen.

„Wäre doch gelacht, wenn wir die Soldaten des Sheriffs nicht packen könnten“, erklärte einer der Burschen recht offen und holte Würfel herbei. Gewürfelt wurde zunächst nur mit einem Würfel, den man aus der hohlen Hand auf die Tischplatte warf.

Mit Rhodris und Cynans Glückssträhne schien es nun vorbei zu sein. Rhodri würfelte eine Eins und Rhodri eine Drei. Die Gegenspieler konnten mit einer Fünf und gar einer Sechs aufwarten.

Die Kriegsknechte wollten bereits die Getränke bestellen, doch da erklärten die Gegenspieler resigniert, dass die Fremden mit dem Teufel im Bunde sein müssten. Denn nach ihrer traditionellen, regionalen Regel galt der Spieler mit der niedrigsten Zahl als Sieger. Ehrlich waren die Burschen, das musste man anerkennen.

So tranken Cynan und Rhodri weiterhin umsonst. Aber sie ließen sich nicht lumpen und bestellten eine Runde für alle.

Doch als dann einer aus der Runde anfing, die Schankmaid zu betasten und sie sich empört aus dem Griff des Mannes winden wollte, sagte Cynan laut und vernehmlich in das Gelächter der Burschen:

„Lass die Frau los!“

„Und wenn nicht?“, kam die feixende Antwort.

Da schlug Cynan ihm die Faust ins Gesicht, der Mann taumelte zurück, die Schankmaid kam frei, aber nun fühlten sich alle von den Soldaten provoziert.

Rund ein Dutzend Burschen stürzten sich auf die beiden Waffenknechte und taten ihr Bestes, die beiden wenigstens auf diese Weise zu besiegen. Cynan und Rhodri bewiesen, dass sie bei ihrem Waffenmeister durch eine harte Schule gegangen waren.

Trotz allem hätten Cynan und Rhodri kaum gegen die Übermacht bestehen können, doch schließlich griff der Wirt mit seinem kräftigen Sohn ein, trennte die Streitenden und bot für alle Bier an, wenn sie nun endlich mit der Schlägerei aufhören würden oder aber sie im Freien fortsetzten.

Alle sahen ein wenig lädiert aus, auch die beiden Soldaten, doch man war sich darüber einig, dass es in dem kleinen Ort seit langem keinen so herrlichen Spaß gegeben hatte und dass man den Fremden doch für diese Abwechslung vom täglichen Einerlei dankbar sein konnte.

Irgendwann verschwanden die beiden Gewappneten betrunken und todmüde in das Stroh der an der Schenke stehenden Scheune und schliefen tief und fest ihren Rausch aus.

Erst als sie erwachten, fiel ihnen auf, dass sich Ritter Morgan nicht mehr hatte blicken lassen.

Er hätte am Abend zurück sein müssen.

Wo mag er abgeblieben sein?, dachte Cynan besorgt.

Auch Rhodri stellte sich diese Frage. Und sie erinnerten sich plötzlich alarmiert an ihren Auftrag. Bei all der Kurzweil hatten sie ganz vergessen, dass sie nicht zum Vergnügen unterwegs waren, sondern das Geheimnis der verschwundenen Mädchen lösen sollten.

Ihre Sorge wuchs, als sie sich am Morgen umhörten. Morgan war auch nicht spät in der Nacht zurückgekehrt.

Seit dem Mittag des Vortages hatte ihn niemand mehr gesehen.

Rhodri strich sich eine Strähne des dunkelblonden Haares aus der Stirn. „Er wollte das Köhlermädchen durch den Wald nach Hause geleiten. Aber er hat gesagt, er sei bis zum Abendessen wieder zurück“, gab er zu bedenken.

Cynan kraulte sich den schwarzen Bart. „Stimmt. Normalerweise ist auf ihn absolut Verlass. Ich habe ein ungutes Gefühl.“

Am Mittag war Ritter Morgan immer noch nicht zurück.

Am Nachmittag traf dann ein aufgeregter Mann im Ort ein. Es war der Köhler, Elins Vater. Elins Esel war reiterlos im Morgengrauen heimgekehrt. Daraufhin hatte er den ganzen Vormittag nach seiner Tochter gesucht. Auf dem Weg zum Dorf hatte er dann am Ufer des Lake Syriors die Spuren des Kampfes gesehen, Fußabdrücke, Hufspuren, eingetrocknetes Blut.

Elin war verschwunden. Und ebenso der Mann, der sie auf dem Heimweg begleitet hatte, wie der erschütterte Köhler im Dorfkrug erfuhr. Ein gewisser Morgan.

Das ganze Dorf lief zusammen. Die beiden Soldaten sahen die Angst in den Blicken der Menschen.

Einer sprach aus, was die meisten dachten:

„Der Dämon hat wieder zugeschlagen“, sagte er furchtsam und bekreuzigte sich.

„Der Drache vom Lake Syrior hat sich ein neues Opfer geholt“, rief ein anderer mit bleichem Gesicht.

Cynan und Rhodri spürten lauernde Blicke auf sich gerichtet.

„Vielleicht hat der Freund von denen da Elin entführt“, sagte ein Holzfäller mit einem hämischen Grinsen.

Es wurde totenstill in der Schenke.

Cynan trat auf den Burschen zu und blickte ihm in die Augen.

„Was willst du damit sagen?&

Would you like to know how the story ends?

Buy "Schwert und Schild - Sir Morgan, der Löwenritter Band 10: Der Koloss vom Lake Syrior" in your preferred e-book store and continue reading:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Enjoy your reading!



Kaufen






Teilen