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Schnelleinstieg Buchführung

Vorwort zur 7., überarbeiteten Auflage

Lieber Leser, ich danke Ihnen dafür, dass Sie mein kleines Buch ausgewählt haben, die Grundlagen der Buchführung kennenzulernen oder zu vertiefen. Es unterscheidet sich von anderen Buchführungsbüchern. Dargestellt werden soll nicht nur, was zu tun ist und wie. Mein Anliegen ist anspruchsvoller.

Erstens soll bei den einzelnen Arbeitsschritten immer die Frage nach dem „Warum?“ beantwortet werden – verbunden mit Vorschlägen zu optimalen Arbeitsverfahren. Sie werden sehen, dass sich das Wissen aus der Kenntnis von Zusammenhängen leichter festigt als durch stures Üben.

Zweitens wird an vielen Stellen die Entwicklung der Buchführung dargestellt. Das dient dem Verständnis. Schließlich haben viele bewährte Grundsätze der Buchführung ihren Ursprung im Mittelalter und konnten den gesellschaftlichen Entwicklungen immer wieder flexibel angepasst werden.

Drittens wird der Zusammenhang zwischen der modernen Datenverarbeitungstechnik und den Verfahren der Buchführung behandelt. Das zeigt Anforderungen, mehr noch aber weitreichende Möglichkeiten für die Nutzung der Informationen für eine erfolgreiche Unternehmensführung.

Atemberaubend schnell ändert sich die Technik der Buchführung seit der Durchsetzung der elektronischen Datenverarbeitung. Durch die konsequente Logik der Buchführung sind EDV-Programme hervorragende Helfer. Gerade auch Anforderungen der Finanzbehörden verlangen den Einsatz der modernen Technik. Verfahren wie ELSTER (elektronische Steuererklärung), E-Bilanz oder digitale Rechnungserstellung sind mit Hoffnungen für schnelleres und leichteres Arbeiten verbunden. Verbreitet sind aber auch Befürchtungen, dass die neuen Verfahren mit dem vorhandenen Wissen nicht beherrschbar sind. Solche Sorgen sind unbegründet. Das beweisen meine praktischen Erfahrungen.

Viele Erfordernisse gibt es, sich die Grundlagen der kaufmännischen Buchführung anzueignen. Sie müssen z. B. eine Reihe von Buchführungsaufgaben lösen, wenn Sie die Kaufmannsprüfung bei der Industrie- und Handelskammer ablegen. Oder Sie stehen als künftiger Handwerksmeister vor dem Problem, dass Sie Ihren Meisterbrief erst dann bekommen, wenn Sie Grundkenntnisse in der Buchführung nachgewiesen haben. Möglicherweise gehören Sie auch zu den vielen Unternehmern, die bisher nie Zeit, Lust oder einen Anlass hatten, Buchführung zu lernen, und nun haben Sie sich entschlossen, in kürzester Zeit im Detail verstehen zu wollen, was Ihnen Ihr Buchhalter oder Steuerberater zeigt.

Das vorliegende Buch wird Ihnen in jedem Fall den richtigen Einstieg liefern. Es ist ebenso umfassend wie kompromisslos praxisorientiert. Es enthält das gesamte Grundlagen- und das unabdingbare Anwenderwissen zum Thema Buchhaltung. Als Maßstab dient dabei das Wissensniveau, das für das Bestehen der kaufmännischen Prüfungen bei der Industrie- und Handelskammer vorausgesetzt wird.

Der „Schnelleinstieg in die Buchführung“ ist umfassend und doch locker fassbar und auch dann noch eingängig, wenn ein harter Tag der Arbeit oder des Studiums hinter dem Leser liegt, der danach sucht, die vielen Details der Buchführung systematisch zu ordnen und damit besser zu verstehen.

Das Buch wendet sich ebenso an Auszubildende, Berufsschüler und Meisterschüler wie an Existenzgründer, Selbstständige und andere Einsteiger in das Thema Buchführung. Häufig zeigt die Praxis, dass beim Erlernen der Buchführung mehr Verwirrung als Klarheit entsteht und dadurch das gesamte Thema einen exponierten Platz in der Kategorie der unbeliebten Fächer bekommt.

Das ist schade und völlig unnötig! Buchhaltung ist absolut logisch und praxistauglich. Sie kann sehr interessant, ja sogar spannend sein. Johann Wolfgang von Goethe ließ in „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ eine seiner Romanfiguren schwärmen: „Welche Vorteile gewährt die doppelte Buchhaltung dem Kaufmanne! Es ist eine der schönsten Erfindungen des menschlichen Geistes, und ein jeder Haushalter sollte sie in seiner Wirtschaft einführen.“

Sie können darauf vertrauen, dass Ihnen praxiserprobtes Wissen geboten wird. Meine Erfahrungen beruhen darauf, dass ich seit Langem eine Firma führe, die Buchführungsarbeiten für kleine und mittlere Unternehmen durchführt und Wirtschaftsberatung bietet. Außerdem weiß ich aus meiner Lehrtätigkeit, wie Wissen vermittelt werden muss, damit es erfasst wird und im Gedächtnis verbleibt. Viele Auszubildende habe ich zum Bestehen ihrer Prüfung geführt. Gerade bei der Buchführung ist Kernwissen wichtiger als viele Details. Sie werden sehen, dass 17 wirklich verstandene Geschäftsfälle die Basis bilden. Die hier vermittelten „Tipps und Tricks“ für Einsteiger zur Aneignung des Basiswissens der Buchhaltung sind auf jene Hürden gerichtet, die Neulinge erfahrungsgemäß im Alleingang schwer meistern. Und gerade die Gründlichkeit, mit der Sie sich das buchhalterische Basiswissen aneignen, ist der Schlüssel dazu, die Informationen des Rechnungswesens zu verstehen. Dadurch können Sie Entscheidungen schneller treffen, sparen unnötige Steuern – und haben nicht zuletzt auch die Voraussetzungen, um eine ggf. abzulegenden Prüfung zum Thema Buchführung zu bestehen.

Ein Hinweis sei noch gestattet. Das Anliegen des Buches besteht in der Vermittlung von Grundlagen, die langjährigen Bestand haben. Dennoch wurden einige Beispiele nach Fassungen von Steuergesetzen aufgebaut, die zum angegebenen Zeitpunkt gültig waren, möglicherweise aber schon wieder verändert wurden oder zur Diskussion stehen. Detailregelungen einiger Gesetze unterliegen in jüngerer Zeit einem geradezu atemberaubenden Wandel. Für die tägliche Praxis bleibt dem Leser daher nicht erspart, sich über den neuesten Gesetzesstand auf dem Laufenden zu halten.

Ich möchte Sie, lieber Leser, darum bitten, Ihre Anregungen, Fragen und Kritik an die Redaktion zu richten. Ihre Vorschläge können dann in künftigen Auflagen berücksichtigt werden.

Ihr Gerhard Fröhlich

Kaufmännische Aufzeichnungen – Eigeninteresse und Pflicht

Die Prinzipien der doppelten Buchführung gibt es schon seit ca. 500 Jahren. Obwohl sich die äußere Form, in der diese Prinzipien zum Ausdruck kommen, immer wieder geändert und den Erfordernissen der Zeit angepasst hat, bis hin zur computergeführten Buchführung, ist die Substanz doch immer die gleiche geblieben.

Das Elementarwissen umfasst das Wissen, das für die doppelte Buchführung allgemein gilt. Es sollen die Grundbestandteile – die Elemente – erklärt werden, die über die Jahrhunderte gleich geblieben sind. Sie gelten heute weltweit überall dort, wo doppelte Buchführung praktiziert wird, also zum Beispiel in den USA, in England, Polen oder Russland. Das gründliche Verstehen dieser Elemente ist die wichtigste Voraussetzung, um im nächsten Schritt die komplexen Vorgänge der täglichen Geschäftspraxis zu erfassen und damit schöpferisch und nicht nur formal umzugehen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Das vorliegende Buch wird Sie systematisch mit der Buchführung vertraut machen, ausgehend von einfachen hin zu immer komplexeren Vorgängen. Gründlichkeit beim Aneignen des buchhalterischen Elementarwissens ist der Schlüssel zum wirklichen Verstehen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen spannende Unterhaltung.

Kaufmännische Aufzeichnungspflichten

Warum ist die Buchführung in der kaufmännischen Praxis so wichtig? Ist die Aufzeichnungspflicht nur eine lästige Pflicht, der man auf Grund gesetzlicher Bestimmungen nachkommen muss?

Kaufleute haben sich seit jeher zu ihrem eigenen Vorteil der allgemein akzeptierten Praxis der Buchführung angeschlossen. So muss z. B. jeder, der in der Wirtschaft tätig ist, nicht nur branchenspezifisches Wissen haben, sondern auch über unternehmerischen Sachverstand verfügen. Dies trifft nicht nur für Unternehmer, sondern genauso auch für Angestellte zu. Ein Schlüssel zum kaufmännischen Denken und Handeln ist das Verständnis der Prinzipien der Buchführung.

Die unternehmerische Tätigkeit ist ein dynamischer Prozess, über den der Unternehmer den Überblick behalten muss. Blindflug verbietet sich hier von selbst. Kaum ein Kaufmann kann jedoch all seine Transaktionen im Kopf behalten – er muss sie aufschreiben.

Warum aber darf ich meine Aufzeichnungen nicht so anlegen, wie ich will, sondern bin engen Regeln unterworfen? Die Buchführung dient nicht nur der eigenen Information, sondern ist auch ein wichtiges Kommunikationsmittel, und zwar sowohl innerhalb eines Betriebes, als auch nach außen. Wenn aber z. B. Unternehmen, Banken oder Finanzbehörden verschiedene „Sprachen“ sprechen, ist die Kommunikation gestört.

Es steht somit sowohl bei der Frage, warum Buchführung erforderlich ist, als auch bei der Frage nach dem „Wie“ das Eigeninteresse des Kaufmanns, also Ihr eigenes Anliegen, im Vordergrund.

Was die unternehmerische Vernunft also ohnehin gebietet, hat der Gesetzgeber inzwischen zur Pflicht erhoben.

Sehen Sie dazu den § 238 des HGB (Handelsgesetzbuch). Er schreibt u. a. vor:

„Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen.“

Der Gesetzgeber stützt die kaufmännischen Aufzeichnungspflichten aber nicht nur auf das HGB. Jeder Kaufmann muss „doppelt“ denken, nämlich außer an das Handelsrecht auch an das Steuerrecht.

Dazu der § 140 der Abgabenordnung:

„Wer nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen obliegen, auch für die Besteuerung zu erfüllen.“

Eindeutig ist, dass mit den „anderen Gesetzen“ vor allem das HGB gemeint ist. In diesem Falle ist das Handelsrecht maßgeblich für das Steuerrecht.

Daneben gibt es noch andere Gesetze, die von Angehörigen verschiedener Berufs- oder Gewerbegruppen Aufzeichnungspflichten fordern. Dazu gehören z. B. Bestimmungen aus der Apothekenbetriebsordnung, dem Fahrlehrergesetz, der Verordnung über das Schornsteinfegerwesen, um nur einige zu nennen.

Diese außersteuerlichen Aufzeichnungspflichten, die der Gesetzgeber den „Selbstständigen“ abverlangt, gehen weit über die Pflichten der Buchführung hinaus. Nach § 140 AO sind sie ebenfalls für die Besteuerung zu erfüllen.

Tipp: Kontrolle der Aufzeichnungspflichten

Bei Eröffnung eines Betriebes sollten Sie sich stets erkundigen, ob für Ihren Berufs- oder Gewerbezweig bestimmte außersteuerrechtliche Aufzeichnungspflichten zu beachten und zu befolgen sind. Auch bei einem bestehenden Betrieb sollten Sie immer wieder kontrollieren, ob solchen Aufzeichnungspflichten richtig und vollständig nachgekommen wird.

Bilanzrecht und seine Modernisierung

Am 25. Mai 2009 ist das "Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz – BilMoG) in Kraft getreten.

Zusammenfassend sind drei Zielstellungen dieses Gesetzes hervorzuheben. Sie werden in den einzelnen Abschnitten dieses Buchs detailliert begründet und in ihren Konsequenzen für die Wirtschaftspraxis erläutert.

  1. Die Regeln für die Offenlegung von Risiken werden verschärft. Damit werden die Aussagekraft von Bilanzen und das Vertrauen in die darin enthaltenen Angaben verstärkt.

  2. Viele kleine und mittelständische Unternehmen können bereits für das Jahr 2008 ihren Gewinn nach vereinfachten Verfahren ermitteln.

  3. Das Gesetz stärkt das deutsche Recht im internationalen Wettbewerb. Das HGB-Bilanzrecht wird bewahrt. Es dient dem Gros der deutschen Unternehmen weiterhin als Regelwerk. Es wurde zu einer dauerhaften und im Verhältnis zu den internationalen Rechnungslegungsstandards vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfacheren Alternative. Die HGB-Bilanz bleibt Grundlage der Ausschüttungsbemessung und der steuerlichen Gewinnermittlung. Das bisherige System der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung bleibt erhalten.

Warum Modernisierung des Bilanzrechts? Es sind neue Entwicklungen eingetreten – mit Konsequenzen, die unabdingbar in das Bilanzrecht eingearbeitet werden mussten. Gleichzeitig aber war darüber zu entscheiden, welche der bisher bewährten Rechtsnormen auch in der überschaubaren Zukunft noch zeitgerecht sein werden.

Modernisiert werden ausgewählt Regelungen des Bilanzrechts – also nicht die Buchführung. Die Grundlagen der Buchführung mit der Führung von Journalen und Konten und die dazu eingesetzten technischen Verfahren sind nicht Gegenstand des genannten Gesetzes. Es geht nicht um die Verfahren und die Werkzeuge, sondern um das, was letztendlich produziert werden soll – das ist eine aussagefähige Bilanz.

Das genannte Gesetz wird als größte Reform des Bilanzrechts seit 20 Jahren bezeichnet. Das bezieht sich auf das Jahr 1985. Damals – am 19. Dezember – wurde das Bilanzrichtliniengesetz – BiRiLiG (veröffentlicht im Bundesgesetzblatt am 24. 12. 1985, Teil I Nr. 62) verabschiedet. Es schnürte und bündelte ein ganzes Paket verbindlicher gesetzlicher Vorschriften, das alle bewährten Prinzipien der Buchführung einschloss. Besonders bewährt hat sich, dass mit diesem Gesetz ein neues, ein „Drittes Buch“ in das Handelsgesetzbuch (HGB) aufgenommen wurde, das den Titel „Handelsbücher“ trägt. Dem Kaufmann wird seither in klarer Sprache gesagt, welche kaufmännischen Aufzeichnungen er vornehmen muss und wie das zu geschehen hat. Der große praktische Wert dieser gesetzlichen Regeln liegt vor allem darin, dass sie das beinhalten, was ein Unternehmer im eigenen Interesse selbst vornehmen sollte, um den Überblick über seine Geschäftslage zu behalten, und was gleichzeitig von einem Steuerpflichtigen verlangt wird. Im Rückblick kann festgestellt werden, dass sich das Gesetz von 1985 voll und ganz bewährt hat.

Natürlich haben sich seit 1985 neue Entwicklungen vollzogen. Aus dieser Sicht wird die Zielrichtung des neuen Gesetzes als Modernisierung zutreffend benannt. Bewährtes wird nicht aufgegeben. Anpassungen werden dort vorgenommen, wo neue Bedingungen herangereift sind.

Was wird bewahrt?

  • Das bewährte, kostengünstige und einfache HGB-Bilanzrecht wird auf Dauer beibehalten und für den Wettbewerb mit den internationalen Rechnungslegungsstandards gestärkt.

  • Den Unternehmen, die in Deutschland und nicht im Ausland ihren Firmensitz haben, wird im Verhältnis zu den International Financial Reporting Standards (IFRS) eine gleichwertige, aber einfachere und kostengünstigere Alternative geboten.

  • Die Vorzüge der Maßgeblichkeit des handelsrechtlichen Jahresabschlusses für die steuerliche Gewinnermittlung bleiben bewahrt.

  • Die Eckpfeiler der handelsrechtlichen Rechnungslegung bleiben ebenso bestehen wie das System der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung.

Welche wesentlichen Modernisierungen werden angestrebt oder angeordnet?

Als erstes sind wohl Maßnahmen zu nennen, die mit „Deregulierung“ zu bezeichnen sind.

Deregulierung bedeutet, dass Unternehmen von vermeidbarem Bilanzierungsaufwand entlastet werden. Viele Einzelkaufleute und Personenhandelsgesellschaften (OHG, KG), die nur einen kleinen Geschäftsbetrieb unterhalten, werden von Bilanzierungspflichten (nicht von Aufzeichnungspflichten!) befreit. Sie können ihren Gewinn durch Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben ermitteln und müssen die Entwicklung der Vermögenswerte und Schulden nicht einbeziehen. Dafür werden die Größenklassen, die darüber entscheiden, welche Informationspflichten ein Unternehmen zu erfüllen hat, angehoben: So kommen mehr Unternehmen als bisher in den Genuss der Erleichterungen, die für kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften bereits gelten. Ein neu in das HGB eingefügter § 241a befreit Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 500.000 Euro Umsatzerlöse und 50.000 Euro Jahresüberschuss aufweisen, von der Pflicht zur Buchführung und Erstellung eines Inventars.

Eine weitere Modernisierung bei der Bilanzierung besteht darin, dass immaterielle selbstgeschaffene Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wie zum Beispiel Patente oder Know-how künftig in der HGB-Bilanz anzusetzen sind. Das ist vor allem für innovative Unternehmen wichtig, die intensiv forschen und entwickeln. Das betrifft beispielsweise die chemische und pharmazeutische Industrie, die Datenverarbeitungstechnik oder den modernen Maschinenbau. Auch wissenschaftsintensive Neugründungen können ihre Entwicklungen – ihr Potenzial – künftig in der Handelsbilanz zeigen. Kreditgeber und Aufsichtsorgane sollten im Auge behalten, wie Unternehmen mit diesen neuen Möglichkeiten umgehen, und ob sie dabei weiterhin eher vorsichtig als zu optimistisch (oder gar übertrieben) bewerten.

Von großer Bedeutung ist, dass Rückstellungen von Unternehmen für künftige Verpflichtungen in Zukunft realistischer bewertet werden. So ließen sich insbesondere bei Pensionsrückstellungen die wahren Belastungen der Unternehmen nicht ablesen, weil die bisherigen Wertansätze nach übereinstimmender Auffassung zu niedrig waren. Künftige Entwicklungen (Lohn-, Preis- und Personalentwicklungen) sollen stärker als bisher berücksichtigt werden.

Vorgesehen ist weiter eine erhöhte Transparenz hinsichtlich sogenannter Zweckgesellschaften. Die wirtschaftliche Situation von Zweckgesellschaften und das wirtschaftliche Risiko für Konzerne sollen wahrheitsgetreuer als bisher aus dem Jahresabschluss zu erkennen sein. Es geschah leider zu oft, dass Konzerne wirtschaftlich riskante Geschäfte durch eigens gegründete Zweckgesellschaften erledigen ließen. Dort drohende oder schon eingetretene Verluste wurden, so lange es ging, verschleiert.

Prinzipien solider Buchführung haben seit den Krisenerscheinungen, die 2008 begannen und sich seither ständig verschlimmerten, höhere Bedeutung gewonnen. Firmenzusammenbrüche am sogenannten neuen Markt, Immobilienblasen, Bankenpleiten, Finanzierungskrisen, Haushaltlücken und andere Erscheinungen drohen sich zur Systemkrise zu verdichten. Alle Krisen waren verbunden mit Bilanztricksereien, fehlerhaften Bewertungen, Intransparenz, Fehlinformationen der Anleger und mit anderen Verletzungen von Prinzipien, die einen gewissenhaften Kaufmann auszeichnen. Für die Gestaltung der Buchführung sind Kriterien wie Wahrheit, Klarheit, Vorsicht und Gläubigerschutz mehr noch als früher Merkmale guten Wirtschaftens. Als schädlich haben sich Ideen entlarvt, die darauf hinausliefen, diese Prinzipien und das Bilanzrecht aufzuweichen. Viele angesehene Wissenschaftler haben sich dagegen gewendet. Es gab Tendenzen, bei der Bewertung von Vermögen und Schulden subjektiven Vorstellungen zu breiten Raum zu geben. Die Erfahrungen aus der US-Wirtschaft und anderen Ländern haben drastisch bewiesen, dass dies bis zum Anlagebetrug führen kann. Dem wird dann Vorschub geleistet, wenn Werte angesetzt werden, die nicht nachvollziehbar und überprüfbar sind, sondern aus überhöhten Zukunftserwartungen resultieren oder schon sichtbare Verluste nicht einschließen.

Im Bilanzrecht und in seiner Modernisierung zeigen sich beispielhaft der Sinn und der Nutzen von Rechtsvorschriften. Unter Recht ist die Summe der geltenden Rechtsnormen (geschriebene und ungeschriebene) zu verstehen. Sie sind Regeln für das Verhalten einzelner Menschen oder menschlicher Gemeinschaften, die dazu dienen, deren Zusammenleben zu ordnen und Konflikte zu lösen, und deren Einhaltung, falls erforderlich, durch organisierten Zwang durchzusetzen. Vielfach muss man sich wundern, dass und warum Verhaltensregeln in Paragraphen gefasst sind, deren Inhalt doch selbstverständlich sein sollte.

Denken wir an die zehn Gebote aus der christlichen Religion. Leider ist die Einhaltung notwendiger Verhaltungsweisen nicht für alle Menschen selbstverständlich – dann muss dies im Interesse aller erzwungen werden. Die Normierung von Verhaltensweisen hat jedoch einen weiteren Vorteil: Es besteht die Möglichkeit, sich darüber zu informieren, was allgemein als erforderlich angesehen wird, und wie dem Rechnung getragen werden kann. Ein Beispiel bietet das Handelsgesetzbuch. Es beschreibt Herangehensweisen, die sich teils seit Jahrhunderten bewährt haben, und es gibt Antworten auf das „Wie?“ der Anwendung.

So ist in § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB das Prinzip der Vorsicht wie folgt niedergelegt:

„Es ist vorsichtig zu bewerten, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, zu berücksichtigen …“

Bewährt hat sich bei der Bilanzierung außerdem das Realisationsprinzip. Es besagt, dass Gewinne erst dann in den Bilanzen auszuweisen sind, wenn sie realisiert (wirklich erzielt) sind und nicht schon, wenn sie für möglich gehalten werden. Ein Abweichen davon öffnet Tür und Tor dafür, ein Unternehmen besser darzustellen, als es in der Realität ist.

Demgegenüber sind die angelsächsischen Bewertungsmethoden nicht explizit auf den Gläubigerschutz ausgerichtet, sondern versuchen, in der Bilanz den aktuellen Verkehrswert von Wirtschaftsgütern und damit einen „wahren“ Wert eines Unternehmens auszuweisen.

Dieses Einsteigerbuch vermittelt Ihnen Kenntnisse zur Bilanzierung, soweit diese zum kaufmännischen Grundwissen gehören und in Kaufmannsprüfungen vorausgesetzt werden. Das betrifft besonders die Steuerbilanz auf Basis der Vorschriften des Einkommensteuergesetzes. Behandelt werden deshalb Regelungen zur Absetzung für Abnutzung (Abschreibung von Anlagegütern), zu Rückstellungen und Rücklagen. Dem interessierten Kaufmann sei allerdings geraten, darüber hinausgehend die Grundsatzdiskussionen zu den verschiedenen Bilanzkonzeptionen und Bewertungsverfahren zu verfolgen. Das betrifft besonders das für Deutschland verhinderte Vorhaben, in den Bilanzen einen „fair and true value“ (gerechten und wahren Wert) von Unternehmen darzustellen. Empfohlen sei dazu der Artikel „Die Saarbrücker Initiative gegen den Fair Value“ (DER BETRIEB, Heft 47 vom 21.11.2008). Die Position der prominenten Autoren spielte bei Regierungsanhörungen zur Ausgestaltung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes eine gewichtige Rolle. Es wird begründet, warum eine sogenannte „Fair-Value-Bewertung“ in der Praxis nicht dazu beitragen kann, „entscheidungsnützliche, zukunftsgerichtete Informationen an die Investoren bereitzustellen.“ Vielmehr würde Tür und Tor für subjektive Bewertungen geöffnet werden, die potenzielle Investoren in unsichere Anlagegeschäfte locken sollen. Verbreitet ist Unsicherheit und Vertrauensverlust eingetreten.

Warum entsprechen Bilanzen, die dem Investor einen „Marktwert“ aufzeigen sollen, sehr oft nicht der Wahrheit? Eine der Ursachen liegt darin, dass für mehr als 90 % aller Vermögenswerte nach Expertenmeinung ein Marktwert objektiv nicht feststellbar ist. Wie hoch soll der „Marktwert“ einer Maschine sein, die vor fünf Jahren angeschafft wurde? Ist das vielleicht ein aktuell erzielbarer Wiederverkaufswert? Oder kann der Marktwert der Maschine aus dem Anteil eines Gesamtmaschinenparks abgeleitet werden? Vernünftige Antworten sind nicht möglich. Wie die steuerlichen Vorschriften und das Handelsgesetzbuch mit diesem real vorhandenen Dilemma konstruktiv und rational umgehen, werden Sie in diesem Buch erfahren.

Ein Tipp für den Leser:

Wir schlagen einen kleinen Selbsttest vor. Rufen Sie im Internet die Bilanz der Bayer AG auf (http://www.geschaeftsbericht2010.bayer.de/de/bayer-geschaeftsbericht-2010.pdfx).

Notieren Sie in dieser Bilanz vor dem weiteren Durcharbeiten dieses Buches einige zentrale Begriffe, Gliederungspunkte und Zusammenhänge, die Sie noch nicht gut verstehen. Wiederholen Sie den Versuch, nachdem Sie dieses Buch durchgearbeitet haben. Sie werden selbst Ihren eigenen Erkenntnisgewinn einschätzen können.

Das Beispiel der Bayer AG wurde ausgewählt, weil

  • durchgängig der Praxisbezug gewahrt werden soll,

  • die Bayer AG ihren Jahresabschluss auf dem deutschen Handelsgesetzbuch aufgebaut hat,

  • weil viele instruktive Erläuterungen zu einzelnen Bilanzpositionen und Bewertungen gegeben werden und

  • weil sich dieser Konzern ausdrücklich den anerkannten Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung angeschlossen hat (Deutscher Corporate Governance Kodex). Das spiegelt sich im Jahresabschluss von Bayer durch Transparenz und Offenlegung von Problemen wider. Der Kodex ist im Internet publiziert.

Eine wesentliche Zielrichtung des neuen Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz – BilMoG) besteht darin, das Verhältnis des deutschen Bilanzrechts zu internationalen Bilanzierungsregeln zu klären. Das ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen von großer Bedeutung. Erhebliche Besorgnis war entstanden, nachdem im Jahr 2007 ein Entwurf internationaler Bilanzierungsregeln (IFRS) für kleine und mittelgroße Unternehmen bekannt gemacht wurde. Dies erfolgte durch das „International Accounting Standards Board (IASB)“ als international besetztes unabhängiges Gremium von Rechnungslegungsexperten, das die International Financial Reporting Standards (IFRS) entwickelt und bei Bedarf überarbeitet. Die Resonanz auf die vorgeschlagene IFRS-Version war überwiegend negativ. Der große Wurf sei dem IASB nicht gelungen, hieß es einhellig bei Experten. Deshalb kam der Ersatz des deutschen Bilanzrechts durch internationale Standards nicht infrage. Die realisierte Alternative bestand darin, das deutsche Bilanzrecht im BilMoG so auszugestalten, dass es den internationalen Regeln entspricht – so weit sie akzeptabel waren oder für international tätige Unternehmen vorgeschrieben sind.

Das Verhältnis von nationalem Bilanzrecht zu internationalen Regeln ist von großer Bedeutung und wird es mit Sicherheit auch bleiben. Internationale Vergleichbarkeit der Rechnungslegung bildet ein praktisches Erfordernis. Bereits 1973 wurde das International Accounting Standards Committee (IASC), mit Sitz in London, als privatrechtlicher Verein nationaler Verbände von Rechnungslegern und Wirtschaftsprüfern gegründet. Über viele Jahre führte das IASC ein kaum beachtetes Schattendasein, bis die EU im Jahr 2000 beschloss, bei der Fortentwicklung von Rechnungslegungsvorschriften mit dem IASC zusammenzuarbeiten.

Die neuen Rechnungslegungsstandards heißen nunmehr International Financial Reporting Standards (IFRS); früher wurden sie als IAS bezeichnet. Der erste neue Standard wurde im Juni 2003 veröffentlicht. Weitere Standards werden laufend verabschiedet. Damit diese gesetzliche Wirkung entfalten, verabschiedet die Europäische Union die Standards in einem so genannten Endorsement-Prozess. Eine Überführung in nationales Recht ist nicht erforderlich, da die EU-Direktiven unmittelbar für alle Beitrittsländer der Europäischen Union gelten.

Die rund 7.000 börsennotierten Unternehmen in der EU müssen bereits für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1.1.2005 begonnen haben, ihre konsolidierten Abschlüsse nach Maßgabe der IFRS/IAS erstellen.

Für die große Mehrheit der deutschen Unternehmen (mittlere und kleinere) wird es aber vorrangig darauf ankommen, ihre Buchführung so zu gestalten, dass sie den Erfordernissen der Steuergesetzgebung (Steuerbilanz) entspricht. Wenn sich das Steuerrecht weiter internationalisiert, werden sich zwangsläufig auch die Vorschriften zur Ermittlung des Unternehmensvermögens und des Gewinns den internationalen Standards weiter annähern. Ihre länderübergreifende Vereinheitlichung ist Zukunftsperspektive, für die Termine noch nicht absehbar sind.

Buchführung für alle Unternehmer

Jeder, der selbstständig tätig ist oder den Weg in die Selbstständigkeit beschreiten möchte, muss klären, wie er seine geschäftlichen Aufzeichnungen vornehmen will. Muss er eine Buchführung einschließlich der Bilanzierung einrichten oder gibt es erleichterte Möglichkeiten? Eindeutig ist die Antwort, wenn für den Unternehmer die Kaufmannseigenschaft zutrifft. Ist das so, muss er den Vorschriften zur Buchführung in der Weise nachkommen, wie das im Handelsgesetzbuch bestimmt ist.

Wer ist Kaufmann? § 1 Handelsgesetzbuch gibt darauf folgende Antwort:

  1. Kaufmann im Sinne dieses Gesetzbuchs ist, wer ein Handelsgewerbe betreibt.

  2. Handelsgewerbe ist jeder Gewerbebetrieb, es sei denn, dass das Unternehmen nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert.

Auch dann, wenn die Kaufmannseigenschaft nicht zutrifft, kann ein Unternehmer dennoch zur Buchführung einschließlich der Bilanzierung mit Erstellen von Abschlüssen verpflichtet sein. Nach Steuerrecht gilt dies, falls bestimmte Größenordnungen der Geschäftstätigkeit überschritten werden. Diese Grenzen sind zurzeit mit 500.000 Euro Jahresumsatz und 50.000 Euro Jahresgewinn abgesteckt (§ 141 AO).

Das Steuerrecht fasst im Vergleich zur Definition des Kaufmanns den Begriff des Unternehmers breiter. § 2 des Umsatzsteuergesetzes stellt fest:

„Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt. Das Unternehmen umfasst die gesamte gewerbliche oder berufliche Tätigkeit des Unternehmers. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen …“

Die Definitionen der Kaufmanns- und der Unternehmer-Eigenschaft lassen es geraten erscheinen, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Ist jeder Unternehmer auch Kaufmann?

  2. Falls bestimmte Unternehmer als „Nicht-Kaufleute“ gelten können, haben diese dann auch Buchführungspflichten zu erfüllen oder vielleicht nicht?

Zur ersten Frage: Tatsächlich ist nicht jeder Unternehmer zugleich Kaufmann. Welche Unternehmer könnten das sein?

Das sind zunächst Freiberufler. Welche Unternehmer zu dieser Kategorie zählen, ist eindeutig geregelt. Angehörige freier Berufe erbringen aufgrund besonderer beruflicher Qualifikation persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig geistig-ideelle Leistungen im Interesse ihrer Auftraggeber und der Allgemeinheit. Im § 18 EStG sind die zugehörigen Tätigkeiten und Berufe im Einzelnen genannt. Das kann dort nachgelesen werden.

Außerdem gehören zu den Unternehmern, nicht aber zu den Kaufleuten, solche, die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft oder Vermietung und Verpachtung erzielen.

Die wichtigste Unternehmergruppe aber, die nicht zugleich Kaufmannseigenschaft besitzt, bilden die „Kleingewerbetreibenden“. Diese Einstufung trifft für eine außerordentlich große Anzahl von Unternehmen zu, weil seit dem Jahr 2009 gesetzlich sehr großzügige Grenzen festgelegt sind. Jeder Unternehmer, der nicht mehr als 50.000 Euro Jahresüberschuss und nicht mehr als 500.000 Euro Umsatzerlöse erzielt, kann (muss aber nicht) diese Einstufung für sich beanspruchen. Er muss sich nicht als Kaufmann im Sinne des Handelsgesetzbuchs bezeichnen und die entsprechenden rechtlichen Konsequenzen für sich gelten lassen.

Zur zweiten Frage: Sind die Unternehmer, die „Nicht-Kaufleute“ sind, von Buchführungspflichten ausgenommen oder gar „befreit“? Das ist ganz und gar nicht der Fall, obwohl das fälschlich oft angenommen wird. Zunächst einmal wird im Zusammenhang mit Erleichterungen und Befreiungen in den Gesetzen immer nur von handelsrechtlichen Buchführungs- und Bilanzierungspflichten gesprochen und nicht von der Buchführung überhaupt. Das ist keine Wort-Klauberei. Auch der kleinste Unternehmer muss zum Beispiel im eigenen Interesse ein Kassenbuch führen und seine bargeldlosen Geldtransaktionen aufzeichnen. Das ist „Buchführung“ einfachster Art.

Weiterhin entscheiden sich viele „Kleinunternehmer“ aus eigener Einsicht für eine Buchführung in der Art, wie sie im Handelsgesetzbuch beschrieben ist. Warum? Sie haben im täglichen Leben erkannt, dass sie nur auf diese Weise „geschäftlichen Blindflug“ vermeiden können. Außerdem hat sich eine ordentliche Buchführung als der beste Weg erwiesen, mit dem Finanzamt klarzukommen. Es geht dabei vorrangig um die Abrechnung der Umsatzsteuer und um die Erklärung der Einkommen- und Gewerbesteuer.

Als Fazit kann festgehalten werden, dass Unternehmer, die nicht zugleich Kaufleute sind, zwar Buchführung betreiben, aber nicht alle handelsrechtlichen Vorschriften beachten müssen. Besonders betrifft das die Bewertung von Vermögen und Schulden. Es reicht aus, die Geschäftsvorgänge dann in der Buchführung aufzuzeichnen, soweit sie mit Geldbewegungen (bar oder bargeldlos) verbunden sind. Solche Aufzeichnungen sind aber als Minimum unabdingbar.

Gewinnermittlung – ein Ziel der Buchführung

Wie ein Unternehmer, der nicht zugleich Kaufmann ist, seine Buchführung auch immer einrichtet, in jedem Falle muss er sichern, dass er gegenüber dem Finanzamt die Angaben zum Gewinn und zu anderen Besteuerungsgrundlagen glaubhaft machen und sie gegebenenfalls nachprüfbar beweisen kann.

Die Einkommensbesteuerung orientiert sich bei den Einkünften aus Gewerbebetrieb, aus selbstständiger Arbeit, aus Land- und Forstwirtschaft und Vermietung und Verpachtung an dem steuerlichen Gewinn. Er ist nicht nur für die Ermittlung der Einkommensteuer relevant. Er bildet auch die Bemessungsgrundlage für das körperschaftssteuerliche Einkommen und den Gewerbeertrag, der die Höhe der Gewerbesteuer bestimmt.

Steuerrechtlich gibt es zwei Methoden der Gewinnermittlung:

  • den Betriebsvermögensvergleich (§ 4 Abs. 1, 5 EStG)

  • die Einnahme-Überschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG)

Der Betriebsvermögensvergleich entspricht dem Abschluss nach Handelsrecht, so wie ihn das Handelsgesetzbuch für Kaufleute vorschreibt. Jeder Absolvent einer kaufmännischen Ausbildung muss in der Prüfung nachweisen, dass er einen solchen Abschluss an Hand eines einfachen Geschäftsgangs aufstellen kann bis hin zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung. Hilfe dabei zu bieten, ist Anliegen dieses Buches. Alle Buchungsbeispiele orientieren sich an diesem Ziel.

Die Einnahme-Überschussrechnung (als vereinfachte Gewinnermittlung) ist dem Finanzamt durch solche Steuerpflichtige zu übergeben, „die nicht auf Grund ...

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