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Ryland - Eine Texas Dynastie #2: Todesfiesta in San Antonio

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Ryland - Eine Texas Dynastie #2: Todesfiesta in San Antonio

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PERSONENVERZEICHNIS

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Luke Ryland: Er ist der Boss von Ryland Logistics, einem großen Transportunternehmen. Sein riesiges Imperium beherrscht den Süden der USA. Als mächtiger Mann hat er viele Feinde – leider auch in der eigenen Familie.

Jim Sherman:  Ex-Schwiegersohn des Firmengründers. Ein Mann, der seine Freiheit liebt und sich nirgends wohler fühlt als hinter dem Steuer seines Kenworth W 900 Conventional. Mit seinem Truck, den er „Thunder“ nennt, durchquert er die USA von Ost nach West und von Nord nach Süd. Aber auch jetzt noch ist sein Schicksal mit dem der Ryland-Dynastie eng verbunden.

Bob Washburn: Boxprofi und ehemaliger Kollege von Jim Sherman, mittlerweile wieder Partner von Jim und mit dabei auf Tour,

Carla Sue Sherman, geb. Ryland: Luke Rylands ältere Tochter und Ex-Frau Jim Shermans. Sie bereut die Scheidung von Jim bitter und möchte ihn zurückgewinnen, aber dazu ist es zu spät.

Nolan Curtis: Schwiegersohn des Chefs von Ryland Logistics und Geschäftsführer der angeschlossenen Tochterfirmen. Ein smarter Geschäftsmann. Seine Skrupellosigkeit wird nur noch von seiner Gier nach Geld und Macht übertroffen. Und um dieses Ziel zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht.

Amber Curtis, geb. Ryland: Jüngere Tochter von Luke Ryland und Frau von Nolan Curtis. Sie liebt Intrigen und lässt auch sonst nichts anbrennen. Selbst wenn sie sich dadurch ihren Vater und ihre Schwester zu Feinden macht

Marilyn Ryland: Die junge, schöne zweite Frau von Luke Ryland, die auch in Krisensituationen fest zu ihm steht

Jefferson C. Corrigan: Inhaber von Alamo Transports, der größte Konkurrent von Ryland Logistics. Ein Geschäftsmann, der mit harten Bandagen kämpft, aber auch ein Versprechen hält, das er einmal gegeben hat.

Monica Corrigan: Jefferson C. Corrigans Tochter. Im Gegensatz zu ihrem Vater stehen für sie nur Geld und schnelle Gewinne im Vordergrund

Antonio (Tony) Alvarez:  Er fährt Fracht für Alamo Transports und ahnt noch nicht, dass sein eigener Weg und der der Ryland-Dynastie sich schon bald auf überraschende Weise kreuzen werden. Denn die gemeinsamen Wurzeln liegen mehr als 20 Jahre zurück ...

Sam Windwalker: Tonys Beifahrer, ein Cheyenne-Indianer, der einige Jahre im Gefängnis gesessen hat und zusammen mit Tony unterwegs ist. Sie erledigen oft gefährliche Aufträge mit ihrem schwarzen Kenworth, den sie „Black Knight“ genannt haben. Tony Alvarez und Sam Windwalker sind Jim Sherman und Bob Washburn schon öfters begegnet. Man kennt und respektiert sich – und gegenseitige Hilfe ist selbstverständlich.

Der Cummins-Motor unter der Haube des Mack Conventional RS 600 röhrte: Laredo-Bill Connors hielt die 450 PS souverän in seinen hornigen Fäusten. Ein Mann wie ein Bär, dessen breite Brust das gelbe T-Shirt fast sprengte. Hakennase, wasserhelle, große Augen, ein ungepflegter Zottelbart.

Ohne den Blick von der sechsspurigen Interstate zu nehmen, schaltete er. Steuer nach rechts: Vor ihm tauchten die blauen Schilder auf. Truck Stop Seguin, letzte Station vor San Antonio. Runter mit der Geschwindigkeit: 4. Gang, 25 Meilen. Im Rückspiegel sah er den weißblauen Streifenwagen der Highway Police. Connors lenkte das achtzehnrädrige Gespann auf den Parkplatz. Er zog die Feststellbremse an. Ein sattes Zischen war zu vernehmen. Der Motor lief wummernd weiter.

Connors drehte das Fenster neben sich herunter. Aus einem Autoradio dröhnte Country Music über den Parkplatz, auf dem drei Dutzend Trucks in der Nähe der Tanksäulenbatterien und Abschmierhallen standen. Es stank nach Diesel, Zigarettenrauch und verbranntem Gummi - ein vertrauter Geruch.

Connors bemerkte einen mausgrauen Chevy im Rückspiegel, der ihm langsam vom Interstate auf den Truck Stop gefolgt war. Die langgestreckte Limousine verschwand im toten Winkel hinter dem langen, metallicfarbenen Auflieger. Connors drehte sich halb auf dem tabakbraunen Ledersitz und zog den Vorhang vor der Schlafkabine weg.

„Wach auf“, sagte er zu seinem Shotgun. „Es riecht nach Heimat.“

Der Motor des Chevy heulte auf. Der langgestreckte, flache Wagen tat einen förmlichen Sprung nach vorn: Er schoss hinter dem Auflieger des Mack hervor und jagte mit jaulenden Pneus vorbei. Er schleuderte, stellte sich fast quer, passierte einige der parkenden Trucks und verschwand in Richtung Ausfahrt auf den Interstate, wo der Verkehr nach San Antonio vorbeifloss.

Von der anderen Seite sah Laredo-Bill einen knallroten Kenworth Conventional mit grellen Blitzen rechts und links auf der Kühlerhaube auftauchen. Das Gespann kroch im 15 Meilen-Tempo über den von Ölpfützen bedeckten Asphalt des Parkplatzes.

Connors kannte diesen Truck. Er griff zum Mikrofon der CB-Box und drückte den Sendeknopf: „Laredo auf eins-neun! Hallo, Thunder ...“

Eine mörderische Explosion riss ihm die Worte von den Lippen. Ein Beben und Zittern durchlief das gewaltige Mack-Gespann. Der Druck in der Kabine war so stark, dass Connors glaubte, auf Zitronengröße zusammengepresst zu werden.

Die Windschutzscheibe vor Connors zerfiel in ein Spinnennetz von Rissen. Sein Zeitgefühl setzte aus: War es Nacht, war es Tag? Waren sie schon alle tot?

Ein heftiger Schlag traf ihn von hinten. Er wurde auf dem Sitz nach vorn gedrückt und landete mit dem Oberkörper über dem Lenkrad. Sein Shotgun war – noch halb schlafend - aus der Koje geschleudert und auf ihn geworfen worden.

Jetzt ein weiterer dröhnender Donnerschlag: Der Rückspiegel war für Connors voller Feuer. Mehr nahm er nicht wahr. Auch nicht den Schrei seines Beifahrers.

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JIM SHERMAN SCHLUG das Steuer scharf ein. Bob Washburn neben ihm hatte die Golfkappe mit dem schmalen Sonnenschild tief ins Gesicht gezogen und rutschte im Beifahrersitz tiefer. Zu viele kannten ihn: von Schaukämpfen, von der Zeitung, von großen Plakaten, wenn er wieder einen seiner Kämpfe als Berufsboxer angestanden hatte. Ein Scheißjob. Jedenfalls, wenn er alles rückblickend betrachtete. Box-Profi - damit hatte er sich freigemacht von all den Zwängen, die einem Mann mit schwarzer Haut begegneten. Er war naiv gewesen, hatte geglaubt, dass nur seine Kraft zählte. Und sein Können. In Wirklichkeit war dieses Geschäft von Aasgeiern gesteuert. Sie bestimmten die Spielregeln. Sie bestimmten, wer oben war, wer der Bessere im Ring sein durfte.

Jetzt waren sie hinter ihm her. Weil er diese schmutzigen Tricks nicht geschluckt hatte. Wenn er nur daran dachte, packte ihn die nackte Wut. Aber es war wie im Ring: Nicht nur Kraft zählte, auch Überlegung, Selbstkontrolle, im richtigen Moment den Kopf einziehen. Genau das tat er im Augenblick.

Jim Sherman nahm den Fuß vom Gas. Kupplung. Schalten. Die Drehzahl sank. Der mächtige Kenworth Conventional knurrte wie ein schläfriger Tiger.

„Da drüben steht ein Truck von Ryland Logistics.“

Shermans Fäuste lagen entspannt auf dem Lenkrad. Sein markant geschnittenes, breitflächiges Gesicht wirkte ruhig und kontrolliert wie immer, wenn er hinter dem Steuer saß. Aber Bob wusste, dass es in Jim ganz anders aussah. Dafür kannte er ihn schon gut genug. Seit dem Attentat auf Luke Ryland, seinen Ex-Schwiegervater, dachte der dunkelblonde Texaner an nichts anderes mehr. Und jetzt noch der Ärger mit ihm, mit Bob Washburn, seinem neuen Partner ... Das war eine Menge für einen Mann, der die Enge der Städte hasste und die Ruhe und Freiheit der endlosen Highways liebte, der keine Lust hatte, sein Leben von anderen bestimmen zu lassen. Bob dachte, dass es verdammt gut war, einen solchen Freund zu haben, auch wenn er zu der Sorte Mann gehörte, die ihre Probleme lieber allein bewältigten und nicht andere damit belasteten.

Da kam die Exposion: Ohne jede Vorwarnung. Der Kenworth war noch knapp fünfzig Yards von dem gelben Mack der Ryland Logistics entfernt. Die Stichflamme, die unter der Trägergabel zwischen Auflieger und Zugmaschine aufzuckte, war heller als die Sonne.

Sie wurde zu einer lodernden Fackel, die binnen Sekundenbruchteilen verglühte. Die Kraft der Explosion zerriss die Sattelkupplung und schleuderte das Kopfende des Aufliegers in die Höhe. Der lange, metallicfarbene Container bäumte sich geradezu auf, wurde zum Turm und kippte mit blechernem Ächzen zur Seite, wobei seine seitliche Schiebetür aufplatzte und Säcke mit Rohkaffee herausquollen. Die Säcke zerrissen. Eine Flut von grünen Kaffeebohnen prasselte auf den Asphalt.

Der Auflieger krachte herunter und drückte die Fronthaube eines Cadillac ein. Zwei Männer, die sich von den Abschmierhallen genähert hatten, wurden von der Druckwelle erfasst.

Einer sprang sofort auf und begann zu rennen. Der andere war zu langsam. Bevor er wieder auf den Beinen war, traf ihn der Auflieger und riss ihn abermals zu Boden. Reglos, mit eingeklemmten Beinen, blieb er liegen.

Die Mack-Zugmaschine wurde nach vorn gestoßen. Die Motorhaube flog auf. Jim Sherman und Bob Washburn sahen das verzerrte Gesicht eines Mannes hinter einer zersplitternden Windschutzscheibe. Dann detonierten die Tanks unter der Maschine.

Der ganze Truck war in eine Feuerlohe gehüllt. Die Kunststoffhaube verformte sich sofort.

Jim trat auf die Bremse, dass er und Bob nach vorn gerissen wurden. Mit einem Satz waren sie draußen. Bob zerrte den Feuerlöscher unter dem Sitz hervor. Die Luft stank nach Diesel, verbranntem Gummi und heißem Kunststoff. Schwarze, schleimige Qualmwolken breiteten sich über dem Parkplatz aus. Der Mack lag auf der Seite.

Jim erreichte die Zugmaschine als erster. Die Luft war so heiß, dass er das Gefühl hatte, seine Haut würde platzen. Die ätzenden Schwaden der brennenden Reifen und des auslaufenden, brennenden Öls schmerzten in seinen Lungen. Er lief trotzdem weiter.

Mit einem Panthersatz erreichte er das Trittbrett der nach oben ragenden Seite des Mack, wo die Reifen noch nicht brannten. Er öffnete die Tür. Von unten schlugen Flammen in die Fahrerkabine. Die Kleidung des Shotgun brannte. Jim packte den Mann, der reglos über dem Fahrer hing, am Hosengürtel und wuchtete ihn hoch. Er zerrte ihn aus der Kabine. Die Flammenzungen leckten nach ihm. Jim schob den Mann durch die Tür. Hinter ihm tauchten weitere Trucker auf. Sie nahmen den Bewusstlosen in Empfang. Jim beugte sich tief ins Fahrerhaus: Er erkannte den Mann hinter dem Steuer: Laredo-Bill Connors. Er war offenbar festgeklemmt, aber bei Bewusstsein.

„Mit mir ist es aus, Jim!“

Jim antwortete nicht. Er packte die Arme von Connors und warf sich zurück. Mit seinem ganzen Gewicht zerrte er ihn frei. Die dichten Rauchschwaden, die den Mack mehr und mehr einhüllten, nahmen ihm nicht nur die Sicht, sie raubten ihm auch den Atem.

Er hörte das Brüllen der anderen Männer, die den Truck umringten. Dann zischte ein Feuerlöscher los. Bob Washburn jagte eine volle Ladung Löschschaum in die grell zuckenden Flammen.

Jim verlor den Halt und stürzte zurück. Kräftige Fäuste fingen ihn auf. Connors wurde heruntergezogen. Seine Unterarme und Beine waren von schweren Brandwunden bedeckt.

Jemand schrie nach einer Ambulanz. Decken wurden gebracht. Connors wurde auf den Asphalt gebettet. Sein Shotgun war schon zum Rasthaus hinübergebracht worden.

Jim richtete sich auf. Er glaubte, die Lunge ausspucken zu müssen, so hustete er. Er schleppte sich aus dem Rauch und beugte sich über Connors.

„Du schaffst es, Billy.“ Seine Stimme klang schwach und heiser. „Keine Sorge, Junge.“

„Der  graue - Chevy“, flüsterte Connors. „Hast du den - Chevy - gesehen ...“

„Wir finden das Schwein“, sagte Jim. Zwei Männer hoben Connors auf und trugen ihn weg. Jim erhob sich. Er vernahm das Heulen einer Polizeisirene und das Signalhorn der Ambulanz, die sich auf dem Interstate näherte.

Eine schwere Faust legte sich auf Jims Schulter. Er wurde aus der Nähe des brennenden Trucks geschoben. Langsam wandte er den Kopf und blickte in das Gesicht Bob Washburns. Washburn hatte Ruß auf Stirn und Wangen. Seine Augenbrauen waren versengt, seine Jeans mit Feuerlöschschaum besudelt.

In der Ferne tauchte ein rotes Fahrzeug der Seguin-Firebrigade auf. Als Sherman und Washburn sich von dem brennenden Mack entfernten, sah Jim einen schwarzen, zylinderförmigen Behälter unterhalb der Bordsteinkante kaum fünf Yards von dem Mack liegen.

„Lauf!“, schrie er Washburn an. Der fragte nicht, warum. Er lief. Im selben Moment raste ein blau-weißer Wagen der Highway Police die Zufahrt hoch. Er überfuhr den Begrenzungsstreifen und rollte über die Bordsteinkante.

Die nächste Explosion schleuderte zwei Dutzend Männer von den Beinen. Die Druckwelle erwischte auch Jim und Bob und stieß sie nach vorn.

Der Streifenwagen wurde wie von einer unsichtbaren Faust hochgeworfen und überschlug sich fast. Er landete krachend auf dem Dach. Dort, wo der schwarze Metallzylinder gelegen hatte, war nun ein Loch in der Asphaltdecke. Benommen krabbelten die beiden Highway Policemen aus dem Fahrzeug. Sie hatten mehr Glück gehabt als die beiden Trucker.

„Da hat einer seinen Job aber sehr gründlich tun wollen.“ Washburn warf den leeren Feuerlöscher in die Kabine des Kenworth.

„Das war kein Zufall.“ Jims Miene war wie aus Granit gehauen. „Erst versuchen sie, Luke Ryland umzubringen. Jetzt fliegt ausgerechnet einer seiner Trucks in die Luft. Hier will jemand einen Krieg anfangen.“

„Vielleicht derselbe, der hinter mir her ist“, sagte Washburn.

„Das wird sich alles heraussteilen.“ In Jims Augen war ein zorniges Glimmen. „Ich muss zurück nach San Antonio. Du fährst mit dem Thunder weiter. Solange du in Bewegung bist, sind die Kerle, die hinter dir her sind, beschäftigt, deine Spur zu suchen.“

„Und du?“

„Die Rylands müssen wissen, was passiert ist. Vielleicht haben die Kerle, die hinter den Anschlägen stecken, noch mehr geplant.“

„Glaubst du nicht, dass sie ohnehin davon erfahren?“

„Wahrscheinlich landen alle Informationen bei Curtis.“ Wenn Jim an seinen Ex-Schwager dachte, zog sich ihm gleich wieder die Galle zusammen. „Kein Mensch weiß, was Curtis vorhat, jetzt, wo Luke im Hospital liegt. Vielleicht hat er gar nichts dagegen, wenn der Rest der Familie den Killern ins offene Messer läuft.“

„Glaubst du, dass er seine Finger in der Sache hat?“

„Bestimmt nicht. So weit würde nicht einmal Curtis gehen. Der kennt bessere Methoden, die weniger auffällig sind.“ Jim schüttelte den Kopf. „Wir treffen uns in La Vernia. Dort gibt es einen kleinen Truck Stop. Wenig Verkehr. Spätestens morgen Abend bin ich da. Lass dich nicht erwischen. Bob“

„Ich habe sieben Leben“, sagte Bob Washburn.

„Wie viele davon sind noch übrig?“ Jim ergriff die Rechte des Partners. „Vielleicht solltest du dein Geld lieber in ein anderes Geschäft investieren.“

„Warum? Ich mag es, wenn es kracht.“

„Die nächsten, die explodieren, könnten wir sein.“

Jim wandte sich ab und lief zu einem Peterbilt hinüber, der gerade anfuhr. Die Feuerwehr war eingetroffen und hatte den brennenden Mack schon gelöscht. Deutlich waren auf der verformten und verrussten Haube noch die Buchstaben RL zu lesen, das Zeichen für „Ryland Logistics“.

Washburn erklomm den Kenworth und klemmte sich hinter das Steuer. Er blickte Jim nach, der mit dem Fahrer des Peterbilt sprach und wenig später einstieg. Washburn löste die Feststellbremse. 2. Gang. Gas. Das Gespann rollte mit gleichmäßigem Dröhnen an. Washburn langte nach vorn und stellte das Radio an, während er den knallroten Kenworth auf die Zufahrt zur Interstate Road lenkte und sich geschickt in den fließenden Verkehr einfädelte.

Die nasale Stimme von George Strait drang, begleitet von perlenden Gitarrenklängen, aus dem Lautsprecher: „The Cowboy rides away.“.

So fühlte Washburn sich auch.

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NOLAN CURTIS HATTE sich immer eine Menge darauf zugute gehalten, in jeder Situation in angemessener Weise aufzutreten und das passende Gesicht aufzusetzen. Seit dem Attentat auf seinen Schwiegervater Luke Ryland trug er nur Anzüge in gedeckten Farbtönen. Seine jungenhafte, unbekümmerte Miene, die schon viele über das wahre Wesen dieses Mannes hinweggetäuscht hatte, war in würdige Falten gelegt.

Durch das Fenster seines vollklimatisierten Offices sah er auf das riesige Firmengelände der Ryland Logistics an der Seguin Street hinaus. Gut zwanzig Handwerker waren damit beschäftigt, die Schäden, die bei dem Attentat auf Luke Ryland entstanden waren, zu beseitigen. Das zermalmte Grün des Golfgeländes war geglättet, die Ränder des Zierteiches wieder befestigt worden. Die Trümmer der Glasfassade von Rylands Office hatte man beseitigt. An dem hohen Doppelzaun, der das Gelände umgab, waren die Posten des Secutonio-Wachdienstes verstärkt worden.

Curtis hatte gerade mit dem Hospital telefoniert und erfahren, dass sein Schwiegervater noch nicht bei Bewusstsein war. Es fiel ihm immer schwerer, die Fassade der Betroffenheit aufrecht zu erhalten.

„Es sind fast zweihundert Telegramme mit Genesungswünschen eingegangen“, sagte eine weibliche Stimme hinter ihm. Mary Anne stand in der Tür, seine neue Sekretärin. Er hatte sie erst vorige Woche eingestellt. Schwarzhaarig, langbeinig, kleine, wohlgeformte Brüste, die sich deutlich unter der dünnen Seidenbluse abzeichneten. Sie verstand etwas von ihrem Job, sie war zielbewusst und energisch. Als Nolan Curtis sich zu ihr umwandte, fragte er sich, ob sie ebenso gut im Bett war.

„Entwerfen Sie eine Danksagung“, sagte er. „Im Namen der Firma. Legen Sie mir den Text vor. Wenn ich mein Okay gegeben habe, lassen Sie das Schreiben vervielfältigen und schicken Sie es an jeden raus, der Anteil am Schicksal meines Schwiegervaters nimmt.“

„Und die Blumen?“

„Lassen Sie sie im Hospital verteilen.“ Curtis rückte an seinem eleganten Bolo Tie, das er statt einer Krawatte trug. „Es wird einen guten Eindruck hinterlassen.“

„Sie haben heute noch ein Gespräch mit zwei Frachtagenten auf Ihrem Terminkalender, Sir“, sagte Mary Anne. „Dann wollten Sie ins Hospital hinüberfahren.“

„Sie teilen das alles schon richtig ein.“ Curtis lächelte sie gewinnend an. „Es wäre mir recht, wenn Sie mich Nolan nennen würden, Mary Anne. Es klingt familiärer.“

„Wenn Sie das für richtig halten.“ Sie zog die Augenbrauen hoch. Ihr Blick zeigte, dass sie ihn verstanden hatte.

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