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Racheengel der Vampire

Angel Wagner, Revenge Angel

Racheengel der Vampire

Sehnsucht


Ein fettes Dankeschön an meinen Lektor BeKoma ... ohne dich wäre ich wahrscheinlich am ersten Teil verzweifelt! Aber die viele nervenaufreibende Arbeit hat sich am Ende gelohnt! Ein weiteres Dankeschön auch an die anderen Helferlein! Anmerkung: Habe den ersten Teil noch mal unter die Lupe genommen und verarztet. Bremen, den 29.05.2016


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Drei merkwürdige Steckbriefe und ein ernstes Anliegen

                                                                                                                                                                                                                                

„Hey, ihr lesewütigen Blutkonserven mit befristeter Haltbarkeit. Mein Name ist Konga und ich übernehme hier mal kurz das Zepter. Da ich seit einigen Jahrhunderten mit Leib und Seele ein durchtriebener Blutsauger bin und Rev meint, dass es an der Zeit wäre, euch was von mir und meinen Lakaien vor den Bug zu brettern ... will ich mal nicht engstirnig sein und euch an meinem stressigen Leben teilhaben lassen. Selber schuld, wenn Rev und ihr das so haben wollt. Sorry, bin immer ziemlich direkt und es wäre ratsam, wenn ihr euch gleich damit abfinden! Um euch etwas auf die Sprünge zu helfen hat Rev hier drei persönliche Steckbriefe reingepackt, damit ihr wisst, mit wem ihr es hauptsächlich zu tun bekommt. Und da ich ein blutgieriger Macho bin, der selten etwas abwarten kann, hat sie euch meinen als ersten vorgeknallt. Wundert euch nicht, ich und meine Leutchen haben die Teile auch kommentieren. Konnten wir uns einfach nicht verkneifen … Los geht’s!“

Steckbrief von Konga  

einschließlich eigenwilliger Kommentare

Name:

„Konga ... das reicht.“

Nachname:

„Unbekannt. Selbst, wenn es einen gäben würde ... is unwichtig.“

Augenfarbe:

„Je nach Lichteinfall dunkelbraun bis schwarz.“  

Haarfarbe/Länge:

„Ich trage seit zig Jahrhunderten schwarze, hüftlange Haare. Ja, verdammt, die bleiben dran! Alle wollen mir ’nen neuen Schnitt verpassen ... das is lästig! Lasst es! Und nein, ich will auch keine geflochtenen Zöpfchen haben!“

Bemerkung von Rev: Keine Ahnung, warum er bei diesem Thema so überreizt reagiert. Ich finde, ihm stehen die lange Haare, und schlussendlich muss ja jeder für sich selbst entscheiden, wie er rumrennt.

Größe:

„Knapp zwei Meter, mit Stiefeln bin ich drüber. Größe ist wichtig, sie verschafft Respekt! Damit kann ich meinen Feinden auf den ersten Blick vermitteln, wer hier das Sagen hat und was ihnen blüht, wenn ich aushole.“

*lacht überheblich

Gewicht:

„Netto ... so um die hundert Kilo reine Muskelmasse plus Knochen, Haut, Haare und Fängen. Für den, der sich nicht auskennt, hier ein paar Angaben: mein Skelett wiegt elf Kilo, die Haut - siebzehn Kilo. Haare und Fänge bringen es nur auf ein paar hundert Gramm, ergo nicht erwähnenswert. Wobei ... Fänge haben eher ein mentales Gewicht, das beim Wachsen in den Köpfen der Menschen zunimmt.“

*grinst und zeigt dabei seine anwachsenden spitzen Eckzähne

B. v. Rev: Sieht irre cool aus. Er könnte mit seinem letzten Satz recht haben!

Alter:

„Hm ... circa 296 Jahre ... in etwa … vielleicht auch nicht, wer weiß!“

B. v. Rev: Ich denke, er lügt uns an! Er hat für diese Antwort einfach zu lange gezögert!

Geburtstag:

„Könnte der 8.11. irgendwas gewesen sein, ich leg mich da nicht fest.“

Geburtsjahr:

Kein Kommentar

B. v. Rev: Er schweigt mit einem charmanten Lächeln im Mundwinkel.

Status:

„C-Klasse Vampir. Für die Unwissenden unter euch, dass heißt ich bin gewandelt worden.“

B. v. Rev: Wahrheitsgehalt nicht mehr nachweisbar!

Ethnische Herkunft:

„Dürft ihr euch selbst ausmalen. Eventuell hab ich ein wenig vom amerikanischen Urvolk mitbekommen oder es fließt arabisches Blut in meinen Adern ... vielleicht auch beides oder irgendetwas anderes.“

B. v. Rev: Hab versucht ihm zu erklären, dass diese Kombination äußerst selten wäre, wenn nicht sogar ausgeschlossen, bedenkt man sein Alter ... hüstel. Gab es eigentlich schwarzhaarige Wikinger?

„Boah, beiß dich da nicht so dran fest und überlass das mir! In jedem Fall muss ich nicht nach Malle fliegen oder mich künstlich bräunen lassen, um ein bisschen Farbe an meinen Body zu bekommen.“

*lacht

B. v. Rev: Stimmt, dieser Kerl sieht aus, als ob er ein Dauer-Abo auf Strandbräune hat ... unverschämt!

Optisches Alter:

„Schätzungsweise ... Ende zwanzig, wurde mir jedenfalls zugeflüstert. Schau mir in die schwarze Seele … und behaupte etwas anderes!“

*grinst herausfordernd mit zuckender Augenbraue

Optische Ausstrahlung:

„Ich brauche nichts ausstrahlen, weil ich weiß, wie ich auf andere wirke. Kleines Beispiel: Bei Augenkontakt mit nett aussehenden weiblichen Geschöpfen, steigt deren gewisser Feuchtigkeitspegel an. Doch nur, wenn ich will, denn den mordlüsternen Vampirblick beherrsche ich ebenso gut, und dann bekommen alle Schiss vor mir.“

Sexuelle Orientierung:

„Garantiert Hetero! Ich hab nichts gegen anders Orientierte, aber bitte nicht in meiner Gegenwart.“

*macht einen leicht genervten Eindruck

B. v. Rev: Warum er das tut, ist nicht definierbar. 

Beziehungen:

„Früher ein paar, momentan keine, brauche - und will auch keine feste Partnerin. Weiber können einem echt den Willen zum Blutsaugen und die Jagd auf Eisjäger vermiesen.“

Kinder:

„Nö, keine. Bloß nicht!“

*rollt mit den Augen

B. v. Rev: Zu dem - Warum nicht - gibt er keine Auskunft.

Besondere äußerliche Merkmale: - beantwortet von Revenge Angel, da er sich sonst sehr wahrscheinlich zu großspurig dargestellt hätte:

Extreme Ausstrahlung ... finster bis albern, je nach Laune oder Situation. Wenn man es beschreiben sollte ... Konga hat das gewisse Etwas und er weiß es leider auch. Fünf Tätowierungen zieren seinen Body … eins ist auf seinem ...

Nun mischt er sich doch ein ... 

„Nö, du sagst nicht, wo ich die habe!“

*zwinkert frech

B. v. Rev: Auch wenn er viele Geheimnisse mit sich herumschleppen will, früher oder später kommt sowieso alles ans Licht.

Besondere Eigenschaften:

„Diverse Kampfausbildungen, von extrem antik bis modern. Oh ja, hab einiges aufm Kasten!“

*schmunzelt vielsagend und lässt seine Fingerknöchel knacken

Hobbys:

„Eisjäger auf diverse Arten zerlegen oder in Scheiben portionieren. Faulenzen und gelegentlicher PC-Junkie. Meetys kill ich nac… Uups, fast verplappert! Sorry, streich das raus! Ich muss mich bedeckt halten. Blutsauger darf den Leser nicht überfordern. Holt mal eben einer Tipp-Ex? Gaaanz wichtig, das muss wieder raus!“

B. v. Rev: Den letzten Satz betont er sehr nachdrücklich und ich lass es trotzdem stehen, denn ich bin unartig und neugierig. Eines Tages wird er schon reden und uns aufklären müssen.

„Da kannst du lange warten!“

B. v. Rev: Mal sehen, wer von uns beiden die stärkeren Nerven hat.

Lieblingswaffen:

„Japanisches Katanaschwert, Wurfsterne, diverse andere Klingenwaffen. Bin in Kampf vielseitig und ich kenne ebenso viele Arten, mit weniger eine Menge zu erreichen. Mitunter reicht sogar ein Blick, kommt darauf an, wie gut oder miserabel ich drauf bin.“

 B. v. Rev: Und er hat noch eine Spezialwaffe, denn er geht gerne mit dem Kopf durch die Wand.

Steckbrief von Jack MacDragon  

einschließlich seiner Kommentare

Name:

„Jack. Ihr dürft mich auch Blutkiller nennen!“

*grinst frivol

Nachname:

„MacDragon. Ist schottisch und ich bin stolz auf meine Herkunft!“

B. v. Rev: Sieht man ihm an.

Augenfarbe:

„Dunkelgrün.“

Haarfarbe/Länge:

„Mittel- bis dunkelbraun, derzeit lang. Mann muss aus der Masse herausstechen!“

*lächelt

Alter:

„Dürften jetzt 500 Jahre sein. Oh Mann, mit den Jahren verliert man schon mal den Überblick! Möglicherweise auch 504 Jahre!“

Möglicher Geburtstag:

„Bin Waage, der Rest geht euch nix an, weil feier nicht!“

Geburtsjahr:

„Könnt ihr rechnen?“

*grinst frech in meine Richtung

B. v. Rev: Ich erkenne, wenn man versucht mich unterschwellig aus der Reserve zu locken!

„Lass mir meine Kommis. Ich steh nicht so auf Frage- und Antwortspiele. Die Leser verstehen das sicherlich.“

B. v. Rev: Ich hoffe es mal.

Größe:

„Einen Meter und siebenundneunzig Zentimeter ... und nö, ich rechne meine Stiefel nicht dazu! Wozu auch? Ein Faustschlag in Kongas Magen und er is vorübergehend kleiner!“

„Mann, piss dich nicht wegen dieser läppischen zwei Zentimeter so ein!“

„Tu ich doch gar nicht. Du machst da doch ne Arie draus und rechnest deine Schühchen mit ein!“

„Das war ein Witz.“

B. v. Rev: Können wir mal wieder zum Thema zurückkehren? Ihr könnt euch später über eure Punkt-Punkt-Punkt-Länge streiten. 

Hui, die Herren schauen mich kampflustig an. Aber darauf lasse ich mich nicht ein! Wir machen jetzt weiter.

Gewicht:

„125 Kilo. Mein Gewicht schwankt, wenn ich im Kampf bin - und das hat nichts mit meinen Klamotten zu tun!“

B. v. Rev: Ich werde das Gefühl nicht los, dass er jetzt eingeschnappt ist. Euch nimmt man den - bösen - Vampire gleich nicht mehr ab!

„Ich möchte jetzt nicht mit dir darüber diskutieren, was einen echten Blutsauger ausmacht. Lass uns einfach weitermachen.“

B. v. Rev: Wenn du jetzt mit mir streiten möchtest ... ich kann es auch sein lassen und du schreibt hier selber einen Roman über eure Leben!

„Sorry, kein Bedarf. Ich reiße mich ab jetzt zusammen.“

B. v. Rev: Eure lausigen Kommentare zu dieser simplen Befragung geht mir allmählich auf den Keks. Wenn jetzt noch ein dummer Spruch kommt, dann breche ich hier alles ab!

Ethnische Herkunft:

„Europäisch, Schottland. Wehe, wenn wer fragt ... ich trage keinen Schottenrock mehr! Damals ja, weil es nun einmal so war, heute .. nie wieder! Und nein, ich verrate euch nicht, ob ich was drunter getragen hab!“

B. v. Rev: Oh Mann, oh Vampir ... mein Kopfkino läuft. Besser wir machen weiter.

Optisches Alter:

„Circa dreißig.“

B. v. Rev: Kommt hin, passt.

Optische Ausstrahlung:

„Ich will auf nix und niemanden wirken, nur schwarzhaarige Ladys dürfen mir in die grünen Augen sehen und mich anhimmeln!“

*lacht mit verschmitztem Blick

Status:

„B-Klasse Vampir, geborener Blutsauger. Mutti war ein Vampir, Papi auch. Und es lässt sich anhand meines Blutes nachweisen. Wird jedenfalls behauptet.“

Sexuelle Orientierung:

„Zu neunundneunzig Prozent Hetero, und ich mach da keinen Wirbel drum, weil mir egal ist, was andere denken oder tun. Hab schon ein wenig experimentiert, doch das wird hier und jetzt nicht breitgetreten. Bei so vielen Jahren Lebenserfahrung fährt man schon mal mit dem falschen Zug, auch wenns nur eine Station weit ist.“

B. v. Rev: Interessant, davon wusste ich ja noch gar nichts! Ich möchte nachhaken, doch sein Augenaufschlag rät mir, es zu unterlassen. Könnte man nun einen Rückschluss zu Konga ziehen? Immerhin sind die beiden schon ziemlich lange gemeinsam unterwegs. Automatisch sehe ich in seine Richtung ...

„Denk nicht mal dran! Nur ein schräges Wort und ich verabschiede mich ... für immer!“

*unterstützt seine Aussage mit einem tiefen Knurren

B. v. Rev: Heiliger Blutblick! In Kongas Augen glüht es unheilvoll und sein Blick beschert mir eine Gänsehaut! Besser wir vergessen dieses Thema! Aber irgendwann gehe ich der Sache auf den Grund, denn es lässt mir keine Ruhe. 

Beziehungen:

„Momentan bin ich solo. Davor waren es einige, mal länger, mal kürzer. Aber ich hatte niemals so viele ONS wie Konga!“

„Alter, stell mich doch nicht wie ein beschissenes Arschloch hin! Ficken kann echt befreiend sein, da muss ich mir doch nicht immer gleich das ganze Paket aufhalsen. Und außerdem ... wenn die Weiber mitspielen, dann können sie auch die Konsequenzen ertragen. Ich zwinge keine dazu, mir die Eier zu kraulen oder meinen Schwanz zu lutschen! Alles passiert auf freiwilliger Basis ... Fummeln, Ficken, Spaß dabei haben und Tschüss!“

B. v. Rev: Wie praktisch, er umschreibt mal wieder alles recht unkompliziert. Aber Konga hat uns ja schon vor seiner direkten und ehrlichen Ader gewarnt ... trotzdem ... Sorry!

„Okay, ich ziehe meine Aussage über Kongas freizügiges Sexleben hiermit zurück! Zufrieden?“

„Denk mal über deine Worte nach! Du solltest den Grund dafür doch kennen, und warum ich meinen Druck des Öfteren abbauen muss.“

„Tschuldigung, war mir vorübergehend entfallen! Es tut mir leid!“

B. v. Rev: Ach, ist da wieder etwas, von dem ich noch nichts weiß? Jacks zweite Entschuldigung klang wirklich ehrlich. Ich werde jetzt nachhaken!

„Nein!“

„Kommt gar nicht infrage!“

B. v. Rev: Gut ... dann halt nicht! Hab ich schon erwähnt, dass mich diese beiden Blutsäufer in den Wahnsinn treiben? 

Kinder:

„Keine. Muss nicht sein. Unser Lebenswandel is zu kritisch, und das passendes Weib fehlt eh.“

Besondere Merkmale:

„Eher zurückhaltend, kein ‚Haudrauf‘ wie Konga. Wenn es klappt, is ein Plan immer besser.“ 

B. v. Rev: Männer ... insbesondere diese beiden Exemplare ... haben es faustdick hinter den Ohren! Mal sehen, wie es am Ende aussieht, wenn sie von einer kleinen Blondine verzaubert werden. 

Besondere Eigenschaften:

„Diverse Kampfausbildungen, von antik bis modern. Jepp, auch ich hab waffenfrei was aufm Kasten.“

*schielt grinsend zu Konga rüber

Hobbys:

„Eisjäger auf diverse Arten demontieren, Vampirromane zwecks Belustigung lesen, Motorrad fahren, attraktiven Ladys auf den Hintern starren, rohe Steaks vernaschen oder woanders dran rum kauen … oder lutschen! Oder knabbern … oder lecken.“

*grinst mit hochgezogener Braue arrogant und schielt dabei zu Angel

B. v. Rev: Mir scheint, Jack will uns hier Sex als Hobby unterjubeln, ich kann aber auch falsch liegen und er redet nur so zweideutig um Angel in Verlegenheit bringen.

-Lieblingswaffen

„Japanisches Katanaschwert, diverse Schusswaffen.“

 

Steckbrief von Angel Wagner 

Sie stand (nachdem zwei männliche Augenpaaren sie eindringlich betrachteten) ebenso für diverse Fragen zu ihrer Person bereit 

Name:

„Angel.“

Nachname:

„Wagner.“

Augenfarbe:

„Grün.“

Haarfarbe/Länge:

„Momentan sind meine Haare blond und brustlang. Ja, ich färbe und ich stehe dazu!“

Größe:

„Einen Meter und fünfundsechzig Zentimeter. Mit Pumps bring ich es auf einen Meter und siebzig Zentimeter!“

Gewicht:

„Kein Kommentar, ich bin keine Gazelle. Aber auch kein Nilpferd!“

Alter:

„Nö … Ich hab ’nen erwachsenen Sohn und war bei seiner Geburt volljährig, das muss reichen!“

Möglicher Geburtstag:

„Was heißt möglicher? Es war der 25.01.19... Ha, fast dran gekriegt!“

Geburtsjahr:

„Sorry, hier hab ich eine tief vernebelte Erinnerungslücke!“

B. v. Rev: Ich lass es ihr durchgehen. Kaum eine Frau spricht gerne über ihr Alter, wenn sie bereits erwachsene Kinder hat.

Ethnische Herkunft:

„Europäisch, Deutsch.“

Optisches Alter:

„Hab keinen Plan, ich sag mal: 29 plus X - Das X steht im Rechnen für jede Zahl!“

*grinst rotzig

B. v. Rev: Ich sage ihr jetzt nicht, dass das keine Beschreibung für ein optisches Alter ist und behaupte, sie sieht jünger aus, als sie laut ihrer Aussage - sie sei bei der Geburt ihres Sohnes volljährig gewesen - sein müsste. Ergo so Mitte dreißig.

Optische Ausstrahlung:

B. v. Rev: Angel wollte sich nicht selber beschreiben, also hat Konga das übernommen:

„Gelegentlicher Schmollmund vom Feinsten. Kein überkandidelter Modetyp. Nette Erscheinung, und wenn man einen längeren zweiten Blick riskiert, sieht man ein gewisses Funkeln in ihren grasgrünen Augen ... ich würde sagen, ihre Ausstrahlung liegt drei Stufen über dem Level ‚Gewöhnlich‘.“

„Hey! Was sollen die Leser denn von mir denken? Ich hab eine gute Ausstrahlung und bin gar nicht ‚gewöhnlich‘! Es gibt Männer, die Interesse an mir haben, aber ich will die alle nicht!“

B. v. Rev: Boah, das Weib schmollt überirdisch, bis sie begreift, dass Konga sie nur auf die Schippe genommen hat. Ab jetzt wissen beide Blutsauger, wer wirklich böse schmollen kann!

„Ich darf das nicht so stehen lassen und revidiere meine Falschaussage! Angel ist Zucker pur, einmalig liebenswert und ich würde hier gerne weiter über ihre Vorzüge plaudern, doch dann sind tausend Seiten nicht ausreichend, um sie und ihre wundervolle Ausstrahlung zu beschreiben.“

B. v. Rev: Heiliger Bimbam, wird Konga jetzt sentimental? Was weiß er von Angel, das wir nicht wissen? Und ist ihm überhaupt bewusst, dass er sie nicht optisch beschrieben hat, sondern vielmehr ihr Wesen?

*läuft rosarot an

B. v. Rev: Angel ist gerade komplett sprachlos! Wir sammeln uns und machen weiter ...

Sexuelle Orientierung:

„Hetero. Was anderes kam mir bisher nicht in den Sinn, weil Männer für mich ansprechender sind … Und die Probleme dieser beiden Herren möchte ich nicht teilen.“

B. v. Rev: Das kann ich anstandslos nachvollziehen! Und sie schielt Konga noch immer an ...

Beziehungen:

„Drei feste, ein paar kurze und momentan solo … Nein, für alle Zeit solo, weil Kerle taugen nichts, tun einem eh nur weh!“

B. v. Rev: Hui, nun erntet sie aber verwirrte Blicke aus zwei Richtungen!

Kinder:

„Zwei, James und Joyce. Beide endlich aus dem Gröbsten raus! Dem Himmel sei Dank! Die beiden waren und sind nicht die einfachsten Kids.“

Besondere Eigenschaften:

„Muss ich ehrlich sein?“

B. v. Rev: Ja.

„Na gut ... Familienmanagerin mit Hang zur Desorientierung, weil meine Nase entweder in einer Tasche steckt oder mein Hirn in Gedanken weit weg ist.“

B. v. Rev: War das wirklich alles? Vielleicht eine positives Eigenschaft?

„Ich hab’s nicht so mit Menschenansammlungen, mag es nicht mittendrin zu sein. Und ich nerve, wenn ich etwas wissen will ... dann bohre ich solange wie es nötig ist. Höhenangst hab ich auch. Ach ja, was Positives ... positiv ... ich kann leckeren Kuchen backen!“

B. v. Rev: Das sind alles keine besonders nennenswerten Eigenschaften, aber vielleicht tut sich ja in deiner Zukunft etwas.

„Na, da bin ich aber mal gespannt. Was sollte da schon passieren?“

B. v. Rev: Wir werden sehen, was kommt.

„Vielleicht ein kleiner Hinweis ... so ein ganz klitzekleiner?“

B. v. Rev: Lass dich einfach überraschen.

*die kleine Schnute schmollt mal wieder

Beruf:

„Gelernte Büroangestellte, derzeit Schriftstellerin, vielversprechend aufstrebend, sagt jedenfalls mein Manager. Ich will ja nicht angeben, aber ein paar meiner Bücher sind echt interessant und spannend.“

*lächelt schüchtern

Hobbys:

„Mit meinen beiden Hunden kuscheln, faulenzen. Motorrad fahren, wenn ich denn irgendwann mal ein Motorrad habe. Wii U oder PS 4 zocken und Vampirromane aller Art verschlingen. Internetsurfen und Facebook is manchmal auch drin. Twittern und ähnliches is nicht so mein Ding und es nervt, wenn man sieht, wie viele Leute ihre Augen nicht vom Handy weg bekommen. Das Leben findet hier und jetzt statt, nicht im Smartphone. Fast vergessen, ich gehe auch gerne mit meinen Hunden spazieren.“

B. v. Rev: Jack schielt zu seinem Laptop ... ich denke er will sich ihr Profilfoto ansehen ... oder er schickt ihr gleich eine Freundschaftsanfrage. Was bin ich froh, dass Angel seinen Blick nicht mitbekommen hat. Denen kappe ich gleich das Internet!

Typische Merkmale:

„Eigentlich finde ich, dass das hier nicht reingehört. Aber wenn es denn sein muss, ich bin ein wenig zerstreut, aber auch liebenswürdig, frech, hilfsbereit, tierlieb, verlässlich, humorvoll, zurückhaltend, aufopfernd und zu lieb für diese Welt, deshalb schon oft enttäuscht worden.“

B. v. Rev: Irgendwas stimmt mit den beiden Vampiren nicht, sie sind unruhig ... sollte ich es deuten ... beide wollen Angel in den Arm nehmen und vor dieser bösen Welt beschützen. Süß. Wenn die wüssten, was für Fähigkeiten in dem Mädel schlummern.

Lieblingswaffen:

„Finger, die über die Tastatur fegen und ich kann einen extremen Schmollmund machen. Ach ja, ich kann auch ganz böse gucken!“

 *erneut mustern die Sauger sie und nicken zustimmend 

Angel schaute den beiden gestandenen Vampiren nach der Befragung direkt in die Augen. „Und bevor ich's vergesse: Die beiden Blutsauger sind garantiert frech! Aber ich bin frecher!“

„Alter, stoppt mal einer die vorlaute Lady, bevor ich ihr an die Wäsche geh, um ihr den Hintern zu versohlen!“, brummte Jack, mit einem schrägen Schmunzeln in Angels Richtung.

Wenn schon einer den Mund aufmacht ... dann muss der andere auch noch mal Senf ablassen ...

Konga richtet sich auf und wirft einen Blick in die gesellige Runde ... „Jack, halt’s Maul und lass die Leser jetzt ran, sonst quatschen wir uns hier noch wund! Rev übernimm das Zepter und mach uns nicht zu Deppen!“

Rev: Nichts liegt mir ferner! Ihr macht euch schon von ganz allein zu Deppen! Aber nun beruhigen wir uns alle und ich fang an.

Ein bisschen Senf liegt noch auf seiner Zunge, Konga muss noch was loswerden ... „Stopp, ich noch mal! Glaubt den Scheiß nicht, denn ihr in den anderen Romanen gelesen habt! Wir sind tageslichttauglich! Früher war es halt nur spannender, sich im Dunkeln an die Blutspender ranzupirschen … So bin fertig."

Rev:  Wirklich fertig?

Konga grinst. „Jepp, nu mach du mal! Du weißt doch, ich hab gern das erste und das letzte Wort.“

 Bevor es wirklich los geht ... und kein Zurück mehr möglich ist ...

habe ich noch ein ernstes Anliegen!

 

Rev: Hallo liebe/r Leser/in, wenn Du bis zu dieser Zeile noch nicht genug von den drei Spinnern hast, dann mutmaße ich, Du wirst noch Deine wahre Leselust an ihnen haben.

Sei dafür bereit, dass es im Leben dieser Vampire meistens kreuz und quer geht. Da bleibt keine Zeit für Langeweile. Es wäre auch sehr vorteilhaft, wenn Du offen für alles bist und nicht von einer Geschichte ausgehst, die einem bestimmten Roman-Schema folgt. Ich schreibe meine Storys so, wie sie sich abgespielt haben und es gibt nicht immer ein "happy End".

Auch in den folgenden Geschichten läuft für die drei selten etwas problemlos ab.

Der erste Teil dieser Reihe, bringt einen kleinen Einblick in eine Welt, die noch ein gewaltiges Stück wachsen wird. So ist es nahezu unmöglich, alles andeutungsweise in den ersten Teil zu quetschen ...  

Auch wenn der erste Eindruck durch die Steckbriefe nicht den wahren Wert vermittelt, der diese Geschichte ausmacht ... meine Vampire sind bisweilen haarsträubend blutrünstig, mitunter bis auf die Knochen gewalttätig, sexuell sehr ausgeprägt und schlagen tödlich zu, wenn es sein muss! 

Doch sie bewahren sich auch eine menschliche Seite, sind: albern, verrückt, zärtlich, drogensüchtig, mitfühlend ... ungerecht usw.

Gerade zu Anfang taucht Angel in eine fremde Welt ein, der sie, wenn sie vorher Bescheid gewusst hätte, sicher mehr Respekt entgegengebracht hätte.

Was sie jetzt nicht einmal erahnt, Angel wird mit schweren Niederlagen sowie quälenden Lebensabschnitten zurecht kommen müssen, ihre heile Welt wird in Trümmern und Rissen vor ihr liegen. Sie wird in ihrem Leben noch sehr tief fallen, wieder tapfer aufstehen und wegrennen - um erneut den Kampf aufzunehmen.

Ein Racheengel wird nicht über Nacht geboren, man muss ihm Zeit geben, um sich zu entfalten.

Was sie dann daraus macht ... lässt sie ihren Namen mit Stolz tragen, denn sie ist der einzig wahre Racheengel der Vampire!  

Einige Warnungen zu meiner Schreibart hätte ich da noch:

Keine Geschichte gleicht der anderen, es wird sehr turbulent werden!

Ab dem zweiten Teil kann man nicht mal mehr erahnen, was kommen wird!

Es wird Situationen geben, da wirst Du, liebe/r Leser/in Dir die Haare raufen und mich verfluchen.

Ich beschönige nichts an eindeutigen Szenen!

Es gibt keinen Blümchensex!

In der zweiten Geschichte wird es zu extrem erhöhten Sex kommen! 

Gewalt wird vorhanden sein, die manchmal sehr ausufern wird!

Qual und böse Folter sind vorhanden!

Es kann ab und zu sehr ungerecht in der Welt der Vamps werden!

Nicht immer kann man gleich sagen, man versteht, warum wer wie handelt!

Jack sowie Konga tragen Vorgeschichten aus ihrem bisherigen Leben mit sich, die aus ihnen die Personen gemacht haben, die sie heute sind. Vorschnelles Urteilen wäre unangebracht! Die negativen Andeutungen in den Steckbriefen von Konga und Jack  ... dahinter steckt mehr, viel mehr als man sich momentan ausmalen kann.

Die Storys handeln von erwachsenen, gestandenen Vampiren, es wird keine Teenager-Vampir-Love-Story geben!

Was viel Vampir-Geschichten-Schreiber mit einbinden sind ... Werwölfe. Ich sträube mich nicht gegen diese Wesen, es wird sie geben, doch den höheren Stellenwert werden die Drachenwandler einnehmen.

Es wird zu einem Überschneiden von "Jason M. Dragonblood" und "Racheengel der Vampire" kommen.

Dazu schreibe ich nun keine weitere Einführung, denn es macht wenig Sinn, da es erst im 3. Teil dazu kommt.

Laut meinen bisherigen Lesern sollen die Geschichten Suchtpotenzial haben.

Aus meiner Perspektive stimme ich dem zu, denn wenn ich schreibe, da versinkt die Welt um mich herum. Ich tauche dann in eine andere Welt ein und diese lässt mich dann nur ungern wieder aus ihren Fängen.

Welchen Stellenwert Konga und Co. bei Dir bekommen, wird sich für Dich schon herauskristallisieren.

Es gibt keinen Mittelweg, entweder man hasst sie oder man wird von ihnen in eine Welt gezogen, aus der man schlecht wieder entkommen kann!

 

Bei schwachen Nerven bitte ich darum, nur diesen ersten Band zu lesen und auf meine weiteren Geschichten zu verzichten!

Nun lass Dich von meinen Vamps fesseln ... ich wünsche Dir ein blutrünstiges und spannendes Lesevergnügen!

Deine Rev

Namenloser Augenkontakt

 

 

Irgendwo im Osten von Bremen.

„Liest du schon wieder diesen hohlen Schund?“, nörgelte Konga, während er um die Ecke in den Wohnraum schielte.

Auf dem schwarzen Bigsofa, zwischen den roten und schwarzen Kissen, lümmelte sich sein momentaner Mitbewohner und langjähriger Freund Jack.

„Ich muss doch wissen, was über uns bekannt ist und was noch im Verborgenen schlummert“, konterte Jack amüsiert und strich sich eine Strähne von seinem dunkelbraunen, langen Haar aus dem Gesicht.

Entnervt rollte Konga mit den Augen, weil er den Rotz eigentlich nicht mehr hören wollte. „Dann schieß mal los!“ Er ließ sich quer auf dem breiten Sessel fallen und begann, seine Motorradstiefel von den Füßen zu ziehen.

Jack ignorierte die ironische Aufforderung, sah von seinem Buch auf und musterte seinen Freund. „Warum ziehst du die Stiefel aus? Wir wollten uns doch gleich außerhalb einen Snack genehmigen oder bleiben wir nun doch zu Hause?“

„Nein, bleiben wir nicht! Aber es ist scheißheiß draußen, da qualmen mir nach fünf Minuten die Socken. Allerdings ... wenn dich der Gestank nicht stört, ich kann sie auch wieder anziehen.“

Vorsichtshalber hielt Jack sich schon mal die Nase zu. „Nee danke, kein Bedarf“, kam es näselnd zurück und gleichzeitig wedelte er mit der freien Hand die imaginär stinkende Luft weg.

„Meine Rede. Ich hol meine Turnschuhe, dann geht’s los. Das blöde Buch kann warten, steht eh nur Dreck drin.“ Konga bequemte sich auf und schnappte sich sein bereits qualmendes Schuhwerk.

Um seinem hungrigen Kumpel zu folgen, fügte Jack zügig ein Lesezeichen zwischen die Buchseiten, warf den Schundwälzer mit einem gedämpften Knall auf den wuchtigen Glastisch und stand ebenso Sekunden später neben dem Schuhschrank im Flur.

„Scheiß Wetterumschwung, dass das hier immer so verdammt schnell knallheiß werden muss!“ Sein Blick wanderte frustriert über die Ansammlung seiner großteils sehr ramponierten Fußbehausungen hinweg. „Da steht nur Schrott drin. Ich kann bei diesem Wetter doch nicht mit gefütterten Stiefeln vor die Tür gehen. Können die nicht mal strapazierfähigere Sohlen erfinden, die auch höhere Geschwindigkeiten aushalten? Ich mag die nicht mal mehr anfassen, sieben kaum getragene Sportschuhpaare und bei allen zerbröseln die Sohlen. Verfluchte Eisjäger, scheiß Vampirtempo!“, maulte Jack und griff widerwillig nach den flauschig gefütterten Stiefeln. Hoffentlich müffelten die Teile nicht mehr so schlimm wie im letzten Winter. Vorsichtig hielt er seine Nase über einen der Stiefelschäfte. „Wo stehen meine dunkelblauen Nikes?“

„Nachdenken!“, murmelte Konga und zog derweil seine schwarzen Laufschuhe über.

Tja, da war doch was, Jack kratzte sich im Elftagebart. „Stimmt, auch kaputt und längst entsorgt, hab's vergessen. Leih mir mal welche von deinen.“

„Sorry, hab mein letztes heiles Paar an ... wir müssten nach Köln fahren, da hätte ich noch ein Paar nagelneue Air Max in Schwarz für dich stehen.“

„Nein danke, hab keinen Bedarf diese sinnlose Strecke jetzt abzureißen. Mann, ich will die fetten Teile nicht anziehen!“

„Wir essen erst, dann kaufen wir uns neue Treter. Bis dahin wirst du schon überleben ... und falls nicht, dann hast du wenigstens warme Füße und die Kälte des Todes kriecht nicht an deinen Gebeinen empor. Doch bevor wir diesen Saal überhaupt verlassen, raspelst du dir erst die Schnodderfusseln ausm Gesicht. Es sei denn, du bezweckst damit etwas Schräges, dem mein Hirn sich sicherlich verweigern wird.“

Themawechsel ... fein, Jack grinste beim Anziehen der Stiefel, denn diese blöde Bemerkung verlangte nach einer passenden Revanche. „Ich hatte mich eigentlich mit dem Gedanken angefreundet, dir dieses Jahr den rauschebärtigen Weihnachtsmann zu geben.“

„Ach, und ich soll dir dann wahrscheinlich das tugendhafte Engelchen in weiß vorspielen, oder was?“, brachte Konga seinen Zweifel an und zog dabei beide Brauen mürrisch zusammen.

„Nee, Engel haben gelocktes, goldenes Haar. Deine pechschwarzen Stangenlocken samt den Stoppeln ums Kinn passen nicht ins Gesamtbild. Selbst die passende Haarlänge bis zum Hintern kann man da nicht gegenhalten ... obwohl in einem weißen Rüschenkleidchen ... mit zarten, weißen Flügelchen ... vielleicht noch ein kleiner Kirchengang ...“

Beide sahen sich schräg an und schüttelten sich bei der bildlichen Vorstellung.

Wenn es denn sein musste, Jack folgte brav der Aufforderung seines Kumpels, ging sich rasieren und zog danach seine Motorradjacke über den roten Pullover.

Dass der Kerl nicht zuhören konnte ... „Lass den Pullover weg! Echt, du holst dir ’nen deftigen Hitzestau und fällst tot vom Bock.“

„Ja, Papi.“ Also schälte Jack sich wieder aus seiner Lederjacke und zog den Pullover aus. Wie nicht anders zu erwarten ... trug er darunter nichts außer seiner blanken Haut, die sich über den Muskeln spannte.

Mit einem schiefen Lächeln Richtung Konga griff Jack zur Jacke.

Aus Kongas Ecke kam ein leises Knurren, das von einer hochgezogenen Braue samt linken Mundwinkelzucken begleitet wurde. In Kombination dieser Gesichtsverrenkungen verschwand sein Kumpel stillschweigend in Jacks Zimmer.

Irgendwie hatten sie heute ihre Rollen getauscht, sonst war Konga der Spaßvogel vom Dienst ... 

Kurze Zeit später stand Konga inklusive rotem Muskelshirt wieder im Flur. „Du willst mich nur reizen, vergiss es!“ Er warf Jack das Kleidungsstück zu und ging zur Wohnungstür. Im Vorbeigehen griff Konga nach seinem Helm auf dem Sideboard, nahm die beiden Motorradschlüssel von den Haken, wandte sich Jack zu und warf ihm seinen entgegen.

Jack, der bereits sein Muskelshirt anhatte und mit dem Überziehen seiner steifen Lederjacke beschäftigt war, fing den Schlüssel, den ein Normalsterblicher unter diesen Umständen nicht hätte fangen können. Gleichzeitig öffnete er den obersten Schub des schwarzen Sideboards und zog seine Sonnenbrille hervor.

„Gib nicht immer so an“, grunzte Konga, der im Türrahmen stehen geblieben war und Jacks schwungvolle Verrenkungen musterte.

„Da musst du jetzt mit leben, hättest den Schlüssel ja hängen lassen können.“

Längst war Konga mit einem Schritt durch die Tür und hörte nicht mehr hin. Mit gesenktem Blick zückte er seine Sonnenbrille. „Da haben die blöden Beißerbücher doch mal einen Treffer erzielt, das mit den empfindlichen Augen stimmt“, grummelte er, als er den Weg zur Doppelgarage einschlug und per Fernbedienung das linke Garagentor öffnete.

Ein Wimpernaufschlag später stand Jack neben ihm. Beide nahmen erst im Schatten der Garage ihre tiefschwarzen Sonnenbrillen ab und ersetzten sie durch ihrer Helme, die mit dunklen Visieren ausgerüstet waren.

„Wohin?“, fragte Jack, während er den Schlüssel herumdrehte.

„Weserpark, der is am dichtesten. Die Sonne brennt uns sonst das Leder ins Fleisch. Hab heute echt keinen Bock auf telefonische Futterbestellungen, wo dann eh nur durchgebratenes Fleisch geliefert wird.“ Konga legte den ersten Gang ein und blickte zu Jack rüber. „Heute futtere ich drei saftige Blutsteaks.“

„Wir können ja ein Wettessen veranstalten.“

„Das gewinne ich eh“, murmelte Konga in seinen Helm hinein.

„Kann gar nicht sein, weil wir keine feste Nahrung zu uns nehmen“, spöttelte Jack.

„Jawohl Professor Klugscheißer. Wir werden uns damit vergiften und Durchfall bekommen, der uns aus den Ohren heraus schießen wird“, antwortete Konga mit gespielt weinerlicher Stimme.

„Obwohl, in der letzten Buchreihe hatten die alle was zu beißen, sich so weit normal ernährt.“

„Ach.“ Mehr fiel Konga dazu nicht ein, denn er teilte Jacks Interesse nicht, über ihre Spezies zu lesen. Wenn Jack ihm etwas darüber erzählte, bestand der größte Teil sowieso nur aus hirnrissigen Behauptungen, die auch so umsetzbar wären: Gras ist nicht grün, sondern weiß mit rosa Punkten. Ergo verkniff Konga sich bereits nach dem ersten neuzeitlichen Roman seine Kommentare, er wusste es ja ohnehin besser.

Beide gaben Gas und verließen mit den Maschinen ihr großes Anwesen über die abfallende Einfahrt.

 

„Nein und nochmals nein“, meuterte Angel in die Freisprechanlage ihres Handys. „Ich will drei freie Wochen. Meine Finger tun weh, mein Kopf ist leer und ich will nicht.“

Sie wartete einen tiefen Atemzug lang ab, was ihr hartnäckiger Gesprächspartner am anderen Ende von sich gab, setzte ihren Blinker auf ‚rechts abbiegen‘ und ordnete sich auf der Autobahnabfahrt ein.

Fast hätte Angel in der Kurve zu weit ausgeholt, weil die Sonne sich in der Scheibe des vorausfahrenden Autos brach und sie blendete. „Okay, zwei Wochen sind akzeptabel. Aber wehe, du rundest die wieder ab. Ich brauch die Zeit mal für mich.“ Angel drückte ihr Handy aus und ordnete sich für Linksabbieger ein. Prompt ließ sie die Bremsen quietschen, denn vor ihr schaltete die Ampel auf Rot.

Ihre linke Hand krallte sich ins Lenkrad, während die andere den Sendersuchlauf des Autoradios betätigte.

„Immer müssen andere Leute darüber bestimmen, was gut für mich ist“, flüsterte sie und sah kurz auf.

Zwei eindrucksvolle Motorradfahrer überquerten auf ihren schweren Maschinen die Kreuzung in die Richtung, in die auch Angel unterwegs war. Wehmütig schoss es ihr in den Kopf, dass sie nie richtig Motorrad fahren durfte. Gerade den Führerschein für Klasse Eins bestanden, zeichnete sich ab, es würde erst mal nicht an ein motorisiertes Zweirad zu denken sein, denn sie war bereits unwissentlich schwanger.

Dank der beiden lieben und überaus aktiven Kids, die sie ihr Eigen nannte, kam das Thema auch nicht mehr auf. Motorrad fahren als alleinerziehende Mutter war ein viel zu gefährliches Unterfangen ...

Gedankenverloren blickte Angel den beiden Motorrädern samt ihren schwarz eingekleideten Fahrern hinterher, was ihr ein neidvolles Schmollen entlockte ... und sie gänzlich vergessen ließ ... auf die grün werdende Ampel zu achten.

Das folgende Hupkonzert in ihrem Nacken ließ sie aus ihren Gedanken aufzucken, Angel schaltete vom Leerlauf in den ersten Gang, gab Gas.

Schwermütig blickte sie sich an der nächsten Ampel suchend um, doch die beiden Motorradfahrer waren leider wie vom Erdboden verschluckt.

Drei Kreuzungen später bog sie auf den riesigen Parkplatz vor dem Weserpark ab und drückte auf den Knopf, der das Autodach im hinteren Teil des Wagens aktivierte.

Sicher: Sie hätte ihr schwarzes Sport-Cabrio auch offen stehen lassen können, die Alarmanlage würde unter günstigen Umständen kilometerweit zu hören sein. Aber es half nicht gegen den Brathintern, den sie sich dank der schwarzen Lederausstattung unweigerlich einhandeln würde.

Angel sah an sich herunter. Kurz drifteten ihre Gedanken erneut weg. ‚Was wäre, wenn ich mal helle Klamotten anziehen würde?‘ Der Einfall zog so schnell wieder davon, wie er kam. Seit Jahren trug sie nur schwarze Sachen und jedes Teil, das sie probeweise in anderen Farben gekauft hatte, hing nach einmaligem Tragen, ja meist schon nach dem Auspacken, hinten im Schrank.

Es war halt im Sommer wegen des Schwitzens nervig, da Schwarz die Sonnenstrahlen ja nochmals verstärkte.

Sie entstieg dem Wagen und drückte auf die Fernbedienung ihres Autos. Ein lang gezogenes Piepen ertönte und kündigte ihr an, dass die Alarmanlage scharf geschaltet war. Langsam ging sie an ihrer Motorhaube vorbei und strich, wie sie es gerne tat, kurz über den Stern in seiner runden Einfassung.

Erneut klingelte ihr Handy. Sie zog es aus ihrer Handtasche, sah auf das Display, schnaufte leise und hielt es sich ans Ohr. „Was kann ich dir mitbringen?“, fragte sie ohne Begrüßung, während sie weiter auf den hinteren Eingang des Weserpark-Einkaufszentrums zuging.

„War’s das? Oder kommt noch mehr? Warum fährst du nicht selber? Ich glaube, dass noch ein zweiter Wagen in unserer Garage steht. Entschuldigung, ja ich weiß, du darfst ohne mich noch nicht fahren … Ja, ich weiß auch, dass du nicht mehr in Bremen bist … sorry, war mir eben entfallen, weil du davor schon seit einer Woche bei deiner Oma warst!“

Als sie die Haupttür erreicht hatte, reihte sie sich hinter einem älteren Pärchen ein.

„Na gut. Aber dafür mähst du den Rasen, wenn du wieder da bist … ja … ich weiß … ich bin eine hinterhältige Rabenmutter, die ihre Tochter schikaniert! ... Ich muss jetzt auflegen, wir können heute Abend chatten oder ich ruf dich morgen wieder an. Tschüss Jo, hab dich lieb.“

Gerade, als sie ihr Handy zugeklappt hatte, um es wieder in die Untiefen ihrer Taschen fallen zu lassen, besann sie sich eines Besseren. Sie klappte es erneut auf und wählte eine eingespeicherte Rufnummer. Es klingelte und fünf Töne später wurde abgenommen.

„Hey Süße, bin gerade im Weserpark und wollte wissen, ob du noch was brauchst?“ Vor dem Schaufenster eines Geschäfts blieb Angel stehen und lauschte in ihr Handy. „Hm, den besorge ich nicht hier. Ich hol ihn dir, wenn ich später nach Conrad fahre ... Nein, du weißt, dass mein veraltetes Handy keine WhatsApp-Nachrichten empfangen kann. Wenn dir noch etwas einfällt, schick mir einfach eine SMS. Bis später.“

Nun durfte das Handy wieder in der schwarzen Handtasche schwitzen.

Wie immer, wenn sie einkaufen ging, kramte Angel in ihrer Tasche, holte ihren MP4Player raus und stöpselte die beiden Kopfhörer gleichzeitig ein. Vampir-Hörbücher waren für sie gerade topaktuell und Angel stellte das Gerät an. Nun wurden ihre Ohren vom zehnten Teil der Black Dagger-Serie beschallt.

Es hatte schon etwas Faszinierendes an sich, Vampiren mit ihren Mächten und Fähigkeiten zu lauschen. Auch die erotischen Abschnitte waren gelungen, und, um ehrlich zu sein, sehr schweißtreibend und wow, man fühlte mit den Personen mit!

Da machte es auch nichts aus, dass gerade diese Serie zum x-ten Mal ihre Fantasie beflügelte.

Sie ließ sich wieder mit dem Fußgängerstrom treiben und peilte den Supermarkt an.

 

Jack und Konga stellten ihre Motorräder im Schatten ab und schlossen ihre Helme an den extra dafür vorgesehenen Schlössern fest. Sofort setzten sie ihre Sonnenbrillen auf und steuerten den mittleren Eingang an.

„Lass dir endlich die Haare abschneiden. Jedes Mal, wenn du den Helm absetzt, siehst du auf deinem Kopf gruselig aus“, brummte Konga.

Mit den Fingern als Kammersatz ordnete Jack seine vom Fahrtwind zerzauste Mähne. „Nur, wenn deine Matte auch zu Boden rieselt.“

„Nee, meine Haare sind heilig, weil schwarz!“

Mit hochgezogener Braue beäugte Jack Kongas Haare, die kein Stück durcheinander waren. „Was, bitte sehr, macht dein schwarze Haare heiliger als meine? Dein Shampoo?“

„Is ganz einfach: Ich sehe damit cool aus ... du nicht! Mit der Pflege hat das nichts zu tun. Und jetzt will ich nichts mehr über Haare hören! Es muss doch noch andere Gesprächsthemen geben, die sich um wichtigere Dinge drehen, wenn wir schon mal einen Tag Ruhe vor den Jägern haben. Wie wäre es mit: Ich hab Hunger!“

Als Antwort darauf grunzte Jack unmanierlich und zeigte seinem Kumpel einen ausgewachsenen Vogel.

Erst nachdem der Eingang hinter ihnen lag, durften die Sonnenbrillen von den Nasen runter. Hier drinnen war es kaum weniger warm als draußen, Jack zog den Reißverschluss seiner Jacke auf und entließ eine heiße Qualmwolke seiner verschwitzten Haut.

Obwohl sie höchstens zehn Minuten unterwegs waren, lief ihm die Suppe über den Rücken. Während Jack seine Brille in der Innentasche verstaute, sah er sich kurz um. Seiner geschulten Wahrnehmung entging kein Feind, denn jeder dieser Drecksäcke verhielt sich auffällig und sie rochen nach Stresshormonen sowie saurem Schweiß.

Es war Mittag und der Weserpark den Umständen entsprechend voll. Das gute Wetter lockte alle aus ihren Löchern, aber Eisjäger waren nicht in Sicht, gut so.

Für das normalmenschliche rege Treiben um sich herum hatte Jack kein Auge, seine Füße rauchten in den Stiefeln. Er sondierte abermals großflächig die Menschenmenge, wollte weitergehen … da blieb sein Augenmerk belustigt an einer weiblichen Person haften. Das konnte jetzt wirklich amüsant werden.

Die kleine Lady kramte unaufmerksam in ihrer Tasche herum, hing mit ihrer Nase beinahe so tief darin, dass man annehmen musste, sie würde darin Verstecken spielen, und stieß durch ihre mangelnde Aufmerksamkeit fast mit einem großen breitschultrigen blonden Mann zusammen.

Dieser bremste sie kurz vor dem Aufprall ab, indem er seine Hände an ihre Schultern legte und sie daran festhielt.

Völlig erstarrt ließ sie ihre Tasche fallen und sah fassungslos auf den Boden. Es fiel nicht viel heraus, aber allein die unfreiwillige Situation reichte. Hastig nahm die Lady ihre Kopfhörer aus den Ohren, wechselte zwei, drei Worte der Entschuldigung mit dem Typen und beide begannen, die herumliegenden Dinge wieder einzusammeln. Dem Kerl schien es zu gefallen, er schielte ständig auf den Hintern der Lady.

Während Jack sich bückte, um den bis vor seine Stiefel gerutschten Autoschlüssel aufzuheben, behielt er den Mann wachsam im Auge ... Natürlich nur, um auszuschließen, dass der Knabe etwas an sich nahm, was ihm nicht gehörte und womöglich behielt. 

 

Konga sah von seinem Freund, der einen Autoschlüssel aufhob und stehen blieb, zu der am Boden knienden Lady ... hielt jäh den Atem an. Nein, bitte nicht, sie durfte es nicht sein, bitte! Etliche Jahre waren vergangen und, nein, sie war es nicht!

„Ich geh vor. Gib ihr schleunigst den Schlüssel zurück“, grunzte Konga nervös und warf noch einen frustrierten Blick auf die blonde Lady.

Wenn das jetzt in die Hose ging ... vorsichtshalber drückte Konga einen mentalen Befehl in Angels Richtung, auf den auch nur sie reagieren würde, wenn sie es denn wäre.

Verflucht, sie war es tatsächlich!

Angel sah ihm in die Augen. Jetzt musste er eingreifen und sie beeinflussen, bevor sie womöglich noch auf ihn zukommen würde. Eine scharfer Augenkontakt samt geistiger Aufforderung reichte aus. Sie vergaß seinen Blick auch sofort wieder.

Innerlich fluchte Konga wie ein Rohrspatz vor sich hin! Was hatte er da jetzt Folgenschweres angestellt? Was, wenn Jack ebenso auf sie reagieren würde, wie er damals? Sein Herzschlag stolperte.

Nun nahm der Lauf der Dinge seinen Weg …

Hoffentlich nicht in eine völlig falsche Richtung!

Widerwillig setzte er sich in Bewegung und gab Jack ein Kopfzeichen Richtung Restaurant. 

 

Von dem kurzen Blickwechsel zwischen Konga und der Lady hatte Jack nichts bemerkt, denn sein Fixpunkt lag auf dem Kerl, der verschwinden sollte. Jack nickte Konga noch zu, da kamen seine Füße schon in Bewegung ... er ging auf Blondie zu.

Viel regte sich nicht bei ihm, denn die Lady trug eine schlichte dreiviertellange schwarze Stoffhose und ein unspektakuläres schwarzes T-Shirt. Absolut reizlos. Rein vom Beuteschema her passte sie auch nicht, denn seit geraumer Zeit zog es ihn nur noch zu großen schwarzhaarigen, schlanken Ladys hin. Diese hier brachte keines der drei Merkmale mit sich. Blond, vielleicht etwas über einen Meter sechzig, leicht mollig, was aber durchaus zu ihrem netten Erscheinungsbild passte. Sie war niedlich und süß, aber nicht mehr. Diese Lady barg garantiert keinen heißblütigen Vulkan in sich … kein südländischer Typ, kein Temperament, uninteressant.

In etwa drei Metern Abstand blieb Jack hinter ihr stehen, wartete ab und riskierte auch mal einen Blick auf ihren süßen runden Hintern. Gerade verstaute sie ihre Sonnenbrille in der Handtasche, während ihr der Fremde frech lächelnd ein Taschentuchpäckchen reichte.

„Ich empfehle dir, den Chip erst an der Wagenschlange zu suchen.“

„Ja, danke. Ich werde das beherzigen. Mir ist wohl der warme Wetterumschwung in den Kopf gestiegen.“

Wie zur Bestätigung nickte der Unbekannte der Lady zu, doch dann bemerkte er Jack, der den Wagenschlüsselring auf seinem ausgestreckten Zeigefinger geschoben hatte.

Was immer es war ... in Jacks düsterem Blick lag etwas, das nur der Mann wahrnahm und worauf dieser sich eilends sowie wortlos aus dem Staub machte. 

Ohne ihn zu bemerken, suchte die Lady den Boden abermals ab. Dass der blonde Knabe das Weite gesucht hatte, fiel ihr auch nicht auf.

 

Irgendetwas Wichtiges fehlte, doch Angel konnte es weder definieren noch orten. Sie sah nur leicht bekleidete Füße, die an ihr vorbeischwenkten bis ein Paar stehende gefütterte Winterstiefel in ihren Blickwinkel rutschten.

‚Stiefel?‘

Draußen waren es mindestens fünfunddreißig Grad im Schatten und hier standen zwei schwarze, gefütterte Stiefel vor ihrer geneigten Nase.

 

Betont langsam stand die Lady auf und ließ ihren Blick ebenso schleppend an ihm emporwandern ... Jack fragte sich ernsthaft, warum sie das tat.

 

Den Stiefeln folgten eine Lederhose und eine offene Motorradlederjacke. Noch bevor Angel in das Gesicht des sie um mindestens anderthalb Köpfe überragenden Mannes sah, rutschte ihr eine nicht gerade freundliche Frage über die Lippen. „Schwitzen Sie nicht wie ein Schwein?“

Bestürzt über die herausgeflutschte Frage, hielt Angel sich die Hand vor die Lippen und sah entschuldigend in die düster werdenden grünen Augen ihres Gegenübers.

Sein rechter Mundwinkel zuckte in seinem leicht gebräunten Gesicht. Unter anderen Umständen hätte Angel jetzt ein treudoofes Gesicht aufgelegt und auf blöd und blond gemacht. Ein dümmliches Grinsen half bei Männern ja meist auch und entschuldigte so manchen Fehltritt. Doch dieser Kerl sah sie so durchdringend an, dass sie sich nicht traute.

Und obwohl er so ‚wow‘ aussah ... dachte sie darüber nach ... den Abstand zwischen ihnen zu vergrößern, damit es ja nicht zu einem Körperkontakt kam.

Doch warum?

 

Mit solch einer rotzigen Reaktion hatte Jack nicht gerechnet. Mundtot strich er sich eine lange Haarsträhne aus dem Gesicht. ‚Dieses kleine Luder ist ganz schön frech!‘, grummelte er gedanklich und vergaß den Schlüssel, den seine große Hand unbewusst fest umschlossen hatte.

 

Kleinlaut wich Angel seinem bohrenden Blick aus, während sie überflüssigerweise fühlte, wie sich ihre Wangen erwärmten.

„Die langen Haare stehen ihm auch nicht!“, murmelte sie mit gesenkten Lidern und schaute wieder auf.

Im selben Moment erschrak Angel über sich selber; eigentlich war sie nie so direkt und nun hoffte sie inständig, leise genug geflüstert zu haben. Ihre Blicke trafen sich aufs Neue und die aufmüpfige Strähne fiel zurück in sein Gesicht.

Wo er doch versuchte so selbstgefällig zu gucken, diese ungehorsame Haarsträhne vereitelte die Wirkung perfekt ... Angel musste sich zusammenreißen, um weitere Kommentare in ihrem Hirn zu behalten.

 

Zu seiner eigenen Verwunderung kratzte Jack sich verwirrt am Kopf. „Das war ziemlich direkt und ich muss gestehen, ich bin selten so perplex und weiß nicht, was ich sagen soll.“

„Entschuldigung, ich hätte mir lieber auf die Zunge beißen sollen. Es tut mir echt leid!“, wandte die Lady sich vor ihm heraus.

„Is schon okay, bin sowieso hier, um mir was Luftigeres zu kaufen!“, entgegnete Jack, und sah der frechen blonden Ziege bewusst und beeinflussend in die Augen. Da war ein Reiz, dem er folgen musste!

 

Angel blickte dem gutaussehenden Fremden in die Augen, nahm nebenbei sein smartes Lächeln wahr und urplötzlich stand die Zeit … still …

Kein ablenkendes Geräusch drang zu ihr durch, nur ihr gleichmäßiger Atem rauschte in ihren Ohren.

Einatmen … ausatmen … einatmen … ausatmen …

Mit jedem leichten Atemzug beschleunigte sich ihr Pulsschlag und ließ ihre Halsschlagader vibrieren.

Sein intensiver Blick tauchte tief in ihrer Seele ein, ließ sie nicht los … hielt sie gefangen … auf eine Art, die irrerweise alles und doch rein gar nichts bewirkte.

Dass sie solche Empfindungen in sich trug ... Angel fühlte wie ihr Herz schlug, spürte, wie das Blut durch ihren Kreislauf gepumpt wurde. Ja, sie konnte sogar innerlich hören, welchen Takt ihr Pulsschlags an ihren Schläfen unter ihrer Haut pochte. Wahnsinn!

Alles wirkte so entspannend auf sie ein und Angel begriff, dieser Augenblick war kein normaler Augenblick. Alles war angenehm still und kein rationaler Gedanke, kein sinnloser Druck, etwas sagen zu müssen, kam auf.

Innerliche Kräfte, von deren Existenz sie keine Ahnung hatte, wirkten mit einer unglaublich beruhigenden Art auf sie ein.

Ihre ganze Haut erwärmte sich, nicht durchs Schwitzen, nein, ihre Körpertemperatur stieg an.

Und dieser alles emotional berührenden Zustand wurde rein von seinem intensiven Blick ausgelöst.

Angel blinzelte ... alle Sinne schärften sich … rebellierten jäh … wollten dieses Eindringen nicht mehr ...

Unbewusst steuerte ihr Geist gegen. Irrsinn, er wollte durch seinen Augenkontakt zu ihr etwas erreichen … sie sollte näher kommen.

Aber warum?

Diese zwei Worte katapultierten sie übergangslos in die Gegenwart zurück, zurück in den lärmenden Alltag, zurück ins Hier und Jetzt.

Kongas Sperre funktionierte. Er hatte ihr mental verboten einen körperlichen Kontakt zu Jack herzustellen und es wirkte.

Himmel, Angel bemerkte, wie sehr ihre Wangen glühten und wich einen Schritt von dem Mann weg.

Ruckartig erfasste ihr Gehirn die Situation, sie atmete hastig und tief ein.

‚Ich muss hier weg!‘, schoss es durch ihren Kopf. Nicht vor ihm, nein, vor sich selber … sie wollte auf ihn zugehen und mit einem Mal sträubte sich alles in ihr dagegen auf, was sogar körperlichen Schmerz in den Nervenbahnen auslöste.

‚Irrsinn, das ist völlig irrsinnig …‘, dachte sie, ‚… ich drehe durch und verliere meinen Verstand!‘

Ruhelos löste Angel den Blickkontakt, wünschte ihm hastig einen erfolgreichen Einkauf und drehte sich eine Spur zu schnell weg. Fluchttrieb, reiner Schutzmechanismus. ‚Renne Angel!‘

Doch wovor sollte sie flüchten?

 

„Dann wünsche ich Ihnen … viel Erfolg“, stammelnd die Lady und drehte sich eine Spur zu hastig um. Wie ein begossener Pudel stand Jack da.

Was war das denn? Wieso machte die kleine Lady einen Schritt zurück, statt auf ihn zu?

Und um Himmelswillen, warum ging sie einfach davon?

Seine sonst so zuverlässige Logik versagte.

Diese Lady widerstand dem derzeit mächtigsten europäischen Vampir? Nie zuvor war etwas derartiges passiert, undenkbar, unrealistisch, nicht fassbar!

Sprachlos sah Jack ihr hinterher. Heerscharen von Vampiren unterstanden ihm, gehorchten nur seinem bloßen Willen. Und sie ging einfach weg?

Das ging ja so was von gar nicht und doch lief sie vor ihm davon.

Unterlag er heute irgendeinem vampirischen Biowetter, von dem er noch keine Ahnung hatte und alle reagierten nicht auf seine mentalen Kräfte?

Ohne länger darüber nachzudenken, wandte Jack sich einer x-beliebigen Person zu und blickte einer älteren Frau in die Augen. Er befahl ihr sich zweimal umdrehen, sich unmanierlich am Hintern kratzen und kichernd den nächsten Laden ansteuern … tat sie! Nein, seine Fähigkeit war in Ordnung.

Aber warum hatte sie nicht so reagiert, wie er es wollte? Ratlos sah Jack in die Richtung, in der dieses kleine rotzige Weibsbild verschwunden war.

Ohne sich dessen bewusst zu sein, steckte er den Autoschlüssel ein und sah sich nach einem Friseurladen um.

Wer hatte hier nun wen beeinflusst?

 

„Dass ich das noch erleben darf!“, posaunte Konga los, als er Jack kommen sah.

Mit einem schiefen Grinsen setzte Jack sich zu Konga an den Tisch.

„Bevor du mich mit dummen Sprüchen dicht quatschst, möchte ich mir erst mal den Mund mit fast rohem Fleisch vollstopfen.“

Gesagt, getan. Zwei saftige Steaks landeten dampfend auf ihrem Tisch. Die Bedienung nickte ihnen freundlich zu und hielt ihren Blick etwas länger auf Jack gerichtet, was Konga spöttisch grinsend beobachtete. „Wenn das so ne Wirkung auf die Ladys hat, dann denke ich ernsthaft über einen Kurzhaarschnitt nach.“

Die Bedienung lief puterrot an und eilte davon.

„Kann ich nur wärmstens empfehlen. Vor allen Dingen ist es echt sau luftig und die Nackensuppe läuft nicht mehr.“

Während Konga sich den ersten Bissen rein schob, inspizierte er die neue Kurzhaarfrisur von Jack etwas genauer. Seine Nackenhaare waren, bis auf ein paar Millimeter ausrasiert und wurden nach oben hin etwas länger. Vorne im Stirnbereich standen einige Strähnen nach oben. Im Großen und Ganzen sah der Schnitt echt edel aus und brachte seine markanten Gesichtszüge und die hohen Wangenknochen voll zur Geltung. Vorher hingen ihm, egal wie oft er sie wusch, die Haare immer im Gesicht herum. Um das zu verhindern, band Konga sich meist einen Zopf, nur heute hatte er das in der Eile ihres Aufbruchs vergessen.

Kaum, dass die Steaks vom Teller waren, bestellten beide eine zweite Portion.

„Nun klär mich auf. Seit zweihundert Jahren hast du keinen an deine Haare rangelassen.“

Als ob Konga ein Stichwort gesagt hätte, griff Jack in seine Jacke, die über der Stuhllehne hing, und holte den Autoschlüssel hervor.

„Scheiße“, entfuhr es Jack. „Ich hab vergessen, ihn ihr wiederzugeben.“

„Nee, das glaub ich dir nicht“, schnaufte Konga. „Die is doch gar nicht dein Jagdgebiet.“

Jack spielte mit dem Schlüssel zwischen seinen Fingern. „Ich bin nicht auf der Jagd und die Lady ist auch nicht meine Kragenweite.“

Mit hochgezogener Braue linste Konga von seinem Teller auf. „Was ist es dann?“

„Sie hat mir auf den Kopf zu gesagt, ich würde wegen meiner Stiefel sicher schwitzen wie ein Schwein, und dann hat sie geflüstert meine Frisur wäre unpassend.“

Nun schoss Kongas Kopf komplett hoch, nur mit Mühe konnte er seine Stimme unter der Lautstärke eines Düsenjets beim Durchbrechen der Schallmauer halten. „Ich rede mir seit einem halben Jahrhundert den Mund fusselig und so ne kleine Schnecke dreht dir mit einem Satz den Kopf um? Und du willst mir allen Ernstes weismachen, da wäre nichts? Kommst du noch klar?“

„Eh, ich will wirklich nichts von dieser kleinen Zimtziege! Du hast sie doch gesehen, überhaupt nicht mein Typ!“, verteidigte Jack mit sich Händen und Füßen.

Im nächsten Atemzug trat die Bedienung mit der zweiten Bestellung an den Tisch. Jack und Konga nahmen ihr hilfsbereit den Nachschub ab, damit sie die benutzen Teller einsammeln konnte. Beide wollten auch gleich essen, doch die Kellnerin stellte die leeren Teller nur auf den unbesetzten Nebentisch und blieb unentschlossen stehen.

„Ist noch was?“, fragte Konga die junge rothaarige Frau etwas zu unwirsch.

„Ja, meine Chefin meint, dass ich gleich abkassieren soll, weil Steaks teuer sind und ...“

Alles klar, Jack nickte ihr freundlich zu und reichte zwinkernd einen Hunderter durch. „Rest ist für dich. Wir betreiben seit Jahrzehnten keinen Mundraub mehr.“

Mit offenem Mund blickte die junge Frau von dem Geldschein in ihrer Hand auf und in Jacks Augen.

„Danke“, stammelte sie und druckste wieder herum.

Ein spitzbübisches Grinsen huschte über Jacks Gesicht. „Ich weiß, aber prüfe ihn ruhig. Er is echt.“

Da ein Trinkgeld äußerst selten so groß ausfiel, schnappte der Rotschopf die gebrauchten Teller und eilte zügig davon.

Schmunzelnd blickte Konga hinter ihr her. „Jetzt hat sie Angst, du überlegst es dir anders.“

„Laber nicht, iss lieber, bevor das leckere Fleisch kalt wird.“

Beide vergaßen den Autoschlüssel wieder und aßen mit Genuss die fast komplett rohen Steaks auf.

Weder Jack noch Konga tranken und die Salatbeilage der zweiten Bestellung rührten sie auch nicht an, was keiner der anderen Gäste bemerkte.

 

Derweil stromerte Angel chaotisch durch den REAL-Markt. Wie gewöhnlich hatte sie den Einkaufszettel in der Küche auf dem Tisch liegen gelassen und wusste jetzt nicht mehr weiter. Vielleicht lag er doch im Auto? Nein! Dort wäre er höchstwahrscheinlich aus dem Cabrio weggeflogen.

Momentan stand Angel vor dem Nudelregal und hatte ihren peinlichen Auftritt vor dem Laden schon fast verdrängt. Doch nun fiel ihr Blick auf die Spaghetti ... Spaghettihaare ... dunkle Spaghettihaare, die dunkelgrüne Augen verbargen … und so ein freches Lächeln.

„Angel ... konzentriere dich! Und außerdem ist der Kerl viel zu jung für dich!“, maulte sie vor sich hin, griff nach einem Nudelpaket, legte es zu den anderen Lebensmittel in den Einkaufswagen und sah sich suchend um. Überall schoben Frauen, kurzhaarig Männer und auch Kinder ihre Wagen vor sich her. Nirgends stapften dicke schwarze Stiefel zwischen den Gängen herum.

Verärgert über sich selbst, weil sie ständig an ihn dachte, schüttelte Angel den Kopf, um diesen langhaarigen Kerl endlich wieder zu vergessen.

„Klopapier und Spültücher“, brabbelte Angel vor sich hin, schob ihren Einkaufswagen weiter.

Als sie um die nächste Ecke bog, kam die passende Ablenkung und ihr entfiel, wer in ihrem Kopf herumspukte ... ihr Schuh zerlegte sich nämlich in seine Bestandteile. Mist! Fast zeitgleich lösten sich alle drei Riemchen ihrer linken Sandale von der Sohle ab. Dass sich die linke Seite seit dem letzten Jahr schon etwas labbriger anfühlte, fiel ihr nun schlagartig wieder ein, aber das änderte jetzt sowieso nichts mehr. Leise vor sich hinfluchend setzte sie ihren Einkauf fort.

Trotz aller Vorsicht kam sie nicht besohlt an der Kasse an. Gleich nach dem Klopapierregal blieb der Schuh eigenständig stehen und ihr nackter Fuß berührte beim nächsten Aufsetzen den kühlen Boden. Grollend nahm sie die Sandale hoch und zog die zweite gleich mit aus. Durch den kleinen Absatz hätte es nur noch schräger ausgesehen, wenn sie humpelnd weitergegangen wäre.

Ob sie wollte oder nicht, Angel musste noch mal durch den halben Laden zurückgehen, um sich ein Päckchen Feuchttücher zu besorgen. Im Schuhladen wäre sie sonst sicher rausgeschmissen worden, allein wegen ihrer schwarzen Fußsohlen, die sie sicher auf ihrem Weg bis dorthin zugezogen hätte.

 

Kontrollierend warf die Kassiererin einen Blick in den Einkaufswagen und erspähte die kaputten Schuhe, worauf ihr Augenmerk zu Angels nackten Füßen wanderter. „Fangen Sie sich keine Steinchen ein, die piksen schlimm“, war ihr erleichterter unnötiger Kommentar, da die gebrauchten Schuhe augenfällig kein Diebstahl von Ladeneigentum waren.

„Danke, ich werde mich bemühen.“

Nun kümmerte sich die Kassiererin um ihre eigentliche Arbeit und Angel kam, wie gewohnt, mit dem Abräumen des Bandes kaum hinterher. Klopapier und Feuchttücher mussten warten, als die Kassiererin den Betrag nannte. Hastig kramte Angel nach ihrem schwarzen Portemonnaie und zog daraus ihre schwarze EC-Karte hervor. Ungläubig starrte die Angestellte auf die Karte und dann Angel an. Sicher waren ihre anderen Kontokarten auch da, aber die exklusive schwarze AmEx hatte sie als Erstes am Wickel.

„Kann ich bitte Ihren Personalausweis sehen?“, fragte die Frau hinter der Kasse freundlich.

Seit wann durften Kassiererinnen nach einem Perso fragen? War das jetzt normal? Angel verdrängte die Fragen, weil sie nicht die letzte Kundin an der Kasse war und fügte sich ihrem Schicksal. Vermutlich dachte die übereifrige Dame, sie hätte diese Kreditkarte heimlich einer reichen Frau geklaut ... oder sonst was. Und nun konnte sie die Polizei verständigen und ein Lob vom Chef ergattern ... womöglich eine Beförderung einheimsen und das Bundesverdienstkreuz bekommen ... Pustekuchen, die würde gleich Augen machen!

Wieder kramte Angel in ihrer Handtasche und zog ihnen Pass raus.

Die Kassiererin beäugte das Foto und die Unterschrift, wurde bleich. Sie schob die Karte zwecks Kassieren ein und reichte danach Pass sowie Karte zurück. „Vielen Dank für Ihren Einkauf und beehren Sie uns bald wieder.“

Wie scheißenfreundlich die Zicke auf einmal sein konnte! Sicher hatte die blöde Kuh nun Angst, dass Angel sich über sie beschweren würde.

Oh, wie Angel falsche Freundlichkeit liebte, sie bedankte sich knapp und schob den Einkaufswagen Richtung Informationsstand.

Nach zwei Kunden, die reichlich unwirsch behandelt wurden, war Angel an der Reihe und begrüßte die Servicekraft mit dem Namen, den sie auf dem Schildchen über der linken Brust der Angestellten ablas.

„Guten Tag, Frau Bauer“, begrüßte Angel sie und fuhr fort, „ist es möglich, dass ich einen Wagen kurz unter Ihre Obhut stellen könnte? Mein Schuh hat sich in Wohlgefallen aufgelöst und ich möchte meinen Einkauf nicht barfuß zum Auto bringen. Der Teerbelag glüht sicher schon.“

Vermutlich waren nicht alle über das warme Wetter erfreut. Die Frau starrte teilnahmslos auf den kaputten Schuh in Angels Hand, nickte kommentarlos, griff nach unten und knallte ihr einen Nummernchip auf den Tresen.

Immer schön freundlich bleiben, auch wenn man es nicht sein wollte. „Vielen Dank“, säuselte Angel und schnappte im letzten Augenblick nach den Feuchttüchern, ehe die entnervt wirkende Frau den Wagen mit reichlich Schwung hinter den Tresen zog.

Im Umdrehen murmelte Angel vor sich hin. „Ich glaube, heute ist so ein Tag, an dem ich lieber zu Hause geblieben wäre. An Peinlichkeiten ist das Maß voll.“

Selbst ein stattliches Vermögen auf dem Konto schützte einen nicht vor herunterfallenden Taschen, kaputten Schuhen und unfreundlichem Personal.

Zum Glück war in dem Schuhgeschäft so viel los, dass selbst die Kassiererinnen vor Kundschaft kein Auge für eine hereinschleichende, barfüßige Kundin hatten.

Unauffällig verschwand Angel zwischen den Regalen mit ihrer Schuhgröße 36. Sie beäugte die Schuhe, die außerhalb der Kartons standen. Dann fiel ihr ein, dass sie zwar zur Reinigung etwas parat hatte, ihr aber die Füßlinge aus dem Kassenbereich fehlten. Mit nackten Füßen in Schuhe schlüpfen war nur privat in Ordnung. In diesem Laden wollte sie nun nicht mehr auffallen und ging zurück zur Kasse.

Auf dem Weg sah sie ein Paar Schuhe in Schwarz auf einem Extrastand und lief ohne die Augen davon zu lassen weiter. Prompt rannte sie wieder jemanden über den Haufen oder besser in die Arme. Eine warme Woge und ein unglaublich männlich kühles Aftershave drangen in ihre Nasenflügel. Augenblicklich schloss sie ihre Augen und sog den unfassbar erotischen Geruch tief in ihre Nase.

„Ich denke, ich habe noch keinen Schweinegestank an mir“, flüsterte eine raue Stimme, die Angel sofort wiedererkannte.

Schlagartig öffnete sie ihre Augen und wollte sofort einen Schritt zurück machen. Jedenfalls war das ihr Plan. Doch er scheiterte, Angel stolperte und der Mann hielt sie weiterhin schützend fest.

 

„Vorsicht, junge Lady!“ Jack wartete, bis sie wieder festen Bodenkontakt bekam, erst dann ließ er sie widerwillig los. „Is nicht Ihr Tag oder sind Sie immer so durch den Wind?“

 

Bei einem kurzen Blick in seine tiefgründigen grünen Augen fiel ihr direkt sein neuer heißer Haarschnitt auf. Sie wollte ihm antworten, allerdings drang eine weitere Duftwolke seines Aftershaves zu ihr herab und aktivierte ihre anderen Blödsinne. Am liebsten hätte Angel nun wie eine Irre an ihm herumgeschnüffelt, weil dieser Geruch sie tierisch anmachte. 

Tja, wenn alle Sinne emporloderten ... dann half auch kein vampirischer Befehl mehr. Kongas Blickkontakt samt Anweisungen lösten sich in Angels Kopf in Rauch auf und sie sperrte sich nicht mehr gegen seine Berührung, die nun leider nicht mehr bestand. Aber zumindest blieb ein Restbestand ihrer Fassung aktiv. Man schnüffelte doch nicht an einem wildfremden Mann herum!

Ihre Blicke trafen sich, Angel schluckte einen trockenen Kloß herunter. Sprachlos, samt weicher Gummiknien versuchte sie, aus dem Bann dieses Mannes zu kommen.

Mann, war ihr diese Situation peinlich ... Hatte sie wirklich und wahrhaftig ihre Nasenspitze nach ihm ausgestreckt oder war es nur Einbildung gewesen? Himmel, war hier irgendwo ein dicker Baumstamm, hinter dem man sich verstecken konnte? Ein Stützpfeiler würde ja auch schon reichen, echt! Erdlöcher oder ein spontaner Hubschrauberflug, obwohl sie tierische Höhenangst hatte, kämen ebenso in Betracht.

„Ich brauche Füßlinge“, krächzte sie und wollte sich wie ein Tier, das Gefahr witterte, von ihm abwenden. Tja, ihre Füße spielten nicht richtig mit und seine Ausstrahlung hielt sie auch noch gefangen ...

 

Was hatte er nun schon wieder falsch gemacht? In ihren Augen las er erneut diesen aufkeimenden Wunsch das Weite zu suchen! 

Um dem entgegenzuwirken lächelte Jack sie freundlich an, denn so ganz nebenbei stieg ein bestimmter hormoneller Duft, der definitiv von ihr ausging, zu ihm empor. Eben diese mitreißenden Pheromone legten seine Zurückhaltung lahm ... und seine Hand bekam ein Eigenleben, streichelte der Lady über die Wange.

Noch einen Versuch wagen ... er sah ihr tief in die Augen. Sie sollte ihre Wange in seine Handfläche schmiegen … tat sie aber nicht. Warum nicht? Er gab ihr doch den direkten mentalen Befehl … nicht wie vorhin, nein, jetzt mit viel mehr Intensität, denn sie wollte es doch ... oder nicht?

Als er sich seines Handelns bewusst wurde, weil sie ihn mit großen Augen ansah und nicht den Funken Anstand besaß, richtig zu reagieren, zog er seine Hand jäh zurück und trat einen Schritt von der Lady weg.

„Entschuldigung“, stammelte er nun seinerseits, ging wortlos, weil völlig perplex, an ihr vorbei in die Herrenschuhabteilung und verschwand zwischen den Sportschuhregalen.

Kaum aus ihrem Wirkungsbereich heraus, dröhnten Flüche von unglaublichem Ausmaß durch seinen Kopf. Alle Kunden in dem Geschäft ließen gleichzeitig ihre Sachen, die sie in Händen hielten, fallen … nur Angel nicht.

 

Angel stand da und starrte dem Kerl hinterher.

„Du bist nicht sein Typ“, flüsterte ihr eine dunkle Stimme schroff ins Ohr.

Aufgeschreckt fuhr Angel herum und starrte in das Gesicht eines weiteren, großen, lederbekleideten Mannes. Auch dieser trug, wie der andere vorher, seine Haare lang, allerdings waren sie weder dunkelbraun noch leicht gewellt, sondern blauschwarz und glatt. Ihm standen die langen Haare auch wesentlich besser. Aus dem Bauch heraus schätzte Angel ihn etwas jünger, vielleicht Ende zwanzig. Seine dunklen, offenbar unglücklichen Augen unterschieden sich auch in Farbe und Form. Diese tiefschwarz Iris ließ nicht erkennen, wo die Pupillen anfingen. Auch dieses Mannsbild umwog ein irre sinnlicher Geruch, der nicht eindringlicher sein konnte ...

‚Ich kenne dich!‘, jagte es durch ihren Kopf und dann verschwand der Gedanke wieder.

Ein wahnsinniger Schauer rann Angel über den Rücken, aber nur, weil dieser Blödmann keinen freundlichen Eindruck bei ihr hinterließ oder vielmehr hinterlassen wollte. Warum war das so?

Auch von ihm ging etwas aus, gegen das Angel sich auflehnte, doch das tat sie vielmehr unbewusst und verärgert, weil er sie angegriffen hatte. Und irgendwie kam ihr dieser Kerl wirklich vom Sehen bekannt vor.

Angels Lider zuckten drei-, viermal. Sie wollte ... konnte seinem Blick nicht ausweichen …

Nicht nur Männer folgten ihrem typischen Beuteschema ... exakt dieser Kerl entsprach genau Angels Typ Mann, von dem sie bisher drei Varianten mit verdammt dämlichen und teils gewalttätigen Charaktereigenschaften an ihrer Seite hatte. Obwohl, der andere auch in ihre sehr engere Wahl fallen würde ... 

Himmel, beide sahen zum Anbeißen männlich, groß und geil aus! Aber leider spielte weder der eine noch der andere in ihrer Alterskasse mit. Konnte man jetzt nicht mal die Zeit um ein paar ihrer Lebensjahre zurückdrehen? Nur die, alles andere könnte ja so bleiben, wie es war ...

 

Konga musste sich so sehr, wie schon lange nicht mehr, zusammenreißen, um sie weiterhin böse anzusehen. Ihre sinnlichen Lippen war keine zwanzig Zentimeter von seinen entfernt und ein alter irrer Reiz, sie in seine Arme zu reißen ... ihre herrliche Hitze heraus zu knutschen, keimte in ihm hoch. Verfluchter Bluthimmel ...

Wie sollte das hier und jetzt weitergehen?

Angel ertappte sich dabei, wie sie ihm direkt auf den Mund starrte ... und redete aus reinem Selbstschutz, ihm nicht um den Hals zu fallen, drauflos ... „Ich habe keine Ahnung, was Sie von mir wollen! Würden Sie mich bitte entschuldigen, ich brauche neue Schuhe!“ ‚Wie sich seine Haut wohl an meiner anfühlen würde ...‘ Augenblicklich schnürte dieser Gedanke ihre Kehle zu und ein Ziehen zog durch ihren sich erwärmenden Unterleib.

Verdammt, was dieses Weib jetzt brauchte war vieles, aber in diesem Augenblick bestimmt keine Schuhe!  

„Sicher kleine Lady. Aber ich kann deinen Wunsch riechen und den solltest du dir lieber aus deinem zuckersüßen blonden Kopf schlagen.“ Boah, falsche Wortwahl, aber zu seiner Entschuldigung … sein Hirn funktionierte momentan nur mit wenig williger Kraft, denn er musste sich beherrschen und böse gucken! Um keinen Preis der Welt durften ihre Gedanken sich entnebeln … Und es bedurfte nur eines Augenblickes ... und er hätte ...

Konga ging zur Seite ... und verbannte jeden irrwitzigen Wunsch, im Bezug auf dieses Weibsbild, ins Hinterstübchen seines glühenden Schädels. Besser er ließ sie ziehen, als dass er ... 

Mit einem letzten intensiven Blick befahl er der kleinen Zuckerschnute ihre Fassung wieder zu erlangen, ehe es zu spät wäre ...

 

Mit hochroten Wangen ging Angel sprachlos und kopfschüttelnd an ihm vorbei, um sich ihre Füßlinge zu besorgen.

„Was bildet der Pinsel sich eigentlich ein?“, grummelte sie vor sich hin, weil sie nicht mehr darüber nachdenken wollte, was sie eben noch im Bezug auf ihn gedacht hatte. Schnurstracks ging sie zu den schwarzen Pumps, suchte ihre Größe und klemmte sich das Paar unter den Arm.

Nachdem sie auf einem Hocker saß, ihre Füße gereinigt waren, zog sie sich die Füßlinge über und schlüpfte in die tiefschwarzen Lederpumps. Sie passten wie angegossen. Eine Seltenheit, die ein kleines Glücksgefühl freisetzte und Lust auf mehr machte. Selbst die beiden unbeschreiblichen Begegnungen gerieten kurzzeitig in den Hinterkopf.

Nun wollte Angel das Ergebnis auch im Spiegel anschauen, und als sie einen entdeckt hatte, ging sie leicht wackelig auf ihn zu. War schon ne Weile her, dass sie mit hochhackigen Schuhe durch die Welt eierte. Die Schuhe passten nicht nur, nein, sie machten sich an ihren Füßen auch unglaublich gut.

Beschwingt beäugte sie die Pumps von allen Seiten. Dass sie dabei beobachtet wurde, fiel ihr zunächst nicht auf. Nur ein unruhiges Gefühl im Nacken ließ sie einen Blick zurückwerfen.

Als sie sah, wer sie da beobachtete, lief Angel rot an und drehte sich hastig um.

Völlig konzentrationsfrei, einen aufkeimenden Hitzewall in ihrem Unterleib unterdrückend, wankte sie zwischen die Regale, bloß raus aus seinem Blickfeld.

Vier weitere Paare, unterschiedlich beschaffen und verschieden hoch, wurden von Angel in die engere Wahl gezogen. Alle Schuhe verband nur eins: die schwarze Farbe. Kurz schoss es ihr durch den Kopf, dass sie sich sonst nie zuvor so lange in einem Schuhgeschäft aufgehalten hatte. Nein, sie war keine typische Schuh-Fanatikerin, rein in den Laden, anpeilen, probieren, fertig.

Beladen mit den Kartons, bloß keinen Blick zurückwerfend, marschierte Angel barfuß zur Kasse.

„Mit oder ohne Karton?“, fragte der Kassierer, als sie endlich nach fünf Kunden an der Reihe war.

„Könnten Sie mir die Schuhe paarweise in Tüten packen, damit sie sich mit den Absätzen nicht gegenseitig beschädigen? Dann könnte ich auf die Kartons verzichten. Die schwarzen Pumps möchte ich auch gleich anziehen.“

„Kein Problem.“

Wieder drang dieser unglaubliche Duft in Angels Nase und sie verbat es sich einen Blick zurück zu werfen.

„Das macht dann 248,40 Euro.“

Fahrig reichte Angel dem Angestellten ihre schwarze AmEx durch. Der Verkäufer lächelte mit einem Mal noch freundlicher und bedankte sich ebenso wie die Kassiererin bei REAL. Nett, ein Verkäufer, der ihr abnahm, dass sie kreditwürdig war und nicht nach weiteren Mitteln verlangte, um ihre Identität zu bestätigen.

„Hat Ihnen der Einkauf bei uns gefallen? Haben Sie alles gefunden?“ Der Verkäufer entfernte die Preisschilder und reichte Angel die Pumps samt Schuhlöffel über den Verkaufstresen.

Zu einer Antwort ihrerseits kam es nicht, denn diese Aftershavewolke, die ihre Sinne einnebelte, ließ keinen klaren Gedanken zu. Tapfer nickte Angel zurück, quälte sich ein Lächeln ab und streifte die Füßlinge vom den Füßen, bevor sie ihre neuen Pumps auf den Boden stellte.

Im Stehen Schuhe anzuziehen, erwies sich mit Schuhlöffel als durchaus machbar, wenn man seinen Po etwas nach hinten verlagerte, was sie auch tat. Wie schon den ganzen Tag handelte sie damit recht unüberlegt. Angel stieß mit ihrem gut riechenden Hintermann zusammen, hielt jäh den Atem an und schloss ihre Augen für drei unendlich regungslose Sekunden.

Anstelle etwas zurückzuweichen, drückte dieser seinen Unterleib vielmehr an sie, und Angel war sich sicher, dass sie da etwas fühlte, was unter anderen Umständen …

Schluckend brach sie den Gedanken ab und kümmerte sich um ihren anderen Schuh.

Himmel, wow! Eine Hand streichelte sanft über ihre linke Pobacke.

Wenn das nun einer sah? Sollte sie anfangen zu schreien? Nein, an Peinlichkeiten war das Maß für heute wirklich überschritten.

 

Jack stand eindeutig zu dicht hinter der kleinen blonden Lady. Dass mit dem ersten Schuh, den sie über ihren kleinen Fuß zog und mit ihm zusammenstieß, war eher Zufall, bis auf den fehlenden Zentimeter, den er von sich aus selbstgefällig überbrückte. Der Kontakt beim zweiten Schuh war blanke Absicht, denn ihr heißer, runder Hintern forderte eine Berührung geradezu heraus.

In der Öffentlichkeit benahm er sich sonst nie so. Was war mit ihm los? Und dann ignorierte sie seine Hand und seine vorgedrückte anwachsende Erregung auch noch, ohne mit der Wimper zu zucken?

Kein Schrei, keine Ohrfeige, kein spitzer Absatz, der sich wie ein Dolchstoß in seine Brust bohrte, diese Reaktionen hätten kommen müssen!

 

Völlig zerstreut sowie ungewollt erhitzt knallte Angel den Schuhanzieher auf den Tresen, nahm hastig ihre Karte und stopfte sie in die Handtasche. Sie riss die Tüten schützend an sich, versuchte den letzten Restbestand an Sicherheit zu bewahren und verließ den Laden, ohne sich umzudrehen oder zu rennen, was sich durchaus positiv auf die neuen Schuhe und den glatten Fußboden auswirkte.

Ihre Fassung war restlos im Schuhgeschäft zurückgeblieben. Nur eines war sicher ... sie musste ihren Einkauf abholen, ergo stöckelte Angel los. Keine zehn Meter weiter kramte sie aufs Neue in ihrer Handtasche nach dem Chip ... diesmal wichen die Leute ihr gekonnt aus und so erreichte sie den Informationsstand ohne einen weiteren Zwischenfall.

Wortlos, einfach weil sie nicht wusste, was sie sagen sollte, legte Angel den Chip auf den Tresen und nahm ihren Einkaufswagen in Empfang. Umgehend parkten die schuhbeladenen Tüten darin und sie steuerte den nächstbesten Eis-Laden an.

Angel brauchte jetzt dringend Nervennahrung und eine Abkühlung in Form eines Dreikugelwaffeleises. Schoko, Schoko und Stracciatella. Diesmal kramte sie ihr Kleingeld zusammen ...

Mit einer Hand lenkte sie den Wagen durch den Ausgang und atmete die heiße Luft ein.

Endlich draußen unter freiem Himmel und keine grünen Augen, die sie musterten ... oder Hände, die ihren Po streichelten. Irgendwie schade ...

Die Hörstöpsel ihres MP4-Players landeten wieder in ihren Ohrmuscheln. Gleich darauf kramte sie lustlos nach ihrer Sonnenbrille, setzte sie auf ihre Nase und schob den Einkaufswagen zwischen die parkenden Autos.

Dieser riesige Parkplatz war wirklich sehr unübersichtlich, Angel verfehlte die Parkreihe zweimal und musste jedesmal wieder umdrehen. Die ersten zwei Kugeln waren aufgeleckt, als sie endlich vor ihrem Auto stand. 

Grübelnd schaute sie vom Wagen zur Eistüte und entschied, diese erst aufzuessen, bevor sie nach ihrem Schlüssel kramen würde ...

Während Angel an ihrem Eis herum leckte, starrte sie ins Nichts ... und begann über die letzten Begebenheiten nachzudenken.

In den vergangenen Jahren konnte sie genügend Erfahrungen mit der männlichen Spezies sammeln, zwar weniger positive, aber was soll’s, sie hatte es überlegt, also fand sie all ihre Reaktionen den Umständen entsprechend vertretbar.

Ja, dieser Typ war heiß, strahlte etwas forsches aus und zeigte Interesse an ihr … aber mehr als eine kurze Fantasiebeziehung würde daraus niemals werden. Solche Männer hatten keine Langzeitbeziehungsfähigkeit in ihren Hirnen verankert oder sie entwickelten sich, auf die eine oder andere Art, zu Tyrannen.

Als Realistin, die mit den Jahren durch einen einschleichenden Pessimismus behaftet wurde, konnte das ohnehin nicht gut gehen. Zu Deutsch: Bei Angel war die Männerwelt ausgeschaltet, da es sowieso keinen gab, der ihre Vorstellung völlig befriedigte und in der Realität auch bestand. Alles Schwätzer und Wichtigtuer mit dickem Hang zur Selbstüberschätzung.

Teils gab Angel sich selbst die Schuld, weil sie immer wieder am gleichen Typ gescheitert war. Also ließ sie es mit den Männern lieber gleich bleiben. Für gewisse Stunden, in denen man sexuelle Triebe verspürte, konnte man Spielzeug benutzen und für traurige Stunden mit den Hunden kuscheln.

Angel schnaufte ihre Luft aus und wischte die Gedanken an diesen verwegenen Kerl weg, obgleich sie den Druck seiner Hand immer noch an ihrem Hintern fühlen konnte. ‚Alles Einbildung!‘, schalt sie sich gedanklich.

 

„Sie steht endlich vor ihrer Karre. Was ist das Weib schusselig. Nun bring ihr den Schlüssel, ehe sie zu schreien beginnt“, brummte Konga leise und setzte sich auf seine Sitzbank. „Denk dran, sie ist nicht dein Typ und wir wollen nach Polo, um leichtere Jacken zu kaufen.“

Ob Konga es noch abwenden konnte? Es sah alles andere als danach aus … ‚Verkackter Herzschlag, funktioniere endlich ohne diese mistigen Aussetzer!‘

Wo er sonst jede Veränderung an Kongas Seelenzustand bemerkte ... momentan war Jack in diese Richtung blind ... „Kein Ding. Bin gleich wieder da.“ Er ließ die Sonnenbrille auf, schob sich den Helm über den Arm, startete seine Maschine und fuhr im Schritttempo los.

 

Als ein röhrendes Geschoss neben ihr zum Stehen kam, knabberte Angel gerade am Rand der Waffel entlang.

„Hey, kleine Lady.“

Tief beeindruckt von dem schweren Motorrad, blickte Angel hoch und konnte sich einen Kommentar wieder einmal nicht verkneifen ... „Nette Maschine. Haben Sie der heute auch schon über den Tank gestreichelt?"

Schlagfertig war sie ja ... „Also, wenn du dich nicht normal mit mir unterhalten musst ... und eher freche Kommis bringst, dann merkt man, dass du nicht auf den Mund gefallen bist.“

„Kann schon sein“, bemerkte Angel knapp und knabberte weiter an ihrer Waffel.

Es störte sie nicht, dass dieser Typ einfach ins Du gerutscht war. Hier draußen war der Himmel weit und in ihr keimte kein Fluchtwunsch auf. Momentan jedenfalls nicht.

Vielleicht wollte er sich ja jetzt nur für seinen Übergriff im Schuhgeschäft entschuldigen?

‚Angel, du fantasierst! Er wird sich niemals entschuldigen! Das ist unter seiner Würde, da alle Frauen von seinen grünen, durchbohrenden Augen bewusstlos auf den Asphalt schlagen und mit dem Teerbelag verschmelzen‘, dachte sie und musste lächeln.

Scheiß bildliche Fantasie, überall um sein Motorrad herum - in der bratenden Sonne - lagen sich verflüssigende Frauenkörper.

 

Jack schob den Ständer seiner Maschine mit dem Hacken nach unten und stieg ab. War so nicht geplant, eigentlich wollte er ihr den Schlüssel in den Einkaufswagen schmeißen, doch dann reagierte er völlig entgegengesetzt.

„Schickes Auto“, bemerkte er kopfnickend und stellte sich vor ihren Einkaufswagen. Oh Mann … ‚Was für ein blöder Spruch war das denn?‘, grummelte sein Hirn. 

Was sollte sie dazu sagen? Angel nickte ihm zu und nagte aus Verlegenheit, weil er sie schon wieder nervös machte, ununterbrochen Minibrocken von der Waffel ab.

„Was hast du für einen Sound im Ohr?“

 Da es unhöflich war sie drinnen zu lassen, wenn er schon mit ihr weitersprechen wollte, zog Angel die Stöpsel heraus. „Ist keine Musik drauf, ich höre beim Einkaufen nur Hörbücher.“

 Endlich ein Thema, um mit ihr ins Gespräch zu kommen, angriffslustig schmunzelte Jack. „Welcher Bereich ... sicher Liebesschnulze ... oder nicht?“

Ach, wollte er sie mit dieser abwertenden Bemerkung aus der Reserve locken? Okay, mal sehen, was ihm gleich einfiel! „Bissige, blutrünstige Vampirstorys“, konterte sie frech, während sie ihn schräg musterte.

Unter Garantie machte er sich gleich darüber lustig ...  

Wenn die kleine Lady wüsste, wer da vor ihr stand ... Ob die Hörbücher über Blutsauger dann noch interessant wären? Sicher bräuchte er nur mal eben seine Fänge beim Anwachsen aufblitzen lassen, um sie mundtot zu bekommen. Doch das wollte er gar nicht, lieber wechselte er das Thema, bevor er sich noch zu einer Tat hinreißen ließ, deren Reaktion er nicht absehen konnte. 

Warum ignorierte er ihre Bemerkung und schielte nun in ihren Einkaufskorb? Suchte er nach einem anderen Gesprächsstoff, weil er sie wegen der Fantasiehörbücher nicht mehr für voll nahm? 

Jetzt wäre es besser gewesen, ihr den Schlüssel zu geben und wieder zu gehen. Doch Jack griff wortlos nach den Feuchttüchern und behielt sie wiegend in der Hand. „Die solltest du benutzen.“

„Ich wasch mein Auto lieber mit ’nem Schwamm“, frotzelte Angel zurück, weil sie zunächst nicht verstand, wozu er gerade diesen Artikel aus ihrem Einkaufswagen genommen hatte.

Jack zog eine Braue in die Stirn. „Oh, da hast du mich falsch verstanden. Nicht fürs Auto, eher für dich.“

Trotz der Hitze hatte sie sich nicht mit ihrem Eis bekleckert, wie Angel feststellte, als sie an sich herab sah.

„Veräppeln kann ich mich auch allein“, fuhr sie ihn nun schroffer an, als sie eigentlich wollte.

„Dann sollte ich dir wohl lieber zeigen, wo du dich schmutzig gemacht hast“, sagte der Typ unbeeindruckt.

Zum Protestieren kam Angel nicht, denn der Kerl stand mit drei Schritten, fast auf Tuchfühlung, vor ihr. Er zupfte ein Tuch aus dem Päckchen, sah in ihr Gesicht und schob seine Sonnenbrille etwas in die Stirn, damit seine Pupillen weiterhin beschattet blieben.

Ihre Augen trafen sich.

Himmel, hatte dieser Kerl einen intensiven Blick am Leib. Hinzu kam ein neuer Schwall seines edlen Duftwassers in ihre Nase und ließ ihre Sinne neu emporlodern. Verdammt, alles an diesem Mistsack war rein äußerlich perfekt und ... er bot ihr die Stirn.

Das war heißer Stoff für einsame Stunden, in denen sie über diese Begegnung nachdenken, schmachten und Hand anlegen konnte.

Jäh wurde Angel aus ihren Gedanken gerissen, denn mit der einen Hand hob er das Feuchttuch und mit der anderen ihr Kinn an. Wenn man bei Männern nur Enttäuschungen erleben durfte, nie einer dabei war, dem man sein ganzes Vertrauen schenken konnte ... Angel war augenblicklich so verspannt, dass sie ihre Lippen aufeinander presste. Bewusst herbeigeführter Körperkontakt zu einem wildfremden Mann ... nach dieser kurzen Zeitspanne ... keine gute Idee. Das ‚Hinternstreicheln‘ war ja nur so ein Ding gewesen, das sie nicht steuern, vor dem sie aber wegrennen konnte. Hatte sie ihm jetzt indirekt eine Zusage gegeben, sie anzufassen?

Klar bemerkte er, dass sie in einen reservierten Modus gewechselt hatte und das gefiel ihm überhaupt nicht. „Sei doch nicht so verbissen, ich tu dir schon nichts böses“, flüsterte er weich und wischte einen winzigen Eisklecks von ihrem Kinn weg.

„Der neue Haarschnitt steht dir“, seufzte sie leise und sah von seinen Augen zu seinem schmalen Mund, um sich davon abzulenken, dass er sie gerade ziemlich zärtlich berührte und sie es furchtbar schön fanden. Die Ablenkung scheiterte allerdings erbärmlich, seine Berührung in Kombination zum Blick auf seine jetzt lächelnden Lippen ... ließen sie vielmehr in eine andere Richtung denken ...

„Danke“, murmelte er kleinlaut und wischte, wo es nichts mehr zu wischen gab, nur um diese beinah intime Berührung nicht beenden zu müssen.

„Bin ich so ein Kleckermaul?“, flüsterte Angel unruhig. Vom Gefühl her putzte er sie auch eine Spur zu liebevoll. Konnte er jetzt nicht mit dem weichen feuchten Tüchlein umgehen, wie mit trockener Stahlwolle in einem angebrannten Milchtopf?

„Ich hab da was für dich“, flüsterte er mit tiefer rauer Stimme und lenkte so ihren Blick wieder zu seinen Augen.

Abrupt hielt Angel den Atem an, doch der Kerl ging auf Abstand, pulte in seiner Jacke rum, zog etwas hervor und hielt es vor ihre Nase.

„Das ist meiner! Du hast ihn ... aufgehoben und mir nicht ... zurückgegeben?“, stammelte sie.

Ihr folgender Griff ging ins Leere, weil Jack seinen Arm schnell empor hob.

„Kann man so oder so sehen, ich hab’s einfach vergessen. Was bekomme ich denn dafür, wenn ich ihn dir jetzt gebe?“, fragte er dreist.

Wer eine unverschämte Frage stellte, musste mit der passenden Antwort rechnen.

„Du darfst meinen Einkauf in den Kofferraum stellen und ich werde nicht wild und laut schreien.“

Perfekt theatralisch sah Jack sie enttäuscht an, wandte sich um und griff nach den fertig gepackten Tüten. Derweil nahm Angel ihm die Schlüssel weg und öffnete den Kofferraum per Fernbedienung. Gehorsam stellte er die Tüten ab, bis der Einkaufswagen leer war.

„Krieg ich denn jetzt wenigstens eine kleine Belohnung?“, fragte er geknickt samt rotzigem Lächeln im Mundwinkel.

Gegen die blendende Sonne kniff Angel ein Auge zu. Aus irgendeinem unerklärlichen Grund ahnte sie, dass er es auf einen Kuss abgesehen hatte.

„Mir wurde zugeflüstert, ich passe nicht in dein Beuteschema und das beziehe ich auch auf körperliche Belohnungen.“

Reichlich ernüchtert schnaufte Jack auf und zog ergeben die Hände empor. „Is ja gut“, mäkelte er aufrecht und mutlos.

Angel öffnete die Fahrertür, beugte sich ins Wageninnere und drückte auf den Knopf, damit das Dach sich schon mal einfalten konnte. Unschlüssig blieb sie neben der offenen Tür stehen und sah ihn spröde an. Nun wollte sie es doch wissen … „Was hättest du dir denn für eine Belohnung gewünscht?“

Da, sie schmiss ihm einen letzten Rettungsring hinterher ... jetzt bloß nicht zögern!

Ohne eine Antwort zu geben, kam Jack zügig hinter den Kofferraum über die Fahrerseite zu ihr und lehnte sich breitbeinig und mit vorgestreckten Beinen an ihr Auto. Im nächsten Moment griff er nach ihrer Hand und zog sie überrumpelt und widerstandslos zwischen seine Beine.

Normalerweise sprangen die Ladys in seine Arme, allein schon wegen seinem animalischen Blick, dem keine widerstehen konnte. Nur dieses vorlaute Wesen wies ihn immer wieder ab.

„Mir hat dein Schuhkauf gefallen.“

Abweisen konnte sie seine Zudringlichkeit auch noch später, denn dieser Moment sollte nicht so schnell vorbei gehen. Aber um den Hals würde sie ihm nicht fallen ... garantiert nicht! Angels Augen verengten sich. „Ja, und am besten gefiel dir der Teil an der Kasse, bei dem ich mir die Schuhe angezogen hab“, patzte sie ihn an.

„Oh ja“, stöhnte er sinnlich und zog sie unvermittelt dichter an sich heran.

Hui, Angel fühlte seine erblühende Lust und ihr erging es trotz aufsteigendem Abstandswunsch ebenso.

„Und nun einen kleinen Nachschlag.“ Urplötzlich drehte Jack sie in seinen Armen und zog ihren Po fest an seinen Hosenstall.

Diese fordernde und gierige Berührung sorgte bei Angel für einen Hitzeschwall, der jäh lichterloh in ihr aufbrannte. Ein leises aber sehr eindeutiges Aufkeuchen entfuhr ihrer Kehle, was Jack buchstäblich den Atem und jedweden klaren Gedanken raubte.

Eigentlich wollte er sie nur noch etwas ärgern, weil sie sich eben so zynisch geäußert hatte. Nun betrachtete er die Situation aus einem völlig neuen Winkel … sie roch auch wieder so verführerisch nach Lust, was wiederum seine Sinne auf Sex umkrempelte. Alles passte überhaupt nicht zusammen, denn ihre spröde Haltung deutete auf einen weiteren Fluchtversuch hin. Davonlaufen und aufkeimende Lust … beides synchron?

Sachte schlang er seine Arme um ihre weichen Hüften und schob mutig eine Hand unter ihr T-Shirt auf ihren warmen, nackten Bauch. Wieder stöhnte sie und sah ihn sinnlich über die Schulter an.

„Wow ...“, entfuhr es ihm unkontrolliert. „... heiße Lady!“

Unwillkürlich fühlte Angel die innerliche Hitze und das aufkeimende Kribbeln auf ihrer Haut und in ihrem Bauch. „Ist das nun die Belohnung, die du dir erhofft hast?“, wimmerte sie leise.

„Nein, noch nicht ganz, komm näher“, raunte Jack ihr zu.

Wie gebannt drehte Angel sich in seinen Armen und ihre Augen versanken wieder ineinander. Diesmal versuchte er gar nicht erst, sie zu beeinflussen. Er musste zu üblichen Worten greifen.

„Sweety, gib mir deine Hände.“

Widerspruchslos kam sie seinem Wunsch nach und er schob ihre Finger in seinen Nacken, wo sie automatisch anfingen, ihn zu kraulen.

„Wer sagt dir eigentlich, ich würde das hier wollen?“, fragte sie und wühlte trotzdem sündhaft zärtlich in seinem stoppeligen Nacken.

„Deine Augen ... dein Körper ... einfach alles an dir.“

Ehrliche Worte waren nicht immer vorteilhaft, wenn das heiße Weib in seinen Armen sich ihrer aufkeimenden Gefühle nicht bewusst war oder aus irgendeinem blöden Grund nicht zulassen wollte ...

Angel kräuselte ihre Lippen und zog die Hände aus seinen Nacken.

Ihr Körper war mehr als willig, alles sprach dafür! Warum wollte der Rest nicht anspringen? „Nein Sweety, nicht wegnehmen, lass sie da! Deine Kraulkünste sind phänomenal.“

Ihr Blick änderte sich ins Skeptische. Gleich würde sie abermals einen Rückzieher machen … ihn erneut abwehren … und womöglich wieder wegrennen!

Zu deutlich konnte Jack erkennen, wie es hinter ihrer Stirn zu arbeiten begannen. Mit dem Mut der Verzweiflung schoss sein Mund tapfer vor und seine Lippen entbrannten heiß auf ihrem.

Prompt wehrte Angel sich gegen diese übereilt intime Aufdringlichkeit, stemmte ihre Fäuste gegen seine breite Brust, zwecklos, denn seine Hand in ihrem Rücken presste gegen. Sie wollte ein ‚Nein‘ stammeln, doch in dem Moment, wo ihre Lippen sich öffneten, nutzte er die Situation schamlos aus und schob seine Zungenspitze zwischen ihre weichen Lippen.

Aufgebracht boxte Angel gegen seine stahlharte Brust, doch es half nichts. So versuchte sie zumindest ihren Mund von seinem zu lösen, aber seine andere Hand in ihrem Nacken ließ auch diesen Abstand nicht mehr zu.

Wundervolle und gleichzeitig schreckliche Empfindungen fluteten Angels Körper und ihren Geist.

Und wo ihr tief verwurzeltes Misstrauen sich gegen ihn auflehnte, da gierte ihr ausgehungerter Körper nach seiner zärtlicher Zuneigung.

In ihrem Höschen wurde es übergangslos feucht und ihr Bauch kribbelte aufs Äußerste. Zu allem Überfluss reagierten ihre Brustspitzen und versteiften sich, was sicher zu sehen war. Oder fühlte es sich nur so intensiv an?

Alles umfassend brach ihr letzter Widerstand und sie küsste endlich gegen. Erst vorsichtig, dann stürmisch und ungehemmt. Schließlich ging sie sogar so weit, ihre Finger sinken und unter sein Shirt wandern zu lassen. Mann, diese harten Bauchmuskeln fühlten sich so gut an!

Kaum, dass Jack wahrnahm und fühlte, wo ihre Finger ihn berührten, keuchte er in ihren Mund und züngelte noch ungehaltener drauflos. Angel hielt kühn gegen und gab ihrer vernachlässigten Zunge keine Pause.

Endlich wehrte sie ihn nicht mehr ab ... seine Hand tastete sich übermütig vor, eroberte ihren Hügel und streichelte leicht drauflos, bis seine Fingerkuppen sich in ihr weiches Fleisch gruben. Irgendwie wollte .... musste er sie überall berühren, streicheln ... an sich reißen.

Die Gefühle übermannten Angel, oben züngelte sie auf Teufel komm raus, etwas tiefer genoss sie seine Brustmassage und unten ... nahm sie Abstand, musste fühlen, was da noch in ihre Richtung drängte.

Auch Jack erlag ihren flinken Fingern, die sich beherzt an seiner Lederhose zu schaffen machten, und ein Aufstöhnen entfuhr seiner Kehle.

Mit so viel herrlich aufgeheiztem Entgegenkommen hatte er nicht gerechnet ... „Sweety, was du da machst, ist sehr gefährlich ... nein, brandgefährlich“, nuschelte er in ihren Mund und löste seine Lippen von ihr, um ihren Hals zu küssen. Hätte er vorher gewusst, wie empfindlich sie dort war ...

Angel stöhnte ungezügelt auf und ihre Linke packte hart zu.

Was da in seiner Lederhose anwuchs, imponierte ihr mit jedem Millimeter mehr. Allein der Gedanke, diesen Körperteil dort zu fühlen, wo er ihre Hitze noch mehr entfachen konnte ... sorgte bei ihr für einen prickelnden Schweißausbruch.

Irrsinnigerweise grübelte sie kurz darüber nach, heute Abend unter Garantie einen Abgang zu haben, den sie lange nicht hatte, aber leider nicht mit ihm.

Es war alles andere als leicht, gegen seine blutrünstige Natur anzukämpfen, Jack ließ von ihrem Hals und der darunter pochenden Schlagader ab. Jetzt durfte er sie nicht mehr mit offenem Mund küssen, sie hätte losgeschrien. Spätestens dann, wenn ihre Zunge seinen Eckzähnen in die Quere kommen würde. „Sweety, mir ist extrem warm, ich verglühe. Nicht, dass ich damit ein Problem hätte ... aber die Sonne nervt und brennt mir die Klamotten in die Haut“, nuschelte er mit halb geschlossenen Lippen, während er sie zärtlich küsste.

Prompt zog Angel ihre Hand unter seinem Shirt hervor und kraulte wieder in seinem heißen Nacken. Knurrend sah Jack auf ihre zweite Hand, die weiterhin mit leichtem Druck über seinen verpackten Schwanz strich.

Tja, Angel wollte jetzt vieles, aber nicht von ihm ablassen, sie sah ihn rotzig und sehr erregt in die Augen, fühlte an seinem Schaft entlang, bis sie die Spitze erreichte, und drückte sanft zu.

Heilige Scheiße! Seine Lungen verweigerten ihren Dienst, prusteten unterdrückt die Luft heraus. Äußerlich schluckte und verdrehte er nur seine Augen, denn eine Familie ging an seinem Motorrad vorbei.

Kaum, dass sie wieder allein waren, hatten Jacks Fänge sich zurückgezogen und sein Mund lag wieder auf ihrem. Ging aber nicht lange gut, weil dieses dreiste Weib einfach eine zu freche Hand hatte, die zwischen Haut und Hosenbund vordrang und den oberen Teil seines Schaftes in die Finger bekam.

‚So, Totalangriff, gleich zieht er den Schwanz ein‘, gurrte es durch ihren Kopf. Er hatte sie ja herausgefordert! Selber schuld! 

Wem schwindelte sie hier eigentlich etwas vor? Sollte er wirklich aufhören und sich zurückziehen?

Von ihren sinnlich halbgeschlossenen Lidern sah Jack zu ihrem weichen Hals und weiter zu den Brustspitzen.

Jack war so scharf auf dieses gierige Weibsbild, dass er ihr Shirt höher schob, sehen, fühlen und schmecken wollte, was sich da so eigenwillig durch den dünnen Stoff bohrte. 

Diese verdammt spitzen Dinger folgten offensichtlich, mit kontrolliertem festen Willen, nur einem Ziel, durch sämtliche Stofflagen zu stechen, um ihm komplett die Sinne zu verschleiern. Mit Erfolg!

Unaufhörlich steigerte sich seine Atemfrequenz und er drückte seine Mitte immer forscher und durchdringender gegen sie. Voller Verlangen sah er seiner Hand zu, wie sie unter dem Stoff über ihrem hauchfeinen Spitzen-BH streichelte und er konnte genau fühlen, an welcher Stelle ihre Brustspitze sich erhoben hatte. Mit dem Daumen zog Jack die obere Kante des Stoffs langsam runter und legte sein primäres Ziel mit einem Ruck bis unter ihre Brust frei.

Angel quiekte sinnlich auf und fühlte seine massierenden Finger auf ihrer nackten Haut ... ein irres Gefühl, so unter freiem Himmel.

Mit der anderen Hand zog er sie noch dicht an sich, was ihre Finger in seiner Hose unweigerlich - mangels Bewegungsfreiheit - stoppte. Allerdings hielt er nicht lange still, mit leichten rhythmischen Stößen drückte er sich verlangend an ihren Unterbauch und ihren Venushügel. Es kam schon einem trockenen Akt nahe ...

Jetzt rang Angel nach Luft. Wo sie sonst so zurückhaltend gewesen wäre ... nun ja, dann verlor sie halt ihren Restverstand … egal!

Anstößig sog er an ihrer Zunge, ließ von ihrem Mund ab, betrachtete aufs Neue seine Hand, die nun ihre nackte Brust packte und bemerkte, dass auch sie zuschaute. Dieser Anblick ließ ihn vergessen, wo sie waren ... jetzt zählte nur noch der Moment und den würde er bis zum bitteren Ende auskosten.

Angel bog ergeben ihren Rücken durch, um ihm mehr zu offenbaren.

Wenn sie ihm schon so eine hemmungslose Aussicht bot, dann ließ es sich auch nicht verhindern ... er neigte sich vor und leckte frech über ihre spitze Brustwarze, saugte sie ein, bis das Weib zu stöhnen begann.

Und dann klebte es urplötzlich in seiner Hose …

Himmel, Angel fühlte wie er kam und ihre Hand triefte. Ihre Augen blitzten auf und vermittelten ihm übergangslos, dass sie mehr wollte ... viel mehr.

In beiden loderte die schiere Lust auf, und als er ihr mit einem durchdringenden Blick in die Augen sah, erkannte er noch so viel mehr ...

‚Ich will dich‘, zog es jäh durch seinen Kopf und er wollte es gerade aussprechen …

 

„Das bringt nur Probleme mit sich!“, grollte Konga bitterböse und ließ seinen Motor aufheulen. So wollte er nicht dazwischenfunken, aber es wurde immer schlimmer ... Jack verlor sich an Angel ...

Oh wie gut er dieses Gefühl kannte und sich danach verzehrte! ‚Zu spät … Alter, warum …?‘, dröhnte es durch seinen schmerzenden Schädel. 

Gleichzeitig wandten Angel und Jack sich ihm zu.

„Komm auf deinen Hobel. Und lass, verdammt noch mal, deine Gier im Halse stecken!“ 

Blöder Spielverderber, beherrscht machte Angel einen Schritt zurück, bis sie an dem nächstparkenden Auto anstieß. Sie zupfte ihr Shirt zurecht und grollte zu diesem Irren auf seinem Bock rüber.

Was war mit ihr los? Der Frust, der sich gerade in ihren Gedärmen ausbreitete, musste gleichzeitig ihren Geist vernebelt haben, denn sie starrte dem schwarzhaarigen Blödmann in die Augen und zwischen ihren Beinen begann ihr Puls einen wilden Rhythmus anzuschlagen.

Scheiße, Konga konnte nicht deuten, was Angel gerade im Kopf herumspukte. Sie stierte ihn an, als ob sie ihn erst mal verprügeln und dann gleich hier vor Ort auf seinem Bock ficken wollte, denn ihr Blick glitt zwischen seine Beine.

Ein Höllenschlund tat sich vor ihm auf, Konga roch ihren Duft, der eindeutig in eine Richtung zielte ...

Konnte sie nicht mal eben ihre Brust richtig im BH verpacken ...

Das übergestreifte dünne Shirt ließ deutlich erkennen, wie ihr Nippel sich zum Angriff aufrichtete.

Heiliger Bluthimmel, in Kongas Hose schwoll das Heilmittel gegen ihre Hitze an.

Darüber hinaus stand er ja schon eine Weile hier und ... hätte Jack nur zu gerne die Rübe vom Hals geschlagen, als dieser an ihrer Brust gesaugt hatte ... „Du weißt, wie es ausgehen wird und das willst du ihr doch nicht wirklich antun ... oder doch?“, würgte er durch seinen staubtrockenen Hals hervor und rutschte mit seinem Schwanz gegen den Tank, damit keiner der beiden seine Erregung sah.

Samt einem dunklen Knurren fuhr Jack sich mit beiden Händen durch die kurzen Haare, bevor er sich vom Wagen erhob und hilflos zu der Lady runter sah. „Er hat recht. Ich bin nicht gut für dich. Aber …“

„Wenn du das so siehst“, fuhr Angel ihm knapp über den Mund, schob sich vor Wut schmollend an ihm vorbei, rutschte auf den glühenden Autositz, und schmiss den Motor an. Dabei gewährte sie beiden Vampiren eine kostenlose Hörprobe der gefährlichen Pferdestärken unter ihrer Motorhaube, die nahezu jenseits des roten Bereichs lagen und bestrafte beide noch mit einem verächtlichen Blick.

Oh ja, man konnte genau sehen, dass Angels Drehzahl ebenso vor Zorn emporraste! Erst heiß machen, dann stehen lassen! Und darüber hinaus war sie ebenso von sich selber entsetzt … Wie konnte sie es nur so weit kommen lassen?

In ihren Augen schlug im wahrsten Sinne des Wortes die Erregung in Aufruhr um.

Kurzfristig war Jack froh, in den Schatten des überdachten Weges flüchten zu können.

Doch bevor er endgültig seine Maschine besteigen wollte, musste er noch einen letzten Blick in ihr errötetes Gesicht werfen.

Da fuhr sie bereits mit quietschenden Reifen davon.

„Die Lady hat gewaltig Pfeffer im Arsch, eine Zungenfertigkeit, die ihresgleichen vergeblich sucht und eine irre geile Ausstrahlung“, kommentierte Jack ihre übereilte Flucht, und sah ihr bewundernd hinterher.

Konga zog eine Braue in die Stirn, stimmte Jack gedanklich voll und ganz zu, ersparte sich aber jedweden passenden Kommentar, weil er ihr wildes Temperament nur zu gut kannte. „Sie ist ein Mensch, du würdest sie in akute und andauernde Lebensgefahr bringen. Vergiss sie und konzentriere dich auf unsere Zukunft.“

Unzufrieden warf Jack seine Maschine an. Schließlich verließen sie den Parkplatz über dieselbe Ausfahrt, die auch Angel zuvor nahm. Innerlich kochte Jack weiterhin auf Hochtouren.

 

Ihr Gemüt musste abkühlen, Angel schaltete ihre Klimaanlage auf zehn Grad herunter.

„Laptop, externe Festplatte, Standventilator“, murmelte sie vor sich hin, um zu vergessen, was sie gerade auf einem öffentlichen Parkplatz getan hatte und wie weit sie womöglich noch gegangen wäre. Schrecklich, die ganzen Passanten ... 

„Hätte ich das heute Morgen gewusst, ich wäre liegen geblieben. Oh, Angel du belügst nur dich selber. Hast du das nötig? Nein!“

Frustriert stopfte Angel ihre momentane Lieblings-CD in den Player und riss die Lautstärke hoch, damit niemand hören konnte, wie sie mit sich selber schimpfte.

Cabrios waren klasse, aber jeder, der neben einem sein Fenster auf hatte, konnte unweigerlich mitbekommen, wie sie den Verstand verlor.

Die Wut wich nun wieder schlagartig einem bodenlosen Fall.

Ihr Blick fiel auf die Uhr.

Drei Minuten waren seit ihrer letzten Begegnung vergangen und unendliche Augenblicke, Stunden, Wochen und Jahrzehnte würden folgen.

„Was ist mit dir los? Du hast den Kerl nur einmal gesehen, nein dreimal, aber in abwechselnden Zeitabständen und am selben Tag. Zigtausende langhaarige Penner laufen auf diesem Planeten herum und es wird ein anderer Idiot deinen Weg kreuzen.“

Angel fühlte, wie ihre Augen feucht wurden. „Irgendwas hat dieser verdammte Kerl mit dir gemacht ... Ja, du weiß es“, rief sie aus. „Er hat es gewagt, in deinen körperlichen Privatbereich vorzudringen und er hat dich geküsst … und ich will mehr davon.“

Mit der ersten Träne, die über ihr Gesicht rann, griff Angel nach ihren Zigaretten und steckte sich mit zittrigen Fingern eine Fluppe an.

Nach wenigen Metern erreichte sie die Autobahnauffahrt und fuhr mit reichlich Schwung in die Kurve. Auf keine heranfahrenden Lkws achtend, raste sie direkt auf den Beschleunigungsstreifen, überholte alles und jeden. Die Bahn war frei.

Im Rausch ihrer aufgewühlten Gefühle wechselte sie zwei Spuren auf einmal und gab nochmals Gas. Das pure Adrenalin schoss mit der vorbeifliegenden Landschaft bis in ihre Kopfhaut.

Lange konnte Angel sich daran nicht abreagieren, denn sie brauchte nur zwei Abfahrten vorbeiziehen lassen, bis ihre Ausfahrt in Sichtweite kam. Um sich neu einzuordnen, schnitt sie einen Audi auf der mittleren Spur und dazu noch einen Lkw auf der rechten Spur. Es juckte sie auch nicht, dass der Lkw-Fahrer ein Hupkonzert hinter ihr veranstaltete. Abrupt stieg sie in die Eisen, schrie ihren Frust heraus und nahm die Abfahrt wieder mit viel zu viel Gas.

„Konzentriere dich!“, schnauzte sie sich selber an. „Wie kann dich dieser Scheißtyp so aus der Bahn werfen? Du hast die Gewalt über deine Gefühle, nur du!“

Nur mit Mühe bekam sie ihren Fuß unter Kontrolle und tuckerte mit achtzig über den Autobahnzubringer, ordnete sich zum Linksabbiegen ein. Die Ampel war grün und sie hatte sich endlich so weit im Griff, dass sie sinniger fuhr.

‚Angel, du bist durchgeknallt, und ich weiß, dass du, wenn es so weit gekommen wäre, mitten auf dem Parkplatz mit ihm gevögelt hättest. Tickst du nicht mehr sauber?‘

„Hirn - halt endlich die Fresse!“

Auf dem Parkplatz vor dem Elektrongeschäft suchte sie sich eine Lücke im Schatten und ließ ihr Dach offen. Die Wagentür flog mit einem lauten Rums zu. Sie drückte den Alarmknopf ihres Autos und sah zu dem anderen Geschäft hinüber.

„Ob die da auch Motorräder verkaufen?“, murmelte sie und nahm sich vor, nachher bei POLO mal nachzusehen. Es sprach nichts dagegen, endlich ein Motorrad zu fahren. Sie musste nur darauf aufpassen, die Knautschzone wäre wesentlich geringer und ihre Laune beim Fahren müsste ausgebremst werden.

„Was er jetzt wohl macht?“, entfuhr es ihr gedankenverloren und sie bemerkte, wie ihre Fingerkuppe sanft über ihre Unterlippe strich. „Ob ihm schon die Nächste an den Lippen klebt?“

Allein dieser Gedankengang bescherte ihr ein so flaues Gefühl im Magen, dass ihr übel wurde und ein wilder Stich durch ihr Herz jagte.

Gefrustet betrat Angel das Geschäft und kaufte mehr, als sie eigentlich wollte. Drei Laptops, zwei MP4-Player und etliches mehr landeten in ihrem Einkaufswagen. Wie schon im Weserpark ließ sie auch hier ihre schwarze Karte glühen.

Der Einkauf verfehlte den ersehnten Effekt. Noch immer fühlte Angel sich leer und unglücklich. Vielleicht fand sich ja ein Möbelgeschäft auf dem Rückweg. Ihr Bett müsste mal erneuert werden. Warum auch immer. Angel dachte an ihr Haus und wie leer es mit einem Mal war.

„Himmel! Reiß dich endlich zusammen!“, schalt sie sich und öffnete ihren Kofferraum. Als erstes fiel ihr das gebrauchte Feuchttuch in den Blick. Er hatte es in seiner Hand. Plötzlich brannten ihre Lippen wieder, ihre Hand griff zitternd nach dem Tuch. „Heul jetzt nicht! Du kannst nicht mit verheulten Augen in den Laden gehen.“ Sie blickte auf ihre Uhr, eine halbe Stunde war seitdem vergangen.

Mit reichlich Wut im Bauch knallte Angel den Kofferraum zu und brachte den Einkaufswagen zurück. Dann wandte sie sich dem Laden für Motorradzubehör zu. „Ich kauf jetzt einen Helm und Klamotten. Ein Motorrad bekomme ich auch woanders.“ Sie betrat den Laden und wurde gleich von einer großen schlanken, schwarzhaarigen Verkäuferin angesprochen.

„Kann ich dir helfen?“

‚Ob die wohl sein Typ ist?‘, grummelte es in ihr.

Kurz biss Angel ihre Zähne zusammen und atmete tief ein. „Nein danke, ich möchte mich erst mal umsehen.“

„Gerne, wenn du Hilfe brauchst, ruf mich einfach. Mein Name ist Conny.“

Freundlich nickte Angel ihr zu und drehte sich weg, weil wieder Tränen in ihre Augen schossen. ‚Conny, was für ein einfallsloser Name‘, grummelten ihre Gedanken eifersüchtig, weil dieser dreiste Kerl von vorhin, sicher auch diesem Weibsbild schöne Augen machen würde.

 

Rein aus Vorsicht sondierte Jack immer die Umgebung, diesmal nicht, seine Konzentration war sonst wo. Reichlich waghalsig, denn einige der Eisjäger waren überall vertreten.

Vorsorglich übernahm Konga das für ihn. Sie parkten ihre Motorräder direkt vor dem POLO-Laden. Ein aufmerksamer Blick von Konga reichte, um den gesamten Parkplatz zu überblicken. Ihm fiel das Cabrio sofort auf, er schärfte seinen Blick und erkannte das Nummernschild.

„Kann das sein?“, murmelte er scharf.

„Was ist?“

Konga wandte sich Jack zu, überlegte kurz. Das Cabrio stand vor dem Elektrogeschäft, sicher war das Weib in dem Laden, nicht hier. „Nichts! Geh rein.“ 

 

Wo er sich gerade mit seiner Vergangenheit abgefunden hatte ... Konga konnte es nicht verhindern, sie holte ihn heute schon zum vierten Mal ein. Für seinen Geschmack viermal zu viel.

Seit ein paar Jahrzehnten hatten beide keine feste Lebensgefährtinnen mehr. Die letzten beiden Ladys waren gemeinsam den Eisjägern zum Opfer gefallen. Ein Drama, denn die beiden Vampirladys kamen im Kampf gut zurecht ... und doch wurden sie getötet. 

So hatten Jack und er beschlossen, allein zu bleiben.

Das Leben war schon so schwer genug und nicht immer konnte man im Weserpark ein paar saftige Steaks verputzen. Allein in der letzten Woche hatten sie vier Einsätze in Italien, bei denen es ums nackte Überleben ging! Und in dieser Woche würde es noch zu zwei weiteren Einsätzen in Kanada kommen. Nein, so ein Leben konnte man seiner Partnerin nicht zumuten.

Seine Gedanken drifteten kreuz und quer durch seinen Kopf ... 

Wirklich, Lu hatte sich stets rührend um ihn gekümmert, und er möchte sie, doch sie war nie die Frau seines Herzens. Die kam erst Jahre später in sein Leben und warf es für eine kurze Zeit komplett über den Haufen. Fast hätte er für sie alles sausen lassen. Und eben dieses Weibsbild ließ ihn nun verzweifeln … und bescherte ihm gerade eine gewaltige Rückblende, nur dass ‚er‘ diesmal nicht an ihrer Seite stand ...

Egal, wie hoch er die Mauer um sein Herz gezogen hatte ... alles war wieder hinfällig, denn er dachte nur noch an Angel ...

Was heute begann, musste im Keime erstickt werden, denn solch ein Drama sollte sich niemals mehr wiederholen.

Angel war tabu.

Weder Jack noch er, durften ihr Leben in Gefahr bringen!

Damals, nach dem Tod der beiden Vampirinnen war Jack in einen Mordrausch geraten und ihr Leben war für die Zukunft gezeichnet. Alle Eisjäger kannten ihre Gesichter. Dieses Wissen wurde von einer Generation zur nächsten weitergereicht. Deutschland war hier im Norden noch halbwegs frei von Eisjägern, aber man sollte es nicht herausfordern. 

Angel war weder an Jacks noch an seiner Seite in Sicherheit. 

Es ging nicht anders ... Jack musste Angel wieder aus dem Kopf bekommen. 

 

Sie betraten den Laden und dieselbe Conny, die zuvor Angel angesprochen hatte, kam auf sie zu. Konga registrierte ihre scharfe Erscheinung und grollte innerlich gegen sich selber auf, denn er verglich sie sofort mit dem kleinen blonden Wirbelwind. Und die schwarzhaarige Schnecke verlor augenblicklich. Aber Jack hätte anspringen müssen, doch dieser sah die Lady nicht mal an, steuerte einfach zu den Helmen rüber.

Nein, Jack gönnte der langbeinigen Schönheit keinen Blick! Konga blieb die Spucke im Halse stecken. Was war mit dem Sack los? Ein Auge riskierte er immer und den passenden Spruch hatte er auch stets parat! Jack stand doch darauf, wenn die Ladys ihm verträumte Augenaufschläge zuwarfen.

Konga begann innerlich wie ein Hochofen zu kochen. Hoffentlich war Jacks Grundeinstellung in Sachen Weibergeschmack in ein paar Tagen wieder da, wo sie seiner Meinung nach hingehörte. Nicht auszudenken, wenn Jack - wie er - zwei Jahrzehnte brauchte, um Angel ansatzweise zu vergessen!

 

Den passenden Helm hatte Angel gefunden, nun suchte sie sich eine schwarze Jacke in ihrer Größe heraus.

Beim Anprobieren stellte Angel fest, wenigstens die Bekleidung meinte es heute gut mit ihr. Und sie bemerkte noch etwas anderes ... die von ihrem smarten Draufgänger herunter gezogene BH-Seite hing noch unter ihrer Brust.

Ob dem Spielverderber das auch aufgefallen war? Angel glaubte sich daran zu erinnern, dass er sie, nach der böswilligen Trennung von seinem Kumpel, von oben bis unten intensiv betrachtet hatte.

Ohne es bewusst wahrzunehmen hob Angel ihr T-Shirt an und beäugte ihre einzelne nackte Brust, deren Spitze sich zusammenzog, als sie an seine düsteren Augen dachte. Abermals pochte es zwischen ihren Beinen ... und ihre schräge Fantasie verselbstständigte sich ...

Die gemeine Spaßbremse kniete - zwecks Bestrafung - vor ihr ... und bekam vor Gier den Mund nicht mehr zu. Angel blickte in sein vor Verlangen erregtes Gesicht und in seiner oberen Zahnreihe wuchsen die Eckzähne an. Der Miesmacher packte ihre Arschbacken, riss sie an sich heran und saugte sich, samt Fängen, sinnlich quälend an ihrer Brustwarze fest, bis es aufreizend schmerzte ...

Immer tiefer sackte Angel in ihre frivole Fantasiewelt ab ...

Der böse Blutsauger griff in ihren Hosenbund und zog ihr die Hose in die Kniekehlen, zögerte keine Sekunde und eroberte ihre Mitte mit seiner Zunge, während er ihre Pobacken knetete ... Heiliger Spaltenlecker! Im Vampirtempo stand er plötzlich hinter ihr und brachte seine Erregung bereits in Stellung, um sie von hinten zu nehmen ... Angel ließ sich von ihm über den Rücken streicheln und sanft nach unten drücken ...

Wer bestrafte hier denn nun wen? 

Sie konnte fühlen, wie er die Spitze seines Penis zwischen ihre Schenkel schob ... und ihre Knie vor Erwartung weich wurden.

Hui, dieses heiß erblühende Gefühl verdrehte ihr die Augen und im selben Augenblick fand sie sich mitten in diesem Geschäft vor einem Spiegel wieder, vor dem sie ihren schmerzenden Nippel betrachtete, den sie in ihrem verrückten Tagtraum unbewusst selbst mit den Fingern bearbeitet hatte.

Wie furchtbar, dass sie gerade von diesem blöden Typen träumen musste!

Konnte es nicht der impertinente Draufgänger sein?

Woher sollte sie auch wissen, welche Vergangenheit sie mit Konga verband, durch seine Beeinflussung war sie ja um diese Erinnerungen beraubt worden. Doch konnte man tiefe Gefühle für immer und ewig verbannen? Wie sicher war es, dass es niemals zu Flashbacks kam, die Zweifel aufwarfen, ob man nun verrückt wurde oder nicht?

Fluchs verpackte Angel ihre Brust wieder ordnungsgemäß und sah sich beschämt um ... Nein, keiner hatte es gesehen! Puh!

Um endlich klar im Kopf zu werden, kümmerte Angel sich nun intensiv um die Motorradbekleidung vor ihrer Nase ...

Eine Hose und die passenden Stiefel waren schnell gefunden und sie verschwand in einer Umkleidekabine. Als sie alles angezogen hatte, beäugte Angel sich im Spiegel und verbat sich dabei jede weitere kreative Hirnakrobatik.

Die Sachen passten alle und trugen trotz ihrer Schutzfunktionen nur wenig auf. „Is eh egal, ob mich noch jemand ansieht“, grummelte sie vor sich hin und wollte doch, dass zumindest einer es sah ... 

 

Jack, dessen Gehör weit ausgereifter als das der Menschen war, horchte auf. Doch die Person, deren Stimme ihm seit Kurzem vertraut vorkam, wurde von Connys übertönt, die sich ihm näherte und ihre Hilfe anbot. Während Jack das Visier des Helmes in seiner Hand hochklappte, drehte er sich der Verkäuferin zu.

„Haben Sie den ne Nummer größer?“, fragte er beinahe schroff, weil sie verhindert hatte, worauf er sich eben noch konzentrieren wollte.

„Ich geh mal nachsehen“, flötete sie ihm zu und verschwand leichtfüßig im Lagerraum.

„Nette Schnecke, oder?“, quatschte Konga Jack von hinten an, um sich davon abzulenken, was seine Hirngespinste ihm vor ein paar Minuten vorgegaukelt hatten. Warum kniete er vor Angel und warum wollte sie ihn bestrafen? Und warum um Himmelswillen brach sie das Liebesspiel ab, bevor er sie beglücken durfte? Wie fies war das denn? Alter, wie kam er überhaupt zu solchen Bildern im Kopf?

„Kann sein“, murmelte Jack und stellte den Helm wieder ins Regal.

Trotz seiner momentan konfusen Gripsleistung zwischen seinen Ohren, schalteten sich seine Synapsen wieder ein ... „Eh, Mann, was ist mit dir los? Sie ist heiß, schwarze Haare, schlank und groß.“

„Ja und?“, entgegnete Jack teilnahmslos.

Oh Mann, Konga biss sich auf die Zunge, fast wäre ihm herausgerutscht, dieses Blondinchen hätte ihm wohl hoffnungslos das Hirn verdreht. Wie nahe er der Realität damit kam, konnte er nicht mal im Ansatz erfassen.

Tja, wer im Glashaus saß, der sollte mit seinen Steinen nicht unüberlegt um sich schmeißen. Noch ahnte Konga nicht, was er da verbockt hatte und in welchem Ausmaß!

Dabei wollte er doch nur von sich ablenken …

 

Angel pellte sich aus den Klamotten, faltete alles brav zusammen, schlüpfte zurück in ihre Sachen und ging erheblich bepackt zur Kasse. Wieder kam ihre Karte zum Einsatz.

„Wissen Sie, wo ich den nächsten Motorradladen finden kann?“

Der nette Mann hinter der Kasse sah auf und grinste sie mokant an. Angel zog eine Braue in die Stirn und fragte sich, ob das wohl an der schwarzen AmEx oder an ihr lag. Sicher eher an der Karte.

Er zog eine Visitenkarte unter dem Tresen hervor und reichte sie Angel. „Dort wird man dir weiterhelfen können. Die haben da auch Maschinen, die, wenn ich es mir herausnehmen darf, auch für kleine, schnuckelige Girls passen.“

„Das ist okay, ich musste bei meiner Fahrschule erst mal ein Probesitzen machen, um zu gucken, ob meine Füße überhaupt noch den Boden berühren. Lieb von dir, aber das ‚schnuckelige Girl‘ hättest du dir sparen können. Das steht nämlich nicht auf der schwarzen Karte“, fuhr Angel ihm freundlich aber bestimmt über den Mund.

 

Diese weibliche Stimme ließ Jack abermals aufhorchen und durch den Laden blicken. Diesmal schaute er sich intensiv suchend um. Aber der Kassenbereich wurde von einem Werbeplakat verdeckt, und die Musik aus den Lautsprechern funkte ihm auch dazwischen. Konga erkannte ihre Stimme ebenso und zürnte innerlich.

Verdammt, Angel war doch hier im Laden ... „Bis die Verkäuferin wieder da ist, sollten wir da hinten nach leichteren Hosen Ausschau halten.“

Jacks Kopf fuhr zu seinem Freund herum. Die Ablenkung war geglückt, Konga atmete auf. 

„Ja, stimmt“, murmelte Jack und lächelte ihm gequält zu.

 

Bepackt mit ihren Tüten trat Angel vor den Laden, sah wehmütig zu den vielen Maschinen rüber und stockte an einer, auf deren Tank ein blauer Drache seine Krallen in den Lack schlug. Dieses Motorrad fiel ihr unweigerlich ins Auge, weil sie erstens: ein Faible für Drachen besaß und ... zweitens: dieses Krad hatte sie - nur mit einem dämlichen Idioten drauf - heute schon gesehen. War das ein Abziehbild? Sicher konnte man das Motiv irgendwo kaufen. Sie machte einen Schritt darauf zu und stockte erneut.

Nein, man sah keine Klebenähte. Dieses Motiv war auflackiert ...

Sie betrachtete die Rennmaschine genauer und ein Schauer rann über ihren Rücken, denn der knallorange Ständer deutete nun als absolutes Erkennungszeichen darauf hin, wem dieses Motorrad gehörte.

Fast wäre sie über ihre Füße gestolperte, als sie ein paar langsame Schritte rückwärts ging, ehe sie sich abwandte und umso schneller zu ihrem Auto hastete. Noch so eine Begegnung wollte sie lieber nicht riskieren, denn diese beiden Typen, nein … nur der Blödmann mit den langen Haaren und dem smarten, aber fiesen Lächeln, war ein Spielverderber.

Und überhaupt, sie war kein Spielzeug für irgendeinen dahergelaufenen Spitzenküsser mit weichen fordernden Fingern und einem Ding in der Hose, das sie bei dem bloßen Gedanken zum Schwindeln brachte.

‚Grrr, Angel! Du blöde Kuh! Reiß dich zusammen! Conny macht das schon und du bist raus!‘

 

Lustlos stand Jack vor dem Hosenständer, schob die Bügel gleichgültig von rechts nach links und sah über den Ständer hinweg zum Schaufenster hinaus. Eine mit Tüten bewaffnete kleine Blondine lief über den Parkplatz zu ihrem alleinstehenden schwarzen Cabrio. Sie trug nur schwarze Sachen und Jack schluckte, als sie sich ihrem Auto zuwandte und die Tüten mit Schwung auf den Rücksitz schleuderte.

Konga folgte seinem Blick und knurrte leise. „ Bitte Jack ... lass sie ziehen!“

Jack achtete weder auf Konga noch auf die Verkäuferin, die ihm freudestrahlend den Helm reichen wollte, und lief an ihr vorbei aus dem Geschäft heraus. So weit hatte er sich noch unter Kontrolle, doch mit der sich hinter ihm schließenden Ladentür brach seine Schnelligkeit hervor und er saß auf dem Beifahrersitz, noch ehe das Zuckermäuschen ihren süßen Hintern in den Fahrersitz fallen lassen konnte. 

Angel blieb die Spucke im Halse stecken, als sie diesen unverschämt grinsenden Kerl in die Augen sah. Mehrmals schluckte sie, bevor sie auch nur annähernd realisieren konnte, was sie eigentlich oder doch nicht vergessen wollte, rutschte ihr Hintern in den Sitz.

Unruhig warf Angel einen Blick auf die Uhr ihres Autos und begann wieder von vorne zu zählen.

Jack bemerkte, wie sie auf den digitalen Zeitmesser sah. „Hast du einen wichtigen Termin? Soll ich wieder verschwinden?“

„Nein ... ja ... vielleicht nein“, stammelte sie hilflos.

„Überrascht?“, säuselte er ihr zu und blickte von ihren irre grünen Augen auf ihre bebenden Lippen.

Was sie nur noch mehr irritierte. Fassungslos nickte sie dem Kerl zu.

Intuitiv lenkte sie ihren Blick von diesem impertinenten Typen ab und drehte den Zündschlüssel. Der Motor sprang brummend an und Angel legte den Rückwärtsgang ein.

„Machen wir jetzt einen Ausflug?“, fragte Jack rau und eine Spur zu lässig.

Jedes seiner verdammten Worte fuhr Angel tief unter die Haut. Ihr Atmen beschleunigte sich und sie musste sich dazu zwingen hochzuschalten, weil der Motor bereits fies im roten Drehzahlbereich jaulte.

Jack nahm sich den schwarzen Helm von der Rücksitzbank und sah ihn genauer an. „Soll ich fahren? Wir können meine Maschine nehmen. Wie ich sehe, hast du dich ja schon ausreichend für mich vorbereitet.“

Unter höchster Anspannung ignorierte Angel seine anmaßende Ader und bog auf die Straße ab. Sie ordnete sich auf ihre Spur ein, gab Gas.

Frust, Hoffnung, Angst, Hitze und ein Funke Leidenschaft beflügelten ihren Fuß auf dem Gaspedal. Einige Kurven wurden geschnitten und nach ein paar Kilometern bog sie in ein Industriegebiet ab. Hier lief sie gerne mit ihren Hunden, weil es ruhig und abgelegen war.

Ihr Fahrstil gestaltete sich, trotz gewagter Lenkmanöver, unfallfrei. Dementsprechend blieb Jack ruhig und beobachtete sie von der Seite. Sein Blick wanderte im fliegenden Wechsel an ihrem Körper rauf und runter und blieb dann an ihren Brüsten hängen. Die Schlaglöcher ließen ihm ein gieriges Lächeln auf den Lippen wachsen. Er griff sich dreist in den Schritt, versuchte seine wachsende Erregung zu verbergen.

Das entging Angel, sie musste sich auf den großen Parkplatz konzentrieren, hier standen viel zu viele blöde Begrenzungspfeiler und dämliche Heckeninseln herum. Da, eine Parkbucht im Schatten, sie lenkte ihren Wagen hinein, bremste, würgte den Motor ab und hechtete fluchtartig aus dem Auto.

Er war ihr einfach zu dicht auf der Pelle, das brachte wiederholt ihre gesamte Gefühlswelt ins Wanken. Ohne auf ihn zu achten, schloss sie ihren Wagen mit der Fernbedienung ab und lief den Deich hinter dem Parkplatz empor. 

Zunächst sah Jack ihr hinterher, gönnte ihr einen Atemzug, um runter zu kommen, dann sprang er mit einem Satz aus dem Auto. Obwohl sie einige Meter Vorsprung hatte, war er binnen eines Augenaufschlags hinter ihr und betrachtete verzückt ihre Kehrseite.

Das mit den hohen Absätzen klappte noch nicht und der ansteigende Deich sorgte auch kaum dafür, ihren Schritt eleganter rüber zu bringen. Aber immerhin wackelte ihr Hintern so süß, dass Jack wie ein Blödmann selig grinsen musste.

Mit einem Mal blieb Angel stehen, landete in seinen Armen und drehte sich ihm zu, machte abrupt einen Schritt von ihm weg. „Was willst du überhaupt von mir? Gleich steht dein Kumpel wieder neben uns und …“ Sie brach ab und ging weiter. Er sollte nicht sehen, wie ihr abermals Tränen in die Augen stiegen.

Schwer am Grübeln blieb Jack verzweifelt stehen. Vor höchstens einer Stunde lag sie sinnlich in seinen Armen und nun war sie biestiger als je zuvor! Was denn nun? Entweder oder?

Tja, so ganz begriff er nicht, wie sehr er sie mit seinem eigenwilligen Verhalten beim Weserpark verletzt hatte ... Dieser abrupte Rückzug, nachdem der Spielverderber nur einen dummen Satz aus seiner Futterluke fallen ließ, hatte es in sich gehabt. 

Jack sah zu, wie sie den Deich erklomm, um auf der anderen Seite wieder abwärts zu laufen oder eher hinunterzustolpern.

Ähnlich einem Windzug überholte er die Lady und sie landete wegen des steilen Abstiegs auf Augenhöhe vor seiner breiten Brust. Perplex klimperte sie mit ihren Augenlidern, machte den Mund auf und wieder zu.

„Ich will dich“, flüsterte Jack ihr zu und sah in ihre Augen.

„Schön für dich“, brummte sie spröde, ging um ihn herum.

Jack drehte bei, ging neben ihr her. „Mehr hast du dazu nicht zu sagen?“, fragte er leise.

„Nein ... doch. In dem Laden da hinten ist ... ne echt scharfe Braut. Schwarze lange Haare, groß und schlank. Die ist bestimmt eher dein Typ, oder stehst du auf rothaarige, blasse Damen?“

Halt! Stopp! So sollte sie nicht denken! Er hielt Angel am Arm fest, worauf sie stehen bleiben musste. „Mir ist jedes andere Weib scheißegal! Ich will dich und keine andere!“

Nun konnte Angel die dicken Tränen nicht mehr zurückhalten. „Du selber hast gesagt, du bist nichts für mich!“, schnaufte sie und drückte ihn beiseite, ging weiter.

„Ich weiß, aber als ich dich wiedersah …“, nun brach er ab und schritt wieder hinter ihr her.

„Bleib bitte stehen“, flehte Jack. Oh wow, ja, er tat es tatsächlich, er flehte sie an!

Ja, Angel blieb stehen, drehte aber nur ihren Kopf. „Ich habe seit etwas über einer Stunde keinen klaren Gedanken mehr im Kopf und kaufe planlos Dinge ein, die ich nicht wirklich brauche. Vorhin auf der Autobahn habe ich mit zweihundertsechszig Sachen einen Lkw geschnitten und es war mir egal, ob ich den Löffel abgebe!“

Jack hielt die Luft zurück, sah sie erschrocken an und machte einen Schritt auf sie zu, um sie in seine Arme zu nehmen.

Wütend und frustriert hämmerte Angel auf seine muskelbepackte Brust ein, bis sie schluchzend ihre Stirn an ihn lehnte. „Ich will nachher nicht in mein leeres Haus gehen“, flüsterte Angel so leise, dass sie dachte, er würde es niemals hören.

Tja, Vampirgehör … Jack hatte natürlich jedes mutlose Wort gehört, drückte sie dichter an sich und schob seine Sonnenbrille wieder auf seine Nase. Die grelle Sonne stach in seine empfindlichen Augen. Gab es hier denn nirgends Schatten?

Sachte hob er sie in seine Arme und trug sie das letzte Stück des Deichs hinab.

Hier begann ein Sandstrand, an dessen Ende ein ruhiger See lag. Dicht an einer Düne wuchs ein Gebüsch, das ausreichend Sonnenschutz bot. Jack stellte Angel im Schatten ab und zog sie im Sitzen wieder zwischen seine Beine und in die Arme, sodass sie sich rücklings an seine Brust anlehnen konnte.

Eine kleine Ewigkeit saßen sie nur eng umschlungen im Sand und sahen auf die sich vom Wind leicht kräuselnde Wasseroberfläche.

Dieses Weib schubste seine Gefühlswelt immer mehr durcheinander, tief versenkte er seine Nase in ihr Haar, atmete ihren berauschenden Duft ein. „Ich kann dir keine Beständigkeit bieten. Mein Leben besteht aus Flucht und Dingen, die ich dir nicht sagen kann. Ich bin nicht gut für dich.“

‚Nur weg!‘, dachte Angel, wollte sich seinen Armen entziehen, abermals vor ihm flüchten, um die Worte aus seinem Mund nicht mehr hören. Diese falschen schmerzenden Worte.

Widerstandslos zog er sie wieder an sich und legte eine Hand unter ihr Kinn, um in ihre Augen sehen zu können.

Sein Blick wechselte ständig zwischen ihren traurigen Augen und ihren vorgeschobenen schmalen und doch sinnlich geschwungenen Lippen. Sachte drückte er sie in seinen rechten Arm und neigte sich langsam vor. Einen warmen Atemzug vor ihrem Gesicht hielt er inne. „Du raubst mir alle Sinne“, flüsterte er und hauchte ihr einen Kuss auf.

Angels Lippen kribbelten. Ihre Fingerspitzen berührte seine Wange, sie strich ihm über seinen Mund und er neigte sich näher zu ihr runter.

Als er sie dann nachdrücklicher küsste, hämmerte ihr Herz wild gegen die Rippen. Ein brennend Schmerz fuhr durch ihre Brust, unendlich süß und fatal gefährlich.

Bisher hatte sie niemals so empfunden. Keinen Funken wusste sie über den Mann, in dessen Armen sie lag und es war ihr so einerlei, wie nichts anderes zuvor.

Ihr Mund öffneten sich, boten seiner heißen drängenden Zunge Einlass. Beide Zungenspitzen trafen aufeinander, umspielten sich mit einer Leichtigkeit, die ihren Tränenfluss überschäumen ließ. Sachte rutschten sie in den Sand.

Jack lag an ihrer Seite, wollte sie dichter an sich drücken, ihr so nahe sein, wie es nur ging. Ihre Haut fühlen, sie küssen, überall streicheln … in sie eindringen. Doch er hielt seine Hand zurück, wollte ihr nicht noch mal so sehr wehtun. „Ich hätte dich nicht so einfach stehen lassen dürfen. Es ist unverzeihlich und es tut mir unendlich leid.“

Himmel, sein Worte kamen direkt aus seinem Herzen, ware nicht nur so dahingeredet ... Angel erkannte es in seinen Augen. Wortlos, weil sie damit nicht mehr gerechnet hatte, schlang sie ihre Arme um seinen Hals und hielt ihn an sich gedrückt, bis ihre Lippen die seinen suchten und fanden.

Liebevoll kraulte Angel seinen Nacken, worauf er tief aus seiner Kehle schnurrte. Erst, als sie ihre Hand aus seinem Nacken löste, beendete er ihren Kuss mit sanften Küssen, die er auf ihren Wangen verteilte.

„Nicht aufhören, mach weiter, is schön“, knurrte er ihr leise ins Ohr.

Sinnlich und heiß trafen sich ihre Blicke, Angel schob sein Shirt unter seiner Lederjacke hoch, streichelte mit ihren Fingern über seinen harten Bauch. Nun beschleunigte sich sein Atem und er leckte vorsichtig über ihren Hals. Nach einem kurzen Augenblick musste er sich wieder um ihre vernachlässigten Lippen kümmern, denn ihr süßer Blutgeruch brächte ihn sonst gänzlich um den Verstand.

Ihre Fingerkuppen wanderte über seine nackte Haut auf seinen Rücken. Gleichzeitig huschte ihm ein glückliches Lächeln übers Gesicht.

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