Logo weiterlesen.de
Präsentieren

Vorwort

Fast jeder sieht sich irgendwann einmal mit der Aufgabe konfrontiert, vor anderen etwas präsentieren zu müssen. Vielleicht hat Ihr Chef Sie gebeten, einen Vortrag zu halten. Vielleicht haben Sie gerade eine Stelle als Vertriebsassistent angetreten und sollen sparsamen Kunden teure Computer verkaufen. Oder Sie wollen in einer Informationsveranstaltung für eine gemeinnützige Sache werben.

Was auch immer Sie vorhaben oder wozu man Sie überredet hat – dieser TaschenGuide lehrt Sie rasch die wichtigsten Schritte zu einer eindrucksvollen, überzeugenden Präsentation. Er zeigt Ihnen mit vielen wertvollen Tipps und Checklisten, wie Sie sich effektiv vorbereiten und mit Hilfsmitteln von Flipchart bis PowerPoint Ihre Zuhörer fesseln können. Sie erfahren außerdem, was eine gute Nachbereitung bringen kann und wie Sie auch während der Präsentation alle auftauchenden Schwierigkeiten souverän und professionell meistern. Sie werden sehen, dass es gar nicht so schwer ist, mit abwechslungsreichen Präsentationen bei Ihrem Publikum anzukommen.

Im zweiten Teil des TaschenGuides finden Sie ein ausführliches Lern- und Übungsprogramm: Detaillierte Trainingseinheiten führen Sie Schritt für Schritt zum perfekten Vortrag – von der gründlichen Vorbereitung bis zur optimalen Körpersprache.

Die fünf schlimmsten Präsentationskiller

Die meisten Präsentationen wirken wie Schlaftabletten. Mit jedem Wort des Vortragenden sinken wir tiefer in den Stuhl.

Fünf der häufigsten Fehler werden im folgenden Abschnitt näher betrachtet.

Viele Reden, Vorträge und Vorführungen warten nicht mit einem Fehler auf, sie sind eine Ansammlung von kleinen Katastrophen. Der Zuhörer straft sie, indem er sich auf dem Stuhl räkelt, zur Toilette geht, mit dem Nachbarn schwatzt oder Verkäufern die Tür weist. Wenn Sie während Ihrer eigenen Präsentation solche Reaktionen beobachten – was schon ein Pluspunkt ist, manche Redner sehen Ihre Zuhörer erst gar nicht an –, dann machen Sie irgend etwas noch nicht ganz richtig. Aber schauen wir uns erst einmal an, womit die meisten Redner sich unbeliebt machen.

  1. Ich rede so lange, wie ich will!

    Das ist eine weitverbreitete Sünde. Manche finden es schick und halten es für ihr Recht, die Redezeit zu überschreiten. Schließlich sind die anderen Vorträge nicht so wichtig wie der eigene! Typisch sind Sätze wie: „Aber nun komme ich endlich zum Schluss, meine sehr verehrten Damen und Herren …“, und dann folgen weitschweifige Ausführungen, natürlich immer wieder von dem Versprechen unterbrochen, gleich am Ende zu sein. Eines ist dabei sicher: die Zuhörer sind es schon lange.

  2. Ich spreche einfach über mein Thema!

    Natürlich müssen Sie über Ihr Thema sprechen. Aber setzen Sie die richtige Brille dabei auf! Angenommen, ein Lebensmittelkonzern bittet einen renommierten Wissenschaftler, auf einer Pressekonferenz über gentechnisch veränderte Lebensmittel zu sprechen. Der Mann kennt sich hervorragend aus und kommt gleich zur Sache. Nur leider hat er vergessen, sein Publikum erst einmal aufzuklären, was gentechnische Manipulation bei Lebensmitteln ist. Denn im Publikum sitzen nicht die Kollegen des Wissenschaftlers und auch nicht die Fachpresse, sondern junge Mütter, die das neue Essen auf den Familientisch bringen sollen.

    Auch der umgekehrte Fall ist ungünstig, wenn ein Redner in aller Ausführlichkeit ein Publikum aufklärt, das über die Materie bereits bestens im Bilde ist.

  3. Am besten ignoriert man die Zuhörer!

    Sicher haben Sie schon Versicherungsberater erlebt, die zwar wie ein Wasserfall, aber nicht zu Ihnen gesprochen haben. Oder schwitzende Referenten, die vor Lampenfieber keinen Blick ins Publikum werfen. Kein Wunder, es könnte ja schon gegangen sein.

    Die Zuhörer und ihre Bedürfnisse zu ignorieren, kann viele Ursachen haben. Unsicherheit, Aufregung oder Angst sind sicher die häufigsten. Dieser TaschenGuide wird Ihnen im Kapitel „Keine Angst vor Lampenfieber!“ (S. 53) zeigen, wie Sie souverän auftreten.

  4. Improvisation ist alles!

    Das finden so manche Redner, die uns mit ihrer Präsentation auf die Nerven gehen. „Ich hatte einfach keine Zeit mich vorzubereiten“ ist das eigentliche Thema ihres Vortrags. Sie haben ständig etwas vergessen zu erwähnen und müssen dann noch mal von vorne anfangen. Sie erzählen Witze, die nicht zum Thema passen. Sie fuchteln mit einem USB-Stick herum und blicken dabei hoffnungsvoll ins Publikum: „Kennt sich hier zufällig jemand mit dem Beamer aus?“ Aber natürlich, es gibt bestimmt irgendeine mitleidige Seele, die diesem Meister der Improvisation aus der Patsche helfen wird. Aber verdient hat er es nicht!

  5. Ich bin besser als andere!

    Sollte dies wirklich der Fall sein, herzlichen Glückwunsch. Aber selbst dann sollte man, wenn überhaupt, geistige Höhenflüge sparsam dosieren. Die meisten Menschen, die sich Ihre Präsentation anhören, werden Normalsterbliche sein. Das bedeutet: Auch wenn Sie ein besonders intellektueller, talentierter, begnadeter Zeitgenosse sind – verzichten Sie auf abgehobene Anspielungen oder unverständliche Begriffe, und erzählen Sie keine Witze in einer Sprache, die kein Mensch versteht. Schön, wenn Sie begabt sind. Aber die meisten Zuhörer sind bestimmt nicht gekommen, um Sie zu bewundern.

Wichtig

Sie selbst müssen im Beruf oder privat immer wieder unprofessionelle Präsentationen ertragen. Nutzen Sie diese Erfahrung für sich! Überlegen Sie: Warum reagiere ich gelangweilt oder wütend? Mit welchen Verhaltensweisen hat der Vortragende meine negativen Gefühle provoziert?

Präsentationen vorbereiten

Eine Präsentation kann nur so gut werden wie ihre Vorbereitung. Dabei gilt es, sich vorab über alle Rahmenbedingungen des Vortrags klar zu werden.

In diesem Kapitel erfahren Sie

  • wie Sie die passenden Vortragsziele definieren (S. 10),

  • wie Sie Ihre Inhalte sammeln und gliedern (S. 15),

  • wie Sie die Zuhörer mit der richtigen Dramaturgie fesseln (S. 20),

  • welche Gedächtnisstützen Sie für Ihren Vortrag verwenden können (S. 30) und

  • weshalb Sie die Vortragssituation im Vorfeld üben sollten (S. 42).

Redeanlass, Publikum und Umgebung

Bevor Sie sich den Kopf über Inhalte und geniale Formulierungen für Ihre Präsentation zerbrechen, müssen wir ein paar ganz banale Dinge klären. Denn wie erfolgreich Sie sein werden, hängt wesentlich davon ab, ob Ihr Auftritt exakt auf die Rahmenbedingungen zugeschnitten ist.

Beispiel

Stellen Sie sich vor, Sie würden von einem Unternehmen um einen Vortrag über das Management von morgen gebeten. Sie bereiten eine 10minütige Präsentation vor und ernten bei den Führungskräften der Firma großen Erfolg. Noch während diese applaudieren, stürzt der für die Organisation zuständige Mitarbeiter auf Sie zu: Ihr Vortrag sei der einzige, erklärt er zitternd. Man habe eine einstündige Rede erwartet! Womit man denn jetzt die restliche Zeit füllen solle?

Für unliebsame Überraschungen sorgt häufig auch Unkenntnis über die technische Ausstattung. Vielleicht lebt Ihre Rede von einer beeindruckenden PowerPoint-Präsentation? Dann werden Sie ziemlich verzweifelt sein, wenn Sie erfahren, dass es gar keinen Beamer gibt.

Wichtig

Recherchieren Sie immer erst den Anlass Ihrer Rede, wer Ihnen zuhört und wo Sie auftreten. Vor allem wenn Ihnen improvisieren wenig liegt und Sie zu Lampenfieber neigen, ist das beruhigende Gefühl, alles bedacht zu haben, besonders wichtig.

Gehen Sie die folgende Checkliste durch, um sich über die Rahmenbedingungen Ihrer Präsentation klar zu werden. Manche Fragen können Sie sicher sofort beantworten. Um die restlichen zu klären, sollten Sie sich frühzeitig mit der Person in Verbindung setzen, die für die Organisation verantwortlich ist. Bei ihr können Sie auch Wünsche loswerden, falls Sie welche haben.

Checkliste: Rahmenbedingungen

IMG

Redeanlass

Warum findet die Veranstaltung/Vorführung statt? Welches Ziel verfolgen die Veranstalter?

Art der Veranstaltung

Handelt es sich um eine Tagung, ein Verkaufsgespräch, eine Schulung etc.?

Atmosphäre

Ist der Rahmen formell, feierlich oder eher zwanglos, locker?

Ihre Präsentation

Sind Sie einer von vielen Rednern oder der Hauptredner? Welchen Stellenwert hat Ihr Thema?

Wie lange ist Ihre Redezeit?

Die Präsentationen

Über was werden die anderen sprechen?

Gibt es Redner, die gegen Sie und Ihre Meinung antreten?

Der Ablauf

Wie sieht das Programm aus? Vor oder nach welchen anderen Rednern treten Sie auf?

Ist eine anschließende Diskussion/ Fragerunde geplant?

Die Umgebung

Werden Sie im Freien oder in einem Raum (Konferenzsaal, Turnhalle, Zelt etc.) sprechen?

Wie sieht die technische Ausstattung aus?

Wie ist der Raum aufgebaut, wo werden die Zuhörer sitzen/stehen, werden Sie vor dem Publikum, in seiner Mitte oder von einer Bühne aus sprechen?

Das Publikum

Was erwartet das Publikum von der Veranstaltung und von Ihnen?

Wie viele Leute werden kommen?

Ist es freiwillig da oder handelt es sich um eine Pflichtveranstaltung? Wie ist der Wissensstand im Hinblick auf Ihr Thema?

Wie viele Vorträge hat das Publikum bereits gehört, wenn Sie auftreten?

Werden Sie mit herein- oder heraus strömenden Zuhörern rechnen müssen (z. B. bei einer Messe-Vorführung)?

Welches Ziel haben Sie?

Jetzt wird es Zeit, sich über das Ziel Ihres Vortrages oder Ihrer Vorführung Gedanken zu machen. Nicht wenige Menschen sind so fasziniert von der Vorstellung vor anderen zu sprechen, dass sie den tosenden Beifall der Zuhörer oder ihren Neid als Ziel formulieren. „Mein Chef soll vor Bewunderung in die Knie sinken“ ist aber keine Zielformulierung für Ihre Präsentation. Der bloße Wunsch nach Erfolg wird keinen Vorgesetzten ins Wanken, keinen Kunden zum Kauf Ihrer Produkte bringen.

Ihr Ziel könnte hingegen sein:

  • andere von der eigenen Meinung überzeugen

  • Wissen vermitteln

  • Entscheidungshilfen anbieten

  • Rechenschaft ablegen

  • Interesse für ein neues Produkt wecken

  • um Verständnis für unangenehme Entscheidungen werben

Warum ist das Ziel so wichtig?

Es gibt das alte Sprichwort: Wer nicht weiß, wohin er will, wird auch nie ankommen. So dürfte es Ihnen mit einer Präsentation gehen, für die Sie kein Ziel formuliert haben. Nur wer sein Ziel kennt, kann seine Argumente, die Struktur der Präsentation darauf abstimmen. Sonst produzieren Sie viele Mosaiksteinchen, die nicht zusammenpassen, und der Zuhörer kann sich kein Bild machen von dem, was Sie sagen.

Wie beuge ich falschen Zielen vor?

Manchmal können die Ziele jedoch falsch sein. Hier beugen Sie vor, indem Sie die Rahmenbedingungen genügend ausloten.

Beispiel

Nehmen wir einmal an, Sie wären ein leidenschaftlicher Gegner von Tierversuchen und würden für alternative Möglichkeiten beim Test von Arzneimittelwirkstoffen kämpfen. Ein Pharma-Unternehmen lädt Sie ein, Ihre Position vorzutragen.

Auf dem Kongress treten Sie als erster Redner auf und stellen die alternativen Testmöglichkeiten vor. Anschließend betritt der zweite Redner das Podium. Etwas für Sie Unerwartetes geschieht: Er hat jedes einzelne Ihrer vorgestellten Verfahren berücksichtigt und belegt eindrucksvoll, dass manche Tests nur am lebenden Organismus möglich sind. Natürlich, Sie haben gewusst, dass Sie sich im Feindesland befinden. Sie haben aber nicht in Erfahrung gebracht, worüber die anderen Redner sprechen werden. Ihr Ziel hätte nicht lauten dürfen: „Ich stelle alternative Methoden vor“, sondern: „Ich will meine Zuhörer von alternativen Methoden überzeugen“.

Wichtig

Das Redeziel verliert man leicht aus den Augen. Schreiben Sie es deshalb auf! Wenn Sie dann später Ihre Präsentation ausformulieren, überprüfen Sie ständig, ob die Struktur und die Argumente die Zielformulierung unterstützen. Was nicht dazu passt, fällt weg!

Material sammeln, auswählen und ordnen

Vielleicht haben Sie ein wenig Sorge, dass Sie für Ihr Thema nicht ausreichend Material finden. Dazu besteht aber kein Grund. Zum einen sind fachliche Dinge leicht zu recherchieren, zum anderen sind Sie selbst mit Ihren Lebenserfahrungen eine hervorragende Informationsquelle.

Wichtig

Anschauliche, packende Präsentationen leben nicht nur von fachlichem Wissen, sondern auch von persönlichen Erfahrungen. Was Sie sagen, wirkt überzeugender, wenn Sie nicht nur als Spezialist, sondern als Mensch sprechen.

In den folgenden beiden Checklisten sind wesentliche Quellen aufgeführt, die Sie für Ihre Materialsuche nutzen können. Die erste Checkliste enthält Hinweise, wie Sie Informationen zu Ihrem Fachgebiet erhalten, die zweite gibt Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Präsentation durch persönliche Erlebnisse interessanter und lebendiger gestalten können.

Checkliste: Fachinformationen

IMG
  • Recherchieren Sie im Firmenarchiv bzw. bei Verbänden und Organisationen:
    Was hält das eigene Unternehmen/der eigene Verband/die Organisation etc. zum Thema bereit?

  • Online oder vor Ort in der Bibliothek:
    Fachbücher und Nachschlagewerke

  • Tageszeitungen und Fachzeitschriften

  • Internet: Fachportale, Blogs, Nachrichten-Feeds usw.

  • Holen Sie sich Tipps von Arbeitskollegen

  • Kalender, Zitatensammlungen, Sprichwörter:
    Manchmal findet man ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Präsentieren" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen