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Präsentieren mit iPad & Co.

Vorwort

Das iPad setzt sich immer mehr im Business durch. Anstelle eines Notebooks wird jetzt das iPad verwendet, um Mails komfortabler als am Blackberry oder Smartphone lesen und beantworten zu können. Und auch der Zugriff auf das Internet geht damit einfach und schnell. Ebenso können Sie mit dem schmalen Tablet nahezu alle Medien wiedergeben.

Was liegt also näher als der Gedanke, Präsentationen ebenfalls direkt vom iPad aus zu halten oder es für Kundengespräche statt der üblichen ausgedruckten Charts zu nutzen.

Mit dem iPad ist all das möglich. Mehr noch: Medien wie Fotos und Filme lassen sich mit einem Fingertipp zielgerichtet aufrufen und einspielen. Doch damit verändern sich auch die Anforderungen an die Präsentationsdramaturgie und die Fähigkeiten des Referenten.

Wie Sie die Möglichkeiten des iPad in Vorträgen und Gesprächen optimal ausnutzen, zeigt Ihnen dieser TaschenGuide: Ich werde Ihnen geeignete Präsentationsstrukturen vorstellen, die dazu jeweils passenden Apps empfehlen und viele Tipps zur Aufbereitung der Medien und zur notwendigen Technik geben.

Peter Flume

Warum am iPad präsentieren?

Immer mehr und mehr Redner werden mit dem iPad präsentieren, denn es bietet viele neue Möglichkeiten für Reden, Vorträge und Co.

In diesem Kapitel erfahren Sie,

  • in welchen Situationen Sie das iPad am besten einsetzen können,

  • welche Vorteile Ihre Zuhörer davon haben,

  • warum Sie mit dem iPad maximale Effekte bei minimalem Zeitaufwand erzielen,

  • welche Freiheiten Sie mit dem Tablet bei Präsentationen genießen.

Multimedial und interaktiv: neue Präsentationen

Das iPad zeigt seine Stärke besonders dann, wenn Mehrdimensionalität, Interaktivität und unterschiedliche Medienformate bei Präsentationen eine Rolle spielen sollen.

Beispiel

Bei einer Präsentation vor dem Management werden zunächst einmal die Folien gezeigt, die bereits vorab eingereicht wurden. Bereits nach kurzer Zeit unterbricht der Vorstand und wünscht, einen Teil zu vertiefen. Mit einem kurzen Fingertipp auf sein iPad ruft der Referent die passenden Folien auf und reagiert somit zielgerichtet auf die Zwischenfragen. Besonders aufmerksam werden seine Zuhörer, als er zur Erläuterung seiner Auswertungen die projizierte Tabelle mit den Fingern groß zoomt und somit die wesentlichen, nachgefragten Zahlen in den Mittelpunkt stellt.

Mit den richtigen Anwendungen – den sog. Apps, die zur Steuerung und Darstellung der unterschiedlichen Medien benötigt werden – haben Sie als Redner mehr Freiheiten, sich nach Bedarf durch Ihre Präsentationen zu bewegen, als Sie in PowerPoint oder Keynote auf dem Notebook je hatten.

Vorträge: kommunikativ statt konservativ

Wenn Sie das erste Mal mit dem iPad vor einer Gruppe stehen und präsentieren, werden Sie feststellen, dass es damit wesentlich leichter ist die Aufmerksamkeit der Gruppe zu halten als mit Notebook und Co. Dadurch, dass Sie jederzeit z. B. ein thematisch passendes Video oder Foto einblenden können, wenn Sie merken, dass die Aufmerksamkeit nachlässt, steigt die Attraktivität Ihrer Präsentationen.

Auch können Sie einfach alles, was Sie wollen, in eine Präsentation packen. Sie gehen damit sicher, zu jeder Frage aus dem Publikum eine mediengestützte Antwort zu haben. Dabei spielt das Medium, ob Folie, Unternehmensbroschüre, Foto, Film oder Ton, keine Rolle. Alles kann eingesetzt werden, um Ihre Argumentation zu stützen. Auch erlauben es Ihnen die Apps auf Ihrem iPad, das gewünschte Medium im Hintergrund aufzurufen, ohne dass Ihr Publikum sieht, welche anderen Medien Sie noch bereithalten. Im Vergleich zu PowerPoint ist dies so viel komfortabler, dass Sie sich bereits nach einer kurzen Gewöhnungsphase fragen werden, wie Sie vorher überhaupt präsentieren konnten.

Und schließlich ist es nun endlich auch möglich in Präsentationen das Publikum stärker interaktiv einzubinden, es Einfluss auf den weiteren Fortgang der Präsentation nehmen zu lassen und dadurch die Behaltensleistung deutlich zu steigern. Das Publikum erlebt, dass Sie keinen Standardvortrag halten, sondern sich voll auf seine Belange einlassen.

Beispiel

In meinen Seminaren zum Thema Verhandlungstraining komme ich im Regelfall auch auf die unterschiedlichen Typen von Verhandlungsteilnehmern zu sprechen. Auf einem Training in der Schweiz fragte ein Teilnehmer nun just nach der Mittagspause nach diesem Thema. Für mich ein ungeschickter Zeitpunkt, denn ich wollte die Theorie nicht unbedingt im Nachmittagstief platzieren und hatte deswegen eine Gruppenübung vorgesehen. Da ich jedoch mit dem iPad präsentierte, öffnete ich mit einem Fingertipp einen kurzen Comedy-YouTube-Film, den ich einmal zu diesem Thema produziert habe: http://www.youtube.com/watch?v=SUx1ywCdlz8.

Nach diesem Film waren die Teilnehmer so wach, dass ich die zugehörige Theorie kurz erläutern, damit die Frage beantworten und anschließend in die Übung gehen konnte.

Beratungsgespräche: iPad statt Aktenkoffer

Auch im Beratungsgespräch ist das iPad eine große Hilfe. Ich erinnere mich noch, wie früher in diesen Gesprächen mit Papier, Folienaufstellern und später dem Notebook gearbeitet wurde. Immer hatte der Berater einen Pilotenkoffer dabei und brauchte einiges an Platz, um sich auszubreiten. Mit dem Notebook ging dann häufig auch noch der direkte Kontakt zum Gesprächspartner verloren, da mit dem aufgeklappten Bildschirm eine Barriere zwischen den Beteiligten errichtet wurde.

Das iPad ist der moderne Aktenkoffer. Richtig organisiert haben Sie alle Medien, die zur Anwendung kommen könnten, griffbereit. Im Gespräch können Sie sich voll auf Ihr Gegenüber konzentrieren. Wenn erforderlich, unterstützen Sie Ihre Worte durch Bilder, Dokumente, Grafiken.

Besonders hilfreich in solchen Situationen ist es, dass jeder das iPad sofort selber bedienen kann. Sie können das iPad also, wenn Sie eine Broschüre zeigen, Ihrem Gesprächspartner jederzeit in die Hand geben. Er kann dann selbst durch das Dokument blättern. Ein Notebook hingegen geben die wenigsten aus der Hand.

Beispiel

Ein Kunde hatte mich um einen Termin gebeten, weil er ein Theaterprojekt im Unternehmen plante. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass das Theater keine für den Kunden sinnvolle Maßnahme war. Als Alternative zum Theater sprach ich die Möglichkeit von Hörspielen mit Unternehmensinhalten an und konnte ihm sofort und ohne Suchen ein Beispiel am iPad vorspielen. Da ihm dies gefiel, kam dann die Frage auf, ob es möglich wäre, so etwas auch zu verfilmen. Auch hier konnte ich bejahen und ein bereits realisiertes Beispiel am iPad zeigen.

So konnte ich direkt auf seine Bedürfnisse eingehen. Das Gespräch verlief anders als zunächst gedacht, führte aber trotzdem zu einem positiven Ergebnis. Ohne hör- und sichtbare Beispiele wäre dieser Abschluss sicher nicht möglich gewesen.

Moderieren und visualisieren

Ein weiteres Feld, in dem das iPad ein ideales Tool darstellt, ist der Bereich Moderation. Viele Moderatoren erlebten in der Vergangenheit PowerPoint-Präsentationen auf dem Notebook als viel zu statisch, um sie in dynamischen Situationen wirklich gewinnbringend einzusetzen. Daher wurden dann anstelle von Folien Flipchart-Blätter vorbereitet, die je nach Bedarf gezeigt und ergänzt werden konnten.

Das iPad ändert diese Arbeitsweise, da es Flexibilität im Zugriff auf die Medien schafft. Sie können frei entscheiden, bei welchen Medien Sie auf die Technik setzen wollen, weil die Wirkung dort stärker ist als auf Papier. Auf die Medien zugreifen können Sie mit nur einem Fingertipp. Dort, wo das Papier die bessere Wirkung erzielt, bleiben Sie beim Flipchart. Bei der konkreten Arbeit werden Sie jedoch nach und nach merken, dass es hier und da auch sinnvoll sein kann, beide Medien in der Moderation miteinander zu kombinieren. Hier schlägt wiederum die Stunde des iPad. Sie bereiten ein Bild vor und ergänzen es dann, indem Sie mit einem sog. kapazitiven Stift direkt auf dem iPad zeichnen. Schöner lässt sich ein Chart heute mit anderen Methoden gar nicht vor und vor allem mit dem Publikum entwickeln.

Beispiel

Um einen Prozess zu visualisieren, zeichnet ein Ingenieur einen schematischen Ablauf an das Flipchart. Während er zeichnet, verliert er den Kontakt mit dem Publikum, spürt das und wird in seiner Zeichnung immer unsauberer. Dies erschwert ihm hinterher die Erläuterungen, da sein Publikum immer wieder nachfragen muss, was die jeweilige Darstellung bedeuten soll.

In einer anderen Präsentationssituation agiert er mit dem iPad. An die Wand projiziert wird das grundlegende Schema. Dies hat er vorher in aller Ruhe als Grafik vorbereitet. Live ergänzt er am iPad mit einem kapazitiven Stift nun nur noch einzelne Pfeile, Linien und Beschriftungen. Dadurch kann er viel besser mit dem Publikum in Kontakt bleiben. Das fertige Bild mailt er seinen Zuhörern nach der Präsentation direkt zu.

Maximale Effekte mit minimalem Zeitaufwand

Mit dem iPad kann der Anwender multimediale Präsentationen ohne großen Einarbeitungs- und Arbeitsaufwand erstellen. Die meisten Apps lassen sich intuitiv bedienen und folgen einem einheitlichen Bedienkonzept. Eine separate Schulung ist im Regelfall nicht erforderlich. Darüber hinaus verzichten die meisten Apps darauf, eigene Formate zu definieren. Sie bedienen sich der Standards. Auf Fotos kann man z. B. bei allen Apps über den Standard-Fotoordner des iPad zugreifen.

Filme werden ebenso einfach als eigenes Element aus dem Standardordner in der Präsentationsapp geöffnet und stehen dann in der Präsentation zur Verfügung. Im Vergleich zu PowerPoint ein Kinderspiel: Dort müssen stets die richtigen, für PowerPoint lesbaren Film-Formate ausgewählt werden; nur diese lassen sich öffnen und anzeigen. Liegt eine Datei im falschen Format vor, also für PowerPoint nicht lesbar, obwohl sie am Rechner außerhalb von PowerPoint angezeigt werden konnte, dann muss sie erst in das passende Format konvertiert werden. Ein zeitaufwändiger Vorgang. Beim iPad gilt die Regel: Was Sie außerhalb der Präsentationsapp an Multimedia-Inhalten anzeigen und anhören können, geht auch innerhalb der App.

Viele Apps – individuelle Gestaltungsvarianten

In diesem Buch werde ich Ihnen verschiedene Apps vorstellen, die für Präsentationen und Moderationen mit dem iPad besonders geeignet sind. Apps sind nichts anderes als kleine Programme, die eigens dafür konzipiert wurden, eine einzige klar definierte Aufgabe optimal zu lösen. Durch diese Art der Spezialisierung finden Sie somit auch sicher die App, die Ihren Bedürfnisse am besten Rechnung trägt. Auch dies steht im Gegensatz zu früher, als es entweder PowerPoint oder Keynote gab und Sie einfach nehmen mussten, was diese beiden Programme zu leisten in der Lage waren. Welche der Apps Sie letztendlich anwenden, hängt davon ab, wie weit Sie die neuen Möglichkeiten des iPad ausschöpfen wollen und bereit sind, sich in Ihrem bisherigen Präsentationsverhalten zu verändern:

  • Die Apps nonlinear, Present Pad oder Minimal Folio unterstützen Sie z. B. dabei, den Ansatz der multimedialen und mehrdimensionalen Präsentation voll umzusetzen. Wenn Sie sich für diese Apps entscheiden, werden Sie künftig das Präsentationsgitter, auch Grid genannt (siehe dazu das nächste Kapitel), als unverzichtbar erleben. Sie werden mit diesen Apps ganz andere Abläufe für Ihre Präsentationen planen als die, die Sie bisher womöglich von PowerPoint gewohnt sind.

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