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NLP

Vorwort

Das Neuro-Linguistische Programmieren, kurz NLP, kommt in vielen Bereichen zum Einsatz: in Beratung, Therapie, Medizin, beim Lernen und immer häufiger im Businessbereich. Wo immer zwischenmenschliche Beziehungen und Prozesse stattfinden, greifen Menschen auf NLP-Techniken und -Modelle zurück, um eine wertschätzende Kommunikation zu erreichen.

Dieser TaschenGuide gibt Ihnen einen kurzen, verständlichen Überblick über NLP und beschreibt die wichtigsten, grundlegenden Techniken. Was umfasst der Begriff und welche Einsatzgebiete gibt es für das Neuro-Linguistische Programmieren? Welche Ziele verfolgen Menschen, die NLP anwenden? Welche Methoden stehen dahinter und wo liegen die Grenzen? Womöglich kommen Ihnen einige der Techniken bekannt vor oder Sie stellen fest, dass Sie diese in Ihrem Berufs- und Privatleben bereits unbewusst einsetzen?

Vielleicht macht Ihnen dieser TaschenGuide Appetit auf mehr. Ich lade Sie ein, die Modelle – und damit die wertschätzende Kommunikation mit Ihrem Umfeld – kennenzulernen und bewusst zu nutzen.

Ihre Barbara Seidl

NLP – was ist das?

Was umfasst der Begriff NLP – Neuro-Linguistisches Programmieren?

Im folgenden Kapitel lesen Sie,

  • wie NLP entstanden ist (S. 12),

  • wo seine Grenzen liegen (S. 13),

  • auf welchen Grundannahmen NLP beruht (S. 14) und

  • wieso die Sprache eines Menschen viel über seine Sicht der Welt verrät (S. 26).

Wofür der Begriff steht

Pausenlos, zu jeder Zeit laufen kommunikative Prozesse ab: auf der sprachlichen Ebene über Worten und Sätze, aber auch auf der so genannten nonverbalen Ebene mittels Bilder, Gesten und Bewegungen – man kann nicht nicht kommunizieren. Dabei geht es nicht nur um die Person, die die Signale und Botschaften aussendet. Vielmehr stellt sich die Frage, wie diese beim Empfänger ankommen: Wichtig ist nicht, was jemand sagt, sondern was der Gesprächspartner versteht, was er verstehen kann oder will. NLP, also das Neuro-Linguistische Programmieren, fragt, wie das Verständnis und damit die Kommunikation verbessert werden kann.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich NLP damit, auf welche Weise das menschliche Gehirn Impulse der Außenwelt verarbeitet, Sinnesreize wahrnimmt, bewertet und verknüpft. Jeder Mensch hat seine eigene, subjektive Wahrheit und individuelle Art der Verarbeitung – auch in Bezug auf die Kommunikation mit anderen Menschen.

Weiter hat NLP die Fähigkeiten von Menschen und das Lernen dieser Fähigkeiten zum Gegenstand. Wer sich erfolgreiche Personen zum Vorbild nimmt, sie modelliert (sie also zum Modell macht) und ihr Verhalten kopiert, wendet bereits eine wirkungsvolle NLP-Technik an. NLP bietet Erklärungsmodelle und Strategien,

  • um erfolgreich mit sich selbst und mit anderen zu kommunizieren,

  • um mit Sprache richtig umzugehen,

  • die eigenen Wahrnehmungsfähigkeiten zu trainieren und zu verfeinern,

  • Ziele zu formulieren und diese durch effizientes Denken und Handeln zu verwirklichen,

  • alle persönlichen Fähigkeiten einzusetzen,

  • flexibel auf Veränderungen zu reagieren,

  • durch veränderte Sicht- und Denkweise neue, effizientere Handlungs- und Beurteilungsmodelle zu erhalten.

Informationen aufnehmen und verarbeiten

Das „N“ in NLP steht für „Neuro“. Alle Wahrnehmung kommt bei Menschen über die fünf Sinne an. Bilder, Farben und Formen lösen visuelle Reize in den Augen aus, Geräusche, Klänge, Lärm stimulieren als akustische Reize die Ohren. Die Zunge leitet Geschmacksinformationen an das Gehirn weiter, die Nase liefert Botschaften über Gerüche und die Haut Mitteilungen mithilfe des Tastsinns.

Informationen sinnvoll zusammenfügen

Das Gehirn verarbeitet diese äußeren sensorischen Informationen in neuronalen Prozessen und Regelkreisen, speichert sie ab und verknüpft sie mit schon vorhandenen Daten. Die laufend eintreffenden Botschaften werden gefiltert mit bereits gemachten Wahrnehmungen und Erfahrungen verglichen und bewertet. All dies geschieht unbewusst und in Bruchteilen von Sekunden.

Beispiel für die sinnliche Wahrnehmung

Das Auge übermittelt an das Gehirn: längliche, weiße „Fäden“ umgeben mit einer roten Soße auf einem Teller. Die Nase fügt hinzu: Geruch von Tomaten, Basilikum und Nudeln. Die Haut sendet das Empfinden von Hitze weiter und die Zunge sagt, Geschmack von Tomaten, Basilikum und Nudeln, etwas fad. Das Gehirn fügt nun alle Botschaften zur Information zusammen: frische Spaghetti mit Tomatensoße, an denen Salz fehlt.

Wahrnehmungen haben Konsequenzen

Die inneren, neuronalen Vorgänge haben Auswirkungen auf den Menschen. Sie beziehen sich auf den gesamten Lebensprozess: auf Sinneswahrnehmungen, Gefühle, das Denken, das Verhalten, die Handlungen, Bewegungen, physische und biologische sowie alle psychischen Vorgänge.

Beispiel für mögliche Auswirkungen

Durch die Information „Essen“ läuft dem Menschen das Wasser im Mund zusammen. Im Beispiel greift er eventuell zum Salzstreuer. Handelt es sich um seine Lieblingsspeise, verbessert sich womöglich seine Laune.

Umsetzen in Sprache

„L“ ist die Abkürzung für „Linguistisch“. Diese NLP-Komponente meint die Verarbeitung und den Einsatz von Sprache, die in gesprochener oder geschriebener Form als Reiz bei Ohren oder Augen ankommt. Die Fülle der im Gehirn ankommenden Botschaften wird gefiltert und verkürzt. Auch wenn verschiedene Personen Gleiches wahrnehmen, verarbeiten sie es unterschiedlich.

Beispiel für die verkürzte Wahrnehmung

Das Auge nimmt noch mehr wahr: etwa die Krümel auf dem Tisch und den Kellner, der Weingläser holt. Das Gehirn blendet dies aus, weil es für die Information „Spaghetti“ nicht relevant ist. Jemand, der auf seine Getränke wartet, wird statt dessen vielleicht auf den Kellner achten.

Sprache offenbart Filterprozesse

Egal, wie effizient Menschen mit Sprache umgehen, sie können damit aufgrund der Informationsfülle nicht alles ausdrücken. Deshalb kann Sprache nur einen kleinen Teil dessen wiedergeben, was an Emotionen, Denk- und Verarbeitungsprozessen zur Verfügung steht. Blendet das Gehirn bestimmte Fakten aus, spiegelt sich dies in der Sprache wider. Allerdings gehört zum Ausdruck nicht nur die gesprochene oder geschriebene Sprache, sondern auch die Körpersprache – also Gestik, Mimik, Körperhaltung und Botschaften, die der menschliche Körper sendet (s. Seite 37 f.).

Wichtig

Sprache hat mit Denken, Vorstellung und Logik zu tun. Sie spiegelt, welche Reize jemand wie verarbeitet und welche Bewertungsspielräume er ausnutzt. Ziel von NLP ist u. a., diese subjektiven Vorgänge bewusst zu machen.

Wechselbeziehung ausnutzen

Das Nervensystem und die in Sprache übertragenen Erfahrungen und Bewertungen beeinflussen sich wechselseitig. „P“ für „Programmieren“ steht für eben diese Wechselwirkung. „Programme“ sind Denkmodelle, Muster und individuelle Konzepte, wie ein Mensch Sinnesreize verarbeitet und sein individuelles Modell der Welt konstruiert. Sind die aktuell genutzten Programme und Muster hilfreich und unterstützend, gibt es keinen Anlass, sie zu verändern. Erlebt und erkennt der Mensch jedoch durch die Muster Einschränkungen, ist ein „Neuprogrammieren“ wichtig, z. B., indem die Filterprozesse offen gelegt werden. Mithilfe von NLP-Techniken wollen Anwender

  • bessere, nützlichere neue Programme und Lernprozesse kennenlernen und einsetzen,

  • Erleichterung schaffen und

  • Aufgaben erfolgreich bewältigen und zu ihrer Lösung beitragen.

Wie ist NLP entstanden?

Neuro-Linguistisches Programmieren ist eine vergleichsweise junge Disziplin. Die Gründer, Richard Bandler (*1950), ein Mathematikstudent, und Dr. John Grinder (*1939), Professor der Linguistik, erkannten Anfang der 70er Jahre in den USA ihr gemeinsames Interesse an Sprache, den dahinter liegenden Prozessen und an der Art und Weise wie hervorragende Ergebnisse in der menschlichen Kommunikation erzielt werden. Sie studierten und analysierten das Kommunikationsverhalten von drei besonders erfolgreichen Therapeuten: des deutschen Psychiaters Fritz Perls, der Familientherapeutin Virginia Satir und des Psychiaters und Hypnosetherapeuten Milton H. Erickson. Dabei stellten sie bei allen ähnliche, herausragende Fähigkeiten fest und modellierten die menschliche Exzellenz dieser drei Personen, d. h. nahmen sie und ihr Verhalten zum Modell. NLP verbindet viele Einflüsse, z. B. die Systemtheorie von Gregory Bateson und die Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick. Es ist kein fertiges, abgeschlossenes System, sondern entwickelt sich ständig weiter.

Wo liegen die Grenzen des NLP?

Auch wenn es zunächst einmal keine Beschränkungen für eine wertschätzende Kommunikation mit dem Gegenüber gibt, ist manchmal doch Vorsicht geboten.

Was kann der Anwender leisten?

NLP arbeitet in vielen Fällen auf der unbewussten Ebene und bringt in der Regel schnelle Veränderungen und Lösungen. Wenn das Wissen darüber jedoch ausschließlich aus Büchern oder Ein-Tages-Seminaren stammt, sind die persönlichen Grenzen schnell erreicht. Viele Anliegen und Themen erweisen sich bei genauerer Betrachtung als tiefes Persönlichkeitsproblem oder psychische Erkrankung. Solche Fälle gehören in die Hände von Psychologen oder Psychotherapeuten.

NLP ist kein Wundermittel

In einigen Fällen ist in der Öffentlichkeit ein schiefes Bild von NLP entstanden, weil es als allein selig machende Methode nach dem Motto „alles ist machbar“ angepriesen wurde. Solche reißerischen Äußerungen schaden NLP und sind weit mehr verkaufsfördernde Werbeslogans als zutreffende Aussagen. Seriösen Trainer, Coachs und Berater sind umfassend ausgebildet und setzen NLP als eine von mehreren Methoden und Wahlmöglichkeiten ein.

Ist NLP eine Form der Manipulation?

Wer sich mit NLP beschäftigt, sieht sich schnell mit dem Vorwurf der Manipulation konfrontiert. Kritische Stimmen werfen NLP vor, es sei egoistisch, manipulativ und unethisch, denn es stelle persönliche Interessen in den Vordergrund.

Wertneutral betrachtet ist jede Handlung und Kommunikation „Manipulation“. Das ist ja der Grund, etwas zu tun oder zu sagen: mit jemandem in Kontakt zu treten, etwas beim anderen zu veranlassen. Vielmehr stellt sich die Frage, auf wessen Kosten etwas getan wird. Wer sein Gegenüber täuscht, agiert zu dessen Lasten. Wenn Nutzen, Vor- und Nachteile für den Kommunikationspartner nicht beachtet werden, ist jede Aktion negativ manipulierend. NLP dagegen will so genannte Win-Win-Situationen schaffen: bewusste Einflussnahme, hilfreiche Handlungen im Sinne einer gelungenen Kommunikation zu beiderseitigem Nutzen.

Die 15 Grundannahmen im NLP

Die so genannten Grundannahmen beschreiben grundlegende und nützliche Theorien, wie hervorragende Kommunikation funktionieren kann.

1. Menschen sind einzigartig und erleben die Welt auf unterschiedliche Art und Weise

Menschen unterscheiden sich, jeder ist für sich genommen einmalig. Allerdings neigen Menschen dazu, sich selbst als Maßstab zu sehen, von ihrer eigenen Welt auszugehen.

Beispiel für voreingenommenes Handeln

Herr Meier, ein technikbegeisterter Verkäufer denkt, seine Kunden wollten so beraten werden, wie er selbst es schätzt. Kunden, für die Emotionen eine Rolle spielen, kann er allerdings durch seine Beratung nur schwer gewinnen.

Die Einzigartigkeit des anderen zu akzeptieren heißt, seinen Wert anzuerkennen, ihm und seiner Individualität Respekt entgegenzubringen. Es gilt, Unterschiedlichkeit zuzulassen, zu würdigen und „anders sein“ nicht mit „besser“ oder „schlechter“ zu bewerten. Zudem bedeutet es auch, dass jeder Mensch seine Umgebung anders aufnimmt und aus den vielen Reizen nach eigenen Kriterien auswählt. Das Resultat sind individuelle Bilder, Prioritäten und Schlussfolgerungen, die respektvoll nebeneinander stehen können.

2. Geist, Körper und Umwelt bilden ein System, das sich wechselseitig beeinflusst

Die geistige Einstellung des Menschen beeinflusst sein psychisches und physisches Wohlbefinden, sein Verhalten wirkt auf sein Denken. Variiert man in diesem System einen Teil, ändert sich das ganze System vergleichbar einem Mobile.

Beispiel für die Wechselwirkung

Ein Mensch, der beginnt, sich intensiv mit dem Umweltschutz auseinander zu setzen, nimmt in seiner Umgebung andere Dinge wahr als zuvor. Ihm fallen z. B. bauliche Maßnahmen an Flüssen auf. Seine Gedanken und Emotionen spiegeln sich dann in seinem unzufriedenen Gesichtsausdruck und seiner Haltung (Einfluss auf den Körper) und er engagiert sich künftig in einer entsprechenden Bürgerbewegung (Einfluss auf die Umwelt).

3. Jedes Verhalten ist Kommunikation

Jedes Verhalten enthält Botschaften an das Gegenüber – gleichgültig, ob es sich um sichtbare Bewegungen, Gesprochenes, Körperhaltungen oder um „Nicht-Verhalten“ wie z. B. Schweigen handelt. Die Handlungsweise einer Person ist der einzige sichtbare, hörbare und erlebbare Hinweis auf die neurologischen, innerlich ablaufenden Verarbeitungsprozesse. Fähigkeiten und Werte eines Menschen sind nicht direkt wahrnehmbar, sondern nur durch seine spezifischen Handlungen erkennbar und erfahrbar. Alles andere ist Vermutung, Wertung und Interpretation.

4. Die Bedeutung der Kommunikation ergibt sich aus der Reaktion, die sie hervorruft

Hier geht um eine entscheidende Frage, nämlich: Wer ist der Verursacher guter, gelungener oder schlechter Kommunikation – der Sender einer Nachricht oder derjenige, der eine Nachricht aufnimmt? „Das hast Du falsch verstanden“ und „Ich habe mich ungenau ausgedrückt“ spiegeln als Aussagen die beiden gegensätzlichen Pole wieder. Treten in der Kommunikation z. B. unerwünschte Reaktionen auf, bringt es wenig, dem Empfänger die Schuld zuzuweisen. Vielmehr muss der Sender Aussagen und Formulierungen so übermitteln, dass der Adressat sie in seinem Sinne versteht.

Wichtig

Wichtig ist der Empfänger, nicht der Sender. Es geht nicht um die Absicht des Letzteren, nicht darum, was er sagen will, sondern darum, was beim Gesprächspartner ankommt, was dieser verstehen kann und will. Der Sender muss Verantwortung für seine Kommunikation übernehmen.

5. Menschen orientieren sich an geistigen Landkarten

Eine Landkarte ist nie die tatsächliche Landschaft, ebenso wie die Speisekarte nicht das Essen ist oder die Partitur nicht die Musik. Sie ist ein Abbild der Wirklichkeit, ein Modell der Wirklichkeit. Die Landkarte zeigt dem Benutzer, wo er sich befindet, welche Gebiete wo liegen und wie weit es z. B. bis zum Ziel ist. Dies gilt nicht nur für Straßenkarten, sondern auch für das Zurechtfinden in der Welt allgemein.

In geistigen Landkarten und Modellen werden die Sinneseindrücke gespeichert. Sie sind nicht die reale Welt, ermöglichen aber, sich darin zurechtzufinden. Jeder verfügt über andere geistige Landkarten, die nicht besser oder schlechter sind als die anderer Personen. Menschen haben z. B. so genannte Wahrnehmungspräferenzen, d. h., sie benutzen ihre Sinnesorgane und bewerten die Reize verschieden (s. Seite 24 ff.). Diese Unterschiede sind oft der Grund für Konflikte und Missverständnisse. Der erste Schritt zur Verständigung und zur erfolgreichen Kommunikation ist, die Landkarte des Gegenübers kennenzulernen und zu verstehen (s. Seite 55 ff.) Verschiedene Landkarten zeigen sich in der Sprache: Wörter werden unterschiedlich benutzt bzw. mit anderen Inhalten verknüpft.

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