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N.Y.D. - Das Rätsel der gelben Katze

A. F. Morland

N.Y.D. - Das Rätsel der gelben Katze

New York Detectives





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Das Rätsel der gelben Katze

von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 119 Taschenbuchseiten.

June March trifft zufällig ihre Freundin Janet Coye nach Jahren wieder. Diese erzählt, dass ihr Vater spurlos in Hongkong verschwunden ist, nachdem er dort hingeflogen war, um das Erbe seines verstorbenen Bruders anzunehmen: Goldmünzen im Wert von 500 000 Dollar.

Sofort erklärt sich Junes Boss, der Privatdetektiv Bount Reiniger bereit, sich auf die Suche nach dem Vermissten zu machen - zumal ein ansehnliches Honorar herausspringt, wenn er die wertvolle Münzsammlung findet. Es zeigt sich jedoch, dass Hongkong für Reiniger und seine hübsche Assistentin June ein gefährliches Pflaster ist. Denn der Detektiv ist nicht der Einzige, der nach den Münzen sucht ...

Die Hauptpersonen des Romans:

Nasty Hash - Seine Gier nach Gold brachte ihn nach Hongkong zurück. Dort ging er prompt baden.

Clips Philmoore - Sein Hang zum Whisky wurde ihm zum Verhängnis.

Ray Hooper - Bount Reiniger sollte durch seine Harpune sterben. Aber der Schuss ging nach hinten los.

Steve Gillis - Der Weltenbummler hatte seltsame Ambitionen.

Cedric Coye - Als er Goldmünzen im Wert von 500 000 Dollar erbte, war sein Schicksal besiegelt.

Janet Coye - Sie suchte ihren Vater, der in Hongkong spurlos verschwand.

Bount Reiniger - Privatdetektiv.

June March - seine Sekretärin und Assistentin.




1

Als der Schuss aufpeitschte, wirbelte Cedric Coye erschrocken herum. Mit dieser Reflexbewegung verhinderte er unbewusst, dass das Geschoss seine Wirbelsäule durchschlug. Trotzdem traf ihn das Projektil mit der Wucht eines schweren Hammers.

Coye wankte. Sein Gesicht war schmerzverzerrt. Seine Hände glitten vom Steuerrad ab. Das Motorboot raste mit Vollgas auf die Steilküste der Insel Hongkong zu.

Wie ein scharfes Messer durchtrennte der weiße Bug des Bootes die tiefblauen Fluten. Die Luft vibrierte unter dem Dröhnen der Motoren.

Das Verfolgerboot holte auf. Soeben legte der Gangster erneut auf Cedric Coye an. Wieder kläffte die Waffe.

Und Coye brach mit einem gurgelnden Schrei, sich um die eigene Achse drehend, mit hochzuckenden Händen zusammen.

Führerlos fegte das Boot auf die zerklüftete Felswand zu. Sekunden später war die Katastrophe nicht mehr zu verhindern.

Ein donnernder, grollender Knall. Schiffsteile flogen, hochgewirbelt von einer tödlichen Explosion, durch die Luft und klatschten in weitem Umkreis ins Meer. Der harte Kern des Bootes sank, bevor der Knall verebbt war ...



2

New York. - Vier Monate später.

June March, die vierundzwanzigjährige hellblonde Assistentin, war für Bount Reiniger in der Bronx unterwegs gewesen. Sie hatte da zwei Anschriften von Klienten überprüft. Hinterher hatte sie sich mit Bount per Telefon in Verbindung gesetzt, und da die Uhr auf Feierabend gezeigt hatte, hatte Bount darauf bestanden, dass June das ernst genug nahm, um nicht noch mal im Büro aufzukreuzen und noch irgendwelche unerledigten Arbeiten in Angriff zu nehmen. Bount hatte scherzhaft gemeint, er könne es sich nicht leisten, seiner Sekretärin Überstunden zu bezahlen. Daraufhin war June zum University Place gefahren, um im Steak Casino mal über die Kalorien-Schnur zu hauen.

Als sie das Restaurant verließ, trat sie einem Mädchen, das genauso jung und hübsch wie sie war, beinahe auf die Zehen. Ohne den Kopf zu heben und das Girl anzusehen, entschuldigte sich Reinigers Sekretärin. Sie wollte weitergehen, doch da brachte sie ein erfreuter Ausruf zum Stehen.

„June!“ Das andere Mädchen lachte. „June March! Das darf es einfach nicht geben!“

June schaute verwirrt hoch.

Sie erkannte die meergrünen Augen in dem schmalen, ausdrucksstarken Gesicht sofort wieder.

„Janet Coye!“, rief sie ebenso erfreut aus.

Nun lachten sie alle beide.

Janet war schlank und vollbusig. Sie trug das ebenholzfarbene Haar wie eine schimmernde Kappe, dazu einen Jeansanzug, ziemlich verwaschen, und hochhackige Pumps, die sie um zwei Zentimeter größer als June machten.

„Ist das nicht verrückt!“, rief Janet aufgeregt. „Zwei Mädchen aus Minneapolis treffen einander ausgerechnet in einem Schmelztiegel wie New York an einem Abend wie diesem wieder!“

June und Janet hatten gemeinsam die Mannequinschule besucht. Ab und zu hatten sie sich sogar um denselben Mann gestritten. Doch kurz nach der Schule hatten sie sich aus den Augen verloren. June hatte eine geplatzte Verlobung hinter sich. Das hatte einen Stein ins Rollen gebracht. Sie war nach New York gegangen, um irgendwo neu anzufangen, zu vergessen, was damals in Minneapolis kaputtgegangen war.

„Wir waren ein Herz und eine Seele, das waren wir doch!“, sagte Janet, der die Freude prickelnd im Nacken saß.

„Wir verbrachten eine schöne Zeit zusammen“, sagte June mit einem verträumten Lächeln.

Sie fragte Janet, ob sie Zeit hätte. Janet hatte jede Menge Zeit. Und so landeten die beiden an demselben Tisch, an dem June vorhin ihr Steak verzehrt hatte. Dort schwatzten sie bei einem Longdrink, und es blieb nichts von alldem unerwähnt, was sie so getrieben hatten, während sie den Kontakt zueinander verloren gehabt hatten.

Janet arbeitete zur Zeit als unterbeschäftigtes Fotomodell für eine zweitklassige Werbeagentur. Sie war froh, überhaupt einen Job ergattert zu haben.

„Und wie geht es deinem Vater?“ fragte June, als sie mit ihren Erinnerungen schon fast in der Jetztzeit angelangt waren.

Da wurde Janet plötzlich traurig. Ein grauer Schleier legte sich über ihre Augen. Sie schaffte es nicht mehr, zu lächeln. June merkte sofort, dass sie mit dieser Frage an eine offene Wunde gerührt hatte. Sie vermutete, dass Janets Vater erst kürzlich gestorben war, und sie wollte nicht weiter in die Freundin dringen.

Aber Janet begann von alleine zu erzählen.

Sie drehte das Glas zwischen ihren schmalen Händen, starrte auf das weiße Tischtuch und seufzte schwer.

„Ich weiß nicht, wie’s meinem Vater geht, June!“, sagte sie tonlos.

„Das verstehe ich nicht.“

„Ich hoffe, es geht ihm gut.“

„Was soll der Quatsch, Janet? Wieso hoffst du, dass es deinem Vater gutgeht? Wieso weißt du das nicht?“ Janet Coye hob den Blick und schaute der Freundin in die Augen. June hatte dieses Girl, das sie heiter und stets unbeschwert in Erinnerung hatte, noch nie so verzweifelt und niedergeschlagen gesehen.

„Was ist passiert, Janet?“

„Ich weiß nicht, ob dir bekannt ist, dass mein Vater einen Bruder hatte.“

„Doch. Doch, das ist mir bekannt.“

„Er hieß Philip Coye und war um etwa zehn Jahre älter als Dad.“

June bestellte bei dem livrierten Kellner noch zwei Longdrinks.

Indessen fuhr Janet fort: „Onkel Philip hatte vor Jahren von Amerika die Nase voll. Er ging nach Hongkong und ließ sich da nieder. Er war Börsenmakler. Mal hatte er Geld. Dann wieder nicht. Vor ungefähr vier Monaten starb er an Herzversagen. Kurz darauf bekam Dad von einem Rechtsanwalt in Hongkong einen Brief, in dem unter anderem stand, dass mein Vater die Goldmünzensammlung von Onkel Philip geerbt habe. Die Sammlung ist 500 000 Dollar wert.“

June March horchte überrascht auf.

„Ein Betrag, der mächtig Eindruck macht.“

Janet nickte schwach.

„Dad fiel beinahe in Ohnmacht, als er die Nachricht las. Der Rechtsanwalt bat ihn in dem Schreiben, nach Hongkong zu kommen, um die Erbschaft entgegenzunehmen. Er flog sofort ab. Ich bat ihn, mich mitzunehmen, aber das wollte er nicht. Er flog allein. Und seither ist er spurlos verschwunden.“

June blickte die Freundin verblüfft an.

„Sag das noch mal.“

„Mein Vater ist spurlos verschwunden.“

„Ist er denn nicht in Hongkong angekommen?“

„Doch.“

„Aber?“

„Er kam nicht wieder.“

„Und er hat sich mit dir auch nicht mehr in Verbindung gesetzt?“

„Nein. Er flog nach Hongkong, war bei der Testamentsvollstreckung anwesend, nahm die Münzensammlung entgegen und ... Hier reißt der Faden einfach ab. Dad wurde, nachdem er das Büro des Rechtsanwalts verlassen hatte, nicht mehr wiedergesehen.“

„Das ist ja seltsam“, sagte June March beeindruckt. „Was hast du unternommen, um dir Gewissheit über das Schicksal deines Vaters zu verschaffen, Janet?“

„Ich glaube, ich habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Ich habe mit dem Rechtsanwalt korrespondiert. Ich habe mich an die Behörden gewandt. Ich wollte sogar schon selbst nach Hongkong fliegen, aber dazu reicht mein Geld nicht. Alle, an die ich mich bisher gewandt habe, waren der Meinung, dass ein Gewaltverbrechen nicht auszuschließen wäre. Es sei sogar die einzige Erklärung dafür, dass Dad so plötzlich für immer verstummte.“

June March nippte an ihrem Drink.

„Möchtest du, dass ich dir helfe, Janet?“

Das dunkelhaarige Mädchen schaute die Freundin groß an.

„Kannst du das denn?“

„Nicht ich persönlich“, erwiderte June. „Aber mein Chef, Mr. Bount Reiniger.“



3

Als sich die Gefängnispforten geöffnet hatten, hatte Nasty Hash dem Beamten vor die Füße gespuckt. Dann war er in die Freiheit hinausgetreten. Er hatte sich noch einmal grinsend umgewandt, obwohl es hieß, das dürfe man nicht tun, denn dann käme man demnächst wieder. Hash glaubte nicht an den Unsinn, obgleich ihn sein bisheriges Leben eigentlich eines Besseren hätte belehren müssen. Hash kannte eine Menge Gefängnisse von innen. Mal für eine Weile wegen irgendeines Verbrechens einzusitzen, das gehörte sozusagen zu Nasty Hashs bewegtem Lebenswandel. Es war das Salz in seiner Suppe.

Hash war groß und drahtig. Er hatte einen stechenden Blick, und die Fäuste saßen ihm genauso locker wie seinerzeit Jesse James die Kanonen. Er vermied niemals einen Streit. Deshalb hatte er genauso viele Freunde wie Richard Nixon nach dem Watergate-Skandal.

Gleich nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden war, hatte er die dicke Lilly aufgesucht, damit sie ihm für die paar Dollars, die er noch besaß, ein paar schöne Stunden machte. Nachdem er nachgeholt hatte, worauf er vier Monate lang zwangsweise verzichten musste, verabschiedete er sich von dem drallen Ding mit einem freundschaftlichen Klaps auf den großen nackten Hintern.

Mit sich und den Hormonen wieder im reinen, bestieg er ein Taxi und ließ sich nach Throgs Neck fahren, denn gleich nach dem Vergnügen sollte wieder die Arbeit drankommen.

Als das Yellow Cab anhielt, sagte Hash: „Warten Sie einen Augenblick!“

Der pockennarbige Fahrer warf ihm einen misstrauischen Blick zu.

„Ich krieg’ drei Dollar von Ihnen, Sir!“

„Sofort“, erwiderte Nasty Hash grimmig. Er wollte aus dem Taxi steigen.

Da packte ihn der Fahrer ärgerlich am Arm.

„Mann, ich sehe Sie doch hoffentlich gleich wieder?“

Hashs starrer Blick war auf die Hand gerichtet, die ihn festhielt. Nun schaute er dem Cabdriver in die Augen. Der Mann erschrak.

„Wenn du mich nicht auf der Stelle loslässt, Freundchen, dresche ich dir die Nase ins Hirn!“, fauchte der Gangster.

Die Finger des Taxifahrers öffneten sich schnell. Nasty Hash stieg aus und warf die Tür gereizt zu. Er ging auf einen livrierten Portier zu, der unter einem roten Baldachin stand. Der Mann hatte das Gesicht eines wütenden Gorillas. Und er war mit abschreckenden Muskelpaketen bepackt.

Hash wies mit dem Daumen über die Schulter nach hinten.

„Gib dem verdammten Hurensohn drei Dollar, Aber keinen Cent mehr!“

Der Türsteher nickte und begab sich zum Taxi. Hash betrat inzwischen das Gebäude.

Der Lift schleuderte ihn zum Penthouse hoch.

Hier wohnte Andrew Lester. In Unterweltkreisen war dieser Name so etwas wie ein Gütesiegel. Lester, ein fetter Enddreißiger, kontrollierte den Babystrich in der West Side. Er war im Glücksspielgeschäft gut drin. Seine Männer kassierten Schutzzölle. Er hatte Heroindealer an der Hand und mischte im allgemeinen überall da mit, wo seine dicke Knollennase Geld riechen konnte.

Die Lifttür öffnete sich surrend.

Nasty Hash stakste durch einen knöcheltiefen Spannteppich.

Ein Mann trat ihm entgegen, bei dessen Anblick ihm fast das Kotzen kam: Clips Philmoore. Die beiden Männer vertrugen sich etwa so wie Giftgrün mit Bordeauxrot.

Philmoore war hier oben in Lesters Penthouse sozusagen ein Mädchen für alles. Er war bekannt dafür, dass er zumeist zuerst zuschlug und dann erst fragte, worum es eigentlich ging. Sein Gesicht widerte Nasty Hash an, und er hätte seinen Schuhabsatz lieber heute als morgen mitten hinein in diese verdammte Visage gesetzt.

Philmoore kam mit einem überheblichen, herausfordernden Grinsen auf Hash zu. Das Kinn, das einer mächtigen Baggerschaufel glich, hatte er kampflustig vorgeschoben.

„Na, Nasty!“, höhnte er. „Schon wieder ’raus aus dem Knast?“

„Wie du siehst!“, knurrte Hash, um Beherrschung bemüht.

„War ’n Fehler, dich schon wieder laufenzulassen.“

„Ich schlage vor, du hältst deine verdammte Klappe!“, fauchte Hash wütend.

Philmoore bleckte die großen weißen Zähne.

Er wies auf Hashs Jackett.

„Kanone dabei?“

„Nein.“

„Mal sehen!“

Hashs Gesicht verhärtete sich. Auf seinen Wangen bildeten sich kleine graue Flecken.

„Ich bin unbewaffnet.“

„Ich will mich davon überzeugen.“ Hash kniff die Augen zornig zusammen.

„Du fasst mich mit deinen Abortpfoten nicht an, hörst du?“

Clips Philmoore legte mit einem penetranten Grinsen den Kopf schief.

„Ist doch mein Job zu sehen, ob die Kerle, die zu Lester wollen, unbewaffnet sind, Nasty. Du wirst mir doch nicht etwa meinen Job übelnehmen wollen!“

„Dir nehme ich alles übel, Clips“, zischte Hash gereizt. „Wenn ich sage, ich bin unbewaffnet, dann hast du das zu glauben, verdammt noch mal.“

„Ich bitte dich, lass mich dich anfassen!“, sagte Philmoore mit triefendem Hohn. „Was ist schon dabei? Ich bin nicht schwul.“

Er trat schnell einen Schritt vor. Hash riss augenblicklich die Fäuste hoch.

„Zum letzten Mal, Clips! Rühr’ mich nicht an, sonst trägst du ab morgen deine dritten Zähne.“

Philmoore war Hashs Trotzreaktion sehr recht. Er konnte Nasty Hash nicht ausstehen, und er begrüßte deshalb die Gelegenheit, diesen Kerl mal gründlich fühlen zu lassen, was er von ihm hielt.

Er fasste Hash an.

Daraufhin explodierte dieser. Hash schoss eine Gerade nach Philmoores breitem Kinn ab. Doch Philmoore nahm den Kopf blitzschnell zurück, steppte geschickt zur Seite und kam mit einem weit hergeholten Schwinger an Hashs Leber. Der Schmerz fraß sich quer durch Hashs Körper. Er versenkte seine Rechte mit Volldampf in Philmoores Magengrube, und als der Oberkörper des Gegners daraufhin nach vorn kam, zog Hash einen gewaltigen Uppercut nach oben, der genau an Philmoores Punkt landete und ihn brutal gegen die Wand schmetterte. Dieser eine Treffer zersetzte Philmoores Aggression. Hashs Killerinstinkt sagte ihm, dass er nun nicht von Philmoore ablassen durfte. Die Gelegenheit war günstig, ein für allemal klarzustellen, welcher Rang diesem verhassten Kerl zukam. Deshalb setzte Hash unverzüglich nach. Nach zwei guten Schlagkombinationen sank Philmoore ausgeflippt auf den Teppich.

Hash brachte seine Kleidung in Ordnung.

„Das wird dir hoffentlich eine Lehre sein!“, fauchte er.

Philmoore hatte Mühe, wieder auf die Beine zu kommen. Er wischte sich den Blutsfaden vom Mundwinkel.

Sein glühender Blick hätte Hash in Brand setzen sollen, doch das klappte nicht. In diesen Minuten war aus dem Gegner Clips Philmoore ein Todfeind geworden.

„Geh und sag Lester, dass ich ihn sprechen will!“, knurrte Nasty Hash mit schmalen Augen. Er genoss den Triumph über Clips Philmoore.

„In welcher Angelegenheit?“

„Sag ihm, ich möchte ihm eine 500 000-Dollar-Story erzählen!“



4

Bount war damit beschäftigt, die Füße auf den Tisch zu legen und zuzusehen, wie das Eis in seinem Whiskyglas allmählich weniger wurde. Außerdem war er noch am Überlegen, ob er seinen Hintern hinüber in Musi’s Bar & Grill tragen sollte, um mit Charley, dem Barmixer, einer geschwätzigen Großmaultype, wieder mal die halbe Nacht durchzuflachsen.

Bount war noch zu keinem Entschluss gekommen, als sich die Tür zu seinem Büro-Apartment auftat und June March mit Janet Coye eintrat.

Er nahm die Beine vom Tisch, erhob sich und sagte grinsend: „Sie sind die perfekteste Sekretärin, die es gibt, June. Woher wussten Sie, dass mir im Augenblick der Sinn nach einem attraktiven jungen Mädchen steht?“

„Bount, ich möchte Ihnen meine Freundin Janet Coye vorstellen“, sagte June sachlich.

Reiniger nickte.

„Ihre Freundinnen sind auch meine Freundinnen, sofern sie so hübsch sind wie diese.“

„Janet ist in Schwierigkeiten, Bount.“

Reiniger bat die beiden Mädchen, Platz zu nehmen. Er brachte Bourbon und stellte die reichlich gefüllten Gläser auf den Couchtisch.

Nachdem Janet an ihrem Drink genippt hatte, wollte Bount hören, welcherart die Schwierigkeiten waren, die das Mädchen plagten.

Er erfuhr die Geschichte erst mal in Stichworten. June ergänzte mit einigen Randbemerkungen, die ihre Beziehung zu Janet für Reiniger transparent machten.

Fürs Erste kannte sich Bount Reiniger aus.

„Ich dachte, wir könnten Janet vielleicht helfen, Bount“, sagte June.

Das dunkelhaarige Mädchen hob verlegen die Schultern.

„Aber ich habe kein Geld, um Sie bezahlen zu können, Mr. Reiniger.“ June schüttelte den Kopf.

„Unsinn, Janet. Wenn Bount die Story interessant findet, hilft er dir auch so. Ich bin sicher, dass er bereits Feuer gefangen hat.“

Bount schmunzelte.

„Sie kennen mich erstaunlich gut, June.“

„Ich weiß, dass meine Menschenkenntnis überragend ist.“

„Komplexe haben Sie wohl niemals, wie?“

„Warum sollte ich?“

Bount wandte sich an Janet Coye. „Wegen der Bezahlung brauchen Sie sich keine grauen Haare wachsen zu lassen, Miss Coye. Wir werden eine Lösung finden, die uns beide zufriedenstellt. Sagen wir, ich kriege fünf Prozent ...“

„Fünf Prozent? Wovon?“, fragte Janet.

„Vom Verkaufserlös der von mir wiederbeschafften Goldmünzensammlung.“

„Okay. Was ist aber, wenn Sie die Münzen nicht finden?“

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