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Motivation

Vorwort

Motivation allein macht noch keinen Erfolg. Aber ohne Motivation ist Erfolg unmöglich. Die Frage ist nur: Wie funktioniert Motivation eigentlich? Und wie schafft man es, sich selbst bzw. andere zu motivieren?

In diesem TaschenGuide erfahren Sie, was Motivation ist und unter welchen Bedingungen motiviertes Verhalten möglich wird. Sie lernen, wie Sie sich selbst immer wieder anspornen können. Führungskräften zeigen wir Methoden auf, mit deren Hilfe sie Motivationsprobleme in ihrem Unternehmen erkennen und richtig lösen können. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Unternehmen gestaltet sein müssen, damit Mitarbeiter sich stärker und dauerhaft engagieren.

Eines vorweg: Motivation stellt sich natürlich nicht ein, indem man sie nur laut genug und immer wieder proklamiert, nach dem Motto: Wer täglich Motivation predigt, der wird sie schon bekommen.

Motiviert sind Menschen – von selbst – dann, wenn mehrere Faktoren gut zusammenspielen. Welche das sind und was Sie dazu beitragen können, erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Unsere zahlreichen Checklisten und Arbeitsblätter helfen Ihnen, das Gelernte gleich in die Tat umzusetzen.

Eine motivierende Lektüre wünschen Ihnen

Rainer Niermeyer und Manuel Seyffert

Die drei größten Irrtümer über Motivation

Fragen Sie einmal Ihre Kollegen, was sie unter Motivation verstehen! Sie werden vermutlich zahlreiche unterschiedliche Antworten erhalten.

In diesem Kapitel erfahren Sie die häufigsten Ansichten darüber, was Motivation ist, und warum sie falsch sind.

Motivation wird oft missverstanden

Motivation gehört zu den Begriffen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Motiviert zu sein und andere motivieren zu können – das ist besonders erstrebenswert, denn schließlich gilt Motivation als wichtiger Erfolgsfaktor. Unternehmen wünschen sich Bewerber, die hoch motiviert sind und die Eigeninitiative ergreifen. Selbstverständlich wünscht man sich von ihnen, dass sie als Mitarbeiter ihre Motivation behalten. Von Führungskräften wird erwartet, dass sie nicht nur selbst motiviert sind, sondern auch andere für ihre Arbeit begeistern können.

Wenn so viel Wert auf Motivation gelegt wird, wenn so viel darüber geredet wird, dann muss man sicher eines fragen: Sind wir vielleicht nicht ausreichend motiviert? Und haben wir möglicherweise zu wenig Talent andere zu motivieren?

Die ewige Klage: zu wenig Motivation

Offenbar sind wir nicht motiviert genug – oder zumindest die anderen sind es nicht. Wie oft beklagt man sich in Betrieben darüber, dass die Mitarbeiter zu wenig Engagement zeigen, ihre Aufgaben lustlos abarbeiten, kaum Interesse an zusätzlichen Aktivitäten haben. „Wir brauchen motiviertere Kräfte!“, so schallt es aus den Chefetagen.

Doch meist bleibt es bei dieser Forderung, weil man gar nicht so genau weiß, was Motivation ist und wie sie funktioniert. Und damit sind wir bei unserem ersten Thema: den häufigsten Irrtümern über Motivation.

Irrtum Nr. 1: Die einen sind eben motiviert, die anderen nicht

Manche meinen, Motivation sei eine Eigenschaft wie Sparsamkeit, handwerkliches Geschick oder Musikalität. Einige Mitmenschen hätten eine ordentliche Portion davon abbekommen, während andere einfach zu kurz gekommen seien. Und da man überzeugt ist, dass Motivation eine Sache der Persönlichkeit ist, glaubt man an diesem Umstand auch nichts ändern zu können.

Wie es wirklich ist

Motivation ist keine Eigenschaft. Um das festzustellen, muss man seine Kollegen einfach einmal ganzheitlich betrachten, also nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch als Privatperson. Sie werden schnell feststellen, dass jeder Bereiche hat, in denen er sich engagiert. Wenn es nicht die Arbeit ist, dann etwas anderes, z. B. der Judo-Club, der eigene Garten oder der lang ersehnte Nachwuchs. Am Charakter kann es also nicht allein liegen, wenn jemand im Betrieb nicht die gewünschte Motivation zeigt.

Irrtum Nr. 2: Motivation ist Manipulation

Vertreter dieser Ansicht glauben, dass Motivation das schönere Wort für Manipulation ist. Führungskräfte müssten nur ein paar Tricks kennen und anwenden, dann würden die Mitarbeiter schon „spuren“.

Wie es wirklich ist

Motivation hat nicht zwangsläufig etwas mit Manipulation zu tun. Im Gegenteil. Motivation lässt sich nur dann erreichen, wenn in Beziehungen Fairness und Glaubwürdigkeit dominieren. Dabei hat das Verhalten der Führungskraft unbestritten großen Einfluss auf die Motivation der Mitarbeiter, jedoch liegt der Schlüssel zum Erfolg nicht in irgendwelchen Tricks. Der Chef hat vielmehr dafür zu sorgen, dass sich Mitarbeiter entwickeln können und ideale Rahmenbedingungen im Unternehmen vorfinden.

Irrtum Nr. 3: Nichts motiviert besser als Geld

Manche sind überzeugt, dass Geld der wahre Grund für Motivation ist. Der Lohn muss nur stimmen und schon laufen die Mitarbeiter auf Hochtouren. Geld macht müde Geister munter und fleißige, aufstrebende Mitarbeiter werden noch quirliger, wenn man mit einer Gehaltserhöhung lockt. Kurz gesagt: Wer motivierte Mitarbeiter will, muss immer mit Geldscheinen wedeln.

Wie es wirklich ist

Zwar reagieren Mitarbeiter äußerst verärgert, wenn sie erfahren, dass andere Unternehmen ihre Leistung deutlich besser honorieren würden. Aber an nichts gewöhnt man sich so schnell wie an ein gutes Gehalt.

Wie funktioniert Motivation?

Motivation ist keine Eigenschaft des Menschen. Motivation ist kein Zauberwort und kein unbegreifliches Phänomen. Wir zeigen Ihnen: Ob wir uns Ziele setzen und diese erreichen, ist abhängig von verschiedenen Faktoren, die unsere Motivation und die Erfolgswahrscheinlichkeit beeinflussen.

In diesem Kapitel erfahren Sie,

  • welche Faktoren auf die Motivation einwirken (S. 10),

  • was spezifische Motivation ist und unter welchen Bedingungen sie entsteht (S. 12/14).

Motivation ist das Ergebnis eines Prozesses

Viele meinen, „Motivation“ sei eine originäre menschliche Eigenschaft. Ein Charakterzug, der uns in die Wiege gelegt wird und unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Doch das stimmt nicht. Zu oft beobachten wir, dass Menschen im Beruf auf gut bezahlten Positionen „Dienst nach Vorschrift“ leisten, um in der Freizeit unentgeltlich und mit großem Engagement scheinbar weniger wichtige Ziele mit viel Biss zu verfolgen. Dieselbe Beobachtung entkräftet auch die Annahme, dass man Menschen im Job primär durch Geld dazu bringen könne, sich zu engagieren.

Viele Faktoren wirken auf unsere Motivation ein

Motivation ist keine Eigenschaft, sondern das Ergebnis eines Prozesses. Wäre sie eine Eigenschaft, so gäbe es für uns lebenslang nur einen einzigen Motivations-Zustand, der nahezu unveränderlich gegeben ist. Wir alle wissen jedoch aus eigener Erfahrung, dass unsere Motivation starken Schwankungen unterliegt. Verantwortlich dafür sind verschiedene Faktoren, die unsere Motivation unterschiedlich stark beeinflussen. Diese Faktoren sind außerdem miteinander vernetzt.

Hinzu kommt eine zeitliche Komponente. Die gegenwärtigen Zustände können unsere zukünftige Motivation beeinflussen.

Machen wir beispielsweise heute die Erfahrung, dass sich Anstrengung lohnt, dann wird auch unsere zukünftige Leistungsbereitschaft steigen. Aus dieser gegenseitigen Abhängigkeit und der zeitlichen Vernetzung der Faktoren lässt sich schließen, dass die augenblickliche Stärke der Motivation das Ergebnis eines Prozesses ist.

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Motivation ist keine Eigenschaft des Menschen, sondern das Ergebnis eines komplexen Prozesses.

Das Ergebnis dieses Motivationsprozesses wird von verschiedenen Einflussfaktoren bestimmt. Dazu gehören:

  • Antriebsstärke: Sie ist unsere innere Triebfeder, die – abhängig von unserer Anspannung bzw. Entspannung – stärker oder schwächer sein kann.

  • Selbstwirksamkeit: Das ist die unterschiedlich stark ausgeprägte Überzeugung, das eigene Leben nach eigenem Ermessen gestalten und leben zu können.

  • Die psychologische Zeitperspektive: Sie bestimmt darüber, welche Ziele je nach Lebensphase, Erziehung etc. für den Einzelnen eine mehr oder weniger starke Bedeutung bekommen können.

  • Unsere Emotionen: Sie können uns als „internal consultants“ bei der Entscheidungsfindung beraten.

Alle diese Faktoren sind eingebettet in ein Gefüge aus eigener Willensstärke, vorhandenen Kompetenzen und geeigneten Bedingungen. Erst dieses Gefüge entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.

Allgemeine und spezifische Motivation

Der eine brennt mit der Kraft eines Teelichtes, ein anderer mit der eines Bunsenbrenners. Anders ausgedrückt: Es gibt Menschen, die eine extrem große Antriebskraft besitzen und viele Dinge gleichzeitig betreiben, während andere sich mit einer gewissen Gleichmütigkeit nur zu wenig aufraffen können. Offenbar gibt es große Unterschiede in punkto Selbstmotivation.

Eines ist jedoch sicher: In jedem Menschen gibt es ein gewisses Maß an Motivation. Für jeden von uns gibt es bestimmte Themen, Wünsche und Ziele, die motivierend wirken. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von der allgemeinen Motivation.

Wichtig

Als allgemeine Motivation bezeichnen wir den Wunsch etwas zu gestalten, etwas zu erreichen und zu bewirken. Dieser Wunsch ist, wenn auch unterschiedlich stark ausgeprägt, grundsätzlich in jedem Menschen vorhanden.

Ihre spezifische Motivation ist entscheidend

Von dieser allgemeinen Motivation nicht unabhängig, aber doch zu unterscheiden, gibt es eine spezifische Motivation. Diese bezieht sich auf ganz konkrete Zielsetzungen und Situationen.

Beispiel

Herr Langendorf macht in der Firma Dienst nach Vorschrift. Seine Arbeit erledigt er zwar ordentlich, aber lustlos. Jeden Tag verlässt er pünktlich um 17.00 Uhr seinen Arbeitsplatz. Sucht sein Chef einmal einen Mitarbeiter für eine besondere Aufgabe, winkt Herr Langendorf stets ab. Er hat doch wirklich schon genug zu tun! Der von seiner Arbeit gelangweilte Langendorf hat allerdings ein Hobby, für das er durchaus viel Zeit investiert: nämlich seinen Schrebergarten-Verein. Dort hat er mit großer Begeisterung die Aufgabe übernommen die Vereinssatzung zu formulieren.

Die Ausprägung der allgemeinen Motivation, also die Frage, ob es sich um ein „Teelicht“ oder einen „Bunsenbrenner“ handelt, lässt sich also gar nicht so einfach beantworten. Anders ist das bei der spezifischen Motivation.

Wichtig

Die spezifische Motivation ist der Grund dafür, dass ein Mensch sich für ein bestimmtes Ziel engagiert. Sie entspringt der subjektiven Bedeutung, die das Ziel für die Person hat und entscheidet über Ausdauer und Energieeinsatz bei der Zielverfolgung.

Die Frage muss also lauten: Wie stark fällt bei einem Menschen die spezifische Motivation aus? Denn sie ist der entscheidende Faktor, sich z. B. für berufliche Aufgaben zu engagieren. Welche Bedingungen müssen gegeben sein, damit Menschen die spezifische Motivation in dem Unternehmen, in dem sie tätig sind, „ausleben“?

Bedingungen der spezifischen Motivation

Anspannung und Entspannung im Gleichgewicht

Material, das unter einer ständigen Anspannung steht, wird müde und brüchig, bis es irgendwann einmal versagt. Die Zeit, die ein bestimmtes Material einer Spannung widerstehen kann, ist zeitlich begrenzt.

Demgegenüber haben wir als Menschen einen wunderbaren Vorteil: Wir sind regenerationsfähig. Nach starker Belastung und anschließender Regeneration können wir sogar stärker sein als zuvor. Sportliche Höchstleistungen zeigen uns: Schier unglaubliche Anspannungsphasen können Menschen bei bester Gesundheit überstehen und in der nächsten Saison noch bessere Leistungen erzielen. Doch das gelingt eben nur, wenn genügend Entspannung und Regeneration möglich sind.

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Die gesunde Bilanz aus Anspannung und Entspannung ist es, die uns physische und psychische Energie zur Verfügung stellt. Diese Bilanz zu erreichen ist trainierbar, so dass wir zunehmend mehr Energie produzieren können.

Wichtig

Wie stark Sie sich für etwas engagieren, hängt also von zwei Dingen ab: Ihrer spezifischen Motivation, die Sie für ein Ziel investieren, und dem aktuellen Energie-Level, das Sie psychisch und physisch aufbringen können, um Ihr Ziel zu verfolgen.

Unverzichtbar: Der Glaube an die eigene Kraft

Wir engagieren uns nur dann, wenn es sich lohnt. Wenn wir durch unser Tun etwas bewegen können. Wir sprechen in diesem Zusammenhang vom Prinzip der Selbstwirksamkeit. Das heißt: Jeder Mensch ist mehr oder weniger stark davon überzeugt, die ihn umgebenden Dinge so beeinflussen zu können, dass die von ihm erwünschten Resultate und Ergebnisse eintreten.

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