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Mission: Verantwortung

Frank Heinrich im Gespräch
mit Uwe Heimowski

Mission:
Verantwortung

Von der Heilsarmee in den Bundestag

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Zu diesem Buch

Bundestag ist wie Heilsarmee – nur ein bisschen anders. Zumindest gilt das so für Frank Heinrich. Er ist der erste Heilsarmeeoffizier, der als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag einzog. Dort engagiert sich der gelernte Sozialarbeiter und Theologe genauso, wie er sich zuvor für die Menschen am Rand der Gesellschaft eingesetzt hat. Ganz im Sinn der Heilsarmee: die Liebe greifbar und spürbar leben. Frank Heinrich verfolgt dieses Ziel noch immer, nur an anderer Stelle. Jetzt heißt es für ihn Koalition statt Kleiderkammer, Parlament statt Predigt, Sitzungen statt Suppenküche.

Was hat Frank Heinrich bewogen, aufs politische Parkett zu wechseln? Wie viel Christsein verträgt die Politik überhaupt? Und wieviel Politik verträgt das Christsein? Im Gespräch mit seinem Freund und Weggefährten Uwe Heimowski steht Frank Heinrich offen Rede und Antwort. Da ist von prägenden Erfahrungen in der Kindheit die Rede, von Freunden und Verrätern im Ostblock, von Führungen und Fügungen.

Dieses Buch ist eine authentische Begegnung mit Frank Heinrich, dem Christ und Politiker. Gleichzeitig bietet es Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen der politischen Arbeit. Ein Buch, das zur verantwortlichen Lebensgestaltung herausfordert.

Über die Autoren

Frank Heinrich, Jahrgang 1964, war nach seinem Studium der Sozialarbeit und einem Theologiestudium an der Offiziersschule der Heilsarmee viele Jahre verantwortlich für die Arbeit der Heilsarmee in Chemnitz. Seit 2009 vertritt er Chemnitz als Abgeordneter im Bundestag in Berlin. Frank Heinrich ist verheiratet mit Regina und hat vier Kinder. Er ist Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz. Im Neufeld Verlag erschien sein Buch Lieben, was das Zeug hält – Wie Gott unser Herz verändert.

www.frankheinrich.de

Uwe Heimowski, ebenfalls Jahrgang 1964, leitet die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Gera und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter von Frank Heinrich. Darüber hinaus ist er als Berater und Referent unterwegs. Uwe Heimowski ist verheiratet mit Christine, sie haben fünf Kinder. Er hat bereits zahlreiche Artikel und Bücher verfasst. Im Neufeld Verlag ist bisher erschienen:

Ich bin dafür! 44 Mutmacher für den Alltag

Weiter so! 44 neue Mutmacher für den Alltag

Brunos Dankeschön – Geschichten von der Reeperbahn

Ich will bei dir sein – Du trauerst nicht allein (mit Mini-CD)

Die Heilsarmee: Practical Religion – gelebter Glaube

www.uwe-heimowski.de

Impressum

Dieses Buch als E-Book:
ISBN 978-3-86256-731-7, Bestell-Nummer 590 039E

Dieses Buch in gedruckter Form:
ISBN 978-3-86256-039-4, Bestell-Nummer 590 039

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische
Daten sind im Internet über www.d-nb.de abrufbar

Lektorat: Roland Nickel, Altdorf/Böblingen
Umschlaggestaltung: spoon design, Olaf Johannson
Umschlagbilder, Bilder im Innenteil: Susanne Domaratius, Büro Frank Heinrich,
MdB
Satz: Neufeld Media, Weißenburg in Bayern

© 2013 Neufeld Verlag Schwarzenfeld

Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise,
nur mit Genehmigung des Verlages

www.neufeld-verlag.de / www.neufeld-verlag.ch

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Von der Heilsarmee in den
Bundestag: Frank Heinrich 1

Frank Heinrich ist Theologe und überzeugter Christdemokrat. Obwohl er erst seit 2007 Mitglied der CDU ist, kandidierte er bereits zwei Jahre später für den Deutschen Bundestag. Bevor er Politiker wurde, leitete er das Café der Heilsarmee in Freiburg. 1997 zog er mit seiner Frau und seinen vier Kindern nach Chemnitz, um gemeinsam mit den Offizierskollegen auch in Sachsen die Heilsarmee zu etablieren bzw. auszubauen.

Obwohl Frank Heinrich keine lange Parteikarriere vorzuweisen hatte, fiel die Wahl der CDU im Jahr 2009 auf den Theologen, als die Partei einen geeigneten Kandidaten für die Bundestagswahl suchte. Frank Heinrich wurde gefragt, ob er sich eine Kandidatur Zutrauen würde. Er sagte zu. „Besonders am Herzen lag und liegt mir als Theologe die soziale Frage und diese Stimme wollte ich in Chemnitz vertreten“, sagt Heinrich. Einen so glaubwürdigen Kandidaten brauchte die CDU. Dass sie auf den richtigen Kandidaten gesetzt hatte, zeigte sich im Wahlergebnis. Frank Heinrich holte in Chemnitz, Wahlkreis 163, auf Anhieb 34,01 Prozent der Stimmen. Er gewann sogar das Direktmandat und lag klar vor den Kandidaten aller anderen Parteien in Chemnitz.

Studium der Sozialpädagogik und der Theologie

Frank Heinrich machte 1983 am Technischen Gymnasium in Freiburg das Abitur und ging danach zum Zivildienst. Ab 1984 studierte er Theologie in Kanada, kam aber nach zwei Semestern nach Deutschland zurück, um ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Pflegeheim zu absolvieren. „Nächstenliebe und der Einsatz für Menschen, die Hilfe brauchen, war mir schon immer sehr wichtig“, sagt der Politiker. Von 1986 bis 1990 studierte Frank Heinrich an der Fachhochschule Freiburg Sozialpädagogik und übernahm nach dem Abschluss die Leitung von zwei Einrichtungen der Heilsarmee. Er arbeitete dort fast fünf Jahre als Sozialpädagoge.

1995 kehrte er auf die Schulbank zurück und studierte in Basel Theologie. Nach dem Studium zog Frank Heinrich von Freiburg nach Chemnitz. Er hatte inzwischen eine Familie gegründet und war Vater von vier Kindern geworden. In Chemnitz baute er gemeinsam mit seiner Frau die Heilsarmee auf. Er sagt heute über diese Zeit: „Es waren am Anfang sehr kleine Schritte und eine große Herausforderung, den – atheistisch geprägten – Menschen in Chemnitz christliche Gedanken nahe zu bringen. Vom Evangelium hatten die meisten noch nie etwas gehört und auch die Heilsarmee war den meisten Menschen völlig fremd. Mit der Zeit hatten wir kleine Erfolge, wir erreichten die Menschen mit unserem sozialen Engagement. Damals kamen oft nur wenige in unsere Gottesdienste, das wuchs auf mehr als Hundert.“

Netzwerke für die Bekämpfung von Not

Im Jahr 1998 gründete Frank Heinrich die Schwarzenberger Tafel, einen Verein, der sich um Menschen in Not kümmert, sie mit Lebensmitteln versorgt, sie bei der Wohnungssuche unterstützt oder dabei hilft, Überschuldung zu überwinden. Im gleichen Jahr wurde er Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Chemnitz und nur zwei Jahre später berief man ihn zum Vorsitzenden des Jugendarbeitskreises der Evangelischen Allianz in Deutschland. Innerhalb von wenigen Jahren hatte er sich in Chemnitz einen Namen gemacht, denn er unterstützte viele Bürger, die Hilfe brauchten.

Warum er sich in so vielen Vereinen engagiert, erklärt der Politiker so: „Wer für Menschen etwas erreichen will, braucht Netzwerke. Ich habe schnell gemerkt, dass man sich mit sehr vielen Institutionen, Verbänden und Organisationen vernetzen muss, damit Hilfe nachhaltig wird. Oft brauchen Menschen auch gar keine materielle Hilfe, manchmal reicht es, wenn man ihnen zuhört. Besonders schwer haben es die Kinder, deshalb habe ich mit Freunden das Projekt Tellerlein deck dich ins Leben gerufen. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist, von Künstlern und anderen Prominenten künstlerisch gestaltete Teller zu versteigern oder zu verkaufen. Aus dem Erlös erhalten die Kinder eine warme Mahlzeit.“ Frank Heinrich schaffte in Chemnitz viel – ohne Parteibuch. Bis 2007 gehörte er nämlich keiner Partei an und war doch vielen Chemnitzern durch sein soziales Handeln gut bekannt.

Macher mit Erfahrung

Dass sich der Theologe im Jahr 2007 entschloss, in die CDU einzutreten, erklärt er damit, dass er das Gefühl hatte, als christdemokratischer Politiker noch mehr für die Menschen erreichen zu können. „Ich habe mich zwar immer für sozial Schwache eingesetzt, aber die Möglichkeit, auch politisch Einfluss zu nehmen und so die Bedingungen im Sinne der Menschen zu verbessern, schien mir ein gangbarer Weg“, sagt der Theologe. Bald nach seinem Parteieintritt wählte man Frank Heinrich zum stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Ortsvereins Chemnitz Süd-West, denn solche „Macher“ mit Erfahrung brauchte die CDU. Schon im Jahr 2009 wurde er von den Mitgliedern des Kreisverbandes Chemnitz zum Vorsitzenden gewählt und man schlug ihn als Direktkandidaten für die Bundestagswahl vor. „Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, aber ich freute mich über das Vertrauen, das mir meine Partei entgegen brachte“, sagt Frank Heinrich.

Ein „Wagnis“ war das für die Chemnitzer Christdemokraten offenbar nicht, denn Frank Heinrich war ein glaubwürdiger Kandidat, ein Netzwerker, dem man einen Wahlsieg zutraute. Er hatte sich in Chemnitz einen Namen gemacht, war bei vielen Menschen bekannt und arbeitete seit 1997 mit der Stadtverwaltung, den Kirchen und vielen anderen sozialen Einrichtungen und Institutionen eng und erfolgreich zusammen – was sein ehrenamtliches Engagement in 15 Vereinen und Verbänden verdeutlichte.

Glaubwürdigkeit und Authentizität

Im Bundestagswahlkampf stellte sich sehr schnell heraus, dass die CDU mit Frank Heinrich auf den richtigen Kandidaten gesetzt hatte. Seit 1994 hatte kein CDU-Kandidat mehr eine Direktwahl gewonnen, aber genau das gelang Frank Heinrich. Im Wahlkampf überzeugte er die Menschen mit Glaubwürdigkeit und Authentizität. „Ich wollte keine Versprechen machen, die ich nicht halten kann. Ich sagte den Menschen nicht, dass ich alles schaffen werde, aber ich versprach, mein Bestes zu geben. Das schönste Kompliment machte mir ein Parteifreund, der nicht glauben wollte, dass ich nicht aus Sachsen stamme. Er sagte, ich würde die Menschen erreichen wie einer von hier“, erzählt Frank Heinrich rückblickend.

Am Ende eines anstrengenden Wahlkampfes, den er in Einkaufszonen, auf Marktplätzen und in Diskussionsveranstaltungen führte und in dem er den Menschen seine Ziele erklärte, stand ein Ergebnis von mehr als 34 Prozent für Frank Heinrich. Der Theologe hatte die Chemnitzer Wähler überzeugt und zog als direkt gewählter Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein.

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Angekommen: Frank Heinrich im Deutschen Bundestag.

Unterstützung für Menschen in Nöten

Hier will sich Frank Heinrich für die einsetzen, die keine Stimme haben, denn er kennt die Sorgen von Hartz-IV-Empfängern, von allein erziehenden Müttern und Menschen in Not sehr gut von seiner Arbeit in der Heilsarmee. Für Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, weil sie arm sind, will er sich besonders einsetzen. Als Christ fühlt sich Frank Heinrich dazu berufen, als Politiker dazu verpflichtet.

Frank Heinrich ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales und im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, außerdem stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Gesundheit sowie im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und im 2. Untersuchungsausschuss.

Wurzeln – Vom Mitfahren zum Mithelfen

Wir kennen uns seit vielen Jahren, haben eine Menge miteinander unternommen, sind Freunde. Und doch gelingt es Frank Heinrich immer wieder, mich zu überraschen. Zum Beispiel dann, wenn er die Geschichte und Geschichten seines Lebens erzählt. Das tut er meistens mit einem lächelnden Gesicht – eben „Happy Heinrich“.

Frank, deine Biografie ist recht bewegt und auch ungewöhnlich. Da war am Anfang dein Weg in die Heilsarmee, dein Einsatz für die Menschen, die oft am Rande der Gesellschaft stehen, und dann der überraschende Sprung in den Bundestag. Das war buchstäblich einmalig, denn du bist der erste Heilsarmeeoffizier in der Geschichte der Bundesrepublik, der in den Bundestag gewählt wurde. Verrate mir einmal: Wie kommt ein Mann der Heilsarmee in den Bundestag?

Die Frage stellt man mir laufend – und ich selbst stelle sie mir auch immer wieder. Es kommt mir an manchen Tagen immer noch wie ein Märchen vor – selbst nach dreieinhalb Jahren im Bundestag. Trotzdem habe ich mich mittlerweile gut eingelebt.

Wenn ich die Frage seriös beantworten möchte, muss ich sie runter brechen auf meinen ganz persönlichen Weg. Ein Rezept, wie man von der Heilsarmee in den Bundestag gelangt, gibt es nicht – wie überhaupt die Wege in die Politik so vielfältig sind wie die Abgeordneten selber.

Mein persönlicher Weg war immer von einer Affinität zu politischen Themen begleitet. Damit meine ich nicht in erster Linie Parteipolitik, und auch nicht, dass ich dachte, bei jedem Thema mitreden zu können. Aber es gab bestimmte Themen, die mich umgetrieben haben oder die mich maßlos ärgern konnten: Ungerechtigkeit etwa, alles, wo das Gegenteil von Solidarität passiert und wo dann selbst die Kommunikation scheitert: sei es zwischen einzelnen Menschen oder sei es zwischen ganzen gesellschaftlichen Gruppen, wenn etwa die weniger gut Situierten auf „die da oben“ schimpfen, oder die Wohlhabenden auf „die da unten“ herab schauen.

Wahrscheinlich bin ich wohl auch deshalb gerade bei der Heilsarmee gelandet, weil mir die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft etwas mehr auf den Keks gegangen ist als dem Durchschnitt.

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Frank Heinrich im Gespräch mit Uwe Heimowski.

Ich merke, dass die Frage der Ungerechtigkeit dich ziemlich stark bewegt. So stark, dass sie sogar deinen Lebensweg entscheidend geprägt hat. Wie ist es dazu gekommen? Welche praktischen Erfahrungen mit Ungerechtigkeiten hast du denn persönlich gemacht?

Ich habe schon so meine Erfahrungen mit der Ungerechtigkeit gemacht, allerdings weniger am eigenen Leib, was ja in der Regel ein starker Antrieb wäre. Mich haben vor allem meine Reisen hinter den sogenannten „eisernen Vorhang“ bewegt und die Schicksale von Menschen in Osteuropa, denen ich begegnet bin. Mit meinen Eltern bin ich damals etliche Male in den „Ostblock“, wie man es nannte, gefahren. Meistens nach Rumänien, aber auch in die DDR, nach Polen, Ungarn, Jugoslawien und bald nach der Wende auch in die Ukraine. Auf diesen Reisen erlebte ich mit, wie gravierend sich die Lebensumstände innerhalb von nur wenigen Kilometern änderten. Zugleich gab es aber auch so vieles, was uns und die Christen, die wir besuchten, miteinander verband. Da lebten Menschen in einem völlig anderen politischen System und unter äußerem Druck, aber unsere Herzen schlugen doch für die gleiche Sache.

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Begegnungen hinter dem „Eisernen Vorhang“ (Ungarn, 1983).

Meinst du damit, dass die Menschen damals in Deutschland und Rumänien eigentlich dieselben waren, trotz der recht unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Umstände?

Nein, natürlich nicht ganz. Es gab sehr wohl einen großen Unterschied zwischen den Menschen im Osten und uns Besuchern aus dem Westen, und der war schon etwas überraschend: Wir Westler waren in der Regel die unzufriedenen und undankbaren Leute. Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber ich habe das durchaus so erlebt.

Ich erinnere mich noch an einen Abend, den ich im ärmsten Teil von Rumänien verbrachte. Leider spreche ich die Sprache nicht und verstehe nur einige wenige Wörter. Wir waren zu einer Gebetsversammlung eingeladen und hatten an diesem Abend keinen Übersetzer dabei, aber ein Wort hörte ich immer wieder heraus: Multumesc! – Danke! In den Gebeten, in denen die Menschen aus der Gemeinde ihre tiefen Empfindungen ausdrückten, kam dieses Wort laufend vor: Danke! Ich habe damals gedacht: So etwas erlebe ich bei uns nicht. Das hat mich als jungen Menschen schon sehr bewegt.

Du hast gesagt, dass du bei diesen Reisen eine Menge über Ungerechtigkeit gelernt hast. An welche Situationen denkst du dabei? Wie hast du die Ungerechtigkeit erlebt?

Neben den unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen war es vor allem der politische Druck. Unter dem kommunistischen Diktator Nicolae Ceauçescu lebten die Menschen mit einer ständigen Angst vor Bespitzelung oder Gefängnis. Meistens spürte ich das nur indirekt, doch dann kam ich selbst in eine Situation, in der wir von Spitzeln der Geheimpolizei Securitate verfolgt wurden. Als Jugendlicher zwischen 14 und 16 findest du das sogar noch irgendwie spannend, aber wir hatten ja auch die Gewissheit: nach einer, zwei oder spätestens drei Wochen hätten wir wieder gehen können. Aber die Jugendlichen, mit denen ich mich in Rumänien angefreundet hatte, die hätten eben nicht gehen können. Für sie gab es damals keine Aussicht auf Freiheit. Ich hatte Freunde, die wurden stark unter Druck gesetzt, andere saßen sogar in Haft. Und selbst in Deutschland wurden Freunde von mir attackiert, als sie dort vor der rumänischen Botschaft demonstrierten.

Solidaritätskundgebungen für Rumänien – warst du damals mit dabei und hast mit ihnen dort demonstriert?

Ja, ich war mit eingeladen. Veranstalter waren christliche Gruppierungen, die befreundet waren mit Christen in anderen Ländern, in dem Fall in Rumänien.

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