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Mind Mapping

Vorwort

Kennen Sie das auch? Sie haben einen Vortrag mitgeschrieben und finden sich hinterher in Ihren Notizen nicht mehr zurecht. Oder Sie müssen selbst einen Vortrag halten und verheddern sich zwischen den vielen Folien und Zetteln mit Stichwörtern und Abbildungen. Oder Sie sollen sich in ein Thema einarbeiten und müssen eine Vielzahl an Literatur sinnvoll zusammenfassen, aber wie?

Schriftliche Notizen werden schnell unübersichtlich. Und: Sie lassen sich nicht gut merken, weil sie lediglich das logische Denken ansprechen. Bilder und Symbole können wir uns viel leichter einprägen, denn unser Gehirn hat auch eine fantasievolle Seite, die ganzheitlich denkt: die rechte Gehirnhälfte.

Mind Mapping ist eine Methode, die hier ansetzt. Mind Maps sind „Gedankenlandkarten“, mit denen Sie Informationen bildlich darstellen können – zum Beispiel um Ideen zu sammeln, Vorträge zusammenzufassen, Zeit- oder Projektpläne zu erstellen.

Dieser TaschenGuide zeigt Ihnen praxisnah Technik und Einsatzmöglichkeiten des Mind Mapping. Sie lernen, Mind Maps in unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Situationen zu nutzen und sich so die Arbeit zu erleichtern – und noch Spaß dabei zu haben.

Horst Müller

Mind Mapping – ein gehirngerechtes Denkwerkzeug

Als Student kam Tony Buzan die Idee, Inhalte entsprechend der Funktionsweise des menschlichen Gehirns zu strukturieren. Er beschäftigte sich daraufhin intensiv mit lern- und gedächtnispsychologischen Fragen und entwickelte das Mind Mapping als Methode, Wissen aufzuzeichnen und im Gehirn zu speichern. In diesem Kapitel erfahren Sie,

  • was Mind Mapping ausmacht,

  • was hinter der Methode steckt,

  • wie Sie Mind Maps erstellen.

Ein Werkzeug, das Übersicht schafft

„Mind Mapping ist für das Zeitalter von Raumfahrt und Computer, was linear strukturierte Konzepte für das Mittel- und angehende Industriezeitalter waren.“

Tony Buzan

Vorteile des Mind Mapping

Mind Mapping ist die Methode, um der Informationsfülle Herr zu werden, Informationen zu kanalisieren und zu strukturieren. Anwender fühlen sich oft von Druck und Angst befreit, Wichtiges übersehen zu haben, Informationen nicht mehr zu finden, in der Informationsflut zu ertrinken.

Wichtig

Mind Mapping kann Ihre Übersicht verbessern, Ihnen Dinge klar vor Augen führen, Engpässe und Verbindungen sichtbar machen, Ihnen Ihre Gedanken spiegeln und bewusst machen.

Es kann Sie bei allen Organisations- und Strukturierungsaufgaben unterstützen. Als Denkwerkzeug fordert es Sie, präziser und klarer zu werden, ermöglicht aber auch die Darstellung komplexer Sachverhalte.

Die in einer Mind Map erzielten Ergebnisse haben schon viele Nutzer überrascht, weil der Prozess des Mappens Ideen und Gedanken zu Tage förderte, die zuvor völlig außer Betracht lagen. In diesem Sinne erschließt die Anwendung verborgene Potenziale und Möglichkeiten. Schauen Sie selbst! Wie wirkt das folgende Beispiel auf Sie?

Eine Besprechung mitschreiben – so oder so?

Beispiel:

Claus Ehlers ist Vertrauensmann in einem Labor. Gemeinsam mit seinem Kollegen Heiner Menge, dem Sicherheitsbeauftragten, nimmt er an den regelmäßigen Sicherheitsteambesprechungen teil. Neben dem allgemeinen Protokoll machen sich fast alle Besprechungsteilnehmer eigene Notizen. Während Claus Ehlers in „normaler“, linearer Form mitschreibt, erstellt Heiner Menge von jeder Besprechung eine Mind Map.

Claus Ehlers ist nach der heutigen Besprechung wieder einmal etwas zerknirscht, als er seine Notizen durchsieht. Ständig ergaben sich Änderungen und Ergänzungen, die Diskussion ging hin und her, so dass ihm während der Besprechung einfach keine klare Aufzeichnung gelungen ist.

Während Claus Ehlers angestrengt seine Mitschrift durchgeht und nach dem roten Faden sucht, trägt Heiner Menge gut gelaunt die für ihn wichtigen Punkte der Besprechung in seinen Terminplaner ein. Er findet sich schnell zurecht. In seiner Mind-Map-Mitschrift hat er bereits einen gesonderten Zweig erstellt mit allen ihn betreffenden Informationen und To-dos.

Auf den folgenden Seiten finden Sie die Mitschriften von Claus Ehlers und Heiner Menge. Wie beurteilen Sie die Unterschiede?

Abbildung

Mitschrift Claus Ehler

Abbildung

Mind-Map Heiner Menge

Wofür können Sie die Methode nutzen?

Das Beispiel zeigt: In Mind Maps lassen sich vielfältige Informationen darstellen und zusammenfassen. Mind Maps können Sie in den unterschiedlichsten Situationen, zu verschiedensten Zwecken einsetzen:

  • Kreativität und Brainstorming: Sammeln und strukturieren Sie Ihre Ideen, alleine oder im Team. Entwickeln Sie berufliche oder private Visionen und Ziele.

  • Informationsmanagement: Verwalten, strukturieren und organisieren Sie Informationen. Verbessern Sie Ihren Überblick und reduzieren Sie Ihre Suchzeiten. Kanalisieren Sie Informationen, verschlagworten Sie Ihre Themengebiete und organisieren Sie Ihr Wissen mit Mind Maps.

  • Organisation: Lassen Sie sich bei der Organisation Ihrer Arbeitsabläufe und Ihres Arbeitsplatzes durch Mind Maps unterstützen. Nutzen Sie statt Checklisten „Check-Maps“, statt To-do-Listen „To-do-Maps“. Reduzieren Sie die Zettelwirtschaft, indem Sie „Orte“ für Informationen definieren, z. B. Maps für Ideen, Interessen, Internet.

  • Planung: Verbessern Sie Ihre Aufgaben-, Zeit- und Zielplanung mit Mind Maps.

  • Präsentation: Erarbeiten Sie ein Vortrags-, Text- oder Angebotskonzept – von der Materialsammlung bis zum Skript – mit Mind Maps.

  • Protokolle: Protokollieren Sie Geschäftsgespräche mit Mind Maps. Im sozialen oder therapeutischen Bereich ist die Methode unschlagbar zur Aufzeichnung von Therapiesitzungen oder Körpererfahrungen.

  • Dokumentation: Schreiben Sie elegant und umfassend anhand von Mind Maps Vorträge mit. Bauen Sie Ihre persönliche Wissensdatenbank auf, indem Sie Gelesenes und Gehörtes mit Mind Maps zusammenfassen.

  • Visualisierung: Machen Sie Dinge sichtbar: Beziehungen, Verbindungen, alle Aspekte eines Themas, vielleicht Ihrer Arbeit oder Ihres Lebens.

In der Mind-Map-Galerie am Buchende finden Sie vielfältige Beispiele zu diesen Anwendungen. Stöbern Sie doch einmal, wie solche Maps aussehen können.

Für wen ist Mind Mapping geeignet?

Generell halte ich, auf Grund der ausgeprägten visuellen Fähigkeiten des Menschen, Mind Mapping für jeden geeignet, der offen ist, eine neue Methode zu erlernen. Meiner Erfahrung nach kann Mind Mapping völlig unabhängig vom Lerntyp (auditiv/Hörtyp, visuell/Sehtyp, kinästhetisch/Bewegungstyp) genutzt werden, eben wegen dieses biologischen Erbes. Was sich unterscheidet, ist, wie der Einzelne die Mind Map erstellt oder mit ihr umgeht.

Beispiel:

Maria und Katrin sind Oberstufenschülerinnen an einem Gymnasium. Beide nutzen mit Begeisterung Mind Maps für Mitschriften, zur Unterrichts- oder Klausurvorbereitung. Maria – visuell orientiert – prägt sich meist still sitzend ihre Mind Maps ein, um sie später in einer Klausur als Bild vor sich zu sehen und Inhalte abrufen zu können. Katrin – als Kinästhetin – geht völlig anders vor. Sie hängt die Mind Map an ihre Zimmertür und geht, sich den Inhalt laut vortragend, im Zimmer umher. Sie bewegt sich, Inhalte rekapitulierend, zur Map hin und wieder weg. Später in der Klausur wird sie sich über die Erinnerung an ihr Bewegungsgefühl an die Inhalte erinnern. (Vielleicht würde ihr auch helfen, sich wieder zu bewegen – aber das ist im Unterricht nicht so einfach ...)

Natürlich sind auch die Zugänge zur Methode – wie die Menschen, die sie nutzen – unterschiedlich:

  • Die eher „kreativen Chaoten“ freuen sich, dass sie eine Methode gefunden haben, die sie nicht in ein starres Schema presst. Die ihnen stattdessen Freiräume gewährt, die die Qualität ihrer Denk- und Arbeitsergebnisse fördert.

  • Die strukturierten Denker schätzen, Dinge schnell und hierarchisch zu gliedern und gleichzeitig erarbeiten zu können.

Der Zugang zur Methode will gelernt sein. Für den Unerfahrenen ist Mind Mapping auf den ersten Blick recht ungewöhnlich. Das Umfeld ist nicht selten kritisch bis ablehnend und oft wird die Methode unzureichend vermittelt, ist das Wissen oberflächlich. Hier will dieses Buch Abhilfe schaffen.

Entstehung und Hintergründe

Eine Notlage als Geburtsstunde

Viele Erfolgsgeschichten beginnen in scheinbar ausweglosen Situationen, so auch die Geschichte des Mind Mapping. In den 60er-Jahren saß ein verzweifelter Student über seinen Büchern, kam mit der Stofffülle nicht zurecht und hatte Angst, in den Prüfungen zu versagen: Tony Buzan.

Die Funktionen des Gehirns

Buzan suchte in der Universitätsbibliothek nach Literatur über die effektive Nutzung des Gehirns, wollte wissen, wie man dessen Funktionen, nämlich – empfangen, behalten, analysieren, ausdrücken, steuern – am besten für Lernprozesse einsetzen könnte, und wurde in die medizinische Fakultät verwiesen. Dort fand er lediglich Bücher zur Physiologie des Gehirns.

„Meinen Hinweis, dass ich mein Gehirn nicht operieren, sondern benutzen wolle, beschied die Bibliothekarin damit, dass es derlei Bücher nicht gebe“, berichtet Buzan.

Diese Erfahrung, das Fehlen von lernpsychologischer Literatur, war der Anstoß für Buzans Untersuchungen. Sein Ziel war es,

  • durch Farbe und Betonungen Dynamik und Abwechslung in seine Aufzeichnungen zu bringen,

  • das umfassende Netzwerk unserer Gedanken und Gedächtnisinhalte mit seinen Verknüpfungen darzustellen,

  • das assoziativ von einem Punkt ausgehende Denken zu stärken,

  • die Fähigkeiten des Gehirns,

    • Muster schnell wiederzuerkennen und zu verarbeiten,

    • Informationen zu vervollständigen,

    • mit Doppeldeutigkeiten umzugehen,

besser zu nutzen.

Buzans Ziel: ein gehirngerechtes Denkwerkzeug

Tony Buzan setzte sich mit den Denksystemen der Antike und der Renaissance auseinander und erkannte, dass diese auf Fantasie und Assoziationen beruhten. Große Denker wie Leonardo da Vinci machten völlig andere Notizen, als Buzan sie aus der Universität gewohnt war. Sie arbeiteten mit Bildern, Codes und Verbindungslinien. Ihre Aufzeichnungen lebten! Buzans angestrebte Lösung war ein Denkwerkzeug, das auf „der natürlichen Funktionsweise des menschlichen Gehirns“

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