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Migration und Globalisierung in Zeiten des Umbruchs

Friedrich Altenburg, Anna Faustmann, Thomas Pfeffer, Isabella Skrivanek (Hrsg.)

Migration und Globalisierung in Zeiten des Umbruchs

Festschrift für

Gudrun Biffl

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Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2017

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Dieses Werk ist lizensiert unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 4.0 International (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)

Die in der Publikation geäußerten Ansichten liegen in der Verantwortung der Autor/inn/en und geben nicht notwendigerweise die Meinung der Donau-Universität Krems wieder.

Verlag: Edition Donau-Universität Krems

Herstellung: tredition GmbH, Hamburg

ISBN Taschenbuch: 978-3-903150-21-8

ISBN e-Book: 978-3-903150-23-2

Kontakt:

Department für Migration und Globalisierung

Donau-Universität Krems

www.donau-uni.ac.at/mig

migration@donau-uni.ac.at

Coverfoto: Cem Firat

Satz: Thomas Pfeffer

Umschlaggestaltung: Michael Zehndorfer, Marion Lanser

Zitiervorschlag: Friedrich Altenburg, Anna Faustmann, Thomas Pfeffer, Isabella Skrivanek (Hg.) (2017) Migration und Globalisierung in Zeiten des Umbruchs. Festschrift für Gudrun Biffl. Krems (Edition Donau-Universität Krems).

Inhaltsverzeichnis

ZUM GELEIT

Friedrich Faulhammer
Gudrun Biffl und die Donau-Universität Krems

Heinz Fassmann
Gudrun Biffl und die Schnittstelle Wissenschaft und Politik

Jean-Christophe Dumont, Thomas Liebig
Gudrun Biffl and the OECD

Friedrich Altenburg, Anna Faustmann, Thomas Pfeffer, Isabella Skrivanek
Migration und Globalisierung in Zeiten des Umbruchs. Zur Einleitung

TEIL 1:

KONZEPTIONELLE ÜBERLEGUNGEN ZUR MIGRATIONSFORSCHUNG

Rainer Bauböck
Perspektivische Verschiebungen:
Migration und Mobilität im Zeitalter der Globalisierung

Martin Ruhs
Making linkages in migration research:
“Migrants” and “mobile citizens” in the European Union

Thomas Pfeffer
Migration in der Weltgesellschaft:
Welche Forschungsgegenstände beobachtet die Soziologie?

TEIL 2:

INTERNATIONALE ÖKONOMISCHE UND POLITISCHE PERSPEKTIVEN

Philip Martin
Managing Migration:
Recruiters and low-skill Migrants

Matthias Czaika
„Global Competition for Talent“:
eine migrationspolitische Herausforderung

Daniela Bobeva
Migrant remittances and macroeconomic developments in the source countries

Joe Isaac
Inter-Cultural and other Forces in the Transfer of Human Resource Management and Industrial Relations Practices under Globalization

Bernhard Perchinig
The Challenge of Migration for Crisis and Disaster Management: Key concepts and recommendations

Ewald Walterskirchen
Europa am Scheideweg zwischen Integration und Re-Nationalisierung?

TEIL 3:

AUSWIRKUNGEN DER FLUCHTMIGRATION

Johannes Berger, Ludwig Strohner
Ökonomische und fiskalische Auswirkungen der Fluchtmigration in Österreich

Friedrich Heckmann
Lebensverläufe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland

Vedran Dzihic, Cengiz Günay
Die Rückkehr der Grenzen: Globale Trends, regionale Spiegelungen

TEIL 4:

MIGRATION UND ARBEITSMARKT

Peter Huber, Thomas Horvath, Julia Bock-Schappelwein
Integration von Migrant/inn/en in Österreich:
Wo steht Österreich im internationalen Vergleich?

Stephan Marik-Lebeck, Josef Kytir
Längsschnittanalyse der Erwerbsverläufe der Migrationskohorten 2010, 2011 und 2012

August Gächter
Qualifikationen aus dem Ausland und die Schwierigkeit, sie adäquat in Beschäftigung zu bringen

TEIL 5:

MIGRATION UND BILDUNG

Lorenz Lassnigg, Mario Steiner
Wer zu spät kommt? Zuwanderung als ‚blinder Fleck‘ in der österreichischen Bildungspolitik

Gülay Ateş, Christoph Reinprecht
Reziproke Lerneffekte: Einsichten aus einem europäischen Projekt der Erwachsenenbildung mit ethnischen Minderheiten und MigrantInnen

Manfred Zentner
Young people’s participation in the globalised world

TEIL 6:

MIGRATION UND SOZIALE UNGLEICHHEIT

Karin Heitzmann
Armut und Ausgrenzung von Migrant/inn/en in Österreich:
Aktuelle Situation und Entwicklungen zwischen 2010 und 2016

Thomas Leoni
Migrationspolitik als Prüfstein des sozialinvestiven Wohlfahrtsstaats

Hedwig Lutz, Christine Mayrhuber
Bedingungslose Grundeinkommen und Globalisierung

Johann Bacher
Polarisierungstendenzen in Österreich? Ergebnisse einer latenten Klassenanalyse der Einstellungen zur Immigration

Tania Berger
Sozialraum, Wohnen und Migration

TEIL 7:

INTER- UND TRANSDISZIPLINÄRE BEITRÄGE ZUM THEMA MIGRATION

Gerald Steiner
Agriculture-dominated Societies, Climate Change and Migration: a Case for Transdisciplinarity

Peter Parycek, Margarita Fourer, Shefali Virkar, Dino Pitoski, Gabriela Viale Pereira, Thomas J. Lampoltshammer
Impact of Information and Communication Technologies and their Application to Challenges of Migration

İnci Dirim
‚Jemand hat Migrationshintergrund‘ oder ‚Jemand hat einen Migrationshintergrund‘? Eine zuschreibungskritisch-linguistische Reflexion

Aga Trnka-Kwiecinski
Wenn die Hüllen fallen - Ein Essay zum Verhältnis von Geschlecht und Macht in Orient und Okzident

Autorinnen und Autoren

Gudrun Biffl: Lebenslauf und Publikationen

ZUM GELEIT

Gudrun Biffl und die Donau-Universität Krems

Seit nun 22 Jahren besteht die Donau-Universität Krems als öffentliche Universität für Weiterbildung; die letzten 13 Jahre davon hat Universitäts-Professorin Doktorin Gudrun Biffl die Arbeit unserer Universität wesentlich geprägt, zunächst als Universitätsrätin (2004 bis 2007), dann als Professorin, Dekanin und Departmentleiterin.

Als wir vor zwei Jahren, 2015, unser 20-jähriges Bestehen als Universität begangen haben, suchten zeitgleich rund eine Million Flüchtlinge den Weg nach Europa – eine Entwicklung, die noch heute zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit gilt. Als Universität für Weiterbildung arbeitet die Donau-Universität Krems mit ihrer Expertise in Lehre und Forschung an der Bewältigung solcher aktuellen sowie zukünftiger gesellschaftlicher Herausforderungen. Auf Basis dessen kann man Gudrun Biffls zentrale Themen Migration und Integration als beispielgebend für die Positionierung unseres Hauses sehen. So begreift die Donau-Universität Krems den demographischen Wandel, der sich in einer veränderten Altersstruktur und in einer durch Migrationen beförderten Vielfalt ausdrückt, als Herausforderung und Chance gleichermaßen und sieht dabei ihre gesellschaftspolitische Aufgabe in der Förderung der Diversität und sozialen Inklusion.

Als Donau-Universität Krems sind wir stolz darauf, als erste österreichische Universität einen spezifischen Lehrstuhl für Migration, Integration und Sicherheit eingerichtet zu haben. In diesem Kontext sehen wir es auch als besondere Verantwortung, eine hohe soziale Durchlässigkeit in der Lehre zu ermöglichen, sowie Themen zur Gleichbehandlung und Antidiskriminierung in Lehre und Forschung einzubinden. Gerade die Lehrgänge am Department für Migration und Globalisierung sind in ihrer Studierendenstruktur Ausdruck gesellschaftlicher Diversität in unserem Land. Gudrun Biffl hat dabei in Lehre und Forschung einen Bogen von der Wirtschaft bis zur Religion gespannt und dafür Sorge getragen, das Thema Migration interdisziplinär und aus vielen Perspektiven heraus zu betrachten.

In ihrer Eigenschaft als Dekanin und Forscherin hatte Gudrun Biffl wesentlichen Anteil an dem Aufgreifen dieser gesellschaftlichen Herausforderungen in universitären Prozessen und in ihren vielfältigen Kontakten zu den wesentlichen gesellschaftlichen und politischen Stakeholdern. Die wissenschaftliche Befassung mit Migration und Integration ist für sie dabei nicht isoliert und losgelöst, sondern steht in einer konstanten Wechselbeziehung zur Gesellschaft. Gudrun Biffl war die gesellschaftliche Wirksamkeit der Arbeit des Departments immer ein großes Anliegen und verstand dies auch als bewusstes Engagement ihrer selbst, wie auch ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das von ihr ins Leben gerufene Dialogforum Migration und Integration ist beispielsweise eine der vielzähligen Initiativen des Departments und versteht sich als Ort der Vernetzung und des Austausches zwischen Wissenschaft, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlicher Praxis. Gudrun Biffls mediale Präsenz unterstreicht diese gesellschaftliche Anbindung und machte sie zu einer sichtbaren Botschafterin unseres Hauses.

Ihr Status als OECD Berichterstatterin, als Mitglied des ExpertInnenrates für Integration und Vorsitzende des Statistikrates sind ebenso Belege für ihre breite Anerkennung wie die ihr verliehenen Auszeichnungen. Hervorzuheben sind insbesondere das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich und der Käthe Leichter Staatspreis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt, die sie beide 2009 erhielt.

Weniger öffentlich wahrnehmbar, aber von ebenso großer Bedeutung für die Donau Universität Krems war Gudrun Biffls Wirken nach innen: Als Mitglied des Senats, Vorsitzende des Ehrungsausschusses und stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen hat Gudrun Biffl ihre Standpunkte stets eingebracht und zu fruchtbaren Diskursen über Departmentgrenzen hinweg beigetragen. Nicht zuletzt das PhD Programm Migration Studies ist besonderer Ausdruck eines über Fächergrenzen blickenden Zugangs. Des Weiteren war sie als eine der ersten Professorinnen an der Donau-Universität Krems eine wesentliche Wegbereiterin hin zum näher rückenden Ziel eines ausgewogenen Frauenanteils in Führungspositionen, dessen Erreichung jedoch nach wie vor kontinuierlicher Förderungsschritte bedarf.

Als Rektor der Donau-Universität begrüße ich diese Festschrift als eine ausdrückliche Würdigung für Gudrun Biffl durch die wissenschaftliche Community. Ich danke Gudrun Biffl für ihr prägendes Wirken, die vielen Diskurse sowie für die geordnete Übergabe ihres Departments an ihren Nachfolger, Univ.-Prof. Dr. Mathias Czaika, und hoffe, dass die Verbindung zu unserem Haus weiter wirkt im Sinne des gesellschaftlichen Wandels, der uns insgesamt begleiten wird.

Mit den besten Wünschen für Gudrun Biffls weitere Wege,

Friedrich Faulhammer

Rektor der Donau-Universität Krems

Gudrun Biffl und die Schnittstelle Wissenschaft und Politik

Auf der Homepage der Donau-Universität Krems wurde im Personenverzeichnis beim Eintrag „Gudrun Biffl” der Zusatz „in Ruhe seit 30. September 2017“ hinzugefügt. Dieser Zusatz bezieht sich auf die dienstrechtliche Stellung, keine Frage, denn eine aktuelle Beschreibung des tatsächlichen Tuns und Handelns von Gudrun Biffl kann es wohl nicht sein und eine normative Aufforderung des Rektorats, sich in den Zustand der Ruhe zu begeben, schließe ich aus. Gudrun Biffl ist aus dem aktiven Dienst als §98-Professorin ausgeschieden, in den Ruhestand wird sie sich in absehbarer Zeit noch nicht begeben und soll sie auch nicht. Sie hat eine beachtliche Breite an Wissen und Kompetenz aufgebaut, die für eine gelernte Ökonomin fast schon untypisch ist und diese Breite ist weiterhin gefragt. Erfolgreiche Ökonomen – männlich und weiblich – wissen unglaublich viel über einen vergleichsweise engen Ausschnitt der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realität, Gudrun Biffl blieb dagegen immer thematisch breit und kann Fragen zum Arbeitsmarkt, zu Migration und Integration, zu Bildung und Ausbildung ebenso bearbeiten wie jene aus der Familien- und Genderforschung.

Anfang der 1990er-Jahre traf ich erstmals Gudrun Biffl. Ich war damals am Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig und habe mit Rainer Münz viel über Migration gearbeitet. Das war damals – eigentlich wie heute – ein wichtiges und politisch umkämpftes Thema. Die FPÖ lancierte das Volksbegehren „Österreich zuerst“ und die Zivilgesellschaft reagierte mit dem Lichtermeer auf die wachsende Skepsis der Bevölkerung gegenüber Zuwanderung. Rainer Münz und ich waren als Wissenschaftler herausgefordert, faktenbasierte Informationen bereitzustellen, auch um das Gefühl „Österreich wird überflutet” relativieren zu können. Bei einem Mittagessen in einem brasilianischen Restaurant – warum dieser Ort ausgewählt wurde, entzieht sich meiner Erinnerung – traf ich erstmals Gudrun Biffl und wir besprachen die Datensituation in Österreich und diskutierten die Möglichkeiten der Verbesserung. Informationen über Migration waren in den 1990er-Jahren mehr Schätzung als valide Ergebnisse einer Statistik. Die Situation hat sich seit damals deutlich verbessert und Österreich kann heute auf eine zuverlässige Migrationsstatistik zurückgreifen, und dennoch ist Gudrun Biffl auch heute noch, 25 Jahre nach unserer ersten Begegnung, an der Verbesserung der Datensituation interessiert und kann dies inzwischen als Vorsitzende des Statistikrates der Statistik Austria auch aktiv fördern.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten traf ich Gudrun Biffl immer wieder bei unterschiedlichen Gelegenheiten und in unterschiedlichen Funktionen. Unsere wissenschaftlichen Interessen haben einen großen Überlappungsbereich und so ist es selbstverständlich, dass man sich in dem kleinen Land Österreich immer wieder über den Weg läuft. Die Begegnungen waren immer durch Freundlichkeit und gegenseitige Sympathie gekennzeichnet und unsere wissenschaftlichen Diskussionen blieben immer sachlich und zielorientiert. Regelmäßig traf ich Gudrun Biffl schließlich im 2009 gegründeten Expertenrat für Integration, der zuerst im Innen- und später im Außenministerium angesiedelt war. Gudrun Biffl ist – gemeinsam mit Thomas Oliva – für das Handlungsfeld „Arbeit und Beruf“ zuständig. Sie entwickelten Pläne und Instrumente, um die arbeitsmarktbezogene Integration der Zugewanderten zu verbessern. Das System der dualen Ausbildung nahm dabei immer einen besonderen Stellenwert ein, weil es eine gelungene Brücke zwischen einer schulischen und berufspraktischen Ausbildung herstellt und junge Menschen mit Migrationshintergrund gleichsam automatisch in das Erwerbsleben integriert. Gudrun Biffl betonte darüber hinaus beispielsweise die Bedeutung der Produktionsschulen, der zeitlich begrenzten Förderung des Einstiegs von jugendlichen Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt und den Ausbau flexibler Kinderbetreuung, um die niedrige Erwerbsquote der zugewanderten Frauen zu heben. Sie blieb mit ihren Plänen und Vorschlägen immer realistisch und hatte ein gutes Gefühl für das politisch Machbare. Sie forderte nicht die Weltverbesserung in einem Zuge und mit einer Maßnahme, sondern setzte sich für Ideen ein, mit deren Hilfe, schrittweise umgesetzt, die Vision einer offenen, liberalen und dennoch vom Leistungsgedanken getragenen Gesellschaft verwirklicht werden könnte. Dieser Realismus auf der einen Seite und das Streben nach einer übergeordneten Idee auf der anderen Seite waren die Basis unserer guten Zusammenarbeit, denn auch ich verfolge die Vision der offenen und liberalen Gesellschaft, in der Leistung zählt und die durch die gemeinsame Idee von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Gleichberechtigung getragen wird.

Ich danke Gudrun Biffl für die produktive Zusammenarbeit im Expertenrat für Integration, aber auch für die Zusammenarbeit und Begegnung in anderen Gremien und für den von uns getragenen wissenschaftlichen Diskurs. Überraschenderweise gibt es trotz der inhaltlichen Überlappungsbereiche keine gemeinsame Publikation oder ein gemeinsam durchgeführtes Forschungsprojekt. Wäre nicht jetzt eine Gelegenheit dafür, wenn die unmittelbaren Lehraufgaben und institutionellen Verpflichtungen an der Donau-Universität weggefallen sind? Ad multos annos wünsche ich und auf ein gemeinsames Projekt oder Publikation freue ich mich!

Heinz Fassmann

Vorsitzender des Expertenrats für Integration

Gudrun Biffl and the OECD

Gudrun Biffl has been Austrian National Expert in the OECD’s Expert Group on Migration for a full 40 years. The Expert group - known under its French acronym, SOPEMI, from Système d’observation permanente des migrations - was established in 1973. The core of SOPEMI has always been a group of widely-renowned national experts (correspondents) who prepare annual reports on the migration development in their countries. The original membership of SOPEMI consisted of eleven OECD member countries. In the following years, several more joined the group, and Austria joined in 1977. Gudrun was thus one of the first members of the group. She is also one of the longest-serving experts, together with UK correspondent John Salt. Upon the occasion of her 30th anniversary as correspondent for Austria, a small ceremony took place at the OECD in presence of the Austrian Ambassador.

The role of the Expert group has been to provide the OECD member countries with a mechanism for the timely sharing of information on international migration, the collection of migration statistics as well as the improvement of their comparability, and to serve the basis for the publication OECD annual report on international migration. Over time, the SOPEMI group has developed into a key source of up-to-date and first-hand information on past, current and emerging developments regarding migration. This domain has been a key priority area for the OECD ever since the organisation’s establishment more than 50 years ago, as the membership of the OECD included both key sending and receiving countries of migration.

The core of Gudrun’s work for the OECD was always to be one of the leading members of the expert group, which collected systematically information on migration trends and policies in the OECD member countries in order to identify emerging problems in international co-operation. The type of information that might be included in the report has been steadily refined over the years. In an attempt to enhance the comparability of national reports, during the 1980s the OECD Secretariat prepared a ‚grid‘ outlining the main topics deserving attention. Gudrun was always very reactive in responding to this, and also proposed new and emerging issues to the Secretariat. Gudrun certainly had her ‚pet topics’ – irregular migration, free mobility, posted workers, gender issues, etc., but the list of topics of specific expertise is a long one.

As the process of international migration evolved and more countries joined SOPEMI, the scope of the annual report broadened. Today the network is a unique institution, global in scope. The basis for the annual SOPEMI report has always been its standard statistical tables on immigration, emigration and labour stocks and flows. Since the beginning, Gudrun has provided and co-ordinated the data collection for Austria. Her vast network in Austria was particularly useful in this context. Who would have managed to collect and get sense of the Austrian statistics if not Gudrun? Gradually a wider range of data have been collected and presented and major attempts made to improve comparability between countries. The inclusion of the four settlement countries (Australia, Canada, New Zealand and the United States) in the 1980s raised issues of comparability, especially in relation to the conceptual distinctions of migration movements (foreignborn/foreigners; permanent/temporary migration; family reunification/accompanying family) between participating countries and the set of statistical tables compiled. Although from the outset there were attempts to generalise, the preponderance of the case by case descriptive presentation continued. The growing number of countries within SOPEMI and the convergence of migration interests between countries required improvement of migration statistics as well as of their comparability. Gudrun has always been a supporter of this approach, and her help in obtaining comparability for the Austrian data was crucial.

Austria is a country in Central Europe, and few Austrians represent its position and history better than Gudrun, who has always been up-to-date not only of the developments in Austria, but also on the countries in Central and Eastern Europe. Not surprisingly, perhaps, she became friends with the SOPEMI experts from these countries, whose ‚integration‘ into the group has been close to her heart ever since the fall of the Iron Curtain. But Gudrun integrated virtually everybody. She did this with great joy and ease. Not only because her ‚culture generale‘ is very impressive, but also her linguistic skills – Russian, Hungarian, Spanish – not to mention her native German, English, and French bien sûr!

Gudrun Biffl was also during several years Austrian representative to the Working Party on Migration, one of the longest-standing working parties in the OECD. This is not surprising: Gudrun was ‚Ms Migration in Austria‗ in many positions, both nationally and internationally. She contributed to the organisation of a number seminars co-organised by the OECD, for example on immigrants and the labour market, on the labour market integration of immigrant women, on the link between migration and trade, and on migration in Central and Eastern Europe. All of this culminated in the joint organisation by the OECD and Gudrun in the Austrian Chancellery on „Migration, free trade and regional integration in Eastern Europe“. What a fitting topic for Gudrun!

In addition to her contributions to the Expert group, Gudrun also provided her rich expertise for a number of reports, for example the 2013 evaluation of the Austrian labour migration system. And in her work, she always values the work of the OECD. Gudrun is a great Ambassador, both for Austria and for the OECD work on migration.

Jean-Christophe Dumont

Head of the OECD’s International Migration Division

Thomas Liebig

Senior Migration Expert in the OECD’s International Migration Division

Migration und Globalisierung in Zeiten des Umbruchs. Zur Einleitung

Friedrich Altenburg, Anna Faustmann, Thomas Pfeffer, Isabella Skrivanek

Wir leben in Zeiten des Umbruchs, was in vielfacher Hinsicht als Folge von Migration und Globalisierung beschrieben werden kann. Doch gleichzeitig sind diese beiden Phänomene auch selbst von Veränderungen betroffen.

Versteht man unter Globalisierung die Entwicklung eines Systems von multilateralen Institutionen, Regeln und Allianzen, das den Wiederaufbau von Europa nach dem zweiten Weltkrieg, die Abwicklung des Kommunismus sowjetischer Prägung und die Anbindung Chinas an die Weltwirtschaft als historisch erfolgreichstes Projekt zur Armutsbekämpfung, aber eben auch eine Zunahme von sozialer Ungleichheit und von regionalen Unterschieden im globalen Vergleich ermöglichte, dann ist diese Entwicklung multilateraler politischer Kooperationen mit dem Brexit, der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und einem internationalen Trend zur Re-Nationalisierung ins Stocken geraten. Man kann diese Veränderung der politischen Großwetterlage auch als ein Kippen der paradigmatischen Konfliktlinie im politischen Diskurs interpretieren, wodurch ein ‚new political divide‘ zwischen international offenen und national geschlossenen Gesellschaftskonzeptionen die traditionelle Dichotomie zwischen linken und rechten Positionen überlagert, einer Bruchlinie, die sich durch die meisten politischen Lager und Parteien zieht (economist, 2016). Gleichzeitig lässt sich – einer anderen Definition von Globalisierung folgend – behaupten, dass dieser Trend zur Re-Nationalisierung unter den Bedingungen sich intensivierender, weltweiter Kommunikations- und Beobachtungszusammenhänge in den meisten gesellschaftlichen Funktionsbereichen (z.B. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Sport, Kunst, etc.) erfolgt, also unter den Bedingungen einer kommunikativen Globalisierung, die Weltgesellschaft konstituiert.

Auch die Charakteristik von Migration und ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit haben sich verändert. Gerade Österreich erlebte in den letzten Jahrzehnten mehrere Migrationsbewegungen (Ungarn-Krise 1956, Gastarbeiteranwerbung in den 1960er und 1970er Jahren, Transitmigration von politischen Flüchtlingen im Kalten Krieg, der Fall des Eisernen Vorhangs und die gewaltsame Auflösung Jugoslawiens in den 1990ern, Freizügigkeit innerhalb der EU v.a. seit der Osterweiterung 2004 und zuletzt Fluchtmigration, zugespitzt aufgrund der Syrienkrise). Aus dieser historischen Perspektive überrascht nicht mehr das Eintreten größerer Migrationsereignisse selbst, sondern nur mehr die Überraschung darüber. Trotzdem können auch Veränderung in der öffentlichen Wahrnehmung von Migration in Österreich und anderen (OECD)-Ländern konstatiert werden, die von der Solidarität mit (v.a. europäischen) Flüchtlingen, über die Erwartung wirtschaftlicher Belebung durch erhoffte Beseitigung von Arbeitskräftemangel bis hin zur Akzeptanz der Personenfreizügigkeit als Voraussetzung und Nebeneffekt der EUMitgliedschaft reichen. Aber erst der relativ rasche Anstieg der Fluchtmigration (bzw. einem ‚mixed flow‘ aus außereuropäischen Ländern) der letzten Jahre, besonders in Zusammenhang mit der Syrienkrise, und der von manchen Akteuren verbreitete Eindruck eines Verlusts kultureller Identität und staatlicher Kontrolle machte Migration zu einem bestimmenden Thema in der politischen Auseinandersetzung, das Wahlen entscheiden und den Zusammenhalt der Europäischen Union gefährden kann. So weist eine Eurobarometer Umfrage für 2015 Migration als das bei weitem größte wahrgenommene Problem aus, weit vor Terrorismus oder den Sorgen um die Entwicklung der Wirtschaft (TNS Opinion & Social, 2015).

„Der gesellschaftspolitische Stellenwert des Gegenstandes und die enorme öffentliche Nachfrage nach Antworten“ (Kalter, 2008, S. 12) bestimmte auch die Entwicklung der Migrationsforschung. Aufbauend auf US-amerikanischen Vorarbeiten lässt sich die Entstehung der Migrationsforschung im deutschsprachigen Raum in den 1970er Jahren verorten. Vor allem in ihren Anfängen orientierte sie sich stark an nationalstaatlichen Problemfeldern und Handlungserfordernissen, sowie an tagespolitischen Ereignissen, und versuchte, sehr praxisorientierte Antworten und Lösungsvorschläge zu entwickeln (Kalter, 2008, S. 11f). Dabei ging es häufig um Kosten-/Nutzenerwägungen in Bezug auf ArbeitsmigrantInnen, um Fragen der sozialen Ungleichheit und der kulturellen Differenz, v.a. in Hinblick auf Integration in nationale Wohlfahrtsstaaten. Erst mit der Zeit verschob sich der Blick zu internationalen Vergleichen und zu transnationalen Betrachtungsweisen. (Bommes, 2003, S. 42 f). War die Migrationsforschung in ihren Anfängen noch überwiegend „angewandtpraktisch“ orientiert, so hat sich in der Zwischenzeit „das Potential einer grundlagenorientierten und theoriegeleiteten empirischen Migrationsforschung enorm vergrößert“ (Kalter, 2008, S. 12). Gerade in Zeiten des Umbruchs, in denen die Gesellschaftsrelevanz von Migrationsforschung immer offensichtlicher wird, aber andererseits auch die Stellung von Wissenschaft unter Druck kommt (Stichwort: ‚post-truth politics‘), gewinnt Grundlagenorientierung und Theorie besondere Bedeutung. Beides ist essentiell, sowohl für die Profilierung der Migrationsforschung in der interdisziplinären Zusammenarbeit, als auch in transdisziplinären Projekten für die Aufrechterhaltung einer eigenständigen Position gegenüber den Interessen involvierter Akteure der Praxis. Grundlagenorientierung und Theorie sind wesentliche Voraussetzung dafür, um die Wissenschaftlichkeit und die Faktenorientierung von Migrationsforschung auch in diesem in der Öffentlichkeit oft heißumkämpften Bereich aufrechterhalten zu können.

Für uns HerausgeberInnen gibt es aber noch einen weiteren Umbruch, der für die Erstellung dieses Sammelbandes konstituierend ist: Gudrun Biffl, Pionierin der österreichischen Migrationsforschung und Gründerin des Departments für Migration und Globalisierung, übergab im September 2017 die Leitung des Departments und emeritierte als Professorin. Als MitarbeiterInnen am Department bietet uns die vorliegende Festschrift nicht nur die Gelegenheit, unsere Chefin, Mentorin und Freundin zu ehren, sondern auch einen Anlass, um über die Fundamente unserer Arbeit nachzudenken, die von Gudrun Biffl gelegt wurden. Gudrun Biffl war als Ökonomin mit den Schwerpunkten Arbeitsmarkt, Bildungs- und Sozialpolitik schon früh von der besonderen Bedeutung von Migration überzeugt. Sie erkannte den Facettenreichtum des Themas und die Weitläufigkeit des Forschungsfeldes und reagierte folgerichtig mit dem Aufbau vielfältiger interdisziplinärer Kooperationen. In ihrem unbändigen Gestaltungswillen entwickelte sie zahlreiche transdisziplinäre Projekte mit Akteuren der Politik, der öffentlichen Verwaltung und der Zivilgesellschaft. Nicht zuletzt das von Gudrun Biffl ins Leben gerufene Dialogforum Migration – Integration1 ist Ausdruck ihrer Bemühungen, den intensiven Austausch zwischen den genannten Bereichen zu ermöglichen. Und bei aller lokalen Verankerung im österreichischen Kontext hat sie immer in globalen Zusammenhängen gedacht und die internationale Vernetzung gesucht, was zu ihrer langjährigen Kooperation mit der OECD und zu vielen internationalen Forschungsaufenthalten führte.

Wir haben versucht, möglichst viele dieser zahlreichen Kontakte aus Gudrun Biffls Forschungskarriere anzusprechen, um auf diese Weise eine Annäherung an ihre reichhaltigen Forschungsinteressen und Netzwerke zu bekommen. Der Erfolg unserer Anfrage an Gudruns Netzwerke spricht für sich: 48 AutorInnen haben auf 482 Seiten insgesamt 28 Beiträge und drei Geleitworte verfasst. Die Beiträge dieser Festschrift gliedern sich in sieben Kapitel und werden durch ein Verzeichnis der AutorInnen, sowie dem wissenschaftlichen Werdegang und die Publikationsliste Gudrun Biffls ergänzt.

Teil 1: Konzeptionelle Überlegungen zur Migrationsforschung

Den ersten Teil dieses Sammelbandes bilden Beiträge, die sich unterschiedlichen spezifischen konzeptionellen Fragen der Migrationsforschung widmen.

Rainer Bauböck geht in seinem Beitrag von der Feststellung aus, dass die Migrationsforschung in weiten Teilen von einem starken Fokus auf die Perspektive der Aufnahmestaaten gekennzeichnet ist, und argumentiert eine Verlagerung dieser Betrachtungsweise hin in Richtung auf einen reflektierten Wechsel zwischen einer transnationalen Makroperspektive und einer biographischen Mikroperspektive.

Martin Ruhs plädiert im nächsten Beitrag für eine stärkere Verknüpfung von Theorie und Empirie sowie eine Verbindung disziplinärer und themenspezifischer Zugänge in der Migrationsforschung. Er sieht darin einen wichtigen Weg, um innovative Analyse hervorzubringen, die sowohl zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung als auch zur evidenzbasierten Debatte und Politikgestaltung rund um Fragen der Migration beitragen. Seine Überlegungen führt er am Beispiel einer konzeptionellen Verbindung von Mobilität von EU-BürgerInnen und Migration von Drittstaatsangehörigen aus.

Der Beitrag von Thomas Pfeffer beschäftigt sich schließlich mit der Einbettung von Migration in das systemtheoretische Konzept der Weltgesellschaft. Diese Betrachtung führt einen theoretischen Analyserahmen für Migrationsphänomene ein, der auch sozialstrukturellen Voraussetzungen und Folgen internationaler Migration stärker Rechnung trägt, als die vorrangige Betrachtung der Lebenswelten von MigrantInnen.

Teil 2: Internationale ökonomische und politische Perspektiven

Der zweite Teil des vorliegenden Sammelbandes befasst sich mit internationalen Perspektiven auf Migration und Globalisierung, wobei ökonomische und politische Aspekte im Vordergrund stehen.

Philip Martin beschäftigt sich in seinem Beitrag mit internationaler Arbeitsmigration im niedrigen Qualifikationssegment und beleuchtet die Rolle von Arbeitsvermittlern und Anwerbern (recruiters) als Intermediäre zwischen Arbeiter-Innen in einem Land und Arbeitsplätzen in einem anderen. Seine Betrachtungen zeigen auf, dass gerade niedrig qualifizierte ArbeitsmigrantInnen oftmals bereit sind, deutlich höhere Kosten für internationale Arbeitsvermittlung als gesetzlich festgelegt zu entrichten. Um die Migrationskosten insbesondere im niedrig qualifizierten Bereich entsprechend gering zu halten, spielen staatliche Anreizmodelle für internationale Arbeitsvermittlungen eine wichtige Rolle.

Der Beitrag von Mathias Czaika widmet sich der Migration hochqualifizierter Arbeitskräfte und veranschaulicht insbesondere die Bedeutung dieser Form der Migration für beteiligte Ökonomien. Ein Überblick über migrationspolitische Maßnahmen zur Anwerbung hochqualifizierter ArbeitsmigrantInnen zeigt die Intensivierung dieser Aktivitäten vor allem in den letzten beiden Dekaden und den damit verbundenen internationalen Wettbewerb um Talente auf. Der Beitrag schließt mit grundlegenden migrationspolitischen Empfehlungen zur Erhöhung der Effizienz des globalen Arbeitsmarktes für Hochqualifizierte.

Daniela Bobeva analysiert aktuelle Entwicklungen der Geldtransfers durch MigrantInnen. Im Vordergrund steht dabei die Rolle der Aufnahmeländer. Anhand einer Analyse verschiedener makroökonomischer Indikatoren kann gezeigt werden, dass Inflation, Arbeitslosigkeit und Lohnniveau in den Aufnahmeländern der MigrantInnen einen signifikanten Einfluss auf die Rücküberweisungen von MigrantInnen in ihre Herkunftsländer haben.

Inwiefern Globalisierungsprozesse unterschiedliche Managementansätze und -techniken beeinflussen, ist Inhalt des Beitrags von Joe Isaac. Er identifiziert drei wesentliche Faktoren, die Transfer und Konvergenz von Managementprinzipien im Kontext der Globalisierung fördern, nämlich der steigende internationale Wettbewerb, technologische Innovationen sowie Übertragung von Personalmanagementprinzipien von multinationalen Unternehmen auch auf ihre Niederlassungen. Gleichzeitig zeigt der Beitrag auf, dass kulturelle Unterschiede der Konvergenz von Managementprinzipien entgegenwirken können.

Bernhard Perchinig behandelt in seinem Artikel die Herausforderungen für Krisen- und Katastrophenmanagement, die in Zusammenhang mit Migration entstehen. Er betont die Bedeutung der Sensibilisierung und Inklusion von MigrantInnen in Bereitschaftsplanung und Katastrophenvorsorge und identifiziert den Zugang von MigrantInnen zu allgemeinen und mobilitätsbezogenen Leistungen und Zivilschutz als wichtigste Handlungsfelder.

Ewald Walterskirchen befasst sich mit der Frage der Weiterentwicklung der Europäischen Union und verdeutlicht die Polarisierung in Bezug auf die europäische Integration. Er behandelt die Frage, ob sich die Europäische Union hin zu einer politischen Union entwickeln, oder ob es eher zu einer Rückkehr zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit kommen wird und welche Rolle dabei die innereuropäische Personenfreizügigkeit spielt.

Teil 3: Auswirkungen der Fluchtmigration

Im Zentrum des dritten Teils steht die Fluchtmigration mit ihren Auswirkungen auf Wohlfahrtsstaaten, zwischenstaatliche Politik und Lebensoptionen von geflüchteten Individuen.

Johannes Berger und Ludwig Strohner untersuchen die ökonomischen und fiskalischen Effekte dieser Migration für Österreich. Auf Basis von Modellberechnungen treffen sie Aussagen zu Beschäftigung und Arbeitslosenquote bis 2020: Demnach steigen sowohl Beschäftigung wie auch Arbeitslosigkeit, wobei sich Wirtschaft und Staatshaushalt nach einem negativen Netto-Effekt in den Folgejahren wieder erholen.

Mit den individuellen Auswirkungen traumatischer Fluchtmigration befasst sich Friedrich Heckmann am Beispiel von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland. Trotz traumatisierender Erfahrungen und schwieriger Rahmenbedingungen kann Integration, gemessen an persönlicher Stabilität und schulischem Erfolg, unter der Voraussetzung einer intensiven Begleitung gelingen.

Auf die wiederbelebte „harte Grenze“ um Europa, die definiert, wer „in“ und wer „out“ ist, nehmen Vedran Dzihic und Cengiz Günay in ihrem Beitrag Bezug. Sie konstatieren eine Abwertung des Internationalismus und einen schrittweisen Rückzug zum Nationalstaat, festgemacht an den Entwicklungen an der und um die sogenannte Westbalkanroute im Jahr 2015.

Teil 4: Migration und Arbeitsmarkt

Den Zusammenhängen von Migration und Arbeitsmarkt, denen insbesondere aus ökonomischer Perspektive eine wichtige Bedeutung zukommt, widmet sich das dritte Kapitel.

Im ersten Beitrag zum Arbeitsmarkt verorten Peter Huber, Thomas Horvath und Julia Bock-Schappelwein Österreich im internationalen Vergleich anhand der Zaragoza-Indikatoren. Sie zeigen auf, dass Österreich bei der Integration von MigrantInnen in keiner der analysierten Dimensionen zu den internationalen Best-Practice-Beispielen zählt. Allerdings relativiert sich dieser Befund für die Arbeitsmarktintegration, wenn nur Länder mit ähnlicher Zuwanderungsstruktur wie Österreich berücksichtigt werden.

Stephan Marik-Lebeck und Josef Kytir nutzen die Möglichkeit der neu aufgebauten statistischen Register und führen eine Kohortenanalyse der Erwerbsverläufe der Neuzugezogenen der Jahre 2010-12 durch. Sie veranschaulichen, dass nur etwa die Hälfte der Neuzugezogenen länger als fünf Jahre in Österreich verbleibt. Die Erwerbsbeteiligung schließt innerhalb der ersten fünf Jahre auf das Niveau der jeweiligen Staatsangehörigkeitsgruppe auf, allerdings bei EU-Staatsangehörigen schneller als bei Drittstaatsangehörigen, sowie bei Männern schneller als bei Frauen.

Die Rolle ausländischer Qualifikationen im österreichischen Arbeitsmarktkon-text behandelt August Gächter in seinem Beitrag basierend auf Volkszählungs- und Mikrozensusdaten. Er findet deutliche Hinweise, dass die Herkunft der Ausbildung und die Herkunft der Eltern Risikofaktoren für die adäquate Nutzung am österreichischen Arbeitsmarkt bleiben, auch wenn andere beschäftigungsrelevante Merkmale berücksichtigt werden.

Teil 5: Migration und Bildung

Das fünfte Kapitel befasst sich mit den Herausforderungen für Bildungsinstitutionen und die Struktur von Bildungsangeboten durch Migration.

Die Perspektiven auf Bildung im Kontext von Migration eröffnet der Beitrag von Lorenz Lassnigg und Mario Steiner. Im Mittelpunkt steht die Frage der Zuwanderung im Kontext der allgemeineren Strukturen und Praktiken der österreichischen Bildungspolitik. Die Autoren argumentieren, dass von den direkt in diesem Politikfeld engagierten AkteurInnen seit Jahrzehnten eine integrative Ausrichtung verfolgt wird, diese jedoch vor dem Hintergrund der allgemeinen politischen Verdrängung von Fragen der Zuwanderung nicht den nötigen Nachdruck bekommen hat.

Gülay Ateş und Christoph Reinprecht untersuchen basierend auf der wissenschaftlichen Begleitforschung zu Kursen der Persönlichkeits- und Allgemeinbildung für Angehörige migrantischer und ethnischer Minderheiten die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen von (Erwachsenen-) Bildungsangeboten für nicht traditionelle TeilnehmerInnengruppen. Sie zeigen auf, dass niederschwellige und lebensnahe Lerninhalte sowohl Lernende als auch Lehrende in ihren Aktivitäten stärken und bereichern können. Allerdings besteht dabei großer Handlungsbedarf seitens der Kursanbieter für vertrauensbildendende Maßnahmen und für die Adaption von Lernzielen und -zwecken an die Gegebenheiten und Lernwelten der „neuen“ Zielgruppen.

Eine außerschulische Bildungsperspektive nimmt der Beitrag von Manfred Zentner ein, in dem er der Frage nachgeht, wie die Beteiligungsmöglichkeiten von Jugendlichen in einem von Globalisierung und Digitalisierung veränderten Rahmen erhöht werden können. Er argumentiert, dass die Digitalisierung neue Formen der Beteiligung und des Kontakts ermöglicht und die Globalisierungsprozesse veränderte, ortsunabhängige Zugehörigkeitsgefühle eröffnen. Allerdings benötigten diese neuen Möglichkeitsräume Verbesserungen im Bereich der Medien- und politischen Bildung.

Teil 6: Migration und soziale Ungleichheit

An verschiedene Aspekte der Ungleichheit, die sich aus den Analysen zur Integrationsfähigkeit des Arbeitsmarktes und des Bildungsbereichs in Kapitel vier und fünf ergeben, schließt das sechste Kapitel dieses Bandes an, das soziale Ungleichheit im Kontext von Migration aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

Karin Heitzmann untersucht die deutlich höhere Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung von MigrantInnen in Österreich und skizziert Ursachenzusammenhänge für diese Benachteiligung. Sie zeigt auf, dass nicht allein bezahlte Erwerbsarbeit und die Erwerbsintensität im Haushalt wichtige Präventionsfaktoren gegen Armut sind, sondern generell die Qualität der Erwerbsarbeit (insbesondere die Höhe des Erwerbseinkommens).

Daran anknüpfend geht der Beitrag von Thomas Leoni der Frage nach, wie eine stärkere präventive, sozialinvestive Ausrichtung des Wohlfahrtsstaates im Kontext internationaler Migration erfolgen kann. Als zentrale Hebel nennt er Investitionen in Bildung und Humankapital, Unterstützung bei der Aktivierung und Integration am Arbeitsmarkt in allen Lebenslagen, sowie die Förderung von Chancengerechtigkeit bereits in frühen Lebensphasen.

Mit einem spezifischen Modell sozialpolitischer Absicherung, dem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) im Kontext der Globalisierung, beschäftigen sich Hedwig Lutz und Christine Mayrhuber. Sie gehen der Frage nach, ob und inwieweit dieses als Instrument geeignet ist, gestiegene Einkommensungleichheiten und Unsicherheiten für ein Erwerbseinkommen abzufedern.

Ein Phänomen, das wie Johann Bacher in seinem Beitrag aufzeigt, auch im Kontext sozialer Ungleichheit zu verorten ist, sind Polarisierungstendenzen auf der Ebene der Einstellungen zur Immigration. Er untersucht die bei der letzten Bundespräsidentenwahl feststellbaren Polarisierungstendenzen mit Hilfe einer latenten Klassenanalyse und zeigt auf, dass schwache Polarisierungstendenzen bereits 2003 auffindbar sind und 2014/15 zugenommen haben. Seine Ergebnisse verdeutlichen, dass GegnerInnen von Zuwanderung häufiger unter angespannten finanziellen Verhältnissen leben und öfters von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Einen weiteren Aspekt sozialer Ungleichheit in Österreich, die Benachteiligung von MigrantInnen am Wohnungsmarkt, behandelt Tania Berger in ihrem Beitrag. Sie geht der Frage nach, wie Segregation von ethnischen Gruppen in räumlichen abgegrenzten Wohnbereichen entsteht und wie einkommensschwache Familien mit Migrationshintergrund mit leistbarem Wohnraum versorgt werden können. Als Handlungsfelder nennt sie dabei u.a. den Ausbau von Beratung, Konfliktmanagement sowie Quartiersarbeit.

Teil 7: Inter- und transdisziplinäre Beiträge zum Thema Migration

Spezifische inter- und transdisziplinäre Perspektiven auf das komplexe Phänomen Migration werden in Kapitel sieben eingenommen.

Gerald Steiner nimmt in seinem Beitrag Bezug auf den Klima Wandel als einen der möglichen Treiber von krisenhafter Migration und begreift diesen als systemische Störung in einem komplexen Mensch-Umwelt System. Er argumentiert, dass Störungen dieser Art einer spezifischen transdisziplinären Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bedürfen, um innovative Lösungen zu finden, mit denen man Herausforderungen dieser Dimension begegnen kann.

Auch Peter Parycek, Margarita Fourer, Shefali Virkar, Dino Pitoski, Gabriela Viale Pereira, und Thomas J. Lampoltshammer nehmen die Komplexität moderner Migrationsbewegungen als Ausgangspunkt für Ihre Überlegungen: Sozioökonomische und kulturelle Integration stellen für sie ebenso Herausforderungen dar wie die Menge an Daten, die moderne Gesellschaften generieren. Informations- und Kommunikationstechnologien wird bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine besondere Rolle zugewiesen.

In zwei weiteren Beiträgen setzen sich die Autorinnen mit dem Platz bzw. der Rolle auseinander, die bestimmten Gruppen durch symbolische Handlungen zugewiesen wird – in einem Fall durch die Sprache, in anderem Fall durch die Kleidung.

Aus einer linguistischen Perspektive geht Inci Dirim der Frage nach, welchen feinen Unterschied die Formulierung macht, ob jemand einen Migrationshintergrund oder einfach nur Migrationshintergrund hat, und hinterfragt damit zugleich die Konstruktion dieser in der Migrationsforschung derzeit gängigen Definition.

Aga Trnka-Kwiecinski greift die, auch durch die jüngste Gesetzesänderung aktuelle, Debatte um das Kopftuch auf und kommt in ihrem Beitrag zum Schluss, dass nicht nur das Kopftuch, sondern auch die zugleich stattfindende Refolklorisierung der Autochthonen Ausdruck nach wie vor bestehender ungleich verteilter Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern sind.

Die hier vorliegenden Beiträge geben einen ersten Eindruck von der großen Bandbreite von Gudrun Biffls Forschungsinteressen und Kooperationsbeziehungen, ohne sie auch nur annähernd vollständig abbilden zu können2. Deutlich wird etwa das große Gewicht auf ökonomische und politische Fragen der Migration, auf Fragen der Integration in Bildung und Arbeitsmarkt, aber auch auf Fragen der sozialen Ungleichheit. Unbeleuchtet blieb in diesem Band der Aspekt der kulturellen und religiösen Diversität, dem sich Gudrun Biffl schon lange mit großer Aufmerksamkeit widmet.

Die skizzierte Übersicht über die Fülle von Gudrun Biffls Forschungsinteressen und Netzwerke ermöglicht es uns auch, einige Entwicklungsfelder zu identifizieren, mit denen wir uns künftig verstärkt auseinandersetzen wollen, etwa dem internationalen Vergleich, der Perspektive der Herkunftsländer, aber auch der Untersuchung von Migration als transnationales Phänomen entlang von Wanderungsströmen, Netzwerken und Wertschöpfungsketten. Im klaren Bewusstsein der Fundamente, die Gudrun Biffl gelegt hat, werden wir uns diesen Herausforderungen in Zeiten des Umbruchs widmen.

Literatur

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1 http://www.dialogforum-integration.at/

2 Eine etwas genauere Annäherung bietet etwa Gudrun Biffls Publikationsliste am Ende dieses Bandes.

TEIL 1:

KONZEPTIONELLE ÜBERLEGUNGEN ZUR MIGRATIONSFORSCHUNG

Making linkages in migration research: “Migrants” and “mobile citizens” in the European Union

Martin Ruhs

Abstract

This chapter makes the case for more research on international migration that – as Gudrun Biffl’s work has done – links the theories and insights of different academic disciplines, connects migration with other relevant public policy issues, and takes account of the realities of public debates and policy-making. I argue that making these linkages – across disciplines, issue areas, and the theory/practice divide – can be an effective way of generating innovative analyses that contribute to academic research as well as inform migration debates and policies. To give an example from the European context, I suggest that we need much more analyses and debates that connect the “mobility” of EU citizens with the “migration” of people from outside the EU, two important policy issues that are often discussed in isolation from each other.

Introduction

I am delighted and honoured to be given the opportunity to contribute to this Festschrift for Gudrun Biffl. Gudrun has developed a global reputation as one of Austria’s foremost experts on international migration and migration policies. She is also an excellent example of an international comparative migration researcher who has managed to connect her academic research to public debates and policy-making in and beyond Austria. Gudrun’s approach to migration research provides valuable lessons for researchers interested in making their work “impact” on debates and policy-making processes beyond academia.

This chapter makes the case for more research on international migration that – as Gudrun’s work has done – links the theories and insights of different academic disciplines, connects migration with other relevant public policy issues, and takes account of realities of public debate and policy-making. I argue that making these linkages – across disciplines, issue areas, and theory/practice – can be an effective way of generating innovative analyses that contribute to academic research and knowledge as well as inform migration debates and policy-making.

The chapter is structured as follows. I begin with a brief discussion of what the wide-spread, and possibly growing, scepticism about the “use” of researchers and experts in public policy debates might mean for migration research and researchers. Next, I explain why and how making links across academic disciplines, issue areas, and the common divide between “theory” and “practices” of policy-making can help advance academic research as well as inform public debates and policy-making. The fourth section then looks at a specific issue that Gudrun has analysed extensively over many years, namely, the effects and regulation of “mobility” (of EU workers) and “migration” (of “third-country nationals”) in the European Union (EU).

As an example of the importance of “making linkages” in research and policy debates, I argue that we need much more analyses and debates that connect the “free movement” of EU citizens with “immigration policies” toward people from outside Europe. This is exactly the opposite approach to the one traditionally taken and advocated by the European Commission and many other European policy-makers who have insisted on a clear distinction between the “mobility” of EU citizens on the one hand, and the “immigration” of third-country nationals on the other.

Migration research, researchers and “post-truth politics”

Social science research on the processes, determinants, and effects of international migration and migration policies has grown rapidly over the past few decades as evidenced, for example, by the rapidly rising numbers of academic publications on this topic (see, for example, IOM 2017). Economists, political scientists, sociologists, anthropologists, geographers, historians, legal scholars and others have all made important contributions to what we know – and, equally importantly, highlighted what we don’t know – about international migration, integration and the associated policy challenges for high- and lower-income countries. In recent years some of this growing academic research on migration has become much more accessible to people outside academia (without easy access to academic journal articles). As a result, the “evidence-base” available to politicians, policymakers, civil society, journalists and others working on migration and integration has vastly improved in most high-income countries.

More and better research does not mean, of course, that public debates and policy-making have generally become more “evidence-based”. The links between research, public debates and policy-making on migration and integration can be highly politicised (e.g. Boswell 2012), shaped by institutional structures (such as the characteristics of policy-making processes, e.g. Scholten et al 2015), and variable both across countries and over time (e.g. Ruhs, Palme & Tamas 2018). Furthermore, we know from existing research that public opinion on migration and refugees can be shaped by a range of different factors that have little to do with “facts”, “data” and “evidence” (e.g. Blinder 2011; OECD 2010). Similarly, policy-making on migration can be influenced by a wide range of interests, institutions and ideas which may or may not be based on the realities of the scale, processes, causes and effects of migration (e.g. Hampshire 2013; Boswell et al 2011). Given these complex inter-relationships and multiple determinants of public opinion and public policies, the much lamented “disconnect” between migration policy debates and migration “realities” is neither new nor particularly surprising.

What is relatively new and perhaps more surprising is the apparent increase in scepticism about evidence and “experts” in public policy debates, at least in some countries. The two most prominent examples are the debates around the UK’s referendum to leave the European Union in June 2016 and the presidential elections in the United States in Nov 2016. Immigration was a key issue in the run-up to both events. In the UK, high profile figures of the campaign to leave the European Union (“Vote Leave”) openly and explicitly rejected the role and usefulness of “experts” in public policy debates and policy-making. In early June 2016, Michael Gove, a Conservative Cabinet Minister at the time, declared that “people in this country have had enough of experts” (Gove later clarified that he specifically meant economists) and Gisela Stuart, a Labour MP and Vote Leave campaigner, argued that “there is only one expert that matters, and that’s you, the voter.” (Deacon 2016). At the same time, the rise of Donald Trump in the US was accompanied by an apparent increase of a similar scepticism about the role, motivations and usefulness of so-called “experts” in public debates and policy-making. The Economist (2016) recently called Trump a “leading exponent of ‘post-truth’ politics – a reliance on assertions that ‘feel true’ but have no basis in fact.”

How should social scientists who work on migration and want their research to inform public policy debates respond to these developments? Part of the answer is to study and try to understand better the dynamics and processes of public debates and policy-making, the politicisation and (mis)use of “facts” and “evidence”, and the economic, social, political and other drivers of the apparent rise of “post-truth politics”. Continuing efforts to make the findings and insights of existing research more accessible to the wider public and policy-makers is obviously also important. However, I argue that a large part of the response should also include critical (self-)reflection and analysis of the characteristics of the rapidly growing academic research on migration and integration, especially with regard to its ability to capture and analyse real world policy challenges. Of course, there is an important role for research that has no immediate practical “use” or policyrelevance whatsoever (see, for example, Bakewell’s 2008 discussion of the importance of policyirrelevant research into forced migration). At the same time, if one of the goals of the research is to inform migration debates and policies outside academia, it is critically important to think carefully about the multiple ways in which the design and characteristics of different types of research projects are likely to relate to their wider societal impacts. In particular, it is of critical importance to avoid disciplinary and analytical silos that prevent us from identifying and analysing important inter-linkages that, in my view, are of fundamental importance to a comprehensive analysis of public policies.

Making linkages in research on international migration and public policies

Much of Gudrun’s work on international labour migration and labour immigration policies is characterised by three key analytical “linkages” which are of fundamental importance to efforts to make social science research relevant to wider public and policy debates. The first of these linkages relates to connections across social science disciplines. To state the obvious, international migration is an inherently multi-disciplinary issue that cannot be analysed comprehensively from the perspective and within the boundaries of one discipline alone. Disciplinary contributions are clearly important – indeed they are often the precondition for multi-disciplinary work – but public policy analysis requires awareness and, ideally, integration of insights from various relevant disciplines. Most of Gudrun’s work is based on economics but it frequently engages with theories and insights of other disciplines such as politics and law (e.g. Biffl 2011; and Biffl & Rössl 2011).

A second key linkage that is characteristic of Gudrun’s work relates to the connections between migration and a wide range of other public policy issues. For example, in the sphere of labour immigration, it is clear that employer demand for migrant labour is critically influenced by the institutional and regulatory framework of the labour market as well as wider public policies such as education and training policies, welfare policies, housing policies, etc. (Anderson & Ruhs 2010). This is why the economics and politics of specific labour immigration policies cannot be fully understood, and should not be analysed, without considering the connections with other public policies. By making these linkages, Gudrun’ work on labour migration (e.g. Biffl & Skrivanek 2016) is an example of what is now an active and growing research literature on the relationships between immigration, immigration policies and a range of national institutions and wider public policies (see e.g. Afonso & Devitt, 2016; Menz 2009).

A third important linkage relates to the connection between migration research and “policy practices”. It is hard to analyse real world policy processes without an understanding and at least some direct experience (at least as an observer) of how these processes (including the numerous and multifaceted pressures and constraints on policy-makers) play out in practice. In addition to her role as a university professor and researcher, Gudrun has engaged extensively with policy debates and policy-making processes (e.g. in her long-standing role as Austria’s migration correspondent at the OECD; and, most recently as a member of Austria’s new “Migration Commission” which advises the government on immigration policies).

These three analytical connections – across disciplines, issue areas and theory/practice) – are, in my view, of critical importance in migration research that aims to be relevant to public debates and policy-making. There is no doubt that making these connections can be hard in practice, for a range of reasons including: the demands of keeping up with the research literature in more than one discipline; the difficulties with staying on top of policy developments across different issue areas; and, last but not least, the variable degrees of (in)accessibility of policy-making processes to researchers, especially more junior researchers. In some countries, the incentive structures for academic researchers are (still) stacked against working across disciplines and engaging with policy-making processes. These are all real obstacles that need to be addressed by providing public policy researchers with an academic environment that clearly values inter-disciplinary research, facilitates engagement with public policies and, more generally, encourages research on migration and integration that considers the “bigger picture”.

Linking “migrants” and “mobile citizens” in the European Union

The remainder of this chapter discusses research and policy debates on “migration” and “mobility” in the European Union. The EU has in recent years faced a number of major policy challenges, including on issues related to migration and mobility, that have led to highly divisive political debates among EU Member States. For example, Member States have been debating how to respond to the mass inflows of refugees and other migrants in recent years, whether and how to reform the rules for the free movement of workers within the EU as demanded by some EU countries (including but not only the UK before its referendum vote to leave the EU), and how to reform the rules for “posting workers” as part of the trade in services across EU member states (see Jongerius & Morin-Chartier 2017).

A key feature of these policy debates is the strict distinction that many people make between the effects and regulations of the mobility of EU workers (i.e. intra-EU labour mobility) and the immigration of third-country nationals. I argue that we need to connect debates about the “free movement” of EU citizens with discussions about “immigration policies” toward people from outside Europe.1 To develop my argument, I first outline some of the key differences between how “migrants” and “mobile EU citizens” are debated and regulated in the European Union. This is followed by a brief explanation of why I think the current distinctions are problematic from moral, political, and research perspectives.

“Migrants”

There are very large differences between how EU member states currently treat “migrants” from outside Europe and “mobile EU citizens” from within Europe, in terms of both regulating their admission and rights after entry. In all countries, immigration is restricted through a range and often complex set of national admission policies that regulate the scale and selection of migrants. National immigration policies typically distinguish between high-skilled migrants (who face fewer restrictions on admission), lower-skilled migrants (relatively more restrictions) as well as different rules for admitting family migrants, students, asylum seekers and refugees.

National immigration policies also place considerable restrictions on the rights of migrants after admission including their access to the labour market, welfare state, family reunion, permanent residence and citizenship. As it is the case with admission policies, rights restrictions typically vary between high- and low-skilled migrant workers (with the rights of lower-skilled migrant workers significantly more restricted) and across family migrants, students asylum seekers and refugees. As I have shown in my recent research (Ruhs 2013; Ruhs 2017), European and other high-income countries’ immigration policies are often characterised by trade-offs between “openness” and some “migrant rights”, that is, labour immigration programmes that are more open to admitting migrant workers are also more restrictive with regard to specific rights (especially social rights).

Public debates and policy-making on immigration vary across countries but they are typically framed in highly consequentialist terms, i.e. based on the (perceived and/or real) costs and benefits of particular admission policies and restrictions of migrants’ rights for the host economy and society. This cost-benefit approach to policy-making has been a long-standing feature of labour immigration policies. Arguably, it is also becoming an important factor, and in some European countries the most important consideration, when it comes to polices towards asylum seekers and refugees (compare Bauböck & Tripkovic 2017). Some European countries’ recent policies toward refugees and migrants fleeing conflicts and violence in Syria and other places are primarily shaped by the perceived impacts on the national interest of the host country rather than by humanitarian considerations, protection needs or respect for international refugee conventions.

A central feature of national migration policy debates in European and other high-income countries is the idea of “control” i.e. the idea that immigration and the rights of migrants can be controlled and regulated, at least to a considerable degree, based on the perceived costs and benefits for the existing residents of the host country. Of course, states’ control over immigration is never complete and subject to a number of constraints but the idea of control is still at the heart of national immigration debates and policy-making. Arguably, the perceived “loss of control” over immigration has been a major driver of the rise of Donald Trump in the United States, Britain’s referendum vote to leave the European Union, and the growing support for right-wing parties across various European countries (see e.g. Goodwin & Milazzo 2017).

“Mobile citizens”

The policy framework for regulating the movement of EU citizens across member states, and their rights when residing in a member state other than their own, is very different from the restrictions imposed on people from outside the EU (or the European Economic Area [EEA], to be exact). The current rules for free movement give citizens of EU countries the right to move freely and take up employment in any other EU country and – as long as they are “workers” – the right to full and equal access to the host country’s welfare state. This combination of unrestricted intra-EU mobility and equal access to national welfare states for EU workers is an important exception to the trade-off between immigration and access to social rights that characterises the labour immigration policies of many high-income countries. Free movement thus challenges long-standing theories and claims about the alleged incompatibility of open borders and inclusive welfare states (see, for example, Freeman 1986). Critically, while the idea of “control” is a central feature of debates and policies on the immigration of people from outside the EU, EU member states have effectively no direct control over the scale and characteristics of the inflows of EU workers. From the perspective of the EU, the overall aim has been to encourage rather than limit and control the mobility of EU citizens between different member states.

In terms of the European institutional framework, free movement is kept completely separate from the immigration of third-country nationals. While free movement is part of the remit of the “DG Employment, Social Affairs and Inclusion” and “DG Justice”, policies for regulating immigration from outside Europe are largely dealt with by the “DG Migration and Home Affairs”. One of the consequences of this division has been that EU debates and policy aimed at the integration of migrants have been heavily focused on migrants from outside the EU.

A third distinction relates to the terminology used to describe and discuss the cross-border movement of EU citizens and non-EU citizens. Many European policy-makers insist that EU citizens moving from one member state to another are not “migrants” but “mobile EU citizens”. (Although I am critical of this distinction, for the sake of clarity I have stuck with this terminology in this chapter.) This distinction is not just a reflection of differences in policy approaches but also serves the purpose of framing public debates in a way that suggests that mobile EU citizens are very “different” from the (non-EU) outsiders whose migration needs to be carefully regulated and controlled.

Linking “migration” and “mobility”

The distinctions made in the public debates and policies on “immigration” and “mobile EU citizens” raise a number of important ethical, political and research questions. First, insisting on near-equality of rights for mobile EU citizens while at the same time tolerating what are sometimes severe restrictions of the rights of migrants from outside the EU is, in my view, morally problematic. On the one hand, current policy insists on equality of rights for EU workers including, for example, equal access to non-contributory welfare benefits, i.e. benefits that are paid regardless of whether the beneficiary has made prior contributions or not. On the other hand, many EU member states are unwilling to admit and protect large numbers of refugees who are fleeing violence and conflict and/or grant them full access to the national welfare state. While a preference for protecting the interests and rights of “insiders” can of course be defended on moral grounds, I suggest that the magnitude of the discrepancy between how EU member states treat each other’s citizens vs some migrants from outside the EU should give us pause for critical reflection. I consider this an important area for research and analysis by, for example, political philosophers and theorists.

The disconnect between “mobile EU citizens” and “migrants” may also be politically problematic, in the sense that it potentially endangers (rather than protects, as is commonly argued) the future sustainability of the free movement of EU workers within the European Union as well as public support for immigration more generally. The inflow of “mobile EU citizens” in a particular member state has very similar types of effects, and raises very similar economic issues and tensions, as the immigration of migrants from outside the EU. As it is the case with “migrants”, “mobile EU citizens” affect the labour markets and welfare states of host countries in one way or another, creating costs and benefits for different groups. Insisting that “mobile citizens” are not “migrants” runs the danger of obscuring these impacts that mobile EU citizens have on the economies and societies of their host countries. This may, in turn, prevent, or at last discourage, important debates at European level about the consequences of free movement for EU citizens who do not move, and ultimately result in a decline in political support for the free movement of labour within the EU and perhaps also for immigration more generally.

A related third question relates to the potential inter-relationships between EU member states’ policies on immigration and mobility. How are our policies for the inclusion/exclusion of EU citizens related to our policies for the inclusion/exclusion of people from outside the EU? We know that past EU enlargements have in many member states led to more restrictive labour immigration policies for non EU-nationals, especially lower-skilled workers (see, for example, Zelano 2012). This may be a perfectly justifiable response within the sphere of labour immigration. The picture gets more complicated and problematic, however, if we consider the potential relationships between the free movement and equal treatment of EU workers and the highly regulated admission and restricted rights of asylum seekers and refugees from outside Europe. How, if at all, do the current policies for the inclusion of mobile EU citizens affect our policies for excluding/excluding asylum seekers, refugees and other migrants from outside Europe – and vice versa? These are open and important issues for future empirical research. Debates and research on migration and mobility in the European Union should engage explicitly with these wider questions and inter-relationships.

Conclusion

Gudrun Biffl’s work is an excellent example of how academic research can inform public debates and policy-making on migration and integration. Successful engagement with public debates and policy-making requires an understanding of how and why research is (mis)used in public policy debates, and of when and how research conclusions get politicised. There are clearly complex inter-relationships between research, public debates and policy-making processes. As evidenced by the impact of her research outside academia, Gudrun has clearly thought a lot about these issues and inter-relationships. Current and future scholars of migration and integration can learn a lot from Gudrun’s work, not only in terms of its substantive conclusions but also in terms of how her public policy research was approached and conducted.

Specifically, I have argued that making linkages – as Gudrun has frequently done in her work – across disciplines, issue areas, and the common divide between migration theory and policy practices should be an important strategy for future research on migration and integration, especially for research that explicitly aims to inform public debates and policy-making. To give an example from the European context, I have suggested that the interrelationships between “migrants” (from outside the EU) and “mobile workers” (from within the EU) should become a much more important question for migration research and policy debates than is currently the case. I don’t know if Gudrun agrees with this particular argument about linking migration and mobility in the EU but I hope to have identified correctly some of the key features of Gudrun’s applied research on international migration and integration. Current and future migration and public policy scholars have much to learn from it.

References

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Ruhs, M., Palme, J. & K. Tamas (Eds.) (2018) Bridging the gaps: Linking research to public debates and policy-making on migration and integration, Delmi, Stockholm. [forthcoming] Scholten, P., Entzinger, H., Penninx, R. and Verbeek, S. (Eds.) (2015) Integrating Immigrants in Europe: Research-Policy Dialogues, Springer.

The Economist. (2016). Art of the lie. Politicians have always lied. Does it matter if they leave the truth behind entirely? The Economist, 10 September 2016. Retrieved from https://www.economist.com/news/leaders/21706525-politicians-have-always-lied-does-it-matter-if-they-leave-truth-behind-entirely-art

Zelano, K. ed. (2012) Labour Migration: What’s in it for us? Experiences from Sweden, the UK and Poland, FORES, Stockholm

1 The discussion in this section draws on my recent blog post for the “European Union Democracy Observatory on Citizenship” at the European University Institute (EUI): “‘Migrants’, ‘mobile citizens’ and the borders of exclusion in the European Union” (Ruhs 2017b).

Migration in der Weltgesellschaft: Welche Forschungsgegenstände beobachtet die Soziologie?

„Information ist Information, weder Materie noch Energie.
Kein Materialismus, der dies nicht berücksichtigt, kann heute überleben.“

Norbert Wiener

„Information ist […] immer Information eines Systems. […]
Information ist nur im System […] möglich.“

Niklas Luhmann

Thomas Pfeffer1

Zusammenfassung

Der vorliegende Text unternimmt den Versuch, den auf MigrantInnen und ihre Lebensverhältnisse fokussierten Blick zu erweitern und zusätzliche Gegenstände für die Migrationsforschung zu identifizieren. Zu diesem Zweck werden zuerst unterschiedliche soziologische Vorstellungen von sozialen Einheiten miteinander verglichen, um dann in das systemtheoretische Konzept der Weltgesellschaft einzuführen und in einem weiteren Schritt die Eigenstrukturen von Weltgesellschaft als mögliche Forschungsgegenstände der Migrationsforschung vorzuschlagen.

Einleitung

Die Frage nach den Forschungsgegenständen der Migrationsforschung, die wir hier aus einer systemtheoretisch informierten, soziologischen Perspektive untersuchen wollen, ist sowohl theoretisch, als auch methodologisch hochgradig relevant. Nur wenn man weiß, wonach man sucht, kann man auch die dafür geeigneten Methoden wählen. Mit Popper kann man sagen, dass „Erkenntnis […] nicht mit Wahrnehmung oder der Sammlung von Daten oder Tatsachen“ beginnt, sondern „mit Problemen“, bzw. der „Spannung zwischen Wissen und Nichtwissen“ (Popper, 1972, S. 104). Migrationsforschung beginnt daher im Idealfall nicht mit dem Auftreten von MigrantInnen, die – weil sie nun schon einmal da sind – untersucht werden, sondern mit einem – nach Möglichkeit: wissenschaftlich relevanten – Problem. Denn gerade dann, wenn Migration – zumindest scheinbar – verstärkt auftritt2 und daher nicht mehr als gesellschaftliches Randproblem, sondern als zentrale gesellschaftliche Herausforderung dargestellt werden muss, stellt sich die Frage nach der Gesellschaft, in der Migration stattfindet. Welches Verständnis von sozialen Strukturen, von Gesellschaft und von gesellschaftlicher Realität haben wir vor Augen, wenn wir Migration beobachten?

Es wäre für die Migrationsforschung problematisch, hier die Gesellschaftskonzepte von Praktikern (z.B. MigrantInnen, staatlichen Institutionen, NGO’s) ungeprüft zu übernehmen. Aber sowohl technokratische, als auch kritische Ansätze der Migrationsforschung bewegen sich nahe an der Praxis, und beschäftigen sich eher mit Menschen als mit sozialen Strukturen, eher mit MigrantInnen, als mit Migration:

„Die Migrationsforschung tendiert dazu, den Bezugsrahmen ihrer Forschung stark einzuschränken. Sie fokussiert weniger die sozialstrukturellen Voraussetzungen und Folgen von internationaler Migration auf den verschiedenen Ebenen der modernen Gesellschaft, sondern Migranten und ihre Lebensverhältnisse in den für bedeutsam erachteten sozialen Kontexten, wie sie aus den Bedingungen der Integration und den Strukturen sozialer Ungleichheit resultieren. Grundlage dafür ist ein eingeschränkter Begriff der Sozialstruktur, in dem im Wesentlichen die sozialen Verteilungs- und Ungleichheitsverhältnisse gefasst sind.“ (Bommes, 2003, S. 41)

Die starke Fokussierung auf die Untersuchung von Menschengruppen, ihren Unterschieden und Verhältnissen zueinander birgt auch die Gefahr ethnisierender Vorstellungen von Migration und Gesellschaft:

„Viele migrationssoziologische Studien setzen ethnische Gruppen als selbstverständliche Beobachtungseinheiten voraus und nehmen an, dass sich diese durch Gemeinschaftssolidarität und kulturelle Differenz auszeichnen. Diese Annahmen werden von den unterschiedlichsten Ansätzen geteilt, von der Assimilationstheorie bis zum Paradigma der transnationalen Gemeinschaften, die ansonsten wenig gemein haben. Sie alle implizieren eine Herder’sche Perspektive, welche die Unterteilung der Welt in verschiedene ‚Völker‘ naturalisiert.“ (Wimmer, 2008, S. 57)

Eine mögliche Folge dieser Beschäftigung mit MigrantInnen und ihren Lebensverhältnisse ist auch die große Nähe zu handlungstheoretischen Konzepten und Realitätsvorstellungen. Wir wollen sie im nächsten Abschnitt mit systemtheoretischen Zugängen vergleichen, bevor wir im letzten Abschnitt auf Überlegungen zu Weltgesellschaft als sozialstruktureller Rahmen für internationale Migration eingehen.

Handlungstheoretische vs. systemtheoretische Zugänge

Migration ist unleugbar ein Phänomen, das mit der Bewegung von Menschen im Raum zu tun hat. Wenn man einen solchen physikalischen Ausgangspunk für die Beobachtung von Migration einnimmt, dann stellt sich aus sozialwissenschaftlicher Sicht die Grundsatzfrage, in wieweit Migration als Teil einer

„außersozialen Realität – verstanden im weitesten Sinne, etwa als natürliche Umwelt, als physischer Raum, als Materialität der Welt, als Körperlichkeit des Menschen – objektiv gegeben und dem Sozialen vorgängig ist, oder ob sie als ›sozial konstruiert‹ und damit als Moment des Sozialen selbst verstanden werden muss.“ (Kaldewey, 2011, S. 277)

Seit den 1970ern gab es Bestrebungen, diese Frage auf die Unterscheidung zwischen Realismus und Konstruktivismus engzuführen, eine Engführung, die auch mit dem ursprünglichen Versuch zu tun hat, naturalistische Erklärungen sozialen Geschehens durch genuin sozialwissenschaftliche Erklärungen zu ersetzen. Dies führte aber zu einer Gleichsetzung der Unterscheidung von Realismus und Konstruktivismus mit der Unterscheidung von Natur- und Sozialwissenschaften, sowie zu dem Problem, nicht erklären zu können, was man unter diesen Voraussetzungen als ‚soziale Realität’ zu verstehen hätte und wie man sie von einer ‚außersozialen Realität‘ unterscheiden müsste (Kaldewey, 2011, S. 282f).

Um dieses Realitätsproblem der Sozialwissenschaft zu analysieren, sollte daher eine andere Unterscheidung verwendet werden, nämlich die zwischen Handlungstheorie und Systemtheorie, um zu untersuchen, wie unterschiedlich diese beiden Ansätze mit sozialen und außer-sozialen Realitäten umgehen.

Vorstellungen sozialer Einheit(en) in Handlungstheorie und Systemtheorie: Teil/Ganzes vs. System/Umwelt

Da die Handlungstheorie das menschliche Individuum ins Zentrum seiner Überlegungen stellt, beruht sie auch auf traditionellen Vorstellungen von sozialen Einheiten (oder Systemen), die die Unterscheidung von Teilen und Ganzem verwenden. Auf dieser Grundlage beruht die Annahme, dass soziale Einheiten, wie etwa Organisationen oder Gesellschaften „aus individuellen Menschen besteht wie ein Ganzes aus Teilen“ (Luhmann, 1984, S. 20). Mit dieser Grundkonzeption von sozialen Einheiten entsteht aber eine Reihe von Folgeproblemen:

1. Menschen werden in der Handlungstheorie auch physisch und psychisch als Teil von sozialen Einheiten gedacht. Die Beschreibung des Sozialen als Realitätsebene sui generis wird damit erschwert, es entsteht die Tendenz zu ‚naturalistischen‘ und/oder ‚psychologisierenden‘ Erklärungen.

2. Soziale Einheiten werden als physisch begrenzt gedacht, einerseits durch die Summe der zugehörigen Menschen und andererseits durch deren Verteilung im Raum. Im wechselseitigen Verhältnis zwischen sozialen Einheiten sind aufgrund dieser räumlichen Konzeption auch nur segmentäre (gleichartig nebeneinander) oder stratifikatorische Ordnungsmodelle (hierarchische Über-/ Unterordnung) vorstellbar.3

3. Eine auf der Ansammlung von Menschen abstellende Definition sozialer Einheiten setzt die für Zugehörigkeit in Frage kommenden Menschen unter erheblichen Homogenisierungsdruck, da die „Teile im Verhältnis zum Ganzen homogen sein müßten“ (Luhmann, 1984, S. 23). Dies trifft vor allem dann zu, wenn eine einzige Form der Realteilung zwischen Menschen oder Menschengruppen (etwa: Inländer/MigrantInnen, Proletarier/KapitalistInnen, etc.) als dominant gesetzt wird.

4. Mit Blick auf Migration und Migrationsforschung könnte man formulieren, dass der Begriff der ‚Integration‘ eine handlungstheoretische Vorstellung von der Herstellung ‚gesamthafter‘ Zugehörigkeit von Menschen zu sozialen Einheiten transportiert.

Im Gegensatz dazu geht die soziologische Systemtheorie in der Tradition Niklas Luhmann’s von der Vorstellung selbstreferentieller Systeme aus, also von Systemen, die sich durch ihre jeweils eigenen Operationen selbst erzeugen. Die elementaren Operationen von sozialen Systemen sind dabei Kommunikationen (und Handlungen).

Um systemintern an eigene Operationen anschließen und daraus Information gewinnen zu können, müssen selbstreferentielle Systeme die Unterscheidung von System und Umwelt verwenden. (Luhmann, 1984, S. 25) Doch Umwelt im hier verwendeten Sinn ist nicht absolut gesetzt, sondern nur in Relation zum jeweiligen System zu verstehen. „Die Umwelt erhält ihre Einheit erst durch das System und nur relativ zum System. […] Sie ist für jedes System eine andere, da jedes System nur sich selbst aus seiner Umwelt ausnimmt.“ (Luhmann, 1984, S. 36) In einen mathematischen Formalismus gebracht „erscheint ein System als Funktion seiner selbst und seiner Umwelt: S=f(S, U).“ (Vogd, 2007, S. 300)

1. Strukturell, auf der Ebene der basalen Operationen (Kommunikationen) sind Menschen (ihre Körper, ihr Bewusstsein) damit eindeutig in der Umwelt sozialer Systeme angesiedelt. Semantisch können Menschen dagegen auch Teil dieser Systeme werden, wenn und soweit sie kommunikativ von den jeweiligen Systemen thematisiert und behandelt werden.

2. Soziale Systeme grenzen sich nicht räumlich, sondern operativ von ihren jeweiligen Umwelten, aber auch voneinander ab. Im räumlichen Verhältnis zueinander sind daher auch Überlagerungen denkbar. Neben segmentären und stratifikatorischen werden damit auch funktionale Differenzierungen möglich. Die Systemtheorie unterscheidet drei Typen sozialer Systeme: Interaktionssysteme, Organisationen und Funktionssysteme (thematisch spezialisierte Kommunikationssysteme von universellem/globalem Geltungsanspruch, wie Recht, Wirtschaft, Politik, Bildung, etc.).

3. Die Zugehörigkeit von Menschen zu sozialen Systemen als Themen und/oder Adressen für Kommunikation ist abhängig vom jeweiligen Kommunikations-system, das Menschen mit unterschiedlichen Rollenangeboten adressiert, und etwa nach Mitglieder/KlientInnen in Organisationen, oder nach Leistungsrollen/Publikumsrollen in Funktionszusammenhängen unterscheidet. (Stichweh, 2007a).

4. Mit Blick auf Migration und Migrationsforschung könnte man formulieren, dass die Systemtheorie von ‚Inklusion/Exklusion‘ einzelner sozialer Systeme nach den jeweils eigenen Systemrationalitäten ausgeht. Die Untersuchung von Inklusionsbedingungen erfordert daher die genauere Angabe des jeweils in den Blick genommenen Systems und seiner Beobachtungslogiken. MigrantInnen werden von sozialen System in der Regel nicht als ‚ganze Menschen‘ betrachtet, sondern nach den je eigenen Beobachtungslogiken, etwa im Fall von Sicherheitsbehörden unter dem Fokus ‚Aufenthaltstitel‘, von NGO’s unter dem Blickwinkel spezifischer Formen der ‚Bedürftigkeit‘, vom Bildungssystem unter dem Gesichtspunkt der ‚Schulpflichtigkeit‘, etc.

Der Realitätsbezug von Handlungstheorie und Systemtheorie

Vereinfacht gesprochen gehen handlungstheoretische Ansätze von einer Spaltung der Welt in drei Teile aus: der physikalischen Objektwelt, dem Subjekt und einem objektivierbaren, gesellschaftlichen System von Regeln und Institutionen (Vogd, 2007, S. 300). Unterstellt wird dabei ein ‚Realitätskontinuum‘, dass die drei Teile in ein vertikal aufeinander aufbauendes, hierarchische Verhältnis zueinander setzt, etwa im klassischen Basis/Überbau-Theorem des Marxismus, in dem etwa Produktivkräfte als Basis fungieren, während etwa Politik oder Religion als bloße Überbauphänome beschrieben werden (Kaldewey, 2011, S. 298).

Von einer handlungstheoretischen Position aus stehen sich menschliches Individuum und Gesellschaft gegenüber wie Körper und Geist. „Das Soziale, so könnte man diese Position auch paraphrasieren, ist die Einheit der Unterscheidung des Individuellen und des Kollektiven.“ (Kaldewey, 2011, S. 298) Im Zentrum der Handlungstheorie steht dabei das menschliche Individuum als Akteur, dessen Handlungsspielraum durch materielle Zwänge, Sanktionen anderer Individuen oder durch gesellschaftliche Zwänge eingeschränkt und strukturiert werden kann. Diese Vorstellung von „Handlungen oder Praktiken, die das Soziale, das Psychische, das Körperliche und das Physisch-Materielle ›ganzheitlich‹ umgreifen“, macht aber die begriffliche Unterscheidung von „genuin sozialen Formen von Strukturierung“ (Kaldewey, 2011, S. 303) äußerst schwierig. Es wird von einer einzigen, objektiv gegebenen, beobachterunabhängigen Realität ausgegangen, während der Strukturbegriff polyvalent angelegt ist.

Auch die Systemtheorie ist eine „empirische Theorie, die sich auf die ›wirkliche Welt‹ bezieht“ (Vogd, 2007, S. 300) und die den Anspruch erhebt, dass sich ihre Aussagen in der Wirklichkeit bewähren (Luhmann, 1984, S. 30). Auch die Systemtheorie unterscheidet unterschiedliche Ebenen der Realität, aber nicht in einem essentialistischen Sinn, wie die Handlungstheorie, sondern in einem operativen Sinn, wie es das Konzept der selbstreferentiellen Systeme vorschlägt. Luhmann wendet diese Hypothese auf lebende Systeme (Organismen), psychische Systeme (Bewusstseinssysteme) und soziale Systeme (Kommunikationssysteme) an (Luhmann, 1984, S. 16), die sich auf Basis ihrer basalen Operationen unterscheiden: lebende Systeme auf Basis ihrer je eigenen Stoffwechselprozesse, psychische Systeme auf Basis ihrer je eigenen Gedanken, soziale Systeme auf Basis ihrer je eigenen Kommunikationen. Obwohl für das Zustandekommen sozialer Systeme das Vorhandensein von Organismen und Bewusstseinssystemen vorausgesetzt wird und sie möglicherweise auch strukturell gekoppelt sind, gibt es aber kein ‚Realitätskontinuum‘ zwischen ihnen. „Es gibt keinen direkten Zugang physikalischer, chemischer, biologischer Vorgänge auf die Kommunikation – es sei denn im Sinne von Destruktion.“ (Luhmann, 1997, S. 114)

Grundlage für selbstreferentielle Systeme, also auch für soziale Kommunikationssysteme, ist die selbsterzeugte und selbst aufrechterhaltene Unterscheidung von System und Umwelt. „Die Umwelt ist also nicht ›Grund‹ des Systems, sondern operiert auf derselben Realitätsebene, ja sie ›existiert‹ nur für das System.“ (Kaldewey, 2011, S. 285) Auf einer operativen Ebene erzeugt sich jedes System durch seine eigenen Operationen selbst. Auf einer semantischen Ebene erzeugt jedes System damit seine eigenen Beobachtungen von sich selbst und von seiner Umwelt. Die Welt ist daher nicht einfach objektiv gegeben, sondern kann nur aus beobachterabhängigen Perspektiven beschrieben werden. Systemtheorie muss daher von „polyzentrischen und polykontexturalen Verhältnissen“ (Vogd, 2007, S. 305) ausgehen und mit systematischen Perspektivenwechseln arbeiten.

Weltgesellschaft und die regionalen Kulturen der Welt

„Migration und Migranten sind auf verblüffende Weise Phänomene geblieben, welche die Gesellschaft wie von außen zu betreffen scheinen.“ (Bommes, 2008, S. 20).

Diese Sichtweise scheint auf ‚methodologischem Nationalismus‘ (ein Begriff, der von Martins (1974) geprägt wurde) zu beruhen, also auf der konzeptionellen Gleichsetzung von Nationalstaat und Gesellschaft, die in der Migrationsforschung dazu führen kann, Migration und Integration bevorzugt aus der Problemsicht von Nationalstaaten zu beschreiben bzw. weltweit von einer Vielzahl an nationalstaatlich begrenzten Gesellschaften auszugehen. Doch Phänomene, wie internationale Migration, globale Ungleichheit, die Europäische Union oder die olympischen Spiele können nicht auf einzelne Nationalstaaten zurückgeführt werden. Vielmehr müssen sie als Phänomene von Weltgesellschaft betrachtet werden. Der prominenteste Kandidat für eine soziologische Theorie der Weltgesellschaft ist die Systemtheorie in der Tradition Niklas‘ Luhmanns4.

Die Entstehung von Weltgesellschaft durch Migration und Kommunikation

Schon die erstmalige Besiedlung des Erdballs durch die menschliche Spezies kann als Migrationsvorgang bezeichnet werden, der insgesamt rund 50.000 Jahre dauerte. Dieser Vorgang alleine hat jedoch noch nicht zur Entstehung von Weltgesellschaft geführt, da die verschiedenen Regionen und Teilpopulationen den Kontakt untereinander verloren, wodurch die Entstehung autarker, voneinander unabhängigen Gesellschaften möglich wurde. (Stichweh, 2008, S. 158)

„Weltgesellschaft erscheint als globaler Zusammenhang der Vernetzung und Unterbrechung von kommunikativ mitgeteilter Informationen“ (Stichweh, 2008, S. 150). Ein solch globaler Kommunikationszusammenhang entsteht historisch gesehen erst in den letzten rund 500-600 Jahren, aufgrund der kolonialen Expansion der europäischen Gesellschaft durch die Mobilität von Entdeckern und Eroberern und der damit verbundenen „Vollentdeckung des Erdballs“ (Stichweh, 2008, S. 151) Zentrales Charakteristikum von Weltgesellschaft ist aber nicht die Vereinheitlichung des Verhaltens oder die Durchsetzung zentralisierter Kontrolle (die beide nicht realisiert sind), sondern die Herstellung eines globalen Kommunikationszusammenhangs, der die vormalige „Pluralität der vielen Gesellschaften in die Unizität eines einzigen weltweiten Gesellschaftssystems transformiert hat.“ (Stichweh, 2008, S. 150) Die Vielzahl früherer Gesellschaften wurde von einem globalen Kommunikationszusammenhang absorbiert, der es unmöglich macht, kleinere Gemeinschaften vollständig vom Rest der Welt zu isolieren. Diese Entwicklung führt jedoch weder zu einer reinen Vereinheitlichung von kulturellen Differenzen (im Sinne einer ...

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