Logo weiterlesen.de
Mercy, die Straßenritze 4

Lumen Gasmo

Mercy, die Straßenritze 4

Blutiger Sumpf


Für Arthur


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Copyrighthinweise

Mercy, die Straßenritze 4

"Blutiger Sumpf"

Lumen Gasmo

 

Mercy, die Straßenritze 4 "Blutiger Sumpf"

Copyright©2016 Lumen Gasmo

All rights reserved.

Text: Lumen Gasmo

Kontakt: BookRix GmbH & Co. KG

Sonnenstraße 23

D - 80331 München

E-Mail: LumenO.Gasmo@gmx.de

Facebook: Lumen Gasmo - Autorin

Cover: www.pixabay.com (Bild: skull-and-crossbones-794825)

 

 

Personen und Handlung sind von mir frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.

Dieses Buch ist ausschließlich für Leserinnen und Leser, die volljährig sind und keinen Anstoß an der Darstellung sexueller Handlungen und an obszönen Beschreibungen haben. Ein Teil der Handlung schildert auch Gewaltakte und Religiöses. Der komplette Inhalt meiner Romane und die Meinungen und Ansichten der Romanfiguren spiegeln nicht die Meinung und Ansicht von mir, der Autorin, wider. Alles von mir Beschriebene ist völlig fiktiv und dient nur der bloßen Unterhaltung für Erwachsene. Ich schreibe ausschließlich fantasievolle und satirisch überzeichnete Belletristik und keine Sachbücher oder Ratgeber.

Fiktive Romanfiguren können auf Kondome verzichten.

In der Realität gilt: Safer Sex!

 

Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, nur mit meiner schriftlicher Genehmigung.

 

Meine E-Books sind nicht übertragbar und dürfen nicht weiterveräußert werden.

Bitte respektieren Sie mein Eigentum und erwerben eine legale Kopie.

Jeder Verstoß gegen mein Urheberrecht wird zur Anzeige gebracht und zieht

gezielt rechtliche Konsequenzen nach sich!

 

Vielen Dank für den Kauf meines Romans und gute Unterhaltung bei meinen Fantasien!

 

 

Lumen Gasmo, 26.06.2018

1. Prolog, Amsterdam, vor 30 Jahren

Pieter van Bush liebte Orgelmusik.

Der hochgewachsene Mann mit der schnittigen Kurzhaarfrisur hatte sich schon als 3-Jähriger für dieses Tasteninstrument interessiert. Heute, 39-jährig, verheiratet mit einer deutschen Autorin für Kinderbücher, war er ein angesehener Organist der hiesigen Kirchengemeinde eines beschaulichen Amsterdamer Stadtviertels.

Sophie van Bush hatte ihn vor rund 15 Jahren in Heidelberg kennengelernt, während Pieter als eingeladener Gast-Musiker die Orgel der dortigen Heiliggeistkirche spielen durfte.

Sophie, eine adrette Frau mit einer dichten, braunen Haarmähne und hinreißend niedlichen Grübchen im Gesicht, hatte sich augenblicklich in den leidenschaftlichen Organisten verschaut.

Nach einigen wilden Wochen in der Heidelberger Altstadt war sie, verliebt bis über beide Ohren, dem attraktiven Musiker nach Amsterdam gefolgt.

Deutschland hatte sie den Rücken gekehrt und alle Brücken hinter sich abgebrochen, zumal sie sich seit dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter Wilma unversöhnlich überworfen hatte.

In der romantischen Grachtenstadt schließlich hatten die beiden Verliebten sehr schnell geheiratet und noch im gleichen Jahr für Nachwuchs gesorgt.

9 Monate später hatte sich ein energisches Mädchen lautstark ins Leben hineingebrüllt:

Lydia van Bush.

15 glückliche Jahre waren seitdem vergangen.

»Schatz, hast du die Krähen gesehen?«, begrüßte Sophie van Bush ihren Mann, als sie hörte, dass die Haustür aufgeschlossen wurde.

»Krähen? Welche Krähen?«, fragte er überrascht nach, während er im Flur die Straßenschuhe auszog, diese in ein Schuhschränkchen einsortierte und in bequemere Lederschläppchen hineinschlüpfte.

»Im Vorgarten und auf der Mülltonne - einfach widerlich! Die lungern schon seit Stunden bei uns herum. Ich habe versucht, sie zu verscheuchen. Vergeblich! Die kommen immer wieder!«, erklärte Sophie. Die Verärgerung darüber war überdeutlich herauszuhören.

Pieter küsste seine Frau zur Begrüßung.

»Das neue Kleid steht dir klasse, Liebes!«, machte er ihr ein Kompliment.

Die aufdringlichen Vögel waren für seine Gattin im Nu vergessen.

»Macht mich das Royalblau nicht zu blass?«, forderte sie seine Meinung ein.

»Nein, Süße! Es steht dir ausgezeichnet! Ich mag auch den Ausschnitt!«, fügte er schelmisch grinsend an.

»Lüsterner Kerl«, sagte sie und lächelte.

»Wo ist Liddi?«, fragte er schließlich.

»Bei 'ner Freundin«, antwortete Sophie. »Sie wollte dort Mathe üben.«

»Oha, dann haben wir ja sturmfreie Bude!«, scherzte er ungehemmt.

»Hallo? Es ist 17 Uhr. Die Sonne lacht vom Himmel herab«, ermahnte die Braunhaarige ihren Gatten, »und du denkst an Sex? Bring lieber den Müll raus und nimm eine kalte Dusche!« Sie zwinkerte verschmitzt. »Für alles andere ist später noch Zeit.«

Pieter gab ihr ein weiteres Küsschen und verschnürte schließlich die Müllsäcke.

Draußen entdeckte er die klebrig-weiße Hinterlassenschaft der Krähen - diese hatten den Deckel der Mülltonne zweckentfremdet!

Scheißviecher!, dachte der blondhaarige Mann und suchte ärgerlich den Vorgarten ab.

Kein Vogel war zu entdecken.

Nichts.

Nachdem er den Deckel gereinigt und den Müll entsorgt hatte, ging er in das Backsteinhaus zurück. Drinnen duftete es verlockend nach angebratenem Fleisch und Zwiebeln.

»Hmmh, was gibt es Feines, Schatz?«, rief er von der Diele aus in die Küche hinein.

»Rumpsteak mit Röstzwiebeln! Bringst du mir bitte eine Dose Erbsen aus dem Keller hoch?«

»Mach ich«, antwortete Pieter und schob den Riegel der Tür zum Kellerraum zur Seite. Ein Ziehen an einer dünnen Kordel ließ eine nackte Glühbirne erstrahlen. Vorsichtig stieg er die hölzernen Stiegen hinab. Der typisch moddrige Kellergeruch strömte ihm entgegen. Schön kühl war es hier unten. Durch die vergitterten Fensterchen, die der Belüftung dienten, drang kein einziger Sonnenstrahl herein. Auf stabilen Metallregalen stapelten sich Konservendosen in einer vielfältigen Auswahl.

Damit können wir die halbe Nachbarschaft versorgen!, durchzuckte ihn ein erheiternder Gedanke.

»Nimm noch Schattenmorellen mit! Ich will später einen Kuchenboden belegen!«, hörte er von oben Sophie rufen.

Pieters Blick fiel auf das untere Regalfach. Dort standen die Einmachgläser in Reih und Glied. Rechts davon ruhte verstaubt ein Karton mit dem handgeschriebenen Schriftzug »Musik« auf dem Verschlussdeckel. In ihm hatte der Organist fein säuberlich alte Notenblätter abgeheftet. Der Sammelkarton erinnerte den Mann daran, dass er mit seiner Tochter Lydia wichtige Dinge zu bereden hatte, die nicht mehr länger anstehen durften. Davon ahnte Liddi allerdings noch nicht. Pieter war aufgefallen, dass sich ihr Stimmvolumen gewaltig zum Positiven verändert hatte. Der Vater wollte dem 15-jährigen Mädchen eine private Gesangsausbildung schmackhaft machen. Bei Pubertierenden konnte solch ein Unterfangen natürlich rasch trotzige Kommunikationsblockaden auslösen. Pieter hatte schon hierzu bei anderen »Lydia-Themen« Erfahrungen sammeln dürfen.

Seine Tochter Liddi konnte extrem bockig sein, wenn etwas nicht in ihre jugendliche Sichtweise passte. Dennoch nahm sich der Vater vor, das Mädchen gezielt auf die Gesangsausbildung anzusprechen. Wenn Liddi zurückkam, wollte er dies sofort tun.

Ja, heute war der Tag!

Oben rumpelte etwas, gefolgt von einem blechernen Scheppern.

Dies riss den Mann aus seinen Gedanken heraus.

»Sophie, alles klar bei dir?«

Doch seine Frau antwortete nicht. Stattdessen hörte man Schrittgeräusche in der Küche. Pieter ergriff die Konserve mit den Erbsen, suchte schnell ein Glas Schattenmorellen und machte sich damit rasch auf den Weg nach oben.

»Sag mal, Schatz, ist dir die Pfanne vom Herd gefallen?«, rief er.

Wieder keine Antwort.

Als er in der Küche ankam, sah er zuerst die beiden angebratenen Steaks, die in einer schmierig aussehenden Fettpfütze auf dem Fliesenboden lagen; unweit davon die gusseiserne Pfanne. Der Gasherd war noch aufgedreht, und die bläulich-gelben Flämmchen züngelten hektisch, als ob die Gaszufuhr schwanken würde.

Von Sophie van Bush fehlte jede Spur.

Angst und Sorge überfielen den blondhaarigen Mann, als er die tiefen Furchen an den Wänden im Flur wahrnahm. Wie riesige Kratzer, die zum oberen Stockwerk hinaufliefen. Auf der Treppe lag ein einzelner Schuh seiner Frau ... und schwarze Vogelfedern!

Schließlich zerriss ein kurzer, gellender Schrei die angespannte Stille.

Pieter sprintete die Stufen hinauf. Sein Herz raste, als er oben ankam und das Blut auf dem Boden entdeckte.

So viel Blut - frisch, in glänzenden Lachen auf dem braunen Dielenboden verteilt!

Ein unmenschliches Fauchen ertönte aus dem Schlafzimmer heraus - tierisch und wild!

Unbarmherzig!

Der blonde Mann riss die Tür auf und erstarrte in der Bewegung, als er erkannte, was sich dort zutrug.

Es waren die letzten Augenblicke in seinem Leben, dann holten die Dunklen ihn.

Sie waren zu dritt, begleitet von 3 Krähen.

Nach getanem Blutwerk legten sie Feuer in der Küche. Die Brunst verschlang alles, blähte sich zu einem wahren Inferno auf.

Man würde von einem normalen Brandunfall ausgehen.

Nicht eine Spur würde übrigbleiben.

Keine Feder.

Nichts.

Doch ... bei aller Grausamkeit, bei aller Kaltherzigkeit und bei aller Boshaftigkeit hatten sie das Mädchen nicht bekommen.

Der Plan der Dunklen war nicht aufgegangen.

Fehlgeschlagen.

Ein weiterer Versuch ... unmöglich!

Lydia van Bush wurde längst beschützt!

Beschützt von den anderen, denn die schliefen ebenfalls nie!

Niemals.

Nie.

So gingen die Dunklen, wie sie gekommen waren.

Und mit ihrem Fortgehen zogen 3 Krähen zum Himmel hinauf und verschwanden still und leise.

3 Krähen.

3 - zu dritt.

Ein Späher, ein Jäger und ... ein Transmitter.

2. Prolog, Im nächtlichen Palastgarten von Rastiastan

»Ja, ja, jaaaaaaaa«, schrie sie unterdrückt - damit sie keiner hörte - in die Nacht hinein.

Wieder erfüllte Ansgar sie, befriedigte Mercy, erschütterte sie, wie kein Mann zuvor in ihrem Leben dies je getan hatte!

Und als die Blondhaarige endlich ausgebebt keuchte, hemmungslos ausgestöhnt hatte, legte sich flink auf den weichen Rasen, öffnete ihre feuchte Spalte und sah ihn flehentlich an.

»Spritz in mir ab, bitte ... jetzt!«, zischte sie ihn fordernd an, weil sie wusste, dass der schnaubende Mann auf diese Art von Strenge stand.

Als er sein Teil drängend hineinschob, stockte ihr kurz der Atem.

So sehr wollte sie ihn!

Tief in sich.

Wollte Ansgar dabei sehen.

Seine Augen! Diese wunderschönen Augen!

Wollte seine Lippen spüren.

Sie küsste ihn leidenschaftlich, presste ihre Zunge in seinen Mund hinein, während er haltlos und unbändig seinen Unterleib in sie hineinhämmerte.

Immer und immer wieder tat er das.

Sein erlösender Schrei, als er seine Lust in sie einspritzen ließ, peitschte sie in einen weiteren Höhepunkt hinein, der ihr für einen kurzen Augenblick das Bewusstsein raubte. Schließlich drückte Mercy Ansgar an sich heran.

Herz an Herz, schnaufend lagen sie auf dem Grün des Rasens.

Sterne, ich sehe die Sterne am Himmel!, dachte sie überglücklich und erschöpft.

Da ahnte Mercy Bowlers, dass sich die Worte von Estelle Brukner, die sie und Lydia auf dem Dach des Palastes empfangen hatten, bewahrheiten würden.

»Alles wird gut«, flüsterte Ansgar Gradener dicht an ihrem Ohr.

Ja, Mercy würde auf diese Worte vertrauen - genau auf diese!

Sie lagen noch eine ganze Zeit übereinander auf dem Rasen, und er ließ seine abklingende Männlichkeit so lange in ihr, wie es eben ging.

Glücklich waren sie und tief vereint.

Ein weiterer Beginn in dieser Nacht.

Wieder ... eine Liebesgeschichte.

Doch sie würde ... nervenaufreibender und unkontrollierbarer sein als bei Estelle Brukner und Prinz Sahid.

Aber ... Mercy und Ansgar würden sich ... genauso ... herzenstief lieben ... ein verrücktes Leben lang.

Da wurden beide erst gar nicht gefragt.

Sie waren eben nur Menschen.

Nur Menschen.

1. Kapitel, Ich kann dir nicht mehr versprechen!

Mit einem flüchtigen Kuss auf der breiten Palasttreppe trennten sich Mercy und Ansgar.

Die blondhaarige Frau huschte barfuß in den oberen Stock des Anwesens hinauf, öffnete leise die Schlafzimmertür, um Thomas Bendermann nicht zu wecken, und trat ein.

Nachdem sie ihren Morgenmantel abgestreift hatte, legte sie sich vorsichtig ins Bett hinein. Im Halbdunkel sah sie den Rücken des Mannes. Ein gleichmäßiges Atmen war zu hören. Bendermann schien nichts zu bemerken.

Mercy starrte zur Zimmerdecke und streichelte sanft ihre zartgelockte Scham.

Voll mit seinem Samen war sie in ihrem Inneren - mit Ansgars Samen!

Die nackte Frau lächelte fein, als sie an die vergangenen berauschenden Minuten im Palastgarten dachte.

Sie fickte gern mit ihm.

Mit Ansgar.

Er war ihr Retter!

Ihr Held!

Ansgar.

Der beste Sexpartner, den sie je hatte.

Einer, der wusste, was sie brauchte!

Was sie wirklich brauchte!

Wer hätte das gedacht?

Mercys verschmitztes Lächeln erstarb, als sie plötzlich Thomas Bendermanns ruhige Stimme hörte.

»Du warst bei ihm, nicht wahr?«, fragte er und drehte sich zu ihr hin.

Die blondhaarige Frau atmete tief durch und blickte Bendermann an.

Leugnen war zwecklos.

Warum auch?

Den Weg der Lüge hatte sie längst verlassen, als sie Thomas die Sex-Affäre mit Ansgar Gradener, seinem Bodyguard und Vertrauten, gebeichtet hatte.

Noch vor der Bekanntgabe der zukünftigen Bendermann-Hochzeit war das gewesen.

Noch bevor sie auf Karl Wisemeyer getroffen war - und auf Lydia und Marc!

Bei diesem Dinner mit Prinz Sahid, an diesem Abend, vor wenigen Stunden.

Verzweifelt war sie gewesen, hatte sich umbringen wollen!

Hatte die Hure in sich endlich töten wollen.

Doch es war alles anders gekommen.

Estelle Brukner hatte Botschaften für sie gehabt - für sie und Lydia van Bush!

Diese Botschaften, die Estelle in einem Zustand der Bewusstlosigkeit einfach erhalten hatte, veränderten die Leben der 3 Frauen.

Ohne Zweifel taten sie das - bereits jetzt schon!

»Ja, ich habe mit Ansgar ... gevögelt. Eben gerade. Wir haben es beide gewollt!«

Nun atmete Thomas Bendermann schwer ein und wieder aus.

»Es ist nicht vorbei ... zwischen ... dir und ihm, oder?«

Mercy Bowlers schüttelte mit zusammengepressten Lippen den Kopf.

»Nein«, sagte sie knapp. Schließlich ergänzte sie das Gesagte: »Ich werde dich heiraten, Thomas, und deinen Plan verwirklichen! Aber ... ich kann dir nicht mehr versprechen!«

»Nach der Hochzeit ... wird es auch nicht enden, nicht wahr, Liebes?«

Mercy biss sich nachdenklich auf ihre Unterlippe.

»Nicht, ... wenn es nach mir geht, Tom.«

Kurzzeitig trat eine bedrückende Stille ein.

»Und ... es ist nur ... Sex?«, wollte er schließlich von ihr wissen. Eine Anspannung in seiner Stimme zeigte ihr, dass er scheinbar etwas ... Schlimmeres befürchtete.

»Ja, ... nur das, Tom«, antwortete sie leise. Dann blickte sie in seine Augen - in diese wunderschönen, grünen Augen, die im schwülen Halbdunkel des Schlafgemachs kaum zu erkennen waren.

»Dein Plan, ... mich als Alleinerbin deines Imperiums einzusetzen, wird weiterhin bestehen bleiben.«

Flüsternd meinte sie noch: »Wenn du mich überhaupt noch ... heiraten willst.«

Thomas Bendermann strich ihr leicht mit der Fingerspitze über eine Wange.

»Dieser Plan, ... mein Plan ist wichtiger als alles andere«, sagte er schließlich.

Du täuscht dich, alter Mann! Es gibt wichtigere Pläne, und du hast keinen blassen Schimmer davon!, dachte Mercy Bowlers und lächelte Bendermann sanft zu.

»Du tolerierst also ... unser Klischee?«, fragte sie ihn stattdessen.

Er lachte knapp und humorlos.

»Eigentlich sind es gleich ja 2 Klischees, Mercy«. Leichter Zynismus hatte sich in seine Tonlage eingeschlichen. »Junge Hure heiratet alten Multimillionär! Und ... junge Hure heiratet alten Multimillionär und fickt dessen attraktiven Bodyguard!«

Kurzzeitig schwiegen sie wieder, sinnierten jeder für sich.

»Du hättest eine ... bessere Frau an deiner Seite verdient, Tom«, sagte sie bitter. »Die würde ich dir wirklich gönnen.«

»Ich habe die beste ... Möglichkeit in meinem Alter bekommen, Mercy«, witzelte er plötzlich mit der Wahrheit umher. »Außerdem ... bin ich dir ja nicht egal, ... und du liebst mich ... irgendwie ... auf deine ganz spezielle Weise.«

Abrupt drehte sie sich zu ihm hin, nahm sein Gesicht in ihre Hände und küsste ihn zärtlich auf den Mund. »Natürlich tu ich das!«, bestätigte sie ihn, völlige Aufrichtigkeit schwang in ihren Worten mit. »Ich ... liebe dich wirklich, Tom! Trotz Karl, trotz Ansgar! Und ... es reicht für mich aus, um deine Frau zu werden!«

Ruhig kuschelten sie einige Minuten miteinander. Spürten sich.

Ganz dicht.

Jeder den anderen!

Schließlich musste sie noch etwas loswerden, was sie sehr belastete:

»Es ist nicht ... safe! Das zwischen mir und Ansgar, Tom.«

»Ach«, entgegnete er erstaunt, »bist du nicht die ehemalige Straßenritze mit der Kondom-Lizenz gewesen? Kein Fick ohne Gummi - so lautete dein Gesetz!«

»Eigenes Gesetz gebrochen«, schnaufte sie unzufrieden, » ... wie eine doofe 15-Jährige!« »Nein«, ergänzte sie rasch, »diese sind heute schlauer als ich!«

»Du bist nicht HIV-positiv«, bemerkte Thomas Bendermann nüchtern. »Nach der Vergewaltigung durch den Psychopathen, diesen Benjamin Micker, haben dich die Ärzte gecheckt. Und Ansgar, ... den kenne ich seit 6 Jahren, ... fast wie meinen eigenen Sohn! Der ist garantiert kein willenloser Rammler gewesen! Der ist gewissenhaft bis in die letzte Körperzelle hinein!« Lächelnd fügte er an: »Na ja, Ausnahmen bestätigen die Regel, sonst würden wir beide hier nicht dieses Gespräch führen.«

»Ich werde mich in New York erneut checken lassen«, erklärte Mercy sachlich kalt. »Und von ihm verlange ich das auch.«

»Warum? Warum willst du das tun?«, hakte er nach.

»Um alle Risiken auszuschließen«, antwortete sie klar. »Ich möchte dich nicht in Gefahr bringen, Tom. Nicht wegen mir!«

»Und wenn du schwanger wirst? Von ihm?«, wollte Bendermann ergänzend wissen.

»Sehr unwahrscheinlich«, sagte Mercy eindeutig. »Seit der Vergewaltigung damals habe ich keine ... Blutung mehr. Doktor Miller sprach von einer sogenannten unerklärbaren ... Anovulation. Ich habe keinen Eisprung mehr, Tom! Keine Kinder!«

»Ist das behandelbar ...?«, fragte er.

»Es gibt Möglichkeiten«, erklärte Mercy, »doch unter meinen aktuellen besonderen Lebensumständen sind Kinder das Letzte, woran ich denke!«

Schließlich löste sie sich von seiner Umarmung und stieg aus dem Bett heraus.

Bendermann blickte ihr fragend nach.

»Ich dusch mich schnell ab und mach mich frisch«, erklärte Mercy Bowlers lockerlippig. »Wenn ich zurück bin und dir danach ist, hoffe ich, dass du einen Gummi aufgezogen hast.«

Ohne weitere Worte verschwand die Blondhaarige im angrenzenden Badezimmer.

Thomas Bendermann dachte kurz über das eben Gehörte nach.

Schließlich stand er auf und durchforstete seine privaten Utensilien.

Natürlich wurde er fündig.

Erleichtert atmete er durch.

Draußen graute schon der neue Tag in Rastiastan.

Die Nacht war vorüber.

Diese besondere Nacht.

2. Kapitel, Frühstücksgespräch

»Ich habe über diesen schrecklichen Unfall gelesen. Davon wusste ich bisher noch nichts«, erzählte der lockenköpfige Marc Bowlers, Mercys Bruder, am reichlich gedeckten Frühstückstisch.

Es war 8:30 Uhr.

Außer Lydia van Bush hatte sich noch keiner im Frühstücksraum blicken lassen.

Karl hatte sich noch mal seitlich gedreht und war sofort weggedöst. Seine Freundin Lydia allerdings, die nach dem intensiven Liebesakt noch über eine Stunde wachgelegen und über Estelle Brukners Botschaften und Prophezeiungen nachgedacht hatte, machte einen ausgesprochen munteren Eindruck. Das weiße Leinenkleid war hochgeschlossen. Ihre wilde Mähne hatte sie mit einem Lederband gezügelt. Ein Bediensteter schenkte ihr Kaffee ein.

»Ja, der Unfall«, klärte ihn die Rocklady wahrheitsgemäß auf. »Darüber habe ich erst neulich gesprochen. Bei einem Interview mit einer Journalistin vom »The Red Roller Tracks«-Magazin. Maria Steven hieß die nette Frau. Ich habe beim Interview ihr Smartphone vollgekotzt!«

»Du hast ... was?«

Marc weitete entsetzt seine Augen.

»Schwangerschaftsübelkeit«, entgegnete Lydia knapp und biss eine Ecke Fladenbrot ab. Dann machte sie sich über einen Teller mit einem Gemisch aus Joghurt, Bohnen und Sesampaste her. »Wow, das Foul ist der Hammer!«, lobte sie die Speise und schleckte einen weiteren Löffel ab.

»Faul ...?«, fragte Marc verdutzt nach.

Lydia lachte; ihre braunen Augen blitzten dabei auf.

»Nein, Foul! Das spricht man Ful aus - mit einem langgezogenen U! Es ist total lecker!«

»Ich bleibe lieber bei Croissants«, antwortete der junge Mann und nippte an seinem Minztee. »Du hattest damals Glück ... in Amsterdam«, meinte er schließlich und griff damit das alte Thema wieder auf.

»Ja«, erinnerte sich Lydia an die tragische Geschichte. »Ich war bei einer Freundin, als das Feuer im Haus meiner Eltern ausbrach. Purer Zufall!«

Die braunmähnige Frau führte den Rand der Kaffeetasse an ihre Lippen und atmete tief ein.

Der Arabica ist himmlisch!, dachte sie und nahm einen Schluck.

»Schlimm, die Eltern so zu verlieren«, sagte Marc mit einer gedankenversunkenen Stimme. Dabei fiel ihm ein, dass er noch nicht mit seinen Eltern telefoniert hatte. »Danach hat mich meine Großmutter nach Deutschland geholt«, erklärte Lydia. »Wilma, die Mutter meiner Mutter, durfte sich dann mit mir herumplagen. Heidelberg war geil! Ich erinnere mich sehr gerne an die Altstadt!«, schwärmte die Frau begeistert.

»In Heidelberg hast du dann ... Tim getroffen, richtig? Die Sache mit dem Apfel. Er hat dir diesen rotbackigen Apfel geschenkt, nicht wahr?«, fragte Marc nach.

»Ja, ein total romantischer Augenblick«, sagte sie mit strahlenden Augen. »Du kannst dir nicht vorstellen, wie tief ich in ihn verliebt gewesen war, Marc! Keinen Mann danach habe ich so sehr geliebt wie Tim!«

»Und ... was ist mit Karl?«, fragte der Lockenkopf augenzwinkernd nach.

»Der ist dicht an Tim dran«, meinte Lydia frech. »Aber sag es ihm nicht. Sonst wird er noch eingebildet.«

»Ich finde«, stellte Marc fest, »dass Ihr beide ... ein tolles Paar abgebt! Karl und du, meine ich!«

»Oh, vielen Dank«, sagte Lydia. »Obwohl es Karl mit mir nicht immer leicht hat.«

Marc grinste.

»Hab ich bemerkt! Er gleicht mit seiner sanftmütigen Art dein schäumendes Temperament aus! Passt schon, Lydia!«

Irrsinnigerweise erinnerte sich Marc in diesem Moment an den gut gebauten Karl, wie er sich neuerdings immer und immer wieder nackt in seine Wichsphantasien einschlich. Marc hielt Karl für eine scharfe Nummer, obwohl dieser eindeutig hetero war.

Und Lydia van Bush glaubte fest daran, dass Marc Bowlers eine Wiedergeburt von Tim, Liddis verstorbenem Jugendfreund, war.

Eine echt komplizierte und auch ... unheimliche Geschichte!, dachte der junge Lockenkopf. 

»Die Behörden haben nie eindeutig die Brandursache klären können«, hörte er plötzlich Lydia erzählen, die ein weiteres Stück Fladenbrot aus einem Körbchen fingerte. »Das Feuer ist angeblich in der Küche ausgebrochen. Doch man fand beide Leichen im ersten Stock, im Schlafzimmer.«

»Vielleicht hat das Feuer sie bei einem Mittagschlaf ... oder dergleichen überrascht?«, stellte sich Marc vor.

»Ja, die Ermittler gingen damals von Ersticken durch plötzliche Rauchentwicklung aus. Wahrscheinlich wurden sie im Schlaf überrascht«, erzählte Lydia. »Komisch für mich ist nur«, ergänzte die Frau, »meine Eltern waren beide sehr vorsichtig. Richtige Sicherheitsfanatiker. Bei einem Gasherd ist das auch nicht verkehrt. Und ausgerechnet, denen soll dann dieser Leichtsinn passiert sein?«

»Lange her«, entgegnete Marc Bowlers dieser Frage. »Mühsam, wenn du dir jetzt darüber den Kopf zerbrichst, Liddi.«

»Du hast recht! Lass uns das traurige Thema abhaken!«, bestätigte die Frau ihn. »Wie ist es für dich gewesen, auf deine ... verschollene ... Schwester zu treffen? Mercy hat mich ... sehr beeindruckt!«

Besonders die Botschaften von Estelle an Mercy!, sinnierte die Rocklady insgeheim.

Denn darüber durfte sie mit niemandem reden. Estelle hatte dies strikt verboten! Liddi hatte ebenfalls Prophezeiungen erhalten, und diese waren für sie gleichsam erschreckend, aufwühlend ... und herzenstief gewesen.

Botschaften, die - nachdem sie verkündet waren - augenblicklich die Seele berührt hatten. Ein Gefühl hatte sie durchdrungen, dessen Herkunft sie nicht richtig deuten konnte. Dazu noch diese Estelle, die geradezu etwas Magisches, Übernatürliches und gleichzeitig ... völlig Normales ausstrahlte!

Lydia van Bush hatte sich nach dem schrecklichen Tod ihrer Eltern und später nach dem Sterben von Tim, ihrer Jugendliebe, trotzig und verbittert von Gott abgewandt. Damals hatte sie es zugelassen, ihren Glauben zu verlieren. Nun sah es danach aus, dass Gott und der Glaube sie niemals vergessen hatten.

Die Botschaften hierzu waren eindeutig.

Ohne Zweifel.

Rein.

Pur.

Und stark!

Aber auch fordernd!

Es galt nämlich, ... Dinge zu erledigen, denn die Zeit drängte!

Was auch immer da kommen würde, von dem wollte Lydia in diesem Augenblick lieber nichts wissen!

Alles war aufregend und unfassbar genug ... für eine 45-jährige Rocksängerin, die zudem schwanger war.

Sie war eine der ... 3 Auserwählten!

Und ... sie wurde nicht danach gefragt, ob sie dies überhaupt sein wollte.

Es war einfach klar, dass sie sich sofort dazu bekannte.

Ein Dreigestirn.

Eine lebenslange Freundschaft mit Mercy und Estelle.

Jede mit ihrer Aufgabe, jede mit dem Ziel vor Augen!

Dem letzten, dem wichtigsten Ziel von allen.

»Sag mal, hörst du mir überhaupt noch zu?«, fragte Marc, riss sie unwirsch aus ihren Gedanken heraus.

»Entschuldige«, lächelte sie ihn verschämt an, »ich war gerade kurz weg.«

»Geht’s dir gut, Liddi?«

Besorgnis in seiner Stimme.

»Besser denn je!«

Ehrlichkeit und Klarheit in ihrer.

3. Kapitel, Im Baumarkt

Sandrina Rossi, eine temperamentvolle Italienerin mit fast echtem Blondhaar, klimperte lieb mit ihren blauen Augen. Ein herzerweichender Kleinmädchenblick zierte ihr wunderschönes Gesicht. So sah sie immer aus, wenn sie zielstrebig etwas rasch erreichen wollte.

2 Männer, stramme Ausgeburten der Bewohner Miamis, standen vor ihr in der Warteschlange am Informationsstand. Der eine Kerl, ein muskelbepackter Kurzhaarschrank, ließ sich gerade von einem pickligen Verkäufer mit Milchbuben-Charme eine Bohrmaschine erklären. Der andere Typ, bekleidet mit einem zahnschmelzerweichenden Hawaiihemd, viel zu engen Shorts und unschicken Riemensandalen an den Plattfüßen folgte ebenfalls den fachmännischen Ausführungen des Milchbubis.

Obwohl er eigentlich - unverkennbar mit einer Heckenschere bestückt - sicherlich nicht mit dem Bohrmaschinen-Mann befreundet war.

 

Baumarkt! Männer unter sich - was für ein unterhaltsames Völkchen!, dachte Sandrina, als sie sich mit einem Räuspern Gehör verschaffte.

 

Der junge Verkäufer brach - typisch männlich - mitten im Satz ab. Synchron drehten sich die Männerköpfe in Sandrinas Richtung, und 3 Augenpaare glotzten sie - ebenfalls typisch männlich - überrascht an.

Die Italienerin, die in ihrem roten, körperbetonten Sommerkleid sicherlich auch außerhalb eines Baumarktes eine erotische Offenbarung war, himmelte die 3 Typen sehr offensichtlich an.

 

»Es ist mir ausgesprochen peinlich, Sie zu stören, meine Herren. Aber ... ich stehe auf dem Parkplatz recht ... ungeschickt ... und bin ziemlich unter Zeitdruck. Mein Grandpa benötigt einige Dinge, und ... ich bin zum ersten Mal ... allein ... in einem Baumarkt!« Einen unschuldigen Augenaufschlag weiter fügte sie an: »Ich brauche ganz dringend ... männlichen Rat! Ich fühle mich so verloren, verstehen Sie?«

 

Blonde Haare, ansprechendes Aussehen und einen charmanten italienischen Akzent in der Aussprache - ja, die Männer verstanden natürlich sofort!

Während sich bei den beiden Kunden der männliche Sabber im Mund zu sammeln begann und der Glotz-Modus auf dauerhaft umgeschaltet hatte, erhielt der picklige Verkäufer seine Fassung zuerst zurück.

 

»Ähm, wie kann ich Ihnen behilflich sein, Miss?«, fragte er und hüstelte am Ende des Satzes herum.

 

»Oh, wie nett Sie doch sind!«, säuselte Sandrina. »Meine Nonna, meine Grandma, hat mir schon so viel von der zuvorkommenden Art der Amerikaner erzählt!«

 

Der Verkäufer in dem karierten Hemd errötete verlegen.

Die beiden anderen Männer hatten sicherlich gerade schmutzige Sexphantasien von zuckenden Männlichkeiten und wilden Klecksereien auf einem samthäutigen italienischen Dekolletee.

 

Sandrina zupfte lächelnd am Ausschnitt ihres Kleides herum - alle 3 Männer starrten gleichzeitig dorthin.

 

»Puh, ganz schön ... heiß in ihrem wunderschönen Florida.« Schließlich wischte sie sich keck eine blonde Haarsträhne aus dem Gesicht. »Gut, dass mein Motel eine große Dusche hat«, plapperte sie munter darauflos. »So richtig was zum Abkühlen! Ich liebe Miami! Jetzt weiß ich auch, warum Florida der Sonnenstaat heißt!«

Sandrina Rossi strahlte übers ganze Gesicht, als hätte sie die Erkenntnis des Jahrtausends erhalten.

 

»Ähm, ja, Sie haben natürlich recht, Miss«, verhaspelte sich der Verkäufer umständlich und wischte sich seine Handflächen an der fleckigen Hose trocken. »Was kann ich für Sie tun?«

 

»Führen Sie auch ... Rattengift?«, fragte sie freundlich nach.

 

Das Glotzen der 3 Männer wurde eine Spur intensiver, vermengt mit einer Nuance Skepsis.

 

»Rattengift?«, wiederholte der Milchbubi verdutzt.

 

»Ja«, nickte Sandrina aufgeregt. »Mein Grandpa hat eine richtige Plage in seinem Garten. Üble Sache!«

 

Der Mann überlegte kurz.

»Solche ... krassen ... Schädlingsbekämpfungsmittel finden Sie in Gang »T«, dort hinten, links«, meinte er und zeigte in die Richtung.

 

»Aha, das passt ja ... »T« wie ... Tod«, plapperte Sandrina vergnügt.

 

»Oder ... wie »Toxin« ...«, ließ sich der Bohrmaschinen-Mann zu einer Bemerkung hinreißen, und grinste dabei über sein 3-Tage-Bartgesicht, als hätte er eine überaus intelligente Äußerung gemacht.

 

»Oh, wie originell!«, jubelte Sandrina und tätschelte anerkennend seine Schulter.

Der Pickel-Milchbubi und der Typ mit der Heckenschere sahen daraufhin ziemlich verkniffen aus, beneideten den anderen Mann wegen der direkten Berührung durch die Frau.

 

Sogleich wurde der Verkäufer stimuliert:

»Kann ich Ihnen sonst noch ... dienen, Miss?«

 

»Dienen?«, hakte die Italienerin nach und riss ihre blauen Augen weit auf. »Wie erregend ausgedrückt. Da gerate ich ja in ... hitzige Wallungen!«, scherzte sie ausgelassen und lachte mädchenhaft über ihre eigenen Satz.

 

Milchbubi zog verschämt an einem Ohrläppchen und grinste betreten, als hätte man bei einem garstigen Gedanken erwischt.

 

»Sie sind alle so ... lieb!«, flötete Sandrina nett und schaltete schließlich innerhalb eines Lidschlages auf sachlich um:

»Ich benötige des Weiteren einen Akku-Tacker, tragbar, mit passendem Koffer, eine Magazinkapazität mit 100 Klammern. Die längsten Klammern, die sie haben! Inklusive einer mehrsprachigen Bedienungsanleitung. Und ich hoffe, dass Italienisch dabei ist!«

 

Schweigendes Glotzen der 3 Männer.

Dem Heckenscheren-Typ klappte das Kinn nach unten.

 

»Akku-Tacker finden sie am Ende des Ganges ...«, erklärte der Verkäufer und wurde vom italienischen Plauderton geradezu überrollt.

 

»Sehr schön, mein Guter! Ganz lieb von Ihnen! Ich denke, Sie führen auch Heimzoo-Artikel, nicht wahr? Klasse! Ich brauche ein Terrarium, Glasbauweise, ohne Beleuchtung, mit sehr dichtem Deckel! Die Ecken sollten gummiert sein, damit ich mich nicht daran verletzen kann. Schnittwunden sind so schmerzhaft und kommen gar nicht gut auf meinem geschmeidigen Händchen! Ich brauch doch meine Hände noch ... für angenehmere ... Dinge.«

 

Schelmisch lachte Sandrina Rossi die 3 Männer an, die doof schauend vor sich hinschmunzelten.

 

»Tierbedarf und sonstige Artikel finden Sie in Gang »Z«, Miss«, informierte sie Milchbubi und versuchte, professionell männlich zu wirken, was auf die elegante Italienerin eher wie eine Parodie wirkte.

 

»Oh, wie übersichtlich Ihr Geschäft doch aufgebaut ist«, meinte Sandrina mit gespielter Naivität. »Das »Z« steht sicherlich für »Zoo«, nicht wahr? Heim-Zoo-Artikel! Oh, wie genial!«

 

»Ich zeig es Ihnen gerne ...«, meinte der Verkäufer mit einer unüberhörbaren Hoffnung in der Stimme.

 

»Ach, nein, mein Netter! Ich habe Sie und die beiden lieben Gentlemen schon zu lange aufgehalten. Ich finde mich schon zurecht!«

 

Enttäuschung spiegelte sich im Gesicht des Jünglings wider. Es erstrahlte sofort, als Sandrina eine letzte Frage stellte:

»Noch eine Kleinigkeit! Ich möchte mir gerne schnell etwas ... 'reinschieben! Wo finde ich etwas Passendes?«

 

Die Gehirne der Männer explodierten förmlich, als die Frau sie alle 3 anlächelte.

Keiner der Männer sprach ein Wort.

 

»Süßkram, meine ich«, ergänzte Sandrina Rossi. »Wenn’s geht - ohne Zucker!

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Mercy, die Straßenritze 4" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen