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Mein sicheres Zuhause - Keine Frage offen

Vorwort

Es dürfte kaum einen anderen Ort geben, an dem wir uns so sicher fühlen wie in unseren eigenen vier Wänden, unserem Zuhause. Und doch drohen gerade hier erhebliche Gefahren. Oder hätten Sie gewusst, dass sich im eigenen Haushalt mehr tödliche Unfälle ereignen als im Straßenverkehr? Sorglosigkeit, Hektik, unzureichende Beleuchtung und achtlos herumliegende Gegenstände erhöhen das Risiko beträchtlich.

Dabei sind die Unfälle nur ein Unsicherheitsfaktor von vielen. Wenn von einem sicheren Zuhause die Rede ist, dann denken viele zunächst einmal an den Schutz gegen Einbrecher. Und daran hapert es vielfach ganz erheblich. Fenster und Türen sind nicht ausreichend gesichert, innerhalb weniger Augenblicke könnte ein Einbrecher in das Haus oder die Wohnung gelangen. Und bei wem eingebrochen wurde, der erleidet nicht nur einen materiellen Schaden. Fast noch schlimmer sind die seelischen Folgen: Man fühlt sich eben nicht mehr sicher, bei sich zuhause. Die Vorstellung, dass Fremde in unseren höchst privaten Bereich eindringen, sich an unseren persönlichen Dingen vergreifen und unsere Unterlagen durchwühlen, ist sehr belastend. Es geht etwas sehr Kostbares zu Bruch, nämlich das Gefühl von Geborgenheit. Und das kann keine Versicherung ersetzen und kein Handwerker wieder ficken.

Es drohen aber noch weitere Gefahren: Feuer kann ausbrechen, Wasserrohre können undicht werden, der Blitz kann einschlagen, Besucher können zu Schaden kommen oder unsere Gesundheit ist durch sogenannte »Wohngifte« bedroht, Schadstoffe, denen wir tagaus, tagein ausgesetzt sind und die uns krank machen können.

Von all diesen Gefahren soll in diesem Buch die Rede sein. Sie erfahren, wo die Gefahren lauern, wie Sie vorsorgen können und was Sie tun müssen, wenn der Schadenfall eingetreten ist. Außerdem werden wir einen Seitenblick auf das Thema Versicherungen werfen, denn ein sicheres Zuhause ist auch eines, das ausreichend versichert ist.

Dabei möchte Sie dieses Buch keineswegs verunsichern oder Ihnen den Eindruck vermitteln, als müssten Sie besonders großen Aufwand treiben, um sich gegen all die Gefahren zu schützen. Das Gegenteil ist richtig: Man kann sich mit wenigen, aber durchdachten Maßnahmen schon ganz gut schützen. Darüber hinaus sind manchmal auch bloß Verhaltensänderungen notwendig, die Ihre Sicherheit beträchtlich erhöhen. Und die kosten gar nichts.

Schließlich muss man aber auch sagen: Absolute Sicherheit gibt es nicht. Man kann sich nicht gegen jede nur denkbare Gefahr absichern. Das wäre viel zu teuer und auch gar nicht wünschenswert. Aber was Sie tun können, ohne sich finanziell zu übernehmen: Sich mit Augenmaß gegen die wichtigsten Gefahren zu schützen. Dieses Buch will Ihnen dabei helfen.

München, im Juli 2009

Dr. Matthias Nöllke

Zum Geleit

Sicherheit ist kein Produkt, sondern ein Prozess!

Einbruch und Diebstahl nehmen weltweit den größten Anteil aller Delikte ein. Andere Delikte mögen zwar plakativer wirken, rangieren aber in den Statistiken weit darunter. Durch Einbrüche in Privathaushalte, Geschäfte und Betriebe entstehen jedoch nicht nur beträchtliche materielle Schäden. Bei den Opfern können schwere und lang anhaltende psychische Folgen hervorgerufen werden. Nicht selten führen die traumatischen Konsequenzen sogar zum Auszug aus den liebgewonnenen »Vier Wänden«.

Um sich vor so einem Vorfall zu schützen, bedarf es häufig der technischen Prävention. Doch wo fängt man an? Wo hört man auf? In erster Linie geht es immer um die Erfüllung der Philosophie »Lieber aussperren als einsperren«. Das bedeutet im Einzelnen, sein Hauptaugenmerk auf den mechanischen Widerstand, der sinnvollen Hürde für Einbrecher, zu richten. Für den Einbrecher sind die Faktoren Zeitaufwand, Lärm, Verletzungsgefahr, ungeeigneter Fluchtweg äußerst abschreckend. Somit liegen gerade in diesen Faktoren die Möglichkeiten einer richtigen und zieloptimierten Einbruchs-Abwehr.

Für einen wirkungsvollen Schutz gegen Einbruchdiebstahl steht heute eine Vielzahl technisch ausgereifter Produkte zur Verfügung. Die Sicherheit von Immobilien kann bereits bei der Bauplanung, aber auch durch geeignete Nachrüstungsmaßnahmen optimiert werden, wenn geprüfte und zertifizierte Sicherheitstechnik zum Einsatz kommt.

Entscheidend für den Erfolg und damit für die Sicherheit von Personen und Sachwerten ist jedoch vor allem eine ganzheitliche Planung. Dabei ist ein optimaler Schutz nur durch die Verzahnung einer objektiven Schwachstellenanalyse, sinnvoll aufeinander abgestimmte Einzelelemente und fachgerechter Montage zu erreichen. Eine solide Grundsicherung kann auch zu einem neuen Selbstverständnis führen und die Selbstbehauptung steigern.

Das vorliegende Buch bietet nicht nur für die Planung eine sehr wichtige Grundlage. Für eine Analyse sowie entsprechende Lösungsvorschläge ist der »goldene Weg« derjenige, der zur für Sie zuständigen Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle führt. Die Adresse erfahren Sie bei jeder Polizeidienststelle.

Ich wünsche dem als Informations- und Nachschlagewerk gedachten Buch viel Erfolg, nicht zuletzt im Interesse des wirksamen Schutzes von Personen und Vermögenswerten und einer erfolgreichen Verhütung von Straftaten.

Claus Grothmann

– Kriminalhauptkommissar –

Fachberater des Kommissariates 105 – Technische Prävention – des Polizeipräsidiums München

Kapitel 1: Das eigene Heim schützen

In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Gefahren es überhaupt gibt, wie sie einzuordnen sind und durch welche Maßnahmen Sie vorbeugen können. Dabei beschäftigen wir uns zunächst mit unserem Hauptthema, dem Schutz vor Einbrechern. Sie erfahren, wie und wann eingebrochen wird, was Täter anlockt und was sie abstreckt. Außerdem bekommen Sie Informationen, wie Sie Bränden und Wasserschäden vorbeugen können, welche Unfälle sich zu Hause ereignen und was Sie tun sollten, wenn Sie vorhaben, für längere Zeit Ihr Zuhause zu verlassen.

Welche Gefahren drohen meinem Zuhause?

Beim Thema »Mein sicheres Zuhause« denken manche nur an Sicherheitsschlösser, Alarmanlagen und Videoüberwachung. Mit einem Wort, an Schutzmaßnahmen gegen Einbrecher und Diebe. Die sind natürlich äußerst wichtig, doch wenn Sie Ihr Zuhause sicher machen wollen, sollten Sie auch andere Gefahren im Auge behalten.

Die fünf Gefahren

Im Wesentlichen lassen sich fünf Gefahren unterscheiden, gegen die ganz unterschiedliche Maßnahmen zu ergreifen sind:

  • Einbrecher. Etwa alle vier Minuten wird irgendwo in Deutschland eingebrochen. Kein sicheres Zuhause ohne einen wirksamen Schutz gegen Einbrecher.

  • Brände. Sie werden oft durch technische Defekte oder Unachtsamkeit verursacht. Bereits drei Atemzüge giftigen Brandrauchs können tödlich sein!

  • Wasserschäden. Verstopfung, Rohrbruch oder überlaufende Waschmaschinen können erhebliche Schäden verursachen.

  • Mangelhafte Bausubstanz: Feuchtigkeit im Mauerwerk, problematische Baustoffe können der Gesundheit schaden. Im schlimmsten Fall herrscht Einsturzgefahr.

  • Unfälle: Steile Treppen, rutschige Fliesen, lose oder ungeschützte Kabel stellen eine vielfach unterschätzte Gefahr dar – für Sie und Ihre Gäste.

Intelligenter Schutz

Durch geeignete Maßnahmen können Sie die Sicherheit Ihres Hauses ganz erheblich verbessern. Dabei ist nicht alles für jeden sinnvoll. Es kommt ganz darauf an, was für ein Objekt Sie bewohnen, eine Altbauwohnung im Erdgeschoss, einen Bungalow oder ein Dachstudio. Wohnen Kinder bei Ihnen oder kommen zu Besuch? Und schließlich ist auch entscheidend, wie viel Geld Ihnen zu Verfügung steht.

Dabei ist abzuwägen: Der Einbau einer sicheren Tür oder die Erneuerung alter Stromleitungen mag zunächst ins Geld gehen. Doch sollten Sie bedenken, dass es Sie wesentlich teurer zu stehen käme, wenn der Schadensfall eintritt: Einbrecher in Sekundenschnelle Ihre Tür aufstemmen oder hinter der Wand ein Schwelbrand entsteht, der Sie und alle Hausbewohner in Gefahr bringt.

Auf der anderen Seite kann man es natürlich auch übertreiben: Wer seine Wohnung in eine Festung verwandelt, zahlt nicht nur sehr viel Geld, er gewinnt auch nichts an Sicherheit – im Vergleich zu jemandem, der mit Augenmaß in wenige, aber effektive Maßnahmen investiert. Dagegen ist jemand, der eine Villa oder ein Luxusapartment bewohnt, gut beraten, nicht gerade beim Schutz zu geizen. Es gilt die Faustregel: Je größer die Vermögenswerte sind, die Sie schützen wollen, desto größeren Aufwand müssen Sie treiben.

Nimmt die Zahl der Einbrüche zu?

Wer die Berichte in den Zeitungen oder im Fernsehen verfolgt, der könnte annehmen, dass immer häufiger eingebrochen wird. Und tatsächlich meldet die aktuelle Polizeistatistik bei den Einbrüchen einen Anstieg von 2,8 Prozent. Allerdings ist in den Jahren zuvor die Zahl immer weiter zurückgegangen. Haben Sie gewusst, dass vor 16 Jahren, nämlich 1993, mehr als doppelt so oft eingebrochen wurde? Trotz des leichten Anstiegs weist der Trend also eher nach unten als nach oben.

Besserer Schutz macht sich bezahlt

Und doch ist diese erfreuliche Tendenz kein Grund zur Entwarnung. Im Gegenteil, denn was die Polizeistatistik ebenfalls ausweist, das ist die Anzahl der (gescheiterten) Einbruchsversuche – natürlich nur, sofern sie der Polizei bekannt geworden sind. Und hier gibt es im gleichen Zeitraum einen leichten Anstieg. Anders gesagt: Immer mehr Einbruchsversuche haben keinen Erfolg. Von allen Einbrüchen, die der Polizei bekannt werden, wird jeder dritte erfolglos abgebrochen.

Dies liegt ganz sicher daran, dass die Bürger heute besser gegen Einbrüche gewappnet sind als noch vor 16 Jahren. Und das ist gewiss vor allem Folge der verstärkten Aufklärung durch die Polizei. Es gibt spezielle Beratungsstellen, bei denen sich jeder erkundigen kann, wie er seine Wohnung oder sein Haus einbruchsicher machen kann.

Regionale Unterschiede

Wenn man die Zahl der Einbrüche auf 100.000 Einwohner hochrechnet, ergibt sich ein Anhaltspunkt, wie »sicher« man in einem Land oder in einer Stadt lebt. Dabei bestehen unter den Bundesländern starke Unterschiede, die zum Teil auch damit zu tun haben, wie großstädtisch oder ländlich das jeweilige Land geprägt ist.

Nicht überraschend daher, dass die Stadtstaaten wie Bremen, Hamburg und Berlin vorne liegen, wobei Berlin so schlecht gar nicht abschneidet, wie manche vielleicht erwarten würden. Die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Wohnung in Berlin eingebrochen wird, ist nur halb so groß wie die in Bremen. Und Berlin liegt gleichauf mit Nordrhein-Westfalen, das trotz sinkender Fallzahlen die Liste der Flächenstaaten anführt. Knapp dahinter liegt – und auch das mag manche überraschen – Schleswig-Holstein.

Die »sichersten« Länder sind (in dieser Reihenfolge): Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Wohnung in Bremen eingebrochen wird, mehr als achtmal so groß wie in Bayern. Doch liegt Bremen unter den Großstädten nicht ganz vorne, sondern lediglich auf dem zweiten Rang hinter Köln. Den Titel der »sichersten« Großstadt teilen sich Chemnitz und Erlangen.

Nun muss man hinzufügen, dass diese Zahlen keineswegs in Stein gemeißelt sind, sondern sich immer wieder verändern. Aber eine gewisse Tendenz lässt sich daran schon ablesen.

Was sollte ich über Einbrecher wissen?

Auch wenn die Zahl der Einbrüche zurückgeht, so ist sie immer noch erschreckend hoch: Fast alle vier Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Und noch immer wird es Einbrechern mitunter sehr leicht gemacht. Fenster und Balkontüren stehen offen, Wertsachen liegen offen herum, der Haustürschlüssel liegt unter dem Fußabtreter oder im Blumenkasten neben der Tür, der Einbrecher braucht nur noch zuzugreifen. Eine beträchtliche Anzahl von Einbrüchen lässt sich einfach dadurch verhindern, dass man weniger leichtsinnig ist.

Gelegenheit macht Diebe

Die meisten Einbrüche werden nicht von langer Hand geplant, sie ergeben sich spontan. Das gilt vor allem für Wohnungseinbrüche, die bei weitem häufiger sind als die Einbrüche in freistehende Einfamilienhäuser. Wer meint, bei ihm werde nicht eingebrochen, weil bei ihm ja nichts zu holen sei, befindet sich im Irrtum. Für einen Einbrecher ist es durchaus verlockend, wenn er innerhalb von Sekunden eine schlecht gesicherte Tür aufbrechen und sich dann in Ihrer Wohnung frei bedienen kann.

Das führt uns zu einem wichtigen Punkt: Einbrecher stehen unter einem enormen Zeitdruck. Sie versuchen abzuschätzen, wie schnell sie an Beute kommen. Dies tun sie von außen. Ist im Erdgeschoss ein Fenster gekippt oder lässt sich die Wohnungstür schnell knacken, kann das für den Einbrecher das entscheidende Signal sein, es bei Ihnen zu versuchen.

Alle Hinweise auf Abwesenheit vermeiden

Ein überquellender Briefkasten, Jalousien, die tagelang nicht hochgezogen werden, oder wenn bei Dunkelheit kein Licht brennt, all das sind Hinweise für einen Einbrecher, dass Sie nicht zu Hause sind und er freie Bahn hat. Ebenfalls schädlich: Auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen wie: »Ich bin erst am 25. April wieder zu Hause.« Manche Einbrecher telefonieren vorher potenzielle Adressen ab.

Mit klaren Signalen Einbrecher abschrecken

Lässt sich schon von außen erkennen, dass Ihre Wohnung oder Ihr Haus gut gesichert ist, so hat das einen abschreckenden Effekt. Eine massive Wohnungstür, die mit Zusatzschlössern gesichert ist, vergitterte Fenster im Erdgeschoss oder eine Gegensprechanlage mit Videoüberwachung wirken auf Einbrecher nicht gerade einladend. Allein stehende Häuser werden gemieden, wenn das Grundstück von der Straße oder von den Nachbarn her gut einsehbar ist – vor allem die beliebtesten Einstiegsstellen wie Terrasse, Kellerfenster und Hintereingänge.

Auch Hundegebell kann Einbrecher auf Abstand halten. Dabei muss es sich gar nicht um große, gefährliche Hunde handeln. Vielmehr kann fortgesetztes Gebell die Aufmerksamkeit von anderen erregen. Und das will ein Einbrecher möglichst vermeiden. Nun reichen die genannten Faktoren als Schutz vor Einbrechern nicht aus. Sie sind aber ein wichtiger Baustein, auf den Sie nicht verzichten sollten.

Wann wird eingebrochen?

Nach landläufiger Vorstellung kommen Einbrecher vor allem nachts, mit Taschenlampen bewaffnet, im Schutz der Dunkelheit. Doch das stimmt nicht ganz. Viele Einbrüche erfolgen am helllichten Tag, nachmittags, aber auch wenn es dämmert. Doch müssen wir unterscheiden, ob in einer Wohnung oder in einem freistehenden Einfamilienhaus eingebrochen wird.

Der typische Wohnungseinbruch

Der Einbruch zur Mittagszeit ist bei Wohnungseinbrüchen weit verbreitet. Dabei nutzen die Einbrecher die kurzzeitige Abwesenheit der Bewohner aus, dringen in die Wohnung ein und raffen so schnell wie möglich alles zusammen, was einen gewissen Wert verspricht: Geld, Schmuck und technisches Gerät. Dabei kennen die Einbrecher die typischen Verstecke für Bargeld sehr genau: Schubladen in der Küche, im Nachttisch und zwischen der Wäsche.

Sehr beliebt sind auch die frühen Abendstunden, zwischen 18 und 20 Uhr, während nach 22 Uhr das unehrenhafte Handwerk des Einbruchs weitgehend zum Erliegen kommt.

Der typische Hauseinbruch

Früher galt die Regel, dass in ein freistehendes Einfamilienhaus vorzugsweise nachts eingebrochen wird, mit zwei Spitzenzeiten: Einmal gegen 23 Uhr und einmal gegen 3 Uhr früh. In einigen Regionen mag das immer noch gelten. Doch eine aktuelle Studie der Kölner Polizei kommt zu einem anderen Ergebnis: In Köln erfolgt nur noch jeder zehnte Hauseinbruch nachts zwischen 22 Uhr und 8 Uhr früh. Am häufigsten wird zwischen 16 und 22 Uhr eingebrochen, besonders oft zwischen 18 und 20 Uhr.

Die gefährlichsten Monate und Wochentage

Landläufig gelten die Sommermonate als besonders gefährlich. Da ist Urlaubszeit, alle fahren weg und die Einbrecher haben freie Auswahl. Doch auch diese Einschätzung muss wohl durch die Studie der Kölner Polizei korrigiert werden. Demnach wurde zur Zeit der Sommerferien eher weniger als vermehrt eingebrochen. Auch Einbrecher machen Urlaub, könnte man schlussfolgern.

Hingegen liegt die Hochsaison nach der Kölner Studie in einer Zeit, von der man gedacht hätte, dass die ehrbaren Kaufleute ihre Geschäfte machen und sonst alles friedlich und beschaulich zugeht. Die Rede ist von der Advents- und Weihnachtszeit. Der Dezember ist der unangefochtene Spitzenmonat, gefolgt von November und Januar.

Und auch unter den Wochentagen gibt es einen klaren Favoriten, an dem die Einbrecher besonders gerne kommen: Es ist der Samstag. Gefolgt vom Freitag, wenn es um Einbrüche in Einfamilienhäuser geht. Demgegenüber scheinen Wohnungseinbrecher eher den Montag zu bevorzugen. Das heißt natürlich nicht, dass Sie an den anderen Tagen keinen Einbruch befürchten müssen. Denn es handelt sich lediglich um einen statistischen Wert.

Wie geht der typische Einbrecher vor?

Der erste Schritt, um sich wirksam gegen Einbrecher zu schützen: Machen Sie sich klar, wie ein typischer Einbrecher vorgeht. Denn die Methoden und Verhaltensweisen ähneln sich. Auch das Handwerkszeug, das eingesetzt wird, um Fenster oder Türen aufzustemmen, ist immer wieder dasselbe. Die wichtigsten Unterschiede, die es zu bedenken gilt, bestehen zwischen Wohnungseinbrüchen und Einbrüchen in ein freistehendes Einfamilienhaus.

Beim Wohnungseinbruch

Als erstes muss sich der Täter Zutritt in das Haus verschaffen. Das fällt tagsüber wesentlich leichter als in den Abendstunden oder gar nachts, da jeder unbekannte Gast sofort Argwohn erregt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe und Anonymität der Wohnanlage. Kleine Häuser, wo jeder jeden kennt und, wo man damit rechnen muss angesprochen zu werden, zu wem man möchte, wirken eher abschreckend.

Ist der Einbrecher er einmal im Haus, wählt er sich eine geeignete Wohnung aus. Dabei achtet er auf zwei Dinge:

  • Ist niemand zu Hause? Dringen Geräusche oder Stimmen aus der Wohnung, kommt sie kaum in Frage. Oft klingeln Einbrecher noch einmal, um sicherzugehen.

  • Die Tür sollte sich für ihn problemlos öffnen lassen, was in Mietwohnungen sehr oft der Fall ist. Fast alle Wohnungseinbrüche erfolgen durch die Wohnungstür. Daher sollte sie besonders gesichert werden.

Ausnahme sind die Parterre-Wohnungen. Hier kommen die Einbrecher auch schon einmal durchs gekippte Fenster oder sie hebeln die Balkontür auf. Gefährlich sind auch Baugerüste. Vor allem wenn sie verhängt sind, ermöglichen sie den ungestörten Einstieg durch Fenster und Balkone, die sich sonst nicht erreichen lassen.

Beim Hauseinbruch

Im Unterschied zum Wohnungseinbruch kommen hier die Täter weit seltener durch die Vordertür. Sie bevorzugen Terrassentüren, sogenannte »Fenstertüren«, Fenster im Erdgeschoss oder sie gelangen durch den Keller ins Innere des Hauses.

Hauseinbrüche werden eher vorausgeplant. Nicht selten wird das Objekt eine Zeitlang vorher beobachtet. Oder die Einbrecher nehmen sich ein Viertel oder einen Straßenzug vor, der reiche Beute verspricht, und entscheiden sich nach und nach für ein Objekt, das sie dann genauer unter die Lupe nehmen.

Profis lassen sich auch von Alarmanlagen nicht abschrecken. Preisgünstige Modelle können sie leicht unschädlich machen. Aber auch wenn der Alarm ausgelöst wird, geraten abgebrühte Einbrecher nicht in Panik, sondern kalkulieren nüchtern, wie viel Zeit ihnen noch bleibt, raffen ihre Beute zusammen und entschwinden.

Wenn ein Unbekannter klingelt – wie verhalte ich mich?

In großen Mehrfamilienhäusern geschieht es fast jeden Tag: Es klingelt jemand, den man nicht kennt und dessen Besuch man nicht erwartet. Meist handelt es sich um Leute, die nichts Böses im Schilde führen, sondern nur Werbung, den Pfarrbrief oder Zeitungen in die Briefkästen einwerfen möchten. Auch Handwerker oder die Paketpost klingeln gelegentlich bei Hausbewohnern, die nicht mit ihnen rechnen.

Aber es gibt auch ungebetene Gäste, die sich auf diese Weise Zutritt in das Haus verschaffen möchten. Zum Beispiel um einen Einbruch oder einen Trickdiebstahl zu begehen.

Fragen Sie immer nach

Betätigen Sie nicht automatisch den Türöffner, wenn es bei Ihnen klingelt. Machen Sie es sich zur Angewohnheit nachzufragen. Und wenn Sie keine zufrieden stellende Antwort bekommen, sollten Sie den Betreffenden auch nicht in das Haus lassen. Nun sind Einbrecher und Trickbetrüger selten um eine Antwort verlegen. Das ist jedoch kein Grund nicht nachzufragen und nur dann den Türöffner zu betätigen, wenn Sie den Betreffenden einordnen können.

Allerdings gelangen die meisten dann doch ins Gebäude. Vor allem in einem großen Mehrparteienhaus ist das nicht allzu schwierig. Wenn Sie nicht öffnen, dann findet sich jemand anders. Oder der Betreffende schlüpft einfach mit hinein, wenn jemand das Haus betritt. Tagsüber schöpft kaum jemand Verdacht – genau das ist das Problem.

Lassen Sie Unbekannte nicht in Ihre Wohnung

Worauf es aber vor allem ankommt: Öffnen Sie Ihre Wohnung nicht jemandem, den Sie nicht kennen. Sonst riskieren Sie, einem Trickdieb oder Räuber zum Opfer zu fallen. Die versuchen sich Zutritt zu verschaffen, indem sie sich als Handwerker, Heizungsablesedienst oder auch als Polizisten ausgeben. In solchen Fällen sollten Sie sich nicht nur einen Ausweis vorzeigen lassen, sondern sich immer durch einen Anruf rückversichern, etwa bei der betreffenden Polizeidienststelle oder bei Ihrem Vermieter.

Das Glas Wasser und der Freund Ihres Neffen

Ein weit verbreiteter Trick, damit Sie Ihre Wohnungstür öffnen: Jemand täuscht einen Schwächeanfall vor und bittet um ein Glas Wasser. Während Sie sich darum kümmern, verschafft sich ein Komplize unbemerkt Zutritt, um Sie zu bestehlen. Ebenfalls beliebt ist es, sich als Bekannter oder Freund eines Verwandten auszugeben. In diesem Fall sollten Sie sich immer erst telefonisch rückversichern.

Ein Ablesedienst kommt im Übrigen nur nach Ankündigung. Auch bei Handwerkern ist das im Allgemeinen der Fall. Bestehen Zweifel, lassen Sie die betreffende Person lieber nicht in Ihre Wohnung – auch wenn Ihnen das unhöflich erscheint. Denn gerade auf Ihre Höflichkeit spekulieren diejenigen, die es nicht gut mit Ihnen meinen.

Woran sollte ich denken, bevor ich das Haus verlasse?

Sie wollten eben nur kurz das Haus verlassen, doch bei Ihrer Rückkehr erleben Sie eine böse Überraschung: Schwarzer Rauch tritt Ihnen entgegen, der Flur steht unter Wasser, Einbrecher haben Ihnen einen Besuch abgestattet oder Sie kommen gar nicht mehr in Ihr Zuhause hinein, weil Sie Ihre Schlüssel drinnen haben liegen lassen.

Alle Geräte ausschalten

Gerade da lauert die Gefahr: Man will »nur eben kurz« zum Briefkasten oder zur Nachbarin, um sich etwas auszuborgen. Man lässt die Spülmaschine laufen, Tollkühne lassen sogar ihr Essen auf dem eingeschalteten Herd brutzeln. Denn sie sind ja »sofort« wieder da. Doch dann »verquatscht« man sich bei der Nachbarin oder es kommt irgendetwas dazwischen. Und schon ist die böse Überraschung da.

Schalten Sie daher grundsätzlich alle Geräte aus, bevor Sie sich irgendwo hinbegeben. Das gilt nicht nur für Herd und Backofen, sondern auch für Wasch- und Spülmaschine, die ja eigentlich selbstständig vor sich hinwerkeln und sich am Ende abschalten. Doch wenn es zu einem Wasserschaden kommt, ist der Ärger groß.

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