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Mein Haushaltsbuch - Keine Frage offen

Vorwort

Da leben Sie nun schon so sparsam und dann ist »am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig«, wie man so sagt. Wo geht nur all das ganze Geld hin, fragen Sie sich – so wie Millionen andere Haushalte in Deutschland auch. Keine Frage, die Lebenshaltungskosten sind empfindlich gestiegen in den vergangenen Jahren. Ob Benzinpreise, Heizöl oder Gas, das Wohnen, die Lebensmittel oder die Gesundheitskosten, überall geht es steil nach oben. Dummerweise sind die Einkünfte aber nicht in gleicher Weise gestiegen. Löhne und die meisten Einkommen stagnieren seit Jahren. Und bei den Renten sieht es erst recht düster aus: Eine Rentenerhöhung um 1,1 Prozent verursacht helle Aufregung und heizt Diskussionen an, ob wir nicht in einer »Rentnerrepublik« leben, in der die Interessen der nachfolgenden Generationen mit Füßen getreten wird.

Bringen wir es auf den Punkt: Die meisten haben weniger Geld zur Verfügung, viele müssen sparen, fast alle müssen rechnen – auch die, die in vermeintlich gesicherten Verhältnissen leben. Nun, dieses Buch möchte Ihnen dabei helfen, richtig zu rechnen. Denn es ist ja nicht so, dass Sie dem ständigen Preisauftrieb hilflos ausgeliefert wären. Sie können etwas tun, Sie können Ihre Ausgaben in den Griff bekommen.

Das mit Abstand tauglichste Mittel, um das zu erreichen: Führen Sie ein Haushaltsbuch. Es ist eine vielfach bestätigte Erfahrung, dass Sie genau dadurch wieder Herr über Ihre Finanzen werden. Sie sparen nicht »einfach so«, streichen Kinobesuche oder verzichten auf Urlaub, um dann festzustellen, dass Sie noch immer in den roten Zahlen sind – sondern Sie erkennen ganz genau, wo die wahren Kostentreiber sitzen. Sie wissen, was Sie sich leisten können und wann es kritisch wird. Aus diesem Grund erklären wir Ihnen ausführlich, wie Sie Ihr Haushaltsbuch anlegen, worauf Sie achten müssen und wie Sie es für Ihre Finanzplanung nutzen können.

Darüber hinaus bekommen Sie aber auch zahlreiche Hinweise und Tipps, wie Sie bei den wichtigsten Ausgaben sparen können: wie Sie Ihre Einkäufe organisieren, wie Sie Heizkosten und Strom sparen, wie Sie Lebensmittel, Kleidung und Kosmetik günstig einkaufen. Und worauf Sie bei der Vorsorge und bei Versicherungen achten müssen. Dabei wird sich zeigen, dass die billigsten Lösungen sehr oft nicht die günstigsten sind. Und dass mancher Sparfuchs unterm Strich einen schlechten Schnitt macht. Ganz im Sinne des legendären Filmproduzenten Samuel Goldwyn-Meyer, von dem der denkwürdige Ratschlag stammt: »Man darf keine Kosten scheuen, um Geld zu sparen.«

München, im August 2008

Dr. Matthias Nöllke

Kapitel 1: So lege ich mein Haushaltsbuch an

In diesem ersten Kapitel dreht sich alles um das Haushaltsbuch. Sie erfahren, wofür Sie ein Haushaltsbuch überhaupt brauchen. Wie legen Sie es an und wie erfassen Sie die unterschiedlichen Einnahmen und Ausgaben? Sie lernen verschiedene Arten von Budgets kennen und was Sie damit alles anfangen können. Ebenso beschäftigen wir uns damit, wie und wofür Sie Rücklagen bilden sollten. Was zu tun ist, wenn das Geld weniger wird, wie Sie jeden Monat ohne großen Aufwand Bilanz ziehen und wie Sie für den nächsten Monat planen.

Wenn Sie diesem Kapitel folgen, legen Sie die Grundlagen für eine gute und durchdachte Haushaltsführung.

Wofür brauche ich ein Haushaltsbuch?

Manche Leute runzeln die Stirn: »Haushaltsbuch? Brauche ich das überhaupt? Ich habe so wenig Geld zur Verfügung und lebe schon jetzt so sparsam. Da lohnt es sich für mich nicht, alles noch aufzuschreiben. Dadurch wird es ja auch nicht mehr.«

Nun vermehrt sich das Geld tatsächlich nicht, indem man darüber Buch führt. Aber ein Haushaltsbuch schafft die Grundlage dafür, dass Sie besser mit Ihrem Geld umgehen. Es hilft Ihnen, auch dann noch mit dem Geld hinzukommen, wenn es knapp ist. Gerade deshalb ist es für Leute mit einem schmalen Geldbeutel besonders nützlich.

Dreifacher Nutzen

Ihr Haushaltsbuch ist ein wertvoller Helfer. Es unterstützt Sie bei drei wichtigen Aufgaben, die aufeinander aufbauen:

  • Bestandsaufnahme: Sie bekommen einen Überblick, wofür Sie Ihr Geld ausgeben. Schon das kann für manche Überraschung sorgen. Etwa wenn Sie auf verborgene Kostenfresser stoßen, die dafür sorgen, dass Sie sich in anderen Bereichen einschränken müssen.

  • Planung: Sie legen fest, wie viel Geld Sie wofür ausgeben dürfen. Dadurch bekommen Sie Ihre Finanzen in den Griff. Sie entscheiden, was Sie sich leisten wollen. Und Sie verhindern, dass Sie am falschen Ende sparen.

  • Erfolgskontrolle: Sie stellen fest, ob Sie Ihre Vorgaben, Ihr Budget eingehalten haben. Ist das nicht der Fall, dann haben Sie entweder zu knapp kalkuliert und müssen für die Zukunft eine höhere Summe einplanen. Oder Sie waren nicht diszipliniert genug. Dann sollten Sie Ihr Verhalten ändern.

In kleinen Schritten aus der Schuldenfalle

Ein Haushaltsbuch eignet sich sehr gut, um finanziell wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen. Sie erkennen, wo Sie den Hebel ansetzen müssen. Und wenn sich erste Erfolge einstellen, wird Sie das weiter ermutigen. Langsam, aber beharrlich können Sie sich so von der Schuldenlast befreien.

Ihre Finanzen schwarz auf weiß

Dass Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben schwarz auf weiß vor sich haben, ist ein großer Vorteil. Denn aus dem Bauch heraus schätzen wir unsere Finanzen oft nicht richtig ein. Wir unterschätzen manche Kosten oder überschätzen die Wirkung einzelner Sparmaßnahmen. Wir meinen, wir würden uns so anstrengen mit dem Sparen und sind überrascht, wenn wir so wenig Erfolg damit haben.

Mit einem klug geführten Haushaltsbuch wird Ihnen das nicht passieren. Sie erkennen genau, welchen Effekt Ihre Bemühungen, sich einzuschränken, tatsächlich haben. Doch bringen Sie nicht nur in Erfahrung, wie viel Sie sparen müssen. Sie bekommen auch zuverlässige Informationen darüber, was Sie sich ruhigen Gewissens leisten können.

Wie lege ich mein Haushaltsbuch an?

Auf eine einfache Formel gebracht: In Ihr Haushaltsbuch tragen Sie alle Ihre Einnahmen und Ausgaben ein. Doch das kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise geschehen. Wie Sie dabei am besten verfahren, das hängt ganz von Ihrer persönlichen Situation ab und von Ihren Vorlieben. Deshalb empfehlen wir Ihnen, dass Sie Ihr Haushaltsbuch auf Ihre ganz persönlichen Bedürfnisse zuschneiden. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Kapitel. Der erste Schritt: Kaufen Sie sich eine Kladde mit karierter Lineatur. Und Sie können gleich loslegen.

Notieren Sie alles, was Sie einnehmen

Als erstes schreiben Sie einfach auf, was Sie in einem Monat an Geld zur Verfügung haben: Ihr Gehalt, finanzielle Unterstützung, Zinsen, Ersparnisse, von denen Sie leben wollen – und nicht die Ersparnisse, die Sie zur Seite legen möchten, um Vermögen aufzubauen. Einfach alles, was Sie zur Verfügung haben, um es auszugeben (Näheres auf Seite 16 f.).

Das rechnen Sie zusammen, das Ergebnis ist der Betrag, mit dem Sie alle Ausgaben in diesem Monat bestreiten müssen.

Notieren Sie alles, was Sie ausgeben

Anschließend halten Sie Ihre Ausgaben fest. Als erstes notieren Sie für den betreffenden Monat die fixen Ausgaben (Näheres auf Seite 18 f.). Bei denen liegt die Höhe schon im Voraus fest (wie bei der Miete, dem Zeitungsabo, Versicherungsbeiträgen oder der Monatskarte).

Rechnen Sie alle Fixkosten zusammen, ziehen Sie das Ergebnis von den monatlichen Einnahmen ab – und Sie wissen, wie viel Sie für den betreffenden Monat zur Verfügung haben. Wir nennen diese Zahl den »verfügbaren Betrag«.

Laufende Ausgaben

Auf den folgenden Seiten notieren Sie mit Datum alle Ihre laufenden Ausgaben. Und zwar wirklich alle. Schreiben Sie auf, wo Sie etwas eingekauft haben und was es war. Allzu sehr brauchen Sie nicht ins Detail zu gehen. Nur sollten Sie später ersehen können, ob Sie Obst und Gemüse, eine Bluse oder einen Stabmixer gekauft haben.

Muster

Die Spalte »Budget« lassen Sie zunächst frei. Wie Sie »Budgets« einrichten, erfahren Sie auf Seite 22 f.

Datum: 4.5

Wo: Wochenmarkt

Was: Gemüse

Budget: Lebensmittel

Wie viel: 12,00 Euro

Rechts oben auf der Seite können Sie den »verfügbaren Betrag« notieren. Von dem ziehen Sie Ihre Ausgaben ab. Unten auf der Seite steht dann der Betrag, der Ihnen für den Rest des Monats noch zu Verfügung steht. Und den übertragen Sie dann rechts oben auf die nächste Seite.

Wie erfasse ich meine Einnahmen?

Sie beginnen jeden neuen Monat, indem Sie alle Einkünfte auflisten, die Sie für diesen Zeitraum erwarten. Weil sehr viele Einnahmen monatlich anfallen, ist das sehr zweckmäßig. Nun gibt es aber auch Einnahmen, da wissen Sie noch nicht, wann die bei Ihnen eingehen; manchmal kennen Sie auch die Höhe noch nicht so genau. In solchen Fällen müssen Sie schätzen. Typische Einnahmen sind etwa:

  • Monatlicher Nettolohn. Gehören zu Ihrem Haushalt mehrere Verdiener, so müssen diese alle berücksichtigt werden.

  • Kindergeld.

  • Haushaltsgeld. Unter Umständen haben Sie gar keinen Zugriff auf den monatlichen Nettolohn, sondern der/die Verdiener/in führen einen bestimmten Betrag eigens als »Haushaltsgeld« ab.

  • Rente.

  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Untermiete.

  • Zinsen und Sparguthaben, die ausgeschüttet werden.

  • Arbeitslosengeld.

  • Zuwendungen, Gratifikationen.

  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

  • Überschuss aus dem Vormonat. Was Sie im vergangenen Monat eingespart haben, steht Ihnen für den neuen Monat zur Verfügung.

Kredite sind keine Einnahme!

Müssen Sie einen Kredit aufnehmen, so steht Ihnen zwar das Geld zur Verfügung. Aber eine Einnahme ist das nicht Vielmehr gehört ein Kredit auf die Kostenseite, ja, er ist oft genug ein regelrechter Kostenfresser. Denn Sie müssen das Geld ja nicht nur vollständig zurückzahlen, sondern auch die oft nicht unerheblichen Zinsen.

Einnahmen glätten

Gerade wenn es sich um höhere Beträge handelt, gehen die oft nur unregelmäßig ein. Oder Sie haben es mit einer Einmalzahlung zu tun wie einer Abfindung, einer Erbschaft oder einem Geldgewinn. In solchen Fällen ist es sinnvoll, den Betrag nicht vollständig zu berücksichtigen, sondern ihn auf die Folgemonate zu verteilen. Diese »Glättung« sorgt dafür, dass Sie ein realistischeres Bild davon bekommen, wie viel Geld Ihnen pro Monat tatsächlich zur Verfügung steht.

Beispiel

Frau Grote verkauft ihren alten Sekretär für 1.200 Euro. Den Erlös verteilt sie auf das gesamte Jahr. Ihre monatlichen Einnahmen erhöhen sich also nur um 100 Euro. Aber das ein ganzes Jahr lang.

Was sind meine Fixkosten?

Ihren Einnahmen stellen Sie Ihre monatlichen Fixkosten gegenüber. Das sind die Ausgaben, die Sie nicht mehr beeinflussen können. Sie liegen bereits am Monatsanfang fest, häufig werden solche Ausgaben vom Konto abgebucht. Zu ihnen gehören etwa

  • Miete,

  • Vorauszahlungen für die Nebenkosten (Strom, Wasser, Gas),

  • Versicherungen,

  • Monatskarte/ Fahrtkosten,

  • Zeitungs- und Zeitschriftenabos,

  • Feste Telefon- und Internetgebühr,

  • Sparplan, Rücklagen (vgl. Seite 30 f.),

  • Monatliche Rate für Kredit,

  • Taschengeld für die Kinder.

Bilden Sie Sockelbeträge

Manche Ausgaben lassen sich nicht genau im Voraus kalkulieren, wie etwa die Spritkosten oder die Telefonrechnung (wenn Sie keine »Flatrate« haben). Sie wissen nur, dass diese Ausgaben auf Sie zukommen; aber nicht, in welcher Höhe. In gewissen Grenzen können Sie diese Kosten auch noch beeinflussen, etwa indem Sie weniger telefonieren oder mit Ihrem Auto herumfahren. Doch vermeiden lassen sich diese Kosten nicht.

In solchen Fällen könnten Sie einen bestimmten »Sockelbetrag« ansetzen, eine Mindestsumme, die Sie fest einkalkulieren. Was Sie dann später ausgeben, kann durchaus über diesem Sockelbetrag liegen. Diese Mehrkosten gehören aber zu den »variablen Ausgaben« (vgl. Seite 20 f.). Die Grundidee dabei: Auch wenn Sie sich sparsam verhalten, werden Ihre Ausgaben nicht unter den Sockelbetrag fallen. Also wäre es zweckmäßig, wenn Sie ihn schon unter den Fixkosten abrechnen.

Grundlage für Ihr Monatsbudget

Sie haben eine Aufstellung Ihrer monatlichen Einnahmen gemacht (vgl. Seite 16 f.). Davon ziehen Sie Ihre gesamten Fixkosten ab. Das Ergebnis ist der Betrag, der Ihnen zum Wirtschaften zur Verfügung steht. Mehr Spielraum haben Sie nicht. Erkennen Sie schon jetzt, dass es zu knapp wird, bleiben Ihnen nur zwei Möglichkeiten, um nicht in die roten Zahlen zu geraten: Sie müssen die Einnahmen erhöhen oder die Fixkosten senken.

Auch Fixkosten lassen sich reduzieren

An die Fixkosten kommen Sie erst einmal nicht heran. Doch auf längere Sicht können Sie schon etwas tun: Abonnements, Versicherungen oder Handyverträge kündigen. Der Einspareffekt tritt zwar mit Verzögerung ein, aber er tritt immerhin ein. Und wenn die Miete Ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigt, müssen Sie sich womöglich eine günstigere Wohnung suchen (prüfen Sie vorher, ob Sie Anspruch auf Wohngeld haben, also Ihre Einnahmen erhöhen können). Wegen der Einzelheiten zum Wohngeld vgl. Seite 100 f.

Variable Ausgaben – mit welchen muss ich rechnen?

Um sie geht es hauptsächlich in Ihrem Haushaltsbuch, um die variablen Kosten. Denn hier haben Sie den größten Gestaltungsspielraum. Wie viel geben Sie für Nahrung aus, leisten Sie sich einen Theaterbesuch, kaufen Sie sich ein elegantes Jackett? Aber auch die unvorhergesehenen Ausgaben gehören hierher: Reparaturen, Reinigung, Kosten für Arztbesuche und Medikamente. Um welche Ausgaben es im Einzelnen geht, hängt ganz von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab. Doch üblicherweise gehören zu den variablen Kosten die Aufwendungen für

  • Lebensmittel und Verpflegung,

  • Körperpflege und Kosmetik,

  • Kleidung und Schuhe,

  • Haushalt (Reinigungsmittel und Geräte),

  • Gesundheit (Arzt, Apotheke, Heilgymnastik),

  • Unterhaltung (Kino, Konzert, Theater),

  • Genuss (Café, Restaurant, Spezialitäten),

  • Hobby (Kurse, Ausrüstung, Veranstaltungen),

  • Familie und Freunde (Fahrtkosten, Geschenke, gemeinsame Unternehmungen).

Die Liste ließe sich noch beträchtlich verlängern. Denn was die variablen Kosten auszeichnet, das ist, dass es so viele davon gibt. Und dass wir sie sehr häufig unterschätzen. Ihr Haushaltsbuch soll Ihnen vor allem dabei helfen, diese davon galoppierenden Kosten in den Griff zu bekommen. Erfahrungsgemäß dauert das eine Weile. Sie müssen erst ein »Gefühl« dafür bekommen, wie viel Sie Woche für Woche in welcher Angelegenheit ausgeben.

Schreiben Sie alles auf

Manche lassen bestimmte Ausgaben einfach unter den Tisch fallen. Sie »vergessen«, sie zu notieren, können sich nicht mehr so genau erinnern oder sie sind der Ansicht, dass das eine oder andere, was sie sich gönnen, nicht in ein braves Haushaltsbuch gehört. Doch das ist ein Fehler. Machen Sie sich klar, dass Sie von Ihrem Haushaltsbuch umso stärker profitieren, je gründlicher Sie Ihre Ausgaben erfassen. Das bedeutet keineswegs, dass Sie zum sprichwörtlichen Erbsenzähler werden müssen. Es heißt nur, dass Sie sich selbst ein wenig in die Tasche lügen, wenn Sie einzelne Ausgaben ausklammern.

Bitten Sie um den Kassenbon

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, alle Ausgaben noch am selben Tag in Ihrem Haushaltsbuch festzuhalten. Bei größeren Einkäufen ist es unerlässlich, dass Sie sich den Kassenbon geben lassen. Damit Sie im Nachhinein rekonstruieren können, wie viel Sie für welchen Zweck (vgl. Seite 24 f.) ausgegeben haben. Sonst stochern Sie bei Ihrer Planung nur im Nebel.

Was tue ich, wenn sich der »verfügbare Betrag« noch ändert?

Wir haben es erwähnt: An jedem Monatsanfang ziehen Sie die Fixkosten von Ihren Einnahmen ab. Das Ergebnis ist der »verfügbare Betrag«, den Sie in diesem Monat ausgeben können. Doch kann es durchaus vorkommen, dass Sie sich bei Fixkosten verschätzt haben oder dass eine Zahlung nicht bei Ihnen eingeht, die Sie schon fest als »Einnahme« verplant haben. Dadurch verändert sich der »verfügbare Betrag«, von dem Sie Ihre Ausgaben abrechnen.

Einnahmen und Fixkosten kontrollieren

Damit Sie nicht mit falschen Zahlen rechnen, müssen Sie Ihre Einnahmen und die fixen Kosten im Auge behalten. Sobald sie bei Ihnen eintreffen oder von Ihrem Konto abgehen, sollten Sie die betreffende Position in Ihrer Aufstellung am Monatsanfang abhaken. So behalten Sie den Überblick, ob alles planmäßig verläuft.

Ergibt sich jedoch eine Abweichung, braucht Sie das nicht zu beunruhigen. Sie machen an der betreffenden Stelle in Ihrer Aufstellung einen Vermerk. Das kann Ihnen helfen, wenn Sie den nächsten Monat vorausplanen. Und dann tragen Sie die Korrektur dort ein, wo Sie Ihre variablen Ausgaben festhalten, unter den laufenden Kosten. Denn hier berechnen Sie ja immer wieder den »verfügbaren Betrag«.

Mehreinnahmen und geringere Kosten

Mit umgekehrten Vorzeichen gilt das Gleiche für den Fall, dass Sie mehr einnehmen, als Sie erwartet haben. Oder wenn Sie die Kosten, die Ihnen so fix erschienen waren, nun doch nicht tragen müssen bzw. in geringerer Höhe. Dann müssen Sie den verfügbaren Betrag entsprechend aufstocken. Damit Sie bei der Rechnung nicht durcheinander kommen und versehentlich Ihr Guthaben ebenso abziehen wie die Einkäufe, empfehlt es sich, diese Beträge besonders zu markieren, zum Beispiel durch grüne Farbe.

Beispiel

Herr Hoffmann gibt Klavierstunden und hat die Einnahmen am Monatsanfang einkalkuliert. Doch nun müssen zwei Stunden ausfallen. In den Abrechnungsteil mit den laufenden Einkäufen trägt er ein:

Datum: 3.4

Wo: Zu Hause

Was: Klavierstunde

Budget: Klavier

Wie viel: 60,00 Euro

Die entgangenen 60 Euro behandelt er wie einen Einkauf; er zieht sie vom »verfügbaren Betrag« ab – und die Rechnung stimmt wieder.

Pfeil statt Haken

Wenn Sie eine Abweichung korrigiert haben, empfehlt es sich, in der Aufstellung am Monatsanfang die entsprechende Position mit einem Pfeil statt mit einem Haken zu versehen. Dann wissen Sie, dass Sie diese Position bereits berücksichtigt haben – und dass Sie die Korrektur unter den laufenden Kosten finden.

Wie richte ich Budgets ein?

Damit Sie Ihre Ausgaben besser planen können, brauchen Sie Budgets. Das sind die Schubladen, in die Sie Ihre Ausgaben einordnen. Zum Beispiel »Lebensmittel«, »Hobby«, »Miete«, »Möbel« oder »Haustier«. Es gibt keine festen Vorgaben, welche und wie viele Budgets Sie einrichten sollten. Wichtig ist nur, dass Sie sämtliche Ausgaben in diesen Schubladen unterbringen.

Gleichartige Ausgaben zusammenfassen

Sie geben für sehr unterschiedliche Dinge Ihr Geld aus. Budgets sollen die Sache für Sie übersichtlicher machen. Und das gelingt Ihnen, wenn Sie gleichartige Ausgaben zu einer Kategorie zusammenfassen, eben zu einem Budget. Typische Budgets sind solche für »Lebensmittel«, »Versicherungen«, »Telefon« oder auch für den »Urlaub«.

Im Grunde geht es immer um die Frage: »Wie viel gebe ich eigentlich aus für xy?« Und da können Sie Ihre Budgets ganz auf Ihren Bedarf hin zuschneiden. Etwa wenn Sie bei den Lebensmitteln solche herausheben, die Sie den »Spezialitäten« zurechnen. Mit einem eigenen Budget dafür können Sie genauer kalkulieren, ob Sie sich die eine oder andere Köstlichkeit leisten können.

Sehr hilfreich ist es auch, wenn Sie Ausgaben, die auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen sind, zu einem Budget zusammenfassen: So gehört die »Hundesteuer« nicht in das Budget »Steuern«, sondern zum »Hund«, und die Autoversicherung in das Budget für das »Auto« und nicht zu den »Versicherungen«.

Harte und weiche Budgets

Ein weiteres Prinzip, das Ihnen bei der Einrichtung der Budgets helfen kann: Sie trennen zwischen Ausgaben für den »Grundbedarf«, die sich nur schwer einschränken lassen (Lebensmittel, Medikamente), und Aufwendungen, die nicht ganz so lebensnotwendig sind (»Hobby«, »Außer-Haus-Essen«, »Genussmittel«). Dann sehen Sie auf einen Blick, wie viel Sie sparen können, wenn Sie auf die eine oder andere Annehmlichkeit verzichten.

Ausgaben für Bücher

Wenn Sie häufiger Bücher kaufen, dann bietet es sich an, ein eigenes Budget für Bücher einzurichten. Denn dann wissen Sie genau, wie viel Sie für diesen Posten ausgeben. Kommt das jedoch nicht so oft vor, ist es sinnvoller, die Ausgaben für Bücher einem andern Budget zuzurechnen: »Unterhaltung«, »Medien«, »Hobby« oder »Weiterbildung«.

Richten Sie Ihre Budgets erst nach ein, zwei Monaten ein

Am Anfang ist es gar nicht so einfach, die passenden Budgets festzulegen. Daher können Sie erst einmal abwarten, Ihre Ausgaben beobachten und dann überlegen, welche Einteilung sinnvoll ist.

Wofür kann ich Budgets nutzen?

Selbstverständlich können Sie Ihr Haushaltsbuch auch ohne Budgets führen. Dann wissen Sie aber nur, ob Sie mit Ihren Finanzen hinkommen oder nicht. Sie wissen nicht, wo die Kostenfresser sitzen und an welcher Stelle sich das Sparen lohnt.

Am Monatsende Bilanz ziehen

Ist der Monat abgelaufen, ziehen Sie Bilanz. Sie gehen Ihre laufenden Ausgaben noch einmal durch und zählen zusammen, wie viel Sie für ein bestimmtes Budget aufbringen mussten: Dann wissen Sie es ganz genau, wie viel Sie etwa für Lebensmittel bezahlt haben, wie kostspielig Ihr Hobby ist, was Sie für Ihr Auto oder Ihren Garten aufbringen mussten. Schon hier kann es einige Überraschungen geben: Manche Positionen schlagen weit weniger zu Buche, als wir erwartet hätten, andere verursachen viel höhere Kosten als erwartet. Diese Informationen können Sie nutzen, um Ihre Ausgaben zu steuern.

Vorgaben für den nächsten Monat machen

Sie kennen nun das Profil Ihrer Ausgaben und können festlegen, wie viel Sie im kommenden Monat für eine bestimmte Position ausgeben wollen. Natürlich sollte das nicht willkürlich geschehen. Sie wissen ja, wofür Sie Ihr Geld ausgegeben haben und ob Sie hier den Gürtel überhaupt noch enger schnallen können. In der Regel ist der Einspareffekt natürlich am größten, wenn Sie sich an die großen Budgets halten. Aber Sie legen Ihre Ausgaben für jedes Budget fest. Nach Möglichkeit so, dass der »verfügbare Betrag« ausreicht, alle Kosten zu decken.

In manchen Fällen können Sie absehen, dass in dem kommenden Monat bestimmte Ausgaben fällig werden. Diese Ausgaben müssen Sie bei Ihrer Budgetplanung natürlich berücksichtigen.

Größere Ausgaben schultern

Äußerst nützlich sind Budgets außerdem, weil Sie mit ihnen Rücklagen (vgl. Seite 30 f.) bilden können, für größere Anschaffungen oder auch um Ihren Urlaub zu finanzieren. Für den betreffenden Zweck richten Sie einfach ein Budget ein und führen Monat für Monat eine bestimmte Summe dafür ab. Reicht der »verfügbare Betrag« nicht aus, das betreffende Budget aufzufüllen, wissen Sie, dass Sie sich diese Ausgabe nicht leisten können.

Budget statt Kredit

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