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Maneater

J.P. Rabo

Maneater

aus der Kannibalenküche frisch serviert





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Zwei teuflische Schwestern

Seit knapp zwei Stunden war Paul auf der schmalen geschotterten Straße, die sich durch die dichten Wälder schlängelte, niemand mehr entgegengekommen. Links und rechts eine undurchdringlich erscheinende grüne Mauer. Kein Lebenszeichen, seit er die letzen Häuser Banyon Harbors hinter sich gelassen hatte. Laut Karte würde sich das auch die nächste Stunde bis zum Willows Creek nicht ändern. Nur zweimal hatte Paul einen kleinen Wegweiser gesehen, wahrscheinlich der Hinweis auf irgendwelche Forstdienststellen. Den letzten gerade vor etwa 20 Minuten. Plötzlich fing der Motor an zu stottern. Der Wagen bewegte sich nur ruckartig vorwärts. Paul steuerte den Wagen in eine kleine Schneise von der Straße weg, parkte ihn hart am Rande und überlegte. Getankt hatte er erst noch in Banyon Harbor, bevor er sich auf den Weg machte. Paul hatte seine Pensionsmiete bezahlt und dem Tankwart gesagt, er wolle eine Woche beim Fischen in Willows Creek verbringen.Dann stieg Paul aus und vertrat sich die Beine. Das Handy hatte keinen Empfang und der Akku war auch bald leer. Sein Blick fiel auf ein verwittertes Schild. „Rough Rocks Lodge at 5 Miles“. Paul nahm kurz entschlossen seinen Rucksack und eine Wasserflasche und marschierte los. Die Luft war drückend und bald lief ihm der Schweiß in Strömen am Körper herab. Der Weg war ausgefahren, aber es schien schon längere Zeit kein Auto durchgefahren zu sein. Sein Hemd und die Leinenhosen saugten den Schweiß auf. Seine Augen brannten, weil sich der Schweiß dummerweise diesen Weg suchte. Plötzlich fiel Paul ein, dass es hier auch Bären geben sollte und er hatte keine Waffe, nur ein Anglermesser. Das würde eventuelle Bären nicht groß beeindrucken. Trotzdem nahm Paul es heraus und hielt es stoßbereit in der Hand. Mit der anderen Hand wischte er sich immer wieder den Schweiß aus dem Gesicht. Shirt und Hose klebten bald am Körper. Der Hosenbund scheuerte an den Hüften. Es war schwül und dicke Wolken zogen am Himmel dahin. Dunkler Fichtenbestand säumte den Weg. Das Unterholz schien undurchdringlich. Ein paar Raben krächzten lauthals. Der Weg zog sich endlos dahin, langsam lichtete es sich aber etwas, mittlerweile begleitete ihn ein schmaler Bachlauf. Wenigstens würde Paul nicht verdursten, denn sein Wasservorrat näherte sich dem Ende. Zu essen hatte er auch nichts mehr, außer einem kleinen Schokoriegel, der in seiner Verpackung klebte. Na verhungern würde Paul nicht gleich. Er war nicht dick, aber gut genährt und der leidige Speck auf den Hüften sollte eine Weile vorhalten.

Endlich, als Paul schon meinte, der Weg würde niemals enden, sah er eine Lichtung vor sich. Eine geduckt daliegende Blockhütte kam in sein Blickfeld. Aus dem Kamin quoll Rauch und in einem Verschlag tummelten sich eine Handvoll Hühner. Ein schwarzer Hund unbestimmter Rasse erhob sich mühsam und gab asthmatisch Laut. Er schleppte sich auf Paul zu und beschnüffelte ihn intensiv. Dann drehte er ab, kratzte an der Tür und bellte mehrmals kurz auf. Offensichtlich das Empfangskomitee. Die Tür öffnete sich mit hässlichem Knarren und eine ältere Frau betrachtete Paul misstrauisch. Sie war deutlich kleiner als er, von kräftiger Statur und ziemlich altertümlich gekleidet. Sie schob ihre strähnigen Haare aus dem Gesicht und musterte ihn weiterhin ausdruckslos, bis Paul sich räusperte.„Kann ich hier telefonieren? Mein Wagen ist an der Staatsstraße liegen geblieben.“ Da stahl sich ein leichtes Grinsen in ihr Vollmondgesicht.„Wir haben kein Telefon. Meine Schwester fährt einmal im Monat nach Banyon Harbor und besorgt die nötigsten Einkäufe. Sie kommt erst morgen zurück.“„Kann ich dann hier übernachten? Auf dem Schild an der Straße steht Lodge.“„Das kostet zwanzig Dollar pro Nacht im Voraus. Frühstück geht extra.“ Sie griente, musterte Paul wieder lauernd und hielt die Hand auf.Seufzend gab er ihr dreißig Dollar, er fand den Preis zwar unverschämt, aber sie hatte die besseren Karten. Die Alte strich das Geld ein und hob einladend die Hand. Paul musste sich an ihr vorbeizwängen und ging vorsichtig in den dunklen Flur. Er hatte das Gefühl ihre Blicke brannten sich in seinen Körper. Sie bewegte sich trotz ihres Gewichtes recht lautlos und folgte ihm. Als Paul vor einer Tür stehen blieb, prallte sie auf ihn. Ihre weichen Massen quetschten Paul gegen die Tür. Sie schnaufte, griff an ihm vorbei, drückte die Klinke der Tür herunter und schob ihn in den Raum. Paul spürte ihre Hände unangenehm fest auf Hüften und Schultern.Sie kicherte, bevor sie ihn endlich los lies.„Setzen sie sich, setzen sie sich. Ich hole ihnen einen Krug Bier und einen Kanten Brot. Sie müssen hungrig und durstig sein.“ Dann verschwand sie wieder im Flur. Langsam gewöhnten sich seine Augen an das Dämmerlicht. Ein ausgesessenes Sofa und ebensolche Sessel standen um einen massiven Holztisch herum. In der Ecke eine Anrichte, auf der Nippes wahllos aufgereiht waren, daneben eine Tür und ein kleines Fenster, mehr schon eine Luke. Das war’s. Von einem der wuchtigen Holzbalken, die die Decke bildeten, hing eine Petroleumlampe herunter, die blakend schummriges Licht spendete.

Paul ließ sich erschöpft in einen Sessel sinken und wäre fast eingenickt, bevor die Alte mit Bier, Brot und einem Stück Fleisch hereinkam. Sie schob es ihm zusammen mit einem Holzbrett und einem Messer hin. Er nahm einen großen Schluck Bier, dann säbelte er ein Stück Brot und einen Batzen vom fetten Fleisch herunter und aß hungrig. Sie beobachtete Paul währenddessen die ganze Zeit. Dann stellte sie einen Tonbecher mit einer grünlich opalisierenden Flüssigkeit auf den Tisch. „Unser Kräuterschnaps, selbst gesammelt und selbst gebrannt“ kicherte sie. „Ich zeig ihnen ihr Zimmer, sie sind sicher müde.“ Die Alte kicherte wieder und wandte sich zur Tür, als Paul fertig war. Er schluckte den Kräuterschnaps herunter. Der Schnaps brannte wie Feuer in der Kehle und glitt wie ein Lavastrom die Speiseröhre herunter. Dann rappelte Paul sich hoch und folgte ihr durch den düsteren Gang. Am anderen Ende öffnete sie eine quietschende Tür und deutete Paul hinein zu gehen.Der Raum war winzig, ein einfaches Bett, ein roh behauener Schrank und ein wackliger Tisch füllten den Raum nahezu aus. Auf dem Tisch standen eine Schüssel, ein Wasserkrug und eine Kerze. Daneben an der Wand hingen noch zwei Handtücher. Knarrend schloss sich die Tür hinter ihm. Zwanzig Dollar dafür sind wirklich allerhand, dachte er bei sich. Es war immer noch drückend schwül. Paul zog sich komplett aus, warf sich aufs Bett und war im Handumdrehen eingeschlummert.

Paul erwachte mit einem üblen Kater. Die Umgebung kam ihm fremd vor, doch schnell erinnerte er sich an sein gestriges Abenteuer. Paul zog sich ein paar Shorts über und schlurfte aus dem Zimmer. Die Alte stand wie aus dem Boden gewachsen vor ihm und starrte auf seinen nackten Oberkörper. Paul grinste sie an und zog unwillkürlich seinen Bauch ein.„Wo kann ich mich hier frisch machen?“

„Draußen auf dem Hof ist die Pumpe. Da können sie sich waschen. Frühstück gibt’s in einer halben Stunde“ Sie drückte Paul ein verblichenes Handtuch in die Hand und wies ihm den Weg. Der Hund beschnupperte ihn ausführlich und begleitete Paul zum Brunnen. Das Haus hatte auf dieser Seite keine Fenster, also streifte er kurz entschlossen die Shorts ab und wusch sich gründlich. Paul wollte nach seinen Shorts greifen, erschrocken bemerkte er, dass der Hund damit spielte und sie genüsslich zerkaute. Paul fluchte und schlug sich notdürftig das Handtuch um die Hüften. An der Seite klaffte ein breiter Spalt und er musste es mit beiden Händen festhalten. Die Alte griente, als sie ihn und den Köter sah, der brav Pauls zerfetze Shorts hinter ihm her trug. Plötzlich ließ der Hund die Shorts fallen und schnappte sich sein Handtuch. Er drehte sich um und konnte es ihm gerade noch entreißen.

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