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Kundenakquise

Vorwort

Ob Freiberufler, selbstständige Handwerker, Händler oder Vertriebler in Unternehmen – alle haben ein Ziel: neue, Gewinn bringende Geschäfte abzuschließen. Durch die Akquisition von neuen Aufträgen bringen Sie Ihr Geschäft nach vorn und halten direkten Kontakt zu Ihren Kunden. Auf Anforderungen, Bedürfnisse und Einwände können Sie so schnell reagieren. Ohne die Akquisition von Neugeschäft dagegen fehlt das Wachstum.

In diesem TaschenGuide erfahren Sie, was Kundenakquise genau ist, welche Instrumente Ihnen zur Verfügung stehen und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, um neue Kunden zu gewinnen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Umsatzvorgaben in überschaubare Teilziele umsetzen und die richtige Verkaufsstrategie für Ihr Produkt finden. Checklisten und konkrete Beispiele helfen Ihnen dabei, die richtigen Werkzeuge und den idealen Zeitpunkt für Ihre Aktionen herauszufinden.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist Ihre Einstellung zu Kunden, Produkt und Verkaufsgespräch. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie locker und zuversichtlich in die Verhandlungen gehen, innere Barrieren überwinden und eine positive Beziehung zu Ihrem Gesprächspartner aufbauen. So führen Sie Ihre Verkaufsverhandlungen gut gerüstet und erreichen besser Ihre Ziele. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei.

Holger Gloszeit und Cordula Natusch

Grundlagen der Akquise

Was ist Akquise? Ist das nur „Klinkenputzen“ oder nicht vielmehr die professionelle Vorbereitung und Durchführung von guten Geschäftsabschlüssen zu allseitigem Nutzen? Lesen Sie hier, in welchen grundsätzlichen Schritten Sie vorgehen und welche Werkzeuge Sie dabei nutzen können.

Was ist Akquise?

Generell werden unter dem Begriff „Akquise“ alle Maßnahmen zusammengefasst, die der Neukundengewinnung dienen und sich direkt an einen Adressaten wenden. Die Kontaktaufnahme per Telefon oder auf einer Messe gehört ebenso dazu wie der Werbebrief und gezielte Verkaufs- und Beratungsgespräche unter vier Augen. Gute Akquise zeichnet sich vor allem durch ein durchdachtes, systematisches und zielorientiertes Vorgehen aus, das zu einer langfristigen Kundenbindung führt.

Wichtig

Von anderen Werbeformen unterscheidet sich Akquise durch die persönliche Ansprache des Kunden. Anzeigen, Fernsehspots usw. wenden sich dagegen immer an eine große Zahl anonymer potenzieller Käufer.

Der Weg zur erfolgreichen Neukundengewinnung

Viele Unternehmer unterschätzen die Bedeutung und den notwendigen Aufwand einer professionellen Neukundengewinnung. Aktionen werden unzureichend vorbereitet, zu ungünstigen Zeitpunkten durchgeführt oder sie richten sich an die falschen Personen. Oftmals sind Erfolge oder Misserfolge durch mangelnde Dokumentation von Durchführung und Reaktionen nicht nachvollziehbar oder messbar. Schnell ist dann die Rede davon, dass Aktionen nichts bringen.

Tatsächlich ist die moderne Form der Akquise ein ganzheitlicher Prozess und eine der größten Herausforderungen, denen Sie sich im beruflichen Alltag stellen müssen. Sie ist mehr als nur „Kontakte machen“ oder das schnelle Geschäft und muss in Einklang mit der Marktpositionierung des Unternehmens, der Produkte bzw. Dienstleistungen gebracht werden. Betrachten Sie Akquise nicht als lästige Pflicht, sondern als Chance, mit Kunden und Interessenten ins Gespräch zu kommen und so Ihr Geschäft und Ihr Angebot für den Markt weiterzuentwickeln.

Die fünf Etappen der Akquise

Attraktive Aufträge und langfristige Verträge erhält man nicht nebenbei. Akquise ist ein dauerhafter und nachhaltiger Prozess, bei dem Planung ebenso wichtig ist wie Flexibilität und Kontinuität.

Ganz gleich, um welches Produkt es sich handelt, wie groß das Budget ist und ob der Markt lokal oder international ist, die folgenden fünf Schritte gehören bei der Neukundengewinnung immer dazu:

  1. Herausarbeiten der Produkteigenschaften

  2. Bestimmen der Zielgruppe

  3. Festlegen der Akquisestrategie

  4. Auswählen der Akquiseinstrumente

  5. Planen und Durchführen der Aktionen & Maßnahmen

Diese Punkte lassen sich zwar in der Theorie klar voneinander trennen, in der Praxis verschwimmen die Grenzen aber immer wieder. Die jeweiligen Maßnahmen gehen oft Hand in Hand und beeinflussen sich gegenseitig. Wie Sie dabei vorgehen, erläutern wir detailliert in den folgenden Kapiteln.

Eine wichtige Voraussetzung: Flexibilität

Ebenso wichtig wie die grundsätzliche Definition von Teilschritten ist es, in der Durchführung flexibel zu bleiben. Die grundsätzliche Zielgruppe ist in der Regel schon im Produkt festgelegt, für das Produkt Kinderkleidung z. B. sind Eltern als Abnehmer selbstverständlich. Wenn man aber feststellt, dass viele ältere Menschen kaufen, sollte man auch die Großeltern in die Akquise einbeziehen.

Auch die Auswahl der Akquiseinstrumente ist oft schon durch die Ware oder die Zielgruppe eingeschränkt. Wer Privatkunden anspricht, darf aus rechtlichen Gründen kein Telefonmarketing betreiben. Bestehen Schwierigkeiten, bei der Zielgruppe die Adressen herauszufinden, ist es unmöglich, qualifizierte Werbemailings zu versenden. Und es ist selbstverständlich, die verfügbaren Mittel dort zu konzentrieren, wo es sich als besonders Erfolg versprechend herausgestellt hat.

Beispiel: Zielgruppendifferenzierung

Ein Autohändler möchte mehr Kombis verkaufen und spricht deswegen besonders junge Familien an. Er bemerkt aber immer wieder, dass sich viele Sportler für die geräumigen Autos interessieren, weil sie ihre Sportgeräte transportieren wollen. Also erweitert er seine Aktion „Kombi“ um diese Zielgruppe und überlegt, mit welchen Maßnahmen er sie erreicht. So kann er z. B. eine gemeinsame Akquiseaktion mit einem Fitnessstudio vor Ort initiieren.

Wenn Akquiseaktionen abgeschlossen sind, ist es sinnvoll, Produkt und Angebot erneut zu betrachten und diesmal die Reaktionen der Kunden einzubeziehen. Womöglich fiel den Interessenten etwas auf, was zuvor noch gar nicht bemerkt wurde? Welche Einwände sind gekommen? Hat sich eine Zielgruppe als besonders kauffreudig erwiesen? Aufbauend auf diesen Ergebnissen lassen sich die nächsten Aktionen besser planen und die Ergebnisse ständig verbessern.

Beispiel: Konzentration des Akquisebudgets

Ein Hersteller von Software für Arztpraxen hat potenzielle Kunden sowohl per Werbemail angeschrieben als auch über ein Callcenter anrufen lassen. Am Ende stellt er fest, dass es schwierig war, den Arzt ans Telefon zu bekommen, während der Rücklauf auf das Anschreiben erfreulich hoch war. Besonders viele Urologen haben geantwortet. In der nächsten Akquiseaktion plant er ein Werbemailing speziell für Urologen.

Welche Instrumente gehören zur Akquise?

Meist kommen bei der Akquise verschiedene Instrumente zum Einsatz. So erhält ein potenzieller Neukunde womöglich zunächst ein Werbeschreiben, in dem das Produkt vorgestellt und ein Anruf angekündigt wird. Dann erfolgt das Telefonat mit der Terminvereinbarung und beim persönlichen Gespräch kommt das Geschäft zustande. (Wie Sie die Instrumente im Einzelnen anwenden, lesen Sie ab Seite 63.)

Werbung per Post oder Fax

Werbemailings gehören zu den klassischen Akquiseinstrumenten. Der potenzielle Neukunde erhält per Post oder Fax ein an ihn persönlich adressiertes Schreiben, in dem das Produkt oder die Dienstleistung mit den Vorteilen, zusätzlichen Services usw. erläutert ist. Diese Form der Akquise eignet sich besonders gut für Standardprodukte mit geringem Erklärungsbedarf für eine große Zielgruppe.

  • Vorteile: schnelle Marktdurchdringung bei entsprechend hoher Auflage; guter Aufhänger für nachfolgende Telefonate; Abbildungen des Produkts sind möglich.

  • Nachteile: Je nach Auflage und Gestaltung hohe Kosten für Erstellung, Verpackung und Versand; oft nur geringer Rücklauf (ca. 1 bis 1,5 % der Empfänger antworten).

Telefonische Akquise

Unter der Telefonakquise werden alle Anrufe beim Kunden zusammengefasst – gleichgültig, ob der Unternehmensvertreter sich selbst meldet oder dies ein Callcenter übernimmt. Für individuelle und hochpreisige Angebote sollten Sie selbst anrufen, weil Sie dann den Bedarf konkretisieren können. Auch persönliche Präsentationstermine lassen sich gut auf diesem Weg vereinbaren. Eine Telefonmarketingagentur ist für ein einfaches Standardprodukt und große Kundengruppen geeignet. Allerdings können Callcenter-Agenten auch nach guter Schulung meist nicht alle Fragen beantworten. Übrigens: Anrufe bei Privatpersonen sind verboten und sorgen zunehmend für Verärgerung.

  • Vorteile: exakte Bedarfsanalyse durch das persönliche Gespräch; schneller und leichter erster Kontakt.

  • Nachteile: Viele Kunden reagieren gereizt auf Werbeanrufe; zeitaufwendig, wenn Sie selbst telefonieren – teuer, wenn Sie eine Agentur beauftragen, zudem leidet dann häufig die Qualität der Ansprache; werbliche Anrufe bei Privatpersonen sind nicht erlaubt.

Das persönliche Verkaufsgespräch

Das Gespräch unter vier Augen wird in der Regel durch die Zusendung von Material und eine telefonische Terminvereinbarung vorbereitet. Ein oder auch mehrere Kundenbesuche sind dann sinnvoll und notwendig, wenn es um stark erklärungsbedürftige Produkte geht, die Leistungen speziell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden oder das Angebot sehr kostspielig ist. Meist präsentiert der Verkäufer im Kundenbetrieb, die Gespräche können aber auch beim Anbieter stattfinden, wenn z. B. große Maschinen vorgeführt werden sollen.

  • Vorteile: exakte Bedarfsanalyse; Vertrauen lässt sich schneller und leichter aufbauen; Einblicke in das Kundenunternehmen.

  • Nachteil: zeitaufwendig, dadurch teuer.

Anlassbezogene Akquise

Sie wird vor allem auf Messen betrieben. Aussteller können sich dort mit ihrer Produktpalette in kurzer Zeit vielen fachkundigen Interessenten präsentieren. Wer als Besucher an der Messe teilnimmt, sollte schon im Vorfeld Termine mit Vertretern von möglichen Kundenunternehmen vereinbaren. In vielen Branchen und bei klar umrissenen Märkten ist die Teilnahme an den entsprechenden Fachmessen häufig sogar unerlässlich.

Auch Branchentreffen, Kongresse oder Tagungen bieten oft gute Gelegenheiten, Kontakte zu potenziellen Käufern zu knüpfen. Allerdings geht es dabei oft mehr um das informelle Gespräch als ums Verkaufen. Die Geschäfte werden erst im Nachgang vereinbart. Auf Veranstaltungen können Sie Ihr Netzwerk gut pflegen, ausbauen und sich als kompetenter Gesprächspartner präsentieren.

  • Vorteile: viele Interessenten gleichzeitig an einem Ort; fachkundiges Publikum; Weiterbildungsmöglichkeiten; je nach Niveau der Veranstaltung direkter Kontakt zu den Entscheidern; gute Gelegenheit zum Netzwerken und zur Konkurrenzbeobachtung. In vielen Branchen werden auf Messen sehr viele Abschlüsse getätigt.

  • Nachteile: Hohe Kosten durch Standmiete, -betrieb, Auf- und Abbau, Teilnahmegebühren; großer Zeitaufwand; auch die Konkurrenz ist vor Ort, präsentiert und beobachtet; auf Kongressen, Tagungen etc. ist in der Regel kein direktes Geschäft möglich.

Wichtig

Als Schlüssel für den Erfolg gilt ein geschickter Mix der Instrumente. Das liegt z. B. daran, dass Kunden unterschiedlich auf Werbemaßnahmen reagieren. Diesen Mix legen Sie in der Strategie fest (s. Seite 43).

Gestalten Sie Ihre Botschaft mit der AIDA-Formel

Die AIDA-Formel schildert den idealtypischen Ablauf einer Kaufentscheidung. Wer als Berater und Verkäufer seinen potenziellen Kunden aktiv durch diesen Prozess begleitet, erhöht seine Erfolgsaussichten erheblich. Die AIDA-Formel ist damit eine wichtige Basis für alle Akquisemaßnahmen. Denn sie gilt – anders als oft angenommen – nicht nur für Werbemailings, sondern für jedes Vorgehen, das einen Geschäftsabschluss zum Ziel hat. AIDA beschreibt die einzelnen Schritte, die der potenzielle Kunde durchläuft, bevor er abschließt. Die Abkürzung steht für:

  1. A = Attention: Der Kunde wird auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam.

  2. I = Interest: Das Angebot weckt sein Interesse.

  3. D = Desire: Im Kunden entstehen Wünsche in Bezug auf das Produkt oder die Dienstleistung.

  4. A = Action: Der Kunde handelt.

Ziehen Sie die Aufmerksamkeit auf sich

Zunächst einmal muss der Anbieter von Produkten und Dienstleistungen dafür sorgen, dass der Kunde ihn und sein Angebot überhaupt wahrnimmt. Auf einer Messe erreicht er das z. B., indem er Maschinen live im Betrieb vorführt. In einem Werbebrief sollte es schon im ersten Absatz gelingen, die Aufmerksamkeit des Lesers zu erregen, sonst landet das Schreiben schnell ungelesen im Papierkorb. Am Beginn kann z. B. die Schilderung einer Problemsituation stehen, die dem Empfänger vertraut ist. Dadurch entsteht Spannung.

Beispiel: Schilderung eines Problems

Ärgern Sie sich auch jeden Monat von neuem über zu hohe Portokosten und den großen Aufwand beim Versand Ihrer Briefe?

Gewinnen Sie das Interesse des Kunden

Anschließend gilt es, die gewonnene Aufmerksamkeit in konkretes Interesse zu verwandeln. Der zweite Teil zeigt deshalb, wie der potenzielle Kunde das geschilderte Problem in Zukunft mithilfe des vorgestellten Produkts lösen kann. Hier besteht auch die Gelegenheit, das Alleinstellungsmerkmal, den einzigartigen Vorteil des Angebots gegenüber den Mitbewerbern, den so genannten USP (Unique Selling Proposition), zu erläutern.

Beispiel: Lösung des Problems

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Wecken Sie Wünsche im Kunden

Der Kunde weiß nun, dass es für das angesprochene Problem eine in dieser Form einmalige Lösung gibt. Im nächsten Schritt lässt sich dieser positive Ansatz durch die Erläuterung, was das Angebot genau umfasst, verstärken. Was kann das Produkt im Einzelnen? Welcher zusätzliche Service ist inbegriffen? Läuft womöglich gerade eine besondere Aktion, die für den Kunden interessant sein könnte? Im Ergebnis will er mehr über das Produkt wissen, es ausprobieren oder im Idealfall besitzen.

Beispiel: Formulierung, die Wünsche weckt

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Lösen Sie beim Kunden eine Aktion aus

Die bisherigen Argumente haben den Interessenten soweit überzeugt, dass er sich das Angebot näher ansehen möchte. Ziel des abschließenden Schritts ist, ihn zum Handeln bewegen. In Werbebriefen sollten Sie es dem Kunden so leicht wie möglich machen, Kontakt aufzunehmen, z. B. durch beiliegende Antwortfaxe oder fertig adressierte Postkarten. Noch bessere Chancen bietet das persönliche Verkaufsgespräch. Hier kann der Kunde das Produktmuster in die Hand nehmen und es ausprobieren. Dienstleister können z. B. gemeinsam mit dem Interessenten Musterrechnungen erstellen.

Beispiel: Aufforderung zum Handeln

S

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