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Käufliche Liebe Band 1

Käufliche Liebe 1

Sämtliche Personen, Orte und Begebenheiten sind frei erfunden, Ähnlichkeiten rein zufällig.

 

Der Inhalt dieses Buches sagt nichts über die sexuelle Orientierung des Covermodels aus.

 

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

 

 

Ebooks sind nicht übertragbar und dürfen nicht weiterveräußert werden. Bitte respektieren Sie die Arbeit der Autorin und erwerben eine legale Kopie. Danke!

Text: Sissi Kaipurgay

Foto von shutterstock 45180700

Covergestaltung: Lars Rogmann

Wird Freundschaft überbewertet?

 

Mein Freund Owen - in letzter Zeit habe ich für ihn Gefühle entwickelt, die nicht freundschaftlich sind. Er arbeitet für eine Agentur und verkauft seinen Körper. Diesmal bin ich sein Kunde...

***

 

Nervös streiche ich mir das Haar zurück. Im Fenster kann ich mein Spiegelbild sehen und lächele mir selbst aufmunternd zu. Ich bin weder hübsch noch hässlich, eben Durchschnitt, aber darauf kommt es nicht an, sagt mein Freund Owen immer. Die inneren Werte sind es, die zählen. Auch sein Spruch.

Sehr witzig. Mein Innenleben hat noch nie jemanden interessiert, aber darum geht es hier nicht. Ich will etwas ganz anderes: Sex. Oberflächlichen, gekauften Sex.

 

Auf dem Gang ertönen Schritte, die Türklinke wird niedergedrückt. Mein Herz schlägt schneller und ich verknote meine Finger vor Aufregung miteinander. Im Türrahmen erscheint ein attraktiver Kerl, der bei meinem Anblick zur Salzsäule erstarrt.

„Enzio!“

„Hey Owen.“

„Was tust du hier?“

„Ich warte auf dich.“

„Kann nicht sein, ein Irrtum.“

Owen tritt zurück und schlägt die Tür zu. Stille, nur mein Herzschlag dröhnt laut. Nach einem Moment schwingt die Tür wieder auf.

„Enzio!“, brummelt Owen. „Was soll der Quatsch?“

„Ich bin dein Kunde“, erwidere ich leise.

„Du bist mein Freund.“ Er kommt herein und wirft die Tür zu. „Freunde zählen nicht zu meinem Kundenstamm.“

„Ab jetzt schon“, behaupte ich mutiger, als ich mich fühle.

„Mensch, nun hör auf zu spinnen!“ Owen wirft seine Tasche auf den Boden und stemmt die Hände in die Seiten.

„Ich zahle, wie jeder andere auch“, zische ich, plötzlich wütend geworden.

„Ich will deine Kohle nicht“, knurrt mein Freund, kommt auf mich zu und packt meine Schultern. Er schüttelt mich leicht, wobei er mich anstarrt. „Ich ficke nicht mit dir, klar?“

„Warum?“

„Oh Mann, Enzio!“ Owen lässt meine Schultern los und fährt sich mit beiden Händen durchs Haar.

Er schüttelt den Kopf, geht zum Bett und lässt sich auf dessen Kante sinken.

„Es ist doch so …“, sagt er schließlich in einem Tonfall, den man bei unvernünftigen Kindern anwendet, „… wir sind Freunde. Gute Freunde, behaupte ich mal.“

Auffordernd schaut er zu mir rüber, als wenn er meine Zustimmung benötigen würde. Ich nicke leicht, gespannt auf die Fortsetzung.

„Freunde vögeln nicht miteinander, außer vielleicht, beide sind schwul. Oder lesbisch, wenn es sich um Frauen handelt.“

Owen schaut mich so triumphierend an, als hätte er gerade das Rad neu erfunden. Ich mache den einen Schritt bis zu ihm und plumpse auf die Bettkante.

„Versteh ich nicht“, murmele ich. „Heißt das, es wäre in Ordnung mit meiner besten Freundin Sex zu haben, weil ich hetero bin?“

Ich denke an meine beste Freundin Britta, und bei der Vorstellung, mich über ihren schwammigen Körper herzumachen, wird mir übel. Owen seufzt.

„Nein, natürlich nicht. Du willst mich nicht verstehen, richtig?“

„Klar will ich dich verstehen. Erkläre es mir vernünftig“, fahre ich ihn an.

„Hey, sachte. Nicht aufregen.“ Mein Freund hebt beschwichtigend beide Hände hoch.

„Ich reg mich nicht auf. Ich will doch nur Sex mit dir. Was ist daran so schlimm?“, frage ich genervt.

„Alles. Du bist hetero.“ Owen hebt bedeutsam die Augenbrauen und schaut mich an, als wäre damit alles geklärt.

„Und wenn nicht?“, brumme ich.

„Ja, mein Gott, wenn ein Kerl hetero ist, dann du“, sagt er überzeugt.

„Woran machst du das fest?“

Er zuckt die Achseln.

„Ich kenn dich eben schon lange“, erklärt er süffisant grinsend.

„Weißt du was? Diese Laberei stinkt mir. Zieh dich aus und fang an“, fauche ich den Arsch an, der mein Freund zu sein behauptet.

„Niemals!“

Owen verschränkt die Arme vor der Brust und schiebt die Unterlippe vor. Hinreißend. Soll ich ihm sagen, dass er entzückend aussieht, wenn er schmollt?

„Wo ist denn das Problem?“, frage ich nach einer Weile.

„Es ist doch so …“, erklärt Owen und lässt die Arme fallen, „… wenn wir es tun, und es gefällt dir nicht, sind wir hinterher keine Freunde mehr.“

„Aha.“

Er lächelt erleichtert.

„Was passiert, wenn es mir gefällt, dir aber nicht?“, frage ich lauernd.

„Pah. Mir gefällt es immer, egal mit wem“, meint Owen herablassend.

„Okay, dann wäre das Problem gelöst“, erkläre ich, wobei ich mit einem Ruck das T-Shirt über den Kopf ziehe und schon meine Jeans geöffnet habe, bevor er reagieren kann.

„Stopp“, brüllt Owen und springt auf.

Erschrocken halte ich inne und glotze zu ihm hoch. Sein Gesicht ist gerötet, seine Hände zu Fäusten geballt.

„Zieh dich sofort wieder an“, zischt er.

„Nö“, sage ich und grinse provozierend.

Einen Moment wandert sein Blick über meine Brust. Ich bin schmal, sicher nicht sein Typ. In der kalten Luft des Hotelzimmers kräuseln sich meine Brustwarzen und werden zu harten Knöpfchen. Das fühlt sich erregend an.

„Zieh. Dich. An“, knurrt Owen.

„Nei–hen“, säusele ich und lehne mich auf die Ellbogen zurück, womit ich ihm meinen halbnackten Körper anbiete.

„Verdammter Drecksack!“, stößt mein Freund hervor, wirft sich auf mich und schnappt sich im gleichen Zug mein T-Shirt.

Ein wilder Kampf entbrennt. Owen ist grösser und stärker als ich, dennoch schafft er es nicht, meinen Kopf in das Kleidungsstück zu zwingen. Im Gerangel rutscht meine Hose immer tiefer.

„Ups, jetzt hast du noch mehr zu tun“, raune ich kichernd in sein Ohr.

„Enzio! Scheiße!“, flucht Owen, gibt auf und schwingt seine Beine vom Bett.

Er beugt sich vor, legt die Unterarme auf den Schenkeln ab und faltet die Hände.

 

Owen ist ein Traum von einem Kerl. Seine blonden Locken sind etwas zu lang und fallen ihm ständig in die Augen. Er ist über eins neunzig groß und sehr kräftig. Mein Freund liebt Sport, was sich an seinen festen Muskeln zeigt. Lange Wimpern rahmen seine blauen Augen ein. Frauen geraten ins Schwärmen, wenn sie ihn sehen und ich seit einiger Zeit auch.

 

Wir kennen uns seit der Schulzeit und sind dicke Freunde. Wann es passiert ist, weiß ich nicht mehr. Plötzlich war das Gefühl da und wird seitdem immer stärker. Owen hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er auf Kerle steht. An mir hat er allerdings nie Interesse gezeigt, was mich zu dieser Verzweiflungstat getrieben hat. Irgendwie ging ich davon aus, dass er die Sache einfach durchziehen würde. Mit derart hartnäckigem Widerstand habe ich nicht gerechnet. Findet er mich so abstoßend? Ach ja, dass er für eine Agentur auf den Strich geht – mal ganz fies ausgedrückt – hat er mir vor einiger Zeit im Suff verraten. Seitdem reift dieser Plan in mir.

 

„Hör zu …“, sagt Owen und guckt über die Schulter zu mir, „… wir stellen klare Regeln auf. Wenn du versprichst, sie einzuhalten, dann tun wir es.“

„Okay“, flüstere ich und rutsche zurück, bis ich mich am Kopfende anlehnen kann.

„Gut!“ Mein Freund schaut auf seine Finger, während er spricht. „Keine Küsse. Was hier passiert, bleibt unter uns und findet nur einmal statt. Danach ist alles wie vorher, als wäre nichts passiert. Verstanden?“

Er wirft mir einen prüfenden Blick zu und ich nicke stumm. Scheiß auf Regeln, ich werde tun, was ich will. Soll er doch glauben, was er will.

„Ich kann dir ansehen, was in deinem Kopf vorgeht“, brummt Owen.

Mist. Mist-Mist-Mist. Ich lächle verkrampft.

„Soll ich auf die Bibel schwören?“, frage ich und zeige zum Nachtschrank, in dem sich, wie in jedem guten Hotelzimmer, ein Exemplar der selbigen befindet.

„Spinner“, murmelt Owen, steht auf und zieht seine Jacke aus.

Es folgt das Hemd, T-Shirt und die Stiefel. Die Jeans landet auf dem Boden. Nur in Shorts geht Owen zu seiner Tasche und bringt sie zum Bett. Ein paar Kondome fliegen auf das Laken. Meine Augen werden groß, nicht nur wegen der vielen Gummis, sondern auch wegen Owens Astralleib. Er ist unglaublich sexy und das Lächeln, mit dem er sich seiner Unterwäsche entledigt, gehört verboten.

Owen beugt sich vor und packt meine Hosenbeine am unteren Ende. Mit einem Ruck hat er mich von der Jeans befreit und wirft sie achtlos beiseite. Auf Unterwäsche habe ich verzichtet, hielt es für eine verruchte Idee, hätte im Augenblick jedoch gern einen letzten Schutz. Kurz davor, mich schamhaft mit den Händen zu bedecken, blinzle ich zu meinem Freund auf. Ich bin schmal und dünn, nur mein Glied hat eine ansehnliche Größe. Ob er mich schön findet?

„Du bist ganz schön sexy“, flüstert Owen heiser.

In seinen Augen sehe ich Lüsternheit aufblitzen. Das erregt mich wahnsinnig, daher lächle ich ihm zu und räkele mich aufreizend, ein völlig neue Gefühl von Geilheit auskostend. Owens Schwanz richtet sich auf und zieht meinen Blick magisch an. Wow! Er hat ein wirkliches schönes Exemplar. Groß und dick geädert. Die Spitze ist breit und flach. Ein Tropfen glitzert darauf.

„Dreh dich um“, fordert mein Freund und schnappt sich ein Kondom.

Ich rolle mich auf den Bauch und atme in das Kissen. Die Geräusche sind durch meine plötzliche Blindheit sehr laut. Das Klacken einer Tube, als diese geöffnet wird. Zellophan reißt, Owen flucht leise. Etwas schmiegt sich kalt in meine Spalte. Ich verkrampfe mich und kneife die Arschbacken instinktiv zusammen.

„Bleib locker“, flüstert Owen an meinem Ohr.

Warmer Atem bläst über meinen Hals und seine Zähne fangen mein Ohrläppchen ein. Eine sehr empfindliche Stelle. Ich stöhne, eine Gänsehaut überzieht mich am ganzen Körper. Owen lacht leise und sein Finger durchdringt meinen engen Ring. Zuerst ist es merkwürdig, einen Fremdkörper in mir zu spüren. Als er tiefer stößt, entlädt sich ein Funkenregen vor meinen Augen.

Unwillkürlich recke ich den Arsch empor und will mehr. Ins Kopfkissen sabbernd, sehne ich mich jedem Stoß entgegen und begrüße den zweiten Finger freudig keuchend. Die Luft wird knapp. Ich drehe den Kopf und sauge frischen Atem in meine brennende Lunge. Ein weiterer Finger lässt mich zusammenzucken. Diesmal dauert es etwas, bis ich die Dehnung ertrage und als lustvoll empfinde. Dann gibt es kein Halten mehr.

Ich bettle stöhnend um mehr und winde mich auf dem Laken, das Becken hochgereckt, schamlos meine Lust kundtuend. Als Owen die Finger durch seinen Schwanz ersetzt, bin ich schon auf dem Weg ins Reich der Sinne. Er könnte mir jetzt alles reinschieben, ich würde es genießen.

Die Finger ins Bettzeug gekrallt, fiebere ich dem Finale entgegen. Es kommt unerwartet von Innen und so heftig, dass warmes Sperma bis zu meiner Brust schießt. Ich schreie das Zimmer zusammen und drücke meinen Hintern gegen Owens Becken. In meiner Erregung merke ich nicht, wie er hinter mir zuckt und seinen Höhepunkt mit einem erstickten Stöhnen erlebt. Dann ist alles vorbei. Ich falle in mich zusammen, wie ein Souffle bei einem kalten Lufthauch. Mein Atem rasselt und mein Herz übt Bockspringen.

„War es gut?“, haucht Owen an meinem Ohr.

„Wow“, ist alles, was ich hervorbringe.

„Denk an die Abmachung“, flüstert mein Freund, zieht seinen Schwanz aus meinem Körper und rutscht vom Bett.

Ich höre Kleidung rascheln, bin aber zu erledigt, um zu mich zu bewegen. Mein ganzes Ich hat sich aufgelöst und schwebt noch. Warme Lippen an meiner Wange. Ein Kuss.

„Mach‘s gut“, raunt Owen.

 

Diese Worte haften mir auch Tage später noch im Gedächtnis. War es ein Abschied? Wie hat Owen das gemeint? Ich traue mich nicht, ihn anzurufen und nachzufragen. Er meldet sich auch nicht, obwohl wir sonst fast täglich telefoniert haben. Es waren kurze Anrufe, in etwa wie: Guckst du auch gerade Fußball? Sie fehlen mir, aber Owen fehlt mir noch viel mehr. Die Idee – sie war kacke! Ich weiß jetzt, dass mir Sex mit meinem Freund – einem Mann – gefällt, aber ich weiß inzwischen auch, dass ich mehr als nur das will.

 

Die Tage ziehen dahin. Eine Woche vergeht ohne ein Zeichen von Owen. Immer wieder greife ich zum Telefon, wähle seine Nummer, nur um dann lange auf das Display zu starren und es sein zu lassen. Was soll ich sagen? Ätschi-bätsch, ich bin verliebt? Langsam werde ich irre und mein Studium leidet. Alles leidet, am meisten ich. Die Nahrungsaufnahme entwickelt sich zu einem Kampf zwischen Vernunft und Appetitlosigkeit. Es hat keinen Sinn, ich muss etwas tun.

 

Die Agentur hat zugesichert, dass Owen kommen wird. Wieder sitze ich in einem Hotelzimmer, das ich mir eigentlich nicht leisten kann und warte auf meinen Freund. Ein Bündel Geldscheine liegt neben mir auf dem Bett. Abgezählt. Meine ganzen Ersparnisse.

 

Schritte auf dem Flur, die Tür schwingt auf.

„Nein“, sagt Owen nur.

„Bitte“, flüstere ich und springe hoch.

„Verdammt, Enzio“, knurrt mein Freund, kommt rein und schmeißt die Tür hinter sich ins Schloss.

„Ich zahle!“ Mit zitternden Fingern hebe ich das Geldbündel hoch und zeige es ihm.

„Du bist wahnsinnig!“ Owen marschiert auf mich zu, nimmt das Bündel und wirft es achtlos in die Luft.

In dem Regen aus Geldscheinen reißt er mich in seine Arme und küsst mich endlich. Wild und hart. Es stört mich nicht. Ich umschlinge ihn und tanze mit seiner Zunge. Kleidungsstücke werden fortgezerrt, irgendwo reißt eine Naht. Während ich die Schuhe abstreife, öffne ich gleichzeitig Owens Jeans. Ungeduldig schubst er mich aufs Bett, befreit erst sich von dem Rest seiner Klamotten, dann mich.

Er wirft sich auf mich drauf und schnappt nach meinen Lippen, während er meine Schenkel spreizt und nach oben drückt.

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