Logo weiterlesen.de
John Hunter

Liam Rain

John Hunter


Danksagung: Ein ganz besonders herzlicher Dank, geht an das Team der Lese-App Snipsl! Durch euch habe ich vorab schon Kontakt zu einigen Leserinnen & Lesern bekommen, ganz tolles Feedback erhalten und so den Mut gefasst meine Lykaner auch zu veröffentlichen!   An dieser Stelle auch DANKE an meine Abschluss-Korrektur-Leserin Gabi ❤   Natürlich danke ich ganz besonders Euch, meinen Leserinnen & Lesern, dass ihr Interesse an meinen Jungs habt!   Danke, ihr seid die Besten! Euer Liam Rain


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

John

Der Frühlingstag war herrlich. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel herab, eine leichte Brise ging und schob die Wolken, wie große Wattebäusche, vor sich her. Es war sommerlich warm, so dass ich mit freiem Oberkörper auf der Wiese des kleinen Parks lag. Einige junge Frauen blieben stehen und betrachteten unverhohlen meinen Körper.

„Hey Süßer, hast du heute Abend schon was vor?“, rief mir eine von ihnen zu und lächelte mich lasziv an.

„Bisher noch nicht“, antwortete ich.

Da kam sie, mit erröteten Wangen, zu mir und drückte mir einen Flyer für eine Collegeparty in die Hand.

„Wäre schön, dich dort zu treffen“, murmelte sie, ehe sie wieder zu ihren Freundinnen eilte, die bereits kichernd auf sie warteten. Eine Weile blickte ich ihnen noch hinterher, dann seufzte ich.

So schön es auch war, dass mir die Frauen zu Füßen lagen, so sehr wünschte ich mir endlich eine richtige Gefährtin. Eine die ihr Leben mit mir teilen wollte, ohne sich an meiner anderen Seite zu stören.

Langsam frischte es auf und ich zog mein T-Shirt über den Kopf.

Zeit aufzubrechen, vor mir lag noch ein weiter Weg.

Doch ehe ich loszog, wollte ich mir diese Party ansehen. Ein letztes Mal kehrte ich nach Hause und genoss die heiße Dusche. Dann zog ich mir eine schwarze Jeans und ein dazu passendes gleichfarbiges Hemd an, das ich bis zum dritten Knopf offenließ.

An der Haustür drehte ich mich ein letztes Mal um und warf einen melancholischen Blick zurück. Hier war ich aufgewachsen, behütet und geliebt von den Menschen, die nun leider beide verstorben waren. Das Haus war leer und kalt ohne sie. Das liebevolle Lächeln meiner Mutter fehlte mir, ebenso wie die Schimpftiraden meines Vaters. Immer wieder hatte er mir gepredigt, ich sollte doch endlich mal eine richtige Frau mit nach Hause bringen, eine die ich heiraten wollte.

„Ich vermisse euch schrecklich“, sagte ich leise in die tiefe Stille, dann straffte ich die Schultern und verließ mein Elternhaus.

Morgen würde eine Spedition das Haus räumen und der Makler es verkaufen, der Erlös ging an eine Hilfsorganisation, das war der letzte Wunsch meiner Eltern gewesen. Sie hatten mich bodenständig erzogen, dadurch kam ich auch ohne viel Geld zurecht.

Während ich noch in Gedanken versunken war, hatte ich zum Festland übergesetzt und nun trugen meine Beine mich zu der Adresse auf dem Flyer. Schon von Weitem war die Musik zu hören und das Gejohle der jungen Menschen.

„Verzeih mir, mein alter Freund“, murmelte ich leise, zu mir, dann ging ich hinein in die wilde Sause.

***

Mitten in der Nacht schlich ich mich aus dem Bett, der jungen Frau vom Mittag. Draußen herrschte beinahe vollkommene Finsternis, es war Neumond und die Sterne wurden von den heranziehenden Wolken einer Regenfront verdeckt. Ich schlug den Hemdkragen hoch und lief los. Der kalte Wind war schon von der Feuchtigkeit geschwängert und es würde bald wie aus Eimern schütten.

Der Morgen graute bereits, als ich die Stadt Duluth erreichte. Es hatte gerade begonnen zu regnen, darum schlüpfte ich in einen Diner und ließ mich auf einem freien Platz am Tresen nieder. Die Bedienung kam und sagte: „Guten Morgen! Was darf's denn sein Süßer? Hunde sind im Lokal leider nicht erlaubt.“

Ich bestellte mir ein Bauernfrühstück mit Kaffee und sagte: „Es war nicht mein Hund,nur ein Streuner, den ich ein Stück im Wagen mitgenommen hatte.“

Das war der Nachteil bei meinem Volk, wenn es regnete, konnte man den Wolf direkt riechen.

Die Wärme, die meine Kleidung trocknete, den Kaffee, die Mahlzeit und die Musik genießend, verbrachte ich den ganzen Tag dort. Wo meine Reise mich wohl hinführen würde? Ans Meer wollte ich unbedingt, vielleicht es auch überqueren, um nach Übersee zu gehen. Doch um dorthin zu kommen, musste ich weiterziehen. Mit einem Handzeichen gab ich der Bedienung zu verstehen, dass ich die Rechnung wollte. Sie kam und ich zahlte, wobei ich ein großzügiges Trinkgeld drauflegte. Ihre Miene erhellte sich und sie ging summend davon.

Draußen stand die Sonne bereits tief, als ich an der Bundesstraße entlang gegen Süden wanderte. Die Nacht brach herein und ich suchte mir einen trockenen Platz, um zu schlafen. Im Morgengrauen lief ich weiter.

Mit jedem Tag kam ich meinem Ziel ein wenig näher, doch auch der Mond nahm stetig zu. Bald war er wieder voll und die Bestien wären nachts unterwegs.

Jasmin

Wieder eine Vollmondnacht in der meine Schwester und ich uns auf die Suche nach den Werwölfen von damals machten. Aus dem Jägerforum, wussten wir, dass diese Viecher sich nie weit von einem erfolgreichen Jagdrevier entfernten. Und da sie damals bei uns Beute schlagen und ein neues Mitglied für ihr Rudel gewinnen konnten, gingen wir davon aus, dass unser Zuhause ein erfolgreiches Jagdrevier war. Wir waren mit dem alten Ford unseres Vaters ein Stück an der Bundesstraße Richtung Duluth gefahren, da sahen wir eine Bewegung am Straßenrand.

Ein Mann kauerte dort und wir hielten etwas entfernt an, um uns an ihn heranzuschleichen. Während der Wandlung waren die Viecher am wehrlosesten und wir konnten sie beinahe gefahrenfrei einfangen, um sie zu verhören und anschließend abzuknallen.

Langsam trennten Emily und ich uns, um den Werwolf zu umkreisen. Er hockte da wie paralysiert und ich trat vor ihn. Die Mündung meiner doppelläufigen Flinte richtete ich direkt auf seine Augen. Man konnte das Fell sprießen sehen und die Knochen brechen hören. Als seine Knie sich nach hinten schoben, schrie er auf, doch es klang schon mehr nach Tier, als nach Mensch.

Er schien die Wandlung fast abgeschlossen zu haben und hob den Kopf, um zu heulen, da sah er in meine Waffe. Ein Ast zerbrach unter dem Gewicht meiner Schwester und sie schlug dem Vieh schnell einen schweren Stein ins Genick, woraufhin es bewusstlos zusammenbrach. Gemeinsam schleppten wir ihn zum Auto und fuhren mit dem Vieh nach Hause, wo wir es in einen Käfig warfen und absperrten.


John

Ein stechender Schmerz schoss mir durch den Kiefer, dann einer in den Rücken. Die ersten Knochen brachen, laut knackend, nur um sich direkt darauf zu verschieben. Das Fell spross wie Unkraut aus den Poren, die Sicht schärfte sich, das Gehör wurde um ein vielfaches feiner und auch der Geruchssinn wurde besser. Ich krümmte mich auf dem Boden zusammen. Den Blick nach unten gerichtete, sah ich, wie meine Hände sich in Pfoten verwandelten. Als die Knie sich durchdrückten und nach hinten bogen, schrie ich auf – doch es klang bereits nicht mehr menschlich.

Endlich lies der Schmerz nach und ich legte den Kopf in den Nacken, um dem hellen Mond einen innigen Gruß zuzurufen, dabei sah ich direkt in die Mündung einer doppelläufigen Flinte. Hinter mir knackte ein Zweig, ein harter Schlag traf mich ins Genick und ich verlor das Bewusstsein.

Als ich erwachte, lag ich zusammengekrümmt in einem Käfig. Ich wollte mich aufrichten, doch es ging nicht. Für den Wolf hätte der Platz in dieser vergitterten Box, gerade so ausreichen können – doch konnte ich meine Verwandlung noch nicht steuern. Wieder einmal nahm ich mir vor, es bald zu erlernen.

Eine Frau, schätzungsweise Mitte zwanzig, kam durch die Tür und sah auf mich herab. Ihr abweisender Gesichtsausdruck zeigte mir, dass ich vorsichtig sein musste. Sie nahm sich einen Stuhl und setzte sich rittlings darauf, die Arme legte sie dabei auf die Lehne und ließ ihren Blick über mich wandern. Während ich jede ihrer, noch so kleinen, Bewegungen wahrnahm, schwieg ich.

Nach einer Weile brach sie das Schweigen.

„Rück' schon raus mit der Sprache: Wer bist du? Woher kommst du? Was willst du hier? Wo sind die Anderen?“

Die Frau trug Reitstiefel, zerrissene Jeans, ein rot kariertes Hemd und einen breitkrempigen Hut. Ein Werkzeuggürtel umschlang ihre schmalen Hüften, in einer der Taschen steckte ein Elektroschocker. Seufzend legte sie den Hut auf den Tisch, von dem sie den Stuhl weggenommen hatte. Ihre violetten Haare waren kurz geschnitten und mit ein paar blauen Strähnen verziert. Erneut sahen ihre stahlgrauen Augen mich an.

„Wenn du nicht freiwillig antwortest, werde ich Methoden finden, deine Zunge zu lockern.“

Ihre leicht geschwungenen Lippen waren zu einem dünnen, blassen Strich zusammengepresst.

„Wieso lassen sie mich nicht hier raus und etwas anziehen, damit wir wie zivilisierte Menschen miteinander reden können?“

Sie lachte bitter auf.

„Zivilisiert? Du machst wohl Witze Werwolf! Solche wie du kennen kein zivilisiertes Verhalten!“

Sie war vom Stuhl gesprungen und tigerte nun durch den kleinen Raum.

„Ich bin kein Werwolf. Ich bin Lykaner und wir können uns durchaus anständig benehmen“, schmollte ich leise.

Kurz blieb sie stehen und sah mich wütend an. Mit einem großen Schritt war sie an meinem Käfig und ich spürte den beißenden Schmerz der Elektroschocks.

„Du sollst mir nur auf meine Fragen antworten und nicht Small Talk mit mir halten!“, fauchte sie mich an, dann setzte sie sich erneut auf den Stuhl.

„Wer bist du? Woher kommst du? Was willst du hier? Wo sind die Anderen?“

Was war dieser Frau passiert, dass sie derart schlecht auf Werwölfe zu sprechen war? Endlich ließen die Zuckungen nach und ich konnte den beißenden Geruch von Ozon wahrnehmen, was es mir erschwerte, wieder normal zu atmen. Suchend nach einer Fluchtmöglichkeit, glitt mein Blick durch den Raum. Doch schnell musste ich feststellen, dass es keine gab.

Die Kammer war fensterlos und die Tür konnte nur von außen geöffnet werden.

„Du kommst hier nicht raus“, sagte sie und ich musste schlucken.

Meine Handflächen wurden feucht, aus Angst hier drinnen sterben zu müssen, weil sie mich für einen Werwolf hielt.

„Wer bist du? Woher kommst du? Was willst du hier? Wo sind die anderen?“, fragte sie wieder in diesem eisigen Ton.

„Ich bin Lykaner, kein Werwolf. Komme von nirgendwo und bin nur auf der Durchreise. Und ich kenne keine anderen“, antwortete ich leise.

Sie sprang auf und kam an meinen Käfig.

"Willst du mich verarschen Werwolf?!“, schrie sie mich an und direkt darauf durchfuhren mich Elektroschocks, bis ich Schaum spuckend liegen blieb.

Mein Sichtfeld verengte sich bereits, da wurde die Tür schwungvoll geöffnet und eine andere Person kam hereingestürmt.

„Wenn du ihn umbringst, erfahren wir nie, was wir wissen wollen. Geh mal Luft schnappen, ich übernehme hier.“

Die junge Frau sah hasserfüllt auf mich herab, drückte der anderen Person den Elektroschocker in die Hand und ging. Dann umschloss mich selige Dunkelheit. Mein Wolf erschien mir und sagte ich solle nicht aufgeben, schon kam ich wieder zu mir. Dieses Erlebnis war neu, schön und gleichzeitig sehr verstörend für mich.

Vorsichtig sah ich zu der Person auf dem Stuhl und zuckte zusammen. Reitstiefel, zerrissene Jeans, ein rot kariertes Hemd, stahlgraue Augen und ein breitkrempiger Hut. Doch als sie die Kopfbedeckung auszog, sah ich, dass ihre Haare anders waren. Ein Pferdeschwanz fiel ihr geschmeidig in den Nacken. Die hellbraunen Haare hatten ein paar rote Strähnen.

„Lass mich eines gleich klarstellen, Werwolf. Bloß, weil ich meine Schwester davon abgehalten habe dich zu töten, bedeutet das nicht, dass ich es nicht selbst tun würde."

„Ich bin Lykaner und ich würde mich gern angezogen, nicht eingesperrt und zivilisiert unterhalten", sagte ich leise, in der Hoffnung sie würde mich nicht auch gleich misshandeln.

Sie hob eine Augenbraue nach oben.

„Wo soll der Unterschied sein? Beide werden zu Bestien und töten Menschen."

„Lykaner töten keine Menschen, auch nicht bei Vollmond, weil wir mit unserem Wolf kommunizieren, er ist ein Teil von uns. Werwölfe töten Menschen und können nicht mit ihrem Tier kommunizieren, das macht sie ja so gefährlich – die Bestie kontrolliert den Mensch", antwortete ich leise.

„Du würdest doch alles erzählen, nur um hier rauszukommen."

Ergeben schloss ich die Augen, wenn ich es ihr doch bloß beweisen könnte.

„Geben sie mir einen ruhigen Moment, ich will, versuchen es ihnen zu beweisen. Bloß habe ich es nie gelernt, die Gaben meines Volkes zu nutzen. Ich wuchs bei Menschen auf."

Sie verdrehte die Augen, doch dann nickte sie.

„Fünf Minuten."

Sie griff hinter sich in die Jeans und zog ein Smartphone hervor, auf dem sie nun eifrig tippte.

Als Kind schon waren mir die Übungen zur Entspannung und Konzentration schwergefallen, doch nun musste ich unbedingt zur Ruhe kommen, um meinen Wolf zu erreichen. Die Augen hielt ich geschlossen und konzentrierte mich auf meine Atmung. Schon bald merkte ich, wie die Dunkelheit hinter meinen Augen tiefer ging, der Puls sich senkte und auch der Atem ging langsam und gleichmäßig.

Doch ich musste noch tiefer hinab in die Dunkelheit. Da sah ich die bernsteinfarbenen Augen meines Begleiters und spürte auch seine Anwesenheit.

„Bitte hilf uns hier rauszukommen. Zeige mir, wie ich dich ohne die helle Nacht rauslassen kann."

Er saß vor mir und legte den Kopf schief. Dann stand er auf und kam ganz nah an mich heran – plötzlich war er verschwunden und ich wurde durch einen stechenden Schmerz in die Wirklichkeit zurückgezerrt.

Als ich die Augen öffnete, sah ich, wie sich meine Hände in Pfoten verwandelten, hörte und spürte das Brechen der Knochen, dann drückten sich die Knie nach hinten durch und ich musste schreien. Die ganze Zeit lag der Blick ihrer stahlgrauen Augen auf mir. Die Tür wurde aufgerissen und die andere kam hereingestürmt, nur um fassungslos zu mir herüber zu starren.

„Was zur Hölle ist das?", schnauzte sie und wies dabei auf mich, der nun als Wolf in dem Käfig saß.

So schnell war meine Metamorphose noch nie abgelaufen.

„Er hat sich verwandelt. Es ist wahr, Werwölfe können das nicht einfach so, laut dem Eintrag über Lykaner im Jägerforum."

Sie blickten beide auf das Smartphone und die Kurzhaarige nickte.

„Gut, dann muss er uns nur noch ein paar Antworten liefern und vielleicht denke ich darüber nach, ihn gehen zu lassen."

Hechelnd saß ich in dem Käfig, da begann ohne Vorwarnung die Rückwandlung. Ehe ich es mich versah, lag ich wieder zusammengekrümmt und nackt in meinem Gefängnis.

„Könnte ich bitte etwas zum Anziehen bekommen?", fragte ich kleinlaut.

Die mit dem Pferdeschwanz nickte, verließ den Raum und kam kurz darauf mit einer Jogginghose zurück, die sie mir zuwarf. Doch egal wie ich mich abmühte, ich konnte die Hose nicht anziehen, weil

mir der Platz dazu fehlte.

„Geiler Knackarsch hat er ja schon. Und schön definierte Muskeln."

„Doch das ändert nichts daran, dass er eine Bestie ist", wisperten die Frauen hinter meinem Rücken.

Leise räusperte ich mich.

„Ladies, ich verstehe jedes Wort."

Ein unterdrückter Fluch war die Antwort, dann öffnete eine, ich konnte sie nicht sehen, den Käfig und gab mir so die Möglichkeit, mich zu strecken und endlich in die Hose zu schlüpfen.

„Du darfst rauskommen, aber du bleibst dort am Käfig, wo wir dich sehen können."

Ich kroch raus und setzte mich davor auf den Boden.

„Wer bist du? Woher kommst du? Was willst du hier? Wo sind die anderen?" fragte wieder die Frau mit den kurzen Haaren.

„Mein Name ist John Hunter."

Die mit dem Pferdeschwanz schmunzelte

„Hunter? Dein Ernst jetzt?"

„Ja, so hießen meine Eltern."

„Woher kommst du?"

„Aus Kanada."

„Wohin willst du?"

„In den Süden, vielleicht auch nach Übersee."

„Was willst du hier?"

„Ich war auf der Durchreise, da haben Sie mich gefangen."

„Wo sind die anderen?"

„Tut mir leid sie enttäuschen zu müssen, Ladies, aber ich kenne keine anderen."

Sie schwiegen.

„Wenn sie hier ein Problem mit Werwölfen haben, helfe ich ihnen es zu beseitigen. Doch wüsste ich auch gern, mit wem ich das Vergnügen habe?"

Sie gestikulierten wild mit den Händen, Gebärdensprache vermutete ich, dann nickte die mit den kurzen Haaren.

„Mein Name ist Emily Jones, meine Schwester Jasmin hast du ja bereits kennengelernt", ergriff die mit dem Pferdeschwanz das Wort, dabei wies sie auf die Andere.

„Freut mich euch kennenzulernen Emily und Jasmin", sagte ich.

„Wieso willst du uns helfen? Du weißt ja nicht mal, was unser Problem ist?" murrte Jasmin.

„Nun. Da ich wegen eurem Problem gefangen und misshandelt wurde, macht es das auch zu meinem Problem. Reicht euch das vorerst als Grund?"

Ich spürte die Unruhe meines Wolfes und atmete einige Male tief durch, in der Hoffnung es würde helfen. Doch seit ich ihn angefleht hatte sich zu zeigen, saß er ganz nah unter der Oberfläche und stark wie nie zuvor spürte ich seine Emotionen, als ob es meine eigenen wären.

Als Jasmin die Hand zum Werkzeuggürtel schob, indem nun wieder der Elektroschocker steckte, drängte sich ein Knurren meine Kehle hinauf. Die Frauen sahen mich an, dann packte Emily ihre Schwester am Handgelenk und schüttelte den Kopf, woraufhin Jasmin die Hand sinken ließ.

„Sorry, alte Gewohnheiten lassen sich schwer ablegen", murmelte sie.

Nun war auch mein Wolf verwirrt. Woher kam diese plötzliche Stimmungsänderung uns gegenüber?

„Aber ihr hattet recht. Nun da euer Problem auch mein Problem ist, wüsste ich gerne, wie es dazu kam und wie ihr gedenkt es zu lösen, Ladys?"

Sie sahen sich an und Jasmin schüttelte den Kopf, daraufhin begann Emily leise zu erzählen.

„Vor zwei Jahren töteten Werwölfe ihren Verlobten. Bei dem Angriff wurde sie schwer verletzt und verlor ihr Kind."

„Das tut mir leid, zu hören."

„Das Schlimmste aber war, dass unser Vater es war, durch den sie ihr Kind verlor."

Betretenes Schweigen machte sich breit. In meinem Inneren konnte ich den Wolf heulen spüren, auch mir ging diese Aussage nah.

„Darf ich fragen, wie euer Vater so wurde?"

„Gebissen, wie sonst", antwortete Jasmin grimmig.

Emily begann, leise und stockend zu berichten.

„Es kam schleichend. Er war Jäger. Eines Tages kam er von einem seiner Ausflüge zurück und erzählte auf unserer Einfahrt von einem streunenden Köter angefallen und gebissen worden zu sein. Die

Verletzung verheilte nicht richtig und es ging ihm von Tag zu Tag schlechter.

An dem Abend waren Jasmin und ihr Verlobter Mike zu Besuch und hatten uns gerade, freudestrahlend, von ihrem Vorhaben zu heiraten erzählt.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "John Hunter" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen