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Jambo Afrika

Bert von Ahaloh

Jambo Afrika

Mein Traum von der Cimba Safari Lodge





BookRix GmbH & Co. KG
81669 München

Vorwort

Um diesen Traum zu verstehen muss ich zunächst ein paar Worte zu meiner Person los werden.
Also ich bin mittlerweile alt, sehr alt und grau geworden.
Habe Maschinenbau und Betriebswirtschaft studiert.
Bis vor ein paar Jahren war ich fit wie ein Turnschuh, aber dann kamen ein paar Hämmer, die mich bald geschafft hätten.
Nur der Sensenmann wusste nicht, dass ich ziemlich hart im Nehmen bin, denn: …Mein ganzes Leben war ein harter Kampf.
Ein Kampf, der sehr reizvoll war und den ich nicht umsonst gekämpft habe.
Ich habe mit totalem Einsatz gelebt, gearbeitet, geliebt, gefeiert u. manchmal auch getrauert. Ich habe gelernt, gelernt und gelernt; ich habe versucht das Gelernte ( u.a. in klingende Münze ) umzusetzen.
Außerdem habe ich nach dem alten Motto gelebt, dass ein Mann
ein Haus gebaut haben,
einen Baum gepflanzt haben,
einen Sohn gezeugt haben sollte.
Zur Verwirklichung dieser Vorgaben habe ich eine phantastische Frau geheiratet die mit mir durch dick und dünn gegangen ist.
Mit dem Sohn zeugen hat es trotz vieler Versuche nicht so ganz geklappt, aber unsere beiden Töchter sind mehr als ein Ersatz. Mittlerweile haben sich meine drei Frauen um vier, ebenfalls weibliche, Enkel vervielfältigt.
Ja, ja das Leben kann für einen Mann sehr hart sein ( streichen, Blödsinn ).
Nachdem die Kinder das Gröbste hinter sich hatten, haben meine Frau und ich mindestens die halbe Welt bereist.
Diverse Erlebnisse und Abenteuer auf den unterschiedlichsten Kontinenten sind haften geblieben.
Mit ein wenig dichterischer Freiheit gewürzt, halte ich sie für erwähnenswert und habe sie in diesem Roman verarbeitet.
Als unsere große Liebe entpuppte sich, neben Asien, Afrika.
Die Menschen, deren Unbekümmertheit, die trotz aller Armut fröhlich und unverdorben sind, die Gastfreundlichkeit und die phänomenale Landschaft - wir kennen nichts Vergleichbares.
Immer und immer wieder sind wir hingefahren.
Aber - leider - bin ich nicht nur alt sondern auch krank geworden.
Aus weiteren Plänen wurden Träume.
Was blieb ist eine unstillbare Neugier und  mein großer Traum von einer Lodge in Tansania, die in der Lage ist ein Teil des Reichtums unserer Welt nach Afrika umzuleiten.
Sie soll:
· Absolut umweltverträglich funktionieren und
· Ausschließlich die Ressourcen des Landes nutzen.
· Eine Dorfgemeinschaft in die Lage versetzen sich selbst zu erhalten (Ernährung, Ausbildung, Gesundheit, Arbeit).
· Ein Kinderheim für Waisen gründen und unterhalten.
Die Gesamtidee sollte man vervielfältigen (d.h. überall auf den Kontinent  in ähnlicher Form anwenden) können.
Nicht gerade kleine Ansprüche - aber wie hat unser schwarzbunter Freund aus Amerika gesagt: yes, we can ( zumindest im Traum ).
Zunächst habe ich mir überlegt meinen Traum mit den Mitteln die ich zur Verfügung habe zu träumen.
Es wäre ein langer und komplizierter Traum geworden.
Dann ist mir die Idee mit dem plötzlichen Reichtum gekommen.
Diese Idee hat zwei Vorteile:
· alles ist schneller und leichter zu realisieren.
· es ist nachahmenswert, vor allem für die Reichen und Schönen die manchmal gar nicht wissen woher der ganze Segen kommt und wie sie ihn sinnvoll ausgeben können.
Bisher werden ihre “guten Werke” nur medienwirksam hinaus posaunt und wenn man dahinter schaut, bleibt i.d.R. nichts oder nur sehr wenig davon über.
Wie wäre es wenn einer dieser Menschen meine Geschichte für nachahmenswert hielt….
Rat und ( bedingt ) Tat gibt es kostenlos bei mir.
Übrigens, sollte ich mit der Veröffentlichung dieser Geschichte Geld verdienen, so fließt der Erlös natürlich in ein Projekt nach Afrika.

PS. Dieser Roman ist mein “Erstlingswerk“.
Ich bin nicht böse wenn ich auf Unzulänglichkeiten und/oder Fehlern hingewiesen werde.
Im Gegenteil meine Dankbarkeit wird grenzenlos sein!
Infos an : bva@bayern-mail.de
Sollte ich, was wahrscheinlich ist, den Nobelpreis für diesen literarischen Erguss erhalten, werde ich in meiner Dankesrede nicht vergessen, jeden einzelnen Helfer lobend zu erwähnen.
Also frisch ans Werk - und - keine Skrupel!
Es ist sowohl Kritik als auch Lob höchst willkommen.
 

SUCHEN, PLANEN, BAUEN die Entstehung der Lodge

Also, lieber Leser, wenn du die Menschen und die Natur liebst, dir eine große Portion Abenteuerlust und Neugier bewahrt hast und bereit bist die ganze Geschichte mit der rosaroten Brille zu betrachten, kein Wahrheitsfanatiker bist und auch gern ein wenig spinnst, dann entspann dich und folge mir, träume mit mir.
Denn Du reist mit!
Stell dir vor es ist ein herrlicher Sonntagmorgen, die Sonne scheint und am Himmel sind nur ganz vereinzelt einige Schönwetterwolken zu sehen. Du gehst durch eine wunderschöne Landschaft. Von weitem hörst du eine Kirchturmglocke - es schlägt 11:00 Uhr.
Es herrscht eine wohltuende Ruhe.
Du spürst eine leichte Ermüdung. Links, am Wegesrand siehst du eine sanft geschwungene Blumenwiese.
Du legst dich nieder - du fühlst dich gleich sauwohl.
Du siehst wie über deinen Kopf ein wunderschöner Falter durch die Luft taumelt; hörst die Vögel zwitschern und fühlst dich wie im Himmel.
Rechts von dir, nahe an deinem Kopf, auf einem Grashalm, krabbelt eifrig ein Marienkäfer.
Die Wiese strömt einen unbeschreiblichen, betörenden Duft aus.
Du spürst schon nicht mehr wie die ersten Ameisen dich in Besitz nehmen.
Du gleitest sanft in einen entspannenden Dämmerschlaf, du reist mit mir, du begleitest mich auf einen wunderschönen Traum…

So ging´s los.
Per Zufall ( oder sonst wie ) hatte ich eine bahnbrechende Erfindung gemacht. Mit einfachsten Mitteln, einem kleinen Hebel in der Kraftstoffzufuhr, konnte man etwa 15 - 20 % Kraftstoff bei allen Otto - und Dieselmotoren einsparen.
Die perfekte Gelddruckmaschine!
Trotz allem, aus alter Erfahrung wusste ich: das Wichtigste ist die Anmeldung eines internationalen Patents.
Die $ - Zeichen in meinen Augen musste ich zunächst einmal löschen.
Im Patentamt sind die, sonst so oberschlauen, Anwälte fast ausgeflippt.
Keiner wollte so recht glauben wie einfach es sein kann, einen riesen Reibach zu machen.
Mit allerlei Ratschlägen versehen, habe ich mir dann Gedanken über die Verwirklichung meines Traums gemacht.
Grundsätzlich gab es zwei Möglichkeiten:
1. Den sofortigen Einsatz in alle Fahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge usw. und damit die Möglichkeit zukünftig die Treibhausgase zu minimieren und die Umwelt zu schonen.
2. Durch den Verkauf des Patents zwar die Pfründe der Mineralstoff-Industrie zu sichern, aber mit stetem Erlös arme Menschen in Afrika direkt zu unterstützen und deren Lebenssituation grundsätzlich und dauerhaft zu verbessern.
Und das sofort!!!
Ich habe mir meine Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht. Habe mich aber dann doch für den zweiten Weg entschieden. - Seit dem fließen pro verkauften Liter Sprit 2 Cent auf ein Treuhandkonto und Afrika kann hoffen.
Gesucht werden: Mitstreiter
Der Erfolg musste natürlich begossen werden.
Nach langer Zeit habe ich meine Frau mal wieder in meine alte Studentenkneipe nach Schwabing ausgeführt.
In der urigen Kneipe hatte sich fast nichts verändert.
Nach wie vor war es proppenvoll und laut.
Hinten, in der Ecke wo es etwas leiser war; wo man auch manchmal das versteht was man selbst oder andere sagen, waren noch zwei Plätze frei.
An einem großen, runden Tisch saßen zwei Paare vergnügt beieinander.
Sie waren so vergnügt, dass allein das Grund genug war, uns dazu zu setzen.
Es gab keine Einwände - kein Problem – herzlich Willkommen.
Von Anfang an waren wir am Gespräch beteiligt und fühlten uns pudelwohl - es wurde ein langer und feuchter Abend.
Nach ein paar Bierchen, wir waren inzwischen beim Rotwein angekommen und hatten mittlerweile erfahren, dass Peter ein erfolgreicher Arzt und seine Frau Rita Tierärztin war.
Er schlank, feingliedrig, sportlich und groß. Seine Mimik offen und freundlich.
Sie etwas zierlicher, sehr hübsch aber sehr energisch. Man sah ihr an, dass sie, wenn es einmal sein muss, beherzt zugreifen könnte.
Peter hatte sich in seiner Privatklinik gut betuchten „Kranken“ gewidmet.
Die Vermögensumverteilung hatte perfekt funktioniert.
Trotzdem hatte er die Klinik an seinen bisherigen Stellvertreter vermietet.
Die Zeit war einfach reif für neue, reizvolle Aufgaben.
Rita führte eine gutgehende Kleintierpraxis am Starnbergersee.
Ihre Mitarbeiterin und Freundin war ganz scharf darauf die Praxis zu übernehmen. (Ganz im Sinne von Peter.)
Hans und Petra waren in der Elektrobranche groß geworden und hatten mit dem Aufbau Ost ein Vermögen gemacht.
Hans war der typische „ Selfmademan“ aber sehr sympathisch, mit einem klaren Blick für das Wichtige. Sicher war er ein ausgezeichneter Praktiker und ein verlässlicher Typ.
Petra ist eine wortgewandte, energische, hübsche Frau. Eine typische Chefsekretärin und Managerin, die ihrem Mann den Rücken frei halten kann.
Ihren Betrieb hatten die beiden an ihren Sohn übergeben und suchten nach neuen, innovativen Aufgaben.
Wir waren alle ungefähr im gleichen Alter, hatten das schnöde Erwerbsstreben gründlich satt und suchten nach einer Aufgabe die anders war als das was wir bisher so verbrochen hatten.
Wir wollten etwas absolut sinnvolles tun; und das uneigennützig.
Da wir alle finanziell ausgesorgt hatten, waren unsere Gedanken frei und für alle Schandtaten offen.
Mit einer Portion Alkohol im Blut wird man leicht zum Weltverbesserer; aber heute war es anders - wir meinten es ernst.
Irgendwann habe ich denen von meinem Traum vor gesponnen.
Unsere neuen Freunde waren gleich Feuer und Flamme.
Meine Begeisterung reichte aus um bei allen eine grenzenlose Euphorie zu erzeugen.
Natürlich wollten sie sofort mit machen.
Mit jeden weiteren Wein wurden gemeinsam weitere Details ausgearbeitet. Mariele, meine Frau, - die als Einzige wie immer Enthaltsamkeit in Puncto Alkoholkonsum vorlebte - wurde als Schriftführerin eingeteilt. - Die Arme: fünf Beschwipste redeten, viel und oft wirr, durcheinander.
Es ist trotzdem immer wieder erstaunlich wie kreativ mehr oder weniger leicht besäuselte Menschen werden können.
Die Quintessenz war: wir gründen eine Safari Lodge.
Die Lodge sollte:
in Tansania erbaut werden, völlig autonom sein d.h. die Lebensmittel, die Energie und das Wasser mussten eigenständig produziert werden,
soweit vorhanden sollten beim Bau und Betrieb ausschließlich heimische Erzeugnisse verwendet werden,
absolut naturverträglich gehandelt werden,
die notwendige Energie für Heizung, Licht usw. sollten durch Solartechnik, Wind - und Wasserkraft erzeugt werden.
die Fahrzeuge sollten mittelfristig elektrisch angetrieben werden. Sie werden ausschließlich auf den Safaribetrieb optimiert und abgespeckt.
Als Name für die Lodge haben wir uns für die ` Cimba Safari Lodge ` entschieden.
(Benannt nach Cimba meiner treuen, liebenswerten und super coolen Retrieverhündin, die mir mein Leben unendlich versüßt hatte.)
Für die im nahen Umfeld wohnende Bevölkerung sollte:
eine intakte Dorfgemeinschaft aufgebaut werden bzw. erhalten bleiben,
die ärztliche Versorgung gesichert werden,
eine schulische Ausbildung für die Kinder und eine handwerkliche Ausbildung für die Erwachsenen installiert werden.
Arbeitsmöglichkeiten geschaffen und die Beschäftigung sichergestellt werden.
Für etwa 20 Waisenkinder sollte ein Hort gebaut werden, der die Erziehung und die Ausbildung zusammen mit den Dorfkindern unter besten Bedingungen sicherstellt.
Die Kinder sollten bei Pflegeeltern groß werden.
So, das soll für den Anfang reichen - wir wollen gar nicht übertreiben.
 

 Jetzt geht`s los.

Die Abreise

Wir brauchten circa 7 Wochen um unsere Sachen abzuwickeln. Da wir nicht völlig unsere Zelte in Deutschland abbrechen wollten - man weiß ja nie - lief alles relativ problemlos.
Am 17.September ging es los. Mit viel Gepäck, sehr viel guter Laune und einer großen Portion Unternehmungsgeist sind wir von München über Dubai nach Dar Es Salam und dann weiter nach Arusha geflogen.
Wir hatten uns auf einen langen Flug eingestellt - aber was dann kam, war selbst für uns kampferprobten Vielflieger gewöhnungsbedürftig.
In München ging`s schon los. Wir saßen gerade auf unseren Plätzen als uns eine Stimme aus dem Off verklickerte, dass unser Flug sich geringfügig verzögern würde.
Geringfügig – das ist in solchen Fällen absolut gefährlich!
Ein Passagier hatte zwar sein Gepäck eingecheckt, sich selbst aber vergessen.
Flugangst? Trennungsschmerz? Wer weiß das schon?
Nachdem seine sieben Sachen wieder ausgeladen waren, hätte es losgehen können. Aber weit gefehlt; mittlerweile hatten wir unseren Slot verpasst. Der Kapitän musste erst bei der Lotsenstelle in Brüssel untertänigst um einen neuen bitten.
In der Zwischenzeit wuselten die Flugschwestern eifrig durch die Gänge und lächelten uns an - wir lächelten zurück. - Noch.
Kaum waren 3 Stunden vergangen - schon ging`s los.
Der Flug nach Dubai an sich, war problemlos und, wenn man alles positiv sieht, gab es auch Vorteile.
Die Wartezeit auf den Anschlussflug war ja jetzt um 3 Stunden verkürzt - dachten wir.
Nach Plan sollte es um 10:07 Uhr am nächsten Morgen weitergehen.
Natürlich waren wir - wir hatten die Nacht zwischen hunderten Wüstensöhnen und -Schwestern im Transit verbracht - überpünktlich am Check-In.
Doch, oh weh, der Abflug nach Dar es Salam verzögerte sich um weitere 90 Minuten.
Wir trugen es ( noch ) mit Humor, denn wer in Afrika Großes schaffen will, muss in erster Linie Geduld haben. (Originalton Doc Peter - der muss es ja wissen - der war noch nie in Afrika)
Es war heiß, sehr heiß! Die Klimaanlage reichte nur bis zum Check-In. Von nun an gab es Wüstenluft pur.
Beim Starten der Motoren setzte endlich die Belüftung ein.
Doch - oh Graus - aus der Düse über meinen Sitz sprang ein erbsengroßes Ungetüm heraus.
Wohin ? Natürlich in meinen Nacken(weil ich doch so tierlieb bin), piesackte mich und verschwand.
Peter hat es blitzschnell als Kamelfloh identifiziert. Die anderen hatten etwas zu lachen und ich hatte einen riesen Pinkel im Nacken.
Wir haben dann Dar Es Salam zwar verspätet und total übermüdet, jedoch immer noch erwartungsfroh, erreicht.
Die Hitze und die enorme Luftfeuchtigkeit haben uns umgehauen. Der Schweiß floss aus allen Poren und - oh Schreck - der Anschluss nach Arusha war weg.
Die nächste Maschine ging erst am nächsten Tag um 14:20Uhr.
Na ja, wir haben uns in das Kibo Palace Hotel an der Makao Mapaya Rd einquartiert und erst mal richtig ausgeschlafen.
Der Flug nach Arusha am nächsten Tag war problemlos.
Der Flughafen heißt Kilimandscharo International Airport und liegt etwa 90 km außerhalb der Stadt.
Arusha ist nach einem Massaivolk benannt, hat ca. 340 Tsd. Einwohner und liegt am Rande des Arusha Nationalparks mit seinen 4665 Meter hohen Vulkan Mt.Meru.
Da Arusha bereits auf 1400 Höhe liegt, herrschen hier sehr angenehme Temperaturen.
Voller Erwartungen gingen wir zum Mietwagencenter um den vorbestellten, 6-sitzigen, Bus abzuholen.
Doch - Afrika zeigte uns schon wieder die Zähne es gab kein Auto.
Heute nicht, morgen nicht, nächste Woche nicht.
Man wartete schon seit einiger Zeit auf ein Ersatzteil aus Japan.
Lieferung ???
Trotzdem, Hakuna Matata.
Ich rief den Sechser-Rat zusammen und wir beschlossen uns erst mal von den Reisestrapazen zu erholen.
Von unseren Reisen kannten Mariele und ich die Hatari Lodge.
Es handelt sich dabei um das ehemalige Wohnhaus von Hardy Krüger und liegt am Rande des Mt.Meru im Arusha Nationalpark.
Der Vorschlag wurde begeistert aufgenommen.
Der Vorschlag war wohl so gut, dass ich leider gleich zum obersten Reiseführer ernannt wurde.
Ich hatte mich fortan um alles zu kümmern.
Man ernannte mich ganz einfach zum Kümmerer.
Ich sagte nur unter der Bedingung zu, dass mir innerhalb von 48 Std. ein entsprechendes, aussagefähiges T-Shirt zur Verfügung gestellt würde.
HaHaHa! - Woll`n mal schau`n.
Die Lodge liegt nur etwa 50 km von Arusha entfernt und ist mit einem Taxi leicht zu erreichen. Da die Lodge über lediglich 8 Gästezimmer verfügt, haben wir uns natürlich vorher erkundigt ob für uns noch genügend Platz vorhanden war.
Gott sei Dank hatte eine Reisegruppe aus Amerika absagen müssen.
Ja, ja, die Angst der Amis vor allem was nicht weiß, konservativ und amerikanisch ist.
Die Gastgeber, Hans und Renate, konnten uns nach einer, kaum einstündigen und im letzten Teil berauschend schönen Fahrt, in ihre Arme nehmen. (Das ist wörtlich zu nehmen denn die Gastfreundschaft ist überwältigend.)
Der Anblick der Lodge hat uns förmlich aus den Socken gehauen. Er war schlicht weg umwerfend.
Dem Peter standen die Tränen in den Augen, Hans, Rita und Petra nahmen mich nur still in den Arm.
Wir waren glücklich, so glücklich, dass wir unsere Superstimmung gleich mit ein paar Bier auf der nahen Aussichtsplattform unterlegt haben.
Die Plattform ist durch einen Steg mit der, Akazien umsäumten, Terrasse verbunden. Von hier aus hat man einen grandiosen Blick auf die Monella-Lichtung, einer Feuchtsavanne mit vielen Seen und Wasserlöchern.
Unzählige Tiere planschten, quakten, schwirrten, liefen herum und boten uns ein Schauspiel der Extraklasse.
Büffel, Giraffen, Warzenschweine, Zebras und unzählige Vögel unterhielten uns auf ihre unbeschreibliche Art.
Wir hatten keine Probleme mit den sonst so lästigen Blutsaugern, denn die Lodge liegt auf 1600m Höhe, ist malariafrei und für uns Europäer optimal.
Sie ist umgeben von einer paradiesischen Seen- und Kraterlandschaft.
Ob hier schon Adam und Eva ihre Späße getrieben haben?
Denkbar wär`s.
Egal - jedenfalls wurde es ein zünftiger Abend.
Die Anreisestrapazen waren wie weg geblasen.
Später hat uns noch der 5 (oder waren`s 7?) Sternekoch Josef mit super 5 Gang-Menüs überrascht.
Damit der Neid nicht zu groß wird - hierzu keine Details.
Aber, so viel muss sein, es war köstlich!
Na ja - es wurde mal wieder recht spät: aber sehr lustig. Spät am Abend kamen noch Hans und Renate hinzu und haben uns von dem nur eine halbe Stunde entfernten Ngur - Krater, dem Hatari Shumata Camp, den Lion King Safaris und dem Regenwald am Mt.Meru mit seiner einzigartigen Flora und Fauna und, und , und vorgeschwärmt.
Sie haben uns den Mund so richtig wässerig gemacht.
Für eine sehr kurze Nacht haben wir dann unsere Zimmer aufgesucht.
Mariele und ich hatten das Honeymoon - Zimmer.
Sehr geschmackvoll, sehr schön mit einem Himmelbett und Terrakottareliefs an der Wand.
Hier lässt sich`s leben!
Auch in unseren Alter und ohne Honeymoon.
Nach einer sehr kurzen Nacht hämmerte es bereits um 7 Uhr an unserer Tür.
Reise, Reise, Aufstehen oder so etwas Ähnliches hörten wir.
Hans und Peter hatten sich `was ausgedacht!
Na ja; wir haben uns geduscht und sind trotz großer Restmüdigkeit `runter gegangen.
“ Was soll das? Warum schon kurz nach Mitternacht?“ habe ich geknurrt.
“ Guten Morgen zunächst mal. Wir müssen dringendst nach Arusha “ kam es aus Peters Richtung.
“Mor`n. Warum ? “
“ Darum! “
Die Anderen, ja, auch meine liebe Frau Mariele, wussten längst Bescheid und grinsten mich nur an.
Na ja, so ist das Leben - die anderen schaffen an und ich der große Bestimmer und Kümmerer muss folgen.
Trotz allem haben wir noch ausgezeichnet gefrühstückt und wir Männer sind mit dem Hotel - Taxi und Josef ( er war nicht nur Koch, sondern auch Fahrer ) los.
Die Damen wollten unbedingt einen Wellness - Tag einlegen.
Die Fahrt ging zunächst `mal einige Kilometer durch den Busch. Dabei haben wir ganz nebenbei ein paar Giraffen, Affen und Zebras gesehen. - Herrlich!
Später sind wir auf die gut ausgebaute Arusha - Himo - Rd. abgebogen und waren nach gut 1 Std. in Arusha.
Josef ist sofort zielstrebig zu einem Laden in der Innenstadt gefahren und mit Peter darin verschwunden.
Kurze Zeit später kamen sie breit grinsend  mit einer braunen Tüte in der Hand wieder heraus und Peter sagte nur “ Bedingung erfüllt! “ nachdem er mir die Tüte in die Hand gedrückt hatte.
Die Halunken hatten doch tatsächlich ein T- Shirt mit dem Aufdruck:
“ Der Kümmerer”
bedrucken lassen.
So, nachdem jetzt klar war wer in Zukunft die Arbeit zu machen hatte, haben wir eine ausgedehnte Besichtigungstour mit Hilfe von Josef, unserem Fahrer, gemacht.
Na ja, viel gab es ja nicht zu bestaunen in der 340000 Einwohner zählenden Stadt.
Ein riesen Verhau, Dreck und Lärm das war`s.
Gegen Mittag sind wir in eine Kneipe eingefallen von der Josef überzeugt war, dass sie die einzig Richtige für uns sei und die Kost für unsere Mägen halbwegs entgegen kommen würde.
Na gut, wir haben gar nicht so schlecht gegessen und uns blendend unterhalten.
Josef hat uns in die Geheimnisse von Tansania eingeführt; wir waren erstaunt über sein Wissen und die Art wie er uns die landesspezifischen Eigenarten beigebracht hat.
Während dieser Lektion wurden wir von einem Mann an der Theke aufmerksam beobachtet.
Ich nahm Blickkontakt auf und prostete ihm zu.
Es war ein Typ aus dem man gut und gerne zwei ganz ordentliche Burschen hätte machen können. Über 2 m groß, bestimmt 150 kg schwer, rothaarig und mit einem gewaltigen Vollbart ausgestattet.
Jan, so hieß das Ungetüm, war Holländer, lebte seit 7 Jahren in Tansania und war mit Maria, der Kneipenköchin, leiert.
Er schlug sich so recht und schlecht mit Führungen in den Nationalparks durch.
Dazu hatte er sich vor 9 Jahren einen Mercedes Sprinter zugelegt, mit dem er von Holland aus, kreuz und quer durch Afrika, nach Tansania gezuckelt war.
Jan war ursprünglich als Autoschlosser bei einem Rennstall beschäftigt, hatte aber während seiner Sturm- und Drangzeit alle möglichen Arbeiten erlernt.
Zimmermann, Schreiner, Heizungsbauer - nichts war ihm fremd.
Seine Erfüllung hat er letztendlich in Tansania erfahren.
Wenn er von seinen Erlebnissen in den Nationalparks sprach, beobachtete ich eine Verzückung in seinem Gesicht, die ich diesem Mordskerl nicht zu getraut hatte.
Dieser Mann schwamm auf unserer Welle! - das war klar!
Im Moment war, bedingt durch die Wirtschaftskrise, eine riesen Flaute in seinen Auftragsbüchern zu verzeichnen.
Maria, eine Seele von einem Menschen, fütterte ihn durch.
Er war ganz begeistert von unseren Plänen.
Spontan bot er sich an, an der Verwirklichung unserer Idee mit zu arbeiten. Voraussetzung war allerdings, dass Maria mit von der Partie sein könnte.
Begeistert haben wir zugesagt und vereinbart, dass die beiden in den nächsten Tagen zu uns treffen sollten.
Dieser Glücksgriff musste natürlich begossen werden…. auch in dieser Disziplin passte Jan hervorragend zu uns.
Spät abends hat uns Josef - den wir mittlerweile in Sepp umgetauft hatten, zur Hatari zurück gefahren.
Unsere Frauen waren erleichtert, ihnen wurde aber schnell klar was die Ursache der Verspätung war. Unser Atem hat alles verraten.
Aber was soll`s, das Leben ist ja so kurz.

Die Schatzsuche, oder wie finden wir einen geeigneten Platz für unsere Traumlodge

Tag 1.

Der nächste Morgen: 07:30, traumhaft schön, die Geräusche, der Duft, lauter nette Menschen und ein Frühstück auf der, von Akazien umsäumten, Terrasse.
Kann das Leben schöner sein?
Unser neuer Freund Sepp hatte sich gestern angeboten uns einen Teil des NP zu zeigen.
Eine Stunde später ging es los. Das heißt noch nicht ganz. Im letzten Augenblick hatten wir bemerkt, dass Rita noch nicht mit von der Partie war.
Wir schauten Peter an; Peter schaute uns an.
“ Kruzifix “ stammelte er “ Sie hat doch mit mir das Zimmer verlassen”. Aber das heißt bei Rita noch nichts - sie findet immer einen Grund noch etwas Unaufschiebbares zu erledigen.
Kaum waren 10 Minuten vergangen, schon kam sie anstolziert.
Der Blick den sie Peter zu warf, verhieß nichts Gutes.
“Wieso hast du die Kamera nicht eingepackt? “zischte sie.
” Ja, natürlich, mein Engel “ kam es zurück. “ Das hätte ich tun sollen, wozu hättest du mich auch sonst geheiratet”
Die Antwort saß; selbst Sepp kugelte sich vor Lachen - obwohl er kein Deutsch verstand.
Lachen steckt an.
Der Tag und Ritas Laune waren gerettet.
Lachen ist ja so gesund!
Nun ging`s los. Wir fuhren an den Momellaseen vorbei. Sahen unzählige Flamingos, Wasserböcke, Büffel, Flusspferde und, und, und.
Im Visier hatten wir einen, nur wenige Kilometer entfernten, Aussichtshügel.
Eine kurze Wanderung und wir waren oben.
“ Wow “, “ Super “, “Mei ist das schön “ klang es rundum.
“ Gell, Kümmerer, hier lassen wir uns nieder? “ Petra schmiegte sich an mich und sah mich treuherzig an.
“Ja, natürlich, es fehlt nur noch die Genehmigung und dann machen wir der Hatari Lodge so richtig Konkurrenz “ antwortete ich.
“ Leider hast du mal wieder recht, aber schön wär`s. “ kam es enttäuscht von Peter. “ aber im Hinterkopf speicherten wir diesen paradiesischen Ort. “
Ja, was weckte in uns so viele Emotionen?
Was sahen wir? 
Wir schauten hinab in den Ngurdoto-Krater, im Hintergrund der Kilimandscharo mit seinen weißen Hüten auf den Spitzen und in der Morgensonne den Mt.Meru.
Der Ngurdotokrater ist nur ca. 2,5 km im Durchmesser groß und ist aber eine kleine Ausgabe des Ngorongorokraters.
Also eine savannenartige Landschaft mit einem kleinen See und dem Hatari Shumata Camp zum Übernachten und Relaxen.
Sepp hat uns dann bald zum Aufbruch gedrängt - er hätte uns ja noch so viel zu zeigen, sagte er.
Auf dem Weg zum Auto rief Hans plötzlich ganz aufgeregt “ Halt! Da! “ und zeigte in die Baumwipfel.
Dann hörten wir sie auch.
Nachdem sie entdeckt waren hatten sie auch keinen Grund mehr ruhig zu sein.
Über die Baumwipfel hinweg haben sie sich unterhalten? gezankt? gewarnt? - wer weiß das schon.
Links saßen die Schwarz-Weiß-Guerzas und etwas weiter rechts die blauen Diadem-Meerkatzen. Sie hatten`s ganz wichtig auf ihren moosbewachsenen Ästen. Auf jeden Fall war es ein berauschender Anblick. Solch schöne Affen hatte von uns noch niemand gesehen. Diese Farbspiele in ihren Fellen.
Aber auch dieses Erlebnis war endlich - wir mussten weiter.
Weiter in Richtung Hatari Shumata Camp.
Es ist erstaunlich wie artenreich dieser kleine Krater ist. Man muss es gesehen haben!
Nach einer kurzen Rast im Camp ging es dann weiter zum Ngongongoro Springs im Herzen des Nationalparks.
Am Sumpf war jede Menge Action. Alles was Rang und Namen hatte, war vertreten.
Genießen und sattsehen war angesagt.
Wir hatten gar nicht bemerkt, dass Sepp uns ein wirklich reichhaltiges Picknick zubereitet hatte.
Der Sepp - das war ein Zauberer! Nicht einmal das gekühlte Bier hatte er vergessen.
Während unserer Dankeshymnen hatten wir bemerkt, dass Sepp plötzlich sehr ruhig und in sich gekehrt war.
“ Hi, Sportsfreund “ habe ich ihn gefragt “ was ist los mit dir? “
Er hat `rum gedruckst und hat schließlich nur ein “ Not so much “ heraus gepresst.
Mit vereinten Kräften haben wir dann erfahren, dass er uns bereits jetzt schon so ins Herz geschlossen hatte, dass er nur noch mit Schrecken an unseren Abschied denken könnte – und - am liebsten möchte er bei uns bleiben.
Er möchte doch auch so gerne etwas für sein Land tun.
So, das war`s. Jetzt war es raus. Sepp war erleichtert.
Wir waren alle ziemlich gerührt; waren uns Sepp doch auch schon ans Herz gewachsen.
Seine Kenntnisse als Guide und vor allem seine Sprachkenntnisse waren nicht zu verachten.
Seine ewig gute Laune - seine schwarzen Kulleraugen.
Wir haben sofort den Kriegsrat zusammen gerufen und mit ihm beschlossen, dass er ab sofort als Vollmitglied bei uns aufgenommen würde – wenn, ja wenn unsere Wirtsleute keine Einwände hätten und ihn auf Dauer entbehren könnten.
Sepp schossen die Tränen in die Augen, wir konnten ihn nur mit Mühe davon abhalten uns die Füße zu küssen (Im übertragenen Sinn natürlich).
Nachdem wir ihn klar gemacht hatten, dass er ab sofort gleichberechtigt mit bei uns im Boot sitzen würde, ist er den ganzen Tag nur noch mit einem verklärten Gesicht herum gelaufen.
Wir alle hatten noch keinen zufriedeneren Menschen als Sepp erlebt.
Nun waren wir schon zu neunt - was kann da noch passieren?
Nach dem wir gegessen hatten, haben wir dann, alle zusammen, unsere Sachen gepackt.
Sepp hat es sofort registriert und mit einigem Stolz bemerkt, dass so eine Vollmitgliedschaft auch seine guten Seiten hat.
Weitere Tierbeobachtungen standen auf dem Programm. Anschließend sind wir dann über den Mgoda Pass zurück zur Hatari Lodge gefahren.
Mit Sepp hatten wir abgesprochen, dass wir zunächst mit unseren Gastgebern sprechen wollten.
Abends, nach dem Abendessen, in gemütlicher Runde, brachten wir dann ganz vorsichtig das Gespräch auf Sepp. Wir haben betont wie zufrieden wir mit ihm seien.
Zu unserer Überraschung haben wir dann erfahren, dass Sepp mit eigenem Fahrzeug auf eigenes Risiko bei ihnen beschäftigt sei. Sie waren in Sorge ob sie ihn auf Grund der Wirtschaftskrise weiter beschäftigen könnten.
Für uns war es deshalb sehr einfach Sepp bei ihnen “ abzuwerben “.
Der Abend ging sehr harmonisch aber wieder sehr spät zu Ende.

Schatzsuche 2.Teil

Tag 2 - 6

 

Die nächsten Tage waren wir weiter emsig auf der Suche nach unseren Glück.
Wir haben die Momellaseen mit dem Kanu abgegrast.
Vom Wasser aus haben wir den ersten Leoparden beim Jagen zu geschaut; und, unvergesslich, eine Python schlängelte sich im Ufergebüsch.
Die Flusspferde kamen uns manchmal bedenklich nahe, doch Sepp hat uns beruhigt:
Hakuna Matata.

 

Unvergessen auch die vielen Flamingos und die Pelikane.
Wir sind zu Fuß 3 Std. lang im Kraterhochland des Mt. Meru herum gekraxelt.
Der Bergregenwald war für alle eine ganz besondere, neue Erfahrung.
Die vielen Wasserfälle, die mit Moos und Farnen bewachsenen knorrigen Waldriesen. Solche Mordstrümmer hatten wir nicht einmal am Amazonas gesehen.
Im Kilimandscharo NP waren wir dem höchsten Bergmassiv ganz nahe,
Wir hatten die ersten Kontakte mit den Massai, diesem stolzen, unnahbar wirkenden Hirtenvolk.
Sicher machen die heute auch eine Show für die Touristen aber man kann viel von dem ahnen, was den Einwanderern damals Angst und Schrecken eingejagt hat.
Schließlich sind sie bei der Gründung der Nationalparks oft genug übergangen und ins Hintertreffen geraten.
Bei aller Liebe zum Tier, der Mensch ist ein wenig zu kurz gekommen.
Na ja, vielleicht können wir ein wenig daran ändern!!!
Wir haben einen Ausflug in den Amboseli NP in Kenia gemacht und haben dabei in der Baumsavanne unzählige Tierbegegnungen genossen.

 

Übrigens - Sepp hat sich natürlich riesig gefreut als wir ihm das Ergebnis unserer Verhandlung vom Abend zuvor mitteilten.
Überrascht war er, als er hörte, dass er Besitzer des Toyotas war mit dem wir die Tage unterwegs waren.
Die Erklärung war ganz einfach: er hatte das Auto von seinem Vater übernommen und hatte - Hakuna Matata - keine Fragen gestellt.
That´s Afrika.
Im Übrigen ist ein Ruck durch unseren neuen Freund gegangen. Am Morgen begrüßte er uns per Handschlag und sprach uns mit dem Vornamen an - der Mensch wächst mit seinen Aufgaben!
Die größte Überraschung für uns war das er eines Tages als wir uns auf Deutsch unterhielten und der Meinung waren, dass er mit dem Autofahren voll beschäftigt sei, uns plötzlich auf Deutsch aufklärte.
Wir hatten auf dem Weg vor uns eine Tierlosung bemerkt und konnten uns nicht darüber einigen ob sie nun vom Büffel oder vom Elefant stammte.  Sepp drehte sich um und sagte mit einem breitem Grinsen: “ Kein bullshit, Elefantenscheiße! “
Mit stolz stolzgeschwellter Brust erklärte er uns, dass er jetzt mit aller Konsequenz Deutsch lernen wolle und hat uns ein Lehrbuch gezeigt, welches er einmal von Touristen geschenkt bekommen hatte.

 

Es sah noch ziemlich neu aus, trotzdem, wir waren richtig stolz auf Sepp.
Als wir am 6. Tag nach Hatari zurückkamen, haben wir von weitem schon den Mercedes Sprinter gesehen. Jan und Maria waren angekommen.
Die Freude war grenzenlos. Obwohl wir uns erst kurz kannten waren wir alle bereits ein Herz und eine Seele. - Wir hatten uns gesucht und gefunden.
Am Abend haben wir unser Wiedersehen gefeiert.
Es wurde feucht, fröhlich und endete erst lange nach Mitternacht.
Für den nächsten Tag haben wir eine Lagebesprechung angesetzt.

 

Brainstorming oder wie machen wir es dann am besten.
Am nächsten Morgen mussten wir erst mal wieder unsere Wunden lecken. Nach einiger Zeit und einem ausgedehnten Frühstück wurden die grundsätzlichen Verantwortungsbereiche festgelegt.
Das Ergebnis sah dann so aus:
Gesamtleitung und Depp vom Dienst : Heribert, also ich.
Verwaltung : Petra
Bauen, reparieren usw.: Hans
Küche, Haus und Hof : Mariele
Fahrzeuge und techn. Geräte: Jan
Gesundheit ( Mensch ) : Peter
Gesundheit ( Tiere ) : Rita
Fahrer, Dolmetscher, Mädchen für alles: Sepp
Ackerbau, Viehzucht, Gärtnerei : vakant
Schule, Ausbildung : vakant
Waisenhaus : vakant
Nachdem wir bisher zwar sehr viel Schönes aber noch nichts 100%-tiges gefunden hatten, haben wir den weiteren, groben Ablauf für unser weiteres Tun festgelegt.
Wir wollten über den Ngorongoron Krater in die Serengeti und weiter in den Lake Manyora NP und zum Tarangire NP fahren - jedenfalls so weit bis unser Traumziel entdeckt war.
Also suchen, suchen, suchen war angesagt.
- Denn wer sucht, der wird finden!
Wir sind am nächsten Morgen - nach einem langen, wehmütigen Abschied von Hatari und seinen wundervollen Menschen - los gefahren.

 

Eine richtungweisende Begegnung.
Wir haben dann den Arusha NP verlassen und sind dann über die A 104, die Arusha - Himo Rd in Richtung Ngorongoro gefahren.
Nach einiger Zeit, wir zuckelten gemütlich durch eine lang gezogene Kurve, sah ich im Rückspiegel das Unheil in Form eines überschnellen Humers kommen.
Ein Humer ist ein amerikanisches Vehikel, das für Leute gebaut war die unbedingt ihren Reichtum anderen Leuten kundtun wollen.
Der Blinde hatte es offensichtlich so eilig, dass er uns trotz Kurve und schlechter Sicht überholen musste.
Er war kaum an uns vorbei als es auch schon krachte.
Eine Fahrzeugkolonne, bestehend aus drei Protzautos, war ihm im Wege.
Der Erste schaffte es gerade noch vorbei zu kommen; den Zweiten hat er seitlich erwischt und von der Straße geschoben.
Zwischen zwei Bäumen hindurch ist der in den Acker gestartet, hat sich überschlagen und ist mit seinen Rädern nach oben im Feld liegen geblieben.
Wir sind natürlich sofort raus und zum Unglücksauto gespurtet um zu helfen.
Der Karren, ein überlanger, schwerer Mercedes qualmte im hinteren Bereich bereits.
Die Zeit drängte.
Wir haben zunächst versucht die Türen zu öffnen - ein hoffnungsloser Fall.
Die Fenster konnten wir auch nicht einschlagen - wahrscheinlich waren sie aus schusssicherem Glas.
Also haben wir mit vereinten Kräften versucht das Auto auf seine Räder zustellen.
Inzwischen hatten sich uns zwei kräftige Männer angeschlossen.
Zwei Riesen : der Unfallverursacher ein Schrank von einem Mann und ein Unbekannter nicht minder Großer, ein auf Anhieb netter Mensch.
Nach einigen Versuchen ist es uns dann gelungen und - Gott sei Dank - eine Tür war beim Salto seitwärts aufgesprungen.
Endlich konnten wir die Türentriegelung lösen und die bewusstlosen Insassen befreien.
Der Fahrer war ohne äußere Verletzungen, der ältere Mann im Fond hatte eine Schramme an der Stirn.
Alles nicht schlimm.
Beide waren allerdings bewusstlos.
Wir haben die Beiden in sicherer Entfernung abgelegt.
Kurz darauf brannte der Wagen lichterloh. Die Warnanlage machte ein furchtbares Getöse.
Nachdem die Gefahr gebannt war, kamen auch die Insassen der anderen beiden Autos hinzu und machten sich sehr wichtig. Mutig, mutig.

 

Erst jetzt merkten wir, dass der Rettungseinsatz nicht spurlos an uns vorüber gegangen war.
Hans hatte sich die Hand verbrannt, mein Arm tat lausig weh und unser großer Unbekannte und Unfallverursacher hatte Schmerzen in der Schulter. Alle anderen waren ok.
Die Mutigsten aller Begleitschützer hatten uns inzwischen abgesondert und behandelten uns wie Gefangene.
Auf der Straße, bei den untätigen Neugierigen, sah ich einen Mann der offensichtlich die ganze Chose gefilmt hatte. Ich bat Sepp sich mit ihm in Verbindung zu setzen um seine Adresse zu erfahren. Wer weiß wozu das noch wichtig sein könnte.
Der Unfallverursacher hatte sich inzwischen vorgestellt. Er hieß Mizunga Mwpe und war ein offensichtlich reicher Bauunternehmer.

 

Er war untröstlich über sein Missgeschick und zitterte vor lauter Angst wie Espenlaub. Schließlich hatte er sich ja auch mit einem absoluten, politischen Schwergewicht angelegt.
Er wusste keinen Ausweg aus diesem Dilemma und fragte mich um Rat.
Irgendwie war mir der Mann trotz allem sympathisch und ich habe vorgeschlagen, dass er bei der Vernehmung angeben sollte der vordere rechte Reifen sei während des Überholvorgangs geplatzt und sein Wagen nach links ausgebrochen.

 

Erleichtert hat er mir ewige Treue und Hilfsbereitschaft geschworen.
Ich hatte das Gefühl einen neuen Freund gewonnen zu haben.
Der andere Helfer hieß Paul Mabunga und war, ein Arbeit suchender, Gärtner. Er hatte bisher im Serengeti NP in einer Lodge gearbeitet und war im Zuge der Wirtschaftskrise arbeitslos geworden.
Intuitiv habe ich ihn eingeladen uns zu begleiten.
Er sagte begeistert zu.
Auf einen Schlag hatte ich zwei Menschen glücklich gemacht.
Aus dem Tag konnte noch etwas werden!
Von Ferne hörten wir ein immer lauter werdendes Knattern.
Bald sahen wir auch die Ursache. Gleich fünf Hubschrauber setzten zur Landung an.
Heraus sprangen einige vermummte Gestalten, die sofort die gesamte Gegend in Besitz nahmen.
Offensichtlich war der Unfallwagen mit einer automatischen Alarmanlage ausgestattet und hatte eine mittlere Staatskrise ausgelöst.

 

Der Anführer hat uns sofort einem strengen Verhör unterzogen. Nachdem wir übereinstimmend und wahrheitsgemäß ausgesagt hatten, wurden die Leibwächter verhaftet und der Chip der Kamera sichergestellt.
Mittlerweile waren auch etliche Krankenwagen eingetroffen.
Die Unfallopfer und wir maladen Helfer wurden in ein Krankenhaus nach Arusha gefahren.

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