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Im Goldland Kalifornien

Sophie Wörishöffer

Im Goldland Kalifornien

Roman





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

ZUM BUCH

Eine Gruppe polnischer Flüchtlinge fährt zusammen mit Hunderten Auswanderern auf einem Segelschiff nach Amerika. Ein Verwandter von ihnen, König Semen genannt, hat als Goldsucher sein Glück gemacht und ihnen die Überfahrt bezahlt. Statt aber bei ihm ihr neues Leben in Sicherheit aufbauen zu können, kommt alles ganz anders. Denn eine gefährliche Verbrecherbande, die Hounds, treibt ihr Unwesen.

EINS

Der große Viermaster glitt bei günstigem Winde fast lautlos über die Wellen dahin. Weit dehnte sich der Atlantische Ozean. Wochen schon war das Schiff unterwegs, um Hunderte von Auswanderern aus allen Ländern des überfüllten Europas in die Neue Welt zu bringen, nach Amerika, dem letzten Ziel von Unzähligen, die daheim gestrandet waren oder keine Arbeit gefunden hatten oder durch die unseligen politischen Verhältnisse aus ihrer Heimat vertrieben wurden.

In einer Ecke lagerte eine Gruppe von polnischen Flüchtlingen. Es waren Bauern, die wie ihre Eltern und Voreltern jahrzehntelang unter der Knute ihrer Gutsherren gestöhnt und geblutet hatten, nun die Knechtschaft von sich geworfen und in einer letzten verzweifelten Anstrengung den Mut gefunden hatten, die alte Heimat mitsamt ihren Angehörigen zu verlassen und mit den letzten Habseligkeiten über die Grenze gingen.

Schon Jahre vorher hatte einer ihrer Verwandten, den sie König Semen nannten, Polen verlassen und in Amerika sein Glück gemacht. Ursprünglich wohlhabend, da sein Vater eine Heilquelle entdeckte, die viel Geld einbrachte, war er durch die Machenschaften des Gutsherrn, auf dessen Boden die Heilquellen lagen, um sein Erbe gebracht worden. Dank seiner Energie und seiner hohen Bildung hatte er es in Kalifornien sehr bald zu Geld und Gut gebracht, hauptsächlich infolge riesiger Goldfunde. Nun ließ er seine Verwandten nachkommen, denen er auch die Überfahrt bezahlt hatte.

Sein Bruder Kinski brachte Frau und Kinder mit. Arsa war ein gut gewachsener Junge von sechzehn Jahren. Ossip und Jegor waren Söhne anderer polnischer Bauernfamilien, die sich angeschlossen hatten. Ein Franzose namens Dubois und ein Deutscher, der sich Felsing nannte, hatten sich den jungen Leuten zugesellt, die nun fast den ganzen Tag zusammen auf dem Deck verbrachten.

Einer nach dem anderen erzählte seine Vergangenheit und die Gründe, die ihn dazu gebracht, seiner Heimat den Rücken zu kehren. Jeder versuchte auf seine Weise, die eintönigen Wochen der langen Reise zu verkürzen.

Felsing konnte miauen wie eine Katze, er verstand die Bauchrednerkunst und besaß als Taschenspieler eine erstaunliche Gewandtheit; er war fast der Einzige, welcher von der Seekrankheit verschont blieb und in allen Misshelligkeiten des Zwischendecklebens die gute Laune niemals verlor.

Selbst Monsieur Dubois, der kleine Franzose mit der Ledertasche und dem kummervollen Gesicht, musste lächeln, wenn Felsing deklamierte oder irgendwelche Gaukeleien trieb.

„Weshalb sind Sie so verstimmt?“, fragte Arsa eines Tages den Franzosen. „Haben Sie Heimweh?“

„Ja, sehr.“

„War denn das schöne Landgut Ihr Eigentum?“

„Nein, Monsieur, das meiner Eltern. Zehn Generationen der Dubois haben auf Montferrant glücklich gelebt – uns traf das Schicksal, es verlieren zu müssen. So bin ich gezwungen, in Amerika mein Glück zu versuchen.“

Die jungen Leute schwiegen. Arsa dachte an den Wohlstand seiner Großeltern in Polen, und wie sein Vater widerrechtlich herausgeben musste, was ihm gehörte.

Er war blass geworden, und jetzt stand er auf, um in dem Mittelgange hin und her zu wandern. „Wie heiß es ist“, seufzte er.

Felsing wandte sich Arsa zu. „Ich bin Paul Wendt, der, den vor der Abfahrt die Polizei suchte“, sagte er halblaut. „Wussten Sie das schon?“

„Ich glaubte es wenigstens, Herr –“

„Nennen Sie mich in Zukunft Paul. Den Namen kann jeder führen; er verrät nichts.“

„Meine Eltern sind tot“, setzte er dann hinzu. „Ich bin ein geborener Hamburger und hatte schon ein eigenes kaufmännisches Geschäft, aber das Unglück verfolgte mich beharrlich; trotz sorgfältigster Berechnung und genauester Sorgfalt verlor ich mein Vermögen. Dann nahm ich Stellung in einem Bankhaus, aber die untergeordneten Arbeiten, welche man von mir verlangte, ermüdeten mich, und so beschloss ich, mein Glück an der Börse zu probieren. Was andere konnten, das musste doch auch mir gelingen. Eine Zeit lang arbeitete ich gut, ich sah den Erfolg und bekam neuen Mut; nachdem mir häufig der einzelne Taler gefehlt hatte, klangen wieder Tausende in meinen Taschen und – ich erkannte, dass die Börse das Feld meiner Tätigkeit sei, dass ich es hier zu etwas Großem bringen würde. Weshalb sollte ich nicht ein zweiter Salomon Heine oder Rothschild werden? Das Zeug dazu fühlte ich in mir und fühle es auch heute noch. Aber man kann natürlich nicht mit allen Zufälligkeiten rechnen, man … – Lassen wir das“, unterbrach er sich. „An der Richtigkeit meiner Berechnungen fehlte gar nichts, nur das Glück verließ mich und zwar gerade zu einer Zeit, in der ich den Erfolg am notwendigsten brauchte. Damals war mein jüngerer Bruder gerade mündig geworden, er hatte das väterliche Erbteil ausbezahlt erhalten und gab mir, da ich einen Kassenschrank besaß, die Papiere einstweilen in Verwahrung. Als junger Ökonom wollte er sich eine Zeit lang in der Welt umsehen und dann ein Landgut kaufen, um es selbst zu bewirtschaften. Ich –“

„Oh, Paul, Paul!“

„Sie erraten, was folgen wird, Arsa? Ja, ich habe zweihunderttausend Taler im Börsenspiel verloren, das ist leider wahr, aber gegen den Verdacht einer unredlichen oder auch nur unehrenhaften Gesinnung muss ich protestieren. Es war meine bestimmte Absicht, die Summe zu verdoppeln, zu verdreifachen und den ganzen Gewinn dem armen Hermann in den Schoß zu schütten. Nur die widrigen Zwischenfälle haben das verhindert.“

„Sie hätten fragen, Ihrem Bruder vorher den Plan auseinandersetzen und seine Genehmigung einholen sollen, Paul.“

Felsing schüttelte den Kopf. „Ach, das war unmöglich“, rief er. „Hermann ist eine so besonnene, ruhige Natur, er würde seine Einwilligung nie erteilt haben. Immer Schritt für Schritt weitergehen, nichts riskieren und vor allen Dingen keine Prozente machen, das ist so seine Weise.“

„Dann passt er ganz zu meinem Vater, Paul.“

Felsing zog die Stirn in Falten. „Ihr Vater ist ein prächtiger Mann, Arsa, ich habe ihn sehr gern, aber ein wenig mehr hätte er wohl mit der Welt fortschreiten können. Ich glaube, einen Fall wie den meinigen, würde er als ein Verbrechen bezeichnen.“

Das dachte Arsa auch, aber er behielt seine Ansicht doch aus Schonung für sich und vertraute lieber dem jungen Hamburger, dass ‚König Semen‘ sein naher Verwandter sei und dass er alle verfügbaren Mittel aufbieten werde, um diesen vielbegehrten Mann den Wünschen Felsings geneigt zu machen.

„Aber behalten Sie die Sache für sich, Paul“, setzte er hinzu. „Mein Vater will nicht, dass davon gesprochen wird.“

Felsing warf den Kopf zurück. „Ach, Ihr Vater! Er denkt, dass man mit Ehrenhaftigkeit durch die Welt kommt! Aber das ist ja eine ganz kostbare Entdeckung“, setzte er dann im veränderten, äußerst vergnügten Tone hinzu. „Ich werde mit meinen kaufmännischen Kenntnissen Ihrem geschätzten Herrn Onkel zu Hilfe kommen – natürlich betrügt man den braven Mann auf das Unverantwortlichste; aber dem wollen wir abhelfen. Wenn er jetzt zehn Millionen besitzt, so wird er unter meinem Beistand bald zwanzig, fünfzig, ja hundert sein eigen nennen. Sie sollen nur sehen, wir alle verlassen als steinreiche Leute das wilde Gebiet von Kalifornien – denn ich darf mich doch überzeugt halten, dass auch Sie so bald als möglich in den Schoß der Zivilisation zurückkehren werden?“

Arsa lachte. „Noch sind wir nicht einmal in dem Goldlande angelangt, Paul, und Sie sprechen schon von der Abreise.“

„Schweinsfische voraus!“, ertönte in diesem Augenblick die Stimme eines Matrosen. „Hallo, Schweinsfische.“

Felsing lachte laut auf. „Zukunftsbetrachtungen und Schweinsfische!“, rief er. „Aber kommen Sie, Arsa – alle Welt läuft, um das Wunder anzustaunen, also müssen wir doch notwendig mit.“

Das Schiff hatte jetzt eine Reise von hundertfünfundsechzig Tagen zurückgelegt, die Küsten des Goldlandes mussten also nun bald aus den weißen Schleiern der verhüllten Ferne auftauchen, in jedem Augenblick konnte das ungeduldig ersehnte: „Land! Land!“ über Deck schallen. Einige der Verwegensten suchten in die Masten zu klettern, andere hoben sich wenigstens auf die Fußspitzen und schirmten die Augen mit der Hand, um ja nichts zu übersehen.

„Hundertsiebzig Tage, wenn alles gut geht“, hatte einmal der Kapitän gesagt – diese Frist war ja beinahe abgelaufen.

„Ob wohl schon gleich am Strande die Goldklumpen liegen?“, fragte ein begehrliches Bäuerlein. „Das wäre wunderschön.“

„Ja – und ob man nur so zugreifen darf? Du tausend Taler, ich tausend – gerade, als ob man daheim eine Brombeere vom Strauch pflückt. Ich sage euch, Kinder, das gibt eine böse Enttäuschung. Die Polizei wird schon einen Erlaubnisschein vom König verlangen und schwere Steuern dazu.“

Rings um den Alten entstand ein lautes Gelächter. „Kalifornien hat ja gar keinen König!“, rief jemand. „Und keine Polizei und keine Steuern – Hurra! Man tut alles, was man will.“

„So?“, versetzte ärgerlich der Alte. „So? Und wenn es mir nun einfiele, dich auf der Straße zu erschießen, du Grünschnabel, was dann?“

„Dann wäre ich tot, Vater Graubart.“

Der Alte kehrte ihm den Rücken. Mit diesen vorwitzigen Burschen war gar kein Auskommen mehr; sie wussten alles besser. „Ein Land ohne König – solcher Unsinn!“

Sooft eine Wolke den Rand des Horizontes umsäumte, sooft nur ein Nebelstreif erschien, entstand schon unter den Auswanderern eine lebhafte Bewegung.

War das endlich das Land?

Als die fernen Gebirgskuppen wie Schattenstreifen zuerst aus dem Meere auftauchten, da fühlten sich alle enttäuscht. Das war die Küste?

„Was hattet ihr Kubikschädel denn zu sehen erwartet?“, fragte zum größten Ergötzen seiner Genossen der Matrose am Ausguck. „Etwa gebratene Tauben, die euch entgegenfliegen sollten?“

„Auf gebratene Tauben hoffen sie alle“, sagte ein anderer.

„Bis sie Steine bekommen, anstatt des Brotes; ja.“ Die Worte verhallten in der allgemein entstehenden Unruhe. Um nichts zu versäumen, schnallte der kleine Franzose schon jetzt seine Ledertasche an den Gürtel; sämtliche Auswanderer verlangten dringend, dass die Luken geöffnet würden und dass man ihnen ihr Gepäck herausgeben möge.

„Wir wollen gleich heute Gold suchen“, hieß es.

„Alle Wetter! Und dazu braucht ihr die Packkisten, nicht wahr? Man muss ja doch die kalbsgroßen Blöcke irgendwo unterbringen.“

„Natürlich! Natürlich!“

Die Matrosen lachten wieder. „Vor Mittag sind wir nicht da“, sagte einer. „Und nun lasst uns in Ruhe, ihr Tollhäusler.“

Wie in einem Ameisenhaufen, so wogte es am Deck auf und ab. Häuser und Kirchtürme glaubte der eine zu sehen, Wälder und Berge der andere. „Es ist doch gewiss Kalifornien?“, fragte zitternd am ganzen Körper eine alte Frau. „Das Schiff könnte ja wohl auch einmal den Weg verfehlt haben.“

Neues, donnerndes Gelächter.

Nahe und näher kam der weite, einem Meerbusen gleichende Hafen von San Franzisko; Mastspitzen tauchten auf, endlich das bunte, farbenreiche Gewühl am Strande und auf den Fluten der Bai.

Die ‚Flora‘ hatte das Ziel ihrer langen Fahrt erreicht – es war das neuentdeckte, irdische Paradies, welches jetzt offen vor den Blicken der Passagiere dalag, das Goldland

Auf Deck herrschte minutenlanges Schweigen. Seltsam wild und unordentlich sah das Ufer aus.

„Gar kein Hafendamm!“, sagte jemand. „Keine Kräne!“

„Und die Häuser sind – Hütten. Hölzerne Hütten.“

„Merkwürdig, man sieht kein Fuhrwerk irgendeiner Art.“

„Du, ich glaube, es gibt nicht einmal eine wirkliche Straße.“

„Wenigstens wächst überall Gras. Das ist ein sonderbares Land, nicht viel besser als eine Wildnis.“

Die ‚Flora‘ hatte jetzt Anker geworfen, und mehrere Matrosen brachten die Boote ins Wasser, um nacheinander alle diese vor Ungeduld bebenden, trampelnden und fiebernden Menschen an Land zu schaffen. Jeder wollte der Erste sein, jeder bat und flehte, zunächst ihn mitzunehmen. Es herrschte ein Durcheinander, bei dem niemand seine eigenen Worte verstand.

„Wenn es nur Wagen und Pferde gäbe! Wenigstens irgendein Transportmittel, aber da ist nichts zu entdecken.“

„Ihr seid an der Reihe, Leute.“

Die vier Boote der Flora brachten die Menschen an das Land, und nun fing der gute Rat an, teuer zu werden. Die Umgebung sah aus wie ein Jahrmarkt, hier und dort standen Zelte, man kochte unter freiem Himmel, man schusterte, zimmerte und tischlerte an allen Ecken und Enden. Hier fällten Leute einen schönen alten Baum, dort zersägten zwei Männer einen Baumstamm oder verarbeiteten schon gewonnene Bretter zu Karren. Keiner nahm Notiz von dem, was sein Nachbar trieb; die Leute sahen fast alle aus, als trügen sie schwere Sorgen.

Davidoff sah zurück zum Meer. „Ich bitte euch, Kinder, es kommen schon wieder zwei Schiffe.“

„Man muss einen Anfang machen“, sagte energisch der ältere Kinski. „Hier stehen bleiben können wir nicht.“

Er wandte sich dann an einen der arbeitenden Männer, von dessen Lippen er deutsche Worte gehört hatte. „Mit Verlaub, guter Freund!“

Der andere sah auf. „Was gibt es denn?“, brummte er.

„Darf man Euch einige Fragen stellen?“

„Nach einem billigen Hotel, nicht wahr? Nach Fuhrgelegenheit und einer Bierquelle?“

Die Leute ringsumher lachten. „Man muss den Mut nicht sinken lassen“, sagte einer.

„Gibt es hier denn wirklich keine Unterkunft? Muss man die Nacht auf der Straße verbringen?“

„Sicherlich. Aber die Luft ist ja warm, Alter, und außerdem fragt auch kein Konstabler oder Nachtwächter nach dem Woher und Wohin.“

„Das ist die Hauptsache!“, rief Felsing.

„Nicht wahr, Landsmann? Diese Dokumente und Aktenstücke der lieben Heimat – brr, das ist ärger, als ein wenig tolles Spiel hier in der Welt, die sich erst aufbaut.“

„Sicher! Aber wie weit ist’s denn bis zu den Minen?“

„So an die fünfzehn Meilen. Morgen früh haben wir unsere Karren fertig, und die Reise dahin beginnt.“

„Zu Fuß?“, fragte Kinski.

„Ja, Pferde oder Esel sind hier nicht zu haben.“

Sie sahen einander an. „Was nun?“, fragte Arsa.

„Wir müssen natürlich auch Karren zimmern und uns selbst davor spannen“, rief Felsing.

„Sagt einmal, Freund“, wandte er sich dann wieder an den Deutschen, „ist es denn erlaubt, den nächsten besten Baum zu fällen?“

„Gewiss. Wer sollte es auch verbieten?“

„Es gibt hier also keine Polizei?“

„Die Regierung in Washington hat einen Richter hierher geschickt, aber der gute Mann ist durchaus nicht bösartig, er sitzt am liebsten hinter seinem grünen Tisch und spielt Karten.“

„Nehmt nur einen guten Baum, ehe euch andere zuvorkommen“, riet jemand. „Das Holz ist hier spärlich genug.“

„Aber wir haben kein Arbeitsgerät!“, rief Kinski. „Wahrhaftig, es ist mir nicht eingefallen, dass man so wertlose Dinge mit über das Weltmeer schleppen müsste.“

Der Deutsche zeigte auf einen wahren Berg von Kisten, Tonnen, Säcken und Körben, die, wie eine Art Wildnis für sich, in der Nähe aufgestapelt lagen. „Da finden Sie vielleicht noch einige Stücke“, sagte er.

„Sind die Sachen Ihr Eigentum, guter Mann?“

„Die sind niemandes Eigentum. Nehmen Sie nur ganz getrost, was Ihnen aus dem Wirrsal etwa ansteht.“

Kinski schüttelte den Kopf. „Berührt nichts, Kinder. Erst müssen wir erfahren, wie die Sache zusammenhängt.“

Der Deutsche lachte. „Na“, sagte er, „solch ein unternehmungslustiger Yankee hört, dass sich hier am Platz bedeutende Menschenmassen sammeln, und nun denkt er ein gutes Geschäft zu machen; die Leute sollen ihm jede Ware doppelt und dreifach bezahlen. Aber dann kommt der Rückschlag; es findet sich kein Gespann, um die Sachen in die Minenstädte zu schaffen, hier am Ort sind keine Käufer, und der Besitzer lässt alles im Stich, weil er selbst Gold suchen und sich so schnell als nur möglich von hier in die Berge begeben will.“

„Und die Waren werden dann einfach als gute Beute erklärt?“

„Ja. Den größten Teil Ihres Gepäckes müssen auch Sie auf dieselbe Weise einbüßen, werter Herr Landsmann.“

„Hier wollen wir unser Zelt aufschlagen. Sammelt Steine zum Feuerherd, ihr Kleinen“, rief Kinski.

Die Kinder machten sich sofort daran, den erhaltenen Auftrag auszuführen; die Frauen suchten Decken und sonstiges Material hervor, um Zeltwände zu erhalten, während die Männer starke Äste von den Bäumen schnitten und Zeltstangen anfertigten.

Jetzt entwickelte sich eine lebhafte, anregende Tätigkeit. Die vier jungen Leute fällten einen Baum. Boris und Iwan bauten den Herd, der Franzose trug in allerlei Blechschüsseln Wasser herbei, Davidoff sammelte seinen zersplitterten Zucker, und Alexei und Nikola suchten aus dem Trümmergewirre die wenigen noch leidlich erhaltenen Esswaren hervor.

Eidechsen und große Käfer, Schlangen und Würmer, besonders aber Legionen von schwarzen Ameisen hatten alles in Besitz genommen. Die Zuckerhüte waren buchstäblich bedeckt von diesen widerwärtigen Tieren, durch den Kaffee schlüpften Käfer mit langen Beinen, der Speck war überall angenagt und zerfressen.

„Dass man hier auch gar nichts kaufen kann“, seufzte Frau Kinski. „Kein Brot, keinen Tropfen Milch für die Kinder.“

„Wollen wir es einmal im nächsten Hause versuchen?“, fragte eine andere. „Aber dann müsste uns Herr Felsing begleiten.“

Dazu war der junge Hamburger sogleich bereit. Die Axt hatte ihm schon Schwielen gedrückt, er fand es angenehmer, eine Sache zu organisieren, als selbst Hand an das Werk zu legen. „Suchen wir den Milchhändler, meine Damen“, sagte er, ein blechernes Kochgefäß in der Hand. „Irgendwo wird ja doch dergleichen aufzutreiben sein.“

Und dann las er die Überschrift der nächsten hölzernen Tür. „Wein- und Brandy-Salon.“

„Das wäre also nichts, fürchte ich.“

Die zweite Holzhütte erwies sich als Bankhaus, dessen Schwelle mehrere große Doggen und ein wüst aussehender Kerl mit zwei Pistolen im Gürtel bewachten; dann kam wieder ein Gin-Palast und endlich ein Laden, in dem man ein steinhartes, verschimmeltes Brot kaufen konnte.

„Besser etwas, als nichts, meine Damen. Darf ich fragen, was dieses Genussmittel kostet?“

„Zwanzig Dollar, mein Herr.“

„Wie?“

„Zwanzig Dollar.“

Frau Kinski verlor vor Schreck die Sprache. Das war der Preis für hundert Brote, aber doch nicht für ein einziges.

Der Verkäufer lächelte spöttisch. „Die Herrschaften hätten in Europa bleiben müssen“, meinte er.

Wüste Vorgänge unterbrachen gelegentlich die Stille. Man warf einen ausgeplünderten Gast zur Tür hinaus, Pistolenschüsse klangen durch die Nacht, wilde Verwünschungen und Hilferufe.

„Betrüger seid ihr, Spitzbuben, Halunken!“

„Wo ist der Richter? Ich will mein Recht, mein gutes Recht Ihr habt mich, während ich schlief, bestohlen.“

Der das mehr kreischte als rief, war ein Goldgräber im roten Wollhemd, den breitrandigen Strohhut auf dem Kopf, die Pistole im Gürtel und das lange Bowie-Messer im Stiefel. „Wo ist der Richter?“, schrie er.

„Wir wollen ihn holen“, riefen einige junge Burschen.

„Das ist recht, Kinder. Ich bin bestohlen worden, schändlich bestohlen – alle meine Taschen waren voller Goldkörner.“

Davidoff konnte ein heimliches Ächzen nicht unterdrücken. „Alle Taschen voll!“, murmelte er. „Alle Taschen voll!“

„Wer schläft denn aber auch mit solchen Schätzen an einem fremden Orte ganz unbekümmert ein?“

Der Dieb, ein Spanier namens Manoel, wurde vor den Richter geschleppt.

Dieser warf sich in die Brust, räusperte mehrere Male sehr vernehmlich und setzte einen Fuß vor den anderen. Als solchergestalt die Amtswürde tunlichst zur Geltung gebracht worden war, sprach er das Urteil.

„Gefängnisse haben wir hier nicht; allerlei Volk, gutes und schlimmes, läuft zusammen, Verbrechen jeder Art werden täglich begangen, die öffentliche Sicherheit ist vollständig dahin – man muss also ein abschreckendes Beispiel aufstellen. Nehmt diesen Manoel und hängt ihn, lyncht ihn in aller Form, Kinder. Wenn sich dann später ähnliche Fälle wieder ereignen sollten, so wisst ihr, was ihr zu tun habt. Und was mich betrifft“, setzte er dann hinzu, „so will ich fernerhin nicht mehr aus dem Schlaf geweckt werden. Wer bei mir eindringt, bekommt eine Kugel zwischen die Rippen. Verstanden?“

„Jawohl, Euer Ehren.“

„Das ist gut. Und nun die Bezahlung, denke ich.“ Er streckte die Hand aus, und Jim füllte diesen natürlichen Behälter mit Goldkörnern.

„Reicht das hin, Euer Ehren?“

„Ich danke. Gute Nacht, meine Jungen.“

Ein brausendes Hurra folgte ihm nach. Diese Art Rechtspflege fand in den Herzen der Abenteurer einen lebendigen Widerhall, sie packten den an allen Gliedern zitternden Spanier und schleppten ihn gewaltsam in das Haus. „An seinem eigenen Pfosten soll er baumeln, der Schurke!“

„Gnade!“, wimmerte Manoel. „Gnade! Ich will ja gestehen – ich besitze Gold –, ihr könnt es bekommen, aber lasst mich doch leben, Kinder. Was kann euch denn mein Tod nützen? Nehmt doch lieber das Geld!“

„Das nehmen wir außerdem. Du hast uns alle ausgeplündert und betrogen, wo es dir möglich war, dafür sollst du jetzt büßen.“

„Wir wollen dich zappeln sehen! Schade, dass der Anblick nur so kurze Zeit dauert, dass wir dich nicht mehrere Male lynchen können.“

Ein rohes Gelächter folgte diesen Worten. Mit vereinten Kräften schleppten die Goldgräber den zeternden Manoel in das Blockhaus und knüpften ihn, während er immerfort schrie, mit seinem eigenen Lederriemen an den nächsten Balken, dann nahmen sie ihre Plätze wieder ein und setzten das unterbrochene Kartenspiel weiter fort.

Sie hatten den ganzen Vorgang mit angesehen.

Felsing, der einzige, welcher Englisch sprach, hatte den anderen das Gehörte übersetzt. „Eine verwegene Bande“, sagte er, unwillkürlich schaudernd. „Sicher hat der Spanier sein Vergehen mit dem Leben büßen müssen.“

„Und neben dem Gehängten spielen die Mörder ganz ruhig Karten!“

Felsing zog einen Goldgräber zu sich. „Kommen Sie zu meinen Reisegefährten; wir unterhalten uns ein wenig.“

Der Goldgräber ging mit. „Das sieht ja beinahe aus wie ein Familienkreis“, sagte er nach der ersten Begrüßung. „Wollen Sie denn Ladies und Kinder mit hinausnehmen in die Minenstädte?“

„Das beabsichtigen wir“, versetzte Felsing. „Man baut sich da oben ein eigenes Haus und tischlert und zimmert darauf los.“

„Wenn man genug gutes Bauholz besitzt, ja, außerdem das nötige Wasser, Viehfutter, Lebensmittel und tausend andere Dinge mehr. In den Minen ist gerade jetzt der Teufel los, kann ich Ihnen sagen.“

„Gibt es Unruhen?“, fragte Kinski, für den Felsing im Gespräch mit dem Blusenmann den Dolmetscher machte. „Ist da oben ein Aufstand losgebrochen?“

Jim zuckte die Achseln. „Habt ihr schon den Namen ,König Semen‘ gehört, Freunde? Wisst ihr, wer der Mann ist?“

„Natürlich. Es wird doch in Bezug auf ihn nichts Böses geschehen sein?“

Kinski hielt den Atem an. Sein Bruder, der, den er wiederzusehen hoffte, weil er ihn liebte – wenn er gestorben wäre!

Jim sah von einem zum anderen. „Die Hounds haben ihn“, sagte er im vertraulichen Tone. „Es ist nicht anders möglich.“

„Die Hounds?“

„Sicherlich. Oder solltet ihr noch gar nicht wissen, dass König Semen seit mehreren Tagen verschwunden ist?“

„Oh Gott! Verschwunden!“

„Die Hounds haben ihn; niemand zweifelt daran. König Semen besitzt einen Millionenschatz an Goldkörnern; das hat die Hounds zu einem dreisten Handstreich ermutigt. Irgendwo im Walde oder im Gebirge halten sie ihn fest, bis er das Versteck bezeichnet, in dem er seinen Schatz verborgen hält.“

Felsing hatte Wort für Wort übersetzt, was der Blusenmann berichtete. Jetzt schlug Davidoff, in den grimmigsten Zorn ausbrechend, mit der Faust auf den Stein, der ihm als Sitz diente. „Wer sind die Hounds?“, rief er. „Das ist zu arg, das kann den Sanftmütigsten erbittern. Wer sind die Hounds?“

Jim drohte mit erhobenem Finger. Er hatte den Sinn der Worte nur erraten, aber er bemühte sich trotzdem sogleich, den erbosten Geizhals zu beschwichtigen. „Man darf von gewissen Dingen nicht laut sprechen“, warnte er. „Die Hounds haben auch hier gute Freunde, und ihre Finger reichen weiter, als man denkt.“

„Wer sind denn aber diese Leute?“, fragte Felsing. „Hunde – was bedeutet das? Wer nennt sich so?“

Der Goldgräber spähte nach allen Seiten; er dämpfte die Stimme fast zum Flüstern. „Das sind Desperados“, antwortete er, „verwegene Gesellen, die nichts und niemand fürchten. Sie bilden eine geschlossene Gemeinschaft, die ihr eigenes Klublokal besitzt und alle möglichen Untaten verübt. Ist ihnen jemand im Wege, so wird er niedergemacht; hat jemand besonderes Glück, wie zum Beispiel König Semen, so wird er ausgeplündert, und sollte er sich das nicht gutwillig gefallen lassen, in einen Hinterhalt gelockt.“

Niemand antwortete ihm. „Herr Felsing“, sagte Kinski, „wir müssen Semen befreien. Denken Sie das nicht auch?“

„Natürlich. Sobald wir nur erst einmal die Minenstädte erreicht haben.“

„Und Sie selbst wollen von der Partie sein?“

„Ich will die gefährlichste Stelle einnehmen, ich will doppelt so viel wagen und ausführen, als irgendein anderer.“

Der kleine Franzose rückte an seiner Ledertasche herum. „Monsieur Semen soll mir ja doch die Stelle zeigen, wo das Gold im Boden liegt“, sagte er.

Kinski wandte sich ab. Sie dachten alle nur an sich, an ihren Vorteil – was aber Semen in der Gefangenschaft jener Schurken durchlitt, das kümmerte keinen, außer ihn selbst. Es waren entsetzliche Zustände, die hierzulande herrschten.

Jim verabschiedete sich, um ein anderes Spielhaus aufzusuchen und möglicherweise in dieser Nacht sich mehr Schulden aufzuladen, als er in Wochen angestrengter Arbeit ehrlich abtragen konnte. „Säße ich wieder im guten alten Kentucky“, sagte er, „und hätte ich die Wahl, nochmals hierher zu gehen – ich käme nimmer.“

Damit schlenderte er fort, und die Zurückgebliebenen sahen einander an. „Welch ein Strich durch die Rechnung“, seufzte Davidoff.

„Aber welch ein Glück, dass unsere Ankunft gerade mit diesem Ereignis zusammentrifft“, warf Kinski ein. „Wer würde sonst wohl Semen Hilfe bringen, namentlich wenn diese Hounds eine so gefährliche Macht bilden.“

Frau Kinski weinte; sie war zum ersten Male mutlos geworden. „Ein Zug in die Wildnis!“, sagte sie schaudernd. „Wie entsetzlich!“

„Ihr Frauen bleibt natürlich mit den Kindern in der Stadt zurück, Mutter, Iwan und Nachbar Davidoff beschützen euch.“

Als die jungen Leute zu den Zelten zurückkehrten, lag Kinski noch wachend. „Mein armer Bruder!“, flüsterte er. „Wer mag wissen, was ihm geschehen ist?“

Arsa suchte seinen Vater nach Möglichkeit zu trösten. „Morgen zimmern wir Karren!“, sagte er.

Ein großer Segler lief in den Hafen und brachte von New York aus Lebensmittel aller Art. Ein spekulativer Yankee wollte ein Blockhaus bauen und einen Laden eröffnen; alles dazu Nötige mit Einschluss des Holzes brachte er gleich im Schiffsraum mit.

Die Auswanderer stürmten förmlich das Deck, um Mehl, getrocknetes Fleisch und Schmalz einzukaufen, obgleich der amerikanische Händler die Preise so stellte, dass bei den meisten der armen Leute nur an das nötige Mehl oder ein wenig Sirup oder Fett gedacht werden konnte.

Kinski hatte noch zweihundert Dollar, die flogen davon wie Spreu im Wind. Für ein kleines Fass Mehl wurden fünfzig Dollar verlangt, für eine Wolldecke achtzig, für ein winziges Tännchen Rum nicht weniger als tausend.

Die Frauen wollten sich nicht beruhigen lassen. „Solch ein Sündengeld!“, riefen sie. „Und hier in Kalifornien sollen wir reiche Leute werden?“

„Sollten wie die Fürsten leben und –“

„Das kommt ja noch, Kinder. Wer einfach vor die Tür geht und ein paar Schläge mit der Hacke oder auch nur mit bloßer Faust vollführt, der hat gleich Hunderte von Talern gewonnen, weshalb sollte er nicht ebenso leicht den Wert wieder hingeben?“

Aber angesichts der Wirklichkeit wollten diese Versprechungen keine rechte Zugkraft mehr ausüben. Man musste eben das Unvermeidliche hinnehmen; die hochfliegenden Hoffnungen früherer Tage waren verschwunden.

Zwei große Bäume wurden mit vereinten Kräften gefällt und behauen, dann fing man an, die Stämme zu derben Brettern zu zerschneiden. Aus dem zerstampften, zersplitterten und sogar teilweise halb vom Wasser überfluteten Wirrsal herrenloser Güter fischten die jungen Leute eine Anzahl Nägel heraus, etliche Bohrer und eine Partie starker Seile. Drei Schleifen, plump gezimmert und nur notdürftig bedeckt, wurden in einigen Tagen fertiggestellt, und dann konnte man die Abreise nach den Minenstädten ins Auge fassen.

Fast die ganze Schiffsgesellschaft war ihnen weit voraus. Wer keine Frauen und Kinder mit sich führte, der kam schneller vorwärts, und wer von schon anwesenden Freunden oder Verwandten in San Franzisko empfangen worden war, der hatte den Vorteil, zu Wagen zu reisen oder wenigstens ein Pferd zu erhalten.

Ihrer vierzig zogen die ehemaligen Bewohner Ladrins des Weges durch eine wundervolle Gegend, die bei jedem Schritt das Auge entzückte. Auf etwa vierzehn Tage hatte Kinski gerechnet – dann konnte man die Minenstädte erreicht haben.

Aber was sollte bis dahin gegessen und getrunken werden? Die Frage ließ sich nicht beantworten.

Hier und da begegneten ihnen Goldgräber aus den Minenstädten. Die Leute wollten in San Franzisko neue Ankömmlinge empfangen oder sich selbst mit vollgehäuften Taschen wieder nach der alten Heimat einschiffen; sie wanderten auch zuweilen nur zur Abwechslung nach der Hafenstadt und waren immer sehr gesprächig und guter Dinge. Sooft Kinski sich erkundigte, ob nicht in der Nähe eine Farm zu finden sei, schüttelten sie die Köpfe.

„Ihr müsst Büffel und Elentiere jagen, Fremde, müsst Früchte sammeln und Wurzeln ausgraben. Kaufen könnt ihr hier herum gar nichts.“

„Aber wir haben nur Hasen angetroffen“, rief Arsa.

„Weil ihr auf der Straße der beständigen Karawanenzüge geblieben seid. Biegt rechts ab, dann kann es euch nicht fehlen.“

„Nur, dass wir später in die Minenstädte kommen.“

„Ach, ihr findet auch ohnehin noch das Eurige. Es ist ein schweres, ungemütliches und ungesundes Leben, das in den Gruben.“

„Und euer König Semen?“, fragte Kinski. „Ist er wieder im Hause?“

„Oh, keineswegs, den halten die Hounds gefangen, bis er mürbe wird. Sage euch, Kameraden, erzählt es keinem Menschen, wenn ihr Glück haben solltet – diese Burschen, die Hounds, erfahren es, und ihr werdet auf irgendeine Weise ausgeplündert!“

Felsings Augen blitzten. „Aber, wie ist das nur möglich?“, rief er. „Findet sich denn keine Gemeinschaft von Männern, die das verhindert? Ist niemand da, der das Gesindel zu Paaren treibt?“

Die Goldgräber zuckten die Achseln. „Das kommt eines Tages“, versetzten sie, „vielleicht sogar sehr bald, aber noch beherrschen die Hounds sämtliche Minenstädte. Ihre Zahl wächst mit jedem Tage, sie gewinnen immer neue Anhänger, denn es verlockt die jungen Burschen, andere für sich arbeiten zu lassen, während sie selbst nie eine Hacke in die Hand nehmen.“

So zogen sie tagelang weiter. An einem Flussufer trafen sie auf zwei Männer in wunderlicher Ausrüstung. Auf dem Rücken trug jeder ein großes Bündel, das offenbar Lebensmittel enthielt, daneben einen Kochtopf, eine Kaffeekanne und eine Blechpfanne, außerdem in der Hand ein großes flaches Eisengefäß. Messer und Pistolen steckten im Gürtel, und – als das Seltsamste – um die Beine waren fast bis an den Schenkel dichte Schaffelle gewickelt. Die Wolle ging dabei nach außen, und das Ganze wurde durch Lederriemen fest geschlossen.

In der Hand trug einer dieser Männer einen Drahtkäfig mit einem kleinen, unruhig hin und her hüpfenden Singvogel.

Die beiden Leute sahen so seltsam aus, dass alle im Wasser befindlichen Entenjäger an das Ufer kamen, um sie mit Muße zu betrachten.

„Gut Freund!“, sagte Boris. „Seid ihr Goldgräber, Fremde?“

„Nein – wir jagen Klapperschlangen, Büffel und anderes Wild. Und ihr selbst?“

„Hm, wir sind auf dem Wege nach den Minen.“

„Dann habt ihr hier in der Nähe euer Lager?“

„In einiger Entfernung – ja.“

Boris sprach polnisch und Arsa übersetzte. Die beiden Schlangenjäger schienen Deutsche zu sein, sie lächelten, als ihnen die vorsichtige Antwort zuteil wurde. „Vor uns braucht ihr euch nicht zu fürchten, Kameraden“, sagte der eine. „Wir sind keine Räuber, sondern ebenso ehrliche Arbeiter wie ihr selbst.“

„Jagt ihr denn an diesem Orte?“

„Drüben in dem steinigen Grunde am Seeufer, wo das niedere Gestrüpp wächst. Da leben die Klapperschlangen in den Erdlöchern der Maulwürfe und der Ratten zu vielen Hunderten.“

„Beginnt eure Arbeit“, sagte Boris, „wir gehen fort und werden euch nicht stören.“

„Hört noch“, wandte einer der Schlangenjäger ein. „Sind euer am Lagerfeuer in dieser Nacht mehrere?“

„Eine größere Anzahl, ja.“

„Und wir sind nur zwei. Wollt ihr uns nicht gestatten, euch zu begleiten? Unser Fleisch und unseren Kaffee haben wir natürlich selbst.“

Boris nickte. „Die Leute sehen anständig aus“, meinte er. „Vielleicht können wir auch von ihnen allerlei Nachrichten erhalten.“

So zogen denn die beiden Schlangenjäger mit den Übrigen zum Lager zurück und schienen nicht wenig erfreut, als sie das anmutige Bild der kleinen Niederlassung gewahrten.

„Ladies und Kinder!“, rief der eine. „Welch ein Vergnügen!“

„Ich heiße Karl Prüfer, und hier mein Freund ist Otto Hennecke – beide aus Hamburg.“

Als der Mond hoch am Himmel stand, machten sich die Schlangenjäger auf, um ihre Arbeit zu beginnen. „Den Büffel jagen wir am besten gegen Morgen“, meinte Hennecke. „Bis dahin sollten Sie zu schlafen suchen.“

„Und hierher kommen keine Schlangen?“, fragte ängstlich Frau Kinski.

„Gewiss nicht. Die Schauerklapper ist sehr häuslich; sie verbringt ihre Nächte niemals außerhalb des Baues.“

Beide Männer zogen jetzt aus ihren Bündeln dicke, kurze, mit Eisen beschlagene Holzkeulen hervor, dann nahm Hennecke den Vogelkäfig, und so ausgerüstet machten sie sich, von den Knaben begleitet, auf den Weg zu der steinigen, in der Nähe des Sees gelegenen Niederung.

Der Boden klang hohl, es waren jedenfalls viele unterirdische Wohnungen vorhanden, aber von lebenden Geschöpfen zeigte sich keine Spur. Die hohen, bis zum Knie reichenden Schaftstiefel der jungen Leute waren zur Vorsicht ganz mit Erde angefüllt; die langen haarscharfen Messer lagen offen in den Händen, und die Pistolen steckten geladen im Gürtel. Am Himmel stand der Mond, es war eine helle, milde Nacht, in der die weißen Wolken durch das Blau segelten und der Wind das nahe Schilf des Teiches leise rauschend auseinanderbog.

Hennecke setzte den Vogelkäfig vorläufig beiseite, er nahm die Pistole schussgerecht zur Hand und ließ sich auf beide Knie nieder; dann kroch er langsam an einer Reihe von offenen, kreisrunden Erdlöchern vorüber, bei jedem derselben anhaltend und das Gesicht tief hinabbeugend.

Einen Schritt hinter ihm stand Prüfer. Auch dieser hielt zwischen den Fingern die geladene Pistole, bereit, in jedem Augenblick Feuer zu geben, auch er beobachtete mit gespannter Aufmerksamkeit die Ausgänge der zahlreichen Erdhöhlen.

„Sie sind da“, raunte Hennecke.

„In allen Löchern?“

„Ja.“

„Das ist gut.“

Hennecke erhob sich; sein Gesicht war etwas blass, und die Augen glänzten stärker. Er hatte schon oft genug die Höhlenwohnungen der Klapperschlangen untersucht, aber seine Nerven konnten sich doch an die Gefahr nicht so vollständig gewöhnen, dass er ihr gegenüber ganz gelassen geblieben wäre. „Es sind eine Menge Schlangen vorhanden“, wiederholte er.

„Können Sie die Bestien sehen?“, fragte Arsa.

„Um Himmelswillen!“, rief Hennecke, „dann wäre es aus mit dem Tolldreisten, der sein Gesicht dem Giftzahn so nahe brächte. Nein, die Klapperschlangen haben ihre Kessel zwei bis drei Meter tief im Boden.“

„Aber wie erfahren Sie denn, dass der Bau bewohnt ist?“

„Durch den Geruch. Die Schlange frisst nicht allein Aasvögel, sondern sie verschlingt auch solche Tiere, die lange genug in ihrem Körper bleiben, um dort zu verwesen. Sie werden la gleich selbst bemerken, welch einen abscheulichen Geruch eine Klapperschlange um sich herum verbreitet.“

Er und Prüfer suchten nun eine Stelle, an der die Knaben ungefährdet stehen bleiben konnten, dann begann die Jagd.

Beide Männer nahmen ihre Keulen in die Hände, während die Pistolen in den Gürtel gesteckt wurden. Prüfer stellte den Käfig mit dem gefangenen Vogel gerade neben das erste Erdloch.

Es dauerte nur Sekunden, bis das Tierchen, erschreckt durch den scharfen Geruch der Schlange, ängstlich zu schreien anfing und wild im Käfig umherflatterte. Es suchte einen Ausweg, ohne denselben finden zu können, und schrie, je länger, desto verzweifelter.

Die beiden Jäger standen so, dass sie etwa drei bis vier Erdhöhlen beobachten konnten. Es waren aufregende Minuten; keiner der jungen Leute wagte es, auch nur laut zu atmen.

Dann erschien vor einem dieser unterirdischen Gelasse der scheußliche Kopf einer Schlange. Die lange, gespaltene Zunge bewegte sich hin und her, das boshafte Gesicht sah nach allen Seiten, und der Hals schwoll an, als weite er sich schon jetzt, um die Beute zu empfangen.

Dann schoss das Tier plötzlich hervor, dem Vogelkäfig gerade entgegen.

Sobald sich der Körper ganz außerhalb des Baues befand, setzte Hennecke mit sicherer Bewegung den Fuß in die Mitte des schöngefärbten, glatten Leibes, der sich nun hoch aufbäumte. Die Schlange wandte den Kopf und biss voll Wut in das Schafsfell, dessen dichte Umhüllung den Jäger beschützte, einmal, zehnmal, vielleicht noch häufiger, dann sank der Oberkörper ermattet zu Boden, und diesen Augenblick benutzte Hennecke, um mit einem einzigen, wohlgezielten Keulenschlag den Kopf des giftigen Gewürms zu zerschmettern – dann nahm er den ringelnden, zuckenden Leib und warf ihn beiseite.

Aus dem Loche hervor war unterdessen eine zweite Schlange gekommen, und Prüfer hatte ihr ein gleiches Schicksal bereitet. Die beiden Männer gingen mit unglaublicher Sicherheit zu Werke; nach einer halben Stunde lagen bereits dreißig Schlangen getötet im Gras.

Der Geruch der Tiere war jetzt so entsetzlich, dass man es kaum ertragen konnte, überhaupt noch in der Nähe zu bleiben.

Hennecke trocknete sich das Gesicht. „Diese Seite des Steingrundes wäre abgeerntet“, sagte er, „wir müssen jetzt auf die entgegengesetzte übergehen.“

„Da kroch etwas!“, rief Prüfer. „Arsa, sehen Sie sich vor!“

Er hatte die Worte kaum gesprochen, als der Angesprochene plötzlich einen leichten Schreckensschrei hervorstieß. Dicht vor seinen Füßen schnellte eine große, schön gezeichnete Schlange laut klappernd auf und schnappte nach seinem linken Arm, ohne mehr als nur den etwas herabhängenden Ärmel zu erfassen. Im gleichen Augenblick erkannte Arsa die Gefahr, blitzschnell griff er, alles an alles setzend, zu und packte den Hals des Tieres unmittelbar unter dem Kopfe, sodass eine weitere Bewegung desselben unmöglich wurde. Ebenso rasch hatte sich aber auch die Schlange, vom Schmerz zum Äußersten getrieben, um den ausgestreckten Arm des jungen Mannes geringelt, ihre geschmeidigen Glieder so fest zusammenpressend, dass Arsa glaubte, der Arm werde ihm an zehn Stellen zugleich gebrochen.

„Hilfe!“, rief er mit lauter Stimme. „Hilfe!“

Die beiden Jäger schienen sehr erschrocken. „Arsa!“, rief Prüfer „Wenn Sie loslassen, sind Sie des Todes!“

„Ich weiß! Ich weiß! Nur mein Arm!“

Hennecke legte die linke Hand um diejenige des Knaben, so den Fingern desselben etwas Halt verleihend; dann hob er die Pistole.

„Arsa, können Sie meiner Ruhe, meiner Sicherheit vertrauen?“

„Ja! Schießen Sie!“

Das war mit versagenden Kräften halblaut hervorgebracht; der Junge schwankte, er schloss die Augen.

Prüfer umfasste ihn mit beiden Armen. „Nur zu! Nur zu!“, gebot er.

Der Schuss krachte, und der Kopf der Schlange war zerschmettert, aber im gleichen Augenblick zog sich auch der Körper in seinen engen Windungen um den Arm des Knaben noch fester zusammen. Arsa wurde ohnmächtig, er sank wie leblos zurück in die Arme des Jägers.

Dieser atmete auf. „Das ist gut“, sagte er. „Halte um Gottes willen seine Hand fest, Hennecke.“

„Natürlich. Schneide übrigens von unten her.“

Prüfer zog das Messer aus dem Gürtel und begann den Schlangenleib zu zerteilen. Es war offenbar immer noch ein Überrest von Leben in dem Tiere, dessen Kopf nur noch aus Trümmern bestand; das Fleisch zuckte unter dem Messer, aber die Kraft des Widerstandes fehlte; Stück nach Stück fiel das schillernde Rund, bis zuletzt Arsas Hand vorsichtig geöffnet wurde, um den zerschossenen Kopf freizugeben.

Arsas Kopf wurde mit kaltem Wasser gewaschen und auch der Arm in nasse Tücher gewickelt, aber es verging doch eine volle Viertelstunde, ehe die schwere Ohnmacht wich. Arsa biss die Zähne zusammen vor Schmerz.

„Für diese Nacht ist es genug“, erklärte Prüfer. „Wir müssen das Fett ausbraten und wollen dann noch eine Büffeljagd veranstalten, also gehen wir wohl am besten jetzt zum Lager.“

„Tut es dir sehr weh, Arsa?“, fragte Jegor. „Du bist so blass.“

Der Junge zwang sich, zu lächeln. „Sage nur meiner Mutter kein Wort“, bat er. „Es geht schon besser.“

Aber er konnte sich doch ohne Hilfe kaum aufrecht halten.

Die toten Schlangen wurden an Ort und Stelle ausgeweidet und gewaschen, wodurch sich der schreckliche Geruch fast ganz verlor, dann gingen alle zu den Zelten.

Die Gesellschaft war sehr froh, dass so erfahrene Leute sich ihnen zugesellt hatten. Am nächsten Tage trafen sie auf Büffelspuren.

„Sehen Sie, hier ist die Stelle, an der wir die Büffel erwarten wollen“, sagte Hennecke.

„Ein Morast!“, rief Jegor.

„Die großen Tiere nehmen der Stechmücken wegen täglich ein Schlammbad. Wenn die Erdklumpen auf ihrem dichten Pelz getrocknet sind, wälzen sie sich im Gras und reiben auf diese Weise den Staub aus den Haaren.“

„Jetzt müssen wir uns platt auf den Boden legen“, gebot Hennecke. „Die Bisons sehen sehr schlecht, aber ihr Gehör ist außerordentlich scharf. Hierher in dies Gebüsch, Sir! Die Herde kommt von jenen Hügeln und geht zunächst zur Tränke – das ist da unten im tiefsten Tale.“

Alle Anordnungen des erfahrenen Jägers wurden befolgt. In das üppig wuchernde Gebüsch hinein waren schon bei Gelegenheit früherer Jagden schmale Gänge gerissen, und diese benutzten die Männer, um sich zu verstecken. Jetzt ging im Osten die Sonne auf, es wurde goldig hell ringsumher, Vogelstimmen klangen vom Walde herüber, und durch die Luft segelten große, blaue Libellen. Der Tag hatte begonnen; in jedem Augenblick konnte die Büffelherde kommen.

„Sehen Sie die ausgetretenen Pfade?“, flüsterte Hennecke. „Der Bison geht vom Weideplatz zur Tränke und umgekehrt immer nur denselben Weg, den er niemals mit einem anderen vertauscht.“

Durch die Luft segelten in diesem Augenblick mehrere große Geier und ließen sich mitten auf der Prärie nieder. Beide Schlangenjäger hoben den Kopf.

„Jetzt kommen die Bisons.“

Ein fernes, donnerähnliches Gebrüll erschütterte förmlich den Boden. Über dem Kamme des nächsten Hügels erhob sich ein ungeheurer, von langen Mähnen umwogter Kopf, dem dann der riesenhafte Körper folgte. Ein zweiter und dritter Pfad musste neben dem ersten von den Tieren ausgetreten sein; gewaltige Stiere kamen schnaufend heran, bis sich die Ebene mit den Kolossen gefüllt hatte.

„Keine Kühe und Kälber?“, raunte Ossip.

„Die weiden in dieser Jahreszeit für sich allein. Wir werden gleich sehen, wie die Stiere miteinander kämpfen.“

„Furchtbar sehen sie aus“, raunte Jegor. „Die Augen glühen wie Feuer.“

„Da beginnt das Kampfspiel.“

Zwei Stiere waren schon eine Zeit lang murrend, mit gesenkten Köpfen umeinander herumgegangen, jetzt stampften sie beide in herausfordernder Weise mit den Vorderfüßen den Boden, brüllten laut und peitschten mit den Schweifen durch die Luft. Im nächsten Augenblick stießen die eisenfesten Schädel krachend gegeneinander. Die wütenden Tiere sprangen dabei trotz ihrer Größe hin und her wie Hunde, die auf der Straße ihre Kräfte probieren.

Neben dem ersten Paare bildeten sich mehrere andere; die Büffel schienen sehr kampflustig; wer keinen Gegner fand, der trampelte für sich allein im Kreise herum, bohrte die kurzen Hörner in den Boden und warf große Erdschollen nach allen Seiten. Das herausfordernde Gebrüll klang wie das Rollen des Donners über die Prärie dahin.

Während dieser aufregenden Szenen nahmen wieder andere der schwarzen Kolosse ihr morgendliches Schlammbad. Sie wälzten sich vergnüglich grunzend im Morast und stiegen erst wieder an das Ufer, wenn ihre ganzen Körper von oben bis unten mit zähem Schlamm bedeckt waren.

Einer nach dem anderen gönnten sie sich dies zweifelhafte Vergnügen, auch die Kämpfer, deren Stöße plötzlich aufhörten, sobald die Pfütze von Gästen leer wurde und nun nach dem erhitzenden Streite ein kühles Bad genommen werden konnte.

Einige jüngere Tiere befanden sich auch bei der Herde, und gerade diese waren es, welche man erlegen wollte. „Das Fleisch der alten Büffel schmeckt streng und ist hart“, hatte Hennecke gesagt. „Wir nehmen die vorjährigen Stierkälber aufs Korn, sobald sie sich der Schlammpfütze nähern.“

Jegor deutete verstohlen auf ein kleines Tier, das langsam über die Prärie herankam. „Ein ganz junges Kalb“, sagte er.

Hennecke folgte der angedeuteten Richtung; es schien, als könne er einen Ausruf der Überraschung kaum unterdrücken. „Das ist unangenehm“, flüsterte er im ärgerlichen Tone.

„Was denn?“

„Sehen Sie doch genau hin. Das Büffelfell flattert ja halb lose im Wind. Es steckt kein Tier darin, sondern ein Indianer.“

„Himmel!“

Prüfer winkte beruhigend mit der Hand. „Es ist nicht das Geringste zu fürchten“, sagte er leise. „Die Leute sind gutmütig wie Kinder.“

„Aber sie schießen uns die jungen Büffel vor der Nase weg.“

Hennecke zählte. „Es sind ihrer drei vorhanden“, raunte er. „Zwei davon müssen uns die braunen Gesellen überlassen.“

Jegor beobachtete das rätselhafte Kalb. „Der Indianer zieht einen Bogen und eine Anzahl Pfeile hinter sich her durch das Gras“, flüsterte er.

„Die Büffel scheinen ihn gar nicht zu beobachten.“

„Jetzt nähert er sich dem ausersehenen Opfer. Aha, er hebt den Bogen und richtet den Pfeil. Wahrhaftig, dazu gehört Mut.“

„Halten Sie die Büchsen im Anschlag“, ermahnte Hennecke. „Es ist möglich, dass die ganze Herde die Flucht ergreift, dann aber hätten wir das Nachsehen. Im gegebenen Augenblick müssen Sie schießen.“

Der Indianer unter der Büffelhaut hob den Bogen noch höher, er zielte, und der Pfeil flog schwirrend durch die Luft, dem ausersehenen Tier gerade ins Herz. Ein jäher Sprung, der erstickte Ansatz zu einem Gebrüll, dann ein dumpfer Fall, und binnen Sekunden war alles vorüber.

Die dem gestürzten Tiere zunächst weidenden Büffel stutzten, und einen Augenblick sah es aus, als wollten sie flüchten, aber da sich der ganze Vorgang ohne einen Laut vollzog, beruhigten sie sich sehr bald wieder und grasten an der Seite ihres gefallenen Kameraden, als sei nichts geschehen.

Der maskierte Indianer ließ seine Beute scheinbar unbemerkt liegen wo sie lag, er wandte langsam die Schritte einem anderen Tiere zu, aber jetzt kam ihm Hennecke doch zuvor.

„Mehr als einen Büffel soll er nicht haben! Nehmen Sie das schlanke Tier dort an der Pfütze aufs Korn – wir beide halten uns an das nächste.“

„Feuer!“, kommandierte Prüfer.

Sechs Schüsse krachten zugleich, und die nun entstehende Verwirrung war unbeschreiblich. Die Büffel flüchteten nicht sofort, sondern blieben bei ihren im Todeskampfe ringenden Genossen stehen und beobachteten mit glühenden Blicken den ...

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