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Hitzegewitter

© Violetta Stern 2015


Violetta Stern

c/o Papyrus Autoren-Club

Pettenkoferstr. 16-18

10247 Berlin

nachricht@violetta-stern.de

www.facebook.com/autorinviolettastern

Coverdesign: Alexander Kopainski

www.kopainski-artwork.weebly.com

Coverfotos: Anatolii Riepin (Porträt) und Nailia Schwarz (Blumen)

Bildquelle: www.shutterstock.com

E-Book-Erstellung: Corinna Rindlisbacher

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Korrektorat: Fehlerfee Sabine Steck

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt.

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Dies gilt insbesondere für Übersetzungen, die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das öffentliche Zugänglichmachen über das Internet.

Inhalt

Erotisch, frech, verführerisch – ein sinnlicher Sommerspaß!

Sommer, Sonne, Hitzewelle – und das im sonst eher kühlen Hamburg. Passend dazu nimmt Marie einen Job als Nacktputzerin an. Fortan hüpft sie im Eva-Kostüm mit Staubwedel und Wischmopp vor fremden Männern herum. Oberste Regel: Ihre Kunden dürfen nur schauen, anfassen ist tabu.

Zunächst findet sie das alles befremdlich und verwirrend. Doch je höher die Temperaturen klettern und je mehr Hüllen fallen, desto cooler wird Marie.

Bis sie Samuel begegnet, der anders ist als alle Männer, die sie kennt. Und der sämtliche Regeln bricht.

Witzig, romantisch und sehr, sehr heiß – die neue erotische Liebesgeschichte von Bestseller-Autorin Violetta Stern.

Inhaltsverzeichnis
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Weitere Bücher von Violetta Stern
Über die Autorin

1

»Nun, Frau Fuchs, was denken Sie?«

Aurelia Lichts rauchige Stimme verlor sich in dem spärlich eingerichteten Raum mit den hohen Wänden. Der gewaltige Schreibtisch, hinter dem sie saß, schien kilometerweit weg von Marie zu stehen. Vielleicht war es aber auch Maries Innerstes, das kilometerweit zurückgewichen war, seitdem sie dieses ungeheuerliche Angebot vernommen hatte.

Es waren weniger ihre zukünftigen Aufgaben, die sie derart entrückten, als vielmehr das Honorar, mit dem Aurelia Licht sie lockte. Sie musste vollkommen verrückt sein, wenn sie da noch zögerte.

Ihr Konto sah katastrophal aus, nachdem sie die vergangenen Monate mit dem Schreiben ihrer Masterarbeit verbracht hatte. Viel zu lange hatte sie sich damit herumgequält und immer wieder die Gliederung über den Haufen geworfen, weil sie erst zu wenig und dann zu viele Ideen hatte. Schließlich wurde sie von einer Schreibblockade nach der nächsten ausgebremst, und am Ende suchte sie Rat bei einer Lektorin, um das Ganze zu einem würdigen Abschluss zu bringen.

Und das, obwohl Marie Literaturwissenschaften studiert hatte.

Sie schämte sich für ihre Unfähigkeit, aber was half es? Sie wollte lieber Romane schreiben als wissenschaftliche Arbeiten. Das Geschichtenerzählen ging ihr deutlich leichter von der Hand. Nur brachte es leider kein Geld ein. Vorerst jedenfalls.

Das war ein ziemlich großes Problem und der Grund, warum sie jetzt im Büro der Agentur Licht saß und sich das Angebot der Chefin durch den Kopf gehen ließ.

Allerdings musste sie nicht nur vollkommen verrückt sein, wenn sie es ablehnte. Sie musste auch vollkommen verrückt sein, wenn sie zusagte. Schließlich sollte sie nicht kellnern, wie im Café Pusteblume, sondern putzen. Und das, wo Marie Putzen hasste. Sie bewältigte es ja kaum, ihr winziges WG-Zimmer in Ordnung zu halten. Wie sollte sie es da schaffen, für Fremde sauberzumachen?

Dass sie auch nur eine Sekunde lang ernsthaft darüber nachdachte, lag wohl daran, dass der Stundenlohn gigantisch war. Außerdem ging es nicht einfach nur ums Putzen. Vielmehr musste sie dabei nackt sein. Und das war irgendwie … nun ja, aufregend.

»Du bist verrückt«, schrie eine aufgebrachte Stimme in ihr. »Du willst doch wohl nicht ernsthaft vor sabbernden alten Kerlen mit dem Staubtuch herumwedeln? Und nicht nur damit. Das hast du doch nicht nötig.«

Hatte sie tatsächlich nicht. Von dem vielen Geld mal abgesehen. 45 Euro pro Stunde versprach Aurelia Licht ihr. In der Pusteblume, einem veganen Studentencafé, kriegte sie 9 Euro, zuzüglich eines mageren Trinkgelds, denn die meisten Gäste waren knapp bei Kasse.

Und nun saß Marie hier in diesem nach kaltem Rauch stinkenden Büro, das in einer alten Villa untergebracht war, in der alles irgendwie XXL-Format hatte. Das fing bei dem gewaltigen Schreibtisch und den massiven Lehnstühlen an, auf denen sie und Aurelia Licht thronten, und reichte bis hin zur Agenturchefin persönlich, die über beachtliche Körpermaße verfügte – und zwar in jeder Hinsicht. Wie hypnotisiert starrte Marie auf den sehr tiefen Ausschnitt eines schwarzen Kleids, aus dem zwei pralle Brüste jeden Moment herauszuhüpfen drohten.

»Silikon«, schoss es ihr durch den Kopf. Die Dinger konnten unmöglich echt sein.

»Wie bitte?«

Marie fuhr zusammen. Oh Gott, hatte sie das etwa laut ausgesprochen? Nicht zu fassen.

Sie presste die Hände zusammen und grub die Fingernägel tief in ihre Handballen. Der Schmerz, gepaart mit dem Schreck, holte sie zurück in die Gegenwart.

»Ich … entschuldigen Sie«, stammelte sie mit hochrotem Kopf. »Ich dachte nur darüber nach, was diese Männer wohl erwarten werden. Und, na ja, da kam ich auf Silikonbrüste.«

Auf Aurelia Lichts Stirn bildete sich eine leichte Erhebung, die wohl eine Falte dargestellt hätte, wenn ihre Haut nicht mit Botox präpariert worden wäre. Ihr Gesicht war lang und wurde von einer großen Nase und einem breiten Mund dominiert. Die schwarzen Haare fielen ihr in fließenden Wellen über die Schultern. Sie war keine Schönheit im klassischen Sinne, aber dennoch eine Frau, die man so schnell nicht vergaß. In ihrem hautengen Satinkleid, das ihre Plastikbrüste nur notdürftig bedeckte, wirkte sie wie die gefallene Schwester von Barbie – rundum perfekt modellierter Kunststoff erstrahlte nicht rein und unschuldig, sondern finster und verrucht.

Aurelia Licht, an der vermutlich nicht einmal der Name echt war, sah aus wie eine Domina-Barbie.

Und Marie fühlte sich in ihrer Gegenwart ein wenig wie Ken, der ängstlich auf die Peitsche wartet.

»Darüber sollten Sie nicht nachdenken.«

Marie blinzelte verwirrt und fürchtete einen entsetzlichen Moment lang, sie habe auch ihre Gedanken über Barbie und Ken laut ausgesprochen.

»Ihre Kunden werden möglicherweise Wünsche und Bedürfnisse haben, die darüber hinausgehen, Sie nackt sehen zu dürfen. Aber das sollte Sie nicht interessieren. Sie erfüllen nur Ihre Aufgabe und halten sich dabei streng an die Regeln. Das müssen die Kunden ebenfalls.«

»Was denn für andere Wünsche?«, krächzte Marie, obwohl sie schon ahnte, worauf das Ganze hinauslief.

»Nun, es kann sein, dass ein Kunde Fotos von Ihnen machen möchte. Oder dass er Sie anfassen will. Es kann sogar sein, dass er Verkehr mit Ihnen haben will. Das alles sehen aber unsere Vertragsbedingungen nicht vor. Grundsätzlich darf der Kunde nur schauen. Falls er sich dabei selbst befriedigen will, ist das in Ordnung, solange er Sie in die Handlung nicht mit einbezieht. Allerdings«, die grellrot geschminkten Lippen verzogen sich zu einem süffisanten Lächeln, »steht es Ihnen natürlich frei, die Kundenwünsche über den Vertrag hinaus zu erfüllen. Sie sollten aber im Vorwege klären, welche Leistungen Sie bieten und welche nicht. Und Sie sollten unbedingt ein entsprechend höheres Honorar einfordern und sich dieses zahlen lassen, bevor es zu den Handlungen kommt.«

Ein noch höheres Honorar? Maries Lippen wurden trocken und in ihrem Magen ballte sich ein harter Klumpen zusammen. »Nein«, schrie das empörte Stimmchen in ihr. »Jetzt ist aber Schluss. Schlimm genug, dass du dich ausziehen willst. Zur Nutte wirst du dich auf keinen Fall machen. Lieber setzt du dich mit einem Hut in die Fußgängerzone, kapiert?«

Marie schüttelte innerlich den Kopf über sich selbst. Was regte sich dieser kleine Empörer nur so auf? Natürlich würde sie niemals Sex mit einem der Kunden haben. Das war doch völlig klar. Sie fand bereits die Vorstellung verboten kühn, sich vor einem Fremden auszuziehen. Das allein war schäbig genug.

Und gleichzeitig eben irgendwie herrlich verrucht.

»Ich mache es«, sagte sie und war selbst überrascht, wie entschieden ihre Stimme klang.

Aurelia Lichts Mund verzog sich zu einem breiten Lächeln, bei dem sie makellose Zähne entblößte, die genauso falsch aussahen wie ihre Brüste.

Marie hoffte nur, dass wenigstens der Vertrag echt war und sie am Ende nicht um ihr Geld geprellt wurde. Mit zitternden Fingern unterschrieb sie den Stapel Papiere, den Aurelia Licht ihr zuschob.

»Willkommen im Team.« Aurelia Licht streckte ihr eine feingliedrige Hand entgegen, deren lange Finger durch die spitz zulaufenden, schwarz lackierten Nägel etwas Krallenartiges hatten. »Ich bin sicher, dass Sie viel Freude in Ihrem neuen Job haben werden.«

»Das hoffe ich auch.« Marie schluckte nervös und war in derselben Sekunde überzeugt davon, einen schrecklichen Fehler zu begehen.

2

An einem warmen Sommertag stand Marie in Barmbek vor einem einfachen Mietshaus aus rotem Backstein. In den Balkonkästen wuchsen Geranien und vor den Fenstern hingen Gardinen. Ein lauer Wind fuhr in Maries dünnen Rock und blähte ihn auf. Sie zupfte ihr Top zurecht, holte tief Luft und drückte auf die Klingel mit der Aufschrift »Schmitz«.

Augenblicklich ertönte der Summer, als habe der Mann bereits an der Tür gestanden und auf sie gewartet. Wer weiß, was gleich auf sie zukommen würde. Sie war nur froh, dass der Agentur die Adresse bekannt war, das gab ihr ein Gefühl von Sicherheit.

Und dann stand er vor ihr, Walter Schmitz. Klein, kräftig, die dünnen Haare strähnig nach hinten gekämmt, in Unterhemd und grauer, ausgebeulter Anzughose, an den Füßen Schlappen. Marie prallte innerlich zurück. »Hab ich es dir nicht gesagt?«, wütete der kleine Empörer in ihr. »Du hast es hier nur mit Perversen zu tun. Dreh um, bevor es zu spät ist.«

»Guten Tag.« Er streckte ihr eine breite, schwielige Hand entgegen und lächelte einladend.

Zögernd trat Marie über die Türschwelle. Was hatte Aurelia Licht sich denn dabei gedacht? Hatte sie nicht gesagt, die Kunden würden sorgfältig ausgewählt? Von wegen. Nie im Leben würde Marie sich vor diesem Mann ausziehen, das stand schon mal fest.

Walter Schmitz führte sie ins Wohnzimmer, in dem die Luft stickig und verraucht war. Im Aschenbecher auf dem Couchtisch qualmte noch ein Zigarettenstummel vor sich hin. Das Zimmer war einfach eingerichtet, mit einer billigen Schrankwand und einem Sofa, dessen Bezug unter Bergen von Decken und Kissen kaum noch erkennbar war. Auf einem Schränkchen stand ein kleiner Röhrenfernseher.

»Setzen Sie sich doch.« Walter Schmitz zeigte auf das Sofa. Marie hockte sich auf die äußerste Kante und lächelte so gewinnend, wie sie nur konnte.

»Was darf ich Ihnen denn anbieten?« Er stand unschlüssig vor ihr. »Wasser? Sekt? Oder lieber einen Kaffee?« Sein Blick fiel auf eine Tasse, die neben dem Aschenbecher stand.

»Ich nehme gern auch einen Kaffee«, sagte Marie, und während ihr Kunde in die Küche schlurfte, fragte sie sich voller Entsetzen, was sie hier tat. Es gab doch wahrhaftig andere Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Sie spürte, wie ihr heiß wurde – vor Beklemmung, aber auch, weil es so stickig in der Wohnung war. Sie hätte am liebsten die Fenster aufgerissen und den Sommerwind hereingelassen.

»Nehmen Sie Zucker oder Milch?« Walter Schmitz stellte eine Tasse vor sie auf den Tisch und goss Kaffee aus einer Glaskanne ein, die zu einer Filter-Kaffeemaschine gehörte.

»Gern Milch.«

»Bitte schön.« Er reichte ihr eine Dose mit Kaffeeweißer.

Okay, vielleicht wollte sie ihren Kaffee doch lieber schwarz.

»Danke.« Marie lächelte, was das Zeug hielt. »45 Euro«, summte es unablässig in ihrem Kopf. »Du kriegst 45 Euro dafür, dass du dieses komische weiße Pulver in deinen Kaffee kippst und die Klappe hältst.«

Walter Schmitz setzte sich in einen Sessel und zündete sich eine neue Zigarette an. »Wie läuft das denn nun ab?« Er zog nervös an seiner Kippe. »Ich mache das zum ersten Mal, und das ist ja schon alles etwas eigenartig, nicht wahr?«

»Das stimmt.« Jetzt war Maries Lächeln echt. »Ich mache das auch zum ersten Mal.«

»Na so was, dann sind wir ja beide Anfänger.« Er lachte heiser. »Wissen Sie, ich bin nicht pervers oder so, das dürfen Sie nicht denken. Aber als Mann hat man ja doch gewisse Bedürfnisse, auch wenn man schon so ein alter Sack ist wie ich.« Diesmal klang das Lachen leise, fast ein wenig verlegen. »Meine Frau ist vor fünf Jahren gestorben, und seitdem habe ich keine Frau mehr berührt.«

Marie umfasste ihre Kaffeetasse und schaute überrascht auf.

»Ich will das auch nicht mehr«, fuhr er fort. »Dafür bin ich zu alt. Aber mal ein bisschen schauen und in Erinnerungen schwelgen, das wäre schön.«

Auf einmal fand sie gar nicht mehr, dass Walter Schmitz wie ein Perverser aussah. Vielmehr war da etwas Verletzliches in seinem Gesicht, das sie rührte.

»Wie lange waren Sie verheiratet?«

Er zog bedächtig an seiner Zigarette, bevor er antwortete. »47 Jahre.« Stolz schwang in seinen Worten mit. »Das schafft heute keiner mehr.«

47 Jahre. Ein ganzes Leben. Und dann war die große Einsamkeit über ihn hereingebrochen.

In der Schrankwand standen ein paar gerahmte Bilder. Marie stand auf und sah sie genauer an. »Sind Sie das? Und Ihre Frau?«
»Ja. Das ist unser Hochzeitsbild.«
Behutsam nahm Marie die vergilbte Schwarz-Weiß-Fotografie in die Hand. Zwei junge Menschen, die noch ihre ganze Zukunft vor sich hatten, blickten ihr mit ernsten Gesichtern entgegen. Wie erwachsen sie bereits wirkten, und wie zielstrebig.

Sie stellte das Bild zurück und gab sich einen Ruck. »Und nun? Möchten Sie, dass ich mich ausziehe und saubermache? Oder was stellen Sie sich vor?«

Der alte Mann grinste verschmitzt. »Ein bisschen nackig machen wäre schon ganz hübsch, nicht wahr?«

Marie nickte. Sie hatte keine Ahnung, ob beim Ausziehen von ihr eine gewisse Raffinesse erwartete wurde. Vielleicht wünschten die Kunden sich ja eine kleine Stripeinlage. Allerdings überforderte sie das komplett. Walter Schmitz würde jedenfalls mit der schlichten Variante vorliebnehmen müssen. Sie zog sich das Top über den Kopf und schlüpfte aus dem kurzen Rock.

»Hui, was für eine Schönheit.« Walter Schmitz lehnte sich in seinem Sessel zurück. Sein Blick war weder lüstern noch gierig, sondern nur bewundernd. Und dabei trug Marie noch ihre Unterwäsche.

Ermutigt drehte sie sich einmal um sich selbst, bevor sie sich auch ihrer Dessous entledigte.

»Himmel, Mädchen, bist du schön.« Walter Schmitz schüttelte fassungslos den Kopf. »Und diese Melonen … der Wahnsinn! So üppige Dinger hatte meine Ilse auch.«

Marie lachte. Auf einmal war alles ganz leicht und ihre Nacktheit hatte nichts Erschreckendes mehr. Sie machte damit einen einsamen, alten Mann sehr glücklich. Daran war nichts verwerflich.

»Magst du ein paar Kekse?« Walter stand bereits auf, ohne ihre Antwort abzuwarten, und kramte aus einer Schublade eine Packung Waffelröllchen hervor.

»Soll ich nicht putzen?«

»Ach was. Das macht meine Schwägerin immer, die kommt jede Woche her und rettet mich vor der Verwahrlosung.«

Also setzte Marie sich wieder auf das Sofa, aß Waffelröllchen, trank scheußlichen Kaffee und plauderte mit Walter Schmitz über das Leben und die Liebe. Sie blätterte durch Fotoalben voller Erinnerungen und ließ sich unzählige Geschichten erzählen. Dabei vergaß sie fast, dass sie nackt war.

Als die Stunde um war, stand Walter auf und überreichte Marie ihre 45 Euro. Sie hatte ganz vergessen, ihr Honorar vorab zu kassieren. Nun zögerte sie. 45 Euro waren für einen einfachen Mann eine Menge Geld, zumal noch eine Gebühr für die Agentur hinzukam.

Sie streckte die Hand aus, in der die Scheine lagen.

»Bitte, Walter, behalt das Geld. Ich war sehr gerne hier und möchte nicht dafür bezahlt werden.«

»Blödsinn!« Walter schob ihre Hand zurück. »Willst du mich beleidigen? Du nimmst jetzt das Geld und siehst zu, dass du bald einen ordentlichen Job findest, damit du nicht mehr nackig vor alten Tattergreisen rumspringen musst. Und nun ab mit dir!«

Als sie sich lachend umdrehte, gab er ihr einen kleinen Klaps auf den Po.

Und da wusste sie plötzlich, was sie ihm schenken konnte. Mit keckem Lachen wandte sie sich ihm erneut zu und reckte ihre Brüste vor.

»Möchtest du sie mal anfassen?«

3

Samuel Degenkamp hatte schlechte Laune. Aber die hatte er in letzter Zeit ständig. Er fühlte sich unzufrieden und unausgelastet und wünschte sich ein anderes Leben. Seit er sich mit seinen Partnern überworfen hatte (natürlich nicht, ohne absolut wasserdichte Verträge auszuhandeln, die ihm ein beträchtliches Vermögen sicherten), verspürte er keineswegs die Erleichterung, die er sich erhofft hatte, sondern eine Leere, die ihn abwechselnd nervte und erschütterte.

Heute war eher der Nervteil dran. Samuel konnte nichts und niemanden ertragen, am wenigsten sich selbst. Als sein Telefon klingelte, wollte er daher im ersten Moment gar nicht rangehen. Der Rest der Menschheit musste nicht unbedingt mitbekommen, wie es um ihn bestellt war. Er warf einen raschen Blick auf das Display und atmete tief ein.

Nun, das hier war vielleicht ein kleiner Lichtblick.

»Aurelia.« Er gab sich keine Mühe, freundlich zu klingen. Bei dieser Frau musste er sich nicht verstellen.

»Samuel, mein Lieber, wie geht es dir?«

Diese dunkle, kratzige Stimme, die eher zu einem Mann gepasst hätte, würde er im Schlaf erkennen.

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