Logo weiterlesen.de
Handbuch Leiharbeit und Werkverträge – Leitfaden für eine rechtssichere Umsetzung in der Praxis

Ole-Jonas Bödeker
Dr. Hanns-Uwe Richter
Doris Kilg
Dr. Jan L. Teusch
Dr. Carmen Silvia Hergenröder
Silke Becker
Dr. iur. Martin Kock
Dr. Guido Norman Motz

Leiharbeit und Werkverträge

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

© by

FORUM VERLAG

 

images

Tel.: 08233/381-123

HERKERT GMBH

Fax: 08233/381-222

Mandichostr. 18

E-Mail: service@forum-verlag.com

86504 Merching

Internet: www.forum-verlag.com

Weitere E-Book Angebote der Forum Verlags Herkert GmbH finden Sie hier.

Alle hier genannten E-Books und zusätzliche Sonderausgaben finden Sie auch in allen namhaften E-Bookshops (Amazon, iTunes, etc.).

Bedienung des E-Books




Hier eine kleine Anleitung zur einfacheren Bedienung des E-Books:

1. Beim Klick auf das folgende Icon  link bei Überschriften werden Sie immer auf das Inhaltsverzeichnis zurück geleitet.

2. Alle im E-Book enthaltenen Stichwörter werden im Buchtext blau mit einer geschweiften Klammer dargestellt.

{Beispielstichwort}

Beim Klick auf das Wort in der geschweiften Klammer landen Sie immer im Stichwortverzeichnis Ihres E-Books.

3. Bei Querverweisen innerhalb des E-Books wird Ihnen die Absprungstelle als blauer Link angezeigt. Das gesuchte Wort ist auf der Zielseite aber nicht markiert oder farbig.

Vorwort

Leiharbeit, Dienst- und Werkverträge und der Einsatz von Freelancern sind wesentliche Bestandteile einer arbeitsteiligen Wirtschaft und gehören seit Jahrzehnten zur Flexibilisierung von Arbeitsabläufen. Die Gründe für den Einsatz externen Personals und die Herausgabe von Teilaufgaben an Externe sind vielfältig, sei es der zunehmende Kostendruck, die Arbeitnehmermitbestimmung oder das strenge Kündigungsschutzrecht. Dabei kann man darüber streiten, wann ein Dienst-/Werkvertrag als „Mitarbeitereinsatz“ bezeichnet werden kann – kauft man dort ja nicht einen Mitarbeiter ein, sondern eine Dienst-/Werkleistung. Werden Dienst-/Werkverträge aber im Betrieb des Auftraggebers ausgeführt, zählen auch diese zum „Fremdpersonaleinsatz“. Je stärker die Integration in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers ist, umso eher kommt es dann zu einer Arbeitnehmerüberlassung.

Nur durch diesen Fremdpersonaleinsatz ist gewährleistet, dass Unternehmen flexibel agieren und reagieren können, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Ganz im Gegensatz zu den Anforderungen der „Wirtschaft 4.0“ stehen die vom Gesetzgeber aktuell verfolgten Ziele, die auf eine weitere Regulierung abzielen. Erklärtes Ziel ist es, die Zeitarbeit auf ihre „Grundfunktionen“ – die Abfederung von Auftragsspitzen – zurückzuführen und zurückzudrängen. Der Aspekt der Sicherung der Arbeitsplätze durch Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit tritt in den Hintergrund. Flexibilität erscheint obsolet. Hier wird ein verklärtes „Früher war alles besser“ zur Rechtfertigung genommen, so wie es derzeit auch in den USA populär ist. Die Frage nach der Funktionsänderung der Zeitarbeit in den letzten Jahrzehnten wird erst gar nicht gestellt.

Angesichts der Vielzahl der neuen bürokratischen Hürden ist das Gesetz nur dadurch erklärbar, dass die deutsche Wirtschaft in sehr guter Verfassung ist und die Arbeitslosenzahlen auf ein Rekord-Niveau gesunken sind. Eine quasi „Vollbeschäftigung“ hat den politischen Druck genommen, Wirtschaftswachstum auch durch den Abbau von Bürokratie sicherzustellen. Es wird sich zeigen, ob die aktuell bereits befürchteten wirtschaftlichen Dämpfer infolge der „America First“-Politik zu einem Umdenken führen werden. Der berechtigte Schutz von Zeitarbeitnehmern könnte jedenfalls auch auf anderen Wegen als durch das Zurückdrängen von Zeitarbeit erreicht werden.

So strittig Sinn und Unsinn der Neuregelung sind, steht eines fest: Sie wird die betrieblichen Abläufe und die Verwaltung von Fremdpersonaleinsätzen zukünftig stark behindern und zwar durch bürokratische Hürden, die Überlassungshöchstdauer oder das Equal Pay nach neunmonatiger Überlassungsdauer. Aber auch das Ausweichen auf Dienst- oder Werkverträge ist mit verschärften Risiken verbunden. Dort muss über ein effizientes Compliance-System das Risiko einer unerlaubten, illegalen Arbeitnehmerüberlassung minimiert werden.

Ziel dieses Handbuchs ist es, die künftigen Grundregeln für den Fremdpersonaleinsatz – sei es durch Zeitarbeitnehmer oder unternehmensnahe Dienst-/Werkverträge – darzustellen und so sowohl eine Entscheidungshilfe im Stadium vor der Beauftragung als auch bei der Abwicklung des Fremdpersonaleinsatzes zu sein.

Die Autoren haben darauf Wert gelegt, die in der Praxis entscheidenden und haftungsrelevanten Punkte zu erörtern. Die aktuellen Änderungen werden beleuchtet, damit Sie auch weiterhin Fremdpersonal flexibel, aber zugleich rechtssicher einsetzen können.

Wir wünschen eine gewinnbringende Lektüre und hoffen, dass unser Werk einen festen Platz auf Ihrem Schreibtisch haben wird. Anregungen und Verbesserungsvorschläge sind jederzeit willkommen!

Dr. Guido Norman Motz, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht

Düsseldorf im April 2017

Die Autoren