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Hamburg - Dänemark

Sissi Kaipurgay

Hamburg - Dänemark

4 homoerotische Liebesgeschichten





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Gayles Viborg

Dänemark. Ein knuddeliges Land mit einer wunderschönen Sprache. Ich will sie lernen und mache einen Sprachkurs in Viborg. Dort lerne ich Norman kennen, mit dem ich mich anfreunde. Er ist schwul, aber das stört mich nicht. Allerdings merke ich, dass ich auf ihn anders reagiere, als auf andere Männer. Bin ich auch schwul? Und warum verliebe ich mich ausgerechnet in diesen coolen Typen? Fragen über Fragen...

 

  Norman

 Der Bus fuhr langsam durch die liebliche, dänische Landschaft. Ich sah aus dem Fenster und erblickte sanfte Hügel, Felder und Fichten. Vereinzelt konnte ich kleine Häuser sehen, die sich in das Bild einfügten, als wären wir nicht in der Wirklichkeit, sondern auf einer Modellbahnanlage unterwegs. Wohlig streckte ich mich in dem bequemen Sitz und warf meinem Nachbarn einen kurzen Blick zu. Der Kerl hatte sich wortlos neben mich gesetzt, bevor wir von dem Bildungszentrum für Erwachsene losgefahren waren.

„Og det er Hö“, erklang in diesem Moment Prebens Stimme über das Bordmikrophon.

Ich musste kichern und sah die Heuballen an, die sich auf dem Feld türmten, auf das er mit einer großartigen Geste zeigte. Auch der Busfahrer lachte und Preben grinste breit.

„Michael, unser Fahrer heute, freut sich, dass ich euch alles so schön erkläre“, sagte er.

Immer noch kichernd erblickte ich vier Heuballen, die irgendein Scherzbold wie ein Brautpaar ausstaffiert hatte. Jeweils zwei lagen übereinander und bildeten Körper und Kopf. Auf dem einen Kopf war ein Zylinder, ein Frack vervollkommnete den Eindruck. Der Andere war mit einem weißen Spitzenschleier ausgerüstet und hatte ein Brautkleid an. Es sah wirklich aus wie ein Paar, das sich gleich in der Scheune trauen lassen würde, um ein langes, erfülltes Leben auf dem Heuschober zuzubringen.

„Det er gift“, raunte mein Nachbar.

„Hä?“

Ich drehte mich zu dem Mann um und sah ihn genauer an.

„Das heißt, die sind verheiratet“, erklärte der Typ und lächelte.

Er war mir schon gestern aufgefallen mit den langen, dunklen Haaren, die er zu einem Zopf zusammengebunden hatte. Eine dicke Hornbrille saß auf seiner schmalen Nase, durch deren Gläser mich braune Augen intensiv musterten.

„Du kannst dänisch?“ Ich lehnte mich zurück und betrachtete den Kerl neugierig.

Er grinste und schüttelte den Kopf. „Nur ein bisschen. Es reicht nicht für eine anständige Unterhaltung.“

„Ach.“ Ich seufzte. „Dann kannst du jedenfalls schon mehr als ich. Ich verstehe kein Wort von dem, was Preben uns erzählt.“

Der Typ lachte leise. „Das wird schon noch kommen. Nach den fünf Tagen hier wirst du fließend Dänisch sprechen, glaub mir.“

„Dein Wort in Gottes Ohr“, murmelte ich.

„Ich bin Gregory“, sagte mein Nachbar.

„Norman…“, erwiderte ich, „…und ich glaube, wir müssen aussteigen.“

 

Tatsächlich hatte der Bus angehalten und die ersten Passagiere waren bereits ausgestiegen. Gregory erhob sich und schob sich in den Gang. Ich folgte ihm und guckte automatisch auf seinen Arsch, als er vor mir herging. In der abgewetzten Jeans konnte ich die strammen Halbkugeln deutlich sehen. Ich war wirklich chronisch untervögelt, wenn ich schon jedem dahergelaufenen Kerl auf den Hintern starrte. Mit großer Überwindung löste ich den Blick von der geilen Ansicht und stieg aus dem Bus.

„Skagen ist die nördlichste Stadt Dänemarks. Hier treffen sich Nord- und Ostsee, was man an der Färbung des Wassers gut erkennen kann, wenn man am Strand steht und auf das Meer hinaussieht“, dozierte Preben.

„Gehst du zum Strand oder in die Galerie?“ Gregory war neben mir stehen geblieben und warf mir einen kurzen Blick zu.

„Ich will alles sehen. Wir haben schließlich drei Stunden Aufenthalt, das muss doch reichen, um dieses Dorf ausführlich zu durchkämmen“, erwiderte ich.

„Kann ich mit euch kommen?“, mischte sich in diesem Moment ein kleiner Blonder ein, der neben Gregory stand und interessiert gelauscht hatte.

Schon nach einer kurzen Musterung war mir klar, dass ich es mit einem Gleichgesinnten zu tun hatte. Der lüsterne Blick, mit dem der Kleine mich ansah, sprach Bände. Vielleicht konnte ich meinen sexuellen Notstand noch heute beenden. Ich nickte und sah fragend zu Gregory, der gleichgültig die Schultern hob.

„Klar“, meinte er, „Wir können gerne zu dritt alles abklappern.“

„Super…“ Der Kleine grinste erfreut. „…ich bin übrigens Brian.“

 

Wir gingen zusammen an den Strand, wo sich viele Menschen bis zu einem Kilometer weit in das seichte Wasser wagten, um ein Foto von sich machen zu lassen, auf dem sie mit einem Bein in der Ostsee, mit dem anderen in der Nordsee standen. Na, wie toll.

„Ich will auch so ein Foto“, fiepte Brian aufgeregt und bückte sich, um die Schuhe auszuziehen.

Interessiert betrachtete ich seinen kleinen Arsch, der sich gegen den dünnen Stoff der engen Jeans drängte. Okay, er gefiel mir. Zwar nicht so gut wie Gregory, aber der war ja auch hetero.

„Hast du eine Kamera dabei?“ Ich sah zu ihm rüber und erwischte ihn dabei, wie er gedankenverloren auf das Meer hinaus starrte. Langsam wandte er mir das Gesicht zu und verzog den Mund zu einem entschuldigenden Lächeln.

„Ich hab nicht zugehört“, sagte er leise.

„Kamera. Hast du eine?“, wiederholte ich.

„Ja.“ Gregory griff in die Hosentasche und holte eine winzige Digitalkamera heraus.

Brian hatte inzwischen die Hosenbeine hochgekrempelt und warf mir einen strahlenden Blick zu.

„Kann’s losgehen?“, fragte er aufgeregt wie ein Kleinkind.

Ich nickte ihm zu, sah dann zu Gregory rüber, der die Kamera ans Auge hob und konzentriert auf das Wasser hinaus blickte. Was sah er da? Ich runzelte die Stirn, hob eine Hand schützend über meine Augen, um die grellen Sonnenstrahlen abzumildern und sah in die gleiche Richtung wie er. Wasser, sonst nix. Ach ja, tatsächlich war es links grüner als rechts, oder umgekehrt? Verwirrt betrachtete ich das Farbspiel der Wellen. Faszinierend.

„Ich bin so weit.“ Brian tauchte in meinem Blickfeld auf und winkte euphorisch.

Mein Gott, er führte sich wirklich auf wie ein dummer Teenager. Wollte ich wirklich meinen Notstand mit einem kleinen Jungen beenden? Automatisch blickte ich zu Gregory, der den Kleinen fotografierte und schließlich die Kamera langsam sinken ließ. Sein Profil war klar geschnitten, die Lippen wirkten sinnlich, waren aber irgendwie traurig verzogen. Ob er die Brille wirklich brauchte? Ohne würde er sicher umwerfend aussehen.

„Soll ich dich auch...?“ Er sah zu mir rüber und zog die Augenbrauen zusammen

 Ich schüttelte den Kopf und konnte den Blick nicht von seiner ausdrucksstarken Miene lösen. Was ging in ihm vor, dass er so melancholisch wirkte?

„Geht’s dir nicht gut?“ Ich hatte leise gesprochen, so dass nur Gregory mich hören konnte. Er senkte die dichten Wimpern und sein Gesicht verzog sich schmerzlich.

„Nein“, antwortete er, „Ich hab eine tiefe Sinnkrise.“

Plötzlich hoben sich seine Mundwinkel und er sah mich direkt an. „Klingt blöd oder? Ich bin gerade mal dreißig und hab das Gefühl, mein Leben ist auf den Kopf gestellt. Irgendwie weiß ich nicht, wie es weitergehen soll.“

„Das geht mir manchmal genauso.“ Ich sah fasziniert in seine braunen Augen, die fast schwarz wirkten, „Dabei bin ich erst achtundzwanzig.“

„Fragt mich mal“, mischte sich Brian ein, der inzwischen bei uns angekommen war.

Er ließ sich in den Sand plumpsen und zog die Schuhe an, während Gregory und ich stumme Blicke tauschten. Dieses Gespräch würden wir später fortsetzen, bedeuteten sie.

 

Gregory

 

Mit Norman würde ich reden können, aber diesem Brian wollte ich mein Seelenleben nicht offenbaren. Er wirkte – schwul. Anders konnte ich es nicht nennen. Der Blick, mit dem er Norman vorhin gemustert hatte, war eindeutig lüstern gewesen.

„Wo gehen wir jetzt hin?“ Brian war aufgestanden, seine Augen funkelten unternehmungslustig.

„Ich würde gerne in diese Galerie“, schlug Norman vor, „Was meint ihr?“

 

Staubpartikel. Ungläubig betrachtete ich das Bild, auf dem lediglich ein Fenster zu sehen war, durch das ein breiter Lichtstrahl fiel. In dem Lichtschein tanzten Millionen Staubkörner und erweckten den Eindruck, als wären sie echt. Je länger ich starrte, desto realer wurde der Eindruck.

„Das sieht aus wie echt, nicht wahr?“ Norman trat neben mich und beugte sich vor, um das Gemälde näher betrachten zu können.

Er stand so nah bei mir, dass ich seinen Duft wahrnehmen konnte. Ich versuchte die Note einzuordnen und registrierte eine Spur Leder, ein Duschgel und irgendein frisch duftendes Rasierwasser.

„Es ist total faszinierend. Als wenn sich die Staubpartikel bewegen würden“, murmelte ich.

„Oh Mann.“ Norman richtete sich auf und grinste mich fröhlich an, „Ich wünschte, ich hätte auch so ein Talent. Aber ich kann nichts richtig gut, außer kochen.“

„Das ist doch auch nicht schlecht.“ Seine Fröhlichkeit steckte mich an und ich lächelte ihm zu, „Ich kann nicht kochen, dafür aber schreiben.“

„Hm, schreiben?“ Norman hob interessiert die Augenbrauen.

„Ich bin freier Journalist“, erklärte ich, „Aber ich halte mich mehr schlecht als recht über Wasser. Wahrscheinlich bin ich nicht gut genug.“

„Ach Quatsch.“ Norman legte eine Hand auf meine Schulter, „Du bist bestimmt nur ein verkanntes Genie. Nach deinem Tod werden sich alle um die Artikel reißen.“

„Schöne Beruhigung“, brummte ich gutmütig, wobei ich seine Berührung irgendwie genoss. Die Geste hatte etwas Tröstliches und löste bei mir zugleich einen wohligen Schauer aus.

„Staub im Licht?“, erklang hinter uns eine Stimme.

Brian gesellte sich zu uns und guckte das Bild missmutig an. Die ganze Zeit schon, seit wir in der Galerie waren, hatte er sein Desinteresse deutlich gezeigt.

„Können wir jetzt was essen gehen? Ich hab Hunger“, maulte er und sah mit großen Augen zu Norman auf.

Das sollte wahrscheinlich verführerisch wirken, machte auf mich aber den Eindruck eines nörgelnden Kleinkindes. Norman seufzte, die Hand fiel von meiner Schulter. Er tauschte mit mir einen Blick und nickte dann Brian zu.

„Klar, lasst uns irgendeine Kantine ansteuern. Ich hab auch ein Loch im Magen“, sagte er versöhnlich.

 

Ich war froh, als wir endlich wieder im Bus saßen, der uns zurück zu der Hojskole in Viborg bringen würde, in der wir für einen fünftägigen Sprachkurs untergebracht waren. Norman hatte den Fensterplatz neben mir und wirkte müde. Ich war auch angenehm erschöpft von dem Tag an der frischen Luft. Trotzdem kreisten meine Gedanken und ließen mich nicht zur Ruhe kommen. Die Scheidung von Tina machte mich immer noch fertig. Wir hatten keine Kinder, kein Haus und auch sonst keine Wertgegenstände, um die es sich zu streiten gelohnt hätte. Trotzdem hatte sie aus der Angelegenheit einen riesigen Aufstand gemacht, der mit Tränen und Schuldzuweisungen endete.

„Willst du mir nun erzählen, was dich bedrückt?“, fragte Norman leise.

Mein Kopf ruckte zu ihm herum, während er mich aufmerksam anschaute. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass Brian anderweitig beschäftigt war, vertraute ich mich mit leiser Stimme Norman an. Er nickte immer wieder und gab mir das Gefühl, einen Freund gefunden zu haben.

„Oh Mann, Gregory.“ Er griff nach meiner Hand und drückte sie leicht, „Weiber können einen echt fertig machen, nicht wahr?“

„Das können sie. Ich verstehe vor allem nicht, weshalb wir uns nicht im Guten trennen konnten. Ich bin doch kein böser Mensch. Außerdem haben wir uns irgendwann mal geliebt, glaub ich zumindest.“ Ich sah auf Normans Finger, die sich weich anfühlten und sanft über meine strichen.

„Vielleicht liebt sie dich noch und wollte, dass du um sie kämpfst“, mutmaßte er.

„Versteh mal einer die Weiber. Du könntest recht haben, die denken so merkwürdig. Allerdings hat sie mich betrogen, nicht ich sie.“

„Ein Hilferuf.“ Norman ließ meine Hand los und rutschte auf seinem Sitz herum, bis er eine gemütlichere Position gefunden hatte.

„Oh Mann, bist du Psychologe?“ Ich grinste ihn an und wünschte, er würde meine Finger weiter in seinen halten. Es hatte sich gut angefühlt.

„Nö, aber ich habe drei Schwestern.“

„Du Ärmster.“ Mein Grinsen wurde breiter.

„Ja, ich armer Kerl“, stimmte Norman zu und rollte mit den Augen.

„Und – wie sieht es bei dir aus? Bist du – verheiratet oder so?“ Die Frage erschien mir nicht unverschämt, nachdem wir uns so ausführlich über mein Privatleben unterhalten hatten. Norman verzog das Gesicht zu einer Grimasse und schüttelte den Kopf.

„Nein. Ich bin solo. Allerdings gibt es da etwas, das du vielleicht wissen solltest. Ich steh nicht auf Frauen“, gestand er betont gleichmütig.

Irgendwie hatte ich es die ganze Zeit gewusst. Spätestens, seitdem Brian ihn so offensichtlich angebaggert hatte.

„Okay. Das erschwert die Sache mit der Heirat.“ Ich zwinkerte ihm zu, damit er merkte, dass mich seine sexuelle Neigung nicht störte.

Norman wirkte erleichtert, seine Mundwinkel hoben sich.

„Tja, man kann nicht alles haben. Aber ein fester Partner wäre schon schön“, seufzte er.

Diesmal griff ich nach seiner Hand und hielt sie tröstend. So blieben wir sitzen, bis der Bus die Hojskole erreicht hatte.

 

„Nach dem Abendessen könnt ihr euch im Aufenthaltsraum an den Getränken bedienen“, verkündete Preben, nachdem wir um ihn herum Aufstellung bezogen hatten. „Die alkoholischen Getränke müssen bezahlt werden, der Rest ist kostenlos. Bitte – seid ehrlich.“

Er warf einen warnenden Blick in die Runde. Alle nickten zustimmend und wir setzten uns in Richtung des Speisesaals in Bewegung. Brian hielt sich dicht an Norman, was mir irgendwie nicht gefiel. Er nutzte jede Möglichkeit, um ihn zu berühren und auch das ärgerte mich. Norman war mein Freund, auch wenn ich nicht plante, mit ihm intim zu werden.

 

„Wirst du mit Brian...?“ Ich hatte mich zu Norman gebeugt und flüsterte in sein Ohr. Wir saßen im Aufenthaltsraum und hatten uns ein Bier gegönnt, Brian war nirgendwo zu entdecken.

„Wahrscheinlich.“ Norman zog die Stirn kraus und warf mir einen kurzen Seitenblick zu, „Ich brauch auch manchmal ein wenig Entspannung. Du nicht?“

„Doch, schon. Aber er wirkt so – unreif.“

„Ehrlich gesagt…“, Norman nahm einen Schluck aus der Flasche, bevor er weiterredete, „…ist mir das egal. Ich bin da nicht wählerisch, schließlich bietet sich für einen Homosexuellen nicht oft die Gelegenheit, Dampf abzulassen.“

„Ist das so?“

„Was denkst du denn? Die Auswahl an Partnern verringert sich extrem, wenn man auf Männer steht“, erklärte Norman.

Insgeheim musste ich ihm recht geben. Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass nur etwa fünf Prozent aller Menschen gleichgeschlechtliche Partner bevorzugen. Die ganze Sache interessierte mich und verursachte ein aufregendes Kribbeln in meiner Magengrube. Allein der Gedanke, dass zwei Kerle ihre Schwänze aneinander rieben, gefiel mir, sofern einer davon Norman wäre. Ich musterte ihn heimlich von der Seite.

Er sah gut aus mit den blauen Augen und den braunen Haaren. Seine Nase war schmal, die Lippen wirkten weich und würden mich – wenn er eine Frau wäre – zum Küssen einladen. Oder war es egal, dass er ein Mann war? Ich hatte mir schon öfter mal heimlich Magazine besorgt, in denen es Männer miteinander trieben. Ehrlich gesagt wichste ich gelegentlich auf solche Bilder, aber in der Realität war alles ganz anders. Ich hatte – und das war am Ende auch der Scheidungsgrund gewesen – schon lange keinen Sex mehr mit meiner Exfrau gehabt. Sie erregte mich einfach nicht mehr. Trotzdem war ich deshalb noch lange nicht schwul. Oder?

„Woran denkst du?“ Norman beobachtete mich neugierig.

Ich seufzte tief und griff zu einer Notlüge. „An meine Scheidung.“

„Ach, Scheiße.“ Er legte einen Arm um meine Schultern und drückte mich kurz an sich, „Die Zeit heilt alle Wunden, wirst du schon sehen.“

 

Norman

 

Es fühlte sich gut an, Gregorys Körper nahe dem meinen zu spüren. Zwar sagte ich mir immer wieder im Geiste vor, dass es nicht sein durfte, aber er schien nicht abgeneigt die rein freundschaftlichen Berührungen zu empfangen. Ich nahm den Arm von seinen Schultern und sah mich nach Brian um. Langsam wurde es dringend, ein wenig Dampf abzulassen. Meine Hose war eng geworden, nachdem ich die ganze Zeit Gregorys Duft in der Nase hatte und viel zu nah bei ihm saß.

„Ich geh dann mal ins Bett“, meinte ich und stand auf, „Schlaf gut.“

„Ja, gute Nacht.“ Gregory erhob sich und folgte mir auf den Flur.

Unsere Zimmer lagen direkt nebeneinander und ich hoffte, dass die Wände schalldicht waren. Allerdings hatte Brian mich vorhin unmissverständlich in sein Bett eingeladen. Zum Glück wohnte er am entgegengesetzten Ende des Flures, somit würde Gregory nichts von unserer sexuellen Begegnung mitbekommen.

Ich nickte ihm zu und ging in mein Zimmer, wo ich darauf lauschte, dass sich seine Tür schloss. Vorsichtshalber wartete ich einige Minuten, bevor ich erneut hinaus auf den Flur trat und zu Brian ging.

 

Der Kleine wartete nackt auf dem Bett. Kaum hatte ich mich in sein Zimmer geschlichen, sprang er auf und grinste breit. Eigentlich war er ein hübscher Kerl, mit den blonden Haaren und blauen Augen. Leider war er aber Brian und nicht Gregory. Seufzend schälte ich mich aus den Klamotten, während der Kleine mich beobachtete und dabei mit seinem Ständer spielte. Zugegeben, das Ding war auch ganz ordentlich und wir würden unseren Spaß miteinander haben, dessen war ich mir sicher.

„Kondome?“ Nackt trat ich auf ihn zu, meine Erektion zeigte steil nach oben.

„Oh Mann. Pass bloß auf, wenn du mir dein riesiges Ding reinsteckst.“ Brian warf mir einen faszinierten Blick und ein Päckchen zu, das er vom Nachttisch genommen hatte.

Seine Augen musterten meinen harten Schwanz, der – zugegeben – recht groß war, gemessen am Durchschnitt.

 

Durchschnitt? Um keine Frage offen zu lassen: der durchschnittliche Penis misst 12,9 bis 15 Zentimeter bei einer Breite von 3 bis 5 Zentimetern. Der Mercedes unter den Geschlechtsorganen (Zitat Walter Moers) erreicht im erigierten Zustand eine Länge von bis zu 19 Zentimetern. Das erklärt, wieso Männer, die erregt sind, nicht mehr denken können. Aber das nur am Rande.

 

Ich rollte das Gummi über meinen Schwanz und nahm das Gleitgel, um es auf der Länge zu verteilen. Der Kleine hatte sich inzwischen bereits in Position gebracht und bückte sich vor dem Bett, die Handflächen auf die Matratze gelegt. Sein kleiner Knackarsch sah geil aus, so wie ich es schon vermutet hatte.

Ich drückte einen Klecks Gel in die Spalte und legte beide Hände auf die Backen, um sie auseinanderzuziehen. Mein Blick wurde sofort von dem engen Muskel angezogen. Ich zitterte inzwischen vor Geilheit, packte meinen Schwanz und schob ihn in die zuckende Öffnung. Das Gefühl war irre und schon so lange her, dass ich die Zähne zusammenbeißen musste, um mich unter Kontrolle zu halten. Brian stöhnte laut, was nicht gut für meine Beherrschung war. Ich bewegte die Hüften und versuchte, langsam zu machen, aber die Geräusche des Kleinen machten mich wahnsinnig. Die Finger in seine Hüften gekrallt fickte ich ihn hart durch und kam viel zu schnell mit einem erstickten Stöhnen Dabei versteifte ich mich hinter ihm und musste mich an ihm festhalten.

„Wichs mich“, forderte Brian keuchend.

Ich fasste um ihn herum, schloss die Faust um seinen Schwanz und brachte ihn mit wenigen Strichen zum Höhepunkt. Warmer Saft rann über meine Finger, während er hemmungslos den Orgasmus herausbrüllte. Mein Gott, jetzt wusste wirklich jeder Nachbar, was wir hier gerade taten. Ich war heilfroh, dass wir in seinem Zimmer waren und nicht in meinem.

„Boah, das war geil“, stöhnte der Kleine atemlos.

Ich zog mich aus ihm zurück und streifte das Kondom ab. Der Menge an Sahne nach zu urteilen, musste ich akuten Samenstau gehabt haben, konstatierte ich grinsend. Ich verknotete das Gummi und warf es in Richtung des Mülleimers, bückte mich dann nach meinen Klamotten und zog mich an. Brian war aufs Bett gefallen und sah mir unter halbgeschlossenen Lidern zu.

„Willste nicht noch ein bisschen bleiben?“, maulte er enttäuscht.

„Morgen ist früh wecken“, erinnerte ich ihn, während ich die Jeans schloss und in meine Schuhe schlüpfte.

„Ach Mist, Scheiß auf den Sprachkurs.“ Brian zog sich die Decke über den Kopf.

 

Am nächsten Morgen fühlte ich mich tiefenentspannt. Oh Mann, so ein Echtfick wirkte Wunder. Gregory schien zu fühlen, dass es mir richtig gut ging, denn er grinste mich am Frühstückstisch an und neigte sich zu mir, um mir ins Ohr zu flüstern: „War es gut?“

„Geht so“, murmelte ich mit einem Blick zu Brian, der gegenüber saß und sich über seinen Teller beugte.

Gregory schmunzelte und widmete sich wieder seinem Brötchen. Ich trank Kaffee und überlegte, ob ich heute Nacht wieder zu dem Kleinen gehen sollte, der in diesem Moment zu mir rüber sah. Oh-oh. Nicht gut. Sein Blick war sehnsüchtig und ich erkannte sofort, dass sich der Kerl in mich verliebt hatte. Damit war klar, dass ich nicht mehr mit ihm ficken würde. Vielleicht war ich ein Schwein, aber ich wusste, wann ich mich zurückhalten musste.

 

Wir verbrachten den Tag mit Unterricht, lustigen Rollenspielchen und Brian war immer in meiner Nähe. Gregory auch. Das schickte mich durch ein Wechselbad der Emotionen, wie ich es noch nie erlebt hatte. Hier war der Mann, der mich interessierte, aber hetero war, dort der andere, der mich anhimmelte, den ich aber nicht wollte. Gegen Abend war ich ein nervöses Wrack und entschied, dass es offener Worte bedurfte, um die Situation zu klären. Nach dem Abendessen bat ich Brian in den Innenhof, wo ich mit vor der Brust verschränkten Armen vor ihm stehen blieb.

„Brian, das hat keinen Sinn“, sagte ich möglichst sanft.

„Was meinst du?“ Der Kleine mimte den Coolen, aber seine Unterlippe zitterte.

„Es hat keinen Sinn mit uns“, wiederholte ich, „Ich weiß, dass du in mich verliebt bist. Aber – ich bin nicht in dich verliebt und werde es auch nie sein.“

„Warum bist du dir so sicher?&

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