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Gut leben mit wenig Geld - Keine Frage offen

Vorwort

Es ist zum Verrücktwerden: Da kauft man ein paar Lebensmittel ein, besorgt vielleicht noch ein Medikament in der Apotheke und gönnt sich am Wochenende einen Kinobesuch – und schon sind über 100,00 Euro weg. Da fragt man sich nun wirklich: Wo geht das ganze Geld bloß hin?

Die Preise steigen und steigen. Strom, Heizung, Lebensmittel, Arzneien – alles kostet mehr. Das Problem ist: Löhne und Gehälter stagnieren seit Jahren und auch bei den Renten sieht es alles andere als rosig aus. Es gibt immer mehr Senioren, die täglich hart kalkulieren müssen. Das ist nicht einfach, schließlich sind gerade im Alter viele zusätzliche Ausgaben zu stemmen. Eine neue Brille, ein neues Hörgerät – das können sich viele nicht mehr leisten. Seit es mit der Wirtschaft bergab geht und immer mehr Firmen insolvent werden, müssen selbst solche Menschen den Gürtel enger schnallen, die sich bislang in gesicherten Verhältnissen glaubten.

Wollen auch Sie in Zukunft sparen? Und trotzdem keine wesentlichen Abstriche bei der Lebensqualität machen? Dann halten Sie das richtige Buch in Händen. »Gut leben mit wenig Geld« zeigt Ihnen auf, wo es überall im Alltag Einsparpotenziale gibt und Sie sich bei richtiger Planung ab und zu etwas Schönes leisten können.

Das Wichtigste vorweg: Wenn Sie mit wenig Geld gut leben wollen, müssen Sie systematisch wirtschaften. Hier hilft Ihnen das Haushaltsbuch. Gleich im ersten Kapitel erfahren Sie deshalb, wie Sie es anlegen, kontinuierlich führen und Ihre Finanzen damit in den Griff bekommen.

Danach widmen wir uns dem großen Thema Einkaufen. Wie können Sie im Supermarkt sparen, warum sollten Sie Besorgungen stets mit einer Einkaufsliste machen, wann lohnt sich der Fabrikverkauf, wie können Sie Gutscheine und Rabatte nutzen? Diese und viele weitere Fragen werden kompakt beantwortet. Es folgen weitere wichtige Spartipps rund um Kleidung und Körperpflege sowie Hobby, Freizeit und Urlaub.

Ein großes Kapitel ist der Frage gewidmet, wie Sie beim Wohnen sparen können. Was tun Sie, wenn die Nebenkostenabrechnung zu hoch ist, wann können Sie untervermieten, wie sparen Sie Heizung, Strom und Wasser?

Viel sparen können Sie natürlich auch, wenn Sie Dinge selbst in die Hand nehmen, anstatt einen Fachmann zu Hilfe zu holen. Im Kapitel Reparieren und Renovieren lernen Sie unter anderem, wie man tapeziert, streicht und Stühle repariert.

Tipps rund ums Thema Telekommunikation dürfen natürlich nicht fehlen. Haben Sie wirklich die Pakete und Lösungen, die Sie benötigen? Wenn Sie sich im Dschungel der Telekommunikationsanbieter und Angebote zurechtfinden, können Sie Leistungen gezielter auswählen und haben weniger auf Ihrer Rechnung stehen. Abschließen werden wir dieses Buch mit den Themen Altersvorsorge, Versicherungen und Steuern. Mit dem richtigen Know-how können Sie auch hier so manchen Euro einsparen. Setzen Sie die Tipps konsequent um. Dann können Sie schon bald sagen: »Toll, der Monat ist zu Ende und es ist noch so viel Geld übrig!«

München, im Januar 2010

Claudia Nöllke

Kapitel 1: Richtig wirtschaften

Gut leben mit wenig Geld – das ist gar nicht so schwer. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie Ihre Einnahmen genau kennen und Ihre Ausgaben so planen, dass Ihr Konto stets im Plus bleibt.

Ein Haushaltsbuch hilft Ihnen dabei. Auch wenn es manche für verstaubt halten: Es ist ein sehr effektives Instrument, um seine Finanzen im Griff zu behalten. Und es sorgt dafür, dass Sie sich Luxus zur richtigen Zeit mit gutem Gewissen leisten können. Lesen Sie also in diesem Kapitel, wie Sie mit dem Haushaltsbuch sparsam wirtschaften.

Mit einem Haushaltsbuch arbeiten – wie funktioniert das?

Wissen Sie eigentlich, wie viel Sie in diesem Monat ausgeben dürfen? Nein? Dann läuft es bei Ihnen vermutlich so wie in den meisten Haushalten: An bestimmten Tagen verordnen Sie sich einen harten Sparkurs, an den anderen Tagen wird nicht so genau aufs Geld geschaut. Wenn Sie Ihre Finanzen unter Kontrolle haben wollen, brauchen Sie jedoch einen Überblick und eine gute Planung. Hierbei hilft Ihnen ein Haushaltsbuch. Es hilft Ihnen, Ihre Finanzen zu überwachen und vor allem: zu erkennen, wann Sie sich etwas Luxus tatsächlich leisten können.

So einfach geht es

Besorgen Sie sich ein Ringbuch in DIN A4-Format mit karierten Blättern. Legen Sie eine Tabelle an mit folgenden Spalten: Einnahmen/Gesamteinnahmen, feste Ausgaben/Gesamtausgaben.

Januar

Februar …

Einnahmen

Mein Gehalt

Kindergeld

Gesamteinnahmen:

Feste Ausgaben

Miete

Telefon

Internet

Monatsfahrkarte Bahn

Rundfunkgebühren

Krankenversicherung

Hausratversicherung

Zeitungsabonnement

Gesamtausgaben:

Um alle Kosten wirklich vollständig zu erfassen, schauen Sie die Kontoauszüge des letzten Jahres durch. Ausgaben, aber auch Einnahmen, die nur viertel- oder halbjährlich bzw. einmal im Jahr anfallen, müssen Sie schließlich auch erfassen. Teilen Sie die Ausgaben durch zwölf und rechnen Sie diese als monatliche Belastung mit ein. Eine Rechnung, die beispielsweise erst Ende des Jahres kommt, wird Sie dann nicht in Finanzierungsnot bringen. Ziehen Sie nun von der Gesamtsumme der Einnahmen die Gesamtsumme der Ausgaben ab. Das, was nun übrig bleibt, ist Ihr monatlich verfügbares Budget. Mit diesem Geld müssen Sie auskommen.

Hiervon müssen Sie Ihre flexiblen, also steuerbaren Ausgaben wie Lebensmittel, Kleidung etc. bestreiten. Wenn Ihr Budget größer ist als Ihre Ausgaben, können Sie sogar Rücklagen bilden. Davon lassen sich dann unvorhersehbare Rechnungen bezahlen, zum Beispiel die Reparatur Ihrer Spülmaschine.

Wie lege ich Budgets an und behalte sie unter Kontrolle?

Sie kennen nun die Summe, die Ihnen monatlich zur Verfügung steht. Von diesem Betrag müssen Sie sehr unterschiedliche Dinge bezahlen: Kleidung, Körperpflegeprodukte, Lebensmittel, Freizeitaktivitäten, Geschenke etc. Damit Sie wissen, wofür Sie wie viel ausgeben dürfen und Ihre Ausgaben insgesamt besser steuern können, sollten Sie das Gesamtbudget in mehrere kleine Budgets aufteilen. Es gibt keine feste Regel, die Sie dabei beachten müssen. Wichtig ist, dass Sie bestimmte Ausgaben unter einem griffigen Namen zusammenfassen.

Budgets festlegen

Klassische Budgets sind »Freizeit«, »Lebensmittel«, »Kleidung«, »Telefon« oder »Urlaub«. Sie können aber viele weitere Budgetkategorien anlegen. So könnte es auch ein Budget für »Bildung« oder »Enkel« geben. Kleinere Ausgaben, die sich nirgendwo zuordnen lassen, nennen Sie einfach »Sonstiges«.

Es dauert ein paar Wochen, bis Sie sämtliche Ausgabenarten erkannt haben und in eine Kategorie einordnen können. Mit der Zeit werden Sie aber ein Gefühl dafür entwickeln, was wo zugeordnet werden kann. Unter Umständen sind Sie erst nach ein paar Monaten in der Lage, endgültige Budgets festzulegen.

Jetzt geht es ans Dokumentieren

Über alles, was Sie nun ausgeben, führen Sie genau Buch. Legen Sie eine Tabelle an und notieren Sie ganz oben den Betrag, der Ihnen in diesem Monat zur Verfügung steht. Darunter schreiben Sie sämtliche Ausgaben, die tagtäglich anfallen. Ob Sie eine Bluse, Autoreifen oder zwei Koteletts gekauft haben – alles wird aufgelistet. Wenn der letzte Tag des Monats vorüber ist, ziehen Sie Bilanz. Sollten Sie am Ende des Monats feststellen, dass Ihre Ausgaben das für diesen Monat verfügbare Einkommen übersteigen, müssen Sie den Rotstift ansetzen und überlegen, wohin das ganze Geld geflossen ist und bei welchen Budgets Sie in Zukunft sparen müssen. Haben Sie hingegen Geld übrig, können Sie Rücklagen bilden oder sich etwas Schönes gönnen.

Luxus oder Notwendigkeit?

Überlegen Sie beim Blick auf Ihre steuerbaren Ausgaben, welche Dinge wirklich notwendig und welche Luxus waren. Auf diese Weise erkennen Sie schnell, worauf Sie in Zukunft verzichten sollten. Zu den lebensnotwendigen Waren gehören zum Beispiel Medikamente und Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Reis, Milch, Eier, Butter etc. Aber auch hier müssen Sie aufpassen: Pralinen, Wein, Chips und Trüffelpastete gehören natürlich in die Kategorie »nicht lebensnotwendig«. Sie werden sehen: Wenn Sie viele Genussmittel und Feinkost streichen, haben Sie schon eine Menge gespart.

Unvorhersehbare Rechnungen – wie bin ich darauf vorbereitet?

Eine neue Brille ist fällig, die Waschmaschine gibt den Geist auf, Sie brauchen eine Zahnkrone, Sie müssen Stromkosten nachzahlen – immer wieder müssen Dinge finanziert werden, die Sie nicht voraussehen konnten. Damit Sie durch diese Kosten nicht in die roten Zahlen rasseln, sollten Sie sich auf solche Fälle vorbereiten. Sie müssen also ein finanzielles Polster bilden.

Einen Betrag auf die Seite legen

Am besten ist es, wenn Sie Monat für Monat einen bestimmten Betrag dafür abzweigen. Er sollte allerdings gut zu schultern sein, sonst laufen Sie Gefahr, Ihre laufenden Ausgaben nicht mehr stemmen zu können.

Für welche Dinge müssen Sie vorsorgen? Das sind zum einen die Reparaturen. Plötzlich funktioniert die Waschmaschine nicht mehr oder das Auto ist kaputt. Zu den weiteren unvorhersehbaren Belastungen gehören Nachzahlungen, sei es für die Steuer, für Strom oder Heizung. Das Unangenehme ist: Sind die Nachzahlungen hoch, müssen Sie davon ausgehen, dass die Vorauszahlungen steigen. Auch diese Mehrbelastung müssen Sie schultern und das geht nur, indem Sie Rücklagen bilden.

Gesamtbetrag kalkulieren

Um die Höhe der Rücklagen richtig zu bestimmen, sollten Sie Ihren finanziellen Bedarf kennen. Also: Wie viel kostet mich die neue Waschmaschine, wie hoch wird ungefähr die Steuernachzahlung sein? Als nächstes überlegen Sie, wie Sie diesen Gesamtbetrag in kleine Portionen aufteilen, die Sie monatlich zurücklegen können. Teilen Sie also den Gesamtbetrag durch zwölf.

Eine neue Brille finanzieren

Frau Reibers braucht eine neue Brille. Dafür muss sie 600,00 Euro zahlen. Da sie nichts angespart hat, behilft sie sich erst einmal mit einer einfachen Brille aus der Drogerie und beginnt monatlich 50,00 Euro zurückzulegen. In einem Jahr ist es soweit, dann kann sie sich die neue Brille endlich leisten.

Viele Ausgaben lassen sich natürlich voraussehen. Wenn der Winter besonders kalt war und Sie viel geheizt haben, können Sie davon ausgehen, dass die Nebenkostenrechnung für Ihre Mietwohnung höher ausfallen wird. Wenn die Waschmaschine öfter defekt ist, wird sie wohl bald ihren Geist aufgeben. Nehmen Sie solche Signale als Aufforderung zum Sparen wahr!

Besser mehr als zuwenig

Kalkulieren Sie nicht zu knapp. Es ist leider so: Am Ende hat alles mehr gekostet als vermutet. Auch auf Kostenvoranschläge können Sie sich nicht verlassen. Meist geht noch einige Zeit ins Land, bis man den Auftrag erteilt. Bis dahin hat sich alles wieder verteuert.

Zu viel ausgegeben – was kann ich tun?

Da haben Sie nun ein Haushaltsbuch geführt und Ihre Ausgaben stets im Blick gehabt. Trotzdem sind Sie finanziell in eine Schieflage geraten: Sie haben mehr ausgegeben, als Sie eingenommen haben. Das kommt in vielen Haushalten vor. Nun müssen Sie herausfinden, woran es liegt, dass Sie Ihr Budget überschritten haben. Andernfalls häufen Sie Schulden an.

Was sich einsparen lässt

Gehen Sie die verschiedenen Ausgabenposten in Ihrem Haushaltsbuch durch. Wenn Sie alles sorgfältig notiert haben, werden Sie sehen, wofür Sie am meisten Geld ausgegeben haben. Meist sind es nicht die Dinge des täglichen Bedarfs wie Brot oder Gemüse, die zu Buche schlagen. Es sind die kleinen Extras, die das Leben versüßen: der teure Wein, den man sich jede Woche gönnt, die hochwertige Creme oder das eine oder andere Kleidungsstück, das man spontan gekauft hat. Auch Hobbys können Kostenfresser sein. Der monatliche Beitrag fürs Fitness-Studio oder den Kletterpark reißen auf Dauer ganz schöne Löcher ins Budget. Schauen Sie auch die unregelmäßigen Ausgaben durch. Gerade zum Jahresende kommen viele Rechnungen, die man sich vielleicht in Zukunft sparen kann. Ist das teure Fachzeitschriftenabonnement wirklich notwendig oder können Sie die Informationen auch im Internet finden?

Größere Ausgaben prüfen

Angenommen Sie haben alle Ihre kleinen Kostenfresser identifiziert und eliminiert, aber das Geld reicht immer noch nicht. Was tun Sie dann? In diesem Fall müssen Sie bei den großen fixen Ausgaben die Schraube ansetzen. Ist Ihre Wohnung vielleicht zu groß? Wäre eine kleinere völlig ausreichend? Könnten Sie untervermieten? Solche Überlegungen sollten kein Tabu sein, wenn man aus den roten Zahlen kommen will. Vielleicht hilft es aber auch schon, wenn Sie den Stromanbieter wechseln (siehe Seite 128), auf das Handy verzichten oder eine überflüssige Versicherung kündigen (siehe Seite 164).

Einen Nebenjob suchen

Wenn Sie alle diese Möglichkeiten ausgeschöpft haben und das Geld immer noch nicht reicht, versuchen Sie, Ihre Einnahmen aufzustocken. Unter Umständen kann ein Nebenjob die Lösung sein. Haben Sie Talent als Gärtner? Wollen Sie Prospekte austragen? Können Sie Nachhilfe geben oder abends gelegentlich als Babysitter arbeiten? Achten Sie aber darauf, dass die Tätigkeit mit Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit vereinbar ist und es sich um einen seriösen Arbeitgeber handelt. Finger weg von Jobs, die in kürzester Zeit angeblich zum Großverdiener machen.

Kapitel 2: Clever einkaufen

Sie kennen das: Man will Spaghetti zubereiten, stellt fest, dass keine mehr da sind und läuft zum Supermarkt. Dort greift man aber nicht nur zu den Nudeln, sondern nimmt noch etliche andere Lebensmittel mit. Hätte man nur Spaghetti gekauft, wäre man mit ein paar Cent davon gekommen – nun drückt man der Kassiererin über 20,00 Euro in die Hand.

Solche Spontaneinkäufe mit »Folgen« gehören nun der Vergangenheit an. In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie Ihre Ausgaben mit einer Einkaufsliste besser im Griff behalten. Außerdem: Sie lernen, wie Sie preiswert kochen, Lebensmittel so lagern, dass sie lange frisch bleiben, den Verlockungen im Supermarkt widerstehen, Rabatte nutzen und vieles mehr.

Die Einkaufsliste – warum ist sie so wichtig?

Nehmen wir an, Sie haben nun ein Lebensmittelbudget bestimmt (siehe Seite 146) und ausgerechnet, was Sie pro Woche maximal für Lebensmittel ausgeben dürfen. Dann können Sie sich daran machen, eine Einkaufsliste zu erstellen. Mit ihrer Hilfe behalten Sie die Kosten für Ihre Lebensmittelausgaben unter Kontrolle.

Auf der Einkaufsliste notieren Sie alles, was Sie innerhalb einer Woche für die Zubereitung Ihrer Mahlzeiten benötigen. Dabei dürfen die Kosten für Ihren Speisezettel Ihr Wochenbudget natürlich nicht überschreiten. Mit der Zeit werden Sie – wenn Sie es nicht schon haben – ein Gespür für die Lebensmittelpreise bekommen und herausfinden, in welchen Läden Sie welche Produkte am preiswertesten einkaufen können. Einmal pro Woche, und zwar an einem fixen Tag, suchen Sie nun den Supermarkt auf und besorgen ausschließlich die notierten Lebensmittel. Nun sind Sie mit allem versorgt und müssen den Laden erst wieder in der folgenden Woche betreten. Spontankäufe, bei denen man stets mehr als nötig einkauft, gehören ab sofort der Vergangenheit an.

Studieren Sie die Anzeigenblätter

Die Supermärkte in Ihrer Nähe versorgen Sie regelmäßig mit Anzeigenblättern, um auf Sonderangebote und Aktionswochen aufmerksam zu machen. Diese Anzeigenblätter finden Sie in Ihrer Zeitung oder im Briefkasten. Es lohnt sich, diese Prospekte bei der Erstellung des Kochplans zu berücksichtigen. Gibt es gerade Waschmittel günstig? Sollten Sie einen bestimmten Aufschnitt auf Ihre Einkaufliste setzen, weil er gerade nur die Hälfte kostet? Darüber hinaus ist auch der Blick ins Internet zu empfehlen. Die großen Discounter informieren auf ihren Homepages über aktuelle Angebote. Eine nützliche Seite, auf der zahlreiche namhafte Discounter versammelt und alle aktuellen Angebote verzeichnet sind, ist www.sonderangebote.de. Machen Sie aber nicht den Fehler, für Sonderangebote und Schnäppchen durchs ganze Land zu reisen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Benzin bzw. Fahrkarten.

Kochen auf Basis von Sonderangeboten

Echte Sparfüchse richten sich bei der Erstellung des Speiseplans nicht nur danach, was Sie gerne essen. Sie lassen sich vor allem davon leiten, was im Lebensmittelhandel gerade günstig angeboten wird. Gibt es Kotelett günstig, kommt Kotelett auf den Teller. Ist Fisch billiger zu haben, gibt es ein Fischgericht.

Kommen Sie zum Ladenschluss

Viele Geschäfte setzen kurz vor Ladenschluss die Preise herunter, damit auch die letzte Ware noch verkauft wird. Es lohnt sich, zu dieser Zeit beim Bäcker oder Gemüsehändler vorbeizuschauen. Noch ein Tipp: Lassen Sie Ihre Checkkarte beim Einkaufen zu Hause. Sehen Sie sich Ihre Einkaufsliste an und überschlagen Sie, wie viel Geld die Waren ungefähr kosten werden. Diese Summe nehmen Sie mit. Sie werden überrascht sein, wie disziplinierend diese einfache Maßnahme ist.

Lohnt sich das einkaufen beim Bauern?

Wenn Sie bei einem Bauern einkaufen, der in Ihrem Stadtviertel den angesagtesten Wochenmarktstand unterhält und die gesundheitsbewusste Gutverdiener-Klientel mit Bioprodukten versorgt, werden Sie vermutlich kaum oder gar nicht sparen können. Grundsätzlich sind Direktvermarkter aber günstig, weil es keine Zwischenhändler gibt, die an den Produkten mitverdienen. Auf einer Fahrt über Land kommt man häufig an Bauernhöfen vorbei, die einfach nur mit einem Schild vor der Tür auf ihre Produkte aufmerksam machen. Hier sollten sie vorbeischauen. Fragen Sie, was es beispielsweise außer Honig und Kartoffeln sonst noch gibt oder welcher Bauer im Dorf Fleisch verkauft. Manche Landwirte vermarkten ihre Produkte in einem kleinen Hofladen.

Kartoffeln und mehr

Inzwischen ist einheimisches Obst und Gemüse aus dem Supermarkt recht teuer. Bei Gemüsebauern können Sie vieles oft deutlich günstiger bekommen: Kartoffeln, Möhren, Rotkohl, Weißkohl, Wirsing und Rosenkohl. Im Sommer bieten viele Bauern an, Erdbeeren und Himbeeren selbst zu pflücken. Für diese Früchte verlangen Supermärkte oft gesalzene Preise, die Qualität lässt aber – zum Beispiel bei Erdbeeren – oft sehr zu wünschen übrig. Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit, selbst gemachte Säfte, Honig und Konfitüren billiger zu bekommen. Quark und Milch können Sie ebenfalls beziehen. Fleisch sollten Sie gleich in größeren Mengen abnehmen – vorausgesetzt, Sie haben eine Gefriertruhe. Hartwürste und Schinken lassen sich an einem kühlen Ort wochenlang lagern.

Gesunde Vielfalt auf dem Teller

Mit einem Einkauf beim Direktvermarkter schonen Sie nicht nur Ihren Geldbeutel. Sie wählen regionale Produkte und tun damit etwas für den Umwelt- und Klimaschutz. Abgesehen davon ernähren Sie sich gesünder. Wer regionale Produkte konsumiert, verzehrt das, was gerade Saison hat – und diese Produkte haben mehr Vitamine und Nährstoffe als Treibhaustomaten und halbreife Pfirsiche aus Spanien. Und auch die heimische Landwirtschaft profitiert von Ihrem Einkauf. Im Preiskrieg der Lebensmitteleinzelhändler leiden nämlich vor allem die Bauern.

Besser verhandeln

Tun Sie sich mit mehreren Leuten zusammen, die beim Bauern einkaufen wollen. So haben Sie noch bessere Chancen, einen guten Preis zu verhandeln.

Wo Sie Direktvermarkter finden

Von Landwirtschaftskammern und Landesbauernverbänden wurde eine Fördergemeinschaft für den Einkauf auf dem Bauernhof gegründet. Sie betreibt die Seite www.einkaufen-auf-dem-bauernhof.com. Hier können Sie bundesweit nach Direktvermarktern in Ihrer Region suchen.

Preiswert kochen – wie geht das?

Um gesunde und schmackhafte Mahlzeiten zuzubereiten, braucht man nicht viel Geld. Voraussetzung ist lediglich, dass Sie auf exotische Früchte und Gemüse weitgehend verzichten, ebenso auf Himbeeren im Winter. Wählen Sie regionale Produkte und beachten Sie bei Ihrem Einkauf stets die Jahreszeiten (siehe Seite 26). Wenn Sie sich im Dezember zu Erdbeeren und Kirschen, Tomaten und Spargel hinreißen lassen, müssen Sie tief ins Portemonnaie greifen. Oft schmecken diese Produkte nicht einmal gut, weil sie halb reif geerntet werden, um den langen Transportweg zu überstehen. Wenn Sie sich für regionale Produkte der Saison entscheiden, sparen Sie also Geld, zeigen Umweltbewusstsein und haben mehr Geschmack auf dem Teller.

Beispiel

Kartoffeln: Vegetarisches Kartoffel-Paprika-Gulasch, Kartoffelauflauf, Pellkartoffeln mit Quark, Kartoffelgratin, Kartoffelklöße mit Pilzsauce

Nudeln: Spaghetti mit Tomaten- , Hackfleisch- oder Käsesauce, Nudelauflauf mit Gemüse

Hefeteig: Pizza, Zwiebelkuchen, Gemüsekuchen, Dampfnudeln

Reis/Milchreis: Serbisches Reisfleisch, Hühnerfrikassee, Milchreis mit Kirschen, Paprika mit Hackfleisch oder Reis-Pilzfüllung

Quark, Milch, Eier: Kaiserschmarren, Verlorene Eier mit Spinat, Spiegeleier mit Bratkartoffeln, Quarkauflauf

Setzen Sie auf eine gute Basis

Sie sollten in Ihrem Haushalt einige Grundnahrungsmittel haben, aus denen Sie mit den entsprechenden Zutaten immer wieder neue Gerichte zaubern können. Zu dieser Basis gehören: Kartoffeln, Nudeln, Reis, Butter, Mehl, Milch, Quark, Öl/ Fett, Brühe, Eier, Trockenhefe. »Spielen« sie mit dieser Basis und fügen Sie – je nach Rezept – die erforderlichen preiswerten Zutaten hinzu.

Clever Süßigkeiten einsparen

Süßigkeiten sind nicht gesund, aber wer isst sie nicht trotzdem? Also landen regelmäßig Gummibärchen, Riegel, Bonbons und Pralinen im Einkaufskorb.

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